27.8.2017 - Mt.Baker

Nordwesten 2017 – Rückreise

In 3 Tagen vom Mount Rainier nach Aachen – mit Tochterverlust ;-)

Diesmal war deutlich mehr zu organisieren als sonst: Wohnmobil-Rückgabe am Samstag, Meilenflüge aber nur Freitag oder Sonntag, und der genaue Beginn des Auslandshalbjahres von Karla klärte sich erst im späten Frühjahr. Die Zusatzübernachtung von Samstag auf Sonntag war uns deshalb ganz recht, so hatten wir ein bisschen Flexibilität für Karlas Weiterreise nach Vancouver.

Zunächst hatten wir geplant, Karla mit dem Auto nach Vancouver zu bringen. Das verwarfen wir aber, weil Karla nicht als einzige von den Eltern gebracht werden wollte … und sowohl Automiete (>500€) als auch Fahrzeit (2x 4-5 Stunden) waren abschreckend. Der Flug kostet inklusive Übergepäck nur 200$.

So haben wir am Samstag 2x Abgabe (Karla und Wohnmobil) und den Rest des Tages verbringen wir mit Sightseeing.

Fazit:

  • Die Fahrt mit dem Link (Schnellbahn) vom Flughafen nach Downtown ist bequem, schnell (35 min) und günstig (3$).
  • Die Gegend vom Pioneer Square bis Chinatown ist schön und gut zu Fuß zu erkunden.
  • Das Marriott SeaTac liegt ideal, wenn man eine Übernachtung direkt vor/nach dem Flug möchte.
  • Und – Premium Economy ist sehr entspannend :-)
 

Rückreise:

 
Freitag, 25.8.: Ausklang am Mount Rainier, Fahrt zum SeaTac KOA

Der Plan heute morgen ist, am Longmire Shop zu schauen, ob Luis die Kette für eine Freundin kaufen kann, die er gestern im Paradise Shop gesehen hat. Wenn nicht, fährt Michael mit ihm noch einmal die 14 mls zurück nach Paradise. Die Kette ist da … und so haben wir jetzt auf einmal ganz viel Freiraum. Gar nicht gut für die Stimmung und eine laaange Diskussion entspannt sich:

  • Wanderung mit Blick auf den Mount Rainier oder zum Wasserfall?
  • Ein oder zwei Stunden Wanderung?
  • Aber um 15:00 Uhr müssen wir im KOA sein!
  • Noch zur Hängebrücke gehen?
  • Junior Ranger fertigstellen!?
  • Oder lieber im Wohnmobil chillen?

Am Ende einigen wir uns: Karla macht ihre Junior Ranger Aufgaben fertig, Karin hilft. Die Männer spazieren derweil zur historischen Nisqually Suspension Bridge (1923 gebaut, 1952 verstärkt) mit Blick auf den Mount Rainier. Anschließend wandern wir zu den Carter Falls und Madcap Falls, ca. 1 mls oneway. Dabei queren wir den Nisqually River (der sehr breite Abfluss des Nisqually Gletschers, mit viiiiel Wasser im Frühjahr) mit tollem Blick auf den Mount Rainier.

Um 13:15 Uhr machen wir uns auf die Rückfahrt, über #7, #161 und #167 nach Kent zum SeaTac KOA, wo wir gegen 16:00 Uhr ankommen – etwas verspätet, aber Karla ist gnädig . Unterwegs fotografieren wir eines der vielen Volcano Evacuation Route-Schilder, die Mount Rainier Historical Railroad und immer wieder den Mount Rainier.

Abends packt Karla ihre zwei Koffer (um), Karin wäscht alle dreckigen Sachen von Karla, wir anderen gehen in den Pool, schreiben Postkarten.

 

 
Sa. 26.8. Karla->Kanada, Wohnmobil-Rückgabe, Chinatown

26.8.2017 - Seattle Chinatown

Wir stehen um 7:00 Uhr alle auf (sogar Luis ;-) und sind um 8:20 Uhr wie geplant startklar; Dumpen und Abfahrt zum Flughafen. Karin und Luis steigen mit Karla aus und regeln den Gepäck-Check-in (75$ für 6 kg Übergewicht beim Koffer, 25$ für das Snowboard), Michael und Robert bringen das Wohnmobil zurück. Für die  Probleme mit Batterie, Generator und Markise bekommen wir die Generatorstunden und das Propan erlassen (oops – völlig vergessen, das auch nachzutanken), so dass wir nur die 174 Mehrmeilen zahlen müssen (92,16$).

Gegen 10:30 Uhr sind wir alle am Flughafen wieder vereint und verabschieden Karla in ihren Kanada-Austausch. Michael ist (wie immer) aufgeregt, dass auch alles mit Ausreise und Immigration klappt, Karla hat Abschiedstränen. Sie kommt aber 2 Stunden später gut bei ihrer Gastmutter an und findet alle sehr nett.

Wir vier checken im SeaTac Marriott ein, essen dort zu Mittag. Wir haben ein Vierbettzimmer, recht groß und das Hotel gefällt uns auf Anhieb: eine große Pool-Landschaft mit Whirlpools, eine großzügige Lobby und ein wirklich gutes Restaurant. Dazu liegt es fußläufig zur Link-Station und (wenn man nicht viel Gepäck hat) auch zum Flughafen.

Die Jungs chillen etwas und gehen dann in die Southside Mall ins Kino. Es gibt sogar einen kostenlosen Shuttle zwischen Hotel und Mall.

Wir Eltern fahren mit dem Link (Schnellbahn) nach Chinatown und verbringen bei sonnigem Wetter eine entspannten Nachmittag:

  • Wing Luke Museum of the Asian Pacific American Experience mit sehr interessanter Führung in einen Laden von 1910 und ein Originalhotel für die Immigranten auch von 1910.
    Die Ausstellung ist gleichzeitig interessant (moderne Kunst, Informationen zu prominente Immigranten aus Asien) und erschütternd (Fakten und Geschichte zum seit mehr als 200 Jahren kultivierten und immer noch gelebten Rassismus der weißen Amerikaner). Wir wissen jetzt, auf welchen und wie breiten Wurzeln Trump entstanden und fest verankert ist. Man schüttelt sich …
    Aber gleichzeitig wird klar, welche Vorreiterrolle der Westen der USA hinsichtlich Menschenrechten und Abschaffung der Apartheid in USA auch heute noch spielt.
  • Anschließend spazieren wir zum Pioneer Square, machen eine leckere Kaffee-und-Kuchen-Pause am Occidental Square. Wie auf vielen anderen Plätzen in Seattle gibt es kostenlose Einrichtungen (Sport, Sitzgelegenheiten, Kunst, Lesen) für alle Einwohner. Auch für Obdachlose, die in Seattle zum nicht nur geduldeten, sondern sogar gewollten Stadtbild gehören. Sie werden versorgt, nicht kriminalisiert und verhalten sich (v)erträglich.
  • Wieder in Chinatown erleben wir das Nachbarschaftsfest im Hing Hay Park, mit Musik, Cosplay-Darstellern, einer Filmvorführung und interessanter Kunst.

Luis und Robert kommen abends nach und wir lassen den Urlaub beim Japaner ausklingen.

 

Seattle Chinatown & Pioneer Square District:

 
So./Mo. 27./28.8. Rückflug

Nach dem Aufwachen gehen wir noch in den Pool und anschließend genießen wir das reichhaltige, frische und leckere Frühstücksbüffet im Marriott (mit 22$ pP ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis).

Um 11:15 Uhr nehmen wir ohne Hektik den Shuttle zum Airport, schnelles Check-in der Koffer, auch wenig Wartezeit an der Sicherheitskontrolle (viel weniger Heckmeck als in Frankfurt). Wir vertreiben uns die Wartezeit mit Lesen, Massieren und Herumalbern.

Mit 30 Minuten Verspätung startet der Flug, aber wir haben nur 8:50 Stunden Flugzeit, so dass wir pünktlich um 8:45 Uhr landen. Der ICE bringt uns direkt nach Aachen, wo wir um kurz nach Mittag ankommen.

Eine recht entspannte Rückreise, auch wenn keiner geschlafen hat. Abends geht Luis noch auf eine Party, wir anderen sind um 22:00 Uhr k.o., nach 27 Stunden auf den Beinen.

 
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