Alesund

Hurtigruten 2008 – was ist die „Hurtigrute“?

Der Fahrplan der Hurtigrute (Stand April 2008)
Der Fahrplan der Hurtigrute (Stand April 2008)

„Hurtigrute“ heißt „schnelle Linie“ und war bei der Gründung 1893 ein Riesenfortschritt für die Menschen an der über 2700 km langen norwegischen Küste zwischen Bergen und Kirkenes an der russischen Grenze. Damals gab es zu den meisten Orten keine Straßenverbindung. Die Geschichte der Hurtigrute findet man auf Wikipedia und auf der offiziellen Hurtigrute-Homepage.

Heute ist die Hurtigrute eine Mischung aus Touristen-, Bus- und Transportlinie: im Sommer hauptsächlich eine Kreuzfahrt (da wird auch in den Geirangerfjord gefahren), im Winter – wenn viele Straßen im Norden wegen Schnee und Eis gesperrt sind – ist auch heute noch die Hurtigrute eine wichtige Verkehrsanbindung für die Küstenorte. Ganzjährig wird die Linie von den Einheimischen als „Bus“ benutzt – und Fracht hat zu allen Jahreszeiten Vorrang vor Touristen.

Ingesamt ist der Sommer aber „Kreuzschifffahrt“ (und die wichtigste Einnahmequelle!) – schönes Wetter, Fjorde und das ewige Licht nördlich des Polarkreises sind die Attraktionen.

Das „echte“ Hurtigruten-Feeling kann man am ehesten noch im Winter oder Frühjahr erleben. Dann sind mehr als die Hälfte der Passagiere sogenannte „Port-to-Port-Passagiere“, also Einheimische auf dem Weg zur Arbeit, zur nächsten Stadt oder sie nutzen das Schiff als Zubringer zu den internationalen Flughäfen in Bergen oder Kirkenes. Und in den kleinen Orten ist das Hurtigrutenschiff willkommene Abwechslung für die Bewohner – sie kommen während des Hafenaufenthalts zum Kaffee an Bord, bei den neuen, großen Schiffen stürmen die Kinder den Whirlpool auf dem Oberdeck ;-)

Auch wir benutzen den Whirlpool einige Male – nachts unter sternenklarem Himmel in eisiger Kälte ist das ein Erlebnis. Und dabei sehen wir auch das einzige Nordlicht auf unserer Reise. Leider ohne Brille und ohne Kamera ;-(

Der Fahrplan ist jeden Tag der gleiche: 11 Schiffe sind gleichzeitig unterwegs, täglich um die gleiche Zeit verlässt ein Schiff Bergen und macht sich auf die 5,5 Tage dauernde Reise. 34 Häfen werden angelaufen, jeder Hafen wird also täglich von 2 Postschiffen bedient – einem nordgehendem und einem südgehendem. Der Aufenthalt ist in der Regel 30 Minuten, gerade genug um die „Bus“-Passagiere und die Fracht ein- und auszuladen.

Die nordgehenden Route bietet zusätzlich jeden Tag einen längeren Landgang in einer größeren Stadt:
– Ålesund: 3 Stunden
– Trondheim: 6 Stunden
– Bodø: 2,5 Stunden
– Tromsø: 4 Stunden
– Nordkap (Honningsvåg): 3,5 Stunden
– Kirkenes: 2 ¾ Stunden

Dadurch ist die nordgehende Route sehr kurzweilig, die Seefahrt wird täglich unterbrochen, für z.B. Museen, Shopping, Ausflüge (Nordkap). Die südgehende Route läuft die Orte jeweils umgekehrt (tags <–> nachts) an, mit in der Regel kürzeren Aufenthalten. Dafür hat man tagsüber Landschaft pur. Aber auch nordgehend sieht man genug Landschaft.

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