11.8.2017 - Olympic NP, Ruby Beach

Nordwesten 2017 – Olympic National Park

1 Woche Olympic Peninsula

Wir haben Glück und können unser Wohnmobil schon um 8:00 Uhr abholen. Nach einer kleinen Enttäuschung dürfen wir tauschen und bekommen das „gleiche Modell wie immer“, vor allem die Kids freuen sich 😀. Nach 2 Stunden sind wir fertig mit Checkliste, Umpacken, fetter Beute aus dem Resteregal (inkl. 5 Bündel Holz) und fahren in Kolonne zurück zu Alamo, den Mietwagen zurückgeben. Gegen 11:00 Uhr wird Luis im Hotel eingesammelt (für ihn war es zu früh, er musste noch ausruhen ;-) und wir fahren 68 mls bis zum Safeway in Silverdale. 2½  Stunden Einkauf und Koffer ausräumen, dann geht es weiter noch ein paar Meilen zum Scenic Beach State Park.

Spätes Mittagessen bzw. frühes Abendessen, wir genießen die schöne Site, spazieren zum Strand und nehmen auf dem Rückweg den Urwaldpfad rund um den Campground. Gemütlicher Abend. Die Kids wandern später auch noch den Urwaldpfad.

Die nächsten 6 Tage bummeln wir gegen den Uhrzeigersinn um die Olympic Halbinsel, immer abwechselnd an der Küste und im bergigen Inland. Das Wetter meint es mehr als gut mit uns: warm, sonnig, ab und zu Nebel an der Küste.

Fazit zur Olympic Peninsula:

  • Eine unglaublich schöne Vielfalt findet man hier: Hochgebirge mit Gletschern, Regenwald, Tide Pools, wilder Ozeanstrand, Badeseen, Hot Springs, Urwald.
  • Wanderungen, Strand, Tide Pooling, Tiersichtungen waren unsere Highlights.
  • Die 7 Tage passen für uns gut: genug Muße und nicht zu lang.
  • Einen Verbesserungsvorschlag haben wir: Klare Sicht auf der Hurricane Ridge ;-)
 

Best of Olympic Peninsula:

 

 

Sonntag, 6.8.: Visitor Center, Hurricane Ridge

Um 8:36 Uhr ruft Luis (!😳😂!) „Es ist 8:36 Uhr“ … ooops, eigentlich wollten wir schon um 9:00 Uhr losfahren. So wird es 10:00 Uhr, zwei Stunden fahren wir bis zum Visitor Center in Port Angeles. Kurze Besichtigung, Shopping, Nationalparkpass kaufen, danach sichern wir uns eine Site im Heart o’ the Hills Campground (ca. 20 der 100 Sites sind frei, abends ist alles voll) und fahren direkt weiter hoch auf die Hurricane Ridge.

Kurzer Snack, nettes Visitor Center, 1½ Stunden Spaziergang durch die hochalpine Landschaft, wir sehen Murmeltiere, einen Mountain Beaver und einen Elk. Die 12 mls Rückfahrt dauert 35 min, unser schräger Stellplatz verursacht den Bruch eines Levelers (naja – Michael meint, ein dickes Holzscheit noch drunter legen zu müssen – geometrisch richtig, aber stablitätsmäßig falsch).

Luis und Robert geben ihr stundenlanges Quengeln nicht auf („In Port Angeles ist an der 1st Street eine Sports Bar … um 6 pm kommt dort Games of Thrones“) und wir Eltern geben uns irgendwann ermattet geschlagen … die beiden dürfen trampen, müssen aber bei Ankunft und bei Antritt der Rückfahrt jeweils eine SMS schicken. Karla will auch mit – aber da sind beide Eltern sich einig: nein, zu jung – „Booohh eeyyy“ war die Antwort. Die beiden Jungs sind 2½ Stunden unterwegs, werden jeweils mitgenommen (die Frau auf dem Hinweg sagt „They are 18 and 16, they have no plan“). Wir anderen lesen, hören Musik, wandern noch den Heart o’ the Hills Trail, durch verwunschenen Urwald.

 

Montag, 7.8.: Salt Creek Recreation Area

7.8.2017 - Port Angeles
7.8.2017 – Port Angeles

Wir bummeln, wandern noch ein bisschen, kaufen im Safeway ein … aber heute sind es ja nur ca. 30 mls bis zur Salt Creek Recreation Area. Hier verbringen wir den Nachmittag und den folgenden Vormittag, bei Nebel und Sonnenschein ist hier eine verwunschene Atmosphäre mit immer wechselnden Aussichten.

Abends fahren wir nach Port Angeles, noch einmal zum Einkaufen, aber auch um einer etwas um sich greifenden Kinder-Langeweile zu begegnen.

Das Tide Pooling hier ist faszinierend, noch nirgendwo haben wir eine so vielfältige Gezeitenzone gesehen:  roter Seestern (Blood Sea Star), riesengroße Ochre Sea Stars, Anemonen, Seeigel, Urtiere, Seegurken, Einsiedlerkrebse … dieser Field Guide hat uns geholfen, nachträglich die Fotobeute zu identifizieren.

 

 

Dienstag, 8.8.: Lake Crescent, Sol Duc

8.8.2017 - Olympic NP, Sol Duc Hot Springs
8.8.2017 – Olympic NP, Sol Duc Hot Springs

Wir starten  erst gegen Mittag, fahren durch kleine Straßen zum Crescent Lake. Nach 20 mls kommt eine abenteuerliche Baustelle, die Brücke über einen Bach ist weg, dafür gibt es eine tiefe, sandige Kuhle. Der Flagman meint, dass es auch mit dem Wohnmobil geht, wir haben keine Lust auf 50 mls Umweg … es geht dann irgendwie, inklusive Aufsetzen und Spiegelzusammenstoß (nix kaputt :) mit dem Van in der Schlange des Gegenverkehrs. Dafür entspannen wir uns dann an der Crescent Lake Lodge (die Kids baden) und machen eine späte Mittagspause am westlichen Seeende (Fairholme), noch einmal baden wir.

So kommen wir erst gegen 17:20 Uhr am Sol Duc Campground an. Einrichten, Kaffee trinken, dann noch 2 Stunden Wanderung zu den Sol Duc Falls. Anschließend gehen die drei Männer noch in die Hot Springs – super, entspannend.

Abends gibt’s Pizza, noch ein Lagerfeuer, um 22:30 Uhr endet ein voller, schöner, lustiger und sonnig-heißer Tag.

 

 

Mittwoch, 9.8.: Vampire, Rialto Beach, Mora Campground

Heute wollen wir den Nachmittag am Meer verbringen, also machen wir uns schon morgens auf die ca. 50 mls zum Rialto Beach. Die Mittagspause ist schon lange geplant, nämlich im Twilight Café an der Kreuzung La Push Road und Mora Road, im urigen Three River Resort. Neben Ice Cream und Café Latte gibt es das dringend benötigte WLAN-Tanken ;-).

Um kurz vor 13:00 Uhr sind wir am Mora Campground und bekommen nach etwas Suchen eine der wenigen freien Sites … puhh, gut dass Michael nicht vorher wusste, wie knapp es hier wird, eine Site zu finden.

Den Nachmittag verbringen wir am Rialto Beach. Es ist zwar voll hier, aber an dem langen Strand verläuft es sich. Wir klettern auf dem riesigen Driftwood herum, spazieren bis zum Ende der Landzunge, Karla und Luis laufen rüber zur Insel, durch’s knie- bis hüfthohe Wasser. Es gefällt uns super, hier Luft, Meer, Wellen um die Nase spülen zu lassen. Abends grillen wir.

 

 

Donnerstag, 10.8.: Hoh Rain Forest

Beim Einkaufen in Forks wird Michael von einem alten Mann angesprochen: Er fragt nach dem Wohnmobil, unserer Route und will einfach ein bisschen reden. Als er erfährt, dass wir Deutsche sind, erfahren wir, dass sein Großvater aus Deutschland kommt und hier einer der ersten Siedler war. Im Laufe des Gesprächs fällt ihm ein „aus Detmold“, und als Michael sagt „100 mls from our home town“, greift er nach hinten und schenkt (und signiert) uns ein Buch über seinen Großvater, den Iron Man of the Hoh. Michael freut sich, sehr interessant zu lesen.

Danach fahren wir noch ein Stück #101, dann 18 mls über die kurvige Hoh Rain Road bis zum Hoh Rain Forest Visitor Center. Hier ist es sehr voll, wir finden aber nach ein bisschen Warten einen RV-Parkplatz. Das Visitor Center ist sehr klein, keine Ausstellung, nur ein paar Bilder und ein kleiner Shop. Wir gehen den kurzen Hall of Mosses Trail (0,8 mls), dann ein kleiner Mittagssnack im Wohnmobil und anschließend ca. 6 mls Hoh River Trail bis zum ersten Wasserfall.

Es ist sehr heiß, ziemlich voll und insgesamt empfinden wir überhaupt kein Urwald-Feeling (was wir nach den Informationen in Forum und Reiseführer erwartet hatten), sondern im Wesentlichen Touristenrummel. Die Ursprünglichkeit des Regenwalds haben wir viel stärker bei Heart o’ the Hills, Sol Duc oder auch im Scenic Beach State Park erlebt. Um 17:15 Uhr fahren wir wieder los Richtung Küste.

 

Donnerstag – Samstag, 10.-12.8.: Wale, Ruby Beach, Kalaloch Campground

Zwei Tage Pause vom Fahren haben wir hier in der Kalaloch Area geplant. Die Reservierung war richtig schwierig, schon am ersten Tag des Buchungsfensters, 9 Monate vorher, was alles (alles!) ausgebucht. Mit Geduld und Hartnäckigkeit hat Michael dann eine Site für zwei Nächte gefunden, sogar die schöne Beach Site A16 :-)

Der Kalaloch Campground gefiel uns zunächst nur mäßig: groß, 168 Sites, ziemlich eng, voll ausgebucht, dazu war das Wetter anfangs kühl und neblig. Zwei Nächte hier? Aber der zweite Blick gewinnt uns doch: ruhige, familiäre Atmosphäre, tolle Strände, Ranger Programm, die Lodge mit guten Restaurant. Wir genießen die zwei Tage, alle baumeln aus.

Noch auf der Hinfahrt besuchen wir den Ruby Beach, abends gehen die Kids  zum Ranger Vortrag, wir Eltern machen uns schick und gehen in die Kalaloch Lodge: 18. Hochzeitstag :-). Die Aussicht ist schön, das Essen sehr lecker.

Den nächsten Tag verbringen wir mit Chillen, Strandspaziergang, Lesen, Spielen, Ranger Talk, die Kids bearbeiten ihre Junior Ranger Hefte.

Nachmittags tauchen Wale auf, große Grauwale, die ab und zu ihre Brustflossen zeigen. Die Ranger erzählen, dass ca. 200 Grauwale in diesem Frühjahr hier geblieben sind, statt nach Alaska zu ziehen. Sie sind ganz nah am Strand und barteln ihren Krill direkt hinter der Brandung. Spektakulär.

Abends fahren wir noch einmal zum Ruby Beach, dort ist vor 2 Monaten ein Wal gestrandet. Man sieht noch das Skelett, er ist 9 m lang, also wohl ein junges Tier. 2 Stunden stromern wir dort rum und haben sogar ein bisschen Sonnenuntergang.

 

 
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