[metaslider id=“27390″][metaslider id=“27407″]Der Star Adventurer GTI von Skywalker ist eine preiswerte Montierung (oder auch neudeutsch „Mount“: motorische Sternnachführung), die bis zu 5 kg tragen kann, ausreichend für eine Systemkamera und ein Teleobjektiv.
Die Nachführung ist „unguided“. Learning No. 1:Alle Montierungen im bezahlbaren Bereich (d.h. weniger als 5-stellig 😳) brauchen ein sogenanntes Guiding: eine separate Kamera, die einen bestimmten Stern im Bild (den Guiding Star) verfolgt und alle 0,5-3 sec einen Korrektur-Befehl an die Montierung sendet.
Ohne Guiding ist bei Brennweiten von 300-600[br]mm die maximale Belichtungszeit pro Aufnahme nur 10-30 sec – genauer ist eine bezahlbare Montierung nicht. Aber immerhin, ohne Nachführung wären es bei diesen Brennweiten nur ca. 0,5 sec.
Anmerkung: Guiding ginge mit dem Star Adventurer auch, aber dafür braucht man so viel zusätzliches Equipment (Rechner, Guiding-Kamera), dass sich auch eine bessere Montierung lohnt.
Es rauscht gewaltig. Learning No. 2: Was für Landschaftsaufnahmen (Langzeit, nachts) sehr gut ist, reicht für Astrofotografie bei weitem nicht aus. Das Licht der Sterne oder Nebel, das in 10 sec (oder mit Guiding 120-300[br]sec) auf dem Kamera-Sensor ankommt, ist so wenig, dass es im Rauschen versinkt. Genau dafür dient das „Stacking“ – durch die Mittelung aus vielen Aufnahmen reduziert sich das Rauschen und die eigentliche Bildsignale kommen mehr und mehr heraus. Man braucht viele Stunden Gesamtbelichtungszeit! Learning No. 3: Ohne Guidung, Dithering und gekühlte Astro-Kamera gelingt es nicht, dass Rauschen so weit zu reduzieren, dass ich das Bildresultat gut finde.
Stacking dauert … und Bildbearbeitung noch mehr 😳
Bei 10 bzw. 30 sec muss ich für 7 Stunden Belichtungszeit 1400 Bilder sammeln – da braucht selbst mein Highend-MacBook mehrere Stunden.
Und bzgl. Bildbearbeitung nach dem Stacking … ich verstehe jetzt, was im Forum gemeint war mit „forget everything what you learnt for terrestrial photography„.
Trotz allem – ich freue mich über mein erstes Astrobild, von der Bode Galaxy M81 und der Cigar Galaxy M82 – und was ich alles an Details aus den Ausgangsbildern heraus gekitzelt habe.
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Gut 7 Stunden belichtet: Das erste Galaxie-Bild.
Auflösung nicht so doll, den Hintergrund musste ich fast schwarz machen wegen Rauschen, den Walking Noise sieht man deutlich und die Star-Spikes sind ein Photoshop-Gimmick.
[metaslider id=“26005″]Der Workshop ist perfekt organisiert
Wir übernachten jeweils zu zweit in den Ferienhäusern Casa Campana in La Punta:
gut ausgestattet
ein großer Pool
für jeden ein eigener Trakt mit Schlaf- und Badezimmer
Das Frühstück bekommen wir im Ferienhaus der beiden Tutoren, reichhaltig und frisch aufgetischt.
Die Abendessen sind im Workshop-Preis enthalten. Mehmet sucht einfache und (wohl gerade deswegen) wirklich gute Restaurants aus. Vor allem die einfachen Bistros sind Spitze: frisch, lecker, freundlich.
Zusätzlich zu den Nachtsessions unternehmen wir einige Ausflüge, so dass wir auch einiges von La Palma sehen.
Unterwegs sind wir in zwei großen SUVs von Cicar. Tiptop – wohl die beste Autovermietung auf den Kanaren, wie wir von Mehmet erfahren.
Dadurch haben wir genug Platz für jeden. Und können uns aufteilen, falls eine Gruppe früher zurück möchte.
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[metaslider id=“26077″]On Location
Natürlich sind die Locations für Astrofotografie ausgesucht – was auch sonst, genau das haben wir ja gebucht!
Wer ausgedehnte Sessions für Sonnenuntergänge oder Seascape sucht, oder Birding-Urlaub machen möchte … braucht einen anderen Workshop.
Die ideale Astro-Location
ist stockdunkel, also weit entfernt von Städten, Straßen etc.,
liegt möglichst hoch, mit klarer Sicht und wenig Wolken,
hat wenig bis keine Besucher (die machen Licht 😱),
hat möglichst in alle Richtungen maximale Sicht auf den Himmel (also wenig „Landschaft“ drumrum)
und einen Fels- oder Asphaltuntergrund, damit die Stative 100% stabil stehen.
Wir haben viel Spaß, die Astrofotografie gibt einem ja viel Zeit, sich zu unterhalten, weil die Kameras automatisiert vor sich hin arbeiten.
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Astro-Zombies …
Kein Schimpfwort, weil so nennen die Astrofotografen sich selbst. Jedenfalls die wir getroffen haben 😉
Als Gründe vermute ich: Schlafmangel wegen durchwachter Nächte, quadratische Augen wegen stundenlanger Bearbeitungssessions am Computer und Werkzeug-artige Finger wegen diffizilster Basteleien am eigenhändig getunten Equipment 😂.
Aber eine nette Spezies … die sogar, wenn auch erst nach einiger Umgewöhnung, im Hellen solch lichtverschmutzte Motive wie Landschaft oder Sonnenuntergänge fotografieren kann. Nur Sonnenaufgänge geht gar nicht, da schlafen sie …
Roque de los Muchachos – X-H2S mit XF 150-600 in Action
Ein bisschen Wildlife gibt’s auch
Sogar meine Vogelkamera kommt manchmal zum Einsatz.
La Palma ist ein Vogelparadies (das wusste ich gar nicht), wegen der total unterschiedlichen Klimazonen auf engsten Raum: Meer, Strand, Steilküste, Trockenwald, Hochgebirge, im Norden Regenwald und im Süden Wüste und Lagunen.
Trotz wenig Zeit fürs Birding habe ich sogar ein paar Erstsichtungen:
Kanarienvogel / Atlantic Canary – zum ersten Mal sehe ich die in der Natur.
Einfarbsegler / Plain Swift – zahlreich, mit wilden Flugmanövern oben am Roque. BIF ist sehr schwierig (und ich bin stolz ;-).
Mittelmeermöwe / Yellow-legged Gull – ausgewachsen, in England sahen wir bisher nur Jungvögel.
Sepiasturmvogel / Cory’s Shearwater – das südliche Pendant zum Eissturmvogel / Northern Fulmar.
Alpenkrähe / Red-billed Chough (nur im Flug) – sieht man in den Alpen kaum, häufiger in Osteuropa und – erstaunlich – auf La Palma und in Cornwall.
…[br]mit[br]vielen Spezialdisziplinen: Sonne, Planeten, Milchstraße, Star Trails, Nordlichter, Deep Sky, Kometen, Satelliten … mit jeweils unterschiedlichem Equipment, Aufnahmetechniken, Anforderungen an die Umgebung, und Nachbearbeitung.
Deep Sky-Astrofotografie fasziniert mich am meisten: Galaxien, Nebel, Sternhaufen. Man braucht lange Aufnahmezeiten (Stunden!) und macht das mit vielen Einzelaufnahmen. Techniken wie Stacking, Dithering, separate Aufnahmen je Farbkanal, Light/Dark/Calibration Frames usw. werden eingesetzt. Plus jede Menge Spezialequipment: motorische Nachführung, gekühlte Hauptkamera, Nachführkamera, separate Aufnahme- und Nachführteleskope, Filter, Steuerungscomputer.
Auf der nach oben offenen Astro-Skala geht es von der Basisausstattung (gute Landschaftskamera und lichtstarkes Objektiv plus einfacher Tracker) über die Top-10-Upgrades (nur so 9.000[br]€ 😉 und der eigenen Sternwarte im Garten (Mehmet hat seine Traum realisiert) bis zur Profi-Sternwarte (für den Preis von $750.000 ist dann die Lieferung inklusive 😂).
Wo man auf der Nord- bzw. Südhalbkugel fotografiert, ist übrigens egal – die Sterne sind überall gleich (darum heißt es ja Fix!sterne), die Rechnersteuerung fährt den jeweiligen Himmelspunkt exakt und automatisch an, Hauptsache es ist dunkel und klare Luft. Für ein fertiges Bild sammeln manche von vielen verschiedenen Orten bis zu 100 und mehr Stunden Belichtungszeit, das sind bei 1-5 min pro Einzelbild einige 1000 Frames. Wenn man bedenkt, dass man in Deutschland pro Jahr (!) vielleicht 5 Nächte mit klarem Himmel hat, dass man in La Palma, Namibia oder Chile in einer Woche im Idealfall ca. 30 Stunden aufnehmen kann, dann versteht man, dass man für ein Bild Monate bis Jahre braucht.
[twenty20 img1=“26474″ img2=“25839″ width=“30″ offset=“0.5″ align=“left“ before=“RAW, +3.5″ after=“stacked“]Mein Ziel ist sehr bescheiden – ich möchte die Milchstraße mit meiner Ausrüstung für Landschaftsfotografie optimal fotografieren – mit GFX 100S und GF 20-35/4:
– Nachteile: nur Blende f/4, keine automatische Nachführung
– Vorteile: das niedrige Rauschen und die hohe Auflösung der GFX
– Siehe mein Beitrag im dpreview-Forum
Vor diesem Workshop habe ich die Milchstraße immer als Einzelbild aufgenommen, mit 10-15[br]sec Belichtungszeit, Offenblende, ISO 1600-3200, dann in Lightroom nachbearbeitet.
Gelernt habe ich jetzt, mehrere Frames aufzunehmen und diese nachher zu stacken. Siehe die gute Erklärung hier. Ich nutze auf dem Mac Starry Landscape Stacker.
Links ein Vergleich von (bearbeitetem) Einzelbild und Stacking aus 40 Einzelbildern.
Die generelle Vorgehensweise ist:
– wie üblich: guter Standort, stabiles Stativ, Motiv/Vordergrund finden
– dann ca. 20-50 RAW-Bilder aufnehmen, die sogenannten Frames
– und in der Nachbearbeitung: RAW aufhellen – Entrauschen – TIFF – Stacking – Nachbearbeiten – ggfs. Vordergrund einbauen.
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[wptab name=’Vordergrund‘]
[metaslider id=“26376″]Für die Milchstraße wird die Belichtung so kurz gewählt, dass die Sterne noch Punkte sind. Darum ist in diesen Bildern der Vordergrund viel zu dunkel, und nachträgliches Aufhellen führt dann zu Rauschen und Artefakten. Darum nimmt „man“ den Vordergrund separat auf … die Belichtung passt dann für den Vordergrund, aber die Milchstraße ist verschwommen.
Puristen … nehmen Milchstraße und Vordergrund vom gleichen Stativ-Standort, zur gleichen Zeit auf.
–> Exakt so, wie es vor Ort zu dieser Zeit ist. [leerzeile]
Realos … wählen einen Vordergrund, in dem die Milchstraße hinwandern wird.
–> Es war zwar nicht exakt so, aber es gibt eine Zeit/Uhrzeit, wo Vordergrund und Milchstraße so aussehen.[leerzeile]
Kreative … suchen einen schönen Vordergrund und montieren die Milchstraße hinein. [leerzeile]
Wenn man in der blauen Stunde aufnimmt, hat man ideale Belichtungszeiten, und Weißabgleich und Kontraste stimmen schon gut. Mühsam, aber möglich ist es, dies nachträglich per Bildbearbeitung anzupassen. Den Bildaufbau plant man so, dass die Milchstraße harmonisch hineinpasst.
[/wptab]
[wptab name=’Light & Dark Frames‘]
On Location: die Milchstraße ist hinter mir, in Richtung Sonnenuntergang hat man aber einen schönen – kreativen – Vordergrund.Roque de los Muchachos: Light-Frame, unbearbeitet, ca. 3 Blenden zu dunkel. Beim Vergrößern erahnt man die Milchstraße.
Man[br]braucht[br][br]viel[br]Licht:
… und wenig Rauschen, optimale Schärfe.
Das bedeutet eigentlich lange Belichtungszeit, niedrige ISO und Abblenden.
Aber … ohne Nachführung werden bei langen Belichtungszeiten die Sterne zu … Strichen 😳.
Die Faustformel „500[br]sec[br]/[br]Vollformat-Brennweite“ ist für die heutigen hochauflösenden Sensoren leider zu ungenau. Danach könnte ich mit der GFX 100S und bei 20[br]mm Brennweite 31[br]sec aufnehmen … aber die Sterne sind Striche.
Besser ist die NPF-Formel, die auch Blende, Sensorgröße und -auflösung berücksichtigt. Die damit errechneten 13[br]sec sind richtig.
Belichtung:
Also 13 sec … d.h. ISO so hoch es verkraftbar ist (mit der GFX geht 3.200-4.000) und (nahezu) Offenblende. Und trotzdem sind die Bilder noch 2-3 Blendenstufen unterbelichtet, d.h. defakto sind es Aufnahmen mit ISO 12.800-16.000 😱. Es rauscht also kräftig 😢.
Viele Bilder werden per Software gemittelt, wodurch das Rauschen raus gerechnet werden kann und die Nutzinformationen (=Sterne) schärfer werden.
Für die Milchstraße reichen 20-40 sogenannte Light-Frames („Licht“, also man sieht die Sterne).
Und zum noch besseren Entrauschen macht man direkt anschließend 5-10 Dark-Frames („Dunkelbilder“) mit aufgesetztem Objektivdeckel.
Beide mit den exakt gleichen Parametern, bei mir also bei 20[br]mm Brennweite: 13[br]sec, ISO[br]3.200-4.000, Blende 4 oder 4.5.
Nach 10-15 min ist man mit einer Serie fertig … in der Zeit hat die Erde sich schon sichtbar gedreht, die Milchstraße ist gewandert. Das regelt dann die Magie der Stacking-Software: der Himmel wird pixelgenau übereinander gelegt.
Ein letztes Problem: Wie fokussiert man im Dunklen auf Unendlich?
In die böse Falle, dass die ∞-Markierung am Objektiv je nach Temperatur nicht unendlich ist, bin ich schon bei der Landschaftsfotografie gestolpert. Gottseidank sind die Fuji-Objektive sehr gutmütig: Man dreht den Schärfering auf unendlich und dann langsam wieder so lange zurück, bis der Tiefenschärfe-Balken im Display möglichst groß wird, aber gerade noch an die Unendlich-Markierung stößt. Trotzdem sollte man ein paar Probeaufnahmen machen und nachprüfen.
[/wptab]
[wptab name=’Vorverarbeiten‘]
[metaslider id=“26384″][metaslider id=“26441″]Starry Landscape Stacker (SLS) gibt detaillierte Instruktionen, wie die RAW-Bilder aufzubereiten sind.
Ich habe einzeln getestet und weiche für die GFX 100S doch etwas ab. Da wird jede Kamera/Objektiv aber wohl anders sein … also bitte selbst testen.
Lightroom als RAW-Konverter
Die Regler für Schärfe und Entrauschen zwingend auf 0 setzen
Chromatische Aberration entfernen
Objektivkorrektur aktivieren: Deutliche bessere Resultate, weil es keine Verzerrung/Wölbung zwischen den Frames gibt und die Vignetting korrigiert ist. SLS rät dringend ab, weil Lightroom Artefakte erzeugt –> Das ist bei Lightroom 14 nicht – mehr (?) – der Fall.
Aufhellen (2-3 Blenden) und etwas Kontrast hilft beim Beurteilen, schadet nicht beim Stacking.
Ein Bild fertig bearbeiten, dann auf alle Bilder (auch die Dark Frames) die Bearbeitung kopieren.
Der größte Qualitätssprung kommt mit LR Denoise AI (Stufe 50): kein „Star Eating“, man erhält eine sauberere Ausgangsbasis für’s Stacking.
Schließlich noch als 16 bit TIFF exportieren.
Rechenzeit für 40 Bilder Denoise und TIFF-Export auf meinem MacBook Pro M3max 64GB: ca. 35 min.
[/wptab]
[wptab name=’Stacking‘]
[metaslider id=“26385″][metaslider id=“26468″]Die[br]Schritte in Starry Landscape Stacker (SLS) sind selbsterklärend und einfach:
Bilder laden und berechnen lassen. Dauert für z.B. 40 Bilder der GFX 100S ca. 35 min.
Jedes 100 Megapixel TIFF ist ca. 450 MB groß … die 64 GB RAM meines MacBooks reichen so gerade.
SLS markiert die Sterne automatisch als Red Dots:
Sie sollten gleichmäßig über den Himmel verteilt sein –> ggfs. weitere Sterne markieren
Es sollten keine im Vordergrund markiert sein –> ggfs. entfernen
Auch der Himmel wird automatisch maskiert, meistens sind kleinere Nacharbeiten erforderlich.
Align & composite geht dann recht schnell, ca. 1 min für die 100 Megapixel-Frames.
Zum Schluss … speichern nicht vergessen
[/wptab]
[wptab name=’Nachbearbeiten‘]
[metaslider id=“26386″]Es gibt hunderte Tutorials zur Milchstraßen-Bildbearbeitung mit ausgefuchste Anweisungen zu Helligkeit, Kontrast, Weißabgleich, Verläufen, Sättigung, Schärfen u.v.m. Bei jedem Schritt heißt es „depending on camera and your image“ und zum Abschluss sagen dann alle: “develop to taste“ 😂.
Meine Schritte in Lightroom sind, nach viel ausprobieren und auf meine Kamera und Aufnahmeparameter abgestimmt:
Weißabgleich und Grundhelligkeit versuche ich möglichst natürlich hinzukriegen. Manchmal entstehen durch Stacken oder Denoise Farbfehler, die man vor der weiteren Bearbeitung korrigieren sollte.
Ich mag den Himmel eher tiefblau, schwarz wäre unnatürlich, so sieht er nie aus.
Den Helligkeitsverlauf passe ich an die Aufnahme an. Wenn also von rechts noch Abendrot hinein schimmert, dann ist der Himmel rechts auch heller. Entsprechend wenn von unten Lichter der Stadt scheinen.
Dunst entfernen / Dehaze in Maßen arbeitet die Sterne schön heraus. Klarheit reduzieren verkleinert die Sterne, falls sie zu dominant sind.
Lichter/Weiß/Sättigung so einstellen, dass die Sterne gerade nicht ausfressen und vor allem ihre Farbe behalten.
Die Milchstraße maskiere ich und lasse sie „leuchten“ mit Lichter/Tiefen/Klarheit.
Der Vordergrund (falls nicht separat aufgenommen) ist eine besondere Herausforderung. Die Zeitersparnis vor Ort kostet viel Arbeit am Rechner, um Rauschen, Artefakte und Effekte wie vorbeikommende Autos oder Fußgänger mit Lampe zu entfernen.
[/wptab]
[wptab name=’Merge Vordergrund und Milchstraße‘]
[metaslider id=“26387″]Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt ☺️.
In Lightroom bearbeite ich Vordergrund und Milchstraße separat, schaue grob, dass sich eine passende Komposition ergibt.
Dann öffne ich beide Bilder als Ebenen in Photoshop, den Vordergrund als obere Ebene.
Im Vordergrund maskiere ich alles, was erhalten bleiben soll. Das ist meist viel Arbeit, für feine Details nutze ich als Wunderwaffe Auswahl Farbbereich.
Die Milchstraßen-Ebene wird passend verschoben, evtl. auch in der Größe angepasst.
In Lightroom justiere ich anschließend Farbtemperatur und Helligkeit von Vordergrund und Milchstraße. Im fertigen Bild fällt mir das leichter als getrennt in den Einzelbildern.
Und ich gelobe Besserung … und werde bei allen Aufnahmen den Vordergrund getrennt aufnehmen. Also auch bei denen, wo ich keinen anderen, sondern den Vordergrund der Aufnahme haben will.
[/wptab]
[end_wptabset]
[greyline]
Diese folgenden vier Beispiele zeigen mit Zwischenschritten, was dank Rauscharmut und 100 Megapixeln möglich ist, obwohl man mit dem GF 20-35/4 um 3-4 Blenden gegenüber einem lichtstarken Vollformat-Objektiv unterbelichten muss.
Die Andromeda-Galaxie ist natürlich Spielerei mit ungeeignetem Equipment: Blende 5,6 –> 2-3 Blenden unterbelichten trotz ISO 12.800; 200[br]mm Brennweite (umgerechnet nur 160[br]mm) –> zusätzlich noch einmal 2-3x croppen.
[metaslider title=“palma24-astro-1″]
[metaslider title=“palma24-astro-2″]
[metaslider title=“palma24-astro-3″]
[metaslider title=“palma24-astro-4″]
Milchstraße: Stack aus 23 Lights, 10 Darks 10 sec, f/4,5, ISO 4.000, 20 mm
7 Lights wegen Autoscheinwerfern unbrauchbar.
Vordergrund 1: (real] Blaue Stunde, Richtung Milchstraße 9 sec, f/13, ISO 100, 20 mm
Vordergrund 2: (kreativ 😉 Sonnenuntergang nach Westen 1/140 sec, f/9, ISO 100, 20 mm
Herausforderung: Farbtemperatur des Vordergrunds anpassen. Sorgfältige Maske in Photoshop.
Milchstraße: Stack aus 30 Lights, 10 Darks 10 sec, f/4,5, ISO 3.200, 20 mm Da es stockdunkel ist, sind alle Lights brauchbar.
Vordergrund: (nicht separat) Kein separates Bild, sondern aus dem Stack aufgehellt, die Wolken um 5 (!) Blendenstufen. Dadurch viele Artefakte, die ich per „Entfernen“ wegstempeln muss. Aber erstaunlich, was Stacken auch für den Vordergrund bringt.
Herausforderung: Beim nächsten Mal werde ich nicht so faul sein und ein Vordergrundbild mit vernünftiger Belichtung machen.
Milchstraße und Mond:
Stack aus 20 Lights, 5 Darks
10 sec, f/4,5, ISO 3.200, 24 mm
Starry Landscape Stacker schafft das Alignment von Milchstraße (bewegt sich nach rechts) und Mond (nach unten).
Vordergrund: (nicht separat) Ich habe außer den Autos alles recht dunkel gelassen, und den Wassertank wegretuschiert. Ein separates Bild klappte wegen Überstrahlung nicht.
Herausforderung: Helligkeitsunterschiede bändigen. GFX und Lightroom helfen.
Andromeda-Galaxie:
Stack aus 20 Lights, 10 Darks
6,5 sec, f/5,6, ISO 12.800 (!), 200 mm
Die Belichtung ist viel zu lang, nach NPF-Formel darf max 2[br]sec belichten, um keine Striche zu haben. Mehmet hat die Sterne am Ende zu Punkten gemacht (mit PixInsight)
Herausforderung: Wo ist die Andromeda-Galaxie? Für mich war es schon schwer genug, sie mit dem bloßen Auge zu finden. Durch den Kamerasucher sieht man gar nichts … also grob ausrichten, 6[br]sec belichten … korrigieren … nach ein paar Mal klappt es.
[greyline]
Fazit:[metaslider id=“26352″]
Mit GFX und dem GF 20-35/4 klappen Aufnahmen der Milchstraße und auch Sternspuren sehr gut – durchaus vergleichbar mit einer f/1.4-Optik beim Vollformat.
[leerzeile]
Das meiste holt man raus
– mit Geduld vor Ort: sauberer Bildaufbau, Vordergrund separat aufnehmen, viele Frames 👍 – und Spucke zuhause: KI-Entrauschen, Stacking, Bildbearbeitung 😂.
[leerzeile]
Die Fortschritte in Kameratechnik, Aufnahmetechnik und Nachbearbeitung sind beeindruckend, siehe rechts.
[leerzeile]
Die 7 Regeln aus dem dpreview-Forum bringen auf den Punkt, was man braucht: 1. Man muss es wirklich wollen 2. Ausdauer 3. Lernfähigkeit und Lernwillen 4. gute Ratgeber 5. … merken, welche wirklich gut sind 🤣 6. große Geduld und 7. … auch etwas Frustrationstoleranz.
14.9.2022 – Nxai Pan Waterhole … <klick> für Video 🙂
Die 2019er-Tour war so atemberaubend schön, dass Michael schon bei der Rückfahrt eine neue Planung begann. 2021 war Karin dann „weichgekocht“ 😻 … aber mit dem Zusatzwunsch, dass die Kayaktour noch einen Tag länger wird. Michael ließ sich überzeugen 😉
2019 hatten wir uns gegen den Besuch der Kalahari entschieden, weil es uns zu einsam für die erste Dachzelttour zu zweit war. Aber mittlerweile sind wir ja alte Hasen …
Nach der Kayaktour verbringen wir also fünf atemberaubend einsame Tage im CKGR (Central Kalahari Game Reserve) und anschließend 4 Tage im Makgadikgadi & Nxai Pan National Park. Zum Abschluss fahren wir noch einmal in das Moremi Game Reserve, diesmal mit 6 Übernachtungen.
Mitte 2021 puzzeln wir alle Bausteine zusammen und buchen Kajak, Auto und Camps, wieder über DriveBotswana.
6 Tage Kajaktour im Delta, übernachten auf einsamen Inseln. Gebucht bei Kayaktive.
18 Tage mit dem Landcruiser und Dachzelt durch Central Kalahari, Boteti River, Nxai Pan und zum Abschluss noch einmal Moremi.
Zwischendurch 2 Tage in der schönen Leopard Plains Lodge zwischen Kalahari und Pans.
Fazit:
Die Kajaktour ist natürlich wunderschön: nicht so ein Wow-Erlebnis wie beim ersten Mal, wir kennen ja schon vieles, aber wieder eine tolle Mischung aus Activity, Natur und Tieren. Vor allem die Game Walks haben uns diesmal begeistert.
Atemberaubend finden wir die Kalahari: einsame Weite, überraschend viele Tiere und gefühlt ganz allein für uns.
Am Boteti River sehen wir große Tierherden, in der Nxai Pan ist das einzige Wasserloch der Hit.
Zum Abschluss genießen wir den Moremi: ausführliche, geruhsame Game Drives, einige Abenteuer mit Wasser und Brücken.
[metaslider title=“b22-moremi-1″]Geruhsame 6 Tage genießen wir diese Vielfalt von Landschaft und Tieren, fahren nur ca. 280 km, plus 2x 100 km Anfahrt. Die vier Campgrounds haben insgesamt nur 39 Sites, dazu ca. 10 Lodges … sehr wenige Menschen also auf 4.800 km².
Auf der Karte sieht man, dass Moremi streckenmäßig der kleinste Teil der Reise ist. Aber um den beliebten Vergleich zu machen: doppelt so groß wie das Saarland. Also genug Raum für Einsamkeit – und tatsächlich, nur in den Camps und in deren direkter Nähe treffen wir überhaupt andere Autos. Voll, d.h. ein Auto pro Stunde (oder so 😉 ist es nur zwischen Xakanaxa und Khwai und rund um Khwai.
Wir finden wieder schöne Picknickplätze (siehe links), auch wieder mit einer kleinen Eli-Überraschung ;-).
[leerzeile]
Fazit:
Moremi ist wieder das traumhafte Tier- und Vogelparadies. Die Highlights diesmal: Wildhunde, große Giraffenherde, Löwen und Wattled Cranes.
6 Tage sind uns nicht zu lang, wir genießen die entspannten Game Drives und Picknicks, auf den Campsites die ruhigen Nachmittage und Bird Walks.
Wirklich empfehlenswert: Boat Trip in Xakanaxa oder Third Bridge.
Die Camps: South Gate ist gut als Startetappe, wunderschön sind Third Bridge und Xakanaxa, Khwai/North Gate ist okay, aber gefällt uns auch diesmal am wenigsten.
Zur Abwechslung findet ihr auf dieser Seite unsere Tagebuchnotizen statt einer redaktionellen Zusammenfassung. Also viel auch darüber, wie unsere Tage so ablaufen.
[metaslider title=“b22-moremi-3″]Um[br]10:30[br]Uhr[br]starten wir in Leopard Plains, nach 85 km sind wir in Maun. Tanken und Einkaufen, alles dauert lange. Wir machen Mittagspause mit Pizza & Pommes im Old Bridge. Um 14:10 Uhr geht es auf die letzten 80 km, 53 km davon Sandpiste. Diesmal ist es ziemlich okay, kein 9 m Sprung wie 2019 … wir sind mittlerweile CKGR und Nxai Pan gestählt ;-).
Nach knapp zwei Stunden sind wir am Moremi South Gate, Check-in geht schnell, wir bekommen Site 7 (mit schönem Schattenbaum) statt Site 5 ohne Schatten. Erst mal Kaffee und Kuchen und ausruhen, lesen, Vögel schauen (Drongo, Hornbill, Starling, Babbler, Papagei und eine Erstsichtung: Common Scimitarbill, der Sichelhopf – wunderschönes Blau, leider kein Foto).
Kurz vor 18 Uhr beginnen wir unser Abendprogramm – routiniert platzieren wir den Wagen auf Anhieb richtig, auch der Rest ist gut eingespielt. Heute gibt es Bratkartoffeln mit Gemüse und viel Zwiebeln.
Am Waschhaus begegnet Michael den Nachbarn von Site 6, die warnen uns:
„Attention, they steal your firewood“ … oops …
„Oh no … sooorrryyy … this was me – I thought a guest left it here for others to use. I bring it back immediately!”
Sie wollten aber auf keinen Fall etwas zurück, haben gelacht und waren froh, dass es doch keine Diebe gibt.
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19.9.: Xini Lagoons und Fahrt nach Third Bridge
[metaslider title=“b22-moremi-4″]Eine unruhige Nacht, viel zu heiß. Morgens Michael at his best: Er rutscht mit frisch eingecremten Füßen und Flipflops auf der Zeltleiter aus und schrabbt sich übel das rechte Schienbein 😢😱. Karin versorgt die Wunde, macht sich aber ziemlich Sorgen, weil sie so tief ist.
[metaslider title=“b22-moremi-4a“]Heute ist alles was spät, um 8:50 Uhr fahren wir erst los. Es wird ein langer, wunderschöner Game Drive, mit Holzbrücke (First Bridge), Wasserdurchfahrten (Umfahrung Second Bridge, die uns zu baufällig ist … „some do it, but safer is the detour“, wie man uns am South Gate sagt). Und jede Menge Sichtungen:
– Black Pools: Große Gruppe von Wild Dogs, 4 Erwachsene und 14 oder mehr Junge.
– Xini Lagoons: Siesta Tree mit Elefant 😳.
Dazu Zebras, Giraffen, Elefanten, Gnus, Impalas, Red Lechwe, Büffel, Fischadler, jede Menge Vögel und ein paar Erstsichtungen: Brown Snake Eagle, African Grey Hornbill, Black Heron, Yellow-billed Kite.
Kurz vor 16 Uhr sind wir am Third Bridge Gate, netter (und schneller) Empfang … und der Hinweis: „Over there are two lions!“ 😻👍. Wunderschön im Abendlicht liegen sie da.
Wir bekommen die Alarmtröte für Site 1-3 und sollen tröten, wenn ein Problem ist. Gilt „kein Hunters mehr im Kühlschrank“ auch als Problem ?
Kaffee und Kuchen, Mr. und Mrs. Wet T-Shirt (gegen die Hitze!), Tagebuch, Vögel bestimmen und eintragen. Und Elefantenbesuch, friedlich.
Um 17 Uhr starten wir einen Abendspaziergang über den Campground bis zur Boat Ramp. Schöne Abendsonne, eine Löwin malerisch unter einem Baum (insgesamt sollen es 5 sein … wo sind die anderen?), immer wieder Elis, viele Vögel (u.a. wieder Meyer‘s Parrots), ein paar Vervet Monkeys.
Angenehmer, nicht so heißer Wind. Zum Abschluss besichtigen wir die neue Third Bridge.
Zum Abendessen gibt es Hühnerkeule mit Reis und Curry-Gemüse 😍👍. Michaels Wunde am Schienbein tut nicht mehr weh, nur Knie beugen geht nicht, dann zieht es arg.
[newline]
20.9.: Mboma Loop und Fahrt nach Xakanaxa
[metaslider title=“b22-moremi-5″]Früh[br]stehen[br]wir[br]auf[br]und erfahren von unseren Nachbarn: Hinter dem Waschhaus, da wo die Spülbecken sind, lagen drei Löwen – der Nachbar hat gespült, ohne sie zu bemerken 😳.
Wir starten heute schon um 8 Uhr und fahren den Mboma Island Loop: African Darter, Büffel, Giraffen, Impala, Gnu, Lechwe, Zebras.
Das Highlight: Eine große Giraffenherde, wir zählen 45 (!), friedlich und nicht ängstlich, kommen ganz nah, ein ganz Junges, weniger als halb so hoch wie die anderen. Wir schauen 20 min ganz gebannt und gerührt zu. Plus 30 oder mehr Zebras, die der Giraffenherde folgen.
Auf der Weiterfahrt ein Eli-Block, eine friedlich fressende Herde mit 2 ganz Kleinen. Und Carmine Bee-Eater.
Nach 3 Std. und 30 km sind wir wieder am Third Bridge Gate. Karin konsultiert wegen Michaels Wunde 30 min die Ärzteschaft zuhause, dann geht es los.
Auf der Fourth Bridge ein kleines großes Drama: Ein Balken der Fahr„bahn” ist heraus gebrochen, man muss 3,5 Balken rechts frei lassen. Ein Mann weist die Fahrer seiner 3er Fahrzeug-Gruppe ein und macht das dann auch für Karin. Sie fährt eigentlich sauber am Loch vorbei, aber etwas schräg nach links. Michael hat sich vor dem Auto platziert und sieht, dass das linke Vorderrad sich dem Rand nähert. Michael ruft Stopp, der Mann, direkt neben Karins Fenster, sagt aber „good, go go“ … Michael ruft lauter Stopp, der Mann „go go“ … Michael sackt das Herz in die Hose, der linke Vorderreifen ist nur noch halb auf dem äußersten Balken, er schreit STOPP … und Karin hält. Endlich. Einen Meter rückwärts, etwas nach rechts lenken, passt.
Nur der linke Kotflügelschutz ist an der Reling geschrabbt, etwas lose und angebrochen. Aber der Wagen liegt nicht im Wasser 👍.
Etwas gegenseitig anschreien, eine halbe Stunde sind wir bockig … die Anspannung entlädt sich irgendwie. Überhaupt – der blöde Mann war es, mit seinem dauernden „go go“.
Paradise Pools
[metaslider title=“b22-moremi-6a“][metaslider title=“b22-moremi-6b“]Gegen[br]13[br]Uhr[br]sind[br]wir[br]im[br]Xakanaxa Campground, stellen fest, dass die Anmeldung am Xakanaxa Gate ist – da waren wir vor 3,5 km dran vorbei gefahren. Wir beschließen, zurück zu fahren, uns anzumelden und erst einmal eine Versöhnungspicknickpause in den Paradise Pools zu machen.
Die Paradise Pools sind wieder eine ganz andere Landschaft: Trockenwald, unter Wasser stehender toter Wald.
Wir sehen neben den unvermeidlichen Impalas auch Red Lechwe und Reiher, Gänse, Yellow-billed Stork, Glossy Ibis.
Auf dem Rückweg nehmen wir die Abkürzung über den Old Airstrip, auf einmal ein etwas längerer Pool, den man durchfahren muss. Aber für die Bridge- und Watercrossing-Queen kein Ding: Low 4, 2. Gang und durch. Der kurze Schwapp über die Motorhaube schockt uns nicht mehr.
Um kurz nach 16 Uhr sind wir wieder an unserer Campsite, es gibt Kaffee und den Rest Kuchen. Dann der Xakanaxa Bird Walk, wieder mit jeder Menge Vögeln: Bennett’s Woodpecker, Schwalben, Bee-Eater, Black-shouldered Kite (Erstsichtung), Southern Black Tit (Erstsichtung), Coucal, Starlings … da werden wir zuhause noch einiges bestimmen müssen.
Wir buchen an der Boat Ramp ein Bootstour für morgen, 16-18 Uhr. Der Preis ist 100€/Std. für das ganze Boot, egal wie viele mitfahren.
Auf dem Rückweg fragen wir an jeder Site, ob sie morgen noch hier sind und mit möchten. Auf den ersten Sites haben wir kein Glück (bzw. doch: Einer reist morgen ab und schenkt uns eine Flasche Rotwein :-). Aber unsere direkten Nachbarn (wir hatten uns mit der Frau schon in Third Bridge unterhalten) haben Zeit und freuen sich. Greg, Marianne und ihr Sohn Aden fahren also morgen mit.
Zum Abendessen gibt es heute mal was einfaches, schnelles: Nudeln mit Ketchup, Ei und Tomaten/Gurken-Salat.
Der Camp-Eli ist oft zu sehen und zu hören, er hat nur einen Stoßzahn und soll recht grumpy sein. Um 21 Uhr sind alle anderen schon „drinnen“, wir gehen noch zum Waschhaus und sind um 21:25 Uhr in der Falle.
Das Wetter war heute viel besser als gestern, zwar genauso viel Sonne, aber kein heißer Föhn als Wind, sondern ein frischer, kühlender Wind. Abends haben wir uns lange Hosen und Hoodie angezogen. Und hier gibt es zum ersten Mal seit der Kayaktour Mücken, NoBite hilft aber sofort.
„Geruhsamer[br]Tag“[br]ist[br]der[br]heutige[br]Programmpunkt. 6:30 Uhr Aufstehen, gemütliches Frühstück. Bereits jetzt schon jede Menge Vögel, schöner Bird Walk. Carmine Bee-Eaters, viele Versuche, bis Michael einen im Flug erwischt, und zwei Erstsichtungen: African Green Pigeon und Black-headed Oriole, und viele kleine, die wir erst zuhause bestimmen können.
Xakanaxa, Gamedrive Jesses & Sitshi Pool
Um 10:15 Uhr beginnen wir den Game Drive, an den Lodges vorbei zum wunderschönen Jesses Pool. Am Anfang sehr tiefer Betonschlamm, wir setzen einmal auf und brechen hinten links den Jacking Point ab. Danach wird die Piste besser. Wir sehen Pied Kingfisher, Waterbuck, Kites, Lesser Swamp Warbler (Erstsichtung) und ein im flachen Wasser grasendes Hippo. Jede Menge Safari-Autos von den drei Lodges hier. (Okay – Karin meint, es sind nur 2-3 gewesen. 😉 Wie im Forum zu lesen ist: keiner von denen macht auch nur Anstalten, den Weg frei zu machen, wir müssen jedes Mal mühsam ins Gebüsch fahren und rückwärts wieder raus. (Ein interessantes Experiment wäre, auch einmal stur auf dem Weg zu bleiben, bis man Schnauze an Schnauze voreinander steht 😂.)
Weiter geht es zum Sitshi Pool. Weite Wasserfläche mit Reihern, Lechwe und dem einen oder anderen Raubvogel. Noch ein bisschen Feuerholz sammeln, kurzer WLAN-Versuch am Gate (vergeblich), kurz vor eins sind wir wieder an unserer Site.
[metaslider title=“b22-moremi-8″]Schnelles Mittagsgericht (Reis mit angebratenen Zwiebeln, Curry und etwas – scharfe – Chakalaka-Sauce, geht schnell auf dem Gaskocher). Lesen, Tagebuch, Vögel bestimmen und dann im Baum nebenan einen Southern Masked Weaver (Erstsichtung, detektivisch vom Village Weaver unterschieden ;-).
Michaels Schienbein-Wunde sieht aus wie gestern, noch offen, aber nicht geschwollen oder entzündet. Die Frage: offen lassen (heilt besser, aber Michael ist ja so schusselig, dass er sich daran stoßen wird), oder Pflaster mit Betaisodona (heilt nicht, aber entzündet sich auch nicht). Wir entscheiden uns für den Mittelweg: 45 min Luft, dann Pflaster mit Betaisodona. Morgen noch mal schauen. Später empfiehlt die Nachbarin Mullbinde, damit Luft dran kommt. So machen wir es.
Karin bereitet Brotteig zu, die ersten Schritte (Kneten, Gehen, Kneten, Gehen) klappen gut … spannend, wie das Experiment ausgehen wird.
Der Boat Trip (2 ¼ Std, 21 km) ist traumhaft. Eine ganz andere Landschaft als die Lagunen, die man von Land sieht, auch ganz anders als im Okavangodelta. Recht breite Kanäle, von hohem Rietgras gesäumt, dann die große Xakanaxa Lagoon, immer wieder Water Lilly Felder und kurzes Wassergras. In der Ferne Bäume, teils einzeln, teils als Ufersaum von Inseln. Nachbar Greg meint, dass wir an Mboma Island vorbei fahren; dort war gestern morgen unser wunderschöner Game Drive.
Klick ins Bild für VideoKlick ins Bild für Video
Wir[br]sehen[br]nicht[br]viele, aber eindrucksvolle Tiere: ein schwimmender Water Monitor, ein alter Elefanten mit großen Stoßzähnen, der fast bis zur Schulter im Wasser steht und frisst, ein Baby-Krokodil, viele African Jacana, die über die Water Lillies stolzieren. Außerdem Coucal (welcher?), Pied Kingfisher, Hadeda Ibis, African Stonechat (Erstsichtung) und als Höhepunkt Malachite Kingfisher. Den hatte Michael sich schon lange gewünscht, aber die einzige Sichtung (2019 in der Xaro Lodge) war so kurz, dass nur Karin ihn gesehen hat.
Um 18:30 Uhr sind wir wieder „zuhause“ auf XA5 und beginnen das Abendprogramm. Heute gibt es Nudeln mit Ketchup und Linsen-Burger und natürlich …
… Brot: Es ist innen ziemlich gut, eventuell fehlt ein bisschen Salz, aber ganz lecker. Nur außen etwas verbrannt … um ehrlich zu sein: es ist oben, unten, außen jeweils 1 cm schwarz. Also 10% Ausbeute sozusagen 🤣.
Gegen 21 Uhr waren Elefanten sehr nah bei den Nachbarn. Und ein Honey Badger und ein Stachelschwein auf unserer Site. Um 21:20 Uhr sind wir im Zelt.
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22.9. Fahrt nach Khwai
Elefantenschreck nach dem Frühstück: Wir flüchten ins Auto, er beschnüffelt die offenen Klappen, wirft die Leiter (aus Versehen?) um und trollt sich dann. Nicht so beruhigend ist, dass er vorher und nachher sich mit seinem Kumpel rauft. Und noch beunruhigender, dass es der mit dem einen Stoßzahn ist, der in der Vorwoche drei Autos demoliert hat. Aber heute ist er ganz gelassen – bzw. wir sind ruhig, was vielleicht auch zur Entspannung beiträgt.
[metaslider title=“b22-moremi-9″]Abfahrt um 8:45 Uhr, Richtung Hippo Pool und North Gate. Auf dem letzten Stück vor dem Hippo Pool ist viel Wasser, durch zwei Pools müssen wir durch, ein tiefer Abschnitt wird weiträumig umfahren. Die Uferstrecke, die wir 2019 gefahren waren, ist überflutet.
Wir bleiben ca. eine halte Stunde auf der Aussichtsplattform, sehen natürlich Hippos … aber dann hören wir die „quietschende Kinderschaukel“, den Tropical Boubou, ganz nah, weil wir hier oben auf gleicher Höhe sind. Uns packt der Ehrgeiz … und tatsächlich, wir entdecken ihn und es gelingt sogar ein gutes Foto 🙂.
Dann[br]versuchen[br]wir,[br]entlang des Khwai River bis zum North Gate zu fahren. Viele Wege direkt am Fluss gehen gar nicht, manche sind sehr matschig, einige Male fahren wir durchs Wasser, einige Male fahren wir einen Umweg. Ab und zu müssen wir umkehren. So zockeln wir bis ca. 14 Uhr an den Lagunen (Kgoko Plain, Sexugo Plain) oder am Khwai entlang, sehen Impala, Kudu, Red Lechwe, Büffel, Elefanten, Giraffen, Zebras, Waterbuck, Hippos, Bateleur und 14 Wattled Cranes.
Dann eine kleine Baumgruppe mit viel Schatten, mit Blick auf eine kleine Lagune. Ein wunderbarer Picknickplatz. Red Lechwe, Sacred Ibis, Open Bill Stork, White-breasted Cormorant, Pied Kingfisher, Spur-winged Goose, African Jacana, Lapwings, Gnu, in der Ferne ein paar Hippos … alles friedlich wie im Paradies. Wir essen die Reste von gestern (Nudeln mit Linsen-Burger), zum Nachtisch Schokolade.
Kurz vor 15 Uhr, nach einer Stunde Entspannung, begeben wir uns auf die restlichen 8 km, an der Khwai Plain entlang. Große Elefanten-Herde beim Baden, die schmeißen sich komplett auf die Seite und wälzen sich im Wasser bzw. Schlamm.
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[envira-gallery slug=“botswana-2022-khwai-river“]
[metaslider title=“b22-moremi-10″]Am North Gate werden wir ausgiebig gewarnt vor Baboons und Hyänen, die die Sites heimsuchen und wegschleifen, was Futter sein könnte. Außerdem die üblichen Elefanten, auch Hippos kommen ins Camp. Wir sollen immer alles wegpacken, nur Tisch und Stühle dürfen draußen sein. Unsere gebuchte Campsite 3 ist ohne Schatten, die Mitarbeiterin empfiehlt uns Campsite 6 mit viel Schatten. Wir dürfen es uns aussuchen und entscheiden uns für Site 6. Site 3 liegt zwar viel schöner am Fluss, aber ohne Schatten und es sitzt bereits ein großer Baboon dort. Kaffee, Kekse, Lesen, Verband wechseln, duschen. Kurz nach 17 Uhr gehen wir zum Fluss, ein bisschen stromauf, sehen einige Vögel, u.a. Pied Kingfisher, Black Crake, Currichane Thrush, und Gnus und Elefanten.
Impala-Balett
Feuer, Zelt, zur Feier des Tages ein frisches T-Shirt. Zum Essen gibt es heute „all in“, d.h. alles, was wir an Gemüse noch haben: Reis mit Paprika, Zwiebeln, Kartoffeln, Kürbis, Tomaten aus der Dose, Cajun-Gewürze. Sehr lecker. Michael ist überrascht, wie oft Enten an der Site sind … aber es ist der Zeituhr-Ton von Karins iPhone 😂.
Morgen, am letzten Camping-Tag, wird es Reis mit Pfeffersauce aus der Tüte und die beiden letzten Eier geben. Außerdem haben wir noch Chips, Salzbrezel und Kekse. Und Bier, Cider, Wein und Amarula 🍷 !
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23.9.: Game Drive, Ausspannen am letzten Tag
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Heute ein früher Morning Drive, nur mit Wasser und Keksen bewaffnet geht es um 6:22 Uhr los. Es ist schon gut, dass sich das Zelt so einfach und schnell zusammenklappen lässt.
Die ersten 45 min, östlich vom Gate, südlich vom River, sind schlimm: Extrem rumpelig ist der Betonschlamm, manche Passagen gehen nur schleichend, oft weniger als Schrittgeschwindigkeit. Nachher wird es besser, dafür kommen einige Wasserdurchfahrten, manche easy-peasy, aber bei zweien schwappt das Wasser über die Motorhaube, einmal recht heftig und es dampft etwas. Aber alles problemlos, keinmal das Gefühl, dass es kritisch ist.
Wir sehen eine große Büffelherde mit einigen kleinen Kälbern, Hippos mit Krokodil, jede Menge Red Lechwe und Impalas, Zebras. Viele schöne Vögel: Yellow-billed Stork, Great White Pelican und Pink-backed Pelican, Purple Heron, Egrets, Comb alias Knob-billed Duck (aber die Weibchen ohne Knob), jede Menge Doves, erstmals auch die Namaqua Dove. Zum Abschluss fahren wir noch einmal durch die Khwai Plain, westlich vom Gate, und machen vor allem Landschaftsfotos.
Frühstück,[br]chillen, lesen. Ein paar Kleidungsstücke waschen, Rasieren, T-Shirt immer mal nass machen, Vögel füttern, unbekannter Vogel im Baum (-> Green-backed Camaroptera ?!), Baumhörnchen.
Um 15 Uhr starten wir einen kleinen Rundgang, dabei schrecken wir 2 Hippos auf, die 10 m entfernt im Wasser liegen … Schreck für uns, wir flüchten uns in den Wald. Es ist viel zu heiß, wir kehren um und setzen uns lieber in den Schatten und machen uns einen Kaffee.
Zum Sonnenuntergang noch ein kleiner Walk, 45 min am River entlang. Baboon-Herde, zwei Elefanten in der Ferne (okay, einer war näher), Papageien, Kingfisher u.v.m.
Der Wind spielt uns heute Streiche, 3x rangieren wir, um nicht im Rauch zu sitzen.
[metaslider title=“b22-nxai-2″][metaslider title=“b22-nxai-3″]Die[br]Zufahrt[br]zur Nxai Pan ist eine üble Mischung aus Waschbrett und Tiefsand, alle warnen vor dieser 1-1,5 Std. Fahrt. Der Ranger am Gate wünscht uns „good luck with this African massage“ 🤣. Egal – wir halten uns fest und die Ohren zu und brettern die 36 km in 50 min durch.
Im South Camp fühlen wir uns wohl, die Site #1 liegt ganz außen, aber nicht weit vom Waschhaus, das wie Fort-Knox gegen die Elefanten befestigt ist. Bevor es diese Sicherung gab, haben die Elefanten regelmäßig die Wasserleitungen zerstört. So treibt sich heute nur der „Camp Host“ am Wasserturm (kleines Leck, also Wasser 😉 und auf den Sites herum: ein riesiger Elefant, aber sehr friedlich. Wir halten bei unsere Spaziergängen aber trotzdem gehörigen Abstand.
Morgens und am späten Nachmittag fahren wir zum Waterhole und schauen jeweils ein paar Stunden Safari-Kino. Spannend, wie innerhalb von 5-10 min die Szenerie wechselt, aus dem Nichts große Herden auftauchen, dann denkt man „das war’s, nichts mehr los“ und in dem Moment kommen Hunderte Quilea oder Guineafowls. Morgens sollen immer Löwen da sein, wir verpassen sie aber. Die Elefanten am Nachmittag verpasst man nicht, sie sind pünktlich und nicht zu übersehen.
Die im Führer beschriebenen Game Drives (um die Nxai Pan und der Baobab Loop) sind interessant, weil man die Weite und einige kleinere Tiere sieht, wie Laufvögel, Hasen, Eidechsen und auch Bat Eared Foxes. Spektakulär ist es aber wohl in der Regenzeit, wenn man die Migration von tausenden Tieren sieht.
Fazit:
Eine sehr anstrengende An- und Abfahrt, für einen Tag würden wir das nicht machen.
Das Waterhole und die weiten Pans sind auch in der Trockenzeit ein Erlebnis.
Baines Baobab mit den schneeweißen Salzflächen ist schön. Ein besonderes Erlebnis muss die Morgen- und Abenddämmerung sein, wenn man in einer der 3 Sites dort übernachtet.
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Action in der Nxai Pan – klick ins Bild 😉
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[metaslider title=“b22-nxai-4c“]
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Kunst in der Nxai Pan 😉
[metaslider title=“b22-nxai-5″][metaslider title=“b22-nxai-6″]Spitze[br]sind natürlich die Elefanten, die erst fachgerecht eine feine Matschepampe zubereiten, dann sich mit akrobatische Rüsselschwüngen einspritzen und schließlich auch noch Gesicht und Ohren sorgfältig eincremen, manchmal sogar gegenseitig. So ist die Haut für die nächsten 24 Stunden gegen Ungeziefer und Sonne geschützt.
Ich möchte künstlerisch mithalten und versuche zwei fotografische Experimente.
Für Milchstraßenbilder ist wieder kein Neumond in unserer Reisezeit, große Enttäuschung zunächst. Aber in der Kalahari bemerke ich, dass der Mond jeden Tag eine Stunde später aufgeht. In Khumaga ist dann die erste Abendstunde stockdunkel, in Nxai Pan bereits 3-4 Stunden. So suche ich im South Camp bereits am Nachmittag mit dem AR-Mode von PhotoPills eine Kameraposition, nah am Feuer und bei der die Milchstraße gut durch die Bäume zu sehen ist. Natürlich geht der Plan nicht auf und wir ziehen das Stativ im Dunklen noch ein bisschen um. Vor allem der Feuerschein erfordert einiges an Justage, denn vom Feuer wegzugehen traue ich mich natürlich nicht – die Wildkamera hatte nachts ein paar Schakale aufgenommen, außerdem gibt es ja auch Hyänen und Löwen. Ich nehme die X-T3 mit dem 16mm/1.4 Objektiv und belichte f/1.8, 13 sec, ISO 1600, mit Schwarzbild.
ICM (Intentional Camera Movement) ist eine Kunstform, bei der man die Kamera bei Einfach- oder Mehrfachbelichtungen bewegt. Aus der Hand erfordert dies viel Übung, ich starte erst einmal mit der kontrollierten Form auf dem Stativ:
Man braucht ein Objektiv mit Stativschelle,
eine Kamera, die Mehrfachbelichtung von mindestens 4, besser 8 Bildern erlaubt,
und dreht bei jeder Belichtung das Objektiv in der Objektivschelle weiter.
Es entstehen surreale Wimmelbilder, mit interessanter geometrischer Struktur.
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Baines Baobab
Rückfahrt von Baines Baobab, Steenbok
[metaslider title=“b22-nxai-7″]Wir[br]haben eigentlich keine Lust, der 36 km langen Rüttelpiste auf dem Rückweg noch 30 km Umweg hinzu zu fügen. Aber wenn man schon mal hier ist …
Der Umweg ist nicht gar so schlimm und die Aussicht auf die Baobabs und vor allem die weißen Salzflächen wunderschön.
Auf dem Rückweg dann wieder großes Sichtungsglück: Ca. 50 m entfernt geht neben uns eine Löwin seelenruhig parallel zum Weg, sie würdigt uns keines Blickes, wir sind (und bleiben) Luft für sie. Wir stoppen das Auto, weil die Löwin unsere Piste kreuzen wird. Ein kleine Pause im Schatten, dann überquert sie die Piste und verschwindet im Gebüsch. Karin quiekt einmal laut … und siehe da, zum ersten Mal schaut die Löwin nach uns.
[metaslider title=“b22-boteti-2″]Der Nationalpark umfasst die größten Salzpfannen der Welt, insgesamt 16.000 km² … aber die sind uns im Sommer zu heiß und zu viel zu fahren. Unser Ziel ist der Boteti River, der die westliche Grenze des Parks bildet. Jetzt in der Trockenzeit kommen alle Tiere am späten Vormittag in Herden zum Boteti, in der Abenddämmerung sind Elefanten und Giraffen die letzten, die wieder abziehen.
[metaslider title=“b22-boteti-3″]Die Zufahrt ist bei jedem Wasserstand abenteuerlich: entweder geht es mit einer winzigen Fähre über den Fluss oder in der Trockenzeit mit dem Auto durch den Fluss. Die Straßen im Park sind tiefsandig, man kommt nur mühsam und langsam voran. Besonders aufregend ist, nach dem Game Drive am Fluss mit Anlauf den steilen Hang wieder hoch zu kommen. Manchmal brauchen wir zwei oder drei Anläufe – aber den Profis in den Lodge-Fahrzeugen geht es auch nicht anders.
Zwei geruhsame Tage verbringen wir im Khumaga Camp: nette Mitarbeiter, 10 geräumige Sites, zwei saubere Waschhäuser, Wildlife (viele Vögel, Elefanten, kleine lästige Vervet Affen, Antilopen) – wir chillen, lesen, machen zwei Game Drives am Tag und ein paar kleine Birding Walks und genießen die Muße.
Eigentlich war für die zweite Nacht die einsame Wildnis-Campsite Tree Island gebucht, 56 km Richtung Pans. Wir brechen auch auf – aber nach 5 km wird die Piste so schlecht (Tiefsand, ein bisschen zugewachsen, lange nicht mehr befahren), dass wir keine Lust haben, 2x 3 Std. uns durchrütteln zu lassen. Wir kehren um und verlängern in Khumaga.
Die Game Drives führen zunächst oben auf der Steilküste entlang, ab und zu kann man einen kleinen Schlenker zu einem Aussichtspunkt machen. Nach ca. 5 km kommen diverse steile Abfahrten runter zum Fluss – kostet zu Beginn etwas Mut, vor allem, weil man weiß, dass man auch wieder hoch muss 😳.
Wir sehen große Herden von Gnus, Zebras, Impalas, viele Elefanten und Giraffen, und jede Menge Vögel. Erstaunlich viele Geier (es gibt wohl oft was ;-), Reiher, Störche und besonders schön: das Ballet der fischenden Pelikane. Mit der neuen X-H2S mit ihrem Instant-Video-Button und der integrierten Bildstabilisierung schaffe ich es auch als Laie, halbwegs gute Videos aufzunehmen.
Fazit:
Auch in der Trockenzeit große Tierherden und eine große Vogelvielfalt.
Schöne Game Drives, aber mühselige Pisten.
Der Khumaga Campground gefällt uns ausgezeichnet.
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Game Drives am Boteti River:
[envira-gallery slug=“botswana-2022-game-drives-im-makgadikgadi-national-park“]
7.9.: Übernahme des Wagens, Großeinkauf, 270 km Fahren
[metaslider title=“b22-auto-1″]Heute[br]wird[br]ein[br]langer Tag: Wagenübernahme, Großeinkauf und dann die längste Fahrtstrecke der Reise. Warum am ersten Tag so lang? Wegen einer Buchungspanne beim Nationalpark-Service sind 4 Wochen vor der Reise zwei der gebuchten Campsites (Sunday Pan) im CKGR weg. Wir müssen nehmen, was noch da ist, und den ersten Teil der Tour in umgekehrter Richtung fahren … und sind im Endeffekt überglücklich, weil wir dadurch anders als geplant den einsameren Westteil des CKGR besuchen.
8.9.2022 – CKGR, Passarge Campsite 3
Deshalb[br]übernehmen[br]wir schon um 6 Uhr unseren Landcruiser. Es ist ein fast neues Fahrzeug, diesmal ein Benziner mit mehr Drehmoment als der Diesel vor 3 Jahren, aber er schluckt 23 l statt 15 l / 100 km. Aber der „Wumms“ ist toll, keine Probleme in Sand oder Wasser. Nie haben wir ein unsicheres Gefühl. 🙂
Die Ausstattung von Travel Adventures Botswana ist wieder super: 1a Reifen, Sitze, Küchenausstattung, Tisch und Stühle, Stauraum, Kühlschrank. Nur der Wassertank ist am ersten Tag schon leck. Wir haben aber genug Trinkwasser dabei – Michael geht ja immer auf mehr als Nummer sicher ;-). Von den 8 Reservekanistern brauchen wir im CKGR vier, von den 2 Ersatzreifen einen in Leopard Plains.
Mit dem Dachzelt sind wir zunächst nicht zufrieden: Der Klappmechanismus ist zwar super, aber das Zelt ist niedriger (Michael stößt sich immer mal den Kopf 🤣) und vor allem müssen wir mit den Füßen über’s Kopfende einsteigen. Aber wir gewöhnen uns dran und am Ende ist das schnelle Auf-/Abbauen es wert.
Brücken und Wasserquerungen: Vor allen vor den Wasserdurchfahrten hatten wir einige Sorge. Es ist schon unheimlich, wenn das Wasser über die Haube schwappt. Wir sind entweder vorher durchgewatet oder haben andere Fahrer gefragt. Die Brücken kennen wir ja schon – aber das Loch in der Fahrbahn der Forth Bridge ist doch ein Abenteuer, das uns eine Kotflügeldelle einbringt, weil wir am Brückengeländer entlang schrabben.
Das fünftgrößte Naturreservat der Welt ist 58.000 km² (doppelt so groß wie NRW), ist einsam und hat nur 45 Campsites . Wir sehen 0 bis 10 Autos pro Tag. In der Trockenzeit gibt es Wasser nur an den wenigen künstlichen Wasserlöchern, die angelegt wurden, nachdem für die Tiere die Wanderungen zum Delta und zum Boteti durch Viehzäune versperrt wurden. Umso erstaunlicher ist die Menge und Vielfalt der Tiere: große Springbok-Herden, unter fast jedem Baum Oryxe, viele Kleintiere und jede Menge Vögel, auch sehr viele Raubvögel. Nur Raubtiere sehen wir nicht, dabei ist das CKGR doch für seine Löwen und Leoparden berühmt.
Die Pisten sind in der Trockenzeit gut fahrbar: entweder trockene, glatte Schlammpisten oder nicht so tiefer Sand. An den großen, jetzt brettharten Schlammlöchern sieht man aber, warum in der Regenzeit mindestens zwei Wagen zusammen unterwegs sein müssen.
[metaslider title=“b22-ckgr-0″]Die Campsites liegen viele Kilometer voneinander entfernt, eine pro 1.250 Quadratkilometer! Manche haben Plumpsklos (ansonsten: Spaten 😳) und eine Feuerstelle. Wir haben Verpflegung und Benzin für 11 Tage, Wasser für 6 Tage mit – nach 5 Tagen können wir in Rakops auf jeden Fall Wasser bekommen, aber der Supermarkt soll nur wenig Lebensmittel haben (Reis, Papp und so was), die Tankstelle hat oft keinen Treibstoff mehr. Also gehen wir auf Nummer sicher.
Die Anfahrt ist lang, aber einfach: 190 km über die Teerstraße nach Süden, dann links ab auf die 70 km Sandpiste bis zum Tsau Gate, dem Eingang des CKGR. Weiter nach rechts, 15 km bis zum Waterhole, dann rechts und noch 5 km bis zur ersten Campsite Motopi #1. Ich glaube wirklich, das hätten wir auch ohne GPS-Karte gefunden. Die drei nächsten Campsites (Passarge #3, Letiahau, Kori #1) sind jeweils 60-100 km von einander entfernt, d.h. eine gemütliche Tagesreise. Man kommt mit 25-35 km/h voran, hat also auch Zeit für Pausen, Fotos, Tiersichtungen. Wir planen die Entfernungen so, dass wir am frühen Nachmittag ankommen – wir mögen die Muße: sich in Ruhe einrichten, chillen, Vögel schauen, ein kleiner Spaziergang.
Fazit:
Die Einsamkeit und majestätische Weite ist atemberaubend, ebenso faszinierend wie die vielfältige und überraschend zahlreiche Tierwelt.
Die Campsites sind ein Abenteuer für sich: einsam gelegen, keine oder minimale Ausstattung. Wildnis, wie wir Europäer sie nicht kennen.
Ein große Freude sind die vielen Vögel, die in der Trockenzeit natürlich in den Camps schauen, was es so gibt.
Abenteuer … wir sind glücklich … wir lieben das 😍.
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Unterwegs in der Kalahari: Hier ein kleiner Eindruck vom Autofahren und Camping-Leben. Bei „klick“ ist ein Video hinterlegt.
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Das Highlight: Motopi Waterhole Eine solche Menge an Tieren, Vögeln und „Action“ haben wir nicht erwartet. Stundenlang schauen wir staunend zu.
Tierwelt: Recht viele große Säugetiere sehen wir, sogar eine Giraffenherde, die hier sehr selten ist. Dazu lustige Laufvögel und viele Raubvogelarten. Die Singvögel habt ihr ja schon weiter oben gesehen.
Spiegellose Systemkameras wurden erstmals 2008 vorgestellt (Micro Four Thirds). Ich habe sie mir immer mal angeschaut, aber Bildqualität, Autofokus und vor allem der Sucher waren lange Zeit deutlich schlechter als bei digitalen Spiegelreflexkameras.
Besonders der Sucher störte mich: Flimmern, Aussetzer, Rauschen und – am schlimmsten – das zeitverzögerte Bild beim Schwenken. Mir wurde dabei sogar schwindelig.
2012 kam Fujifilm mit der X-Serie auf den Markt. Ein Kollege wechselte von Canon APS-C auf die Fuji X-E1 und war begeistert. Bildqualität und die Objektive fand auch ich sehr überzeugend, aber Autofokus und vor allem der elektronische Sucher waren mir noch zu schlecht. Aber ein deutlicher Fortschritt und es war absehbar, dass in wenigen Jahren die spiegellosen System vorne liegen werden. Auch bei Kameras begann sich digital gegen analog durchzusetzen! Angetan war ich vom Gewicht und der Kompaktheit … aber lange Zeit blieben Spiegelreflexkameras deutlich besser.
2016 ist für mich die Fuji X-T2 auf dem gleichen Level wie Canon 5D III und ich wechsle komplett auf Fuji. Ich bin zufrieden.
2022 erscheint mit der Fuji X-H2S die (bis dahin) mit Abstand schnellste Fuji-Kamera, nach den Firmware-Updates 2023 erreicht der Autofokus nicht ganz die Liga von Sony, aber ist recht gut. Leider sind diese schnellen Kameras durch ihren stacked Sensor nicht gut geeignet für Langzeitbelichtungen. Darum stand ich vor der Wahl: Schneller Autofokus ja/nein? Und wenn ja, weiter Landschaft/Langzeitbelichtungen? Die Antwort war zu erwarten: beides!
Also eine zweite Kamera für Langzeitbelichtungen, dann auch mit mehr als 26 Megapixel. Ich dachte mir … wenn schon denn schon … und so wird es die Mittelformat-Kamera Fuji GFX 100S.
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[wptab name=’2022: Fuji GFX-100S‘][newline]
Fuji GFX 100S (2022-)
Fuji GFX 100S mit GF 35-70
Die Kernfrage war, ob ich soviel Geld ausgeben möchte. Leichter gemacht wurde es mir durch Fujis Cashback-Aktion Ende 2022, einen schönen Discount meines Fotohändlers (dem ich seit Beginn des Hobbies 2005 treu geblieben bin) und die guten Wiederverkaufspreise der Fuji-XF-Objektive (ca. 60-70% vom Neuwert).
Nur kurz überlegen musste ich, ob es die 50 Megapixel GFX 50S II oder die 100 Megapixel GFX 100S wird. Auflösung. Dynamikumfang, Autofokus und Rauschen sind bei der GFX 100S sehr viel besser, siehe den m.E. objektivsten Review bei dpreview. Außerdem ist der Abstand in der Bildqualität der GFX 50S II zu den neuen 40 Megapixel Kameras X-T5 und X-H2 zu klein, um die Nachteile (siehe unten) aufzuwiegen.
Zur Sicherheit noch der Check, ob Speicher- und Rechenbedarf für die deutlich größeren RAW-Dateien ein Problem sind:
60 MB (statt 20) pro Bild sind schon ein Wort, aber hier baue ich auf die stetig sinkenden SSD-Preise.
Die Geschwindigkeit bei Speichern, Lesen und Bildbearbeitung ist mit dem Apple M1max mit 64 GB Hauptspeicher kein Problem, alles geht flüssig und ohne Wartezeiten. Als Härtetest habe ich ein Panorama aus 20 RAW-Bildern in Lightroom und Photoshop zusammengesetzt. Dauert, aber mit 1-3 min kein Problem. Mit den kleineren 20 MB RAWs der X-T3 dauert es weniger, aber auch knapp 1-2 min.
18.11.2022 – Taormina, Sonnenuntergang über Naxos
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Vor- und Nachteile
In einem Satz: Überragende Bildqualität 😍, aber teuer, langsam und schwer 😱.
Meine persönliche Wertung im einzelnen:
++ Fuji GF Objektive sind mit das beste, was man kriegen kann.
++ Dynamikumfang: 12,5 EV 👍, damit in einer Liga mit Phase One, Hasselblad und dem Sony Topmodell.
++ Die Farben der GFX … wunderschön, das sagen „alle“ und ich finde es auch!
++ Tonwertumfang: Das ist der große Vorteil des großen 100 Megapixel-Sensors. Die Files lassen sich extrem bearbeiten.
+3 EV Tiefen geht meist, ohne dass Rauschen überhand nimmt. Bei Farben ebenfalls sehr viel mehr Reserve, ehe Farbabrisse kommen.
++ Sehr rauscharm bei hohen ISO: 1,5-2 Blendenstufen besser als X-T3, X-T5, X-H2S.
++ IBIS: Mehr als hilfreich, um so viele Megapixel ruhig zu halten.
+ Langzeitbelichtungen: Keinerlei Rauschen oder Hotpixel bei ISO 100. Siehe diesen Review, mit schönen Beispielbildern.
+ Sehr präziser Autofokus, bis -5.5 EV. (Zum Vergleich: X-H2S -7, Canon R5 -6, Sony a7v nur -4)
(+) Auflösung: Ja, man kann saaagenhaft reinzoomen … aber die 100 Megapixel braucht man defakto sehr selten.
(+) Bedienung (PSAM), Akku, Ladegeräte sind identisch mit der X-H2S.
o Der langsame Autofokus ist mir egal, weil ich für Tiere die X-H2S habe.
o Gewicht: siehe unten
o Bildgröße: damit kommt mein MacBook M1max problemlos zurecht.
– Die Vierwege-Wippe fehlt 😳. Echt doof, Platz wäre genug.
— Preis. Etwas gemildert durch Cashback, Discount und den Verkauf der meisten XF Objektive und der X-T3.
? Deutlich weniger Schärfentiefe als bei APS-C. Wie werde ich damit zurecht kommen?
Muss ich zum Focus Bracketing greifen? Oder ist auch f/11-f/16 okay, wofür hier plädiert wird?
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Vergleich Größe und Gewicht
Landschaftsaufnahmen mache ich zwar meist vom Stativ, aber auf Spaziergängen, beim Sightseeing oder auf kleinen Wanderungen möchte ich die Kamera doch immer mal mitnehmen. Auf camerasize.com kann man sich Größen- und Gewichtsvergleiche konfigurieren: GFX 100S mit den drei Zooms im Vergleich zu Fuji X-T3 und Fuji-X-H2S, zu meiner damaligen (und mir zu schweren) Canon 5D III und zur spiegellosen Canon EOS R5 (Vollformat-Alternative).
[metaslider title=“fot-gf-1″]Die GFX 100S ist mit ihren 900 g alleine schon 240 g schwerer als die X-H2S … mal schauen, welches Gesamtgewicht sich mit den Objektiven ergibt:
Standard-Zoom: Das 390 g leichte GF 35-70 ist so klein und handlich, dass ingesamt nur 1290 g zusammenkommen, also 300 g mehr als die X-H2S mit dem 18-55 Kit-Zoom. Wenn man das von der Qualität vergleichbare, aber deutlich schwerere XF 16-55/2.8 nimmt, ist die GFX-Kombi sogar 35 g leichter. Und im Vergleich zu Canon-Vollformat 300-500 g leichter.
Also ein klares „Go“ für die Wander- und Städte-Kombi. 👍
Tele-Zoom: Das GF 100-200 ist überraschend kompakt, nur genauso groß und schwer wie das XF 50-140. Mit Kamera ergeben sich 1950 g vs. 1650 g. Die 2 kg sind schon ein Wermutstropfen … aber mit dem Peak Design Slide Lite kann ich dies gut tragen, wie sich mittlerweile auf mehreren Touren in Zoos und Wanderungen erwiesen hat.
Ultraweitwinkel: Hier sorgt das schwere GF 20-35 für insgesamt 1600 g, nur ein bisschen weniger als die 1750 g bei der 5D III und deutlich mehr als die nur 1000 g der X-T3/X-H2S mit dem XF 10-24. Aber diese Kombination setze ich praktisch nur auf dem Stativ ein, also mehr ein Rucksack- als ein Wanderproblem.
In den Fotorucksack für den Workshop kommen damit 3 kg statt knapp 2.5 kg. Diese 500g bei insgesamt 11 kg (MacBook, Filter, Akkus, Adapter, Ladegerät etc.) schrecken mich nicht.
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Rauschen, Hotpixel
Bei Base-ISO 100 gibt es praktisch kein Rauschen, auch nicht bei Langzeitbelichtungen. Bis 8 min habe ich getestet. Hotpixel gibt es nur vereinzelt.
Ab ISO 1600 wird Rauschen sichtbar, bis ISO 6400 sehe ich kein Problem für Ausbelichtungen bis 60 cm, für iPhone, iPad und Web sowieso nicht. Hotpixel gibt es einige (sehr) wenige – die paar kann man schnell wegstempeln.
ISO 12.800 ist für Web oder iPhone/iPad auch noch okay. Fazit: 2-2,5 Blenden besser als bei den Fuji APS-C Kameras.
Bei Langzeitbelichtungen größer als Base ISO wird Rauschen ab 240 sec sichtbar, aber viel weniger als bei der X-T3 oder X-H2S.
Ein Schwarzbildabzug (NR an) ist nicht erforderlich und hilft auch nicht: Die wenigen Hotpixel werden zwar entfernt, aber das Rauschen verstärkt. Siehe hier die Erklärung im MF-Forum, dass hierdurch das Rauschen um 41% zunimmt.
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Mein üblicher Test (1, 4, 15, 60, 240 sec, bei ISO 100 und 1600, mit/ohne Schwarzbild, mit Objektivdeckel, IBIS aus, mechanischer Verschluss, RAW, also insgesamt 5x2x2 = 20 Bilder, entwickelt in Lightroom mit +2 EV als einziger Einstellung, Ansicht 100%) ergibt folgende Ergebnisse.
Belichtungen <= 60 sec zeige ich nicht, da ist (fast) nix. Damit man bei der GFX 100S überhaupt etwas sieht, habe ich beim mittleren und rechten Vergleich die Regler aufgedreht: +4 EV und 200% Ansicht statt +2 EV bei 100%.
[metaslider title=“fot-gf-2a“]
[metaslider title=“fot-gf-2b“]
[metaslider title=“fot-gf-2c“]
X-H2S vs. GFX 100S
X-H2S (NR an) zeigt bei ISO 1600, 240 sec ein paar Hotpixel und einiges Rauschen.
Die GFX 100S (NR aus) ist recht sauber.
Die X-H2S braucht NR an und ist bei warmer Kamera (was schnell passiert mit dem stacked Sensor) deutlich schlechter.
GFX 100S ISO 100 vs. 1600
GFX 100S bei 240 sec, NR aus, +4 EV, 200%
ISO 100 immer noch clean.
ISO 1600 … deutlich sichtbar.
(Aber der wichtige Hinweis: Das ist ein Stresstest, im realen Leben sieht es wie links aus.)
GFX 100S NR aus vs. an
GFX 100S bei ISO 1600, 240 sec, +4 EV, 200%
Links NR aus, recht NR an.
Mit Schwarzbild mehr Rauschen. Da hilft es auch nicht, dass die paar Hotpixel (helle Punkte links) verschwinden.
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[metaslider id=“24425″]Fazit:
Kommt nach dem ersten Fotoworkshop, im August 2023 mit Tom Mackie im Peak District.
==> In einem Satz: perfekt, 100% zufrieden 👍.
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Das Handling ist kein Unterschied zu meinen bisherigen Kameras: Bedienung, Größe, Gewicht, Filter, Akkulaufzeit … alles fein. Regenfest ohne Einschränkung.
Gewöhnungsbedürftig ist die stark verringerte Schärfentiefe. Bei Fuji-X brauchte ich quasi nie drauf achten – hier muss ich bewusst entscheiden, welche Blende ausreicht für die gewünschte Schärfentiefe. Manchmal komme ich um Fokus-Stacking nicht drumrum, siehe links das Bild am Millstone Edge.
Der Autofokus ist recht langsam (wie eine DSLR), aber sehr präzise und auch im Dunkeln geht es erstaunlich gut.
Die Bildstabilisierung ist so gut, dass ich keine Einschränkung beim „Knipsen“ auf Wanderungen oder in der Stadt empfinde. Aus der Hand hat man vielleicht nicht die den 100 Megapixeln entsprechende Superschärfe, aber ggü. den Fuji-X eine deutliche Steigerung.
Eine Freude und noch besser, als ich dachte, sind Farben, Rauschfreiheit und die Bearbeitungsreserven in der Nachbearbeitung. Sagenhaft 😃. (Das führt dazu, dass ich manchmal zu faul bin, Verlaufsfilter einzusetzen … ETTR, der Rest geht mit Bildbearbeitung 😊.)
[/wptab]
[wptab name=’2022: Fuji X-H2S‘][newline]
Fuji X-H2S (2022-)
Die PSAM-Bedienung der Fuji X-H2S
Die ersten Gerüchte zur Highspeed-Fuji kamen im April/Mai 2022 raus: weiterhin 26 Megapixel, aber ein stacked Sensor, dazu ein Quantensprung beim Autofokus mit Objekt- und Tiererkennung. Und ein 150-600mm Objektiv wird angekündigt.
Da mein Schwerpunkt zusätzlich zur Landschafts- und Urlaubsfotografie in den letzten Jahren immer mehr die Tier- und Vogelfotografie geworden ist, bestelle ich die beiden blind vor und erhalte im Juli die ersten in Deutschland verfügbaren Kamera und Objektiv 😄. Die späteren Tests zeigen: eine gute Entscheidung. Aber: Die gerühmte Vogelerkennung ist zunächst furchtbar unzuverlässig (d.h. unbrauchbar), die im Januar 2022 erschienene Firmware-Version 3.0 soll deutlich besser sein … mal schauen.
Dank des stacked Sensors werden 120(!) Autofokus-Zyklen pro Sekunde gerechnet. Dadurch sind sowohl Tracking als auch Auslösegeschwindigkeit sehr viel besser als bei der X-T3, aber auch als bei den neuen (BSI-Sensor) 40 Megapixel Kameras X-T5 und X-H2 (ohne S). Dass dadurch auch bis zu 40 Bilder/sec möglich sind … geschenkt, 10-15 reichen mir.
[metaslider title=“fot-xh-0″]Das Gehäuse ist etwas größer als die X-T3, aber für mich noch okay (siehe den Vergleich hier). Dafür sind Gehäusequalität (Stabilität, Oberfläche, Klappen, Abdichtung) und die spezifizierte Verschluss-Lebensdauer (500.000 statt 200.000) deutlich besser – die H-Serie ist von Fuji als Profimodell positioniert, oberhalb der T-Serie.
Objekterkennung für Vögel und Tiere, inklusive Augenerkennung. Deutlich verbessert ab der Firmware 3.0 im Januar 2023 (siehe unten). Insekten sind jetzt Vögel-ehrenhalber und werden ebenso erkannt.
Es gibt auch Auto-, Motorrad-, Fahrrad-, Zug- und Flugzeug-Erkennung … aber die nutze ich praktisch nie.
Der EVF (elektronische Sucher) ist noch einmal verbessert: 5,7 Mio. Dots und 120-240 Hz Bildrate.
Der rote „Video-Sofort-Button“: Jederzeit kann ich mit den gerade aktuellen Einstellungen ein Video aufnehmen, mit allen Fokus-Einstellungen, Motiverkennung und natürlich Blende/Zeit/ISO. Seitdem dies so einfach ist, mache ich und gelingen mir viel mehr Videos.
Eigentlich egal war mir, aber gefällt mir mittlerweile:
– Das Display ist vollständig klappbar, und kann damit zum Schutz auch weggeklappt werden.
– Der größere Akku. Vor allem, weil die GFX 100S den gleichen hat.
Die best-in-class Videofunktionen … interessieren mich nicht.
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PSAM vs. No-PSAM
[metaslider title=“fot-xh-1″]
PSAM steht für Program (-automatik), Speed (Blendenautomatik, die Zeit wird vorgewählt), Aperture (Zeitautomatik, die Blende wird vorgewählt) und M (manuell). Im Gegensatz zu anderen Fuji-Modellen (X-T Serie, X-S Serie), die mit einzelnen Einstellrädern für Zeit, Blende (am Objektiv), ISO eine Retro-Bedienung bieten. Im Fuji-Forum gibt es hierzu einen mehr als 50-seitigen Thread, der geradezu exemplarisch die typische Mischung aus religiösem Eifer, subjektiven und objektiven Argumenten und auch (fast am Rande) einigen Sacherkenntnissen enthält 😊.
Das objektive Ergebnis: Mit beiden Modi kann man eine Kamera gut bedienen und alles einstellen. Welch ein Wunder 😂.
Mein persönliches Fazit: Retro finde ich einleuchtender und leichter zu verstehen, aber PSAM geht bei mir deutlich schneller und ich mache weniger Schludrigkeitsfehler, also unabsichtliches Verstellen oder Vergessen.
Aber mein wichtigste Argument pro PSAM: Nur damit gibt es die Custom-Modi, mit denen ich blitzschnell die Einstellungen für Tierfotografie ändern kann. Bei der Retro-Bedienung ist es (und ich lehne mich aus dem Fenster: objektiv) unmöglich, erstens die erforderlichen Parameter im Menü schnell genug zu suchen und zu ändern, und zweitens auch an alle Parameter zu denken.
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[metaslider title=“fot-xh-2″]Meine Einstellungen:
Die Basiseinstellungen der Kamera (RAW und JPG, EVF neutral, Display 120 Hz, AF-S mit AF/MF override, Boost-Mode, Auto ISO bis 12.800, DR 100, Continuous IS, etc.) sind hier festgelegt und gelten für P, S, A, M und zunächst auch für die C-Modi. Ich habe allgemein passende Einstellungen für Fokusfeld, Fokusmode, Drive-Mode etc. gewählt, die in PSAM immer gelten und in den C-Modi, wenn ich dort nicht spezifisch ändere.
P benutze ich nie, meistens A (also Blendenvorwahl und damit Zeitautomatik), ab und zu S und selten M. (C7 ist bei mir manuelles Fotografieren, darum wähle ich nur selten „M“ mit dem Moduswahlrad.)
C1 für Tiere: M( manuell) , Objekterkennung Tiere, DR Auto, Fokuspunkt mittelgroß, Auto ISO bis 12.800, AF-C ohne MF/AF, 3 Bilder/sec, IS continuous
C2 für Vögel: Manuell (f5.6 und 1/1000 vorgewählt), Exp -⅓, Objekterkennung Vogel, DR Auto, Auto ISO bis 12.800, AF-C ohne MF/AF, 3 Bilder/sec, IS continuous
C3 für BIF (Birds in Flight): S (Blendenautomatik mit 1/2000), Exp -⅓, Objekterkennung Vogel, DR 200, Auto ISO bis 12.800, AF-C ohne MF/AF, 10-20 Bilder/sec, IS continuous, Shutter ES.
C4 PreShot (die Kamera nimmt alle Bilder in dem Zeitraum von 1 sec vor dem Auslösen auf): Wie C3, nur DR 400 und Shutter ES, PreShot on.
Fast Zauberei: Ich visiere den Start- oder Landebereich eines Vogels oder Insekts an, halte den Auslöser halb durchgedrückt, und wenn der Vogel startet oder landet, drücke ich durch. Und habe die 10 Bilder (oder was immer ich einstelle) der letzten Sekunde vor meiner verspäteten Reaktion auf der Speicherkarte.
C5 Tracking: Wie C3 aber ohne Vogelerkennung und mit maximaler Fokuszone.
Funktioniert manchmal besser als mit Tier- oder Vogelerkennung.
C6 ist Reserve
C7 für manuelles Fotografieren, auf dem Stativ: M, ISO 160, AF-M, IS off, NR on.
Wenn jetzt ein Vogel kommt … C2. Wenn er dann fliegt … C3, usw. Immer habe ich alle Spezialeinstellungen korrekt und für Blende/Zeit eine vernünftige Vorbesetzung 👍. Mit der Retro-Bedienung ist das schlicht nicht machbar.
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Autofokus, Tier- und Vogelerkennung
[metaslider title=“fot-xh-3″]Die good news:
Der Autofokus ist rasend schnell, quasi beim Halbdrücken des Auslösers ist schon fokussiert.
Auch im Dunkeln wird sicher fokussiert, sogar wenn ich selbst gar nichts mehr sehe: -7 EV ist im Vergleich zu allen anderen Kameras Spitze.
Mein bevorzugter Modus ist jetzt fast narrensicher und blitzschnell, auch dank des wunderbaren elektronischen Suchers:
Einstellung: AF-S mit AF/MF on, Fokus-Peak mit hellgelben Lichtern, kleines Fokusfeld
Vorgehen: Fokussieren, Auslöser halbgedrückt lassen, kurze Überprüfung, ggfs. Nachjustierung mit dem Fokusring am Objektiv (im Sucher wird das Bild gezoomt, scharfe Bereiche „sprenkeln gelb“), durchdrücken.
Das läuft bei mir automatisch und schnell ab, und geht mit der X-H2S super.
Objekterkennung außer ruhende Vögel klappt gut … aber ich nutze hauptsächlich Vogelerkennung und ein bisschen Tiererkennung.
Für BIF (Birds in Flight) ist die Vogelerkennung okay. Ob meine jetzt endlich guten BIF-Resultate an der Vogelerkennung oder am besseren Autofokus (ggü. der X-T3) liegen, spielt für mich keine Rolle. BIF klappt gut.
[metaslider title=“fot-xh-4″]Summary Dez. 2024: Mittlerweile haben wir Firmware 7.10 … und alles ist gut. Ich bin sehr zufrieden 👍!
Die bad news, Stand 12/2022:
Dunkel, Zweige, ISO 12800: klappt 👍
Aber leider, BIB (Birds in Bush): Die Vogelerkennung ist für sitzende Vögel Schrott. Das Problem ist nicht, dass ein Vogel/Tier nicht erkannt wird (was und wie schnell ist magisch), sondern dass erratisch (in 30-70% der Fälle) das Objekt trotzgrünemFokusrahmen unscharf ist, manchmal ist das komplette Bild unscharf. Die böse Falle ist der grüne Rahmen! Für BIF (fliegende Vögel) ist es deutlich besser – aber da ist der Hintergrund ja meist Wolken/Himmel, also homogen.
Da in den ersten Monaten nach Erscheinen das Internet von den Jubel-Testern und -Youtubern geflutet wird, in den Foren die Fanboys die Macht haben, dauert es lange, bis solche Fehlfunktionen bestätigt werden. Mirrorless-comparison ist seriös, berichtet dies im Okt. 2022 und kommt zu dem Fazit, dass BIF (Birds in Flight) besser ohne Vogelerkennung funktioniert. Ruhende Vögel fotografiere ich zunächst weiter mit der oben genannten AF/MF-Methode.
Vor Firmware 5.0.3: Zwar wird das Vogelauge erkannt, aber der Fokus liegt komplett daneben. 😱
Stand 02/2023: Die Firmware 3.0 ist jetzt 4 Wochen raus, und nach ersten Berichten ist der Grüne-Rahmen-Fehler weg und die Vogelerkennung deutlich verbessert. Mein allererster Test zeigt dies ebenfalls, siehe das Beispiel rechts bei schlechtem Licht. Mal abwarten, bis wieder Birding-Saison ist und die seriösen Tester Zeit für fundierte Tests hatten – mirrorless-comparison hat dies bereits angekündigt. Update 14.3.2023: Nach intensiven Tests leider keine Verbesserung, eher eine Verschlimmbesserung … denn was hilft eine (deutlich) verbesserte Vogelerkennung, wenn der so detektierte Vogel (oft sogar das Vogelauge) dann meist komplett unscharf ist. Rechts ein typisches Beispiel, leider. Siehe auch dieser Thread im dpreview-Forum.
–> Für BIB derzeit unbrauchbar. Wegen der schlechten (10-30%) Trefferrate nutze ich die Vogelerkennung für BIB nur noch, wenn manueller oder Single Fokus überhaupt nicht gehen.
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Update 30.9.2023: Durchbruch mit der Firmware 5.0.3 🙂👍.
[metaslider id=“24360″]Nachdem auch die Versionen 4.0 und 5.0 keinerlei Verbesserung bei der Vogelerkennung (–> nicht nur erkennen, sondern auch fokussieren!) brachten, kam am 21.9.2023 klammheimlich die Version 5.0.3 („AF accuracy improved“). Man beachte die Versionsnummer, die sich nur an der zweiten Stelle hinter dem Komma ändert 😉 … da hat Fujifilm wohl einen peinlichen Programmierfehler behoben 😂.
BIB (sitzende Vögel, in Büschen, vor unruhigem Hintergrund) funktioniert sehr gut, BIF (fliegende Vögel) ist gefühlt noch etwas besser geworden. Und zusätzlich habe ich mich mittlerweile auf die Eigenheiten (Schwächen) der X-H2S eingestellt (siehe diesen Megathread im Fuji-X-Forum) und arbeite instinktiv drum herum. Zum Beispiel löse ich einfach nicht mehr aus, wenn die Vogelerkennungsfelder zappeln oder nicht auf dem Auge liegen. Dann fokussiere ich noch einmal, oder schalte auf AF-S bzw. manuellen Fokus.
Einige der Bilder links hätte ich mit Single oder manuellem Fokus nicht geschafft: Bei dem Stieglitz im Busch, dem startenden Mäusebussard und dem am Hang vorbei schießendem Turmfalken habe ich die Kamera ans Auge gerissen und abgedrückt. Wenn ich versucht hätte, selber zu fokussieren, wäre der Vogel weg gewesen.
Aber auch die anderen Fälle funktionieren jetzt. Manuelles Fokussieren ist zwar noch etwas präziser, aber dauert halt. Für BIB habe ich jetzt als Standardeinstellung die Vogelerkennung aktiviert. Wenn mir der Vogel Zeit lässt, mache ich manchmal noch 1-2 Bilder mit manuellem Fokus.
Und wenn es nicht klappt, tröste ich mich mit dem Cartoon rechts … 😄
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Der Blogger fracer hat die aktuellen Fuji-Kameras mit dem Autofokus-Goldstandard Sony A7 verglichen … nicht mehr Welten entfernt, aber es gibt noch deutlich Verbesserungspotential. Das Hauptproblem bestätigt er: False Positive, d.h. die Kamera sagt (per grünem AF-Feld), dass/was im Fokus ist … aber manchmal ist der Fokus grob falsch.
(Dez. 2024: Firmware 7.10 hat noch mal eine Verbesserung gebracht 😊.)
[newline]
Rauschen, Hotpixel
Bei Base-ISO 160 ist alles gut. Dass dies auch bei 240 sec so ist, hat mich positiv überrascht.
Der stacked Sensor erhitzt sich recht schnell und dann entstehen bei ISO 1600 und 240 sec viele (zu viele) Hotpixel und Rauschen.
Bei kaltem Sensor (Winter, Nacht) ist bei den ersten 1-2 Bildern auch ISO 1600 kein Problem. Aber danach wird die X-H2S bei mehr als 60 sec Belichtung richtig schlecht.
Eigentlich müssten Milchstraßen-Bilder (ISO 1600, 10-15 sec) gut gehen – mal schauen.
Fazit: Bei Base-ISO sehr gut, auch bei höherem ISO bis 30 sec sehr gut. Bei Sessions mit Einstellungen, wo der Sensor heiß wird, würde ich regelmäßig prüfen, ob die Bilder okay sind, und ggfs. eine Abkühlpause einlegen.
Siehe auch mein Beitrag im fuji-x-forum
Mein üblicher Test (1, 4, 15, 60, 240 sec, bei Base ISO (160) und 1600, mit/ohne Schwarzbild, mit Objektivdeckel, IBIS aus, mechanischer Verschluss, RAW, also insgesamt 5x2x2 = 20 Bilder, entwickelt in Lightroom mit +2 EV als einziger Einstellung, Ansicht 100%) ergibt folgende Ergebnisse:
[metaslider title=“fot-xh-5a“]
[metaslider title=“fot-xh-5b“]
[metaslider title=“fot-xh-5c“]
X-T3 vs. X-H2S, ISO 1600, 60 sec Beide Kameras sind gut
X-T3 vs. X-H2S, ISO 1600, 240 sec Die X-H2S ist schlechter.
Durch Erwärmung verschlimmert es sich bei der X-H2S mit jedem Bild.
X-H2S warm vs. kalt Bei kaltem Sensor auch ohne Schwarzbild wenig bis kein Rauschen/Hotpixel
[/wptab]
[wptab name=’2018: Fuji X-T3′][newline]
Fuji X-T3 (2018-2022)
Fuji X-T3 mit 18-55mm
Im Sommer 2018 verdichteten sich die erste Gerüchte über die X-T3, hauptsächlich mit Verbesserungen beim Autofokus und den Videofunktionen. Im September kam sie ‚raus und natürlich überschlug sich das Netz mit Vergleichen (siehe die Gegenüberstellung bei Mirrorlessons) und ersten Tests.
Meine wesentlichen Kaufgründe waren der verbesserte Autofokus und die Hoffnung auf weniger Hotpixel bei Langzeitbelichtung. Nicht wichtig waren mir die 26.1 vs. 24.3 Megapixel und die vielen neuen Video-Features.
Nach 3 Monaten ist mein Eindruck: (Stand Dez. 2018)
Der Kaufgrund 1 hat gehalten, was ich mir versprochen hatte: Der Autofokus ist deutlich besser, vor allem in den zwei Punkten Geschwindigkeit und Nachverfolgung bei Continuous Autofocus (CAF).
Die X-T3 fokussiert „sofort“, ich spüre keine Verzögerung mehr.
Der CAF ist gefühlt viel verlässlicher – aber hier habe ich bisher nur ein bisschen ‚rum probiert..
Kaufgrund 2 ist ebenfalls positiv beantwortet: Hotpixel bei Langzeitbelichtungen sind tatsächlich deutlich weniger geworden – ich bemerke sie nur noch bei ISO >1600 (schwach bis mittel) und bei ISO >=6400 (mittel bis stark). Siehe unten meine Analysen..
Dieses gute Ergebnis wird sogar noch erfreulicher, weil Lightroom ebenfalls verbessert ist: Mit „Rauschreduzierung Farbe“ bekommt man die Hotpixel in fast allen Fällen in den Griff, ohne dass die restlichen Bildteile zu sehr leiden. .
[metaslider title=“fot-xt-6″]Der elektronische Sucher (EVF) hat etwas mehr Auflösung und noch weniger Blackout-Zeiten bei Serienbildern. Das ist alleine kein Kaufgrund – aber doch schön (und angenehm!), dass der bereits gute Sucher der X-T2 weiter entwickelt wurde..
An den Touch LCD werde ich mich erst gewöhnen müssen. Für die Arbeit auf dem Stativ sollte es sich auszahlen, dass man durch Antippen fokussieren kann. Mal schauen, wann/ob ich mich umgewöhne. .
Das Gehäuse ist fast gleich geblieben, plus 32 g Gewicht sind erträglich, die Abmessungen nahezu identisch: 1 mm höher, das eigentliche Gehäuse hat die gleiche Breite und Tiefe, nominal ist die X-T3 allerdings durch Augenmuschel und Griff 9 mm tiefer als die X-T2. .
Nachträglich ist mir die Pre-Capture-Funktion aufgefallen: Bei Serienbild erhält man beim Durchdrücken des Auslösers die Serienbilder der Sekunde vor dem Auslösen auf die Speicherkarte geschoben. Cool – man verpasst den entscheidenden Moment nicht mehr. (Beispielbilder folgen …).
Ebenfalls erst nachträglich, beim Erkunden des Touch LCD, habe ich zwei neue Features bemerkt:
– Die 3D-Wasserwaage hilft beim Ausrichten in allen drei Raumrichtungen.
– Das RGB-Histogramm ist gerade bei schwierigen Lichtverhältnissen aussagekräftiger als das Grauwert-Histogramm.
Beide kann man durch Wischen auf dem Touch LCD hervor zaubern. .
Mein Fazit: Die X-T3 ist die deutlich bessere Kamera für’s Fotografieren vom Stativ! Das habe ich nicht erwartet (und in den Tests liest man davon wenig), aber die vielen kleinen Verbesserungen summieren sich zu einem großen Schritt: Touch LCD, RGB-Histogramm, weniger Hotpixel, Base ISO 160 statt 200, längere Batterielaufzeit, bessere Wärmeabfuhr, 3D-Wasserwaage, Bedienung vom iPhone via Bluetooth.
Der Autofokus ist ein Gedicht, er funktioniert immer. Quasi ohne merkbare Verzögerung. Aber Tiere in Bewegung für den CAF hatte ich bisher nicht … dazu schreibe ich noch später.
[newline]
Bildrauschen
[metaslider title=“fot-xt-7″]
„Hotpixel – bei welchen ISO tauchen Sie auf? Wie stark sind sie?“ … das waren, nach der ersten Begeisterung über den Autofokus und den Sucher, meine wichtigsten Fragen. Zur Erinnerung (siehe im Tab „Fuji X-T2“): Starke Hotpixel in den dunklen Bildbereichen, sogar bei Base-ISO 200, immer wenn die X-T2 zu heiß wurde und/oder kein Schwarzbild aktiviert war. Mit Lightroom war (damals) nichts zu machen, mühsames Beseitigen in Photoshop war erforderlich.
Bei kurzen Belichtungszeiten erzeugt die X-T3 bei ISO zwischen 800 und 6400 manchmal einige schwache Hotpixel in dunklen (fast schwarzen) Bildbereichen. Wenn, dann lässt es sich in Lightroom durch <Rauschreduzierung Farbe> beheben, siehe die Beispiele rechts.
Bei langen Belichtungszeiten (>1 sec) beobachte ich einen deutlichen Fortschritt. Hier meine Statistik aus ca. 100 (Langzeit-) Belichtungen, alle unter realen Bedingungen mit dunklen bis sehr dunklen Bildbereichen: (Hinweis: Alle Bilder >800 ISO sind aus der Hand mit kurzen Belichtungszeiten. Langzeit, d.h. auf dem Stativ, habe ich nur Bilder mit ISO <=400.)
Bei ISO 160 (dem neuen Base ISO) habe ich keine Hotpixel entdeckt, auch 2-3 Tests ohne Schwarzbild zeigten keine Hotpixel.
Bei <= 800 ISO ebenfalls keine, wobei ich die Langzeitbelichtungen mit Schwarzbild mache.
Zwischen 800 und 3200 ISO sehe ich auf ca. 25% der Bilder Hotpixel in den (sehr) dunklen Bereichen.
Bei > 3200 ISO sind 25% der Bilder sehr stark befallen, 25% mittel. Aber fast 50% haben auch gar keine Hotpixel.
Bei hohen ISO haben ca. die Hälfte der Bilder keine Hotpixel – eine Systematik habe ich nicht erkennen können – ich vermute mittlerweile, dass es ein Wärmephänomen ist. Viele Bilder hintereinander, viel schauen, Video zwischendurch … die Kamera erwärmt sich und so werden Hotpixel begünstigt.
Insgesamt ein guter Fortschritt, ich bin zufrieden … werde das Verhalten aber weiter beobachten. [Update 01/2019: Das habe ich –> siehe den Tab „Hotpixel-Test“. ]
[newline]
Hier ein paar Beispiele für Hotpixel bei ISO 6400 und 12800 und wie Lightroom damit fertig wird:
[metaslider title=“fot-xt-7a“]
[metaslider title=“fot-xt-7b“]
[metaslider title=“fot-xt-7c“]
Der Aachener Dom leuchtet
1/35 sec, f/4, ISO 6400
Hotpixel sehr stark im Original,
mit Lightroom fast eliminiert.
Ship Inn, Porthleven
1/20 sec, f/2.8, ISO 12800
Schwache Hotpixel im Original,
mit Lightroom etwas reduziert.
Tyne Bridge, Corbridge
1/15 sec, f/2.8, ISO 12800
Schwache Hotpixel im Original,
mit Lightroom nahezu beseitigt.
[newline]
Ergänzung, 6.12.2018: Im X-Forum wurde nachgefragt, ob/welche Bilder mit dem Batteriegriff gemacht wurden, und dies empfohlen, da mit Batteriegriff die Wärme noch besser reduziert sei. Und tatsächlich: alle Bilder mit Hotpixeln sind ohne Batteriegriff entstanden! Wobei allerdings die Langzeitbelichtungen mit Batteriegriff bei Tag bzw. früher Dämmerung stattfanden, also keine Hotpixel-gefährdeten dunklen Bildbereiche.
[/wptab]
[wptab name=’2016: Fuji X-T2′][newline]
Fuji X-T2 (2016-2018)
Fuji X-T1 mit 18-55mm
Der große Entwicklungsschub kam 2016, in drei Bereichen gleichzeitig:
Sensor: 24 statt 16 Megapixel, ISO bis 12.800 brauchbar
Autofokus: fast auf DSLR-Niveau
Elektronischer Sucher: flickerfrei (100 Hz), ohne Verzögerung und Blackout, hell.
Die Berichte zur Fuji X-T2 (angekündigt für September 2016) überboten sich in Lob, ich war bereit zu wechseln, weil mir die Canon-Kamera immer öfter zu schwer war … und entschied mich, parallel zur Canon 5D III das aktuelle Modell Fuji X-T1 zu testen. Die Überlegung war, das Set wieder bei Ebay abzustoßen, falls mir Bildqualität oder Bedienung nicht zusagen. Ansonsten wollte ich die X-T1 bis zum Erscheinen der X-T2 behalten und dann verkaufen. (Update: Ich habe sie behalten – man braucht ja einen Ersatzbody, so wie es die 40D für die 5D III war ;-).
Die X-T1 hatte ich 2 Monate intensiv im Einsatz, zu Hause, auf Ausflügen und in den Kurzurlauben in Tirol und Hamburg.
Die X-T2 kam einen Tag vor dem Fotoworkshop Lewis & Harris 2016 an und wurde dort frisch in Betrieb genommen.
[newline]
Bildqualität:
[metaslider title=“fot-xt-1″]
Ein komplettes Wochenende verbrachte ich Anfang Juli damit, die Fuji X-T1 und die Canon 5D III zu vergleichen: Zum einen mit den Kitobjektiven (Fuji 18-55 vs. Canon 24-105L), zum anderen mit den Telezooms (Fuji 55-200, vom Kollegen geliehen, ein recht günstiges Objektiv, vs. Canon 70-300L). Im Spätsommer kamen noch die langen Zooms (Fuji 100-400 vs. Sigma 150-600S) dazu.
Ich machte systematisch Reihenaufnahmen in RAW, variierte dabei Entfernung, Blende, Zeit, ISO und bewertete dann blind (ohne die Kamera zu wissen) alle Bilder nach Schulnoten. Dabei ließ ich Schärfe, Kontrast, Farbfehler, Flare und Rauschen in eine einzige Schulnote einfließen. Dieses Verfahren ist zwar subjektiv und trennt auch nicht zwischen Kamerabewertung und Objektivbewertung … aber es spiegelt die Praxis wieder: Sagt mir die Bildqualität zu oder nicht?!
Das Ergebnis: Fuji’s Kitobjektiv ist besser als das von Canon, das Fuji 100-400 ist deutlich besser als das Sigma 150-600S, und das Canon 70-300L ist besser als das (billige) Fuji 55-220. Beeindruckend, dafür dass die X-T1 nur APS-C statt Vollformat ist und weniger (16 statt 21) MegaPixel hat. Hier die Details 😉
Es spricht zum einen dafür, dass Fuji’s X-Trans-Sensor schärfer abbildet als ein Bayer-Sensor, zum anderen für die Qualität der Fuji-Objektive.
Falls jemand fragt, warum ich mir trotz der vielen positiven Testberichte so viel Arbeit mache … die Antwort ist: Peace of Mind 🙂
Professionell kann man sich das bei dpreview anschauen, wo die Bildqualität von hunderten Kameras labormäßig verglichen werden kann. Auch dort ergibt sich, dass die X-T2 besser als die Canon 5D III ist, aber nicht so gut wie die 5D IV.
Fazit: Die Bildqualität der Fuji X-T1 ist gut genug für mich. Also wird die Fuji X-T2 auf jeden Fall sehr zufriedenstellend sein.
[newline]
Bedienung und Sucher:
Fuji X-T2 mit 18-55mm – Draufsicht
Die Fuji X-Ts besitzen Einstellräder für ISO und Zeit sowie einen Blendenring am Objektiv. Was zunächst kompliziert anmutet ist – sofern man anders als per Vollautomatik fotografiert – nach kurzer Gewöhnung frappierend bequem, intuitiv und super-schnell. Statt die Kamera abzusetzen und im Menü umzustellen, lässt sich alles mit dem Auge am Sucher „blind“ einstellen:
ISO und Zeit auf „A“ (Automatik) –> Aperture Priority (Canon: Av, Nikon, Sony: A)
Für die Zeitwahl kann man dabei als Mindestwert 1/Brennweite festlegen.
ISO und Blende auf „A“ –> Shutter Priority (Canon: Tv, Nikon, Sony: S)
Wenn man nicht mag, dass ISO dabei ebenfalls automatisch gewählt wird, kann man natürlich den gewünschten ISO-Wert einstellen.
Jede andere Kombination ist auch möglich (und sinnvoll): Alles auf „A“ ist Programmautomatik, alles manuell geht natürlich auch.
Gerne benutze ich manuell mit Auto ISO, d.h. Blende und Zeit lege ich fest (–> Schärfentiefe und Bewegungsunschärfe gebe ich vor), die Kamera sorgt durch die Wahl des ISO-Werts für die korrekte Belichtung. Sehr hilfreich bei Action und Tieren, wenn wechselnde Lichtverhältnisse (z.B. Wolken, Schatten, Büsche, weißer Wellenschaum) herrschen.
Der X-T2-Sucher war der erste EVF, der mich zufrieden stellte. Wenn man den Boost-Mode der X-T2 aktiviert, dann
sorgt die Bildwiederholrate von 100 Hz für Flimmerfreiheit,
ist die Latenz so gering, dass keine Verzögerung bei Schwenks wahrnehmbar ist.
Nicht mehr missen möchte ich d.e.n Vorteil des EVF: WYSIWYG.
Bereits im Sucher sehe ich das endgültige Bild. Inklusive Histogramm und (auf Wunsch) Über-/Unterbelichtungswarnung und Schärfekontrolle.
Kein „Auslösen, Absetzen, Bild anschauen, Histogramm prüfen, Einstellungen justieren, Auslösen, Absetzen …“ (das typische Fotografieren mit einer Spiegelreflexkamera), sondern ich schaue durch den Sucher, justiere (siehe oben: einfach, intuitiv, schnell), fotografiere … und weiß, dass das Bild richtig belichtet ist.
Nach kurzer Zeit prüft man nur noch in kritischen Fällen anschließend das Bild auf dem Screen.
[newline]
Weitere Eindrücke
[metaslider title=“fot-xt-2″]
Sagt ich es schon? Die Fuji-Objekte sind erste Sahne, allen voran das XF 50-140 f/2.8.
Mechanisch sind die Fuji X-Ts sehr gut, nicht ganz so rock-solid wie die Canon 5D III. Dafür sehr wasserfest – ich habe schon Stunden in strömendem Regen ohne Probleme verbracht. Dafür sollte man aber eines der WR-Objektive („Water Resistent“) einsetzen. (Die nicht-WR-Objektive habe ich bisher nur in Nebel und Nieselregen ausprobiert – das ging auch.)
Der Autofokus der X-T1 ist okay, bei schlechtem Licht braucht er recht lange, bei schnellen Objekten hat er deutliche Schwächen. Wäre für mich ein Grund gewesen, nicht von der Canon 5D III zu wechseln.
Deutlich verbessert ist der Autofokus der X-T2, vor allem nach dem Firmware-Update V2.00 (04/2017) auf dem Niveau der (ausgezeichneten) Canon 5D III:
– Sowohl bei Tag als auch im Dunkeln vergleichbar gut. Sicher und schnell.
– Bei schnellen Bewegungen finde ich ihn genauso treffsicher.
– Tracking ist okay, aber nicht ganz so gut.
– Sogar besser ist die Möglichkeit, mit dem kleinstem Autofokusfeld gezielt anzuvisieren.
Ein Wermutstropfen ist die geringe Batteriekapazität. Bei Systemkameras mit EVF ist der Stromhunger systembedingt höher als bei Spiegelreflexkameras, zusätzlich habe ich den Boostmode dauerhaft eingeschaltet (besserer Sucher und Autofokus). Dadurch komme ich nur auf 150-200 Bilder pro Akkuladung, statt 600-900 bei der Canon 5D III.
Professionelles Zubehör gibt es auch. Für mich wichtig sind Batteriegriff (mit zwei zusätzlichen Akkus, damit reicht es für 400-600 Bilder oder viele Stunden Langzeitbelichtungen) und der L-Winkel.
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Bildrauschen
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Alle Tests loben die High-ISO-Fähigkeiten der Fuji X-T2 ausgiebig. Auch ich bin begeistert (siehe rechts ein paar Beispiele):
Die Langzeitaufnahmen auf dem Lewis&Harris-Workshop habe ich sorgfältig bei ISO 200 belichtet: Hotpixel konnte ich nicht entdecken, Rauschen sowieso nicht. Ein Schwarzbildabzug war nicht erforderlich. Aber keine der Aufnahmen war nachts, nur bei Morgenlicht oder in der Dämmerung.
Bei Urlaubsfotos (mit kurzer Belichtung) habe ich zunächst die Bilder mit hohen ISO-Werten detailliert in Lightroom inspiziert. Keine Hotpixel, das Rauschen bis ISO 6400 bekommt Lightroom mit Bordmitteln in den Griff: den Slider bei hohen ISO einfach etwas weiter nach rechts schieben. Einzig bei ISO 12.800 muss ich etwas sorgfältiger schauen und ggfs. die dunklen Bereiche separat entrauschen.
Vor allem bei Tag ist die Bildqualität auch bei höheren ISO-Werten ausgezeichnet, so dass ich unbeschwert lange Brennweiten (mit den damit verbundenen kurzen Belichtungszeiten) nutzen kann.
Bei Innenaufnahmen oder nachts sehe ich schon Einbußen beim Kontrastumfang und auch Rauschen ist sichtbar. Aber für Bilder am Rechner, im Web oder auf 10×15-Abzügen ist die Qualität mehr als okay.
Ich begann, bis ca. ISO 3200 gar nicht mehr drauf zu achten, bei höheren ISO-Werten machte ich mir kurz Gedanken, die Belichtungszeit oder Blende zu erhöhen. Wenn nicht … wird schon okay sein. Alle Bilder mit der X-T2 sind mehr als zufriedenstellend.
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… Das sollte sich auf dem Workshop in Nordspanien furchtbar rächen: Unmengen von Hotpixeln in allen dunklen Bereichen 🙁
Gaztelugatxe, nähe Bilbao
240 sec, ISO 1600, kein Schwarzbild Hotpixel in allen dunklen Bildbereichen
Cargudero de Dícido, nähe Castro Urdiales
240 sec, ISO 1250, kein Schwarzbild Schwerste Hotpixel in den sehr dunklen Bereichen
Playa de Barrio, nähe Bilbao
240 sec, ISO200 (!), kein Schwarzbild Der Schock: Auch bei ISO 200 (Base ISO der X-T2) sind zwar schwache, aber viele Hotpixel zu sehen.
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Nach dem der erste Schreck (und Ärger!) vorbei ist, schaltet sich der Ingenieur an: Erstmaßnahmen, Analyse und das wichtigste: Gibt es Maßnahmen für eine grundsätzliche Problemlösung?
Die Erstmaßnahmen … betreffen die Bilder: Welche kann man wie retten?
Bei leichtem Hotpixel-Befall hilft es, in Lightroom die Bereiche (meist am Rand) abzudunkeln und verbleibende Reste weg zu stempeln. Ideal sind die Resultate nicht, aber je mehr man abdunkelt (und ggfs. beschneidet), desto besser. Dann noch die Rauschregler deutlich hochziehen, und die Hotpixel fallen bei kleinen Bildgrößen kaum noch auf.
Wenn es aber besonders viele oder kräftige Hotpixel sind, das Motiv nur wenig Abdunkeln zulässt und/oder ich die Schärfe nicht übermäßig beeinträchtigen möchte, dann hilft nur Photoshop. Beispiele siehe die drei Bilder oben.
Photoshop-Maßnahme 1: Umwandeln in Lab-Modus und in jedem Farbkanal die Funktion „Staub/Kratzer entfernen“. Dabei die Parameter sorgfältig so wählen, dass andere Bildbereiche oder Texturen nicht glatt gebügelt werden. Klappt manchmal sehr gut, aber manchmal überhaupt nicht.
Photoshop-Maßnahme 2: Per „Farbauswahl“ die Hotpixel markieren, Auswahl vergrößern und dann mit „inhaltsbasiertem Ersetzen“ verschwinden lassen. Dies muss man für jede Farbnuance wiederholen. Klappt recht gut, aber ist viel Arbeit.
Photoshop-Maßnahme 3: Mit dem Reparaturpinsel die Hotpixel einzeln weg stempeln. Klappt am besten, ist aber eine stundenlange Sisyphusarbeit.
Damit habe ich nach und nach alle befallenen Bilder retten können. Wenn ich ein paar Stunden Arbeit einsetze, ist das Resultat sogar gut genug für große Ausbelichtungen.
Die Analyse ist prinzipiell einfach:
Schludrig gearbeitet, d.h. aus Faulheit auf Auto ISO gebaut und ohne Schwarzbildkorrektur gearbeitet.
Aber was noch? Mir fällt ein, dass die Kamera immer recht heiß war. Das war bei der Canon 5D selten der Fall. Und ein heißer Sensor erzeugt Hotpixel.
Und hier meine Erkenntnisse zur Problemlösung:
Langzeitaufnahmen oberhalb von Base-ISO (bei X-T2 ist das 200) und ohne Schwarzbildkorrektur sind auch bei der X-T2 ein No Go!
Das Beispiel bei ISO 200 (oben rechts) zeigt aber doch, dass noch etwas mehr im Argen ist. Versuche zeigen, dass die X-T2 recht heiß wird, manchmal. Heißer als ich es bei der Canon 5D in Erinnerung habe. Aber warum nur manchmal?
Irgendwann erinnere ich mich, dass der neue Akku der X-T2 – NP-W126S – gegenüber dem alten NP-W126 ein besseres Wärmeverhalten hat. Das ermöglicht, mit der X-T2 lange 4K-Videos aufzunehmen, ohne dass die Akkus oder die Kamera überhitzen.
Und tatsächlich: Mit dem neuen Akku bleibt die Kamera wesentlich kühler bei Langzeitbelichtungen.
Insgesamt ist also mehr Sorgfalt erforderlich bei Langzeitbelichtungen: ISO 200, Schwarzbild aktivieren, NP-W126S einsetzen.
Ganz zufrieden bin ich nicht, denn bei ISO 200 hat die Canon 5D auch ohne Schwarzbildkorrektur nicht so einen „Hotpixel-Brei“ erzeugt wie die X-T2 im Beispiel oben rechts. Meine Hoffnung ist, dass es am Akku und der hohen Sensortemperatur liegt.
==> Versuche dazu stehen noch aus, ich melde mich …
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23.9.2017: Victory – kein Rauschen bei exakter Belichtung und aktiviertem Schwarzbild!
Beim Workshop in Duisburg war der erste Härtetest: dunkel und viele Langzeitbelichtungen.
Der Batteriegriff und die X-T2 waren mit 3x NP-W126S (den neuen Akkus) bestückt, Schwarzbild aktiviert („NR LANGZ. BELICHT. <AN>“).
Die Ergebnisse sind einwandfrei:
[metaslider title=“fot-xt-5a“]
[metaslider title=“fot-xt-5b“]
[metaslider title=“fot-xt-5c“]
Zum Vergleich das alte Bild von oben: Playa de Barrio
240 sec, ISO200, kein Schwarzbild
NP-W126-Akku, viele kleine Hotpixel
Landschaftspark Nord, Krokodil
26 sec, ISO 400, Schwarzbild
NP-W126S, keine Hotpixel
Landschaftspark Nord, Krokodil
200 sec, ISO 200, Schwarzbild
NP-W126S, keine Hotpixel
Auch beim Workshop in Porthleven zeigt sich: keinerlei Probleme bei optimaler Belichtung, d.h. ISO 200, Schwarzbild und NP-W126S-Akkus. Ohne Schwarzbild gibt es bei >1 Minuten Belichtungszeit Probleme, bis ca. 60 sec ist es auch ohne Schwarzbild in Ordnung, wenn es nicht komplett dunkel ist.
[/wptab]
[wptab name=’Geotagging‘][newline]
Fujifilm Camera Remote App & Geotagging
Die Fujifilm Camera Remote App für iPhone oder iPad verbindet sich mit Bluetooth bzw. WLAN mit der X-T3 und erlaubt Geotagging, Fernauslösung, Fernbedienung und Herunterladen von Bildern.
Für Geotagging reicht Bluetooth aus, was die Akkus von Kamera und iPhone schont. Sehr gut 🙂 Achtung Falle No. 1: Geotagging aktiviert sich nicht automatisch, es muss an der Kamera eingeschaltet werden: <Verbindungs-Einstellungen> <Allg.Einstellungen> <Geotagging> <AN> Und direkt Falle No.2: Auch nach Beenden der Verbindung füllt die X-T3 das GPS-Feld in den EXIF-Daten fleißig mit der letzten (und meist falschen!) GPS-Koordinate. Da kann man böse reinfallen … grrr. Also:Nach Beenden der App das Geotagging in der Kamera wieder ausschalten! Und schließlich Falle No.3: Auf dem iPhone unter <Einstellungen><Datenschutz><Ortungsdienste> für Cam Remote auf <Immer> stellen. (Falls man das nicht macht, wird die Position nicht aktualisiert, wenn das iPhone im Sleep ist!)
Auch für Fernauslösung reicht Bluetooth aus. Ich benutze am Stativ aber lieber den Auslöser an der Kamera in Verbindung mit 2 sec Selbstauslöser.
Die Fernbedienung gefällt mir gar nicht. Man kann zwar Fokuspunkt, ISO, Blende, Zeit, EV einstellen, aber hat keinen Zugriff auf Histogramm, Waage, Lupe oder Fokuskontrolle. Außerdem werden alle (Drehrad-)Einstellungen an Kamera oder Objektiv ignoriert bzw. erst in die App übernehmen, wenn man die Fernbedienung verlässt und neu startet. Da gefällt mir die Bedienung direkt an der Kamera besser und sie ist (für mich) intuitiver.
Außerdem ist für Fernbedienung und Herunterladen der Bilder WLAN erforderlich, so dass hier der Kamera-Akku zusätzlich belastet wird.
Für Geotagging funktioniert’s aber gut, auch erscheint mir die Akkubelastung gering zu sein.
Auf Dauer haben mich zwei Dinge furchtbar gestört: 1. die Wartezeit, bis nach Aufwachen aus Sleep die Verbindung hergestellt ist und 2. dass ich an zwei Geräten jeweils hantieren muss. Wegen des ärgerlichen Design-Bugs, dass Fuji auch ohne Verbindung irgendeinen Alt-Wert als GPS-Koordinate ins EXIF schreibt, war die Nachbearbeitung mir zu aufwändig und fehlerträchtig.
Jetzt starte ich auf dem iPhone GeotagPhotos, speichere abends den gpx-File in meiner Dropbox. In Lightroom lade ich dann den gpx-File und geotagge alle Bilder in einem Rutsch.
Update Juli 2020: Komoot ist besser als GeotagPhotos
Für Wanderungen und Radtouren benutze ich jetzt Komoot, die App ist also sowieso immer aktiv. Die gpx-Daten werden automatisch erfasst, und der Clou ist, dass die unvermeidlichen Messfehler (jedes GPS-Tracking hat immer wieder erratische 10-100m Sprünge) sehr gut korrigiert werden. Qualitativ sind die Tracklogs deshalb wesentlich besser und erfordern kaum Nachbearbeitung nach dem Geotagging in Lightroom. Außerdem wird die Höhe ebenfalls protokolliert.
Die Arbeitsschritte sind die gleichen wie bei GeotagPhotos: gpx-File speichern, in Lightroom laden und alle Bilder in einem Rutsch geotaggen. Wann alle Fotos die korrekte Uhrzeit haben (Zeitzone!), dann ist das Ergebnis perfekt.
Wenn die Uhrzeit mal falsch ist, dann kann ich wahlweise die Aufnahmezeit der Bilder ändern oder den GPS-Track vor dem Tagging zeitlich verschieben.
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[wptab name=’Hotpixel/Rauschen‘][newline]
Hotpixel-Test Fuji X-T2 vs. X-T3 vs. X-H2S vs. GFX 100S
[metaslider title=“fot-hot-2″]Was ist Rauschen? In Kurzform: „Fehler im aufgenommenen Signal, die nicht dem realen Signal entsprechen.“ Sie treten immer auf, zufällig in Ausmaß und Verteilung … ob sie störend sind, hängt vom berühmten Signal-Rausch-Verhältnis ab und vom Bild, denn in dunklen Bereiche und glatten Flächen fällt Rauschen besonders auf. Für Details siehe diese wirklich gute Erklärung, die auch mit vielen Mythen aufräumt, allerdings werden zufällige Hotpixel und permanente Dead Pixel gleichsetzt. In Kurzform besteht Rauschen aus:
Photonen-Rauschen (Shot Noise), das durch die Licht- (Photonen-) Messung entsteht. Dies ist der größte Anteil am Rauschen, man kann ihn durch gute Aufnahmetechnik verringern. (Nicht unterbelichten oder besser ETTR – aber dann ist Bildbearbeitung am Rechner erforderlich).
Sensor-Rauschen: Signalfehler, die der Sensor und die nachgelagerten Chips zufällig erzeugen. Durch hohe ISO-Werte wird das Rauschen zusätzlich verstärkt. Hier helfen gute, moderne Sensoren und … Kälte: kalte Sensoren rauschen weniger.
Hotpixel: Zufälliges Überstrahlen eines oder mehrere Pixel – das Pixel läuft durch Sensor-Rauschen „voll“ und ist im Bild als roter, grüner, blauer oder weißer (falls alle 3 Farbkanäle überlaufen) Punkt sichtbar. Sehr störend, von Aufnahme zu Aufnahme woanders. Wenige Hotpixel können gut durch Software oder Stempeln entfernt werden. Treten sie in Mengen auf, geht das nicht mehr, das Bild ist ruiniert.
Abhilfe durch Aufnahmen in Base-ISO und kurze Belichtungszeiten. Geht natürlich nicht immer, und manchmal muss oder will man lange belichten.
Dead Pixel: Permanente Pixelfehler des Sensors. Entstehen bei der Herstellung, aber auch später durch Photonenbeschuss aus dem All.
Lassen sich am einfachsten entfernen – durch die Kamera-Funktion Pixelmapping, wodurch die Dead Pixel maskiert werden, so dass sie im Bild gar nicht vorhanden sind. (Achtung: Manche Autoren bezeichnen diese Dead Pixel ebenfalls als Hotpixel.)
Übrigens: Jeder Sensor hat Dead Pixel, Dutzende bis Hunderte.
[metaslider title=“fot-hot-1″]Angeregt durch einen Forenbeitrag (vor vielen Jahren im dpreview-Forum) führe ich mit jeder neuen Kamera die folgenden Testaufnahmen durch. Ziel ist, die Empfindlichkeit des Sensors für Hotpixel und Sensor-Rauschen zu ermitteln:
Ohne Objektiv bzw. mit aufgesetztem Objektivdeckel, d.h. komplett schwarzes Bild.
Jeweils bei Base-ISO (200 bei der X-T2, 160 bei der X-T3/X-H2S, 100 bei der GFX 100S) und ISO 1600,
mit den Belichtungszeiten 1 sec, 4 sec, 15 sec, 60 sec und 240 sec.,
jeweils einmal ohne Schwarzbild (<NR aus>) und mit (<NR an>).
Entwickelt in Lightroom CC Classic mit „Belichtung +2“, ansonsten alle LR-Einstellungen auf 0.
Bemerkung 1: Dieser Stresstest erzwingt, dass der Sensor sich erwärmt, und zeigt, wie viele Hotpixeln und/oder Sensor-Rauschen dann entstehen. Braucht man das? Ja, wenn man so sonderbare Sachen macht wie – Langzeitbelichtungen, um Wolken/Wasser zu verwischen und Farben zu verstärken: in der Regel Base-ISO, typisch 8-240 sec. – Nordlichter, Sterne, Milchstraße: ISO 1600-3200, 4-25 sec. – Deep-Sky, d.h. Sterne mit Nachführ-Mechanik: ISO so hoch es sinnvoll geht, Belichtung im Stundenbereich. (Meist aber mit sündhaft teuren Spezialsensoren, denn mit den besten Kamera unserer Preisklasse kann man vielleicht so bis 1 Std. Belichtung gehen.)
Bemerkung 2: Häufige Kommentare in Foren sind: „Wieso, Rauschen/Hotpixel gehen doch auf Knopfdruck in Lightroom oder DXO weg?!“ Nein, nicht ganz. Und massive Hotpixel eben nicht.
Beim Schwarzbild (bei Fuji LENR oder kurz NR – Long Exposure Noise Reduction) macht die Kamera direkt nach der Belichtung noch ein Bild mit den gleichen Einstellungen, aber mit geschlossenem Verschluss und zieht dieses „Schwarz“bild vom eigentlichen Bild ab.
Hotpixel werden dadurch zuverlässig beseitigt (Dead Pixel auch), aber das Sensor-Rauschen wird signifikant (41% !) erhöht. Darum ist es immer eine Güterabwägung, auch weil sich die Belichtungszeit quasi verdoppelt. z.B. 240 sec Foto, plus 240 sec Schwarzbild.
Der Test hilft mir zu erkennen, was ich problemlos von der Kamera erwarten kann, wo ich vorsichtig sein muss, und was ich vermeiden muss. Außerdem, ob Schwarzbild (NR) hilft oder nicht.
[leerzeile]
Im folgenden sind im Lightroom-Compare-Mode jeweils 2 Bilder in 100%-Vergrößerung dargestellt.
X-T2/X-T3: Die Bilder zu den Belichtungszeiten 15 sec und kürzer habe ich weggelassen, dort sind keine (X-T3) bis wenige (X-T2) Hotpixel zu sehen.
X-H2S: Vergleich mit der X-T3 bei ISO 1600 und 240 sec. Bei Base-ISO oder <= 60 sec ist die X-H2S mit der X-T3 gleichauf.
GFX 100S: So wenig Hotpixel/Rauschen, dass ich nur 240 sec zeige und die mit noch mehr Verstärkung (+4 EV, 200% statt +2 EV, 100%).
[metaslider title=“fot-xt-8a“]
[metaslider title=“fot-xt-8b“]
[metaslider title=“fot-xt-8c“]
X-T2
Links ohne Schwarzbild, rechts mit
ISO 200 und 1600 bei 60 und 240 sec
X-T3
Links ohne Schwarzbild, rechts mit
ISO 200 und 1600 bei 60 und 240 sec
X-T2 vs. X-T3
Ohne Schwarzbild
ISO 200 und 1600 bei 60 und 240 sec
Die X-T2 ist gut, die X-T3 etwas besser.
[metaslider title=“fot-xh-5a“]
[metaslider title=“fot-xh-5b“]
[metaslider title=“fot-xh-5c“]
X-T3 vs. X-H2S, ISO 1600, 60 sec Beide Kameras sind gut
X-T3 vs. X-H2S, ISO 1600, 240 sec Die X-H2S ist schlechter.
Durch Erwärmung verschlimmert sich die X-H2S mit jedem Bild.
X-H2S warm vs. kalt, ISO 1600 Bei kaltem Sensor auch ohne Schwarzbild wenig bis kein Rauschen/Hotpixel
[metaslider title=“fot-gf-2a“]
[metaslider title=“fot-gf-2b“]
[metaslider title=“fot-gf-2c“]
X-H2S vs. GFX 100S, ISO 1600 Links mit Schwarzbild, rechts ohne.
Die GFX 100S ist selbst ohne Schwarzbild clean.
GFX 100S ISO 100 vs. 1600 +4 EV, 200% Ansicht (statt +2, 100%)
Trotz der Aufhellung um 4 Blenden sieht man bei ISO 100 kein Rauschen, sehr wenige Hotpixel.
GFX 100S ISO 1600, NR aus vs. an +4 EV, 200% Ansicht (statt +2, 100%)
Besser ohne Schwarzbild
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Mein Fazit nach diesen Vergleichen:
Die X-T2 ist bei Base-ISO (200) durchaus für Langzeitbelichtungen zu gebrauchen, wenn man das Schwarzbild aktiviert (<NR an>) und darauf achtet, dass die Kamera nicht zu heiß wird.
Höhere ISO sollte man bei der X-T2 für Langzeitbelichtungen vermeiden.
Die X-T3 ist auch ohne Schwarzbild bei Base-ISO (160) gut geeignet. Der eine oder andere Hotpixel kann passieren … ist aber leicht in der Bildbearbeitung zu entfernen. Wer sicher gehen will, aktiviert das Schwarzbild.
Selbst bei ISO 1600 ist die X-T3 für Langzeitbelichtungen gut brauchbar. Hier würde ich aber den Schwarzbildabzug aktivieren – aber wenn erforderlich (z.B. bei Serienaufnahmen der Milchstraße mit jeweils 15 sec Belichtungszeit) kommt man auch ohne Schwarzbild gut zurecht.
Das Pixelmapping sollte man auch bei der X-T3 ab und zu durchführen.
Im direkten Vergleich der X-T2 mit der X-T3 (rechte Bildserie, jeweils ohne Schwarzbild) sieht man, dass die X-T2 bei >1 min Belichtungszeit deutlich abbaut, während die X-T3 selbst bei 240 sec und ISO 1600 noch gut und brauchbar aussieht.
Die X-H2S ist bei Base-ISO 160 für einzelne Langzeitbelichtungen bis 60 sec geeignet. Das hat mich positiv überrascht – bei diesen Einstellungen erhitzt sich der stacked Sensor wohl recht wenig. Bei längerer Belichtung und höherem ISO bzw. hoher Außentemperatur steigen jedoch Hotpixel und Rauschen so stark an, dass ich sie nicht für Langzeitbelichtungen einsetzen möchte.
Die GFX 100Sist nicht nur ein Pixelmonster, sondern auch ein Rauschzwerg. Einfach super, kein Schwarzbild erforderlich/sinnvoll.
Bei allen Kameras sollte man ab und zu (1x pro Jahr) das Pixelmapping durchführen: <Bildqualität> <Pixelmapping>. Denn durch den Teilchenbeschuss aus dem Weltall entstehen mit der Zeit neue Hotpixel.
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Damit man nicht zu den anderen Tabs hin- und herschalten muss, wiederhole ich hier die Hotpixel-Probleme der X-T2 (ohne Schwarzbild, alte Akku-Version, ISO zu hoch) …
Gaztelugatxe, nähe Bilbao
240 sec, ISO 1600, kein Schwarzbild Hotpixel in allen dunklen Bildbereichen
Cargudero de Dícido, nähe Castro Urdiales
240 sec, ISO 1250, kein Schwarzbild Schwerste Hotpixel in den sehr dunklen Bereichen
Playa de Barrio, nähe Bilbao
240 sec, ISO200 (!), kein Schwarzbild Der Schock: Auch bei ISO 200 (Base ISO der X-T2) sind zwar schwache, aber viele Hotpixel zu sehen.
… und die ermutigenden Beispiele von der X-T3 bei sehr hohen ISO:
[metaslider title=“fot-xt-7a“]
[metaslider title=“fot-xt-7b“]
[metaslider title=“fot-xt-7c“]
Der Aachener Dom leuchtet
1/35 sec, f/4, ISO 6400
Hotpixel sehr stark im Original,
mit Lightroom fast eliminiert.
Ship Inn, Porthleven
1/20 sec, f/2.8, ISO 12800
Schwache Hotpixel im Original,
mit Lightroom etwas reduziert.
Tyne Bridge, Corbridge
1/15 sec, f/2.8, ISO 12800
Schwache Hotpixel im Original,
mit Lightroom nahezu beseitigt.
[metaslider title=“b22-hinreise-2″][metaslider title=“b22-hinreise-1″]Mit Taxi, Zug, viiieeeel 😂 Zeit am Flughafen, 10 Std. Nachtflug, 3 Std. Aufenthalt in Johannesburg, noch einmal 2 Std. Flug und 1 Std. Warten & Transfer … sind wir insgesamt 26 Std. unterwegs.
Alles klappt gut, keine Hektik, das Gepäck kommt vollständig an. Und Michaels Sorge, dass wie im Sommer Chaos in Frankfurt herrscht, ist so etwas von unbegründet: Wir haben bei der Gepäckabgabe, an der Sicherheits- oder Grenzkontrolle jeweils genau null Menschen vor uns.
Old Bridge Backpackers hat ziemlich unter dem Covid-Lockdown gelitten: Es ist wenig los, die Organisation schlecht wie immer (kein Doppelbett, obwohl viermal angefragt und zugesagt), alles lange nicht mehr renoviert (aber sauber und gut in Schuss) und ganz schlimm: Es gibt kein Frühstück mehr 😱.
Aber: Die Lage ist einmalig, das Essen abends ist lecker und wir freuen uns, wieder in Afrika zu sein. Der Thamalakane River führt dieses Jahr viel Wasser, ein ganz anderer Eindruck als vor drei Jahren.
Wir machen einen gemütlichen Spaziergang über die schön renovierte Old Bridge und am Ufer des Thamalakane entlang. Die Tierwelt ist schon „Afrika“, wir gehen früh zu Bett, denn morgen werden wir um 8 Uhr schon abgeholt.
Fazit:
Der Nachtflug ist wieder gut, wir konnten beide etwas schlafen. Umsteigen in Johannesburg ist auch dieses Mal stressfrei.
Old Bridge ist immer noch leger, hat eine tolle Lage und leckeres Essen … aber leider wird es zunehmend vernachlässigt. Schade.
Old Bridge bei hohem Wasserstand, wir starten direkt mit einem Birding-Spaziergang:
[metaslider title=“b22-hinreise-3″]
[newline]
1.-6.9.: Kajaktour
3 Mokoros als GepäckbooteWir und unsere 4 Guides
Wie[br]unsere[br]Kajaktour[br]2019 buchen wir auch diese Tour bei Kayaktive. Für 6 Tage zahlen wir zusammen 2.500€ für Kajaks, Zelte, Transport, Verpflegung, einen Kajakguide und Gepäckboot(e).
Zum Besitzer John haben wir in den letzten 3 Jahren immer Kontakt gehabt und unseren Guides von damals geholfen, gut durch die Corona-bedingte Auftragsflaute zu kommen. Wir freuen uns, den Guide Shadrack und den Koch Gee wiederzusehen.
Wir wünschen uns, wieder mit Mokoros statt Motorbegleitboot unterwegs zu sein, weil es leiser ist und man abseits des Hauptarms fahren kann. Da wir für 6 statt 5 Tage mehr Verpflegung mitnehmen müssen, werden allerdings drei Gepäckboote gebraucht … es fühlt sich schon komisch an, vier Leute nur für uns dabei zu haben, aber man gibt eben auch vier Familien ein Einkommen.
Der Wasserstand ist höher als 2019. So können wir weiter südwestlich als vor 3 Jahren fahren. Hier ist eine offenere Vegetation mit niedrigerem und weniger dichtem Schilf. Deshalb fallen uns die 4-6 Std. Paddeln pro Tag leichter und wir kommen schneller voran. Im Vergleich der beiden Touren sieht man, dass wir diesmal eine längere Strecke paddeln und wandern.
Die Camps sind wieder sehr schön, meist unter Bäumen gelegen und natürlich direkt am Wasser 👍.
Wir starten an der Boro Mokoro Station, ca. 20 km von Maun entfernt. Die Fahrt von Maun mit dem Speedboat dauert 45 min, durch Farmland mit malerisch im Wasser stehenden Kühen, Eseln … und auch mal ein Krokodil 😳.
Drei Tage geht es stromauf, 40 km ins Delta hinein.
Dann eine Doppelübernachtung, im schönsten Camp 3. Wir genießen den Ruhetag und machen eine entspannte Fotopirsch mit Kajak, das Fernglas bzw. die große Kamera auf dem Schoß. Ganz nah lassen uns die Tiere ran, weil die Mokoros mit ihren weit sichtbaren Poler nicht dabei sind (und wir im Kajak nicht als Menschen zählen ;-).
Für die Rückreise reichen zwei Tage aus, eigentlich geruhsam stromab … aber am 6. Tag ist so starker Gegenwind, dass wir ohne Paddeln sogar stromauf treiben. Nach den 4,5 Std. sind wir sehr k.o.
Der Tagesablauf ist uns ja schon bekannt: Nach dem Aufstehen kurz vor 6 Uhr geht es direkt auf 2-3 Std. Game Walk. Danach gibt es ein reichhaltiges englisches Frühstück, dann 3-6 Std. Paddeln mit 45 min Mittagspause. Am Tagesziel wird erst einmal ausgeruht, es gibt Kaffee und Kekse, dann folgt wieder ein Game Walk. Währenddessen bauen die Guides das Lager auf, und wenn wir zurückkommen, ist das Abendessen fertig. Spätestens gegen 21 Uhr gehen wir rechtschaffen müde schlafen.
Fazit:
Der grandiose Neuheitseffekt ist zwar nicht mehr da … aber das Nochmal-Erleben lässt uns alles geruhsamer und irgendwie tiefer erleben.
Die Game Walks sind spektakulär: Höhepunkte sind die Begegnungen mit dem Löwenrudel und den Wildhunden – zu Fuß!
Der kleine Kajakausflug am Ruhetag ist toll: ohne Gepäck(boote), dafür mit Kamera und tollen Tierbegegnungen.
Im Hauptarm ist „viel“ los … die 2-3 anderen Boote pro Tag sind ja fast schon ein Massenauflauf ☺️.
Unsere 3 Lieblingsbilder von der Kajaktour:
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[metaslider title=“b22-kayak-1b“]
[metaslider title=“b22-kayak-1c“]
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Die Junglöwen und Wildhunde
[metaslider title=“b22-kayak-lion“]Afternoon Walk am 2. Tag: Nach fast 6 Std. Paddeln ruhen wir uns lange aus und machen uns erst gegen 18 Uhr auf zum Game Walk. Wir gehen einen Fahrweg vom Fluss weg, sehen Löwenspuren im Sand. „Ganz frisch“ meint Shadrack.
Vorsichtig gehen wir weiter, als auf einmal mehrere Löwen im hohen Gras vor uns aufspringen, gottseidank genauso erschreckt wie wir, und von uns weg traben. Im hohen Gras sehen wir sie nur ab und zu auftauchen, mir gelingen mit Mühe ein paar sauber fokussierte Bilder.
Wir bleiben natürlich sofort stehen: „Immer das Tier den Abstand bestimmen lassen, niemals selber nähern“ ist die Grundregel.
Doch es siegt die Neugier – nicht bei uns – nein, bei den Löwen. Sobald der Abstand sich für sie sicher anfühlt, drehen sie sich neugierig zu uns um. Sie erklimmen einen kleinen Hügel und schauen zu uns rüber. Acht junge Löwen sind es. Nach 2 min ist die Neugier gestillt, sie trollen sich und verschwinden im hohen Gras. Ein unvergessliches Erlebnis 😻.
[metaslider title=“b22-kayak-wild-dog“] Ruhetag am 4. Tag in Camp 3: Wir beide gehen mittags ein Stück alleine, ein bisschen Bird-Watching in dem kleinen Wäldchen rund um unser Camp. In der Ferne sehen wir auf einmal Wild Dogs – sehr weit entfernt, selbst mit stärkstem Zoom unscharf.
Wir gehen sofort ins Camp und melden die Sichtung. Etwas Unglauben, aber auf dem Kamera-Bildschirm sind sie eindeutig zu erkennen. Shadrack geht sofort mit uns wieder los, Karin spottet sie wieder als erste 👍. Unter Shadracks Anleitung pirschen wir uns in einem großen Halbkreis gegen den Wind heran, geschützt durch Büsche. Wir kommen recht nah (20 m), wunderschön anzuschauen, aber in der Mittagshitze gibt es für richtig gute Fotos leider immer noch zu viel Hitzeflimmern.
Nach dem Mittagsschlaf starten wir gegen 15 Uhr eine geruhsame Sightseeingtour mit den Kajaks, 9,2 km, 2:45 Std. Michael nimmt die große Kamera auf dem Schoß mit – wenn man langsam paddelt, geht das gut. Es werden tolle Bilder: eine Büffelherde wälzt sich durchs Wasser, Coppery-tailed Coucals sitzen in einem Baum am Ufer, Elefanten kreuzen vor uns den Channel. Dann sieht Karin wieder Wild Dogs: es ist die gleiche Gruppe aus 3 Tieren. Diesmal direkt neben uns, ca. 10 m entfernt. Sie haben keine Scheu, im Kayak zählen wir wohl nicht als Menschen. Zweimal Wild Dogs an einem Tag, Wahnsinn 🐶.
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Unsere Camps
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[metaslider title=“b22-kay-camp-2″]
[metaslider title=“b22-kay-camp-3″]
[metaslider title=“b22-kay-camp-4″]
Tag 1:
1 Std. Transfer, 1 Std. B&BB: Begrüßen, Beladen, Bepacken. Von 10-15 Uhr sind wir unterwegs, ca. 15 km paddeln wir mit 1 Std. Mittags[hyphen]pause. Das Camp liegt unter lichten Bäumen, mit gigantisch schönem Sonnen[hyphen]untergang 😍. Es gibt leckere Hähnchen[hyphen]schenkel, Reis und Kürbis.
Tag 2:
Heute brauchen wir lange, um ein halbwegs schönes Camp zu finden … am Ende nehmen wir gegen 17 Uhr doch eins ohne Bäume. Aber so spät ist der fehlende Schatten kein Problem. Die Löwensichtung entschädigt uns dann für den anstrengenden Tag 🦁. Es gibt Couscous, Ratatouille, Süßkartoffel und Lamb Chops.
Tag 3+4:
Heute dafür nur 7,5 km, aufregende Hippo-Crossing, und die schönste Campsite: idyllisch in einer Flussbiegung, unter vielen Bäumen. Ideal für zwei Tage. Und es ist eine tolle Gegend für Game Walks mit vielen Tierherden und Vögeln. Papp, Chakalaka-Sauce, Butternut und Stew 👍. Steak mit Kartoffelpüree, brauner Soße und Gemüse. Gee ist ein toller Koch.
Tag 5:
Heute geht es stromab zurück, die 16 km sind easy going, wir lassen uns immer wieder treiben. Zwei aufregende Hippo-Crossings, ein Elefanten-Crossing. Das Camp ist okay, zwei Bäume spenden Schatten. Je näher wir zur National[hyphen]park[hyphen]grenze kommen, desto weniger Bäume (und Tierherden) gibt es. Letztes Abendessen: Spaghetti Bolognese 👍.
Tag 6 ist auch als Easy Going geplant. Nach 90 min Morning Walk spielt uns leider der Gegenwind einen Streich – so stark, dass wir ohne Paddeln sogar stromauf treiben. Also 3 Std. hartes Paddeln ohne Verschnaufen bis zur Mittagspause, dann noch einmal 1,5 Std. … wir kommen doch sehr k.o. an der Boro Station wieder an. Fit sind wir 👍🙂.