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Nordwesten 2017 – Newberry Crater

4 Tage Central Oregon: Cascade-Querung und Newberry Crater

Zunächst hatten wir geplant, 2-3 Tage in der Sisters-Gegend zu verbringen und dort Wanderungen, eventuell auch eine Mehrtageswanderung zu unternehmen. Aus Zeitgründen – bzw. weil wir lieber mehr Zeit am Meer verbringen wollten – entschieden wir uns in der Reiseplanung dagegen. Glücklicherweise – denn die Waldbrände zwischen Mt. Washington und South Sister sind so stark, dass ab 18.8. fast die gesamte Wilderness Area dort gesperrt ist.

So genießen wir zwei geruhsame Fahrtage und zwei erholsame Tage im Newberry Crater.

Fazit:

  • Die Gegend zwischen der Küste und den Cascades (also der #126 von Florence bis östlich von Eugene) ist langweilig, aber recht zügig zu fahren.
  • Schön wird es, sobald man in die Foothills der Cascades kommt, mit schönen Flusstälern und Wäldern.
  • Atemberaubend die Gegend rund um die Sisters (Willamette National Forest): surreale, riesige Lavafelder, Wälder, schneebedeckte Vulkankegel.
  • Wir lieben das Newberry National Monument mit seinen vielen Attraktionen: Buttes, Gipfel, Lava- und Obsidian-Felder, Museen, Hot Springs,  Wanderungen.
  • Kleine, nette Städtchen. Auch Bend ist recht schön.
 

Best of Central Oregon:

 
Donnerstag, 17.8.: Highway 126, McKenzie Bridge

Um 10:45 Uhr geht es auf die Piste, eine lange Fahrt heute in die Cascades. Um die Mittagszeit finden wir das Indigo Café, ein netter, kleiner Öko-Imbiss am #126, bei Blue River, idyllisch hinterwäldlerisch. Zwei Stunden entspannen wir hier mit leckeren Wraps, Reistopf, Nachtisch, Latte … und Wifi. Die Wirtin Elli ist supernett und voller Lebenserfahrung: „Your daughter is fifteen? … Don’t worry, she will grow older … “ :-).

Sie rät uns dringend, noch vor Querung der Cascades voll zu tanken, da wegen der Sonnenfinsternis seit heute in Bend Benzinknappheit herrscht. Oh, oh … nach dem Ranger gestern („Alleine in Madras seien es 500.000 Besucher … ab Freitag soll man damit rechnen, für 50 mls 8 Stunden zu brauchen …“) die zweite Warnung, wie voll es sein wird.

Ein kurzer Abstecher zur Ranger Station und wir erfahren, dass wegen Waldbränden im Three-Sisters National Forest die Gefahr besteht, dass der Scenic McKenzie Highway #242 ab morgen schließt. Wir sollen morgen früh in Sisters anrufen.

Gegen 16:00 Uhr sind wir auf dem idyllischen Paradise Campground, unsere Site liegt direkt am rauschenden McKenzie River, wunderschön. Michael bietet den Kids leichtsinnig eine Wette an: „Wer es rüber schafft, bekommt eine Woche Wifi“. Die beiden nehmen die Wette an, begeben sich in den reißenden Fluss … und als es Luis schnell bis zu den Hüften geht, brechen wir Eltern die Aktion ab. Aber die beiden sind hartnäckig und versuchen es woanders … Karla wird unter Protest zurück beordert, Luis schafft es bis über die Mitte, bricht dann aber zur Sicherheit ab, wird abgetrieben und halb schwimmend, halb stakend kommt er weiter unten wieder an Land. Das Wasser ist so kalt, dass die Beine rot sind und einige Weichteile weh tun. Wir sehen eine Eule, laut unserem Birds of Prey Flyer ist es eine der ganz seltenen Spotted Owl, was auch die spätere Internetrecherche bestätigt.

Die Männer wandern zur Belknap Hot Springs, sehr nett, 8$ pro Stunde Eintritt, die Ladies wandern 1 ½ Stunden den McKenzie River Trail. Ein schöner, sonniger und heißer Tag geht zu Ende.

 
Freitag, 18.8.: Cascades, Newberry National Volcanic Monument
18.8.2017 - Waldbrände, #20 bei Sisters
18.8.2017 – Waldbrände, #20 bei Sisters

Abfahrt gegen 10:00 Uhr, leider ist der #242 wegen der Brände tatsächlich seit heute gesperrt.

So fahren wir die längere Strecke über #126/#20, die aber auch sehr schön ist. Durch Wälder und Lavafelder, vorbei am Mount Washington. Wir sehen die Riesenrauchschwaden des Feuers, die Sonne ist nicht zu sehen über uns. Gegen 13:00 Uhr sind wir im Lavalands Visitor Center, sehr informativ, schöner Trail durch den Cinder Cone Lava Flow.

Anschließend kaufen wir in Sun River ein und sind in 45 min am Newberry Visitor Center.

 

19.8.2017 - Newberry NVM, Paulina Lake
19.8.2017 – Newberry NVM, Paulina Lake

Spätes Mittagessen in der Paulina Lake Lodge, Karla und Luis leihen sich ein Standup Paddle Board. Gegen 17:00 Uhr sind wir an unserer Camp Site im Little Crater Campground, die zwar nicht direkt am See liegt, aber schön unter schattigen Bäumen. Auf der Seeseite sind in diesem Abschnitt keine Sites, so dass wir nur über die Straße zu “unserem” Strand gehen müssen. Das Leveln klappt gut, bis auf die Tatsache, dass wir wieder links und rechts verwechseln und nach sorgfältiger Einweisung noch schräger stehen als vorher 😂.

Wir Jungs wandern zur Hot Springs auf der anderen Seeseite (1,5 mls one way), die Ladies wandern auf den Little Crater. Die Rauchwolken erzeugen einen surrealen, roten Sonnenuntergang. Aber auch sehr unheimlich, welch große Fläche die Rauchschwaden einnehmen – 20-30 mls breit, >100 mls lang.

Die ganzen Tage hier sind sonnig und heiß, aber es riecht nach Rauch und der Himmel ist „diesig“ bedeckt vom Rauch der Waldbrände.

 
18.8.2017 - Newberry National Volcanic Monument, Waldbrand & Sonnenuntergang, Paulina Lake
18.8.2017 – Newberry National Volcanic Monument, Waldbrand & Sonnenuntergang, Paulina Lake

 

Paulina Lake Hot Springs:

 
Samstag, 19.8.: Newberry National Volcanic Monument
19.8.2017 - Newberry NVM, Paulina Falls
Paulina Falls
19.8.2017 - Newberry NVM, Paulina Lake
Paulina Lake

Frau & Kids stehen um kurz nach 6:00 Uhr auf, um 7:15 Uhr geht es los auf den Paulina Peak Trail, ca. 3 mls, ca. 1700 ft hoch auf den Paulina Peak, 7984 ft. Michael bleibt wegen seiner Rückenschmerzen (arggg) im/beim Wohnmobil, frühstückt etwas später, und geht die beiden kurzen Trails zu den Paulina Falls.

Die vier kommen schon gegen 11:00 Uhr zurück, es war sehr schön mit toller Aussicht auf die Three Sisters, die Caldera und den Obsidian Flow.

Nach einer kurzen Pause fahren wir noch einmal zu den Paulina Falls, anschließend wandern wir ausgiebig durch den Big Obsidian Flow. Es ist Wochenende … und mittlerweile ist überall sehr voll. Wir wollen uns gemütlich bei der Lodge auf die Wiese legen, evtl. nochmal ein Paddle Board leihen … aber es ist zu viel und zu kühler Wind. So fahren wir zu unserer Camp Site und chillen. Luis ist nach „höhlen“, Robert braucht ein bisschen Abstand und geht spazieren, die anderen lesen.

Abends basteln Karin und Robert die Sonnenfinsternisblende für Michaels 100-400-Objektiv 😀.

Die Rauchschwaden sind im Laufe des Nachmittags immer mehr geworden, die Gegend westlich von Sisters wird evakuiert, wie uns ein Ranger sagt. Dabei sind wir ~50 mls Luftlinie vom Feuer entfernt, ein bisschen beängstigend ist es schon.

 

Paulina Peak & Falls, Obsidian Flow:


 

Nordwesten 2017

27.7.-28.8.2017: Seattle – Kayaktour – Washington&Oregon – Sonnenfinsternis

Der Auslöser für diese Reise war die totale Sonnenfinsternis am 21.8.2017, die von Oregon bis South Carolina quer über die USA zieht: Etwas ganz besonderes, Sommerferien, außerdem war ein Wohnmobilurlaub mal wieder dran … also konnte mit der Planung begonnen werden.

Wie 2012 (Rim2Rim) und 2014 (Rafting) ist ein Outdoor-Erlebnis wieder der einhellige Wunsch. Über Besteigung des Mount Rainier (nein – man braucht Gletschererfahrung und -ausrüstung), Mehrtageswanderung im Regenwald (nein – eventuell zu nass), Gebirgswanderung in den Cascades (wir fanden nichts, was uns ansprach) liefert uns die Google-Suche nach „Outdoor Activity Washington, Oregon” schließlich den Treffer: eine Seekayaktour in den San Juan Islands. Nach intensiver Recherche entscheiden wir uns für die 5-Tages-Tour.

Und schließlich als drittes: Genügend Meilen für vier Freiflüge in der Premium Economy :-)

Also: Die drei Buchungen (Wohnmobil, Meilenflüge, Kayaktour) sind unter einen Hut zu bringen. Mit Geduld, Hartnäckigkeit, vielen Telefonaten und ein bisschen Kompromissen gelingt es … und wir stellen uns diese unvergessliche Reise zusammen :-)

Im Frühjahr entscheidet sich Robert, unser Neffe/Cousin, mit zu fahren. Alle freuen sich :-)

Fazit:

  • Die Kayaktour ist anspruchsvoll, erlebnisreich, Spaß und Abenteuer zugleich. Dazu Adler, Delfine, Robben, Waschbären … und Anstrengung und Muße.
  • Seattle gefällt uns ausgesprochen gut: tolle Lage, weltoffen, liberal, relaxed, friedlich. 
  • Die Vielfalt der Olympic Peninsula: Küste&Meer, Berge, Regenwald, Waldwirtschaft, Gletscher – abwechslungsreich und interessant.
  • Die Oregonküste ist Sand, Fels, Wasser, Luft – irgendwie ist alles immer gleichzeitig.
  • Die Vulkane sind gigantisch, noch aus 100-150 km überwältigend präsent, ehrfurchtgebietend und schön.
  • Und ja – die Sonnenfinsternis ist das erwartete Once-in-a-Lifetime Erlebnis. Wir staunen, sind begeistert und irgendwie ergriffen.

 

 

Nordwesten 2004 – Newberry Crater National Monument

19.-20.8.2004: Newberry Crater
  • Leider wieder ein Tag mit viel Fahren, ohne Campground- Entspannung am Ende :-(
    Die Fahrt zum Newberry Crater zieht sich, am Ziel gibt’s zwar Natur pur, aber sonst nix. Der Cinder Hill CG bietet auch nur Plumpsklos (das gab Stress mit den Großen). Baden in den Seen ist auch nicht, ich hatte unterschätzt wie hoch es hier ist – bei 2000m ist es sehr kalt.
  • Zu empfehlen aber auf dem Weg dahin: das Fernfahrer-Cafe an der Diamond-Lake Junction (#97/#138) – zwei Straßen kreuzen sich in-the-middle-of-nowhere, und es gibt ‘nen Riesen-Parkplatz, Tankstelle und Cafe ;-)
  • Am nächsten Morgen fasziniert der Newberry Crater dann doch: noch größer als der Crater Lake, älter, und sogar “momentan” noch aktiv: der km-lange Obsidian-Flow entstand erst vor 1300 Jahren. Wir wissen jetzt auch, was “Pumice” ist: nämlich Glas, nur mit eingeschlossenen Luftblasen, deshalb schwimmt’s sogar. Und ohne Luft ist es  … Obsidian!
  • Nicht nur deshalb sehr zu empfehlen: das Lava Lands Visitor Center – für Große und Kleine interessant, Vulkane (66 Buttes gibt es rund um Bend), Pfeilspitzenherstellung.
  • Bend ist ein riesiger Siedlungs-“Brei”, und wir kreuzten einen halben Tag hin und her auf der Suche nach einem schönen Campground. Am Ende nahmen wir einen pickepacke-engen Privaten im Norden, mit “heated-outdoor” Pool … und der Tag war dann doch gerettet.
21.8. Bend und Umgebung
  • Bend - American Cars ;-)
    Bend – American Cars ;-)

    Südlich von Bend das allseits gelobte High Desert Museum: selten habe ich meine Söhne (egal ob 5 oder 11 oder 13) so interessiert und fasziniert gesehen. AlleAbteilungen wurden erkundet: walk-through-time (Indianer, Trapper, Siedler, Farmer, Goldgräber, Städte), Indianergeschichte, Desertium, ein Original-Freilicht-Dorf+Sägewerk, …
    Absolut empfehlenswert.

Hinweise:

  • Ich würde den Newberry Crater als (Halb-)Tagestour ohne Übernachtung besichtigen, auf jeden Fall den Obsidian-Flow.
  • Es ist streng verboten, Obsidian in den Parks/Forests mitzunehmen. Sollte man auch wirklich nicht tun (der Spruch “was wäre, wenn jeder der x Millionen Touristen einen Stein mitnimmt” hat seine Berechtigung).
    Das ist andererseits aber auch nicht nötig – die haben hier soviel Obsidian, dass damit buchstäblich die Straßen gepflastert werden (Schotter!). Augen auf, im Rinnstein – außerhalb der Parks! – liegt genug ;-)
  • In Bend an Sommerwochenenden die Übernachtung reservieren!
  • Im High Desert Museum lohnt es sich auch, 2 Tage zu verbringen (die Eintrittskarte gilt für 2 Tage).
 
Big Obsidian Flow: