Schlagwort-Archiv: Fuji

Februar 2025: Astro-Einstieg mit Skywalker-Montierung

22.2.2025: Sternnachführung – der erste Schritt

Der Star Adventurer GTI von Skywalker ist eine preiswerte Montierung (oder auch neudeutsch „Mount“: motorische Sternnachführung), die bis zu 5 kg tragen kann, ausreichend für eine Systemkamera und ein Teleobjektiv.

Die Nachführung ist „unguided“.
Learning No. 1: Alle Montierungen im bezahlbaren Bereich (d.h. weniger als 5-stellig 😳) brauchen ein sogenanntes Guiding: eine separate Kamera, die einen bestimmten Stern im Bild (den Guiding Star) verfolgt und alle 0,5-3 sec einen Korrektur an die Montierung sendet.
Ohne Guiding ist bei Brennweiten von 300-600 mm die maximale Belichtungszeit pro Aufnahme nur 10-30 sec. Aber immerhin, ohne Nachführung wären es bei diesen Brennweiten nur ca. 0,5 sec.
Anmerkung: Guiding ginge mit dem Star Adventurer auch, aber dafür braucht man so viel zusätzliches Equipment (Rechner, Guiding-Kamera), dass sich auch eine bessere Montierung lohnt.

Es rauscht gewaltig.
Learning No. 2: Was für Landschaftsaufnahmen (Langzeit, nachts) sehr gut ist, reicht für Astrofotografie bei weitem nicht aus. Das wenige Licht der Sterne oder Nebel, das in 10 sec (oder mit Guiding 120-300 sec) auf dem Kamera-Sensor ankommt, ist so wenig, dass es im Rauschen versinkt. Genau dafür dient das „Stacking“ – durch die Mittelung aus vielen Aufnahmen reduziert sich das Rauschen und die eigentliche Bildsignale kommen mehr und mehr heraus. Man braucht viele Stunden Gesamtbelichtungszeit!
Learning No. 3: Ohne Guidung, Dithering und gekühlte Astro-Kamera gelingt es nicht, dass Rauschen so weit zu reduzieren, dass ich das Bildresultat gut finde.

Stacking dauert … und Bildbearbeitung noch mehr 😳
Bei 10 bzw. 30 sec muss ich für 7 Stunden Belichtungszeit 1400 Bilder sammeln – da braucht selbst mein Highend-MacBook mehrere Stunden.
Und bzgl. Bildbearbeitung nach dem Stacking … ich verstehe jetzt, was im Forum gemeint war mit „forget everything what you learnt for terrestrial photography“.

Trotz allem – ich freue mich über mein erstes Astrobild, von der Bode Galaxy M81 und der  Cigar Galaxy M82 – und was ich alles an Details aus den Ausgangsbildern heraus gekitzelt habe.

 

Gut 7 Stunden belichtet: Das erste Galaxie-Bild.
Auflösung nicht so doll, den Hintergrund musste ich fast schwarz machen wegen Rauschen, den Walking Noise sieht man deutlich und die Star-Spikes sind ein Photoshop-Gimmick.

3.-6.3.2025 - M81 Bode Galaxy, M82 Cigar Galaxy - 7,3h Fuji X-H2S, 280mm und 600mm
3.-6.3.2025 – M81 Bode Galaxy, M82 Cigar Galaxy – 7,3h Fuji X-H2S, 280mm und 600mm

 
 

La Palma 2024 – Land und Leute

Der Workshop ist perfekt organisiert

Wir übernachten jeweils zu zweit in den Ferienhäusern Casa Campana in La Punta:

  • gut ausgestattet
  • ein großer Pool
  • für jeden ein eigener Trakt mit Schlaf- und Badezimmer

Das Frühstück bekommen wir im Ferienhaus der beiden Tutoren, reichhaltig und frisch aufgetischt.

Die Abendessen sind im Workshop-Preis enthalten. Mehmet sucht einfache und (wohl gerade deswegen) wirklich gute Restaurants aus. Vor allem die einfachen Bistros sind Spitze: frisch, lecker, freundlich.

Zusätzlich zu den Nachtsessions unternehmen wir einige Ausflüge, so dass wir auch einiges von La Palma sehen.

Unterwegs sind wir in zwei großen SUVs von Cicar. Tiptop – wohl die beste Autovermietung auf den Kanaren, wie wir von Mehmet erfahren.
Dadurch haben wir genug Platz für jeden. Und können uns aufteilen, falls eine Gruppe früher zurück möchte.

 

On Location

Natürlich sind die Locations für Astrofotografie ausgesucht – was auch sonst, genau das haben wir ja gebucht!

Wer ausgedehnte Sessions für Sonnenuntergänge oder Seascape sucht, oder Birding-Urlaub machen möchte … braucht einen anderen Workshop.

Die ideale Astro-Location

  • ist stockdunkel, also weit entfernt von Städten, Straßen etc.,
  • liegt möglichst hoch, mit klarer Sicht und wenig Wolken,
  • hat wenig bis keine Besucher (die machen Licht 😱),
  • hat möglichst in alle Richtungen maximale Sicht auf den Himmel (also wenig „Landschaft“ drumrum)
  • und einen Fels- oder Asphaltuntergrund, damit die Stative 100% stabil stehen.

Wir haben viel Spaß, die Astrofotografie gibt einem ja viel Zeit, sich zu unterhalten, weil die Kameras automatisiert vor sich hin arbeiten.

 

Astro-Zombies …

Kein Schimpfwort, weil so nennen die Astrofotografen sich selbst. Jedenfalls die wir getroffen haben ;-)
Als Gründe vermute ich: Schlafmangel wegen durchwachter Nächte, quadratische Augen wegen stundenlanger Bearbeitungssessions am Computer und Werkzeug-artige Finger wegen diffizilster Basteleien am eigenhändig getunten Equipment 😂.

Aber eine nette Spezies … die sogar, wenn auch erst nach einiger Umgewöhnung, im Hellen solch lichtverschmutzte Motive wie Landschaft oder Sonnenuntergänge fotografieren kann. Nur Sonnenaufgänge geht gar nicht, da schlafen sie …


 
5.9.2024 - Roque de los Muchachos
Roque de los Muchachos – X-H2S mit XF 150-600 in Action

Ein bisschen Wildlife gibt’s auch

Sogar meine Vogelkamera kommt manchmal zum Einsatz.

La Palma ist ein Vogelparadies (das wusste ich gar nicht), wegen der total unterschiedlichen Klimazonen auf engsten Raum: Meer, Strand, Steilküste, Trockenwald, Hochgebirge, im Norden Regenwald und im Süden Wüste und Lagunen.

Trotz wenig Zeit fürs Birding habe ich sogar ein paar Erstsichtungen:

    • Kanarienvogel / Atlantic Canary – zum ersten Mal sehe ich die in der Natur.
    • Einfarbsegler / Plain Swift – zahlreich, mit wilden Flugmanövern oben am Roque. BIF ist sehr schwierig (und ich bin stolz ;-).
    • Mittelmeermöwe / Yellow-legged Gull – ausgewachsen, in England sahen wir bisher nur Jungvögel.
    • Sepiasturmvogel / Cory’s Shearwater – das südliche Pendant zum Eissturmvogel / Northern Fulmar.
    • Alpenkrähe / Red-billed Chough (nur im Flug) – sieht man in den Alpen kaum, häufiger in Osteuropa und – erstaunlich – auf La Palma und in Cornwall.
 
 
 

La Palma 2024 – Astrofotografie

Astrofotografie ist ein Universum …

5.9.2024 - 3 Millionen Lichtjahre 😳

… mit vielen Spezialdisziplinen: Sonne, Planeten, Milchstraße, Star Trails, Nordlichter, Deep Sky, Kometen, Satelliten … mit jeweils unterschiedlichem Equipment, Aufnahmetechniken, Anforderungen an die Umgebung, und Nachbearbeitung.

Deep Sky-Astrofotografie fasziniert mich am meisten: Galaxien, Nebel, Sternhaufen. Man braucht lange Aufnahmezeiten (Stunden!) und macht das mit vielen Einzelaufnahmen. Techniken wie Stacking, Dithering, separate Aufnahmen je Farbkanal, Light/Dark/Calibration Frames usw. werden eingesetzt. Plus jede Menge Spezialequipment: motorische Nachführung, gekühlte Hauptkamera, Nachführkamera, separate Aufnahme- und Nachführteleskope, Filter, Steuerungscomputer.

Auf der nach oben offenen Astro-Skala geht es von der Basisausstattung (gute Landschaftskamera und lichtstarkes Objektiv plus einfacher Tracker) über die Top-10-Upgrades (nur so 9.000 € ;-) und der eigenen Sternwarte im Garten (Mehmet hat seine Traum realisiert) bis zur Profi-Sternwarte (für den Preis von $750.000 ist dann die Lieferung inklusive 😂).

Man verbringt Monate im Internet, hier mal ein Link, was man so alles lernen kann. Nach einigen Jahren des Anschaffen und Lernen gelingen dann Bilder wie diese auf astrobin oder der 7000 Lichtjahre entfernte Fly Nebula.

Wo man auf der Nord- bzw. Südhalbkugel fotografiert, ist übrigens egal – die Sterne sind überall gleich (darum heißt es ja Fix!sterne), die Rechnersteuerung fährt den jeweiligen Himmelspunkt exakt und automatisch an, Hauptsache es ist dunkel und klare Luft. Für ein fertiges Bild sammeln manche von vielen verschiedenen Orten bis zu 100 und mehr Stunden Belichtungszeit, das sind bei 1-5 min pro Einzelbild einige 1000 Frames. Wenn man bedenkt, dass man in Deutschland pro Jahr (!) vielleicht 5 Nächte mit klarem Himmel hat, dass man in La Palma, Namibia oder Chile in einer Woche im Idealfall ca. 30 Stunden aufnehmen kann, dann versteht man, dass man für ein Bild Monate bis Jahre braucht.

6.9.2024 - am Roque Palmero, light, +3.5 aufgehellt6.9.2024 - am Roque Palmero, stacked
Mein Ziel ist sehr bescheiden – ich möchte die Milchstraße mit meiner Ausrüstung für Landschaftsfotografie optimal fotografieren – mit GFX 100S und GF 20-35/4:
– Nachteile:  nur Blende f/4, keine automatische Nachführung
– Vorteile: das niedrige Rauschen und die hohe Auflösung der GFX
– Siehe mein Beitrag im dpreview-Forum

Vor diesem Workshop habe ich die Milchstraße immer als Einzelbild aufgenommen, mit 10-15 sec Belichtungszeit, Offenblende, ISO 1600-3200, dann in Lightroom nachbearbeitet.

Gelernt habe ich jetzt, mehrere Frames aufzunehmen und diese nachher zu stacken. Siehe die gute Erklärung hier. Ich nutze auf dem Mac Starry Landscape Stacker.
Links ein Vergleich von (bearbeitetem) Einzelbild und Stacking aus 40 Einzelbildern.

Die generelle Vorgehensweise ist:
– wie üblich: guter Standort, stabiles Stativ, Motiv/Vordergrund finden
– dann ca. 20-50 RAW-Bilder aufnehmen, die sogenannten Frames
– und in der Nachbearbeitung: RAW aufhellen – Entrauschen – TIFF – Stacking – Nachbearbeiten – ggfs. Vordergrund einbauen.

 

 
Diese folgenden vier Beispiele zeigen mit Zwischenschritten, was dank Rauscharmut und 100 Megapixeln möglich ist, obwohl man mit dem GF 20-35/4 um 3-4 Blenden gegenüber einem lichtstarken Vollformat-Objektiv unterbelichten muss.

Die Andromeda-Galaxie ist natürlich Spielerei mit ungeeignetem Equipment: Blende 5,6 –> 2-3 Blenden unterbelichten trotz ISO 12.800; 200 mm Brennweite (umgerechnet nur 160 mm) –> zusätzlich noch einmal 2-3x croppen.

Milchstraße:
Stack aus 23 Lights, 10 Darks
10 sec, f/4,5, ISO 4.000, 20 mm
7 Lights wegen Autoscheinwerfern unbrauchbar.

Vordergrund 1: (real]
Blaue Stunde, Richtung Milchstraße
9 sec, f/13, ISO 100, 20 mm

Vordergrund 2: (kreativ ;-)
Sonnenuntergang nach Westen
1/140 sec, f/9, ISO 100, 20 mm

Herausforderung:
Farbtemperatur des Vordergrunds anpassen. Sorgfältige Maske in Photoshop.

Milchstraße:
Stack aus 30 Lights, 10 Darks
10 sec, f/4,5, ISO 3.200, 20 mm
Da es stockdunkel ist, sind alle Lights brauchbar.

Vordergrund: (nicht separat)
Kein separates Bild, sondern aus dem Stack aufgehellt, die Wolken um 5 (!) Blendenstufen.
Dadurch viele Artefakte, die ich per „Entfernen“ wegstempeln muss. Aber erstaunlich, was Stacken auch für den Vordergrund bringt.

Herausforderung:
Beim nächsten Mal werde ich nicht so faul sein und ein Vordergrundbild mit vernünftiger Belichtung machen.

Milchstraße und Mond:
Stack aus 20 Lights, 5 Darks
10 sec, f/4,5, ISO 3.200, 24 mm
Starry Landscape Stacker schafft das Alignment von Milchstraße (bewegt sich nach rechts) und Mond (nach unten).

Vordergrund: (nicht separat)
Ich habe außer den Autos alles recht dunkel gelassen, und den Wassertank wegretuschiert.
Ein separates Bild klappte wegen Überstrahlung nicht.

Herausforderung:
Helligkeitsunterschiede bändigen. GFX und Lightroom helfen.

 

Andromeda-Galaxie:
Stack aus 20 Lights, 10 Darks
6,5 sec, f/5,6, ISO 12.800 (!), 200 mm

Die Belichtung ist viel zu lang, nach NPF-Formel darf max 2 sec belichten, um keine Striche zu haben.
Mehmet hat die Sterne am Ende zu Punkten gemacht (mit PixInsight)

Herausforderung:
Wo ist die Andromeda-Galaxie?
Für mich war es schon schwer genug, sie mit dem bloßen Auge zu finden.
Durch den Kamerasucher sieht man gar nichts … also grob ausrichten, 6 sec belichten … korrigieren … nach ein paar Mal klappt es.

 

Fazit:

  • Mit GFX und dem GF 20-35/4 klappen Aufnahmen der Milchstraße und auch Sternspuren sehr gut – durchaus vergleichbar mit einer f/1.4-Optik beim Vollformat.

  • Das meiste  holt man raus
    – mit Geduld vor Ort: sauberer Bildaufbau, Vordergrund separat aufnehmen, viele Frames 👍
    – und Spucke zuhause: KI-Entrauschen, Stacking, Bildbearbeitung 😂.

  • Die Fortschritte in Kameratechnik, Aufnahmetechnik und Nachbearbeitung sind beeindruckend, siehe rechts.

  • Die 7 Regeln aus dem dpreview-Forum bringen auf den Punkt, was man braucht:
    1. Man muss es wirklich wollen
    2. Ausdauer
    3. Lernfähigkeit und Lernwillen
    4. gute Ratgeber
    5. … merken, welche wirklich gut sind 🤣
    6. große Geduld und
    7. … auch etwas Frustrationstoleranz.

 
 

3.-6.3.2025 - M81 Bode Galaxy, M82 Cigar Galaxy - 7,3h Fuji X-H2S, 280mm und 600mm
3.-6.3.2025 – M81 Bode Galaxy, M82 Cigar Galaxy – 7,3h Fuji X-H2S, 280mm und 600mm

Sneak preview (11.3.2025):

  • Seit 2 Wochen habe ich mir eine kleine Montierung zugelegt (Skywatcher Star Adventurer GTI).
  • Nach einigen Pleiten, Pech und Pannen (nicht scharf gestellt, mit Objektivdeckel 2 Stunden fotografiert, Gartenstrom abgeschaltet) …
  • … habe ich 3 Nächte jeweils 2-3 Stunden aufgenommen …
  • … ein paar Tage mich in die Anfänge des Astro-Image-Processing eingearbeitet …
  • … und präsentiere stolz wie ein Erstklässler mein erstes Astrobild. 🙂
  • … hemdsärmelig gestackt und mit Lightroom und Photoshop bearbeitet.
 

Ein Jahr später … geht es weiter in meinem Astro-Blog. 😃

 
 

La Palma 2024 – Workshop

4.9.2024: Lange Anreise, geruhsames Ankommen und Kennenlernen

Ein langer Tag: Aufstehen um 2:45 Uhr, Abflug um 6:15 Uhr in Düsseldorf … Ankunft im Ferienhaus um 15 Uhr. Schreck am Gepäckband: Der Apple AirTag sagt, dass der Koffer in Hamburg ist 😱 … Gottseidank, ein Fehlalarm, dicker Bock von Apple.

Wir sind 4 Teilnehmer: die beiden Astrofotografen Norbert und Werner, mein Kollege Rolf und ich als „nur“ Landschaftsfotografen. Plus Mehmet und Bernd, unsere Tutoren. Es steht also 4:2 für Deep Sky … was sich noch auswirken wird 🤣.

Nach der langen Anreise ist heute ein ruhiger Tag: Ausbaumeln und Mittagsschlaf, gegen 6 Uhr fahren wir nach Puerto de Tazacorte, Abendessen in der Taberna del Puerto, leckerer Fisch. 

Bei einem Glas Wein werden wir schon einmal informiert, wie ein normaler Deep-Sky-Tag abläuft:
– Frühstück gegen 11 Uhr, im Ferienhaus der Tutoren.
– Ausruhen, am Nachmittag ein Ausflug, frühes Abendessen in einem landestypischen Restaurant.
– Gegen 20 Uhr geht es „hoch zum Roque”, pünktlich zum Beginn der Dunkelheit.
– Die Nacht wird durchgemacht, bis gegen 3, 4 Uhr.

 
5.9.2024: Roque des los Muchachos
5.9.2024 - GTC am Roque de los Muchachos ... „Wo ist der Spiegel?“ 😂
GTC am Roque de los Muchachos: „Wo ist der Spiegel?“ 😂

Frühstück um 8 in Mehmets und Bernds Haus (gestern war ja keine Nachtschicht), dann geht es hoch zum „Roque“ (de los Muchachos, dem höchsten Punkt des einstigen Vulkans im Norden). Wir besichtigen das Observatorium:

  • MAGIC, die Gammastrahlen-Teleskope: Seit 2016 werden in Chile und hier in La Palma bis 2028 insgesamt 60 Teleskope gebaut, mit denen Wissenschaftler versuchen, das Zentrum der Milchstraße zu vermessen.
  • GTC (Grand Telescopio de Canarias), mit einem Spiegeldurchmesser von 10,4 m das (derzeit noch) größte Spiegelteleskop der Welt. Rolf und ich fragten beide „Wo ist der Spiegel?“ … wir wollten niemanden veräppeln … der Spiegel ist so sauber, dass wir die Spiegelung für den Bereich hinter dem Spiegel halten 😂.
  • Anschließend geht es ganz nach oben zum Roque de los Muchachos, mit 2426 m die höchste Erhebung des Kraterrands des einst noch ca. 1000 m höheren Vulkans Taburiente.
    Tolle Aussicht, Michael ist der Kolkraben-Flüsterer 😍.
  • Zeit für das Museum haben wir leider nicht.
5.9.2024 - Roque de los Muchachos, Natternkopf im Sonnenuntergang
Magisch: Sonnenuntergang über den Wolken

Für 1  Stunde Mittagsschlaf fahren wir ins Ferienhaus zurück, dann zum Abendessen nach Las Tricias, zu Camu Camu Garafía, ein kleines, gemütliches Bistro, mit sehr leckeren vegetarischen Burgern.

Dann geht es zur ersten Astro-Sitzung wieder hoch zum Roque: In der blauen Stunde machen wir fleißig Vordergrundfotos (mir erschließt sich erst später, auf was zu achten ist), dann bauen wir unsere Stative am Besucherzentrum auf und es gibt erste Milchstraßenbilder. Oder – um es präzise zu sagen: Wir nehmen die „Frames“ auf, aus denen später per Software die Milchstraßenbilder entstehen. Technische Details siehe beim Menüpunkt Astrofotografie.

Zwischendurch ein kleiner Abstecher zum Aussichtspunkt Mirador de los Andenes. Der Blick über die riesige Caldera ist fast kitschig schön:  weiße Wolken, angestrahlt von unten durch die Lichter der Hauptstadt Santa Cruz de la Palma, darüber die Milchstraße. Für uns Landschaftsfotografen ein tolles Motiv, für die Astrofotografen ist es … Lichtverschmutzung 😄.

Gegen halb 2 sind wir zurück … uns Einsteiger will Mehmet am ersten Tag wohl nicht verschrecken.

 

 
6.9.2024: Bootstour, Llano de los Animas („Wassertank“)

Spätes Frühstück, Bilder bearbeiten, um halb 3 geht’s nach Tazacorte zur Bootstour. 2,5 Stunden fahren wir an der Westküste entlang:

  • Zuerst etwas nach Süden, wo beim Ausbruch von 2021 die Lava des Cumbre de Veija ins Meer floss.
  • Wir fahren in 2 Lavahöhlen, besichtigen die Klippenhäuser
  • und dann geht es aufs offene Meer, um Delfine oder gar Wale zu sehen.
    Das klappt nicht, aber dafür finden wir Sepia-Sturmtaucher, die südlichen Verwandten des Northern Fulmar, den Karin und ich an Englands Ostküste entdeckt hatten. Sie leben ebenfalls fast nur auf dem Meer, außer zum Brüten. Mir gelingen schöne Fotos 🙂.

Frühes, leckeres Abendessen in der Pizzeria II Tramonto am Hafen, 1,5 Stunden Ausruhen, dann geht es hoch zum Wassertank am Llano de los Animas.

Die Astrofotografie-Session wird vorbereitet  … d.h. das ganze Foto-Geraffel auspacken, aufbauen, justieren, dann einige Testaufnahmen und die vorprogrammierten Automatiken werden gestartet. Für den Rest der Nacht heißt es dann für die Astro-Jungs … warten, reden, schlafen, warten … ☺️.

Rolf und ich wollen mehr Action, und kraxeln 250 Höhenmeter hoch zum Krater, zum Roque Palmero. Uns gelingen schöne Milchstraßenbilder. Aber irgendwie ist die Milchstraße überall auf der Welt gleich, nur halt der Vordergrund variiert. Da haben die anderen mit ihren Teleskopen schon deutlich mehr Auswahl: Nebel, Galaxien …

Gegen Mitternacht sind wir zurück bei den anderen, ich gehe ins Auto zum Schlafen … als Rolf ins Auto kommt und mir den Andromeda-Nebel aufgenommen zeigt, mit seiner X-T5 und XF 50-140/2.8 … da gehe ich auch noch mal raus, und versuche es mit meiner dafür eigentlich komplett ungeeigneten Kombi GFX und GF 100-200 f/5.6.

Klappt erstaunlich gut – und es ist faszinierend: Die Andromeda-Galaxie (im Messier Katalog mit der Bezeichnung M31, bei Wikipedia ausführlicher Lesestoff) ist 2,5 Mio. Lichtjahre von uns entfernt, ca. zweimal so groß wie unsere Milchstraße, das am weitesten entfernte Objekt, das wir mit bloßem Auge erkennen können (bei wenig Lichtverschmutzung).
„2,5 Millionen Lichtjahre“ … Wahnsinn, alles was wir sehen, ist vor 2,5 Mio. Jahre passiert.


Die anderen erbarmen sich, und schon kurz nach 1 fahren wir alle gemeinsam zurück.

 
7.9.2024: Aussichtspunkte an der Küstenstraße LP-1, Auszeit ;-)

Frühstück um 10, Bilder sortieren und bearbeiten bis 15 Uhr, dann fahren wir die LP-1 nach Norden:

Abendessen im Restaurante Parrillada Pino de La Virgen, in El Pino, ganz okay.

Rolf und ich sind k.o. – als Landschaftsfotograf ist man zwei Tage Nachtschicht halt nicht gewöhnt 😄.

Wir nehmen einen der Wagen und fahren schon gegen 7 Uhr zurück, mit Zwischenstop zum Sonnenuntergang am Mirador Barranco de Garome. Abends bearbeiten wir noch ein paar Bilder.

Die anderen vier fahren noch einmal hoch zum Wassertank … und bleiben bis 4 Uhr morgens 😱.

 
8.9.2024:  Bildbearbeitung, Llano de los Animas („Wassertank“)
8.9.2024 - Llano de los Animas, Mond
(umgerechnet) 1260 mm Brennweite

Der übliche Rhythmus: 10 Uhr Frühstück, bis 15 Uhr Bildbearbeitung und Ausruhen, dann geht’s los.

Zum 3. Mal  geht’s zum Wassertank, weil es dort für Astrofotografen nahezu ideal ist: stockdunkel, klare Luft bei 2000 m Höhe, keine anderen Menschen (mit so bösen Dingen wie Taschenlampen oder Autoscheinwerfern) und – auch sehr wichtig – Asphalt als Untergrund.
Denn wenn die Stative bei Astrofotos auch nur einen Millimeterbruchteil einsinken, dann verrutschen in den Weiten des Weltalls die Galaxien 😳.

Unser Landschaftsfotografen-Sonderwunsch heute: Bilder im Hellen, also goldene Stunde und Sonnenuntergang, d.h. schon gegen 7 Uhr am Ziel sein.

Einige Überzeugungsarbeit für eine so frühe Ankunft ist erforderlich, denn die anderen sind komplett auf Nachtaufnahmen gepolt: „Was sollen wir so früh da oben, da ist es doch noch viel zu hell.

Mit Mühe schaffen wir es, um 18 Uhr los zu fahren … dass man für Sunset-Fotos eine gute Stunde vor Sonnenuntergang da sein muss, ist Astrofotografen unbekannt 😊. 

Schöner Sonnenuntergang auf 1900 m Höhe, traumhaft über den Wolken, tolle Lichtstimmung.

Dann unser Topshot kurz nach Sonnenuntergang: Milchstraße und Monduntergang, gleichzeitig im Bild 🙂👍.
In der Dämmerung war der Mond noch nicht untergegangen, also „viel zu hell“ für Astrofotos, „hat gar keinen Zweck, jetzt schon zu fotografieren“. Aber Rolf probiert es, sieht gut aus. Ich schieße sogar einige Dutzend Frames fürs Stacking – und zur Überraschung aller verkraftet die Stacking-Software auch die unterschiedliche Objektgeschwindigkeit und -richtung von Milchstraße und Mond.

Rolf und ich fahren gegen Mitternacht zurück.


8.9.2024 - Llano de los Animas, Milchstraße und Mond, stacked aus 25 Frames
8.9.2024 – Llano de los Animas, Milchstraße und Mond, stacked aus 25 Frames
 
9.9.2024: Rundfahrt Roque und Santa Cruz de la Palma
9.9.2024 - Mirador de Los Andenes, die Kolkraben sind handzahm ;-)
Mirador de Los Andenes, die Kolkraben sind handzahm … (klick für Video)

Frühstück erst um 11 … die anderen hatten wieder bis 4 Uhr Nachtschicht. 😱

Um 14 Uhr fahren wir via Roque de los Muchachos und nur 2 Aussichtspunkten (die sind echt keine Landschaftsfotografen ;-) nach Santa Cruz de la Palma.

Ich weine zwischendurch, denn beim Mirador de los Andenes nehme ich nur die GFX mit Weitwinkel aus dem Wagen, nicht das „Rohr“ mit 600 mm Brennweite … und prompt schweben 2 Alpenkrähen (die mit den roten Füßen und Schnabel) und 2 Turmfalken vorbei, ganz nah, auf Augenhöhe. Ich hole schnell die Vogelkamera … aber kein Vogel kommt mehr.
Okay, stimmt nicht ganz: 2 Kolkraben lassen sich anlocken und fressen mir aus der Hand. Magisch, diese Nähe, wie der Vogel mich anschaut, mit einer Mischung aus Vorsicht und Zutrauen.

Santa Cruz ist nett, ich finde die Stadt aber nicht besonders schön, auch nicht fotogen. Wir bummeln 2 Stunden und essen leckere Pizza an der Strandpromenade (Made in Italy).

Gegen 22 Uhr sind wir wieder in der Unterkunft, noch Bilder einlesen und sortieren … morgen ist der letzte Tag.

 
10.9.2024: Vulkanfelder von 2021, „Wasserfall“, Centro de Visitantes
10.9.2024 - Wasserfall über der Cumbre Nueva
10.9.2024 – Wasserfall über der Cumbre Nueva (klick für Video)

Ein ruhiger Tag heute. 

  • Der Vulkanausbruch des Cumbre Vieja hat 2021 ca. 1600 Häuser zerstört. Man sieht Hausreste im Lavastrom, und Häuser, die auf der Gartenseite 5 m in der Lava stecken, auf der Straßenseite frei zugänglich sind … und noch bewohnt werden. 
  • Licht, Wind und Wolken spielen mit … der Wolkenwasserfall über der Cumbre Nueva sieht toll aus. 
  • Das Besucherzentrum ist klasse. Am schönsten finde ich das große Reliefmodell der Insel. 

Frühes Abendessen in der Dorfbar von La Punta, es gibt genau zwei Gerichte: Pollo oder Pescado, mit Kartoffeln und Salat. Einfach und sehr lecker. 👍🙂

Den Abend lassen wir auf unserer Terrasse ausklingen, die Wein- und Bierreserven müssen weg 😊.

11.9.2024: Rückflug
13.9.2024 - Andenken an den Workshop :-)
Andenken an den Workshop :-)

Ein Werbe-Doofpaddel ruft um 4:44 Uhr auf dem Handy an, verschlafen stehe ich auf, waschen, Koffer packen, Rolf wecken … der mir dann sagt, dass es 5:25 Uhr, nicht 7:25 ist 😂.
Gottseidank kann ich wieder einschlafen (Rolf auch ;-) und stehe um 7 Uhr wieder auf. Ohne Hektik ist noch Zeit für einen Kaffee und Joghurt. 

Um 7:30 Uhr geht’s zum Flughafen, Rolf fliegt um 10:45 Uhr schon nach Düsseldorf, wir anderen fünf um 12:10 Uhr nach Frankfurt. 

Ruhiger Flug. Pünktliche Landung um 18:30 Uhr … den durchgehenden Zug nach Aachen um 19:08 Uhr bekomme ich dann wohl nicht.
Mein Koffer kommt um 19:01 Uhr … ich will es probieren … kleiner Gepäcklauf … 19:08 Uhr am Gleis 6 … 19:09 Abfahrt. Wohl ein neuer Rekord, um quer durch den Frankfurter Flughafen zum Fernbahnhof zu kommen 👍.

 

Fazit:

  • Toller Workshop, nette Leute
  • Gute Mischung aus spät frühstücken, Siesta, Nachmittagsprogramm und Abend-/Nachtschicht
  • Mehmet vertraut mir einen der 2 Mietwagen an, so dass Rolf+ich schon früher als die „Astrozombies“ zum Schlafen zurückfahren können. 
  • Milchstraße habe ich jetzt gelernt, gelingt mit GFX und dem GF 20-35 perfekt:  30-50 Aufnahmen mit ca. 10 sec, f/4, ISO 3200, und dann stacken. 
  • Auch Andromeda klappt (3-6 sec, ISO 12800, mit dem GF 100-200).
    Ärgerlich, dass ich das XF 200/2 nicht mitgenommen habe … damit wären wohl auch ohne Nachführung ein paar Nebel ganz gut gegangen.
    —> Kommt auf die Packliste für den La Palma Urlaub mit Karin 😊😍🥰
  • Mehmet ist ein super netter, ruhiger und äußerst geduldiger Workshop-Leiter. Fokus und Knowhow liegen natürlich bei Astrofotografie.
    Sonnenuntergang, Lichtstimmungen oder dramatische Bergszenen … fallen ihm genauso gut auf wie mir auffällt, ob Karin beim Friseur war 😂.
  • Am Ende habe ich ca. 10 „Burner“, mehr als auf den anderen Workshops. 
 
 

Fotografie: Fujifilm

Das Fujifilm X System
Das Fujifilm X System
Das Fujifilm GFX System

Spiegellose Systemkameras wurden erstmals 2008 vorgestellt (Micro Four Thirds). Ich habe sie mir immer mal angeschaut, aber Bildqualität, Autofokus und vor allem der Sucher waren lange Zeit deutlich schlechter als bei digitalen Spiegelreflexkameras.

Besonders der Sucher störte mich: Flimmern, Aussetzer, Rauschen und – am schlimmsten – das zeitverzögerte Bild beim Schwenken. Mir wurde dabei sogar schwindelig.

2012 kam Fujifilm mit der X-Serie auf den Markt. Ein Kollege wechselte von Canon APS-C auf die Fuji X-E1 und war begeistert. Bildqualität und die Objektive fand auch ich sehr überzeugend, aber Autofokus und vor allem der elektronische Sucher waren mir noch zu schlecht. Aber ein deutlicher Fortschritt und es war absehbar, dass in wenigen Jahren die spiegellosen System vorne liegen werden. Auch bei Kameras begann sich digital gegen analog durchzusetzen! Angetan war ich vom Gewicht und der Kompaktheit … aber lange Zeit blieben Spiegelreflexkameras  deutlich besser.

2016 ist für mich die Fuji X-T2 auf dem gleichen Level wie Canon 5D III und ich wechsle komplett auf Fuji. Ich bin zufrieden.

2022 erscheint mit der Fuji X-H2S die (bis dahin) mit Abstand schnellste Fuji-Kamera, nach den Firmware-Updates 2023 erreicht der Autofokus nicht ganz die Liga von Sony, aber ist recht gut. Leider sind diese schnellen Kameras durch ihren stacked Sensor nicht gut geeignet für Langzeitbelichtungen. Darum stand ich vor der Wahl: Schneller Autofokus ja/nein? Und wenn ja, weiter Landschaft/Langzeitbelichtungen? Die Antwort war zu erwarten: beides!
Also eine zweite Kamera für Langzeitbelichtungen, dann auch mit mehr als 26 Megapixel. Ich dachte mir … wenn schon denn schon … und so wird es die Mittelformat-Kamera Fuji GFX 100S.


Die Fuji-Evolution :-)

 

 
 

Schottland 2021

31.10.2021 – 9.11.2021: Fotoworkshop in Schottland
31.10.-9.11.2021: Locations des Fotoworkshops Schottland
31.10.-9.11.2021: Locations des Fotoworkshops Schottland (© Google 2021)
2.11.2021 - Loch Etive: "Okay - Wellies would have been better"
Loch Etive: “Okay – Wellies would have been better”

Nach dem tollen Workshop auf Lewis&Harris wollte ich gerne noch einmal einen Workshop mit Tom Mackie machen, denn seine Markenzeichen sind:
– schöne Locations,
– gute Hotels und leckeres Essen,
– Muße, kein Rund-um-die-Uhr-Stress,
– und eine kleine Gruppe.
Kurz: Gentleman-Reisen 😊.

Es wird dann Scotland in Autumn.
Okay … nicht Schottland komplett, sondern der südlichste Teil der Highlands, rund um das Glencoe Valley, dem historischen Ort der schottischen Geschichte.
Und … im November, überraschend eine gute Reisezeit: noch gutes, eher windstilles Wetter  (stimmt, 10-20 °C und meist heiter bis wolkig), keine Mücken mehr (super!), schöne Herbstfärbung der Blätter.

Fazit: Eine entspannte Reise mit tollen Locations, super Wetter und einer netten Truppe. Gelernt habe ich die „3 P” – siehe Lessons learned.

 

Beeindruckende Landschaften


 

Schottland 2021 – Workshop


Covid Adventure Travel …
31.10.2021 - der A319 wird mit Panzertape geflickt ;-)
Der A319 wird mit Panzertape geflickt 😳

… oder Irrungen und Wirrungen im Dschungel der Formalitäten, Änderungen, (Non-)Digitalisierung …

  • Lufthansa 😳:
    IT ist nicht die Kernkompetenz, and it shows: Formulare und Einreisedokumente sind vorher hochzuladen … aber der Checkin weiß von nichts und prüft alles noch einmal von Hand, dauert Stunden. Inakzeptabel. (Der Flug ist wunderbar, Gepäck geht schnell – das kann man.)
    Das gleiche beim Checkin für den Rückflug in Glasgow: ewige Wartezeit, alles manuell. Bis eine Mitarbeiterin auf die gute Idee kommt, alle Deutschen mit Online-Pre-Checkin, aber ohne Weiterflug, an einen separaten Schalter zu bitten: Das kann das System mittlerweile. Toll.
  • UK Immigration 👍:
    Es gibt zwar Restriktionen (geimpft, Day 2 Test), aber die Webseiten für Buchung des Tests und das Ausfüllen der Passenger Locator Form sind super … und bei der Einreise liegt alles vor, ich bin in weniger als 2 Minuten durch die biometrische Passkontrolle … und zu meinem Erstaunen („What do I have to do next?” – “Nothing, welcome to Scotland“) war das schon alles.
  • Deutschland 👍:
    Die elektronische Einreiseanmeldung im Internet ist einfach … der Grenzbeamte sieht alles auf seinem Schirm … super, so muss es sein.

Aber genug der Beschwerden – ich freue mich, dass Reisen überhaupt geht und genieße es, unterwegs zu sein.

 
31.10. Anreise über Glasgow
31.10.2021 - MacSorley's
MacSorley’s

Wie 2016 nach Stornoway war es mir zu riskant, den Vormittagsflug am 1.11. für das Treffen am Mittag zu buchen. So reise ich schon am Vortag an, buche schon 6 Monate im voraus den Flug und das Motel One direkt an der Central Station.

Eine weise Entscheidung – denn erstens wird der Vormittagsflug kurzfristig abgesagt, ich werde auf den Nachmittag umgebucht (Ankunft 15 Uhr statt 11 Uhr) – und zweitens wurde im April der World Climate Summit nach Glasgow vergeben, Flug- und Hotelpreise gehen durch die Decke, abgesehen davon, dass alles Monate vorher ausgebucht ist. (Das Motel One hatte ich für £89 gebucht, ein Kameramann erzählte mir, dass er £550 bezahlt hat!)

Das Hotel liegt klasse, ich bekomme sogar ein Upgrade auf eine Mini-Suite im obersten Stockwerk mit schönem Blick (keine Ahnung, welche Systematik das regelt, aber ich frage nicht). Ich wandere zwei Stunden am River Clyde entlang, wohl behütet von 1000’en Polizisten, die aus ganz UK nach Glasgow gekommen sind. Schöne Nachtaufnahmen mit dem neuen iPhone 13 Pro.

Anschließend finde ich MacSorley’s, ein Pub mit Home cooked Food (Steak Pie 👍) und Live Music. Very very typical, lecker und gemütlich.

 

River Clyde & Bridges:

 
1.11. Treffen und Fahrt nach Bridge of Orchy
1.11.2021 - Airport Xpress Bus
Airport Xpress Bus
1.11.2021 - Falls of Falloch
Falls of Falloch

 

Morgens „muss” ich noch meinen Krimi zu Ende lesen: Die fünfte Jahreszeit spielt in Strande:   MS Nordica, das Seebestattungsschiff

Um 11 Uhr nehme ich den Bus zum Flughafen, treffe dort Tom und Joan. Les, der dritte Teilnehmer, kommt mit dem Auto aus Manchester direkt zum Hotel, 60 mls nördlich von Glasgow.

Auf dem Weg ein kleiner Beifang: Falls of Falloch.
Das Bridge of Orchy Hotel ist klasse, gemütliche Zimmer, Lounge und ein wirklich gutes Restaurant. Als erstes mache ich meinen Day-2-Test … da die vorgeschriebene Priority Box aber 42 mls entfernt ist, werfe ich das Päckchen einfach in einen der vielen roten Briefkästen.

Zum Sonnenuntergang (der aber wegen Wolkendecke ausfällt) fahren wir nur 10 min, zum Loch Tulla. Abendessen um 18 Uhr, sehr lecker.

 
2.11. Ein Sonnentag rund um Bridge of Orchy

Nach dem geruhsamen Anfang gestern erleben wir heute den Tag gespickt mit Highlights.

Um 6:30 Uhr geht es los, zum Kilchurn Castle am Loch Awe. Pünktlich zum Frühstück sind wir zurück im Hotel, ich wage mich an „Full Scottish Breakfast“ – schmeckt gut, inklusive Haggis.

Es ist tolles Wetter: Sonne/Wolken, anfangs noch niedriger Nebel, fast windstill … wunderbares Licht. Wir verbringen den Tag rund um Bridge of Orchy:

Der Tag sieht zwar voll aus … es ist aber ein ruhig und entspannt, nirgendwo Hektik, viel Muße, sich und die Motive auszuprobieren.


 
3.11. Aberfeldy & Kenmore

Die Zeiten für Sonnenaufgang und -untergang sind hier im November sehr zivil, Frühstück und Abendessen passen zeitlich wunderbar, jeweils nach der Foto-Session. Heute ist die Abfahrt um 6:45 Uhr, nur 10 min Fahrt bis zur Sunrise Location: Rannoch Moor.

  • Sonnenaufgang an Loch Bà
  • Wolken und Sonne am Lochan na h-Achlaise

Wieder leckeres Frühstück, es geht direkt weiter, in einen langen Tag: 

  • Birks of Aberfeldy, ~50 mls entfernt. Schöne Wanderung durch farbenprächtigen Herbstwald mit vielen Wasserfällen. 
  • Sonnenuntergang in Kenmore, am Loch Tay. Leider viele Wolken, aber als es fast dunkel ist, kommt für einen kurzen Moment eine schöne Lichtstimmung auf.

Ein langer Tag, die viele frische Luft und auch die Wanderung haben uns müde gemacht.

Was war sonst noch: Day 2 Test ist negativ. Weihnachtsgeschenke nach Botswana geschickt, mit Royal Mail an Phil in Manchester, der sie ins Gepäck nimmt, wenn er Weihachten nach Kasane fliegt und dann an Andy und John, unsere Kontakte für die Botswana-Urlaube, weitergibt.


Aberfeldy & Loch Tay:

 
4.11. Loch Tulla, Glencoe Lochan
4.11.2021 - Loch Tulla
Loch Tulla
4.11.2021 - Glencoe Lochan
Glencoe Lochan

Noch müde von gestern lasse ich die Sunrise Tour aus. 2 Stunden Extraschlaf sind nötig. 

Um 10:30 Uhr, nach einem guten Frühstück, brechen wir – wieder bei tollem Wetter – zu den heutigen Locations auf.

Loch Tulla: Bei Windstille gelingen wunderschöne Langzeitbelichtungen. Wir stromern in Ruhe am Ufer entlang und probieren jede Menge aus.

Nach dem bewährtem Lunch im Kingshouse Hotel (der Haus-Hirsch begrüßt uns schon) wandern wir einmal um Glencoe Lochan, mit schönem Herbstlaub und tollen Spiegelungen.

Aber das Highlight heute ist das Dinner im Holly Tree Hotel – wir alle können dem sehr sehr leckeren „Rendezvous of Seafood“ nicht widerstehen. (Das Restaurant ist so beliebt, dass man sogar jetzt im November 2-3 Tage vorher reservieren muss.)

Noch 40 min Rückfahrt (ich liebe es – keine stundenlangen Autofahrten bei Tom Mackie 👍), wir sitzen noch eine Weile zusammen und besprechen Bilder.


Loch Tulla & Glencoe Lochan:

 
5.11. Glencoe, Glenfinnan, Loch Leven Hotel
5.11.2021 - Glencoe Valley Entry
Glencoe Valley Entry
5.11.2021 - Loch Leven Hotel, Ballachulish
Loch Leven Hotel, Ballachulish

Gegen 10 Uhr brechen wir unsere Zelte in Bridge of Orchy ab und fahren die ca. 30 mls nach Ballachulish, wieder durch’s schöne Glencoe Valley. Unterwegs kurze Fotopausen, wir lassen unsere Koffer im neuen Hotel (Loch Leven Hotel, Ballachulish) und fahren noch mal 30 mls weiter nach Glenfinnan – ein Ort, den jeder Schotte (und Engländer und Tourist) sehen muss:

– Fort Williams mit dem Caledonian Canal,
Bonny Prinz Charlie Monument,
Glenfinnan Bridge, uns Deutschen besser bekannt als Harry Potter Bridge 😂.

Gegen 17 Uhr sind wir wieder im Hotel, kurz Bilder besprechen, gutes Abendessen, um 20:30 Uhr sind wir alle schon müde.

Das Loch Leven Hotel ist eine Klasse unter dem Bridge of Orchy Hotel, alt und lange nicht renoviert. Mir gefällt dieses „authentische Alter” – die anderen sind nicht so begeistert.


Unterwegs nach Glenfinnan:

 
6.11. Rainy Day

Kein Cooked Breakfast im Hotel (Personalmangel, der Koch kommt nur abends), ein totales No-Go für die englischen Kollegen. Wir wollen in eins der vielen Cafés im Ort fahren …alle closed for the season. Wir suchen mehr als eine Stunde, ich habe innerlich schon auf „Kismet Inshallah, kein Frühstück heute” geschaltet, schließlich finden wir in Fort Williams das tolle Chicago Heights Café.

Es regnet kräftig („dreakt“ nennen die Schotten so ein Wetter), wir bearbeiten Bilder und klönen.

Gegen 15:30 Uhr ein Versuch, noch einmal an der Old Glencoe Road oder dem Glencoe Lochan etwas schönes Licht zu erwischen … nein, nur ein paar Doku-Fotos mit dem iPhone.

Abendessen noch einmal im Holly Tree Hotel (wir hatten vorgestern nach dem genussvollen Mahl spontan für heute noch einmal reserviert).

 
7.11. Loch Leven, Glencoe, Castle Stalker
8.11.2021 - Ballachulish Bridge
Ballachulish Bridge

Das Frühstück im Hotel ist sehr gut … als Deutscher brauche ich allerdings auch kein Cooked Breakfast ☺️. Pünktlich um 9 Uhr hört es auf zu regnen, wie die Wetter-Apps es vorhergesagt haben. Wir verbringen eine Stunde in der Nähe des Hotels und fotografieren Loch Leven.

Danach geht es zu den Three Sisters im Glencoe Valley. Beim Hochkraxeln rutsche ich aus, Kamera und Stativ sind okay, ein Filter ist aber zerkratzt.

Zum Sonnenuntergang geht es zum Castle Stalker. Leider keine Sonne, so werden es ein paar nette Doku-Fotos.

Abendessen im Hotel, wieder sehr gut. Ein großer Schreck aber: Die Nylonbluse der Kellnerin fängt an einer Kerze Feuer, brennt sofort lichterloh. Ein Gast wirft ihr die Tischdecke über, verbrennt sich etwas die Hand. Es scheint aber glimpflich auszugehen, die Paramedics (direkt auf der anderen Seite der Brücke ist die Station) bringen sie ins Krankenhaus. Am nächsten Morgen erfahren wir, dass es ihr gut geht.


 
8.11. Rückfahrt nach Glasgow
8.11.2021 - Falls of Dochard
8.11.2021 – Falls of Dochard

Wir können ausschlafen (Dauerregen und Wolken, kein Sunrise Weather), gemütlich geht es um 9:30 Uhr los. Bei diesem Wetter haben wir keine großen Erwartungen, gute Bilder zu bekommen. Aber Tom gibt nicht auf und überlegt sich zwei Zwischenstationen, die auch bei bedeckten Himmel „gehen”:

  • Falls of Dochard, eine malerische alte Brücke und ein weitläufiger Wasserfall, eher sind es Stromschnellen.
    Leider ist es zu riskant, sich auf die vom Dauerregen nassen Felsen zu positionieren. Wir bauen unsere Stative auf der Brücke auf … ganz nette Bilder, aber nichts spektakuläres. Ich hoffe noch ein bisschen auf Bachstelzen und Wasseramseln, die es hier gibt … aber denen ist es offensichtlich zu nass ☺️.
  • Milarrochy Bay eine der Touri-Attraktionen am Loch Lomond. Man sieht an den Parkplätzen (und den Halteverboten auf allen Zufahrtsstraßen), welcher Andrang im Sommer hier herrscht. Jetzt ist es fast menschenleer.
    Der Regen hat aufgehört, es ist dichter Nebel, alles ist schneeweiß, eine unwirklich schöne Atmosphäre. Uns gelingen tolle High Key Aufnahmen.

Die letzte Nacht in im Dalmeny Park House Hotel ist luxuriös, ein 4-Sterne Radisson. Wir haben noch einmal ein super leckeres Abendessen (und günstiger als in allen bisherigen Restaurants). Zum Abschluss gibt es eine letzte gemeinsame Bildbesprechung, inklusive Präsentation der eigenen Top 10.

Herzlicher Abschied von Les, der die 5 Stunden Fahrt nach Manchester sehr früh am nächsten Morgen angehen will. 


Milarrochy Bay, inklusive dem Standard-Fake des bekannten Baums (die Spiegelung retuschieren die meisten Fotografen weg):

 
9.11. Laaanger Rückreisetag

Um kurz nach 10 Uhr setzt Tom uns am Flughafen ab, Joan‘s Flug geht um 12 Uhr, meiner erst um 16:20 Uhr … ich muss noch 4 Stunden bis zum Koffer-Checkin warten, und hier ist kein Restaurant, keine Lounge offen 😳. Ich sichte in Ruhe die 8000 eingescannten Familien-Dias, bis Ordner 61 (von 124) komme ich. Checkin ist wieder ein Lufthansa-IT-Drama, aber immerhin hat die Software in den letzten 9 Tagen gelernt, den pre-Checkin für Deutsche zu verarbeiten. 

Der Flug geht pünktlich los, ruhiger Flug … und die Bundespolizei ist IT-mäßig auf Zack: Reisepass scannen, System sagt „alles liegt vor“ … zack, fertig 👍.

Gepäck ist schnell da, ich kriege einen ICE früher und bin glücklich gegen 21:30 Uhr zuhause.


 

Schottland 2021 – Lessons learned

First things first: The essentials to learn are the following:
– „Loch“ spricht sich Lock und ist ein fjordartiger See oder Meeresarm.
– Wenn er klein ist, dass heißt er „Lochan“.
– „Glen“ ist eine (enges) Tal.
– Und, wie Tom sagt: The rest is Gaelic, no one understands it.

The 3 P’s – Planning, Positioning, Perserverance

Tom hat sich seit 2016 (Lewis & Harris) weiter entwickelt: nur wenige Locations pro Tag, mit jeweils viel Zeit und Muße. Geblieben ist, dass wir selbständig uns Standorte, Belichtung etc. erarbeiten müssen. (Anmerkung: Zum Erlernen von Belichtungstechnik, Basics des Bildaufbaus, Langzeitbelichtungen sind die Workshops von z.B. PhotoTours4U geeigneter.)


Planning:

2.11.2021 - Loch Etive
Loch Etive

Das ist der Grund für mich, Workshops zu buchen. Welche Location bei welchem Wetter zu welcher Tageszeit oder gar Jahreszeit geht … das ist die Leistung, das Knowhow und die Vorarbeit des Veranstalters.
Einige Grundregeln habe ich mittlerweile natürlich mitgenommen:

  • Seen sind am besten bei Windstille und Struktur im Himmel. Beispiel Loch Tulla.
  • Am Meer bewusst Ebbe und Flut einplanen. Je nach Motiv braucht man Flut (Loch Etive, siehe rechts), oder umgekehrt Ebbe (Playa de Barrica, Nordspanien, 2017).
  • Wenn der Himmel strukturlos ist (also entweder blau ohne Wolken, oder eine graue „Suppe”), dann kann man gut im Wald fotografieren oder solche Motive, wo man den Himmel aus dem Bild weglassen kann. Siehe Birks of Aberfeldy oder Glencoe Lochan.
  • Foto-Equipment (Akkus, alles sauber und getestet) und Kleidung (Kälte, Regen) gehören ebenso zur Planung.
    Und … auf der Hinreise das Kamerahandbuch noch einmal lesen!

Positioning:

Bedeutet für mich, Zeit und Fußmärsche zu investieren – was in Schottland zusätzlich heißt, Gummistiefel zu tragen ☺️.
Mittlerweile habe ich manchmal schon ein Gefühl dafür, wo man versuchen kann, ein Bild zu komponieren. Aber meistens sehen die Locations für mich bei der Ankunft weitläufig und ohne Anhaltspunkte aus. Probieren, weitergehen, probieren … und immer wieder von Neuem auf Details wie Strommasten, Bildführung, Horizonte u.v.m achten.


Schöne Locations … und viele, viele Möglichkeiten, sich zu positionieren:

(Hinweis: Maus auf ein Bilder bewegen – nur bewegen, nicht klicken, dann pausiert die Bildsequenz und man kann in Ruhe schauen ;)

Als Bild habe ich sofort vor Augen, dass sich im Wasser sowohl das Schloss als auch die rote Herbstfärbung der Farne spiegeln sollen. Also wende ich mich nach rechts.
Ich finde dann noch die beiden kleinen Bäume als Rahmen, muss für die Spiegelung ein bisschen den Hang hoch kraxeln (zu den Schafen ;-) und freue mich über das schöne Bild.

50 sec, f13, ISO 160, 24 mm (XF10-24mm)

Wir stromern zwei Stunden an den Ufern des Loch Tulla entlang, suchen windgeschützte Seebereiche, schöne Bildelemente und Wolken.
Am Ende sind wir alle an der gleichen Position, mit diesen Baumgruppen, recht ruhigem Wasser und schönem Wolkenrahmen.
Das schönste Bild gelingt (finde ich) Tom: klick

1: 120 sec, f7.1, IS0 160, 16 mm (XF16-55mm)
2: 1/50 sec, f10, ISO 160, 10 mm (XF10-24mm)

Hier habe ich den richtigen Riecher, dass die Wolken die aufgehende Sonne verdecken werden, aber Richtung Westen die Wolken von unten beschienen werden. Darum gehe ich 20 min Richtung Osten, um mit der Sonne zu fotografieren, auf Spiegelungen hoffend.
Zweimal Glück: Der Riecher stimmt und das kleine Bootshaus ist ein nettes Add-on.

1/5 sec, f9, ISO 160, 10 mm (XF10-24mm)

 

Perseverance:

4.11.2021 - Glencoe Lochan
Glencoe Lochan
8.11.2021 - Milarrochy Bay, Loch Lomond
Milarrochy Bay, Loch Lomond

Für mich ist Positioning fast vollständig mit Perseverance (Beharrlichkeit) gleich zu setzen … denn genau die brauche ich, um irgendwann, irgendwie die „perfekte” Position und Bildkomposition zu finden.

In der guten Stunde am Glencoe Lochan habe ich gefühlt 30-mal das Stativ ausgerichtet, jeweils ein paar Bildausschnitte probiert … um am Ende 5-6 gelungene Bilder zu haben.

An der Milarrochy Bay möchte ich unbedingt die Enten als Fortsetzung der Steine haben … mit Geduld und Glück gelingt es.

Echte Perseverance zeigen Tom und Joan am Loch Etive: Die ideale Position ist auf einer kleiner Grasinsel … aber  das Wasser steigt. Ich bin zu feige und springe gerade noch trockenen Fußes zurück auf festen Boden 😊. Ob das Mehr an Spiegelung den Einsatz wert war?

 

Real photographers don’t flee the tide: 


 

Schottland 2021 – Land & Leute

Wir sind drei Teilnehmer …

… und alle sind wir Finanzer. Auch wenn Tom darauf achtet, dass die Teilnehmer zueinander passen, glaube ich eher an Zufall ☺️.
Wir verstehen uns gut, und haben viele interessante Themen neben der Photographie.


 
Die Hotels
31.10.2021 - Motel One, Glasgow
Motel One, Glasgow

Das Motel One in Glasgow ist ein gutes Mittelklassehotel: die Lage ist optimal, zwischen Central Station und River Clyde, die Zimmer sind top, das Frühstück leider sehr mittelmäßig.

Die ersten vier Nächte des Workshops verbringen wir in Bridge of Orchy, ein winziger Ort mit vielleicht einem Dutzend Häusern, einer kleinen Kirche, einem Bahnhof (in Betrieb) und einer Busstation; und mit dem Bridge of Orchy Hotel, mit mehr als 40 Zimmern das einzige Hotel weit und breit. Die Zimmer sind einfach, klein, aber sauber und haben alles, was man braucht. Das Restaurant ist sehr gut, ebenso das Frühstück.
Ich war überrascht, dass jetzt im November das Hotel ausgebucht war (nicht nur dieses – alle Hotels und Restaurants) … aber der November ist eine sehr beliebte Saison für Wanderer und Fotografen: keine Mücken mehr, die „kleine” Regenzeit im September ist vorbei, noch ist kein Winter.

Viele Wanderer nutzen Bridge of Orchy als Base Camp: Sie fahren mit dem Bus ca. 20-30 km zum Startpunkt und wandern zurück zum Hotel, den West Highland Way.


Die nächsten drei Tage sind wir im Loch Leven Hotel, dem alten Ballachulish Fährhaus am Loch Leven, bevor die Brücke 1975 gebaut war. Ich liebe solche alten Gebäude mit viel Geschichte (siehe hier einen interessanten Film über die abenteuerlichen Fähren, die viele Jahrzehnte hier den gesamten Reiseverkehr bewältigen mussten). Der Fähranleger ist auf beiden Seiten noch da.

Das Hotel strahlt alte Pracht aus, ist aber mittlerweile doch renovierungsbedürftig. Und ebenso ausgebucht wie alle anderen Hotels.
Die Zimmer sind (sehr) klein, recht antik eingerichtet, aber in Ordnung. Das Frühstück ist ausgezeichnet, das Restaurant sehr gut.


Die letzte Nacht verbringen wir in der Nähe des Flughafens, im luxuriösen Dalmeny Park House Hotel. Zum Abschluss möchte Tom uns noch etwas gönnen ☺️.


Restaurants

Ceterum censeo … die englische Küche ist ausgezeichnet!

  • Alle drei Hotels haben ausgezeichnete Restaurants, mit schottischen Spezialitäten.
  • MacSorley’s: „fresh and home cooked“.
  • Holly Tree Hotel: Fine dining, vor allem Sea Food.
  • Nur am Flughafen ist es furchtbar, einzig Starbucks ist geöffnet.

 

Schottland 2021 – Impressionen