Fuji X-T2 mit 18-55mm

Fotografie: Fuji X-T2 und X-T3

Das Fujifilm X System
Das Fujifilm X System
Juli 2018: Fujifilm Objektiv-Roadmap
Juli 2018: Lens Roadmap

Spiegellose Systemkameras wurden erstmals 2008 vorgestellt (Micro Four Thirds). Ich habe sie mir immer mal angeschaut, aber Bildqualität, Autofokus und vor allem der Sucher waren lange Zeit deutlich schlechter als bei digitalen Spiegelreflexkameras.

Besonders der Sucher störte mich: Flimmern, Aussetzer, Rauschen und – am schlimmsten – das zeitverzögerte Bild beim Schwenken. Mir wurde dabei sogar schwindelig.

2012 kam Fujifilm mit der X-Serie auf den Markt. Ein Kollege wechselte von Canon APS-C auf die Fuji X-E1 und war begeistert. Bildqualität und die Objektive fand auch ich sehr überzeugend, aber Autofokus und vor allem der elektronische Sucher waren mir noch zu schlecht. Aber ein deutlicher Fortschritt und es war absehbar, dass in wenigen Jahren die spiegellosen System vorne liegen werden. Auch bei Kameras begann sich digital gegen analog durchzusetzen!

Angetan war ich vom Gewicht und der Kompaktheit.  Die Fuji-Evolution :-)

 

 

Fuji X-T2 (2016-)

Fuji X-T1 mit 18-55mm
Fuji X-T1 mit 18-55mm

Der große Entwicklungsschub kam 2016, in drei Bereichen gleichzeitig:

  • Sensor: 24 statt 16 MPixel, ISO bis 12.800 brauchbar
  • Autofokus: fast auf DSLR-Niveau
  • Elektronischer Sucher: flickerfrei (100 Hz), ohne Verzögerung und Blackout, hell.

Die Berichte zur Fuji X-T2 (angekündigt für September 2016) überboten sich in Lob, ich war bereit zu wechseln, weil mir die Canon-Kamera immer öfter zu schwer war … und entschied mich, parallel zur Canon 5D III das aktuelle Modell Fuji X-T1 zu testen. Die Überlegung war, das Set wieder bei Ebay abzustoßen, falls mir Bildqualität oder Bedienung nicht zusagen. Ansonsten wollte ich die X-T1 bis zum Erscheinen der X-T2 behalten und dann verkaufen. (Update: Ich habe sie behalten – man braucht ja einen Ersatzbody, so wie es die 40D für die 5D III war ;-).

Die X-T1 hatte ich 2 Monate intensiv im Einsatz, zu Hause, auf Ausflügen und in den Kurzurlauben in Tirol und Hamburg.
Die X-T2 kam einen Tag vor dem Fotoworkshop Lewis & Harris 2016 an und wurde dort frisch in Betrieb genommen.

 

Bildqualität:

Ein komplettes Wochenende verbrachte ich Anfang Juli damit, die Fuji X-T1 und die Canon 5D III zu vergleichen: Zum einen mit den Kitobjektiven (Fuji 18-55 vs. Canon 24-105L), zum anderen mit den Telezooms (Fuji 55-200, vom Kollegen geliehen, ein recht günstiges Objektiv, vs. Canon 70-300L). Im Spätsommer kamen noch die langen Zooms (Fuji 100-400 vs. Sigma 150-600S) dazu.

Ich machte systematisch Reihenaufnahmen in RAW, variierte dabei Entfernung, Blende, Zeit,  ISO und bewertete dann blind (ohne die Kamera zu wissen) alle Bilder nach Schulnoten. Dabei ließ ich Schärfe, Kontrast, Farbfehler, Flare und Rauschen in eine einzige Schulnote einfließen. Dieses Verfahren ist zwar subjektiv und trennt auch nicht zwischen Kamerabewertung und Objektivbewertung … aber es spiegelt die Praxis wieder: Sagt mir die Bildqualität zu oder nicht?!

Das Ergebnis: Fuji’s Kitobjektiv ist besser als das von Canon, das Fuji 100-400 ist deutlich besser als das Sigma 150-600S, und das Canon 70-300L ist besser als das (billige) Fuji 55-220. Beeindruckend, dafür dass die X-T1 nur APS-C statt Vollformat ist und weniger (16 statt 21) MegaPixel hat. Hier die Details ;-)
Es spricht zum einen dafür, dass Fuji’s X-Trans-Sensor schärfer abbildet als ein Bayer-Sensor, zum anderen für die Qualität der Fuji-Objektive.

Falls jemand fragt, warum ich mir trotz der vielen positiven Testberichte so viel Arbeit mache … die Antwort ist: Peace of Mind :-)
Professionell kann man sich das bei dpreview anschauen, wo die Bildqualität von hunderten Kameras labormäßig verglichen werden kann. Auch dort ergibt sich, dass die X-T2 besser als die Canon 5D III ist, aber nicht so gut wie die 5D IV.

Fazit: Die Bildqualität der Fuji X-T1 ist gut genug für mich. Also wird die Fuji X-T2 auf jeden Fall sehr zufriedenstellend sein.

 

Bedienung und Sucher:

Fuji X-T2 mit 18-55mm - Draufsicht
Fuji X-T2 mit 18-55mm – Draufsicht

Die Fuji X-Ts besitzen Einstellräder für ISO und Zeit sowie einen Blendenring am Objektiv. Was zunächst kompliziert anmutet ist – sofern man anders als per Vollautomatik fotografiert – nach kurzer Gewöhnung frappierend bequem, intuitiv und super-schnell. Statt die Kamera abzusetzen und im Menü umzustellen, lässt sich alles mit dem Auge am Sucher „blind“ einstellen:

  • ISO und Zeit auf „A“ (Automatik) –> Aperture Priority (Canon: Av, Nikon, Sony: A)
    Für die Zeitwahl kann man dabei als Mindestwert 1/Brennweite festlegen.
  • ISO und Blende auf „A“ –> Shutter Priority (Canon: Tv, Nikon, Sony: S)
  • Wenn man nicht mag, dass ISO dabei ebenfalls automatisch gewählt wird, kann man natürlich den gewünschten ISO-Wert einstellen.
  • Jede andere Kombination ist auch möglich (und sinnvoll): Alles auf „A“ ist Programmautomatik, alles manuell geht natürlich auch.
  • Gerne benutze ich manuell mit AutoISO, d.h. Blende und Zeit lege ich fest (–> Schärfentiefe und Bewegungsunschärfe gebe ich vor), die Kamera sorgt durch die Wahl des ISO-Werts für die korrekte Belichtung. Sehr hilfreich bei Action und Tieren, wenn wechselnde Lichtverhältnisse (z.B. Wolken, Schatten, Büsche, weißer Wellenschaum) herrschen.

Der X-T2-Sucher war der erste EVF, der mich zufrieden stellte. Wenn man den Boost-Mode der X-T2 aktiviert, dann

  • sorgt die Bildwiederholrate von 100 Hz für Flimmerfreiheit,
  • ist die Latenz so gering, dass keine Verzögerung bei Schwenks wahrnehmbar ist.

Nicht mehr missen möchte ich d.e.n Vorteil des EVF: WYSIWYG.

  • Bereits im Sucher sehe ich das endgültige Bild. Inklusive Histogramm und (auf Wunsch) Über-/Unterbelichtungswarnung und Schärfekontrolle.
  • Kein „Auslösen, Absetzen, Bild anschauen, Histogramm prüfen, Einstellungen justieren, Auslösen, Absetzen …“ (das typische Fotografieren mit einer Spiegelreflexkamera), sondern ich schaue durch den Sucher, justiere (siehe oben: einfach, intuitiv, schnell), fotografiere … und weiß, dass das Bild richtig belichtet ist.
  • Nach kurzer Zeit prüft man nur noch in kritischen Fällen anschließend das Bild auf dem Screen.

 

Weitere Eindrücke

  • Sagt ich es schon? Die Fuji-Objekte sind erste Sahne, allen voran das XF 50-140 f/2.8.
  • Mechanisch sind die Fuji X-Ts sehr gut, nicht ganz so rock-solid wie die Canon 5D III. Dafür sehr wasserfest – ich habe schon Stunden in strömendem Regen ohne Probleme verbracht. Dafür sollte man aber eines der WR-Objektive („Water Resistent“) einsetzen. (Die nicht-WR-Objektive habe ich bisher nur in Nebel und Nieselregen ausprobiert – das ging auch.)
  • Der Autofokus der X-T1 ist okay, bei schlechtem Licht braucht er recht lange, bei schnellen Objekten hat er deutliche Schwächen. Wäre für mich ein Grund gewesen, nicht von der Canon 5D III zu wechseln.
    Deutlich verbessert ist der Autofokus der X-T2, vor allem nach dem Firmware-Update V2.00 (04/2017) auf dem Niveau der (ausgezeichneten) Canon 5D III:
    – Sowohl bei Tag als auch im Dunkeln vergleichbar gut. Sicher und schnell.
    – Bei schnellen Bewegungen finde ich ihn genauso treffsicher.
    – Tracking ist okay, aber nicht ganz so gut.
    – Sogar besser ist die Möglichkeit, mit dem kleinstem Autofokusfeld gezielt anzuvisieren.
  • Ein Wermutstropfen ist die geringe Batteriekapazität. Bei Systemkameras mit EVF ist der Stromhunger systembedingt höher als bei Spiegelreflexkameras, zusätzlich habe ich den Boostmode dauerhaft eingeschaltet (besserer Sucher und Autofokus). Dadurch komme ich nur auf 150-200 Bilder pro Akkuladung, statt 700-1000 bei der Canon 5D III.
  • Professionelles Zubehör gibt es auch. Für mich wichtig sind Batteriegriff (mit zwei zusätzlichen Akkus, damit reicht es für 400-600 Bilder oder viele Stunden Langzeitbelichtungen) und der L-Winkel.

 

Bildrauschen

Alle Tests loben die High-ISO-Fähigkeiten der Fuji X-T2 ausgiebig. Auch ich bin begeistert (siehe rechts ein paar Beispiele):

  • Die Langzeitaufnahmen auf dem Lewis&Harris-Workshop habe ich sorgfältig bei ISO 200 belichtet: Hotpixel konnte ich nicht entdecken, Rauschen sowieso nicht. Ein Schwarzbildabzug war nicht erforderlich. Aber keine der Aufnahmen war nachts, nur bei Morgenlicht oder in der Dämmerung.
  • Bei Urlaubsfotos (mit kurzer Belichtung) habe ich zunächst die Bilder mit hohen ISO-Werten  detailliert in Lightroom inspiziert. Keine Hotpixel, das Rauschen bis ISO 6400 bekommt Lightroom mit Bordmitteln in den Griff: den Slider bei hohen ISO einfach etwas weiter nach rechts schieben. Einzig bei ISO 12.800 muss ich etwas sorgfältiger schauen und ggfs. die dunklen Bereiche separat entrauschen.

Vor allem bei Tag ist die Bildqualität auch bei höheren  ISO-Werten ausgezeichnet, so dass ich unbeschwert lange Brennweiten (mit den damit verbundenen kurzen Belichtungszeiten) nutzen kann.

Bei Innenaufnahmen oder nachts sehe ich schon Einbußen beim Kontrastumfang und auch Rauschen ist sichtbar. Aber für Bilder am Rechner, im Web oder auf 10×15-Abzügen ist die Qualität mehr als okay.

Ich begann, bis ca. ISO 3200 gar nicht mehr drauf zu achten, bei höheren ISO-Werten machte ich mir kurz Gedanken, die Belichtungszeit oder Blende zu erhöhen. Wenn nicht … wird schon okay sein. Alle Bilder mit der X-T2 sind mehr als zufriedenstellend.

 

… Das sollte sich auf dem Workshop in Nordspanien furchtbar rächen: Furchtbare Hotpixel in allen dunklen Bereichen :-(

14.5.2017 - Gaztelugatxe14.5.2017 - Gaztelugatxe
19.5.2017 - Cargadero de Dícido19.5.2017 - Cargadero de Dícido
19.5.2017 - Playa de Barrika (240 sec)19.5.2017 - Playa de Barrika (240 sec)
Gaztelugatxe, nähe Bilbao
240 sec, ISO 1600, kein Schwarzbild
Hotpixel in allen dunklen Bildbereichen
Cargudero de Dícido, nähe Castro Urdiales
240 sec, ISO 1250, kein Schwarzbild
Schwerste Hotpixel in den sehr dunklen Bereichen
Playa de Barrio, nähe Bilbao
240 sec, ISO200 (!), kein Schwarzbild
Der Schock: Auch bei ISO 200 (Base ISO der X-T2) sind zwar schwache, aber viele Hotpixel zu sehen.

 

Nach dem der erste Schreck (und Ärger!) vorbei ist, schaltet sich der Ingenieur an: Erstmaßnahmen, Analyse und das wichtigste: Gibt es Maßnahmen für eine grundsätzliche Problemlösung?

Die Erstmaßnahmen … betreffen die Bilder: Welche kann man wie retten?

  • Bei leichtem Hotpixel-Befall hilft es, in Lightroom die Bereiche (meist am Rand) abzudunkeln und verbleibende Reste weg zu stempeln. Ideal sind die Resultate nicht, aber je mehr man abdunkelt (und ggfs. beschneidet), desto besser. Dann noch die Rauschregler deutlich hochziehen, und die Hotpixel fallen bei kleinen Bildgrößen kaum noch auf.
  • Wenn es aber besonders viele oder kräftige Hotpixel sind, das Motiv nur wenig Abdunkeln zulässt und/oder ich die Schärfe nicht übermäßig beeinträchtigen möchte, dann hilft nur Photoshop. Beispiele siehe die drei Bilder oben.
    • Photoshop-Maßnahme 1:  Umwandeln in Lab-Modus und in jedem Farbkanal die Funktion “Staub/Kratzer entfernen”. Dabei die Parameter sorgfältig so wählen, dass andere Bildbereiche oder Texturen nicht glatt gebügelt werden. Klappt manchmal sehr gut, aber manchmal überhaupt nicht.
    • Photoshop-Maßnahme 2: Per “Farbauswahl” die Hotpixel markieren, Auswahl vergrößern und dann mit “inhaltsbasiertem Ersetzen” verschwinden lassen. Dies muss man für jede Farbnuance wiederholen. Klappt recht gut, aber ist viel Arbeit.
    • Photoshop-Maßnahme 3: Mit dem Reparaturpinsel die Hotpixel einzeln weg stempeln. Klappt am besten, ist aber eine stundenlange Sisyphusarbeit.
  • Damit habe ich nach und nach alle befallenen Bilder retten können. Wenn ich ein paar Stunden Arbeit einsetze, ist das Resultat sogar gut genug für große Ausbelichtungen.

Die Analyse ist prinzipiell einfach:

  • Schludrig gearbeitet, d.h. aus Faulheit auf Auto-ISO gebaut und ohne Schwarzbildkorrektur gearbeitet.
  • Aber was noch? Mir fällt ein, dass die Kamera immer recht heiß war. Das war bei der Canon 5D selten der Fall. Und ein heißer Sensor erzeugt Hotpixel.

Und hier meine Erkenntnisse zur Problemlösung:

  • Langzeitaufnahmen oberhalb von Base-ISO (bei X-T2 ist das 200) und ohne Schwarzbildkorrektur sind auch bei der X-T2 ein No Go!
  • Das Beispiel bei ISO 200 (oben rechts) zeigt aber doch, dass noch etwas mehr im Argen ist. Versuche zeigen, dass die X-T2 recht heiß wird, manchmal. Heißer als ich es bei der Canon 5D in Erinnerung habe. Aber warum nur manchmal?
    Irgendwann erinnere ich mich, dass der neue Akku der X-T2 – NP-W126S – gegenüber dem alten NP-W126 ein besseres Wärmeverhalten hat. Das ermöglicht, mit der X-T2 lange 4K-Videos aufzunehmen, ohne dass die Akkus oder die Kamera überhitzen.
    Und tatsächlich: Mit dem neuen Akku bleibt die Kamera wesentlich kühler bei Langzeitbelichtungen.
  • Insgesamt ist also mehr Sorgfalt erforderlich bei Langzeitbelichtungen: ISO 200, Schwarzbild aktivieren, NP-W126S einsetzen.

Ganz zufrieden bin ich nicht, denn bei ISO 200 hat die Canon 5D auch ohne Schwarzbildkorrektur nicht so einen “Hotpixel-Brei” erzeugt wie die X-T2 im Beispiel oben rechts. Meine Hoffnung ist, dass es am Akku und der hohen Sensortemperatur liegt.
==> Versuche dazu stehen noch aus, ich melde mich …

 

23.9.2017: Victory – kein Rauschen bei exakter Belichtung und aktiviertem Schwarzbild!

Beim Workshop in Duisburg war der erste Härtetest: dunkel und viele Langzeitbelichtungen.
Der Batteriegriff und die X-T2 waren mit 3x NP-W126S (den neuen Akkus) bestückt, Schwarzbild aktiviert („NR LANGZ. BELICHT. <AN>“).

Die Ergebnisse sind einwandfrei:

Playa de Barrio
240 sec, ISO200, kein Schwarzbild
NP-W126-Akku, viele kleine Hotpixel
Landschaftspark Nord, Krokodil
26 sec, ISO 400, Schwarzbild
NP-W126S, keine Hotpixel
Landschaftspark Nord, Krokodil
200 sec, ISO 200, Schwarzbild
NP-W126S, keine Hotpixel

Auch beim Workshop in Porthleven zeigt sich: keinerlei Probleme bei optimaler Belichtung, d.h. ISO 200, Schwarzbild und NP-W126S-Akkus. Ohne Schwarzbild gibt es bei >1 Minuten Belichtungszeit Probleme, bis ca. 60 sec ist es auch ohne Schwarzbild in Ordnung, wenn es nicht komplett dunkel ist.

 

 

Fuji X-T3 (2018-)

Fuji X-T3 mit 18-55mm
Fuji X-T3 mit 18-55mm

Im Sommer 2018 verdichteten sich die erste Gerüchte über die X-T3, hauptsächlich mit Verbesserungen beim Autofokus und den Videofunktionen. Im September kam sie ‘raus und natürlich überschlug sich das Netz mit Vergleichen (siehe die Gegenüberstellung bei Mirrorlessons) und ersten Tests.

Meine wesentlichen Kaufgründe waren der verbesserte Autofokus und die Hoffnung auf weniger Hotpixel bei Langzeitbelichtung. Nicht wichtig waren mir die 26.1 vs. 24.3 Megapixel und die vielen neuen Video-Features.

Nach 3 Monaten ist mein Eindruck: (Stand Dez. 2018)

  • Der Kaufgrund 1 hat gehalten, was ich mir versprochen hatte: Der Autofokus ist deutlich besser, vor allem in den zwei Punkten Geschwindigkeit und Nachverfolgung bei Continuous Autofocus (CAF).
    Die X-T3 fokussiert „sofort“, ich spüre keine Verzögerung mehr.
    Der CAF ist gefühlt viel verlässlicher – aber hier habe ich bisher nur ein paar bisschen ‘rum probiert..
  • Kaufgrund 2 ist ebenfalls positiv beantwortet: Hotpixel bei Langzeitbelichtungen sind tatsächlich deutlich weniger geworden – ich bemerke sie nur noch bei ISO >1600 (schwach bis mittel) und bei ISO >=6400 (mittel bis stark). Siehe unten meine Analysen..
  • Dieses gute Ergebnis wird sogar noch erfreulicher, weil Lightroom ebenfalls verbessert ist: Mit „Rauschreduzierung Farbe“ bekommt man die Hotpixel in fast allen Fällen in den Griff, ohne dass die restlichen Bildteile zu sehr leiden.
    .
  • Der elektronische Sucher (EVF) hat etwas mehr Auflösung und noch weniger Blackout-Zeiten bei Serienbildern. Das ist alleine kein Kaufgrund – aber doch schön (und angenehm!), dass der bereits gute Sucher der X-T2 weiter entwickelt wurde..
  • An den Touch LCD werde ich mich erst gewöhnen müssen. Für die Arbeit auf dem Stativ sollte es sich auszahlen, dass man durch Antippen fokussieren kann. Mal schauen, wann/ob ich mich umgewöhne.
    .
  • Das Gehäuse ist fast gleich gleich geblieben, plus 32 g Gewicht sind erträglich, die Abmessungen nahezu identisch: 1 mm höher, das eigentliche Gehäuse hat die gleiche Breite und Tiefe, nominal ist die X-T3 allerdings durch Augenmuschel und Griff 9 mm tiefer als die X-T2.
    .
  • Nachträglich ist mir die Pre-Capture-Funktion aufgefallen: Bei Serienbild erhält man beim Durchdrücken des Auslösers die Serienbilder der Sekunde vor dem Auslösen auf die Speicherkarte geschoben. Cool – man verpasst den entscheidenden Moment nicht mehr. (Beispielbilder folgen …).
  • Ebenfalls erst nachträglich, beim Erkunden des Touch LCD, habe ich zwei neue Features bemerkt:
    – Die 3D-Wasserwaage hilft beim Ausrichten in allen drei Raumrichtungen.
    – Das RGB-Histogramm ist gerade bei schwierigen Lichtverhältnissen aussagekräftiger als das Grauwert-Histogramm.
    Beide kann man durch Wischen auf dem Touch LCD hervor zaubern.
    .

Mein Fazit:
Die X-T3 ist die deutlich bessere Kamera für’s Fotografieren vom Stativ! Das habe ich nicht erwartet (und in den Tests liest man davon wenig), aber die vielen kleinen Verbesserungen summieren sich zu einem großen Schritt: Touch LCD, RGB-Histogramm, weniger Hotpixel, Base ISO 160 statt 200, längere Batterielaufzeit, bessere Wärmeabfuhr, 3D-Wasserwaage, Bedienung vom iPhone via Bluetooth.
Der Autofokus ist ein Gedicht, er funktioniert immer. Quasi ohne merkbare Verzögerung. Aber Tiere in Bewegung für den CAF hatte ich bisher nicht … dazu schreibe ich noch später.

 

Bildrauschen

„Hotpixel – bei welchen ISO tauchen Sie auf?  Wie stark sind sie?“ … das waren, nach der ersten Begeisterung über den Autofokus und den Sucher, meine wichtigsten Fragen. Zur Erinnerung (siehe im Tab „Fuji X-T2“): Starke Hotpixel in den dunklen Bildbereichen, sogar bei Base-ISO 200, immer wenn die X-T2 zu heiß wurde und/oder kein Schwarzbild aktiviert war. Mit Lightroom war (damals) nichts zu machen, mühsames Beseitigen in Photoshop war erforderlich.

Bei kurzen Belichtungszeiten erzeugt die X-T3 bei ISO zwischen 800 und 6400 manchmal einige schwache Hotpixel in dunklen (fast schwarzen) Bildbereichen. Wenn, dann lässt es sich in Lightroom durch <Rauschreduzierung Farbe> beheben, siehe die Beispiele rechts.

Bei langen Belichtungszeiten (>1 sec) beobachte ich einen deutlichen Fortschritt. Hier meine Statistik aus ca. 100 (Langzeit-) Belichtungen, alle unter realen Bedingungen mit dunklen bis sehr dunklen Bildbereichen: (Hinweis: Alle Bilder >800 ISO sind aus der Hand mit kurzen Belichtungszeiten. Langzeit, d.h. auf dem Stativ, habe ich nur Bilder mit ISO <=400.)

  • Bei ISO 160 (dem neuen Base ISO) habe ich keine Hotpixel entdeckt, auch 2-3 Tests ohne Schwarzbild zeigten keine Hotpixel.
  • Bei <= 800 ISO ebenfalls keine, wobei ich die Langzeitbelichtungen mit Schwarzbild mache.
  • Zwischen 800 und 3200 ISO sehe ich auf ca. 25% der Bilder Hotpixel in den (sehr) dunklen Bereichen.
  • Bei > 3200 ISO sind 25% der Bilder sehr stark befallen, 25% mittel. Aber fast 50% haben auch gar keine Hotpixel.

Bei hohen ISO haben ca. die Hälfte der Bilder keine Hotpixel – eine Systematik habe ich nicht erkennen können  – ich vermute mittlerweile, dass es ein Wärmephänomen ist. Viele Bilder hintereinander, viel schauen, Video zwischendurch … die Kamera erwärmt sich und so werden Hotpixel begünstigt.

Insgesamt ein guter Fortschritt, ich bin zufrieden … werde das Verhalten aber weiter beobachten.

 

Hier ein paar Beispiele für Hotpixel bei ISO 6400 und 12800 und wie Lightroom damit fertig wird:

Der Aachener Dom leuchtet
1/35 sec, f/4, ISO 6400
Hotpixel sehr stark im Original,
mit Lightroom fast eliminiert.
Ship Inn, Porthleven
1/20 sec, f/2.8, ISO 12800
Schwache Hotpixel im Original,
mit Lightroom etwas reduziert.
Tyne Bridge, Corbridge
1/15 sec, f/2.8, ISO 12800
Schwache Hotpixel im Original,
mit Lightroom nahezu beseitigt.

 

Ergänzung, 6.12.2018: Im X-Forum wurde nachgefragt, ob/welche Bilder mit dem Batteriegriff gemacht wurden, und dies empfohlen, da mit Batteriegriff die Wärme noch besser reduziert sei. Und tatsächlich: alle Bilder mit Hotpixeln sind ohne Batteriegriff entstanden! Wobei allerdings die Langzeitbelichtungen mit Batteriegriff bei Tag bzw. früher Dämmerung stattfanden, also keine Hotpixel-gefährdeten dunklen Bildbereiche.

 

Fuji Remote App & Geotagging

Die Fujifilm Camera Remote App für iPhone oder iPad verbindet sich mit Bluetooth bzw. WLAN mit der X-T3 und erlaubt Geotagging, Fernauslösung, Fernbedienung und Herunterladen von Bildern.

  • Für Geotagging reicht Bluetooth aus, was die Akkus von Kamera und iPhone schont. Sehr gut :-)
    Achtung Falle No. 1: Geotagging aktiviert sich nicht automatisch, es muss an der Kamera eingeschaltet werden: <Verbindungs-Einstellungen> <Allg.Einstellungen> <Geotagging> <AN>
    Und direkt Falle No.2: Auch nach Beenden der Verbindung füllt die X-T3 das GPS-Feld in den EXIF-Daten fleißig mit der letzten (und meist falschen!) GPS-Koordinate. Da kann man böse reinfallen … grrr.
    Also: Nach Beenden der App das Geotagging in der Kamera wieder ausschalten!
  • Auch für Fernauslösung reicht Bluetooth aus. Ich benutze am Stativ aber lieber den Auslöser an der Kamera in Verbindung mit 2 sec Selbstauslöser.
  • Die Fernbedienung gefällt mir gar nicht. Man kann zwar Fokuspunkt, ISO, Blende, Zeit, EV einstellen, aber hat keinen Zugriff auf Histogramm, Waage, Lupe oder Fokuskontrolle. Außerdem werden alle (Drehrad-)Einstellungen an Kamera oder Objektiv ignoriert bzw. erst in die App übernehmen, wenn man die Fernbedienung verlässt und neu startet.
    Da gefällt mir die Bedienung direkt an der Kamera besser und sie ist (für mich) intuitiver.
  • Außerdem ist für Fernbedienung und Herunterladen der Bilder WLAN erforderlich, so dass hier der Kamera-Akku zusätzlich belastet wird.

Für Geotagging funktioniert’s aber wunderbar, auch erscheint mir die Akkubelastung gering zu sein.

 

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