Januar 2026 – Heart Nebula, Mosaik-Stacking, Hubble-Palette
Ein Herzenswunsch von mir war, diesen Nebel aufzunehmen, als Dank an Karin für Geduld, Zuspruch und Anteilnahme an meinen vielen Pannen. ❤️Zwischen Weihnachten und Neujahr waren vier klare Nächte, in denen ich 14 Stunden Integrationszeit sammeln konnte. Meine ersten Versuche, schöne Farben in PixInsight zu erzeugen, sieht man rechts. 😅
- Wie „mische“ ich Ha, OIII und SII in die Farbkanäle Rot, Grün, Blau?
- Was ist „NarrowBandNormalization“ und wie stelle ich die Parameter ein?
- Wie kriege ich beim Stretching die Balance zwischen dem strahlendem Blau/Gelb/Orange und dem umliegenden Hintergrundnebel?
Die Bildbearbeitungsversuche fallen mir noch vergleichsweise einfach (Spoiler: erst ein halbes Jahr später finde ich heraus, wie SHO-Bearbeitung mathematisch sauber gemacht wird).
Aber eine echte Herausforderung wird es, als ich auf die Idee komme, auch den Fishhead Nebula ganz drauf zu bekommen: Ein paar zusätzliche 350mm-Aufnahmen … wofür habe ich den 0.7-Reducer, schnell noch in einer Nacht 6 Stunden aufgenommen … und Astropixelprocessor kann ja Aufnahmen unterschiedlicher Brennweite stacken … ich stelle es mir einfach vor.
Am Ende finde ich mit Foren-Hilfe die richtigen Stacking-Parameter und erzeuge saubere, rauscharme Stacks.
AnnotateImage beschriftet die Objekte im Bild.
Wir sehen den großen Herznebel (IC 1805), darin eingebettet der Fischkopfnebel (IC 1795), beide ca. 6000-7500 Lichtjahre entfernt, also noch Teil der Milchstraße. (Erstaunlich, dass die Wissenschaft trotz aller Hubble- und Webb-Teleskope die Entfernung nur so unsicher bestimmen kann.)
Entstanden sind beide Nebel durch die Geburt des Sternhaufens Melotte 15 (in der Mitte, da wo die Beschriftung IC 1805 steht) vor 2-3 Millionen Jahren.
Die blauen OIII-Winde dieser neuen Sterne treiben den goldbraunen Nebel (OIII- und SII-Emissionen) auseinander, der jetzt das „Herz“ bildet.
Faszinierend finde ich die kleinen Hintergrundgalaxie (PGC-Nummern), die so 200-400 Millionen Lichtjahre entfernt sind. Die beiden kleinen Punkte (PGC 2797052/78/82) sind sogar 1,7-2,3 Milliarden Lichtjahre entfernt. 😳
FindingChart zeigt, wo der aufgenommene Ausschnitt am Nachthimmel liegt.
Man sieht die Sternbilder Cepheus, Cassiopeia, Camelopardalis (Giraffe), Perseus. Ungefähr in der Mitte davon liegt der Herznebel.
Ich brauche immer den Polarstern, um mich von dort aus weiter zu arbeiten.
Nach all der Arbeit bin ich doch recht stolz, was ich mit meinen Amateur-Fähigkeiten aus dem heimischen Garten aufnehme.
- 5 Nächte
- 21 Stunden Aufnahmen
- 491 Frames à 60-180 sec Einzelbelichtung
Nachtrag: 4 mehrtägige Lernphasen hatte ich 2026:
- Anfang Januar: halbautomatische Farbpaletten in PixInsight
- Ende Januar: 350 mm Frames und Mosaik in APP
- im April während meiner Astro-Woche auf La Palma: Der Standard-Workflow für lineare Bearbeitung entsteht.
- und noch einmal im August: Ich entdecke den Master-Workflow für die SHO Hubble-Palette.
































