August 2025 – Dualband-Filter, Foraxx, SHO … und der Teddy Bear Nebula
Auf der Astronomiemesse ATT in Essen konnte ich dem Messerabatt nicht widerstehen und ein EFW (Electronic Filter Wheel) fand ein neues Zuhause ;-)Ein Bastelnachmittag folgt, die Montage der Filter und des Filterrads erfordern ungewohnte Feinmotorik. Sehr hilfreich waren die Tipps auf der Messe, wie ich die Verkabelung noch weiter optimieren kann:
– Je ein 12V-Stromkabel von zwei Netzteilen zum Mount und zur ebenfalls neuen Powerbox am Teleskop.
– Mount und ASIAIR verbinden sich über Bluetooth, kein Kabel. 👍
– ASIAIR zu Kamera, Guidekamera zu ASIAIR: integriert, diese 2 Kabel sind dank ASI2600MC AIR gar nicht erforderlich. 👍
– Bleiben nur 4 kurze Kabel, die sich nicht bewegen und deshalb auch nicht verheddern können: 2x 12V von der Powerbox zur Kamera und zum Dew Heater, 2x USB von der Kamera zu EFW und EAF. 👍
Dank der Autorun- und Plan-Funktionen in ASIAIR sind die Aufnahmen super-easy, durchaus Apple-like: Filter wählen, Flats aufnehmen und für die Lights Objekt, Belichtungszeit, Gain, Filter und Anzahl Bilder festlegen, der Rest geht automatisch.
Auch das Stacking der Dualband-Frames in APP begreife ich schnell: 3 Parameter sind zu ändern (anderer Algorithmus, Änderungen bei globaler und lokaler Normalisierung), dann schnurrt der Mac eine Stunde.
Die Farbkamera (OSC – One Shot Color) nimmt die drei für das menschliche Auge sichtbaren Spektren Rot, Grün, Blau auf (RGB – in englisch Red, Green, Blue ;-). Der Astro-Profi nimmt dies mit einer Monochrom-Kamera in getrennten Sessions mit Rot-, Grün-, Blaufilter auf, aber viel einfacher (mit etwas schlechterer Auflösung und höherem Rauschen) geht es mit der Farbkamera.
- Sterne und Galaxien senden hauptsächlich dieses sichtbare RGB-Licht aus.
- Aber Nebel sieht man nur in extrem engen Wellenlängen, die von ionisierten Gasen ausgestrahlt werden. Die häufigsten (und mit Amateur-Equipment sichtbaren) sind Ha (H-alpha, Wasserstoff, rot), OIII (Sauerstoff, blau-grün) und SII (Schwefel, tiefrot).
- Der „Trick“ ist, diese auch mit einer Farbkamera aufzunehmen: zwei Dualband-Filter Ha-OIII und SII-OIII lassen nur das schmale Band dieser 3 Gase durch, die restlichen Rot- und Grün-Blau-Töne werden weg gefiltert.
Das Rot von Ha bzw. SII landet in den roten Sensorpixeln, das Grün-Blau von OIII in den grünen und blauen.
Die Farben werden in drei Mono-Bilder getrennt: Ha, SII aus den roten Pixeln und OIII aus den grünen und blauen. Wie mit einer Monokamera mit Narrowband-Filter – da man aber nur ½ – ⅓ der Pixel je Farbe hat, muss man mit einer Farbkamera viel länger belichten als mit einer Monokamera. - Anmerkung: Natürlich nimmt man mit einer Farbkamera ohne Filter auch die drei Spektren Ha, SII und OIII auf – aber sie sind so lichtschwach, dass sie vom Rot/Grün/Blau der Sterne und des Hintergrunds komplett überstrahlt werden. Sie sind zwar im „Pixelkorb“ enthalten, aber können nicht separiert werden.
- Und am Ende der Clou: Diese drei Monobilder ordnet man dann wieder dem RGB-Spektrum zu, so dass sie für das menschliche Auge sichtbar werden.
Das Linear Processing geschieht wie gewohnt, man lässt nur die Farbkalibrierung weg und am Ende wird DBXtract ausgeführt, das aus dem Dualband-Farbbild die Monobilder erzeugt. Zusätzlich nimmt man separat eine Stunde ohne Filter auf und hat dann eine Farbbild mit korrekt farbkalibrierten Sternen.
Die wirkliche Herausforderung kommt danach:
– die Farbkombination (zum Beispiel HSO: Ha=rot, SII=grün, OIII=blau, SHO, HOS entsprechend, oder Farbmischungen wie Foraxx),
– ob man das Stretching einzeln vor oder gemeinsam nach der Kombination macht,
– und abschließend wie man die Farben normalisiert und verstärkt.
Für mich ein Universum, das ich auch nach einigen Monaten nur rudimentär begreife. Rechts einige Versuche – man kann sich stundenlang austoben. 😂
Nachtrag Jan. 2026 – mein bisher bestes Bild. Gelernt habe ich drei Punkte:
– noch mehr Aufnahmezeit (16 Std. sind es hier), sorgfältige Gradientenkorrektur
– nach SHO-Kombination Hintergrund neutralisieren und Farben normalisieren (d.h. auf gleiche Stärke bringen)
– erst danach Stretching (der neue Prozess MAS ist super) und nur noch „sanfte“ Farb- und Kontrastverbesserung































