22.2.2025: Sternnachführung – der erste Schritt
Der Star Adventurer GTI von Skywalker ist eine preiswerte Montierung (oder auch neudeutsch „Mount“: motorische Sternnachführung), die bis zu 5 kg tragen kann, ausreichend für eine Systemkamera und ein Teleobjektiv.Die Nachführung ist „unguided“.
Learning No. 1: Alle Montierungen im bezahlbaren Bereich (d.h. weniger als 5-stellig 😳) brauchen ein sogenanntes Guiding: eine separate Kamera, die einen bestimmten Stern im Bild (den Guiding Star) verfolgt und alle 0,5-3 sec einen Korrektur an die Montierung sendet.
Ohne Guiding ist bei Brennweiten von 300-600 mm die maximale Belichtungszeit pro Aufnahme nur 10-30 sec. Aber immerhin, ohne Nachführung wären es bei diesen Brennweiten nur ca. 0,5 sec.
Anmerkung: Guiding ginge mit dem Star Adventurer auch, aber dafür braucht man so viel zusätzliches Equipment (Rechner, Guiding-Kamera), dass sich auch eine bessere Montierung lohnt.
Es rauscht gewaltig.
Learning No. 2: Was für Landschaftsaufnahmen (Langzeit, nachts) sehr gut ist, reicht für Astrofotografie bei weitem nicht aus. Das wenige Licht der Sterne oder Nebel, das in 10 sec (oder mit Guiding 120-300 sec) auf dem Kamera-Sensor ankommt, ist so wenig, dass es im Rauschen versinkt. Genau dafür dient das „Stacking“ – durch die Mittelung aus vielen Aufnahmen reduziert sich das Rauschen und die eigentliche Bildsignale kommen mehr und mehr heraus. Man braucht viele Stunden Gesamtbelichtungszeit!
Learning No. 3: Ohne Guidung, Dithering und gekühlte Astro-Kamera gelingt es nicht, dass Rauschen so weit zu reduzieren, dass ich das Bildresultat gut finde.
Stacking dauert … und Bildbearbeitung noch mehr 😳
Bei 10 bzw. 30 sec muss ich für 7 Stunden Belichtungszeit 1400 Bilder sammeln – da braucht selbst mein Highend-MacBook mehrere Stunden.
Und bzgl. Bildbearbeitung nach dem Stacking … ich verstehe jetzt, was im Forum gemeint war mit „forget everything what you learnt for terrestrial photography“.
Trotz allem – ich freue mich über mein erstes Astrobild, von der Bode Galaxy M81 und der Cigar Galaxy M82 – und was ich alles an Details aus den Ausgangsbildern heraus gekitzelt habe.
Gut 7 Stunden belichtet: Das erste Galaxie-Bild.
Auflösung nicht so doll, den Hintergrund musste ich fast schwarz machen wegen Rauschen, den Walking Noise sieht man deutlich und die Star-Spikes sind ein Photoshop-Gimmick.







