19.-23.9. Rückfahrt über den Panhandle des Okavango
Noch 4 Tage, dann sind wir wieder zu Hause. Neben dem Besuch der Mahango Core Area und der Tsodilo Hills wollen wir uns zwei Tage in einer schƶnen Lodge verwƶhnen lassen.
Zum Abschluss noch die lange 400 km Fahrt nach Maun, dort noch eine Ćbernachtung im Old Bridge, dann geht es via Johannesburg und Frankfurt zurück nach Aachen.
Im Panhandle (āPfannenstiel”) des Okavangodeltas mƤandert der Okavango auf 70 Kilometern durch ein ca. 5 km breiten Kanal, gesƤumt von Papyrus, Schilf und Ā ab und zu Uferwald. Dann weitet sich der Kanal und das Delta beginnt, ca. 200×150 km² groĆ. Das GefƤlle ist extrem gering, nur 60 m von der Grenze bis Maun, so dass es 3-4 Monate dauert, bis die Flutwelle vom April in Maun ankommt.
Fazit:
- In der Mahango Core Area sieht man nah beieinander die Trockensavanne der Kalahari und die Flusslandschaft des Kavango.
- Tsodilo Hills ist ein anstrengender, aber lohnender Abstecher. Mehr Zeit als unsere 4 Stunden wƤre besser.
- Drotskyās mit Lodge, Camp und dem kleinen Juwel Xaro Lodge ist eine klare Empfehlung!
- Der Rückflug über Johannesburg ist recht stressfrei, alles in allem sind wir 22 Stunden Haus-zu-Haus unterwegs.
19.9.: Mahango Core Area
Bis zur Mahango Core Area des Bwabwata National Park sind es von der Riverdance Lodge nur eine knappe Stunde Fahrzeit. Diese Area liegt an der C48 ca. 20 km südlich von Divundu, ist nur 245 km² groà und gut auf der Reise durch den Caprivi oder Richtung Botswana erreichbar.

Auf der ƶstlichen Seite, Richtung Thingwerengwere Wasserloch, findet man die typische Kalahari-Vegation Savanne und Wald … und in der Trockenzeit viel Tiefsand. Ohne die Erfahrung aus Moremi und Savuti würden wir uns festfahren. Wir sehen Kudus, Impalas und viele StrauĆe, Roan Antilopen, Vervet Monkeys.
Auf der ƶstlichen Seite der C48 erreichen wir die jetzt wasserarmen Flood Plains des Kavango. Zebras, Kudus, Impalas, Baboons, einige Wasservƶgel, sogar 2 Wattled Cranes, immer wieder ein schƶner Blick. Der offizielle Picknickplatz liegt direkt am Wasser, wir stellen uns unter einen groĆen Baum direkt auf die Uferwiese. Vƶgel und Hippos leisten uns Gesellschaft.
Gegen 14:30 Uhr erreichen wir die Grenze, 6 Formulare, 3x PƤsse zeigen, alles ohne Stress, dann sind wir wieder in Botswana. Ćber Mohembo mit seiner abenteuerlichen FƤhre fahren wir noch 20 km bis zuĀ Drotskyās Lodge & Camp und bekommen Campsite #11 zugewiesen. Der Campingplatz liegt in einem lichten Wald,Ā sehr angenehm, recht viele BƤume sind noch grün bzw. immergrün. Vogelgezwitscher, sauber, alles schƶn angeordnet. Durch den Schatten und den Wind vom Fluss hat man auch eine angenehme Temperatur.
Drotskyās Lodge ist 15 min entfernt, ein schƶner Waldspaziergang. Die Lodge ist eine sehr groĆe Anlage, rund um den riesigen Rasen liegen die 10 Chalets (Holz, auf Stelzen, keine Zelte, ziemlich groĆ) in einem Halbkreis, alle mit Blick auf den Rasen, den Pool und den Kavango. In der Mitte der Chalets das Lodge-GebƤude. Alles im Kolonialstil (dunkles, massives Holz),
wie man sich āSafariā so vorstellt.Ā Auch hier sind Camping-GƤste willkommen, alle sind freundlich und zuvorkommend, wir bekommen Kaffee, Tee, GebƤck angeboten und man empfiehlt uns den Pool.
Heute gibt es das letzte Lagerfeuer-Essen: vegane Bratlinge, geschmorte Zwiebeln mit TomatensoĆe, Reis. Zwei Herdplatten also. Feierlich wird Michaels āHockeyschlƤgerā (der Feuerhaken, ein besonders praktisch geformtes Holzstück) verbrannt. Er hat uns seit der ersten Campingnacht begleitet!
Mohembo und Drotsky’s Camp&Lodge
Foto des Tages: Die StrauĆenfamilie mit den 2 Tage alten Küken
20.9.: Tsodilo Hills

Die Nacht war angenehm von den Temperaturen, ƤuĆerst viele Tiere hƶren wir: Platschen und Grunzen von Hippos und Elefanten, rufende Vƶgel, zwei davon sehr laut: eine Art Schreigans oder Trompetenpelikan. Und eine sehr laute Eule, von der Michael um 3:55 Uhr aufwacht und die er anhand der Tonaufnahme in der Sasol eBird App exakt als African Wood Owl identifiziert. Vom – wirklich sehr leisen – Abspielen diverser Vogelrufe wird allerdings Karin wach und Michael darf den anderen Schreihals nicht weitersuchen š.
Beim Frühstück erwischt es uns, nachdem wir die ganzen 18 Campingtage wie die Luchse aufgepasst haben: Als wir Müsli und Obst auf den Tisch rƤumen, sieht Karin aus den Augenwinkeln einen Blitz auf den Tisch springen … und der Vervet Monkey hat zwei Ćpfel stiebitzt š³.
Die 55 km bis Tsodilo Hills gehen über schlimme Schlagloch- und Wellblechpisten, sehr anstrengend. Die Hügel sind die Ćberreste eines urzeitlichen Meeres und mit 1.400 m Hƶhe die einzigen Berge der Kalahari. Das WeltkulturerbeĀ enthƤlt über 4.500 Zeichnungen, die meisten 3.000 Jahre alt, einige sogar 24.000 Jahre alt. Menschen leben hier seit 100.000 Jahren.
Wir entscheiden uns für den Rhino Trail, der rund um den Female Hill führt und die meisten Zeichnungen und Hƶhlen zu bieten hat, und buchen den Male Hill Summit Trail dazu, soll nur 1 Stunde mehr sein, schlieĆlich sind wir fitte Abenteurer und der hƶchste Gipfel ruft.
Wie sich spƤter heraus stellt, ist allein der Weg zum Beginn des Summit Trail fast eine Stunde zusƤtzlich, dazu noch durch Sand in der heiĆen Mittagshitze. Wir brechen deshalb unterwegs ab, auch weil Michael starke Rückenschmerzen hat.
Die 3,5 Stunden Wanderung schlaucht uns deutlich mehr als gedacht. Aber trotzdem – die Tsodilo Hills sind faszinierend, vielfƤltige Zeichnungen in pittoresker Landschaft und mit interessanter Geschichte. Wir sehen Dutzende Bilder mit Tieren, Menschen, Ornamenten, sogar 2 Wale und 1 Pinguin – 3.000 Jahre alt und ca. 2.000 km vom Kap entfernt.
Die Rückfahrt hƤtten wir lieber durch einen Mittagsschlaf ersetzt, aber wir wollen zur Xaro Lodge, ans Wasser. So geht’s wieder auf die Rüttelpiste zurück zu Drotsky’s.
Felszeichnungen
Foto des Tages:Ā Auf dem Rhino Trail in den Tsodilo Hills
20.-22.9. Xaro Lodge
Kurz nach halb vier sind wir am Bootsanleger von Drotsky’s, wir parken den Wagen, rƤumen unser GepƤck ins Boot. Der 20-km-Bootstransfer zur Xaro Lodge (sprich āKaroā, ein einheimischer Baum) ist direkt die erste Birding Tour.
Schƶn angelegt in einer Flussbiegung liegen 11 Zelte direkt am Wasser, eine gepflegt und geschmackvoll angelegte Anlege mit vielen schƶnen Details, ohne luxeriƶs zu wirken.Ā Wir werden mit einem kleinen BegrüĆungstrunk empfangen und Romy, die Managerin, erklƤrt uns die Regeln: Abendessen und Frühstück gibt es jeweils um halb 8, Morning Walk ist um 9 Uhr, Evening Boat Cruise um 15:30 Uhr. Mindestabstand zum Wasser sind 5 m wegen der Krokodile, den āgrünenā Bereich (das ist der bewƤsserte Teil der Lodge) darf man nur mit Guide verlassen, nach Mitternacht nicht mehr das Zelt verlassen. Denn dann ist die Beleuchtung aus und die Hippos und Elefanten kommen.
Jedenfalls gibtās hier einiges Wildlife: sowohl Chobe Bushbuck als auch Bushbuck, Vervet Monkeys und Howard, das Haus-Hippo, liegt direkt gegenüber von unserem Zelt.Ā Und natürlich Vƶgel. Schon auf der Anfahrt mit dem Speedboat sehen wir Hamerkop und vor allem ganz viele White-fronted Bee-eaters! Karin ist happy – wieder putzige Bee-eater. Und Michael auch, weil er hier jetzt endlich seinen ersten Hamerkop sieht.
Wir haben Zelt 2: kleine Terrasse zum Fluss, groĆes Bett, dahinter ein kleiner Bereich mit Schreibtisch, Garderobe, Platz fürās GepƤck, dann ein schƶnes Bad.
Traumhafter Sonnenuntergang, wir haben es echt gut. Und das bisher beste Abendessen, super lecker und frisch. Es gibt Kürbissuppe, selbst gebackene Brötchen, Salat, Hühnchen mit Reis und Zucchini, leckerer Apfelstreusel als Nachtisch. Nachts hören wir Hippo-Geplatsche, Eulen, Elefanten und laute Vögel, Michael erhascht sogar einen Blick auf Howard.
Tierwelt auf der Hinfahrt und in der Lodge
Nach einem leckeren Frühstück – Müsli, Joghurt, Obstsalat, Obst, herzhafte Platte mit Schinken, KƤse, Tomaten, Gurken, auf Wunsch auch Cooked Breakfast – geht es mit Tom auf den Morning Walk. Wir sehen eine Pelās Fishing Owl (die ist riesig, 60 cm hoch, 150 cm Spannweite). Keiner von uns hƤtte die gesehen – selbst als Tom genau den Ort beschreibt und sogar hinzeigt, dauert es eine Weile, bis wir sie auch sehen. Ā AuĆerdem erfahren wir, dass Elefanten immer wieder einen Kurzschlaf machen, ca. 5-10 min, und dabei ihren Kopf etwas erhƶht an einen Ameisenhügel lehnen. Diese Ruhelager kann man gut erkennen, wenn man weiĆ, worauf man achten muss: eine Delle im Ameisenhügel in 1 m Hƶhe und 4 m davon entfernt Elefantendung.
Den Tag über chillen wir, eine kühle Brise weht vom Fluss in die Lapa, wir vervollstƤndigen die Vogel- und Tiere-Liste, sehen über uns unter dem Dach eine Petersās epauletted Fruit-bat hƤngen. Nur unterbrochen von einem wieder leckerem Light Lunch (Sandwich und Salat) … dann ruft auch schon Kaffee und Kuchen um 15:00 Uhr, bevor es auf die Bootstour geht. Mann-o-Mann, Stress pur.
Unser Sichtungswunsch: Malachite Kingfisher. Und er wird erfüllt Ā … leider ohne Foto … zu flink für unsere Fokus-Fertigkeiten. Dafür sehen wir viele White-fronted Bee-eaters, Hamerkops und African Skimmer, einige Swallows, den seltenen White-backed Night Heron, Yellow-billed Kite, Goliath Heron, mehrere Krokodile, zwei Elefanten im Schilf, Water Monitor, ganz wenige Hippos. Hier gibtās andere Vƶgel als im Delta, aber die überbordende Tierwelt des Delta findet man hier nicht. Zu viel Monokultur aus Papyrus und Schilf, aber interessant, diese andere Landschaft zu sehen.
Das Abendessen ist wieder eine Wucht: Gemüsepfannkuchen mit DillsoĆe, frischer, knackiger Salat, Rinderfilet (kƶstliche QualitƤt) mit Kartoffelpüree, RotweinsoĆe und Broccoli, als Dessert Brownie mit Sahne.
Gegen 21 Uhr sind wir im Zelt, wir hƶren das Hippo (oder einen Elefanten? Nein, wohl eher Hippo) nebenan plantschen, die Wildkamera wirdĀ doch ein letztes Mal montiert … vielleicht kommt ja Howard vorbei.
Birding Boat Tour
Foto des Tages: Sonnenuntergang über dem Okavango
22.-24.9.: Rückreise
Die letzte afrikanische Nacht (Maun heute Abend ist ja schon āGroĆstadtā) weckt uns morgens um halb 7 mit idyllischen GerƤuschen: Vogelgezwitscher, die nicht geƶlte Schaukel (so nennen wir den Swamp Boubou, weil er sich genauso anhƶrtĀ āŗļø), zwei brüllende und kreischende Streitaffen, das friedliche Nilie-Plantschen, -Grunzen, – Schmatzen und der Elefant, der krachend ein paar Ćste bricht.
Ein schneller Bootstransfer, diesmal ohne Birding, alles wieder ins Auto packen, Luftdruck erhƶhen … um 10:15 Uhr gehtās auf den Pothole Highway nach Sehithwa. 265 km, die es in sich haben, immer wieder ist die StraĆe links oder rechts āausgefranstā mit zum Teil steilen Abbruchkanten, die Schlaglƶcher sind meistens in der Fahrbahnmitte, 30-150 cm groĆ. Ohne Gegenverkehr geht es ganz gut, man fƤhrt halt mit 80-90 km/h in der Mitte und nimmt die Lƶcher zwischen die RƤder. Bei Gegenverkehr muss man Glück haben, dass die StraĆe gerade gut ist, oder man bremst ab, manchmal bis Schrittgeschwindigkeit. Nach 5 Stunden sind wir glücklich im Old Bridge, wo man uns ja schon kennt.
Wehmütig genieĆen wir den letzten Abend, Lesen, Schauen, Chillen. Und verschieben das Packen auf morgen!
Abendstimmung im Old Bridge
Der letzte Tag, sonst oft ein Stresstag, ist recht entspannt, dank Abflug erst am Mittag .
Mit jeweils genügend Pufferzeit schaffen wir alle Etappen ohne Hektik: Packen, Transfer, Checkin, Abflug Maun, Umsteigen in Johannesburg und Frankfurt, ICE nach Aachen. Bis auf das Boarding in Johannesburg, da steigt doch kurz der Blutdruck: Michael ist so relaxed, dass wir ohne Hektik spƤt in der Lounge losgehen und erst bei “Gate Closed” am Gate ankommen š³.
Der Nachtflug ist dank gutem Essen, exquisitem Wein und dem Lay-flat-bed fast erholsam.
Wir landen pünktlich in Frankfurt, das GepƤck ist schnell da und so bekommen wir den gebuchten ICE um 7:09 Uhr. Der RE in Kƶln ist etwas verspƤtet, aber kein Problem … wir kommen um 10:20 in Aachen an.
Eine der entspannteren Rückreisen.
Packen und Rückflug
Foto des Tages: Abschied von Afrika mit diesem Stillleben























































































































































































































































































































































































































































































































































