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Botswana 2022: once more …

30.8. – 26.9.2022: Okavangodelta – CKGR – Pans – Moremi
14.9.2022 - Nxai Pan Waterhole
14.9.2022 – Nxai Pan Waterhole … <klick> für Video :-)

Die 2019er-Tour war so atemberaubend schön, dass Michael schon bei der Rückfahrt eine neue Planung begann. 2021 war Karin dann „weichgekocht“ 😻 … aber mit dem Zusatzwunsch, dass die Kayaktour noch einen Tag länger wird. Michael ließ sich überzeugen ;-)

2019 hatten wir uns gegen den Besuch der Kalahari entschieden, weil es uns zu einsam für die erste Dachzelttour zu zweit war. Aber mittlerweile sind wir ja alte Hasen …
Nach der Kayaktour verbringen wir also fünf atemberaubend einsame Tage im CKGR (Central Kalahari Game Reserve) und anschließend 4 Tage im Makgadikgadi & Nxai Pan National Park. Zum Abschluss fahren wir noch einmal in das Moremi Game Reserve, diesmal mit 6 Übernachtungen.

Mitte 2021 puzzeln wir alle Bausteine zusammen und buchen Kajak, Auto und Camps, wieder über DriveBotswana.

  • 6 Tage Kajaktour im Delta, übernachten auf einsamen Inseln. Gebucht bei Kayaktive.
  • 18 Tage mit dem Landcruiser und Dachzelt durch Central Kalahari, Boteti River, Nxai Pan und zum Abschluss noch einmal Moremi.
  • Zwischendurch 2 Tage in der schönen Leopard Plains Lodge zwischen Kalahari und Pans.

Fazit:

  • Die Kajaktour ist natürlich wunderschön: nicht so ein Wow-Erlebnis wie beim ersten Mal, wir kennen ja schon vieles, aber wieder eine tolle Mischung aus Activity, Natur und Tieren. Vor allem die Game Walks haben uns diesmal begeistert.
  • Atemberaubend finden wir die Kalahari: einsame Weite, überraschend viele Tiere und gefühlt ganz allein für uns.
  • Am Boteti River sehen wir große Tierherden, in der Nxai Pan ist das einzige Wasserloch der Hit.
  • Zum Abschluss genießen wir den Moremi: ausführliche, geruhsame Game Drives, einige Abenteuer mit Wasser und Brücken.
 
 
 

Botswana 2022: Rückreise und Fazit

24.9.: Rückfahrt nach Maun
24.9.2022 - Moremi Khwai, Morning Walk, African Grey Hornbill (Grautoko)
Moremi Khwai, African Grey Hornbil

Wir stehen gemütlich auf, unser letztes „Frühstück in the wild“. Um 8 Uhr machen wir einen letzten Morning Walk, sehen ein totes Elefanten-Junges unter der Brücke (es wurde in der Nacht von der Strömung dorthin geschwemmt), zwei Waterbucks, einer so gelassen, dass er ruhig liegen bleibt, obwohl wir nur 10 m entfernt vorbei gehen.

Zurück im Camp kümmern sich Angestellte um das Chaos auf der Nachbar-Site: Baboons haben die Mülltonne geplündert und das Zelt aufgerissen und den Inhalt rausgeholt, Tüten und auch das Zelt zerrissen, alles auf der Site verteilt. Wir denken: wie kann man nur, die Mülltonne nicht verriegeln und die Essensachen im Zelt liegen lassen …
… Auf unsere Site ist dann die Mülltonne auch geplündert, wir hatten sie verschlossen, aber die Baboons haben die Verriegelung einfach aufgerissen. Nur ein kleines Chaos, die Angestellten sind schon am Aufräumen. Wir entschuldigen uns … und machen ihnen eine Riesenfreude mit unseren vielen restlichen Lebensmitteln und Trinkwasser.

 

24.9.2022 - Moremi Khwai, Campsite 624.9.2022 - Moremi, Khwai -> MaunEinpacken, noch einen  Reservekanister einfüllen, um 10 Uhr brechen wir nach Maun auf, noch 125 km, davon 95 auf Sand. Wir wechseln uns ab, es geht recht problemlos. Nur Michael hat das Reise-Flug-Kribbeln wieder gepackt: Nerven gespannt, etwas grumpy … Karin bekommt es (aber nur etwas 😘) zu spüren, als sie vorschlägt, in Maun noch den Bata Store zu suchen – die gleichen Schuhe für Luis, die er 2015 in Livingstone gekauft hatte … und seitdem bis heute trägt.

Aber Michael beruhigt sich und gelassen gehen wir Tanken, Postkarten kaufen und im dritten Store gibt’s zwar nicht die gleichen Schuhe, aber ähnliche.

Krise dann im Old Bridge: trotz Buchung vor 15 Monaten, Email vor 2 ½ Monaten, Nachfrage vor Ort am 31.8., 6.9. und 18.9.: kein Doppelbett … grrrrrrr. Michael streikt, insistiert, wir warten auf die Managerin, die telefoniert mit dem Director … not possible … grrrrr. Wir nehmen Twin Bed, räumen das Auto leer. Wagenrückgabe, die Schäden werden notiert, Klärung aber erst am Montag, ob/was wir bezahlen müssen. (350€ werden es für den beschädigten Kotflügel, nichts für den abgerissenen Jacking Point.)

Duschen, Chillen, leckeres Essen, kleiner Walk … evtl. auch in anderer Reihenfolge … WhatsApp mit zuhause, noch ein bisschen an der Bar sitzen, gegen 22 Uhr ins Bett.

25./26.9. Rückflug

25.9.2022 - Der letzte Morgen im Old Bridge, Maun, Water Monitor

Wir haben uns Reste und Kekse zum Frühstück aufgehoben, für Instant-Kaffee oder Tee gibt es heißes Wasser.
Packen, ein letzter Morning Walk, Transfer zum Flughafen … mit so viel Reserve, dass wir noch gemütlich Mittagessen können im neuen Bistro gegenüber vom Flughafen.

  • Airlink 301, Embraer E190, Seats 1D/F, überpünktlich
  • LH 573, 747-8, Seats 85 A/C, Start mit 30 min Verspätung, Ankunft 5:30 Uhr, ½ Std. früher
  • Alles geht glatt und stressfrei, gegen 10 Uhr sind wir schon zuhause.

Fazit:

  • Ohne Frage, eine Traumreise. Mit der Mischung, die wir lieben: Natur, Action, Tiere, Muße.
  • Aber zum ersten Mal nicht der Gedanke bei der Abreise: „Hier müssen wir noch einmal hin!“
    Irgendwie ein Abschied von Afrika, keine Fernreisen mehr …
  • Aber jetzt, nach einige Monaten, regen sich ganz zaghaft erste Gedanken: Sambia vielleicht?

Statt weiterer Worte, hier die Highlights aus unserem Tagebuch:

29.08. Alle Unterlagen sind vollständig
30.08. Besser zu viel Reserve als zu wenig
31.08. Gute Stimmung, trotz Trauer
01.09. Das iPad stirbt den Hitzetod :-(
02.09. Löwen auf dem Game Walk
03.09. Schönes Camp, für 2 Tage
04.09. Wild Dogs
05.09. Es geht noch doofer als sich den Kopf zu stoßen
06.09. Erstsichtungen Striped Kingfisher, Cisticola, Martial Eagle
07.09. 90 km Sand klappen gut, erstes Lagerfeuer mit leckerem Essen
08.09. Wird nicht verraten!
09.09. Springboks, Oryxe, die Landschaft und das Abendessen
10.09. Giraffen und die Swallow-tailed Bee-Eater
11.09. Oryx-Junge und die rütteligste Rüttelpiste aller Rüttelpisten
12.09. Water Crossing durch den, Tiermenge am Boteti
13.09. Relaxing auf Khumaga #2, schon 92 Vogelarten
14.09. Die Springböcke am Wasserloch
15.09. 5 Bat-eared Foxes
16.09. Löwin bei Baines Baobab
17.09. Die Eule – Spotted Eagle Owl
18.09. Mittagspause im Old Bridge; 53 km Sandpiste gut geschafft
19.09. Wild Dogs mit Jungen, Löwinnen, der ganze Game Drive
20.09. 45 Giraffen :-) 4th Bridge Crossing :-(
21.09. Grazing Hippo, 2 gelbe Vögel, die Michael gespottet hat, Boat Trip
22.09. Giraffen, Lunch-Paradies, Eli-Baden
23.09. Game Walks am Khwai River
24.09. Evening Walk Old Bridge
25.09. Scotty beamt uns in 22 std. vom wilden Afrika ins dicht besiedelte Deutschland

 
 

Botswana 2022: Leopard Plains Lodge

16.-18.9.: Ausspannen in der Leopard Plains Lodge
16.9.2022 - Leopard Plains, Welcome Drink
Welcome Drink :-)

Nach 9 Tagen Wildnis gönnen wir uns zwei Tage Luxus mit einem richtigen Bett, servierten Mahlzeiten und geführten Aktivitäten.

Leopard Plains liegt zeitlich ungefähr in der Mitte und ist preislich (für Botswana-Verhältnisse) erschwinglich. Die ehemalige Jagdfarm ist 8000 km² groß und wurde Anfang 2020 als Game Resort eröffnet. Man braucht für jede Tierart eine Lizenz, sie haben Lizenzen für Leoparden, Gnu, Oryx, Kudu, Eland, Impala, Steenbok. Nicht für Löwen oder Elefanten, die müssen gemeldet werden und der DNWP transportiert sie dann ab. Wir haben aber das Gefühl, dass die Löwen hier gern geduldet werden ;-).

Für den Wald ist die Abwesenheit von Elefanten ein Segen,: Wir sehen erstmals, wie ein natürlicher, nicht von Elefanten rasierter (zerstörter) Wald aussieht.

18.9.2022 - Leopard Plains ... der Tor-Code funktioniert nicht ... mit Kletter-Flipflops ;-)
Der Tor-Code funktioniert nicht … mit Kletter-Flipflops kein Problem ;-)

Die Zelt-Chalets sind wunderbar, das Essen sehr gut. Die Aktivitäten natürlich nicht so spektakulär wie unsere Game Drives in der Wildnis, aber wir finden interessant, welche Details der Guide erzählt. Richtig gut gefallen uns die Game Walks: Wir sehen viele Vögel und lernen einiges über Bäume und Pflanzen.

Fazit:

  • Super nette und freundliche Inhaber und Mitarbeiter
  • Leckeres Essen und informative Game Drives und Game Walks … man darf aber keine Wildnis erwarten.
  • Schöne Chalets, vor allem Top-Betten.
 
 
 

Botswana 2022: Moremi

18.-24.9: Moremi Game Reserve
18.-24.9.2022 - Moremi Game Reserve
18.-24.9.2022 – Moremi Game Reserve

Geruhsame 6 Tage genießen wir diese Vielfalt von Landschaft und Tieren, fahren nur ca. 280 km, plus 2x 100 km Anfahrt. Die vier Campgrounds haben insgesamt nur 39 Sites, dazu ca. 10 Lodges … sehr wenige Menschen also auf 4.800 km².

Auf der Karte sieht man, dass Moremi streckenmäßig der kleinste Teil der Reise ist. Aber um den beliebten Vergleich zu machen: doppelt so groß wie das Saarland. Also genug Raum für Einsamkeit – und tatsächlich, nur in den Camps und in deren direkter Nähe treffen wir überhaupt andere Autos. Voll, d.h. ein Auto pro Stunde (oder so ;-) ist es nur zwischen Xakanaxa und Khwai und rund um Khwai.

Wir finden wieder schöne Picknickplätze (siehe links), auch wieder mit einer kleinen Eli-Überraschung ;-).


Fazit:

  • Moremi ist wieder das traumhafte Tier- und Vogelparadies. Die Highlights diesmal: Wildhunde, große Giraffenherde, Löwen und Wattled Cranes.
  • 6 Tage sind uns nicht zu lang, wir genießen die entspannten Game Drives und Picknicks,  auf den Campsites die ruhigen Nachmittage und Bird Walks.
  • Wirklich empfehlenswert: Boat Trip in Xakanaxa oder Third Bridge.
  • Die Camps: South Gate ist gut als Startetappe, wunderschön sind Third Bridge und Xakanaxa, Khwai/North Gate ist okay, aber gefällt uns auch diesmal am wenigsten. 

Zur Abwechslung findet ihr auf dieser Seite unsere Tagebuchnotizen statt einer redaktionellen Zusammenfassung. Also viel auch darüber, wie unsere Tage so ablaufen.

 

Highlights im Moremi … klick ins Bild ;-)

Wildhunde, Xini Lagoon Löwen, Third Bridge Gate 45 Giraffen, Mboma Loop Boat Trip, Xakanaxa Wattled Cranes, Khwai Plain
 
18.9.: Fahrt zum South Gate
18.9.2022 - Mittagspause im Old Bridge, Cardinal Woodpecker (f) (Kardinalspecht)
Cardinal Woodpecker (f)

Um 10:30 Uhr starten wir in Leopard Plains, nach 85 km sind wir in Maun. Tanken und Einkaufen, alles dauert lange. Wir machen Mittagspause mit Pizza & Pommes im Old Bridge. Um 14:10 Uhr geht es auf die letzten 80 km, 53 km davon Sandpiste. Diesmal ist es ziemlich okay, kein 9 m Sprung wie 2019 … wir sind mittlerweile CKGR und Nxai Pan gestählt ;-).

Nach knapp zwei Stunden sind wir am Moremi South Gate, Check-in geht schnell, wir bekommen Site 7 (mit schönem Schattenbaum) statt Site 5 ohne Schatten. Erst mal Kaffee und Kuchen und ausruhen, lesen, Vögel schauen (Drongo, Hornbill, Starling, Babbler, Papagei und eine Erstsichtung: Common Scimitarbill, der Sichelhopf – wunderschönes Blau, leider kein Foto).

Kurz vor 18 Uhr beginnen wir unser Abendprogramm – routiniert platzieren wir den Wagen auf Anhieb richtig, auch der Rest ist gut eingespielt. Heute gibt es Bratkartoffeln mit Gemüse und viel Zwiebeln.

Am Waschhaus begegnet Michael den Nachbarn von Site 6, die warnen uns:
Attention, they steal your firewood“ … oops …
Oh no … sooorrryyy … this was me – I thought a guest left it here for others to use. I bring it back immediately!
Sie wollten aber auf keinen Fall etwas zurück, haben gelacht und waren froh, dass es doch keine Diebe gibt.


19.9.: Xini Lagoons und Fahrt nach Third Bridge

Eine unruhige Nacht, viel zu heiß. Morgens Michael at his best: Er rutscht mit frisch eingecremten Füßen und Flipflops auf der Zeltleiter aus und schrabbt sich übel das rechte Schienbein 19. - 24.9.2022 - keine Entzündung 👍 😢😱. Karin versorgt die Wunde, macht sich aber ziemlich Sorgen, weil sie so tief ist.

Heute ist alles was spät, um 8:50 Uhr fahren wir erst los. Es wird ein langer, wunderschöner Game Drive, mit Holzbrücke (First Bridge), Wasserdurchfahrten (Umfahrung Second Bridge, die uns zu baufällig ist … „some do it, but safer is the detour“, wie man uns am South Gate sagt). Und jede Menge Sichtungen:
– Black Pools: Große Gruppe von Wild Dogs, 4 Erwachsene und 14 oder mehr Junge.
– Xini Lagoons: Siesta Tree mit Elefant 😳.
Dazu Zebras, Giraffen, Elefanten, Gnus, Impalas, Red Lechwe, Büffel, Fischadler, jede Menge Vögel und ein paar Erstsichtungen: Brown Snake Eagle, African Grey Hornbill, Black Heron, Yellow-billed Kite.

Kurz vor 16 Uhr sind wir am Third Bridge Gate, netter (und schneller) Empfang … und der Hinweis: „Over there are two lions!“ 😻👍. Wunderschön im Abendlicht liegen sie da.


19.9.2022 - Moremi, 3rd Bridge Campsite 2, Elefantenbesuch

19.9.2022 - Moremi, die alte 3rd Bridge

Wir bekommen die Alarmtröte für Site 1-3 und sollen tröten, wenn ein Problem ist. (Zählt „kein Hunters mehr im Kühlschrank“ auch?)

Kaffee und Kuchen, Mr. und Mrs. Wet T-Shirt (gegen die Hitze!), Tagebuch, Vögel bestimmen und eintragen. Und Elefantenbesuch, friedlich.

Um 17 Uhr starten wir einen Abendspaziergang über den Campground bis zur Boat Ramp. Schöne Abendsonne, eine Löwin malerisch unter einem Baum (insgesamt sollen es 5 sein … wo sind die anderen?), immer wieder Elis, viele Vögel (u.a. wieder Meyer‘s Parrots), ein paar Vervet Monkeys.

Angenehmer, nicht so heißer Wind. Zum Abschluss besichtigen wir die neue Third Bridge.

Zum Abendessen gibt es Hühnerkeule mit Reis und Curry-Gemüse 😍👍. Michaels Wunde am Schienbein tut nicht mehr weh, nur Knie beugen geht nicht, dann zieht es arg.

 
20.9.: Mboma Loop und Fahrt nach Xakanaxa

20.9.2022 - Moremi, Mboma Island, Lilac-breasted RollerFrüh stehen wir auf und erfahren von unseren Nachbarn: Hinter dem Waschhaus, da wo die Spülbecken sind, lagen drei Löwen – der Nachbar hat gespült, ohne sie zu bemerken 😳.

Wir starten heute schon um  8 Uhr und fahren den Mboma Island Loop: African Darter, Büffel, Giraffen, Impala, Gnu, Lechwe, Zebras.

Das Highlight: Eine große Giraffenherde, wir zählen 45 (!), friedlich und nicht ängstlich, kommen ganz nah, ein ganz Junges, weniger als halb so hoch wie die anderen. Wir schauen 20 min ganz gebannt und gerührt zu. Plus 30 oder mehr Zebras, die der Giraffenherde folgen.

Auf der Weiterfahrt ein Eli-Block, eine friedlich fressende Herde mit 2 ganz Kleinen. Und Carmine Bee-Eater.


20.9.2022 - Moremi, 4th Bridge
20.9.2022 – Moremi, 4th Bridge
20.9.2022 - Moremi, 3rd Bridge, Arzt-Hotline ;-)
Arzt-Hotline ;-)

Nach 3 Std. und 30 km sind wir wieder am Third Bridge Gate. Karin konsultiert wegen Michaels Wunde 30 min die Ärzteschaft zuhause, dann geht es los.

Auf der Fourth Bridge ein kleines großes Drama: Ein Balken der Fahr„bahn” ist heraus gebrochen, man muss 3,5 Balken rechts frei lassen. Ein Mann weist die Fahrer seiner 3er Fahrzeug-Gruppe ein und macht das dann auch für Karin. Sie fährt eigentlich sauber am Loch vorbei, aber etwas schräg nach links. Michael hat sich vor dem Auto platziert und sieht, dass das linke Vorderrad sich dem Rand nähert. Michael ruft Stopp, der Mann, direkt neben Karins Fenster, sagt aber „good, go go“ … Michael ruft lauter Stopp, der Mann „go go“ … Michael sackt das Herz in die Hose, der linke Vorderreifen ist nur noch halb auf dem äußersten Balken, er schreit STOPP … und Karin hält. Endlich. Einen Meter rückwärts, etwas nach rechts lenken, passt.

Nur der linke Kotflügelschutz ist an der Reling geschrabbt, etwas lose und angebrochen. Aber der Wagen liegt nicht im Wasser 👍.
Etwas gegenseitig anschreien, eine halbe Stunde sind wir bockig … die Anspannung entlädt sich irgendwie. Überhaupt – der blöde Mann war es, mit seinem dauernden „go go“.

Paradise Pools

Gegen 13 Uhr sind wir im Xakanaxa Campground, stellen fest, dass die Anmeldung am Xakanaxa Gate ist – da waren wir vor 3,5 km dran vorbei gefahren. Wir beschließen, zurück zu fahren, uns anzumelden und erst einmal eine Versöhnungspicknickpause in den Paradise Pools zu machen.

Die Paradise Pools sind wieder eine ganz andere Landschaft: Trockenwald, unter Wasser stehender toter Wald.

Wir sehen neben den unvermeidlichen Impalas auch Red Lechwe und Reiher, Gänse, Yellow-billed Stork, Glossy Ibis.

Auf dem Rückweg nehmen wir die Abkürzung über den Old Airstrip, auf einmal ein etwas längerer Pool, den man durchfahren muss. Aber für die Bridge- und Watercrossing-Queen kein Ding: Low 4, 2. Gang und durch. Der kurze Schwapp über die Motorhaube schockt uns nicht mehr.

Um kurz nach 16 Uhr sind wir wieder an unserer Campsite, es gibt Kaffee und den Rest Kuchen. Dann der Xakanaxa Bird Walk, wieder mit jeder Menge Vögeln: Bennett’s Woodpecker, Schwalben, Bee-Eater, Black-shouldered Kite (Erstsichtung), Southern Black Tit (Erstsichtung), Coucal, Starlings … da werden wir zuhause noch einiges bestimmen müssen.


21.9.2022 - Moremi Xakanaxa Campsite 5, Hyänen-Besuch
Xakanaxa Campsite 5, Hyänen-Besuch

Wir buchen an der Boat Ramp ein Bootstour für morgen, 16-18 Uhr. Der Preis ist 100€/Std. für das ganze Boot, egal wie viele mitfahren.

Auf dem Rückweg fragen wir an jeder Site, ob sie morgen noch hier sind und mit möchten. Auf den ersten Sites haben wir kein Glück (bzw. doch: Einer reist morgen ab und schenkt uns eine Flasche Rotwein :-). Aber unsere direkten Nachbarn (wir hatten uns mit der Frau schon in Third Bridge unterhalten) haben Zeit und freuen sich. Greg, Marianne und ihr Sohn Aden fahren also morgen mit.

Zum Abendessen gibt es heute mal was einfaches, schnelles: Nudeln mit Ketchup, Ei und Tomaten/Gurken-Salat.

Der Camp-Eli ist oft zu sehen und zu hören, er hat nur einen Stoßzahn und soll recht grumpy sein. Um 21 Uhr sind alle anderen schon „drinnen“, wir gehen noch zum Waschhaus und sind um 21:25 Uhr in der Falle.

Das Wetter war heute viel besser als gestern, zwar genauso viel Sonne, aber kein heißer Föhn als Wind, sondern ein frischer, kühlender Wind. Abends haben wir uns lange Hosen und Hoodie angezogen. Und hier gibt es zum ersten Mal seit der Kayaktour Mücken, NoBite hilft aber sofort.

 
21.9.: Jesses und Sitshi Pool, Boat Trip

„Geruhsamer Tag“ ist der heutige Programmpunkt. 6:30 Uhr Aufstehen, gemütliches Frühstück. Bereits jetzt schon jede Menge Vögel, schöner Bird Walk. Carmine Bee-Eaters, viele Versuche, bis Michael einen im Flug erwischt, und zwei Erstsichtungen: African Green Pigeon und Black-headed Oriole, und viele kleine, die wir erst zuhause bestimmen können.

21.9.2022 - Moremi Xakanaxa, Gamedrive Jesses & Sitshi Pool
Xakanaxa, Gamedrive Jesses & Sitshi Pool

Um 10:15 Uhr beginnen wir den Game Drive, an den Lodges vorbei zum wunderschönen Jesses Pool. Am Anfang sehr tiefer Betonschlamm, wir setzen einmal auf und brechen hinten links den Jacking Point ab. Danach wird die Piste besser. Wir sehen Pied Kingfisher, Waterbuck, Kites, Lesser Swamp Warbler (Erstsichtung) und ein im flachen Wasser grasendes Hippo. Jede Menge Safari-Autos von den drei Lodges hier. (Okay – Karin meint, es sind nur 2-3 gewesen. ;-) Wie im Forum zu lesen ist: keiner von denen macht auch nur Anstalten, den Weg frei zu machen, wir müssen jedes Mal mühsam ins Gebüsch fahren und rückwärts wieder raus. (Ein interessantes Experiment wäre, auch einmal stur auf dem Weg zu bleiben, bis man Schnauze an Schnauze voreinander steht 😂.)

Weiter geht es zum Sitshi Pool. Weite Wasserfläche mit Reihern, Lechwe und dem einen oder anderen Raubvogel. Noch ein bisschen Feuerholz sammeln, kurzer WLAN-Versuch am Gate (vergeblich), kurz vor eins sind wir wieder an unserer Site.


Schnelles Mittagsgericht (Reis mit angebratenen Zwiebeln, Curry und etwas – scharfe – Chakalaka-Sauce, geht schnell auf dem Gaskocher). Lesen, Tagebuch, Vögel bestimmen und dann im Baum nebenan einen Southern Masked Weaver (Erstsichtung, detektivisch vom Village Weaver unterschieden ;-).

Michaels Schienbein-Wunde sieht aus wie gestern, noch offen, aber nicht geschwollen oder entzündet. Die Frage: offen lassen (heilt besser, aber Michael ist ja so schusselig, dass er sich daran stoßen wird), oder Pflaster mit Betaisodona (heilt nicht, aber entzündet sich auch nicht). Wir entscheiden uns für den Mittelweg: 45 min Luft, dann Pflaster mit Betaisodona. Morgen noch mal schauen. Später empfiehlt die Nachbarin Mullbinde, damit Luft dran kommt. So machen wir es.

Karin bereitet Brotteig zu, die ersten Schritte (Kneten, Gehen, Kneten, Gehen) klappen gut … spannend, wie das Experiment ausgehen wird.

Boat Trip Xakanaxa Lagoon

Der Boat Trip (2 ¼ Std, 21 km) ist traumhaft. Eine ganz andere Landschaft als die Lagunen, die man von Land sieht, auch ganz anders als im Okavangodelta. Recht breite Kanäle, von hohem Rietgras gesäumt, dann die große Xakanaxa Lagoon, immer wieder Water Lilly Felder und kurzes Wassergras. In der Ferne Bäume, teils einzeln, teils als Ufersaum von Inseln. Nachbar Greg meint, dass wir an Mboma Island vorbei fahren; dort war gestern morgen unser wunderschöner Game Drive.

21.9.2022 - Moremi Xakanaxa, Boattrip

21.9.2022 - Moremi Xakanaxa, Boattrip

Wir sehen nicht viele, aber eindrucksvolle Tiere: ein schwimmender Water Monitor, ein alter Elefanten mit großen Stoßzähnen, der fast bis zur Schulter im Wasser steht und frisst, ein Baby-Krokodil, viele African Jacana, die über die Water Lillies stolzieren. Außerdem Coucal (welcher?), Pied Kingfisher, Hadeda Ibis, African Stonechat (Erstsichtung) und als Höhepunkt Malachite Kingfisher. Den hatte Michael sich schon lange gewünscht, aber die einzige Sichtung (2019 in der Xaro Lodge) war so kurz, dass nur Karin ihn gesehen hat.

Um 18:30 Uhr sind wir wieder „zuhause“ auf XA5 und beginnen das Abendprogramm. Heute gibt es Nudeln mit Ketchup und Linsen-Burger und natürlich …
Brot: Es ist innen ziemlich gut, eventuell fehlt ein bisschen Salz, aber ganz lecker. Nur außen etwas verbrannt … um ehrlich zu sein: es ist  oben, unten, außen jeweils 1 cm schwarz.  21.9.2022 - Moremi Xakanaxa Campsite 5, Brot backen ;-)  Also 10% Ausbeute sozusagen 🤣.

Gegen 21 Uhr waren Elefanten sehr nah bei den Nachbarn. Und ein Honey Badger und ein Stachelschwein auf unserer Site. Um 21:20 Uhr sind wir im Zelt.


22.9. Fahrt nach Khwai

22.9.2022 - Moremi Xakanaxa Campsite 5, ungemütlicher Eli-Besuch :-(

Elefantenschreck nach dem Frühstück: Wir flüchten ins Auto, er beschnüffelt die offenen Klappen, wirft die Leiter (aus Versehen?) um und trollt sich dann. Nicht so beruhigend ist, dass er vorher und nachher sich mit seinem Kumpel rauft. Und noch beunruhigender, dass es der mit dem einen Stoßzahn ist, der in der Vorwoche drei Autos demoliert hat. Aber heute ist er ganz gelassen – bzw. wir sind ruhig, was vielleicht auch zur Entspannung beiträgt.

Abfahrt um 8:45 Uhr, Richtung Hippo Pool und North Gate. Auf dem letzten Stück vor dem Hippo Pool ist viel Wasser, durch zwei Pools müssen wir durch, ein tiefer Abschnitt wird weiträumig umfahren. Die Uferstrecke, die wir 2019 gefahren waren, ist überflutet.

Wir bleiben ca. eine halte Stunde auf der Aussichtsplattform, sehen natürlich Hippos … aber dann hören wir die „quietschende Kinderschaukel“, den Tropical Boubou, ganz nah, weil wir hier oben auf gleicher Höhe sind. Uns packt der Ehrgeiz … und tatsächlich, wir entdecken ihn und es gelingt sogar ein gutes Foto 🙂.

22.9.2022 - Moremi, Sexugu Plain

Dann versuchen wir, entlang des Khwai River bis zum North Gate zu fahren. Viele Wege direkt am Fluss gehen gar nicht, manche sind sehr matschig, einige Male fahren wir durchs Wasser, einige Male fahren wir einen Umweg. Ab und zu müssen wir umkehren. So zockeln wir bis ca. 14 Uhr an den Lagunen (Kgoko Plain, Sexugo Plain) oder am Khwai entlang, sehen Impala, Kudu, Red Lechwe, Büffel, Elefanten, Giraffen, Zebras, Waterbuck, Hippos, Bateleur und 14 Wattled Cranes.

Dann eine kleine Baumgruppe mit viel Schatten, mit Blick auf eine kleine Lagune. Ein wunderbarer Picknickplatz. Red Lechwe, Sacred Ibis, Open Bill Stork, White-breasted Cormorant, Pied Kingfisher, Spur-winged Goose, African Jacana, Lapwings, Gnu, in der Ferne ein paar Hippos … alles friedlich wie im Paradies. Wir essen die Reste von gestern (Nudeln mit Linsen-Burger), zum Nachtisch Schokolade.

Kurz vor 15 Uhr, nach einer Stunde Entspannung, begeben wir uns auf die restlichen 8 km, an der Khwai Plain entlang. Große Elefanten-Herde beim Baden, die schmeißen sich komplett auf die Seite und wälzen sich im Wasser bzw. Schlamm.


Am North Gate werden wir ausgiebig gewarnt vor Baboons und Hyänen, die die Sites heimsuchen und wegschleifen, was Futter sein könnte. Außerdem die üblichen Elefanten, auch Hippos kommen ins Camp. Wir sollen immer alles wegpacken, nur Tisch und Stühle dürfen draußen sein. Unsere gebuchte Campsite 3 ist ohne Schatten, die Mitarbeiterin empfiehlt uns Campsite 6 mit viel Schatten. Wir dürfen es uns aussuchen und entscheiden uns für Site 6. Site 3 liegt zwar viel schöner am Fluss, aber ohne Schatten und es sitzt bereits ein großer Baboon dort. Kaffee, Kekse, Lesen, Verband wechseln, duschen. Kurz nach 17 Uhr gehen wir zum Fluss, ein bisschen stromauf, sehen einige Vögel, u.a. Pied Kingfisher, Black Crake, Currichane Thrush, und Gnus und Elefanten.

23.9.2022 - Moremi Khwai, Campsite 6, Impala-Balett
Impala-Balett

Feuer, Zelt, zur Feier des Tages ein frisches T-Shirt. Zum Essen gibt es heute „all in“, d.h. alles, was wir an Gemüse noch haben: Reis mit Paprika, Zwiebeln, Kartoffeln, Kürbis, Tomaten aus der Dose, Cajun-Gewürze. Sehr lecker. Michael ist überrascht, wie oft Enten an der Site sind … aber es ist der Zeituhr-Ton von Karins iPhone 😂.

Morgen, am letzten Camping-Tag, wird es Reis mit Pfeffersauce aus der Tüte und die beiden letzten Eier geben. Außerdem haben wir noch Chips, Salzbrezel und Kekse. Und Bier, Cider, Wein und Amarula 🍷 !


23.9.: Game Drive, Ausspannen am letzten Tag

23.9.2022 - Moremi Khwai, Morning Drive

Heute ein früher Morning Drive, nur mit Wasser und Keksen bewaffnet geht es um 6:22 Uhr los. Es ist schon gut, dass sich das Zelt so einfach und schnell zusammenklappen lässt.

Die ersten 45 min, östlich vom Gate, südlich vom River, sind schlimm: Extrem rumpelig ist der Betonschlamm, manche Passagen gehen nur schleichend, oft weniger als Schrittgeschwindigkeit. Nachher wird es besser, dafür kommen einige Wasserdurchfahrten, manche easy-peasy, aber bei zweien schwappt das Wasser über die Motorhaube, einmal recht heftig und es dampft etwas. Aber alles problemlos, keinmal das Gefühl, dass es kritisch ist.

Wir sehen eine große Büffelherde mit einigen kleinen Kälbern, Hippos mit Krokodil, jede Menge Red Lechwe und Impalas, Zebras. Viele schöne Vögel: Yellow-billed Stork, Great White Pelican und Pink-backed Pelican, Purple Heron, Egrets, Comb alias Knob-billed Duck (aber die Weibchen ohne Knob), jede Menge Doves, erstmals auch die Namaqua Dove. Zum Abschluss fahren wir noch einmal durch die Khwai Plain, westlich vom Gate, und machen vor allem Landschaftsfotos.


23.9.2022 - Moremi Khwai, Campsite 6

23.9.2022 - Moremi Khwai, Campsite 6, Red-billed Hornbill (Camp Host ;-)

Frühstück, chillen, lesen. Ein paar Kleidungsstücke waschen, Rasieren, T-Shirt immer mal nass machen, Vögel füttern, unbekannter Vogel im Baum (-> Green-backed Camaroptera ?!), Baumhörnchen.

Um 15 Uhr starten wir einen kleinen Rundgang, dabei schrecken wir 2 Hippos auf, die 10 m entfernt im Wasser liegen … Schreck für uns, wir flüchten uns in den Wald. Es ist viel zu heiß, wir kehren um und setzen uns lieber in den Schatten und machen uns einen Kaffee.

Zum Sonnenuntergang noch ein kleiner Walk, 45 min am River entlang. Baboon-Herde, zwei Elefanten in der Ferne (okay, einer war näher), Papageien, Kingfisher u.v.m.

Der Wind spielt uns heute Streiche, 3x rangieren wir, um nicht im Rauch zu sitzen.


Es gibt Reste: Reis mit 2 hart gekochten Eiern in Pfeffersauce und Tomaten-Gurkensalat.

 
 

Botswana 2022: Nxai Pan

14.-16.9.: Nxai Pan National Park

Nxai Pan Waterhole


Die Zufahrt zur Nxai Pan ist eine üble Mischung aus Waschbrett und Tiefsand, alle warnen vor dieser 1-1,5 Std. Fahrt. Der Ranger am Gate wünscht uns „good luck with this African massage“ 🤣. Egal – wir halten uns fest und die Ohren zu und brettern die 36 km in 50 min durch.

Im South Camp fühlen wir uns wohl, die Site #1 liegt ganz außen, aber nicht weit vom Waschhaus, das wie Fort-Knox gegen die Elefanten befestigt ist. Bevor es diese Sicherung gab, haben die Elefanten regelmäßig die Wasserleitungen zerstört. So treibt sich heute nur der „Camp Host“ am Wasserturm (kleines Leck, also Wasser ;-) und auf den Sites herum: ein riesiger Elefant, aber sehr friedlich. Wir halten bei unsere Spaziergängen aber trotzdem gehörigen Abstand.

Morgens und am späten Nachmittag fahren wir zum Waterhole und schauen jeweils ein paar Stunden Safari-Kino. Spannend, wie innerhalb von 5-10 min die Szenerie wechselt, aus dem Nichts große Herden auftauchen, dann denkt man „das war’s, nichts mehr los“ und in dem Moment kommen Hunderte Quilea oder Guineafowls. Morgens sollen immer Löwen da sein, wir verpassen sie aber. Die Elefanten am Nachmittag verpasst man nicht, sie sind pünktlich und nicht zu übersehen.

Die im Führer beschriebenen Game Drives (um die Nxai Pan und der Baobab Loop) sind interessant, weil man die Weite und einige kleinere Tiere sieht, wie Laufvögel, Hasen, Eidechsen und auch Bat Eared Foxes. Spektakulär ist es aber wohl in der Regenzeit, wenn man die Migration von tausenden Tieren sieht.

Fazit:

  • Eine sehr anstrengende An- und Abfahrt, für einen Tag würden wir das nicht machen.
  • Das Waterhole und die weiten Pans sind auch in der Trockenzeit ein Erlebnis.
  • Baines Baobab mit den schneeweißen Salzflächen ist schön. Ein besonderes Erlebnis muss die Morgen- und Abenddämmerung sein, wenn man in einer der 3 Sites dort übernachtet.
 

Action in der Nxai Pan – klick ins Bild ;-)

 
Kunst in der Nxai Pan ;-)

Spitze sind natürlich die Elefanten, die erst fachgerecht eine feine Matschepampe zubereiten, dann sich mit akrobatische Rüsselschwüngen einspritzen und schließlich auch noch Gesicht und Ohren sorgfältig eincremen, manchmal sogar gegenseitig. So ist die Haut für die nächsten 24 Stunden gegen Ungeziefer und Sonne geschützt.

Ich möchte künstlerisch mithalten und versuche zwei fotografische Experimente.

Für Milchstraßenbilder ist wieder kein Neumond in unserer Reisezeit, große Enttäuschung zunächst. Aber in der Kalahari bemerke ich, dass der Mond jeden Tag eine Stunde später aufgeht. In Khumaga ist dann die erste Abendstunde stockdunkel, in Nxai Pan bereits 3-4 Stunden. So suche ich im South Camp bereits am Nachmittag mit dem AR-Mode von PhotoPills eine Kameraposition, nah am Feuer und bei der die Milchstraße gut durch die Bäume zu sehen ist. Natürlich geht der Plan nicht auf und wir ziehen das Stativ im Dunklen noch ein bisschen um. Vor allem der Feuerschein erfordert einiges an Justage, denn vom Feuer wegzugehen traue ich mich natürlich nicht – die Wildkamera hatte nachts ein paar Schakale aufgenommen, außerdem gibt es ja auch Hyänen und Löwen. Ich nehme die X-T3 mit dem 16mm/1.4 Objektiv und belichte f/1.8, 13 sec, ISO 1600, mit Schwarzbild.

ICM (Intentional Camera Movement) ist eine Kunstform, bei der man die Kamera bei Einfach- oder Mehrfachbelichtungen bewegt. Aus der Hand erfordert dies viel Übung, ich starte erst einmal mit der kontrollierten Form auf dem Stativ:

  • Man braucht ein Objektiv mit Stativschelle,
  • eine Kamera, die Mehrfachbelichtung von mindestens 4, besser 8 Bildern erlaubt,
  • und dreht bei jeder Belichtung das Objektiv in der Objektivschelle weiter.

Es entstehen surreale Wimmelbilder, mit interessanter geometrischer Struktur.


 
Baines Baobab
16.9.2022 - Rückfahrt von Baines Baobab, Steenbok
Rückfahrt von Baines Baobab, Steenbok

Wir haben eigentlich keine Lust, der 36 km langen Rüttelpiste auf dem Rückweg noch 30 km Umweg hinzu zu fügen. Aber wenn man schon mal hier ist …

Der Umweg ist nicht gar so schlimm und die Aussicht auf die Baobabs und vor allem die weißen Salzflächen wunderschön.

Auf dem Rückweg dann wieder großes Sichtungsglück: Ca. 50 m entfernt geht neben uns eine Löwin seelenruhig parallel zum Weg, sie würdigt uns keines Blickes, wir sind (und bleiben) Luft für sie. Wir stoppen das Auto, weil die Löwin unsere Piste kreuzen wird. Ein kleine Pause im Schatten, dann überquert sie die Piste und verschwindet im Gebüsch. Karin quiekt einmal laut … und siehe da, zum ersten Mal schaut die Löwin nach uns.

 
 
 

Botswana 2022: Central Kalahari

7.9.: Übernahme des Wagens, Großeinkauf, 270 km Fahren

Heute wird ein langer Tag: Wagenübernahme, Großeinkauf und dann die längste Fahrtstrecke der Reise. Warum am ersten Tag so lang? Wegen einer Buchungspanne beim Nationalpark-Service sind 4 Wochen vor der Reise zwei der gebuchten Campsites (Sunday Pan) im CKGR weg. Wir müssen nehmen, was noch da ist, und den ersten Teil der Tour in umgekehrter Richtung fahren … und sind im Endeffekt überglücklich, weil wir dadurch anders als geplant den einsameren Westteil des CKGR besuchen.

8.9.2022 - CKGR, Passarge Campsite 3
8.9.2022 – CKGR, Passarge Campsite 3

Deshalb übernehmen wir schon um 6 Uhr unseren Landcruiser. Es ist ein fast neues Fahrzeug, diesmal ein Benziner mit mehr Drehmoment als der Diesel vor 3 Jahren, aber er schluckt 23 l statt 15 l / 100 km. Aber der „Wumms“ ist toll, keine Probleme in Sand oder Wasser. Nie haben wir ein unsicheres Gefühl. :-)

Die Ausstattung von Travel Adventures Botswana ist wieder super: 1a Reifen, Sitze, Küchenausstattung, Tisch und Stühle, Stauraum, Kühlschrank. Nur der Wassertank ist am ersten Tag schon leck. Wir haben aber genug Trinkwasser dabei – Michael geht ja immer auf mehr als Nummer sicher ;-). Von den 8 Reservekanistern brauchen wir im CKGR vier, von den 2 Ersatzreifen einen in Leopard Plains.

Mit dem Dachzelt sind wir zunächst nicht zufrieden: Der Klappmechanismus ist zwar super, aber das Zelt ist niedriger (Michael stößt sich immer mal den Kopf 🤣) und vor allem müssen wir mit den Füßen über’s Kopfende einsteigen. Aber wir gewöhnen uns dran und am Ende ist das schnelle Auf-/Abbauen es wert.



Brücken und Wasserquerungen:
Vor allen vor den Wasserdurchfahrten hatten wir einige Sorge. Es ist schon unheimlich, wenn das Wasser über die Haube schwappt. Wir sind entweder vorher durchgewatet oder haben andere Fahrer gefragt. Die Brücken kennen wir ja schon – aber das Loch in der Fahrbahn der Forth Bridge ist doch ein Abenteuer, das uns eine Kotflügeldelle einbringt, weil wir am Brückengeländer entlang schrabben.

 
7.-11.9.: CKGR – Central Kalahari Game Reserve

7.-12.9.2022 - Central Kalahari Game Reserve

Das fünftgrößte Naturreservat der Welt ist 58.000 km² (doppelt so groß wie NRW), ist einsam und hat nur 45 Campsites . Wir sehen 0 bis 10 Autos pro Tag. In der Trockenzeit gibt es Wasser nur an den wenigen künstlichen Wasserlöchern, die angelegt wurden, nachdem für die Tiere die Wanderungen zum Delta und zum Boteti durch Viehzäune versperrt wurden. Umso erstaunlicher ist die Menge und Vielfalt der Tiere: große Springbok-Herden, unter fast jedem Baum Oryxe, viele Kleintiere und jede Menge Vögel, auch sehr viele Raubvögel. Nur Raubtiere sehen wir nicht, dabei ist das CKGR doch für seine Löwen und Leoparden berühmt.

Die Pisten sind in der Trockenzeit gut fahrbar: entweder trockene, glatte Schlammpisten oder nicht so tiefer Sand. An den großen, jetzt brettharten Schlammlöchern sieht man aber, warum in der Regenzeit mindestens zwei Wagen zusammen unterwegs sein müssen.