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Afrika 2019: Caprivi

13.-19.9.: Caprivi – same procedure as 2015! 😊

Der Caprivi-Streifen gefiel uns 2015 ausnehmend gut, vor allem die Flüsse. Routentechnisch passt er optimal, um den Besuch von Moremi und Chobe zu einer Rundtour zu verbinden. Insgesamt 6 Tage bleiben wir, jeweils 2 Tage:

  • Caprivi Houseboat Safari Lodge, direkt am Sambesi, bietet 5 Zelte mit Doppelbett, Bad und Terrasse. Nach den 8 Tagen im Dachzelt gönnen wir uns hier ein Bett 😊. Eine gemütliche Lodge mit originellen Möbeln, man kann Kajak fahren und eine schöne Sunset Rivertour machen.

  • Livingstone’s Camp liegt direkt außerhalb vom Nkasa Rupara National Park, dem größten Feuchtgebiet Namibias. 5 Campsites liegen am Waldrand mit Blick in die Schwemmebene, die wegen der Jahrhundertdürre aber nur noch einen kleinen Schlammtümpel hat. Jede Campsite ist schön schattig und riesig, den Nachbarn sieht man nicht, und hat ein eigenes Küchen- und Waschhaus.

  • Die Riverdance Lodge ist natürlich gesetzt, wegen der Gastfreundlichkeit, der hohen Qualität, dem leckeren Essen … und weil wir die Biro School noch einmal besuchen wollen. Wir nutzen den Pool, die Lapa, buchen Frühstück und Dinner im Restaurant und die Village Tour und die Sunrise Tour. Zwei erholsame Tage, wir lassen uns verwöhnen.

Fazit:

  • Die Mischung aus Flüssen, Wald und Savanne gefällt uns super.
  • Highlights sind die Bootstouren mit ihrer Mischung aus Tieren, Weite und lokalem Leben …
  • … die Carmine Bee-eaters, die trockene Einsamkeit des Nkasa Rupara National Parks und die Buffalo Core Area am Kavango.
13.9.-15.9.: Katima Mulilo am Sambesi
13.9.2019 - Caprivi Houseboat Safari Lodge, Tent 4
13.9.2019 – Caprivi Houseboat Safari Lodge, Tent 4

Gegen Mittag verlassen wir die Chobe Riverfront, die Grenze nach Namibia in Ngoma ist schnell geschafft, bis Katima sind es nur 70 km. Wir verfahren uns ein bisschen, landen in der LKW-Schlange an der Grenze nach Sambia, suchen vergeblich ein gemütliches Café in Katima und erreichen schließlich die Caprivi Houseboat Safari Lodge am frühen Nachmittag.

Unser Zelt gefällt uns gut, ebenso die 5 Hunde und Katzen. Wir haben eins der beiden Zelte mit Terrasse zum Sambesi.

Nach Essen, Kaffee, Duschen geht es uns besser, wir machen eine kleine Wanderung durch das Lodgegelände und zur Hippo Bar nebenan, die aber geschlossen ist. Hier ist auch der Badestrand der Einheimischen – wenn die Zeit passt, gehen wir morgen dahin 😀.

Der Mighty Sambesi ist auch bei niedrigem Wasserstand majestätisch, und wir bekommen diese Idee 👍.
Auf jeden Fall planen wir für den morgigen Ruhetag ein bisschen Kajakfahren, einen Ausflug nach Katima und die Sunset Boattour.

Die Nacht ist furchtbar – in der Nähe ist Party, laute (sehr! laute) Musik, erst um 6 Uhr hört sie auf 😱🤬😤.
Merke – niemals am Freitag nach Katima, da ist immer Party!

Nach dem Frühstück wollen wir die Kajaks mieten, aber auf einmal heißt es „Too dangerous: hippos, crocodiles, current“. Aber der Hinweis auf unsere Deltakajaktour überzeugt die Angestellte („Really? Okay, you are brave, take the kayaks.“) und wir genießen eine ruhige 1 ½ Stunden-Tour im Zweier, ca. 7 km. Klappte gut mit uns zweien 😍. Wir sehen Reed Cormorant, Pied Kingfisher, Green-backed Heron, Glossy Ibis, machen Rast auf einer Insel mitten im Sambesi.

Nach einem kleinen Mittagssnack in Katima und ein bisschen Einkauf geht’s um 16:30 Uhr auf die Bootstour, leider nicht zu den Bee-eaters, denn die Kolonie ist 50 km stromabwärts. Dafür tuckern wir geruhsam erst ca. 4 km stromaufwärts, sehen Krokodile und Hippos, White-backed Night Heron, jede Menge „Altvögel“ ☺️. Wir sind zu acht, der Skipper erzählt interessantes über Tiere, den Sambesi, die Nachbarschaft von Sambia und Namibia. Zur Abwechslung einmal keine Action, sondern Ruhe und Entspannung, keine spektakulären Tiere, sondern viele Details und „kleine“ Tiere.

Und noch ein Goodie: Heute Nacht war nirgendwo Party 😀.


Hippos, Crocs & People of the Sambesi:


15.9.: Carmine Bee-eaters
15.9.2019 - Carmine Bee-eater Colony
15.9.2019 – Carmine Bee-eater Colony

Schon zuhause hatten wir von den großen Karminspint-Kolonien gehört, die es am Sambesi gibt. Leider werden die Vögel seit einigen Jahren gewildert (in China sind die Federn große Mode 😤), einige Kolonien sind wohl schon verschwunden. Die nächste Kolonie ist ca. 50 km mit dem Auto entfernt, der Skipper hatte uns erklärt, wie wir zur Mubala Safari Lodge kommen, dort sollen wir weiter fragen. „Left on tar road, immediately the 2nd left onto the sandy track. Follow this road, if in doubt at a branch, take the left. You cannot miss the colony, there are 100s of birds.“ 😎. Der Weg windet sich schnell zum Sambesi-Ufer, dann muss man aber noch ein ganzes Stück fahren, weiter als wir denken. Wir geben aber nicht auf … und finden es 👍.

15.9.2019 - Carmine Bee-eater Colony

Karin ist glücklich und schießt sicher 100 Fotos.

Die Bruthöhlen sind hier nicht im Ufer, das ist wohl nicht fest genug, sondern im Boden. Jede Höhle bis zu 3 m lang, sagt der Ranger, der uns erklärt, wo wir gehen dürfen. Er zeigt uns den über der Kolonie kreisenden Yellow-billed Kite: „A very young kite, it does not yet know that the chicken will only come in 2 weeks.”
Tagsüber sind die meisten Vögel bis zu 50 km entfernt, auf Futtersuche, so dass wir „nur“ hunderte sehen. Aber auch das ist beeindruckend und wunderschön.


 
15.9.-17.9.: Nkasa Rupara National Park
16.9.2019 - Nkasa Rupara NP - Lilac-breasted Roller
16.9.2019 – Nkasa Rupara NP – Lilac-breasted Roller

Gegen 11:30 Uhr sind wir wieder in Katima Mulilo, tanken zur Sicherheit voll. Der Trecker frisst auch auf Asphalt, bei gemütlicher Fahrweise, ca. 15 l / 100 km 😳.

Bis Livingstone‘s Camp sind es ca. 100 km, gegen 14 Uhr kommen wir an, nach 213 km insgesamt. Mittagssnack, ausruhen, lesen. User Joerg vom Namibia-Forum ist der Camp Host hier. Er erzählt uns, dass die Elefanten hier klüger sind als im Moremi – sie drehen die Wasserhähne auch wieder zu 😂.

Kurzentschlossen fahren wir noch zum Nationalpark, erreichen nach 20 min Fahrt das Entrance Gate. Wir zahlen 180 NAD Eintritt für heute und morgen. Wir sind die einzigen Besucher heute Nachmittag – und die Ranger bitten uns, pünktlich um 18 Uhr raus zu fahren, weil sie warten müssen, bis der letzte den Park verlassen hat.

Wer glaubt, dass Savuti trocken ist – hier schlägt die Jahrhundertdürre richtig zu. Wir sehen außer ein paar Pfützen kein Wasser, alles ist ansonsten ausgedorrt, wenig Tiere. Die Weite und Einsamkeit gefällt uns trotzdem, ein Kontrastprogramm zu den bisherigen Landschaften: goldene Grasebenen, recht viele hohe Bäume, keine Mopane-Ödnis, trockener Schlamm. Man kann sich gut vorstellen, dass hier in der Regen-/Flut-Zeit ein Paradies für Tiere ist, aber mit dem Auto kein Durchkommen.

15.9.2019 - Nkasa Rupara NP - Magpie Shrike
15.9.2019 – Nkasa Rupara NP – Magpie Shrike

Außerdem heißt „wenig Tiere“ in Afrika immer noch „jede Menge“, also für uns Städter ein großes Erlebnis. Wir sehen Wardhogs, ein paar Impalas und Vögel, die wir noch nicht kennen.

Unser langer Game Drive am nächsten Tag führt uns nach ~25 km an einen Nebenarm des Linyanti, hier geht es nicht mehr weiter. Wir spazieren ein bisschen, sehen eine große Lechwe-Herde, im Schilf ein paar Reiher und Holy Ibis. Auf der Weiterfahrt Richtung Nkasa Island begegnen uns Elefanten, Zebras, Impalas, und einige Lilac-breasted Rollers, Starlings, Hornbills.

Es ist brütend heiß, der Wind ein starker trockener Fön, selbst das Mittagspicknick ist ermüdend. Wir setzen uns bald wieder ans Steuer, da kühlt uns die Klimaanlage. Wir wollen nach Kawendumu, laut Karte ein Picknickplatz auf Nkasa Island direkt am Linyanti. Aber der Weg endet auf einmal, er ist vorher schon immer dünner  geworden und manchmal nur zu erahnen. Auf dem Rückweg genießen wir das schöne Grasmeer, queren immer wieder Kanäle, die jetzt trocken liegen. In der Regenzeit oder während der Kwandoflut wäre man bis zum Dach im Wasser gewesen. In dieser Zeit ist Nkasa Island auch nicht zugänglich, die ganze Grasebene ist dann eine Riesenlagune, nur die Bauminseln schauen heraus.

Zurück im Camp, nach 9 Stunden und 90 km, machen wir uns einen gemütlichen Abend, mit Gemüsecurry und Reis (2-Flammen-Herd, Stufe 1 und 2 😂), Lesen.

Camping ist schööön – wir freuen uns schon auf‘s Womo in Kanada 🇨🇦😍.
Das Dachzelt finden wir cool, gemütlich und sicher. Aber die Isomatten sind wichtig, auch wenn es jeden Abend eine Fummelei ist, die untendrunter zu schieben.

 

Landschaft und Tiere im Nkasa Rupara National Park:


Foto des Tages: Red Lechwe16.9.2019 - Nkasa Rupara NP - Red Lechwe

16.9.2019 – Nkasa Rupara NP – Red Lechwe

 

17.9.: Buffalo Core Area

Heute wird ein langer Tag!

Morgens besuchen wir das kleine Livingstone Museum in Sangwali, ca. 3 km nördlich von Livingstone’s Camp. Es wurde 2000 von Linus Mukwata aufgebaut und seitdem liebevoll gepflegt und beschreibt das Leben und Wirken von David Livingstone und anderer Missionare hier in der Region – vor allem auch das nicht immer glückliche Zusammentreffen mit den lokalen Stämmen der Makololo und Mayeyi. Die Exponate wurden in der Umgebung gesammelt oder an der Universität in Katima Mulilo erstellt. Wir haben ein intensives und interessantes Gespräch mit Linus über die Geschichte und den heutigen Wandel der lokalen Bevölkerung. Beeindruckend, wie positiv Linus zum Wandel eingestellt ist.

Dann kommen 250 km auf der langweiligen B8, die sich schnurgerade durch den Caprivi-Streifen zieht. Nur unterbrochen von einmal Tanken und noch etwas Einkaufen im kleinen Dorf Kongola. Ab und zu sehen wir ein Auto, häufiger sind Tiere und Fußgänger.

Die Buffalo Core Area des Bwabwata National Park liegt als schmaler Streifen am Ostufer des Kavango und ist ein wichtiger Wanderkorridor für die Tiere zwischen Angola und dem Okavangodelta. Dieser Bereich ist noch so etwas wie ein Geheimtipp, die meisten fahren dran vorbei – so wie wir 2015 auch.

Wir kommen hungrig (okay – einer ☺️) am späten Mittag an und finden schnell einen wunderbaren Picknickplatz mit Blick auf die Flood Plain des Kavango. Die Ranger weisen uns auf einen Büffel hinter der nächsten Biegung hin, der sehr aggressiv sei – wenn der in Sicht komme, sollten wir aufbrechen. Er kommt aber nicht … und wir genießen die Pause, den Blick, die Tiere.

Anschließend fahren wir gemütlich die Uferpiste bis zum südlichen Ende des Parks an der Grenze zu Botswana, ca. 25 km. Neben jeder Menge Elefanten, Vervet Affen, Wardhogs, Impala, Kudu, Reiher, Störche, Ibis, Enten, Gänse sehen wir Lechwe, Bateleur, Sable Antelope, Chobe Bushbuck, Büffel, Hippos. Eine unglaublich reichhaltige Fülle 😃.

 

Die Kavango Flood Plain in der Buffalo Core Area:

 
17.9.-19.9.: Riverdance Lodge am Kavango
18.9.2019 - RiverDance Lodge
18.9.2019 – RiverDance Lodge

Gegen 17:00 Uhr fahren wir weiter zur RiverDance Lodge, noch ca. 40 km. Wir bekommen Campsite 1, wie alle Campsites sehr schön, mit eigenem Waschhaus, Feuerstelle und Blick auf den Kavango. Die neuen Besitzer Chris und Pascale sind sympathisch, gastfreundlich, kümmern sich ebenfalls intensiv um die Community und die Schule. Wir sortieren uns erst einmal, schauen uns die aktuellen Activities an und buchen die Sunrise Tour für morgen, Dinner für morgen Abend und Frühstück für übermorgen. Die Village Tour bzw. den Schulbesuch sollen wir morgen spontan absprechen.

Ein sehr schöner, aber auch sehr langer Tag – wir erholen uns erstmal in der Lapa bei etwas Internet und zwei Gläschen Wein. Am späteren Abend bringt Michael seine liebe Frau Karin dazu, noch etwas schönes zu kochen 😍. Frei nach den 101 Dalmatinern 😀. Es gibt Gemüse mit Tomatensoße und Nudeln. Messerscharf geschlossen: 2-Flammen-Herd.

Es wird spät heute, Michael ist total k.o. (müde, Rücken) und geht um 22 Uhr auf‘s Dach. Karin liest noch etwas am Feuer. Ein paar Hippos grunzen 😀.



Sunrise Tour auf dem Kavango

Wir sind um kurz vor 6 Uhr für die Sunrise Tour an der Boat Ramp, die einzigen Teilnehmer heute. Das ist das Gute an den Sunrise-Touren, die sind nicht so beliebt ☺️.

Augustinus ist unser Guide, recht wortkarg, aber nett. Naturgemäß sind Morgendämmerung und Sonnenaufgang am Anfang der Tour, es geht quasi direkt los. Anschließend tuckern wir noch 1,5 Stunden an Inseln vorbei mit engen Passagen durch Stromschnellen. Wir sehen Hippos und ein paar Krokodile (ein süßes kleines dabei) und natürlich wieder jede Menge Vögel: Black-backed Heron, Pied Kingfisher, Little Bee-eaters, Coppery-tailed Coucal, Water Thick-knee, Rock Pratincole und, sehr schön anzuschauen, einen Baum mit vielen African Darter, Egrets, Cormorants: sieht aus wie ein Baum mit großen Blüten in weiß, schwarz und braun.

Kurz nach 8 Uhr sind wir zurück und verabreden, dass wir kurz nach 9 Uhr den Village Walk mit Besuch der Schule machen.





Village Walk und Biro School

Der Village Walk gefällt uns, wir erfahren einiges über die Heilwirkung diverser Bäume, u.a. gegen Durchfall, Windpocken, sogar Malaria. Im Dorf sehen wir, was aus diversen Getreiden und Früchten gemacht wird. Manche werden unverarbeitet gegessen, manche zu Mehl weiter verarbeitet … und aus allem wird auch Bier gebraut. Viele schmecken echt lecker.

Anschließend besuchen wir den von Riverdance gespendeten, neuen Kindergarten. Hier gehen die Kleinen zwischen 4 und 7 für ein bis zwei Jahre in die Vorschule und kommen dann, je nach Fortschritten, in die Biro Primary School.

In der Schule müssen wir einen kleinen Moment warten, dann kommen der neue Principal (seit 1 Monat), und jede Menge Lehrer und erzählen uns, was sie von der Spende letztes Jahr angeschafft haben. Das Kollegium hat gemeinsam diskutiert und entschieden: den allerersten Computer, einen Anschluss an die Trinkwasserleitung (vorher gab es nur Kanister) und vom Rest viele Mal- und Schreibbücher sowie Maismehl.

18.9.2019 - RiverDance Lodge
18.9.2019 – RiverDance Lodge

Jeder will ein Gruppenfoto mit uns. Als ich das einzige Bild zeige, was ich vom Besuch 2015 auf dem iPhone habe, will es jeder unbedingt sehen. Anschließend bekommen wir alles in natura zu sehen: Computer, Wasserhahn, den Rest der Wasserschläuche, die Bücher. Das Maismehl war wohl schon aufgegessen ☺️.

Den Nachmittag verbringen wir mit Lesen, WhatsApp, Rückenmassage (sehr wohltuend), Pool, Kaffee und Kuchen.

Das Dinner ist sehr lecker, Vol au Vent als Vorspeise, Ragout Stroganoff (ohne Pilze!) mit leckerem Gemüse, nur der Nachtisch (Cheasecake) ist wieder so süß, dass es einem die Zähne zusammenzieht.

Um 8 Uhr sind wir schon müde, halten noch 30 min am WLAN aus, sind kurz vor 9 im Bett. Mit Wehmut denken wir daran, dass morgen die letzten 4 Tage anbrechen 😭.

 

Fotos des Tages: Sonnenaufgang am Kavango

 

Afrika 2019: Kajaktour im Okavangodelta

Donnerstag 29./30.8.: Hinreise via Johannesburg nach Maun

Wir haben den Nachtflug mit Lufthansa ab Frankfurt gebucht – und im November ein Schnäppchen-Angebot zum Upgrade in die Business Class ergattert. Um es vorwegzunehmen: Nobel geht die Welt zugrunde, echt too much … aber das Lay Flat Bed ist absolut klasse.

Wir nehmen den ICE, eigentlich in 95 min direkt zum Flughafen, aber wegen eines Defekts müssen wir mit unserem ganzen Gepäck in Köln umsteigen. Zu zweit nehmen wir ja genauso viel „allgemeinen Kram“ mit wie zu viert, können es aber nicht auf 4 Personen verteilen – also haben wir 3 große Taschen zum Aufgeben und als Handgepäck den schweren Fotorucksack und jeder einen kleinen Tagesrucksack.

30.9.2019 - Umsteigen in Johannesburg
30.9.2019 – Umsteigen in Johannesburg

Wir landen pünktlich um 8:20 Uhr, dank des schönen Betts hatten wir 5-6 Stunden Schlaf. Wir teilen uns auf – einer chillt in der SAA-Lunge, eine geht bummeln, zur Sicherheit mit ein paar Rand. Der Flug nach Maun geht pünktlich, wir fliegen im kleinen Avro RJ85. Nach weniger als zwei Stunden landen wir, unterwegs viel trockene Landschaft. Der Flughafen ist so klein, dass wir auf der Suche nach dem Gepäckband glatt die Ankunftshalle übersehen: „Do you have luggage?“ … „Yes, we have“ (und wollen am ihm vorbei) … „Where is your luggage“ … „Possibly on the luggage belt“ (und ich gehe weiter) … „Stop, your luggage … it will come here!!!“ 😂.

Gegen 15:00 Uhr, fast genau 24 Stunden nach der Abfahrt zuhause, kommen wir im Old Bridge Backpackers an. Das Old Bridge gefällt uns richtig gut. Einfach, aber nett, kein Schicki-Micki, leger, freundliche und nette Leute. Und direkt Afrika-Feeling: Hippos, Crocs, jede Menge Vögel.

Wir haben eines der fünf “Tents”, eine Holzkonstruktion mit Zeltwänden und Zelt- oder Wellblechdach und Veranda zum Thamalakane River. Das Essen hier ist frisch zubereitet, große Auswahl und wirklich lecker. Das wissen auch die Einheimischen, darum ist hier immer was los.

Wir telefonieren noch mit John von Kayaktive … morgen früh holt er uns um 8 Uhr ab und unser Abenteuer beginnt.

Nachts ist es sehr laut: Musik, Autoverkehr, Hundegebell. Aber am lautesten schnorcheln …  die Hippos.

Fazit:

  • Nachtflug ist echt gut, Umsteigen in Johannesburg war auch dieses Mal wieder stressfrei.
  • Old Bridge (wie es die Einheimischen nennen) ist eine legere, coole Location mit äußerst leckerem Essen.

 

Old Bridge: Man ist sofort „in Afrika“ … jedenfalls für uns Mitteleuropäer ☺️:

 
31.8.-4.9. Kajaktour

Karin meinte Anfang 2018, als die Planung begann, dass ihr 3 Wochen nur im Auto zu langweilig und zu wenig Action wäre. Wir sind ja Outdoor-Fans und bei unserem Namibia-Urlaub 2015 hat es uns gestört, dass man kaum Wanderungen unternehmen kann.

Also googelten wir „Activities Okavango Delta“ … einer der ersten Treffer war das Abu Camp, mit Bootsausflügen und Elefantenreiten … dann sahen wir den Preis von 2.980 USD pro Person und Tag (😱) … und fragten uns, ob man zur Abreise den Elefanten mit eingepackt bekommt? Okay, also kein Elefantenreiten.

Die Lodges oder Camps bieten aber nur Mokoro-Touren an (Einbaum), aber da sitzt man drin, wird durch’s Wasser kutschiert … nee, das ist auch nicht wirklich „Activity“.

Dann fanden wir Kayaktive, die bieten Kajaktouren von 1-5 Tagen an. Gruppen von 2-5 Teilnehmern, selber paddeln, ein Guide, der mit paddelt, Gepäckboot mit Koch, Equipment und Vollpension, Übernachten auf Inseln im Delta … das ganze für 1.500€ für beide für 5 Tage. Und wenn schon, denn schon … 5 Tage ist genau das richtige für uns. Abenteuer muss halt sein ☺️.

Fazit:

  • Der Tagesablauf mit Game Walk morgens, ca. 4 Stunden Kajak, Game Walk abends ist klasse. Action & Safari. 
  • Man ist im Delta, mit den Tieren, in der Natur. Elefanten, Giraffen, Antilopen … aus der Froschperspektive.
  • Die Game Walks sind ein Traum – die Tiere sind zwar weiter weg als bei Auto oder Kajak, aber unmittelbarer.
  • In den 4,5 Tagen gab es 30 min nach dem Start außer zu den Guides keinen Kontakt zu Menschen. Nur Tiere.

PS: Man fragte uns immer wieder dieselben zwei Fragen, unterwegs, aber auch hier zuhause:

  • Oh, ist das nicht viel gefährlicher als im Mokoro? –> Verstehe ich nicht, wieso, wo ist der Unterschied? Mokoro oder Kajak, man ist im Wasser, der Abstand zu Elefanten, Hippos, Büffeln ist derselbe.
  • Hattet ihr keine Angst umzukippen? –> Fährst du Fahrrad? Und – hast du Angst umzukippen?
     
 

Nordwesten 2017 – Kayaktour

5 Tage Kayaktour von San Juan Island nach Anacortes


Nach der Buchung der 5-Tages-Tourim Herbst 2016 brauchen wir zur Vorbereitung nicht mehr viel zu organisieren: Die Packliste unterscheidet sich kaum von der Raftingtour – eigentlich kaufen wir nur Sonnenhüte und Kayakhandschuhe zusätzlich.

Ein wichtige Entscheidung war noch zu treffen: Nehmen wir zu fünft 1 Zweier + 1 Dreier oder 2 Zweier und 1 Einer? Die beiden kräftigen Jungs plädieren energisch für die Variante mit dem Einer – und da wir alle sehr fit sind, sind auch wir Erwachsenen einverstanden.  Fast forward: Es hat wunderbar geklappt, abwechselnd paddeln wir jeweils zwei halbe Tagesetappen im Einer.

Fazit:

  • Sportlich, anstrengend, Naturerlebnis, Spaß, Relaxing … alles, was wir erwartet hatten, wurde erfüllt.
  • Die Tour ist perfekt organisiert, unser Führer passte wunderbar zu uns: genau die richtige Mischung aus Guide und Kumpel.
  • Wir hatten Einsamkeit erwartet … aber in einem Ballungsgebiet von 4,5 Mio. Einwohnern, die alle Freizeit-verrückt sind, gibt es keine einsame Inselwelt. Viele Schiffe, Ferienhäuser, große Campgrounds, aber trotzdem noch genügend Meer, Ruhe, Natur.
  • Man ist und fühlt sich klein und langsam mit dem Kayak. Aber das ist auch der große Reiz einer solchen Tour: Tief Eintauchen in eine Welt, in der man sich mit eigener Kraft fortbewegt und jede Menge Tiere sieht. 
 
 

 

 

Nordwesten 2017

27.7.-28.8.2017: Seattle – Kayaktour – Washington&Oregon – Sonnenfinsternis

Der Auslöser für diese Reise war die totale Sonnenfinsternis am 21.8.2017, die von Oregon bis South Carolina quer über die USA zieht: Etwas ganz besonderes, Sommerferien, außerdem war ein Wohnmobilurlaub mal wieder dran … also konnte mit der Planung begonnen werden.

Wie 2012 (Rim2Rim) und 2014 (Rafting) ist ein Outdoor-Erlebnis wieder der einhellige Wunsch. Über Besteigung des Mount Rainier (nein – man braucht Gletschererfahrung und -ausrüstung), Mehrtageswanderung im Regenwald (nein – eventuell zu nass), Gebirgswanderung in den Cascades (wir fanden nichts, was uns ansprach) liefert uns die Google-Suche nach „Outdoor Activity Washington, Oregon” schließlich den Treffer: eine Seekayaktour in den San Juan Islands. Nach intensiver Recherche entscheiden wir uns für die 5-Tages-Tour.

Und schließlich als drittes: Genügend Meilen für vier Freiflüge in der Premium Economy :-)

Also: Die drei Buchungen (Wohnmobil, Meilenflüge, Kayaktour) sind unter einen Hut zu bringen. Mit Geduld, Hartnäckigkeit, vielen Telefonaten und ein bisschen Kompromissen gelingt es … und wir stellen uns diese unvergessliche Reise zusammen :-)

Im Frühjahr entscheidet sich Robert, unser Neffe/Cousin, mit zu fahren. Alle freuen sich :-)

Fazit:

  • Die Kayaktour ist anspruchsvoll, erlebnisreich, Spaß und Abenteuer zugleich. Dazu Adler, Delfine, Robben, Waschbären … und Anstrengung und Muße.
  • Seattle gefällt uns ausgesprochen gut: tolle Lage, weltoffen, liberal, relaxed, friedlich. 
  • Die Vielfalt der Olympic Peninsula: Küste&Meer, Berge, Regenwald, Waldwirtschaft, Gletscher – abwechslungsreich und interessant.
  • Die Oregonküste ist Sand, Fels, Wasser, Luft – irgendwie ist alles immer gleichzeitig.
  • Die Vulkane sind gigantisch, noch aus 100-150 km überwältigend präsent, ehrfurchtgebietend und schön.
  • Und ja – die Sonnenfinsternis ist das erwartete Once-in-a-Lifetime Erlebnis. Wir staunen, sind begeistert und irgendwie ergriffen.

 

 

Lewis & Harris 2016

10.-17.9.2016 Fotoworkshop auf Lewis&Harris
17.9.2016 - These heated whirlers aren't what they are cracked up to be ;-)
17.9.2016 – These heated whirlers aren’t what they are cracked up to be ;-)
11.-17.9.2016: Locations des Fotoworkshops Lewis&Harris
11.-17.9.2016: Locations des Fotoworkshops Lewis&Harris (© Google 2016)

Auch dieses Jahr stand mir der Sinn nach einer Woche Fotografieren-pur. Die Kurse bei PhotoTours4U waren entweder schon ausgebucht oder mir nicht genug Abenteuer … Serdar empfahl mir daraufhin Tom Mackie, einen Fotografen, den er vor Jahren in Neuengland kennengelernt hatte. Ich buchte kurzentschlossen den Workshop auf Lewis&Harris.

Lewis and Harris ist die größte Insel der äußeren Hebriden, ganz oben im Nordwesten, ca. 80 km x 30 km groß. Nur 20.000 Menschen leben hier – und das auch nur im Sommer: Von Mitte September bis Mitte Mai wird es schlagartig leer, nur ca. 4.000 Leute überwintern in Regen, Kälte und Sturm.

Der nördliche Teil der Insel heißt Lewis, ist hauptsächlich eine flache Ebene mit vielen Seen und Steilküste … und besteht fast vollständig aus Torf („peat”) … besonders gut, wenn man wie ich nur Schuhe mit Belüftung dabei hat. Der Inselteil ist windumtost mit viel Regen und Stürmen. (Es hat Jahre gegeben ohne einen einzigen Sonnentag). Auch wir hatten ca. 50% unserer Zeit Starkregen und Wind/Sturm.

Der südliche Teil – Harris – war früher nur per Schiff erreichbar, erst seit den 50er Jahren gibt es eine Straße. Harris ist gebirgig und äußerst heterogen: auf der Westseite findet man Sandstrände, die fast karibisch anmuten, auf der Ostseite ist es kahl, schroff und karg.

Fazit: Landschaft und Wetter sind faszinierend, die Menschen sehr nett und interessant. Gelernt habe ich, wie man sich schnell und selbständig in eine Location einfindet. Dazu gab es viel Bildkritik und Lightroom-Tipps in den Regenstunden.

 

13.9.2016 - Callanish (I)
13.9.2016 – Callanish (I)
 

Lewis&Harris 2016 – der Workshop

„We will meet around 1pm at Stornaway airport” heißt es in den Workshop-Unterlagen. Wie kommt man also vom Rheinland nach Stornoway … und wo/was ist Stornaway?

  • Also : Stornoway ist die Hauptstadt von Lewis&Harris, 8000 Einwohner, ein großer Hafen und ein Flugplatz.
  • Okay: Der Flugplatz ist sogar noch kleiner als Aachen-Merzbrück … im Sommer gibt es 3 Flüge mittags und 2 abends, von/nach Edinburgh, Glasgow und Inverness … im Winter (also Mitte September bis Mitte Mai) nur noch je ein Flug mittags und abends ;)
  • Und: Die Flugzeiten und Umsteigezeiten erfordern, dass man von Deutschland aus entweder in Glasgow/Edinburgh oder in London übernachten muss.

Ich entscheide mich für Direktflüge von Düsseldorf mit Eurowings und buche jeweils am Folge- bzw. Vortag den Flug nach Stornoway mit Flybe. Das Ganze ist recht erschwinglich, pro Flug 80-100€ plus die Übernachtung, auch je 80€. Auf dem Hinweg lege ich einen Ausflugstag in Edinburgh ein, auf dem Rückflug eine Übernachtung in einem Flughafenhotel in Glasgow.

 
10.9. Anreise über Edinburgh

Dank langer Warteschlangen und mehrerer Verspätungen lande ich gegen 15:00 Uhr in Edinburgh. Mit dem Bus geht es nach Downtown, wo ich ein zentrales Hotel gebucht habe. 9 Stunden war ich unterwegs :-(

Frisch geduscht und ein bisschen erholt bummele ich bei tollem Sonnenwetter durch die Innenstadt. Viele schöne Fotomotive.

Zum Sonnenuntergang wandere ich auf den Hausberg von Edinburgh, den Arthur’s Seat, ein 251m hoher Vulkankegel. Dank des klaren Wetters hat man eine tolle Weitsicht (bis zur Nordsee, man sieht bis zum Bass Rock), der Sonnenuntergang ist wunderschön.

Um 21:30 Uhr bin ich erschossen wieder im Hotel.

 
11.9. Ankunft auf Lewis. Sturm
11.9.2016 - Uig Bay, bei 60mph Wind
11.9.2016 – Uig Bay, bei 60mph Wind. Die Kamera wird fast aus der Hand geweht.

Noch ein langer Reisetag. Um 8:30 Uhr fahre ich nach mittelmäßigem Frühstück zum Flughafen, Check-in geht schnell, 2 Stunden Lounge, lauter und unruhiger Flug in einem kleinen Propellerflugzeug, aber tolle Sicht auf Flüsse, Seen und Meer.

In Stornaway treffen nach und nach die anderen Teilnehmer ein. Nur die 3 Londoner haben eine relativ kurze Anreise, die anderen reisen aus Grenoble, Italien und … Australien an. Als erstes wird natürlich ausgetauscht, welches Equipment zum Einsatz kommt: 2x Pentax, 1x Nikon, 1x Sony, 1x Canon und 1x Fuji. Und ich mit meiner Alt-Canon und Neu-Fuji (siehe Fuji X-T2) verstärke zwei Lager ;-)

Ab 14:00 Uhr regnet es in Strömen, gegen Nachmittag kommt Sturm auf, an der Westküste ist abends mehr als 100 km/h Wind.

Unser B&B Baile-na-Cille liegt ganz im Westen, einsam an einer sehr schönen Bucht. Ein uraltes Haus mit einfachen Zimmern (Etagenbad) und urgemütlichen Ess- und Wohnzimmern. Das Essen ist suuuperlecker, laut einem Kommentar bei TripAdvisor ist unser Gastgeber Richard ein Londoner Sternekoch, der sich hier zur Ruhe gesetzt hat. Am ersten Abend lernen wir Richards trockenen Humor kennen und die Wahrheit: „Not really, I was 13 years the butler of a famous London chief – but why should I correct TripAdvisor, it’s good marketing!”

Abends sind alle k.o., Tom zeigt ein paar Bilder der Locations, wie sie bei Sonne aussehen. Morgen werden wir versuchen, bei dem Regen bzw. Sturm Bilder zu machen. Ach ja – Handynetz oder WiFi gibt es an der Westküste von Lewis nicht.

 
12.9. Dauerregen, Steinkreise und Wikingerhäuser
12.9.2016 - Callanish (I)
12.9.2016 – Callanish (I)

Das Frühstück ist sehr gut, nach 3 Tagen probiere ich sogar Porridge (und die Abendessen sind ein Gedicht :-). Bis 12:00 Uhr ist Dauerregen, wir verbringen den Vormittag mit Bilder zeigen: Tom zeigt uns wieder, wie es bei schönen Wetter aussieht, und wir legen die erste von vielen Bildkritik-Sessions ein.

Dann geht es – noch in starkem Regen – zu den Steinkreisen von Callanish. Dort gibt es drei große Steinkreise – einer ist fast so groß wie Stonehenge. Mittagessen gibt’s im Cafe des Museums.

Ganz interessant sind die Black Houses, ein Freilichtmuseum mit restaurierten Häusern, in denen man seit den Wikingern bis 1970 gewohnt hat: ohne Fenster, geheizt mit Torf (sehr nasser, den es hier überall gibt), links das einziger Zimmer, rechts das Vieh.

Zum Wetter: seit 16:00 Uhr wird nicht mehr geschossen – äh, geregnet :-).

Nach dem Abendessen klart es auf und wir erleben einen tollen Sonnenuntergang in unserer Bucht Uig Bay. (Mir fällt gerade auf, dass Bay ja Bucht heißt, und Uig heißt auch Bucht … also steht da Bucht Bucht Bucht ;-)

 
 
13.9. Callanish und Mangersta Stacks

Um 7:00 Uhr laufe ich eine Stunde, es ist eine tolle Luft, mild und schon sonnig.

  • Nach dem Frühstück geht es zur Mangersta-Bucht, ca. 15 min vom Hotel entfernt. Mir gelingen ganz nette Fotos von Strand und Brandung, aber ich finde mich nicht rein in das Motiv.
  • Um 11:03 Uhr ist ein denkwürdiger Moment: das letzte Bild mit der Canon 5D Mark III. Vorausgegangen war die unbefangene Frage des anderen Fuji-Fotografen, warum ich denn weiter die Canon nehme, wenn ich von der Fuji überzeugt sei. Und mir schoss die Antwort auch sofort durch den Kopf: reine Gewohnheit, sonst nichts. Ich packte die Canon weg, holte die Fuji raus (die ich schon beim Spaziergang durch Edinburgh benutzt hatte) und war sofort begeistert von der intuitiven Bedienung.
  • Nachmittags geht es wieder zu den Callanish Steinen, diesmal in der Sonne mit schönen Wolken. Es sind nur wenige Menschen dort, es gelingen  ein paar schöne Langzeitbelichtungen.
  • Abends fahren wir wieder zur Mangersta-Bucht, diesmal mit Ausblick auf die „Stacks“.  Schöne Bilder in der Abendsonne.

Der Tag klingt gemütlich aus, mit Lightroom-Lektionen, quatschen und Rotwein.

 

13.9.2016 - Callanish (I)
13.9.2016 – Callanish (I)
 
14.9. Der Norden von Lewis
14.9.2016 - Highland Cows
14.9.2016 – Highland Cows

Es ist wieder Regen vorher gesagt: ab 14:00 Uhr bis morgen Abend. Übermorgen soll es wieder freundlich sein.

Wir fahren also direkt nach dem Frühstück los, heute geht es zum Leuchtturm von Lewis, dem Butt of Lewis  ganz im Norden. 2x 1 Stunde Fahrt, unterwegs sehen wir Highland-Rinder, große Bussarde, alte Häuser und auf der Rückfahrt auch eines der wenigen Cafés hier auf Lewis. Diese Cafés sind die einzige Möglichkeit, etwas zu essen. Einfach, aber frisch gemacht, immer lecker.

Der Leuchtturm und die Steilküste sind schön, aber das Licht ist schlecht: sehr bedeckt, diesig und extrem viel Wind.

Gegen 13:00 Uhr fängt es an zu regnen, leider so stark, dass wir zurück fahren, gegen 16:00 Uhr sind wir wieder im B&B.

Nachmittag und Abend vergehen damit, dass wir uns gegenseitig Bilder zeigen und untereinander Lightroom-, Photoshop- und NIK-Tipps austauschen. Trotz wenig Fotografieren ein interessanter Tag.

 
15.9. Wir üben „Bilder im Regen“ ;-)
15.9.2016 - Wasserfall, Glen Valtos bei Uig
15.9.2016 – Wasserfall, Glen Valtos bei Uig

1 Stunde laufe ich vor dem Frühstück, in wunderbar frischer und milder Luft.

Bis ca. 14:00 Uhr sind wir heute unterwegs, ab 11:00 Uhr nieselt es, später immer mehr. Mir gelingen nur mittelmäßige Bilder vom Strand bei Ebbe, aber schöne Bilder von einem Schiffswrack und später von einer rostigen Maschine in einem Steinbruch. „Bilder im Regen“ klappt gut – wir sind bis auf die Haut nass, die Kameras haben alle gut durchgehalten.

Der Nachmittag vergeht mit Lightroom-Lektionen und – sehr guter – gegenseitiger Kritik an unseren Bildern. Der Abend wird lustig, auch wegen der Vorfreude auf den morgigen Sonnenaufgang: laut Wetterbericht soll es aufklaren.

 
16.9. „Unser“ Druide und Fahrt nach Harris
16.9.2016 - Callanish I (Sunrise, 7:21)
16.9.2016 – Callanish I (Sunrise, 7:21)
16.9.2016 - Callanish I (Sunrise, 7:37)
16.9.2016 – Callanish I (Sunrise, 7:37)

Um 6:00 Uhr geht es zum Sonnenaufgang nach Callanish. Eine zweite Gruppe (Workshop aus USA) ist auch da und einige weitere Leute. Wir sind ca. 30 Fotografen und sprechen uns kollegial im Dunkeln ab, wer wo sein Stativ aufbaut, damit keiner im Bild eines anderen ist. Auf einmal kommen zwei Männer, gehen mitten in die Steinkreise, eine große Kiste dabei …was ist das denn?

Ein Schamane mit Diener, die eine Zeremonie machen wollen. Ausgerechnet heute ist Sonnenwende! Wir haben keine Chance – sie weichen nicht. Bei guter Stimmung (die Engländer mit ihrer Höflichkeit und Gelassenheit sind in solchen Situationen sehr hilfreich ;-) beschließen wir, den Schamanen später per Photoshop zu entfernen. So kommt jeder von uns zu 2-3 Stunden Übung mit dem Reparaturpinsel ;-)
(Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, woher die beiden wissen, was damals vor 4000 Jahren für eine Zeremonie gemacht wurde.)

 

16.9.2016 - Callanish I (Sunrise, 7:08)
16.9.2016 – Callanish I (Sunrise, 7:08)

 

Gegen 8:00 Uhr geht es zurück zum Frühstück. Schnell packen und es geht auf die 1,5 Stunden Fahrt nach Harris, ins Harris Hotel im Hauptort Tarbert. Harris ist eine komplett andere Landschaft, viel rauher und viele Sandstrände. Wir fahren nachmittags der Reihe nach verschiedene Locations an der Westküste an:

  • Luskentyre Beach, eine riesige Bucht mit Dünen und Stränden
  • Northton, eine Bucht mit Salzmarschen
  • The Temple Cafe
  • Ein schnelles Abendessen im Hotel, danach wieder nach Süden, Sonnenuntergang am Strand von Horgabost.

Auf dem Rückweg, gegen Mitternacht, haben wir einen Glückstreffer: Vollmond, klarer Himmel und Springtide – in der Bucht von Seilebost sind die Salzmarsche überflutet und schimmern silbern im Mondlicht. Uns gelingen tolle Bilder :-)

 
 
17.9. Die Golden Route von Harris
17.9.2016 - Waiting for the Bus ;-)
17.9.2016 – Waiting for the Bus ;-)

Ein spätes Frühstück, dann geht es auf die Golden Route of Harris: Tarbert – Luskentyre – Horgabost – Northton – Rodel – zurück über die winzige und kurvige Straße an der Ostküste.

Wir gönnen uns ein langes, interessantes Tide Pooling bei Horgabost (Tom’s Anweisung lautet: Jeder sucht sich Details, heute Abend zeigt ihr mir eure interessantesten Grafiken!), an der Ostküste locken immer wieder kleine Zwischenstops:

Der letzte Abend klingt mit einer Fortbildung über Whiskey aus – ich mag am liebsten „light/smokey“,die Whiskeyprobe ergab als eindeutigen Favoriten den Ardbeg 12  ;-).

 
18./19.9. Rückflug über Glasgow

Der Abschied von Lewis&Harris ist zünftig – es regnet in Strömen. Wir bleiben bis 12:00 Uhr im Hotel, fahren dann die ca. 1,5 Stunden nach Stornaway.

Im einzigen Pub, der sonntags geöffnet hat, essen wir zu Mittag. Dann klart es auf und wir unternehmen einen langer Spaziergang durch den Park von Lew Castle. Das schöne Anwesen wurde vor 170 Jahren von einem Lord erbaut, der gerade die ganze Insel gekauft hatte und hier wohnen wollte. Dann war es ihm aber zu kalt und nass, er verkaufte die Insel an den nächsten Lord, dem es auch zu kalt und nass war und der schenkte dann Gebäude und Garten der Allgemeinheit. Heute ist hier ein Park und ein Museum.

 

Die Rückreise war problem- und ereignislos: abends der kurze Flug nach Glasgow, am nächsten Morgen dann weiter nach Düsseldorf.

 

Lewis&Harris 2016 – Was habe ich gelernt?!

13.9.2016 - Mangersta Beach13.9.2016 - Mangersta Beach

Dieser Workshop unterscheidet sich sehr von den bisherigen (die alle mit PhotoTours4U stattfanden):

  • Statt ausführlich eine Location (pro Tag) kennenzulernen und dort intensiv in allen Feinheiten betreut zu werden …
  • … sind wir jetzt vergleichsweise kurz an einem Ort und werden dort ins kalte Wasser geworfen.
  • “So, guys, this is Luskentyre Beach, we have the grass, the beach, the tidal creeks … go, find your motif … we meet in 90 minutes again her at the van.”

Zu Beginn fällt gerade mir das sehr schwer, weil ich manchmal Stunden brauche, um mich mit einer Location anfreunden. Zum Glück ließ Tom sich darauf ein, die Zeit pro Location zu verlängern und … ich bin auch lernfähig ;-) … aber zu manchen Locations finde ich keinen Zugang.

Eingeprägt hat sich, dass Beharrlichkeit ein wichtiges Element ist, siehe die folgenden Bilder in der Uig Bay:

  1. Schöne Bucht, Wolken, Wasser, Licht … begeisternd. Stativ in den Sand, Weitwinkel, 0.8 sec … nicht so der Burner.
  2. Ein Stück weiter, die Abendsonne scheint auf eine Felswand … ein bisschen mit den Zeiten probiert … 30 sec sieht gut aus … „okayish“, wie Tom später sagte.
  3. Die Gegenrichtung, eine Brücke … interessant, Kamera gaaanz niedrig gesetzt, Gegenlicht … das sieht sehr schön aus.
  4. Ah, wenn die Sonne noch etwas niedriger ist, wie sieht denn Langzeitbelichtung aus … 30 sec ist optimal … zehn Versuche später: mein Topbild :-)
 
 
13.9.2016 - Mangersta Beach13.9.2016 - Mangersta Beach

Dafür wird äußerst viel Wert auf Bildbesprechungen gelegt. Immer wieder die gleichen bohrenden Fragen:

  • Was möchtest du zeigen, aussagen, ausdrücken? Gibt es eine, mehrere oder gar keine „Message“?
  • Wird der Blick auf die Aussage/Stimmung/Message gelenkt? Was lenkt ab? Welcher Bildausschnitt wäre besser?
  • Schärfe, Farben, Kontrast, Langzeitbelichtung: Was könnte besser sein? Achtet auch auf Details!
  • Wirkt das Bild besser mit einer anderen Farbstimmung? Oder in Schwarzweiß?

Konkret gibt Tom uns folgende Tipps mit:

  1. Entscheide dich für „the leitmotif“. Lenke den Betrachterblick dahin, z.B. S-Kurve, Diagonale, goldener Schnitt.
  2. Investiere Zeit in den besten Bildausschnitt: Ablenkungen, Bild-Balance und -Aufteilung, nur eine Message.
  3. ETTR. Variere die Belichtungszeiten von Einfrieren bis Langzeit.
  4. Investiere in Nachbearbeitung: Sorgfalt, Ausschnitt, Lichter/Schatten, Weißabgleich, Schärfen.
  5. Mache einen Versuch, das Bild in schwarzweiß zu entwickeln.

Hier einige Beispiele:

  • Bild 1: „We can see that you seriously tried to make the foreground boulder working“. But „it’s distracting and forcing to include the ugly dark clouds”.
  • Bild 2: Der waagerechte Beschnitt lässt den Blick durch’s Bild wandern, auf die markanten Felsen im Hintergrund.

Farbe vs. Schwarzweiß:

Bildeindruck, Kontrast und Details unterscheiden sich deutlich.

1/20 sec vs. 160 sec:

Das Wasser wird glatt,
Wolken verschwinden.

 

Wer mag, kann einen Blick in das Fotobuch werfen (Achtung: 13,6 MB). Es ist frappierend, wie unterschiedlich die gleichen Motive von den Teilnehmern interpretiert werden.

 

Norwegen 2007 – on Tour

Für die Reise hatten wir uns für den Umweg über Oslo entschieden: 19 Stunden Fähre von Kiel und noch 230 km Autofahrt von Oslo aus. Dafür sparen wir die lange Anreise zur Fähre nach Norddänemark.
Pro: weniger Kilometer; Fährerlebnis; der Umweg über Oslo ist touristisch interessant.
Contra: fünf Reisetage statt vier; teurer.

Hier unser Reiseplan:

22.6.:  18:00-22:00: Fahrt von Aachen bis Bremen.
23.6.,:    9:00-11:30: Fahrt bis Kiel; Check-in am Norwegenkai um 12:30, Abfahrt um 14:30.
24.6.:     9:00 Ankunft in Oslo, 10:00-13:30 Fahrt bis zu unserem Ferienhaus.

8.7.:     12:00 Abfahrt vom Ferienhaus, durch den Telemark bis ~20:00 in Oslo.
9.7.:     vormittags Museen, Check-in wieder um 12:30, Abfahrt 14:30
10.7.:  Ankunft 9:30, ab 10:00 wieder on the road. Michael und Florian fahren mit dem Zug direkt nach Aachen, bis ~18:30.

10.-14.7.: Noch ein paar Urlaubstage für Karin, Karla und Luis an der Schlei.

Was hat uns auf der Fahrt gefallen, was nicht:

  • Die neuen Kiel-Oslo-Fähren der Colorline sind fast Kreuzfahrtschiffe, mit Einkaufspassage, Aqualand, Gym etc. Kurzweilig, auch toll für Kinder, leider sind die Kabinen sehr klein.
  • Wieder (wie schon 2000 ;-) haben wir auf dem Rückweg in Oslo übernachtet. Das empfanden wir als entspannend, und die Museumsinsel lohnt auch wiederholte Besuche.
  • Toll: Fram-MuseumKon-Tiki-Museum, und als Geheimtipp das Seefahrtsmuseum. Irgendwie langweilig war das Wikingermuseum.
  • Eine herbe Enttäuschung war das Radisson SAS Park Hotel :-( … angeblich 4-Sterne, aber nur vornehmes Getue, dafür abgewohnte und schäbige Zimmer.
    Nächstes Mal nehmen wir wieder das Radisson SAS Plaza!
 

 

Vechte 2007

Wieder eine Radtour in den Osterferien – mit ein paar Änderungen gegenüber 2006 an der Mosel:

  • Das Ziel war die Vechte – ein Flüsschen vom westlichen Münsterland bis in die Niederlande.
    Hauptsache flach war unsere Devise ;-)
  • Kein Anhänger für Karla – aber dafür mit “Abschleppstange”.
    Genau das richtige für ihr Alter (4.5 Jahre).
  • Annette begleitete uns.
  • Diesmal waren wir 6 Tage unterwegs, mit 5 Übernachtungen.
 
Anreise mit Multifan und nagelneuem Fahrradträger Wunderschöne Landschaften:
Vechte bei 
Laar, Kanal in Ommen
Und immer wieder:
Spiel, Sport und Spaß ;-)
 

Am schönsten waren die “Wasser”-Landschaften: Flussauen, lichte Wälder, Kanäle, alte Flussarme, Tümpel …

Das Ambiente war ländlich und gepflegt – schmucke Bauernhöfe, fast niedliche Dörfer, nette Städtchen.

Einziges Manko: auf der deutschen Seite ist die Gastronomie-Infrastruktur dünn (bis lausig) – gut Essen konnte man in den Niederlanden. Mit Ausnahme vom Haus Brünemann in Neuenhaus, da war das Essen super … aber es hat ja auch einen niederländischen Besitzer ;-)