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Schottland 2021

31.10.2021 – 9.11.2021: Fotoworkshop in Schottland
31.10.-9.11.2021: Locations des Fotoworkshops Schottland
31.10.-9.11.2021: Locations des Fotoworkshops Schottland (© Google 2021)
2.11.2021 - Loch Etive: "Okay - Wellies would have been better"
Loch Etive: “Okay – Wellies would have been better”

Nach dem tollen Workshop auf Lewis&Harris wollte ich gerne noch einmal einen Workshop mit Tom Mackie machen, denn seine Markenzeichen sind:
– schöne Locations,
– gute Hotels und leckeres Essen,
– Muße, kein Rund-um-die-Uhr-Stress,
– und eine kleine Gruppe.
Kurz: Gentleman-Reisen 😊.

Es wird dann Scotland in Autumn.
Okay … nicht Schottland komplett, sondern der südlichste Teil der Highlands, rund um das Glencoe Valley, dem historischen Ort der schottischen Geschichte.
Und … im November, überraschend eine gute Reisezeit: noch gutes, eher windstilles Wetter  (stimmt, 10-20 °C und meist heiter bis wolkig), keine Mücken mehr (super!), schöne Herbstfärbung der Blätter.

Fazit: Eine entspannte Reise mit tollen Locations, super Wetter und einer netten Truppe. Gelernt habe ich die „3 P” – siehe Lessons learned.

 

Beeindruckende Landschaften


 

Schottland 2021 – Workshop


Covid Adventure Travel …
31.10.2021 - der A319 wird mit Panzertape geflickt ;-)
Der A319 wird mit Panzertape geflickt 😳

… oder Irrungen und Wirrungen im Dschungel der Formalitäten, Änderungen, (Non-)Digitalisierung …

  • Lufthansa 😳:
    IT ist nicht die Kernkompetenz, and it shows: Formulare und Einreisedokumente sind vorher hochzuladen … aber der Checkin weiß von nichts und prüft alles noch einmal von Hand, dauert Stunden. Inakzeptabel. (Der Flug ist wunderbar, Gepäck geht schnell – das kann man.)
    Das gleiche beim Checkin für den Rückflug in Glasgow: ewige Wartezeit, alles manuell. Bis eine Mitarbeiterin auf die gute Idee kommt, alle Deutschen mit Online-Pre-Checkin, aber ohne Weiterflug, an einen separaten Schalter zu bitten: Das kann das System mittlerweile. Toll.
  • UK Immigration 👍:
    Es gibt zwar Restriktionen (geimpft, Day 2 Test), aber die Webseiten für Buchung des Tests und das Ausfüllen der Passenger Locator Form sind super … und bei der Einreise liegt alles vor, ich bin in weniger als 2 Minuten durch die biometrische Passkontrolle … und zu meinem Erstaunen („What do I have to do next?” – “Nothing, welcome to Scotland“) war das schon alles.
  • Deutschland 👍:
    Die elektronische Einreiseanmeldung im Internet ist einfach … der Grenzbeamte sieht alles auf seinem Schirm … super, so muss es sein.

Aber genug der Beschwerden – ich freue mich, dass Reisen überhaupt geht und genieße es, unterwegs zu sein.

 
31.10. Anreise über Glasgow
31.10.2021 - MacSorley's
MacSorley’s

Wie 2016 nach Stornoway war es mir zu riskant, den Vormittagsflug am 1.11. für das Treffen am Mittag zu buchen. So reise ich schon am Vortag an, buche schon 6 Monate im voraus den Flug und das Motel One direkt an der Central Station.

Eine weise Entscheidung – denn erstens wird der Vormittagsflug kurzfristig abgesagt, ich werde auf den Nachmittag umgebucht (Ankunft 15 Uhr statt 11 Uhr) – und zweitens wurde im April der World Climate Summit nach Glasgow vergeben, Flug- und Hotelpreise gehen durch die Decke, abgesehen davon, dass alles Monate vorher ausgebucht ist. (Das Motel One hatte ich für £89 gebucht, ein Kameramann erzählte mir, dass er £550 bezahlt hat!)

Das Hotel liegt klasse, ich bekomme sogar ein Upgrade auf eine Mini-Suite im obersten Stockwerk mit schönem Blick (keine Ahnung, welche Systematik das regelt, aber ich frage nicht). Ich wandere zwei Stunden am River Clyde entlang, wohl behütet von 1000’en Polizisten, die aus ganz UK nach Glasgow gekommen sind. Schöne Nachtaufnahmen mit dem neuen iPhone 13 Pro.

Anschließend finde ich MacSorley’s, ein Pub mit Home cooked Food (Steak Pie 👍) und Live Music. Very very typical, lecker und gemütlich.

 

River Clyde & Bridges:

 
1.11. Treffen und Fahrt nach Bridge of Orchy
1.11.2021 - Airport Xpress Bus
Airport Xpress Bus
1.11.2021 - Falls of Falloch
Falls of Falloch

 

Morgens „muss” ich noch meinen Krimi zu Ende lesen: Die fünfte Jahreszeit spielt in Strande:   MS Nordica, das Seebestattungsschiff

Um 11 Uhr nehme ich den Bus zum Flughafen, treffe dort Tom und Joan. Les, der dritte Teilnehmer, kommt mit dem Auto aus Manchester direkt zum Hotel, 60 mls nördlich von Glasgow.

Auf dem Weg ein kleiner Beifang: Falls of Falloch.
Das Bridge of Orchy Hotel ist klasse, gemütliche Zimmer, Lounge und ein wirklich gutes Restaurant. Als erstes mache ich meinen Day-2-Test … da die vorgeschriebene Priority Box aber 42 mls entfernt ist, werfe ich das Päckchen einfach in einen der vielen roten Briefkästen.

Zum Sonnenuntergang (der aber wegen Wolkendecke ausfällt) fahren wir nur 10 min, zum Loch Tulla. Abendessen um 18 Uhr, sehr lecker.

 
2.11. Ein Sonnentag rund um Bridge of Orchy

Nach dem geruhsamen Anfang gestern erleben wir heute den Tag gespickt mit Highlights.

Um 6:30 Uhr geht es los, zum Kilchurn Castle am Loch Awe. Pünktlich zum Frühstück sind wir zurück im Hotel, ich wage mich an „Full Scottish Breakfast“ – schmeckt gut, inklusive Haggis.

Es ist tolles Wetter: Sonne/Wolken, anfangs noch niedriger Nebel, fast windstill … wunderbares Licht. Wir verbringen den Tag rund um Bridge of Orchy:

Der Tag sieht zwar voll aus … es ist aber ein ruhig und entspannt, nirgendwo Hektik, viel Muße, sich und die Motive auszuprobieren.


 
3.11. Aberfeldy & Kenmore

Die Zeiten für Sonnenaufgang und -untergang sind hier im November sehr zivil, Frühstück und Abendessen passen zeitlich wunderbar, jeweils nach der Foto-Session. Heute ist die Abfahrt um 6:45 Uhr, nur 10 min Fahrt bis zur Sunrise Location: Rannoch Moor.

  • Sonnenaufgang an Loch Bà
  • Wolken und Sonne am Lochan na h-Achlaise

Wieder leckeres Frühstück, es geht direkt weiter, in einen langen Tag: 

  • Birks of Aberfeldy, ~50 mls entfernt. Schöne Wanderung durch farbenprächtigen Herbstwald mit vielen Wasserfällen. 
  • Sonnenuntergang in Kenmore, am Loch Tay. Leider viele Wolken, aber als es fast dunkel ist, kommt für einen kurzen Moment eine schöne Lichtstimmung auf.

Ein langer Tag, die viele frische Luft und auch die Wanderung haben uns müde gemacht.

Was war sonst noch: Day 2 Test ist negativ. Weihnachtsgeschenke nach Botswana geschickt, mit Royal Mail an Phil in Manchester, der sie ins Gepäck nimmt, wenn er Weihachten nach Kasane fliegt und dann an Andy und John, unsere Kontakte für die Botswana-Urlaube, weitergibt.


Aberfeldy & Loch Tay:

 
4.11. Loch Tulla, Glencoe Lochan
4.11.2021 - Loch Tulla
Loch Tulla
4.11.2021 - Glencoe Lochan
Glencoe Lochan

Noch müde von gestern lasse ich die Sunrise Tour aus. 2 Stunden Extraschlaf sind nötig. 

Um 10:30 Uhr, nach einem guten Frühstück, brechen wir – wieder bei tollem Wetter – zu den heutigen Locations auf.

Loch Tulla: Bei Windstille gelingen wunderschöne Langzeitbelichtungen. Wir stromern in Ruhe am Ufer entlang und probieren jede Menge aus.

Nach dem bewährtem Lunch im Kingshouse Hotel (der Haus-Hirsch begrüßt uns schon) wandern wir einmal um Glencoe Lochan, mit schönem Herbstlaub und tollen Spiegelungen.

Aber das Highlight heute ist das Dinner im Holly Tree Hotel – wir alle können dem sehr sehr leckeren „Rendezvous of Seafood“ nicht widerstehen. (Das Restaurant ist so beliebt, dass man sogar jetzt im November 2-3 Tage vorher reservieren muss.)

Noch 40 min Rückfahrt (ich liebe es – keine stundenlangen Autofahrten bei Tom Mackie 👍), wir sitzen noch eine Weile zusammen und besprechen Bilder.


Loch Tulla & Glencoe Lochan:

 
5.11. Glencoe, Glenfinnan, Loch Leven Hotel
5.11.2021 - Glencoe Valley Entry
Glencoe Valley Entry
5.11.2021 - Loch Leven Hotel, Ballachulish
Loch Leven Hotel, Ballachulish

Gegen 10 Uhr brechen wir unsere Zelte in Bridge of Orchy ab und fahren die ca. 30 mls nach Ballachulish, wieder durch’s schöne Glencoe Valley. Unterwegs kurze Fotopausen, wir lassen unsere Koffer im neuen Hotel (Loch Leven Hotel, Ballachulish) und fahren noch mal 30 mls weiter nach Glenfinnan – ein Ort, den jeder Schotte (und Engländer und Tourist) sehen muss:

– Fort Williams mit dem Caledonian Canal,
Bonny Prinz Charlie Monument,
Glenfinnan Bridge, uns Deutschen besser bekannt als Harry Potter Bridge 😂.

Gegen 17 Uhr sind wir wieder im Hotel, kurz Bilder besprechen, gutes Abendessen, um 20:30 Uhr sind wir alle schon müde.

Das Loch Leven Hotel ist eine Klasse unter dem Bridge of Orchy Hotel, alt und lange nicht renoviert. Mir gefällt dieses „authentische Alter” – die anderen sind nicht so begeistert.


Unterwegs nach Glenfinnan:

 
6.11. Rainy Day

Kein Cooked Breakfast im Hotel (Personalmangel, der Koch kommt nur abends), ein totales No-Go für die englischen Kollegen. Wir wollen in eins der vielen Cafés im Ort fahren …alle closed for the season. Wir suchen mehr als eine Stunde, ich habe innerlich schon auf „Kismet Inshallah, kein Frühstück heute” geschaltet, schließlich finden wir in Fort Williams das tolle Chicago Heights Café.

Es regnet kräftig („dreakt“ nennen die Schotten so ein Wetter), wir bearbeiten Bilder und klönen.

Gegen 15:30 Uhr ein Versuch, noch einmal an der Old Glencoe Road oder dem Glencoe Lochan etwas schönes Licht zu erwischen … nein, nur ein paar Doku-Fotos mit dem iPhone.

Abendessen noch einmal im Holly Tree Hotel (wir hatten vorgestern nach dem genussvollen Mahl spontan für heute noch einmal reserviert).

 
7.11. Loch Leven, Glencoe, Castle Stalker
8.11.2021 - Ballachulish Bridge
Ballachulish Bridge

Das Frühstück im Hotel ist sehr gut … als Deutscher brauche ich allerdings auch kein Cooked Breakfast ☺️. Pünktlich um 9 Uhr hört es auf zu regnen, wie die Wetter-Apps es vorhergesagt haben. Wir verbringen eine Stunde in der Nähe des Hotels und fotografieren Loch Leven.

Danach geht es zu den Three Sisters im Glencoe Valley. Beim Hochkraxeln rutsche ich aus, Kamera und Stativ sind okay, ein Filter ist aber zerkratzt.

Zum Sonnenuntergang geht es zum Castle Stalker. Leider keine Sonne, so werden es ein paar nette Doku-Fotos.

Abendessen im Hotel, wieder sehr gut. Ein großer Schreck aber: Die Nylonbluse der Kellnerin fängt an einer Kerze Feuer, brennt sofort lichterloh. Ein Gast wirft ihr die Tischdecke über, verbrennt sich etwas die Hand. Es scheint aber glimpflich auszugehen, die Paramedics (direkt auf der anderen Seite der Brücke ist die Station) bringen sie ins Krankenhaus. Am nächsten Morgen erfahren wir, dass es ihr gut geht.


 
8.11. Rückfahrt nach Glasgow
8.11.2021 - Falls of Dochard
8.11.2021 – Falls of Dochard

Wir können ausschlafen (Dauerregen und Wolken, kein Sunrise Weather), gemütlich geht es um 9:30 Uhr los. Bei diesem Wetter haben wir keine großen Erwartungen, gute Bilder zu bekommen. Aber Tom gibt nicht auf und überlegt sich zwei Zwischenstationen, die auch bei bedeckten Himmel „gehen”:

  • Falls of Dochard, eine malerische alte Brücke und ein weitläufiger Wasserfall, eher sind es Stromschnellen.
    Leider ist es zu riskant, sich auf die vom Dauerregen nassen Felsen zu positionieren. Wir bauen unsere Stative auf der Brücke auf … ganz nette Bilder, aber nichts spektakuläres. Ich hoffe noch ein bisschen auf Bachstelzen und Wasseramseln, die es hier gibt … aber denen ist es offensichtlich zu nass ☺️.
  • Milarrochy Bay eine der Touri-Attraktionen am Loch Lomond. Man sieht an den Parkplätzen (und den Halteverboten auf allen Zufahrtsstraßen), welcher Andrang im Sommer hier herrscht. Jetzt ist es fast menschenleer.
    Der Regen hat aufgehört, es ist dichter Nebel, alles ist schneeweiß, eine unwirklich schöne Atmosphäre. Uns gelingen tolle High Key Aufnahmen.

Die letzte Nacht in im Dalmeny Park House Hotel ist luxuriös, ein 4-Sterne Radisson. Wir haben noch einmal ein super leckeres Abendessen (und günstiger als in allen bisherigen Restaurants). Zum Abschluss gibt es eine letzte gemeinsame Bildbesprechung, inklusive Präsentation der eigenen Top 10.

Herzlicher Abschied von Les, der die 5 Stunden Fahrt nach Manchester sehr früh am nächsten Morgen angehen will. 


Milarrochy Bay, inklusive dem Standard-Fake des bekannten Baums (die Spiegelung retuschieren die meisten Fotografen weg):

 
9.11. Laaanger Rückreisetag

Um kurz nach 10 Uhr setzt Tom uns am Flughafen ab, Joan‘s Flug geht um 12 Uhr, meiner erst um 16:20 Uhr … ich muss noch 4 Stunden bis zum Koffer-Checkin warten, und hier ist kein Restaurant, keine Lounge offen 😳. Ich sichte in Ruhe die 8000 eingescannten Familien-Dias, bis Ordner 61 (von 124) komme ich. Checkin ist wieder ein Lufthansa-IT-Drama, aber immerhin hat die Software in den letzten 9 Tagen gelernt, den pre-Checkin für Deutsche zu verarbeiten. 

Der Flug geht pünktlich los, ruhiger Flug … und die Bundespolizei ist IT-mäßig auf Zack: Reisepass scannen, System sagt „alles liegt vor“ … zack, fertig 👍.

Gepäck ist schnell da, ich kriege einen ICE früher und bin glücklich gegen 21:30 Uhr zuhause.


 

Schottland 2021 – Lessons learned

First things first: The essentials to learn are the following:
– „Loch“ spricht sich Lock und ist ein fjordartiger See oder Meeresarm.
– Wenn er klein ist, dass heißt er „Lochan“.
– „Glen“ ist eine (enges) Tal.
– Und, wie Tom sagt: The rest is Gaelic, no one understands it.

The 3 P’s – Planning, Positioning, Perserverance

Tom hat sich seit 2016 (Lewis & Harris) weiter entwickelt: nur wenige Locations pro Tag, mit jeweils viel Zeit und Muße. Geblieben ist, dass wir selbständig uns Standorte, Belichtung etc. erarbeiten müssen. (Anmerkung: Zum Erlernen von Belichtungstechnik, Basics des Bildaufbaus, Langzeitbelichtungen sind die Workshops von z.B. PhotoTours4U geeigneter.)


Planning:

2.11.2021 - Loch Etive
Loch Etive

Das ist der Grund für mich, Workshops zu buchen. Welche Location bei welchem Wetter zu welcher Tageszeit oder gar Jahreszeit geht … das ist die Leistung, das Knowhow und die Vorarbeit des Veranstalters.
Einige Grundregeln habe ich mittlerweile natürlich mitgenommen:

  • Seen sind am besten bei Windstille und Struktur im Himmel. Beispiel Loch Tulla.
  • Am Meer bewusst Ebbe und Flut einplanen. Je nach Motiv braucht man Flut (Loch Etive, siehe rechts), oder umgekehrt Ebbe (Playa de Barrica, Nordspanien, 2017).
  • Wenn der Himmel strukturlos ist (also entweder blau ohne Wolken, oder eine graue „Suppe”), dann kann man gut im Wald fotografieren oder solche Motive, wo man den Himmel aus dem Bild weglassen kann. Siehe Birks of Aberfeldy oder Glencoe Lochan.
  • Foto-Equipment (Akkus, alles sauber und getestet) und Kleidung (Kälte, Regen) gehören ebenso zur Planung.

Positioning:

Bedeutet für mich, Zeit und Fußmärsche zu investieren – was in Schottland zusätzlich heißt, Gummistiefel zu tragen ☺️.
Mittlerweile habe ich manchmal schon ein Gefühl dafür, wo man versuchen kann, ein Bild zu komponieren. Aber meistens sehen die Locations für mich bei der Ankunft weitläufig und ohne Anhaltspunkte aus. Probieren, weitergehen, probieren … und immer wieder von Neuem auf Details wie Strommasten, Bildführung, Horizonte u.v.m achten.


Schöne Locations … und viele, viele Möglichkeiten, sich zu positionieren:

(Hinweis: Maus auf ein Bilder bewegen – nur bewegen, nicht klicken, dann pausiert die Bildsequenz und man kann in Ruhe schauen ;)

Als Bild habe ich sofort vor Augen, dass sich im Wasser sowohl das Schloss als auch die rote Herbstfärbung der Farne spiegeln sollen. Also wende ich mich nach rechts.
Ich finde dann noch die beiden kleinen Bäume als Rahmen, muss für die Spiegelung ein bisschen den Hang hoch kraxeln (zu den Schafen ;-) und freue mich über das schöne Bild.

50 sec, f13, ISO 160, 24 mm (XF10-24mm)

Wir stromern zwei Stunden an den Ufern des Loch Tulla entlang, suchen windgeschützte Seebereiche, schöne Bildelemente und Wolken.
Am Ende sind wir alle an der gleichen Position, mit diesen Baumgruppen, recht ruhigem Wasser und schönem Wolkenrahmen.
Das schönste Bild gelingt (finde ich) Tom: klick

1: 120 sec, f7.1, IS0 160, 16 mm (XF16-55mm)
2: 1/50 sec, f10, ISO 160, 10 mm (XF10-24mm)

Hier habe ich den richtigen Riecher, dass die Wolken die aufgehende Sonne verdecken werden, aber Richtung Westen die Wolken von unten beschienen werden. Darum gehe ich 20 min Richtung Osten, um mit der Sonne zu fotografieren, auf Spiegelungen hoffend.
Zweimal Glück: Der Riecher stimmt und das kleine Bootshaus ist ein nettes Add-on.

1/5 sec, f9, ISO 160, 10 mm (XF10-24mm)

 

Perseverance:

4.11.2021 - Glencoe Lochan
Glencoe Lochan
8.11.2021 - Milarrochy Bay, Loch Lomond
Milarrochy Bay, Loch Lomond

Für mich ist Positioning fast vollständig mit Perseverance (Beharrlichkeit) gleich zu setzen … denn genau die brauche ich, um irgendwann, irgendwie die „perfekte” Position und Bildkomposition zu finden.

In der guten Stunde am Glencoe Lochan habe ich gefühlt 30-mal das Stativ ausgerichtet, jeweils ein paar Bildausschnitte probiert … um am Ende 5-6 gelungene Bilder zu haben.

An der Milarrochy Bay möchte ich unbedingt die Enten als Fortsetzung der Steine haben … mit Geduld und Glück gelingt es.

Echte Perseverance zeigen Tom und Joan am Loch Etive: Die ideale Position ist auf einer kleiner Grasinsel … aber  das Wasser steigt. Ich bin zu feige und springe gerade noch trockenen Fußes zurück auf festen Boden 😊. Ob das Mehr an Spiegelung den Einsatz wert war?

 

Real photographers don’t flee the tide: 


 

Schottland 2021 – Land & Leute

Wir sind drei Teilnehmer …

… und alle sind wir Finanzer. Auch wenn Tom darauf achtet, dass die Teilnehmer zueinander passen, glaube ich eher an Zufall ☺️.
Wir verstehen uns gut, und haben viele interessante Themen neben der Photographie.


 
Die Hotels
31.10.2021 - Motel One, Glasgow
Motel One, Glasgow

Das Motel One in Glasgow ist ein gutes Mittelklassehotel: die Lage ist optimal, zwischen Central Station und River Clyde, die Zimmer sind top, das Frühstück leider sehr mittelmäßig.

Die ersten vier Nächte des Workshops verbringen wir in Bridge of Orchy, ein winziger Ort mit vielleicht einem Dutzend Häusern, einer kleinen Kirche, einem Bahnhof (in Betrieb) und einer Busstation; und mit dem Bridge of Orchy Hotel, mit mehr als 40 Zimmern das einzige Hotel weit und breit. Die Zimmer sind einfach, klein, aber sauber und haben alles, was man braucht. Das Restaurant ist sehr gut, ebenso das Frühstück.
Ich war überrascht, dass jetzt im November das Hotel ausgebucht war (nicht nur dieses – alle Hotels und Restaurants) … aber der November ist eine sehr beliebte Saison für Wanderer und Fotografen: keine Mücken mehr, die „kleine” Regenzeit im September ist vorbei, noch ist kein Winter.

Viele Wanderer nutzen Bridge of Orchy als Base Camp: Sie fahren mit dem Bus ca. 20-30 km zum Startpunkt und wandern zurück zum Hotel, den West Highland Way.


Die nächsten drei Tage sind wir im Loch Leven Hotel, dem alten Ballachulish Fährhaus am Loch Leven, bevor die Brücke 1975 gebaut war. Ich liebe solche alten Gebäude mit viel Geschichte (siehe hier ein interessanten Film über die abenteuerlichen Fähren, die viele Jahrzehnte hier den gesamten Reiseverkehr bewältigen mussten). Der Fähranleger ist auf beiden Seiten noch da.

Das Hotel strahlt alte Pracht aus, ist aber mittlerweile doch renovierungsbedürftig. Und ebenso ausgebucht wie alle anderen Hotels.
Die Zimmer sind (sehr) klein, recht antik eingerichtet, aber in Ordnung. Das Frühstück ist ausgezeichnet, das Restaurant sehr gut.


Die letzte Nacht verbringen wir in der Nähe des Flughafens, im luxuriösen Dalmeny Park House Hotel. Zum Abschluss möchte Tom uns  noch etwas gönnen ☺️.


Restaurants

Ceterum censeo … die englische Küche ist ausgezeichnet!

  • Alle drei Hotels haben ausgezeichnete Restaurants, mit schottischen Spezialitäten.
  • MacSorley’s: „fresh and home cooked“.
  • Holly Tree Hotel: Fine dining, vor allem Sea Food.
  • Nur am Flughafen ist es furchtbar, einzig Starbucks ist geöffnet.

 

Schottland 2021 – Impressionen

 

Afrika 2019: Caprivi

13.-19.9.: Caprivi – same procedure as 2015! 😊

Der Caprivi-Streifen gefiel uns 2015 ausnehmend gut, vor allem die Flüsse. Routentechnisch passt er optimal, um den Besuch von Moremi und Chobe zu einer Rundtour zu verbinden. Insgesamt 6 Tage bleiben wir, jeweils 2 Tage:

  • Caprivi Houseboat Safari Lodge, direkt am Sambesi, bietet 5 Zelte mit Doppelbett, Bad und Terrasse. Nach den 8 Tagen im Dachzelt gönnen wir uns hier ein Bett. Eine gemütliche Lodge mit originellen Möbeln, man kann Kajak fahren und eine schöne Sunset Rivertour machen.

  • Livingstone’s Camp liegt direkt außerhalb vom Nkasa Rupara National Park, dem größten Feuchtgebiet Namibias. 5 Campsites liegen am Waldrand mit Blick in die Schwemmebene, die wegen der Jahrhundertdürre aber nur noch einen kleinen Schlammtümpel hat. Jede Campsite ist schön schattig und riesig, den Nachbarn sieht man nicht, und hat ein eigenes Küchen- und Waschhaus.

  • Die Riverdance Lodge ist natürlich gesetzt, wegen der Gastfreundlichkeit, der hohen Qualität, dem leckeren Essen … und weil wir die Biro School noch einmal besuchen wollen. Wir nutzen den Pool, die Lapa, buchen Frühstück und Dinner im Restaurant und die Village Tour und die Sunrise Tour. Zwei erholsame Tage, wir lassen uns verwöhnen.

Fazit:

  • Die Mischung aus Flüssen, Wald und Savanne gefällt uns super.
  • Highlights sind die Bootstouren mit ihrer Mischung aus Tieren, Weite und lokalem Leben …
  • … die Carmine Bee-eaters, die trockene Einsamkeit des Nkasa Rupara National Parks und die Buffalo Core Area am Kavango.
13.9.-15.9.: Katima Mulilo am Sambesi
13.9.2019 - Caprivi Houseboat Safari Lodge, Tent 4
13.9.2019 – Caprivi Houseboat Safari Lodge, Tent 4

Gegen Mittag verlassen wir die Chobe Riverfront, die Grenze nach Namibia in Ngoma ist schnell geschafft, bis Katima sind es nur 70 km. Wir verfahren uns ein bisschen, landen in der LKW-Schlange an der Grenze nach Sambia, suchen vergeblich ein gemütliches Café in Katima und erreichen schließlich die Caprivi Houseboat Safari Lodge am frühen Nachmittag.

Unser Zelt gefällt uns gut, ebenso die 5 Hunde und Katzen. Wir haben eins der beiden Zelte mit Terrasse zum Sambesi.

Nach Essen, Kaffee, Duschen geht es uns besser, wir machen eine kleine Wanderung durch das Lodgegelände und zur Hippo Bar nebenan, die aber geschlossen ist. Hier ist auch der Badestrand der Einheimischen – wenn die Zeit passt, gehen wir morgen dahin .

Der Mighty Sambesi ist auch bei niedrigem Wasserstand majestätisch, und wir bekommen diese Idee 😃.
Auf jeden Fall planen wir für den morgigen Ruhetag ein bisschen Kajakfahren, einen Ausflug nach Katima und die Sunset Boattour.

Die Nacht ist furchtbar – in der Nähe ist Party, laute (sehr! laute) Musik, erst um 6 Uhr hört sie auf 😱.
Merke – niemals am Freitag nach Katima, da ist immer Party!

Nach dem Frühstück wollen wir die Kajaks mieten, aber auf einmal heißt es „Too dangerous: hippos, crocodiles, current“. Aber der Hinweis auf unsere Deltakajaktour überzeugt die Angestellte („Really? Okay, you are brave, take the kayaks.“) und wir genießen eine ruhige 1 ½ Stunden-Tour im Zweier, ca. 7 km. Klappte gut mit uns zweien 😍. Wir sehen Reed Cormorant, Pied Kingfisher, Green-backed Heron, Glossy Ibis, machen Rast auf einer Insel mitten im Sambesi.

Nach einem kleinen Mittagssnack in Katima und ein bisschen Einkauf geht’s um 16:30 Uhr auf die Bootstour, leider nicht zu den Bee-eaters, denn die Kolonie ist 50 km stromabwärts. Dafür tuckern wir geruhsam erst ca. 4 km stromaufwärts, sehen Krokodile und Hippos, White-backed Night Heron, jede Menge „Altvögel“ ☺️. Wir sind zu acht, der Skipper erzählt interessantes über Tiere, den Sambesi, die Nachbarschaft von Sambia und Namibia. Zur Abwechslung einmal keine Action, sondern Ruhe und Entspannung, keine spektakulären Tiere, sondern viele Details und „kleine“ Tiere.

Und noch ein Goodie: Heute Nacht war nirgendwo Party 👍.


Hippos, Crocs & People of the Sambesi:


15.9.: Carmine Bee-eaters
15.9.2019 - Carmine Bee-eater Colony
15.9.2019 – Carmine Bee-eater Colony

Schon zuhause hatten wir von den großen Karminspint-Kolonien gehört, die es am Sambesi gibt. Leider werden die Vögel seit einigen Jahren gewildert (in China sind die Federn große Mode 😳), einige Kolonien sind wohl schon verschwunden. Die nächste Kolonie ist ca. 50 km mit dem Auto entfernt, der Skipper hatte uns erklärt, wie wir zur Mubala Safari Lodge kommen, dort sollen wir weiter fragen. „Left on tar road, immediately the 2nd left onto the sandy track. Follow this road, if in doubt at a branch, take the left. You cannot miss the colony, there are 100s of birds.“. Der Weg windet sich schnell zum Sambesi-Ufer, dann muss man aber noch ein ganzes Stück fahren, weiter als wir denken. Wir geben aber nicht auf … und finden es 👍.

15.9.2019 - Carmine Bee-eater Colony

Karin ist glücklich und schießt sicher 100 Fotos.

Die Bruthöhlen sind hier nicht im Ufer, das ist wohl nicht fest genug, sondern im Boden. Jede Höhle bis zu 3 m lang, sagt der Ranger, der uns erklärt, wo wir gehen dürfen. Er zeigt uns den über der Kolonie kreisenden Yellow-billed Kite: „A very young kite, it does not yet know that the chicken will only come in 2 weeks.”
Tagsüber sind die meisten Vögel bis zu 50 km entfernt, auf Futtersuche, so dass wir „nur“ hunderte sehen. Aber auch das ist beeindruckend und wunderschön.


 
15.9.-17.9.: Nkasa Rupara National Park
16.9.2019 - Nkasa Rupara NP - Lilac-breasted Roller
16.9.2019 – Nkasa Rupara NP – Lilac-breasted Roller

Gegen 11:30 Uhr sind wir wieder in Katima Mulilo, tanken zur Sicherheit voll. Der Trecker frisst auch auf Asphalt, bei gemütlicher Fahrweise, ca. 15 l / 100 km 😳.

Bis Livingstone‘s Camp sind es ca. 100 km, gegen 14 Uhr kommen wir an, nach 213 km insgesamt. Mittagssnack, ausruhen, lesen. User Joerg vom Namibia-Forum ist der Camp Host hier. Er erzählt uns, dass die Elefanten hier klüger sind als im Moremi – sie drehen die Wasserhähne auch wieder zu 😂.

Kurzentschlossen fahren wir noch zum Nationalpark, erreichen nach 20 min Fahrt das Entrance Gate. Wir zahlen 180 NAD Eintritt für heute und morgen. Wir sind die einzigen Besucher heute Nachmittag – und die Ranger bitten uns, pünktlich um 18 Uhr raus zu fahren, weil sie warten müssen, bis der letzte den Park verlassen hat.

Wer glaubt, dass Savuti trocken ist – hier schlägt die Jahrhundertdürre richtig zu. Wir sehen außer ein paar Pfützen kein Wasser, alles ist ansonsten ausgedorrt, wenig Tiere. Die Weite und Einsamkeit gefällt uns trotzdem, ein Kontrastprogramm zu den bisherigen Landschaften: goldene Grasebenen, recht viele hohe Bäume, keine Mopane-Ödnis, trockener Schlamm. Man kann sich gut vorstellen, dass hier in der Regen-/Flut-Zeit ein Paradies für Tiere ist, aber mit dem Auto kein Durchkommen.

15.9.2019 - Nkasa Rupara NP - Magpie Shrike
15.9.2019 – Nkasa Rupara NP – Magpie Shrike

Außerdem heißt „wenig Tiere“ in Afrika immer noch „jede Menge“, also für uns Städter ein großes Erlebnis. Wir sehen Wardhogs, ein paar Impalas und Vögel, die wir noch nicht kennen.

Unser langer Game Drive am nächsten Tag führt uns nach ~25 km an einen Nebenarm des Linyanti, hier geht es nicht mehr weiter. Wir spazieren ein bisschen, sehen eine große Lechwe-Herde, im Schilf ein paar Reiher und Holy Ibis. Auf der Weiterfahrt Richtung Nkasa Island begegnen uns Elefanten, Zebras, Impalas, und einige Lilac-breasted Rollers, Starlings, Hornbills.

Es ist brütend heiß, der Wind ein starker trockener Fön, selbst das Mittagspicknick ist ermüdend. Wir setzen uns bald wieder ans Steuer, da kühlt uns die Klimaanlage. Wir wollen nach Kawendumu, laut Karte ein Picknickplatz auf Nkasa Island direkt am Linyanti. Aber der Weg endet auf einmal, er ist vorher schon immer dünner  geworden und manchmal nur zu erahnen. Auf dem Rückweg genießen wir das schöne Grasmeer, queren immer wieder Kanäle, die jetzt trocken liegen. In der Regenzeit oder während der Kwandoflut wäre man bis zum Dach im Wasser gewesen. In dieser Zeit ist Nkasa Island auch nicht zugänglich, die ganze Grasebene ist dann eine Riesenlagune, nur die Bauminseln schauen heraus.

Zurück im Camp, nach 9 Stunden und 90 km, machen wir uns einen gemütlichen Abend, mit Gemüsecurry und Reis (2-Flammen-Herd, Stufe 1 und 2), Lesen.

Camping ist schööön – wir freuen uns schon auf‘s Womo in Kanada.
Das Dachzelt finden wir cool, gemütlich und sicher. Aber die Isomatten sind wichtig, auch wenn es jeden Abend eine Fummelei ist, die untendrunter zu schieben.

 

Landschaft und Tiere im Nkasa Rupara National Park:


Foto des Tages: Red Lechwe16.9.2019 - Nkasa Rupara NP - Red Lechwe

16.9.2019 – Nkasa Rupara NP – Red Lechwe

 

17.9.: Buffalo Core Area

Heute wird ein langer Tag!

Morgens besuchen wir das kleine Livingstone Museum in Sangwali, ca. 3 km nördlich von Livingstone’s Camp. Es wurde 2000 von Linus Mukwata aufgebaut und seitdem liebevoll gepflegt und beschreibt das Leben und Wirken von David Livingstone und anderer Missionare hier in der Region – vor allem auch das nicht immer glückliche Zusammentreffen mit den lokalen Stämmen der Makololo und Mayeyi. Die Exponate wurden in der Umgebung gesammelt oder an der Universität in Katima Mulilo erstellt. Wir haben ein intensives und interessantes Gespräch mit Linus über die Geschichte und den heutigen Wandel der lokalen Bevölkerung. Beeindruckend, wie positiv Linus zum Wandel eingestellt ist.

Dann kommen 250 km auf der langweiligen B8, die sich schnurgerade durch den Caprivi-Streifen zieht. Nur unterbrochen von einmal Tanken und noch etwas Einkaufen im kleinen Dorf Kongola. Ab und zu sehen wir ein Auto, häufiger sind Tiere und Fußgänger.

Die Buffalo Core Area des Bwabwata National Park liegt als schmaler Streifen am Ostufer des Kavango und ist ein wichtiger Wanderkorridor für die Tiere zwischen Angola und dem Okavangodelta. Dieser Bereich ist noch so etwas wie ein Geheimtipp, die meisten fahren dran vorbei – so wie wir 2015 auch.

Wir kommen hungrig (okay – einer ☺️) am späten Mittag an und finden schnell einen wunderbaren Picknickplatz mit Blick auf die Flood Plain des Kavango. Die Ranger weisen uns auf einen Büffel hinter der nächsten Biegung hin, der sehr aggressiv sei – wenn der in Sicht komme, sollten wir aufbrechen. Er kommt aber nicht … und wir genießen die Pause, den Blick, die Tiere.

Anschließend fahren wir gemütlich die Uferpiste bis zum südlichen Ende des Parks an der Grenze zu Botswana, ca. 25 km. Neben jeder Menge Elefanten, Vervet Affen, Wardhogs, Impala, Kudu, Reiher, Störche, Ibis, Enten, Gänse sehen wir Lechwe, Bateleur, Sable Antelope, Chobe Bushbuck, Büffel, Hippos. Eine unglaublich reichhaltige Fülle.

 

Die Kavango Flood Plain in der Buffalo Core Area:

 
17.9.-19.9.: Riverdance Lodge am Kavango
18.9.2019 - RiverDance Lodge
18.9.2019 – RiverDance Lodge

Gegen 17:00 Uhr fahren wir weiter zur RiverDance Lodge, noch ca. 40 km. Wir bekommen Campsite 1, wie alle Campsites sehr schön, mit eigenem Waschhaus, Feuerstelle und Blick auf den Kavango. Die neuen Besitzer Chris und Pascale sind sympathisch, gastfreundlich, kümmern sich ebenfalls intensiv um die Community und die Schule. Wir sortieren uns erst einmal, schauen uns die aktuellen Activities an und buchen die Sunrise Tour für morgen, Dinner für morgen Abend und Frühstück für übermorgen. Die Village Tour bzw. den Schulbesuch sollen wir morgen spontan absprechen.

Ein sehr schöner, aber auch sehr langer Tag – wir erholen uns erstmal in der Lapa bei etwas Internet und zwei Gläschen Wein. Am späteren Abend bringt Michael seine liebe Frau Karin dazu, noch etwas schönes zu kochen. Frei nach den 101 Dalmatinern ☺️. Es gibt Gemüse mit Tomatensoße und Nudeln. Messerscharf geschlossen: 2-Flammen-Herd.

Es wird spät heute, Michael ist total k.o. (müde, Rücken) und geht um 22 Uhr auf‘s Dach. Karin liest noch etwas am Feuer. Ein paar Hippos grunzen.



Sunrise Tour auf dem Kavango

Wir sind um kurz vor 6 Uhr für die Sunrise Tour an der Boat Ramp, die einzigen Teilnehmer heute. Das ist das Gute an den Sunrise-Touren, die sind nicht so beliebt ☺️.

Augustinus ist unser Guide, recht wortkarg, aber nett. Naturgemäß sind Morgendämmerung und Sonnenaufgang am Anfang der Tour, es geht quasi direkt los. Anschließend tuckern wir noch 1,5 Stunden an Inseln vorbei mit engen Passagen durch Stromschnellen. Wir sehen Hippos und ein paar Krokodile (ein süßes kleines dabei) und natürlich wieder jede Menge Vögel: Black-backed Heron, Pied Kingfisher, Little Bee-eaters, Coppery-tailed Coucal, Water Thick-knee, Rock Pratincole und, sehr schön anzuschauen, einen Baum mit vielen African Darter, Egrets, Cormorants: sieht aus wie ein Baum mit großen Blüten in weiß, schwarz und braun.

Kurz nach 8 Uhr sind wir zurück und verabreden, dass wir kurz nach 9 Uhr den Village Walk mit Besuch der Schule machen.





Village Walk und Biro School

Der Village Walk gefällt uns, wir erfahren einiges über die Heilwirkung diverser Bäume, u.a. gegen Durchfall, Windpocken, sogar Malaria. Im Dorf sehen wir, was aus diversen Getreiden und Früchten gemacht wird. Manche werden unverarbeitet gegessen, manche zu Mehl weiter verarbeitet … und aus allem wird auch Bier gebraut. Viele schmecken echt lecker.

Anschließend besuchen wir den von Riverdance gespendeten, neuen Kindergarten. Hier gehen die Kleinen zwischen 4 und 7 für ein bis zwei Jahre in die Vorschule und kommen dann, je nach Fortschritten, in die Biro Primary School.

In der Schule müssen wir einen kleinen Moment warten, dann kommen der neue Principal (seit 1 Monat), und jede Menge Lehrer und erzählen uns, was sie von der Spende letztes Jahr angeschafft haben. Das Kollegium hat gemeinsam diskutiert und entschieden: den allerersten Computer, einen Anschluss an die Trinkwasserleitung (vorher gab es nur Kanister) und vom Rest viele Mal- und Schreibbücher sowie Maismehl.

18.9.2019 - RiverDance Lodge
18.9.2019 – RiverDance Lodge

Jeder will ein Gruppenfoto mit uns. Als ich das einzige Bild zeige, was ich vom Besuch 2015 auf dem iPhone habe, will es jeder unbedingt sehen. Anschließend bekommen wir alles in natura zu sehen: Computer, Wasserhahn, den Rest der Wasserschläuche, die Bücher. Das Maismehl war wohl schon aufgegessen ☺️.

Den Nachmittag verbringen wir mit Lesen, WhatsApp, Rückenmassage (sehr wohltuend), Pool, Kaffee und Kuchen.

Das Dinner ist sehr lecker, Vol au Vent als Vorspeise, Ragout Stroganoff (ohne Pilze!) mit leckerem Gemüse, nur der Nachtisch (Cheasecake) ist wieder so süß, dass es einem die Zähne zusammenzieht.

Um 8 Uhr sind wir schon müde, halten noch 30 min am WLAN aus, sind kurz vor 9 im Bett. Mit Wehmut denken wir daran, dass morgen die letzten 4 Tage anbrechen.

 

Fotos des Tages: Sonnenaufgang am Kavango

 

Afrika 2019: Kajaktour im Okavangodelta

Donnerstag 29./30.8.: Hinreise via Johannesburg nach Maun

Wir haben den Nachtflug mit Lufthansa ab Frankfurt gebucht – und im November ein Schnäppchen-Angebot zum Upgrade in die Business Class ergattert. Um es vorwegzunehmen: Nobel geht die Welt zugrunde, echt too much … aber das Lay Flat Bed ist absolut klasse.

Wir nehmen den ICE, eigentlich in 95 min direkt zum Flughafen, aber wegen eines Defekts müssen wir mit unserem ganzen Gepäck in Köln umsteigen. Zu zweit nehmen wir ja genauso viel „allgemeinen Kram“ mit wie zu viert, können es aber nicht auf 4 Personen verteilen – also haben wir 3 große Taschen zum Aufgeben und als Handgepäck den schweren Fotorucksack und jeder einen kleinen Tagesrucksack.

30.9.2019 - Umsteigen in Johannesburg
30.9.2019 – Umsteigen in Johannesburg

Wir landen pünktlich um 8:20 Uhr, dank des schönen Betts hatten wir 5-6 Stunden Schlaf. Wir teilen uns auf – einer chillt in der SAA-Lounge, eine geht bummeln, zur Sicherheit mit ein paar Rand. Der Flug nach Maun geht pünktlich, wir fliegen im kleinen Avro RJ85. Nach weniger als zwei Stunden landen wir, unterwegs viel trockene Landschaft. Der Flughafen ist so klein, dass wir auf der Suche nach dem Gepäckband glatt die Ankunftshalle übersehen: „Do you have luggage?“ … „Yes, we have“ (und wollen am ihm vorbei) … „Where is your luggage“ … „Possibly on the luggage belt“ (und ich gehe weiter) … „Stop, your luggage … it will come here!!!“ 😂.

Gegen 15:00 Uhr, fast genau 24 Stunden nach der Abfahrt zuhause, kommen wir im Old Bridge Backpackers an. Das Old Bridge gefällt uns richtig gut. Einfach, aber nett, kein Schicki-Micki, leger, freundliche und nette Leute. Und direkt Afrika-Feeling: Hippos, Crocs, jede Menge Vögel.

Wir haben eines der fünf “Tents”, eine Holzkonstruktion mit Zeltwänden und Zelt- oder Wellblechdach und Veranda zum Thamalakane River. Das Essen hier ist frisch zubereitet, große Auswahl und wirklich lecker. Das wissen auch die Einheimischen, darum ist hier immer was los.

Wir telefonieren noch mit John von Kayaktive … morgen früh holt er uns um 8 Uhr ab und unser Abenteuer beginnt.

Nachts ist es sehr laut: Musik, Autoverkehr, Hundegebell. Aber am lautesten schnorcheln …  die Hippos.

Fazit:

  • Nachtflug ist echt gut, Umsteigen in Johannesburg war auch dieses Mal wieder stressfrei.
  • Old Bridge (wie es die Einheimischen nennen) ist eine legere, coole Location mit äußerst leckerem Essen.

 

Old Bridge: Man ist sofort „in Afrika“ … jedenfalls für uns Mitteleuropäer ☺️:

 
31.8.-4.9. Kajaktour

Karin meinte Anfang 2018, als die Planung begann, dass ihr 3 Wochen nur im Auto zu langweilig und zu wenig Action wäre. Wir sind ja Outdoor-Fans und bei unserem Namibia-Urlaub 2015 hat es uns gestört, dass man kaum Wanderungen unternehmen kann.

Also googelten wir „Activities Okavango Delta“ … einer der ersten Treffer war das Abu Camp, mit Bootsausflügen und Elefantenreiten … dann sahen wir den Preis von 2.980 USD pro Person und Tag (😱) … und fragten uns, ob man zur Abreise den Elefanten mit eingepackt bekommt? Okay, also kein Elefantenreiten.

Die Lodges oder Camps bieten aber nur Mokoro-Touren an (Einbaum), aber da sitzt man drin, wird durch’s Wasser kutschiert … nee, das ist auch nicht wirklich „Activity“.

Dann fanden wir Kayaktive, die bieten Kajaktouren von 1-5 Tagen an. Gruppen von 2-5 Teilnehmern, selber paddeln, ein Guide, der mit paddelt, Gepäckboot mit Koch, Equipment und Vollpension, Übernachten auf Inseln im Delta … das ganze für 1.500€ für beide für 5 Tage. Und wenn schon, denn schon … 5 Tage ist genau das richtige für uns. Abenteuer muss halt sein ☺️.

Fazit:

  • Der Tagesablauf mit Game Walk morgens, ca. 4 Stunden Kajak, Game Walk abends ist klasse. Action & Safari. 
  • Man ist im Delta, mit den Tieren, in der Natur. Elefanten, Giraffen, Antilopen … aus der Froschperspektive.
  • Die Game Walks sind ein Traum – die Tiere sind zwar weiter weg als bei Auto oder Kajak, aber unmittelbarer.
  • In den 4,5 Tagen gab es 30 min nach dem Start außer zu den Guides keinen Kontakt zu Menschen. Nur Tiere.

PS: Man fragte uns immer wieder dieselben zwei Fragen, unterwegs, aber auch hier zuhause:

  • Oh, ist das nicht viel gefährlicher als im Mokoro? –> Verstehe ich nicht, wieso, wo ist der Unterschied? Mokoro oder Kajak, man ist im Wasser, der Abstand zu Elefanten, Hippos, Büffeln ist derselbe.
  • Hattet ihr keine Angst umzukippen? –> Fährst du Fahrrad? Und – hast du Angst umzukippen?
     
 

Nordwesten 2017 – Kayaktour

5 Tage Kayaktour von San Juan Island nach Anacortes


Nach der Buchung der 5-Tages-Tourim Herbst 2016 brauchen wir zur Vorbereitung nicht mehr viel zu organisieren: Die Packliste unterscheidet sich kaum von der Raftingtour – eigentlich kaufen wir nur Sonnenhüte und Kayakhandschuhe zusätzlich.

Ein wichtige Entscheidung war noch zu treffen: Nehmen wir zu fünft 1 Zweier + 1 Dreier oder 2 Zweier und 1 Einer? Die beiden kräftigen Jungs plädieren energisch für die Variante mit dem Einer – und da wir alle sehr fit sind, sind auch wir Erwachsenen einverstanden.  Fast forward: Es hat wunderbar geklappt, abwechselnd paddeln wir jeweils zwei halbe Tagesetappen im Einer.

Fazit:

  • Sportlich, anstrengend, Naturerlebnis, Spaß, Relaxing … alles, was wir erwartet hatten, wurde erfüllt.
  • Die Tour ist perfekt organisiert, unser Führer passte wunderbar zu uns: genau die richtige Mischung aus Guide und Kumpel.
  • Wir hatten Einsamkeit erwartet … aber in einem Ballungsgebiet von 4,5 Mio. Einwohnern, die alle Freizeit-verrückt sind, gibt es keine einsame Inselwelt. Viele Schiffe, Ferienhäuser, große Campgrounds, aber trotzdem noch genügend Meer, Ruhe, Natur.
  • Man ist und fühlt sich klein und langsam mit dem Kayak. Aber das ist auch der große Reiz einer solchen Tour: Tief Eintauchen in eine Welt, in der man sich mit eigener Kraft fortbewegt und jede Menge Tiere sieht. 
 
 

 

 

Nordwesten 2017

27.7.-28.8.2017: Seattle – Kayaktour – Washington&Oregon – Sonnenfinsternis

Der Auslöser für diese Reise war die totale Sonnenfinsternis am 21.8.2017, die von Oregon bis South Carolina quer über die USA zieht: Etwas ganz besonderes, Sommerferien, außerdem war ein Wohnmobilurlaub mal wieder dran … also konnte mit der Planung begonnen werden.

Wie 2012 (Rim2Rim) und 2014 (Rafting) ist ein Outdoor-Erlebnis wieder der einhellige Wunsch. Über Besteigung des Mount Rainier (nein – man braucht Gletschererfahrung und -ausrüstung), Mehrtageswanderung im Regenwald (nein – eventuell zu nass), Gebirgswanderung in den Cascades (wir fanden nichts, was uns ansprach) liefert uns die Google-Suche nach „Outdoor Activity Washington, Oregon” schließlich den Treffer: eine Seekayaktour in den San Juan Islands. Nach intensiver Recherche entscheiden wir uns für die 5-Tages-Tour.

Und schließlich als drittes: Genügend Meilen für vier Freiflüge in der Premium Economy :-)

Also: Die drei Buchungen (Wohnmobil, Meilenflüge, Kayaktour) sind unter einen Hut zu bringen. Mit Geduld, Hartnäckigkeit, vielen Telefonaten und ein bisschen Kompromissen gelingt es … und wir stellen uns diese unvergessliche Reise zusammen :-)

Im Frühjahr entscheidet sich Robert, unser Neffe/Cousin, mit zu fahren. Alle freuen sich :-)

Fazit:

  • Die Kayaktour ist anspruchsvoll, erlebnisreich, Spaß und Abenteuer zugleich. Dazu Adler, Delfine, Robben, Waschbären … und Anstrengung und Muße.
  • Seattle gefällt uns ausgesprochen gut: tolle Lage, weltoffen, liberal, relaxed, friedlich. 
  • Die Vielfalt der Olympic Peninsula: Küste&Meer, Berge, Regenwald, Waldwirtschaft, Gletscher – abwechslungsreich und interessant.
  • Die Oregonküste ist Sand, Fels, Wasser, Luft – irgendwie ist alles immer gleichzeitig.
  • Die Vulkane sind gigantisch, noch aus 100-150 km überwältigend präsent, ehrfurchtgebietend und schön.
  • Und ja – die Sonnenfinsternis ist das erwartete Once-in-a-Lifetime Erlebnis. Wir staunen, sind begeistert und irgendwie ergriffen.