Wir haben Glück und kƶnnen unser Wohnmobil schon um 8:00 Uhr abholen. Nach einer kleinen EnttƤuschung dürfen wir tauschen und bekommen das āgleiche Modell wie immerā, vor allem die Kids freuen sich š.Ā Nach 2 Stunden sind wir fertig mit Checkliste, Umpacken, fetter Beute aus dem Resteregal (inkl. 5 Bündel Holz) und fahren in Kolonne zurück zu Alamo, den Mietwagen zurückgeben. Gegen 11:00 Uhr wird Luis im Hotel eingesammelt (für ihn war es zu früh, er musste noch ausruhen ;-) und wir fahren 68 mls bis zum Safeway in Silverdale. 2½ Ā Stunden Einkauf und Koffer ausrƤumen, dann geht es weiter noch ein paar Meilen zum Scenic Beach State Park.
SpƤtes Mittagessen bzw. frühes Abendessen, wir genieĆen die schƶne Site, spazieren zum StrandĀ und nehmen auf dem Rückweg den Urwaldpfad rund um den Campground.Ā Gemütlicher Abend. Die Kids wandern spƤter auch noch den Urwaldpfad.
Die nächsten 6 Tage bummeln wir gegen den Uhrzeigersinn um die Olympic Halbinsel, immer abwechselnd an der Küste und im bergigen Inland. Das Wetter meint es mehr als gut mit uns: warm, sonnig, ab und zu Nebel an der Küste.
Fazit zur Olympic Peninsula:
Eine unglaublich schöne Vielfalt findet man hier: Hochgebirge mit Gletschern, Regenwald, Tide Pools, wilder Ozeanstrand, Badeseen, Hot Springs, Urwald.
Wanderungen, Strand, Tide Pooling, Tiersichtungen waren unsere Highlights.
Die 7 Tage passen für uns gut: genug MuĆe und nicht zu lang.
Einen Verbesserungsvorschlag haben wir: Klare Sicht auf der Hurricane Ridge ;-)
5 Tage Kayaktour von San Juan Island nach Anacortes
Nach der Buchung derĀ 5-Tages-Tourim Herbst 2016 brauchen wir zur Vorbereitung nicht mehr viel zu organisieren: Die Packliste unterscheidet sich kaum von der Raftingtour – eigentlich kaufen wir nur Sonnenhüte und Kayakhandschuhe zusƤtzlich.
Ein wichtige Entscheidung war noch zu treffen: Nehmen wir zu fünft 1 Zweier + 1 Dreier oder 2 Zweier und 1 Einer? Die beiden krƤftigen Jungs plƤdieren energisch für die Variante mit dem Einer – und da wir alle sehr fit sind, sind auch wir Erwachsenen einverstanden. Ā Fast forward: Es hat wunderbar geklappt, abwechselnd paddeln wir jeweils zwei halbe Tagesetappen im Einer.
Fazit:
Sportlich, anstrengend, Naturerlebnis, SpaĆ, Relaxing … alles, was wir erwartet hatten, wurde erfüllt.
Die Tour ist perfekt organisiert, unser Führer passte wunderbar zu uns: genau die richtige Mischung aus Guide und Kumpel.
Wir hatten Einsamkeit erwartet … aber in einem Ballungsgebiet von 4,5 Mio. Einwohnern, die alle Freizeit-verrückt sind, gibt es keine einsame Inselwelt. Viele Schiffe, FerienhƤuser, groĆe Campgrounds, aber trotzdem noch genügend Meer, Ruhe, Natur.
Man ist und fühlt sich klein und langsam mit dem Kayak. Aber das ist auch der groĆe Reiz einer solchen Tour: Tief Eintauchen in eine Welt, in der man sich mit eigener Kraft fortbewegt und jede Menge Tiere sieht.Ā
Früh geht es heute los, mit dem Zug um 4:51 Uhr via Kƶln nach Frankfurt. Die Lufthansa hatte uns informiert, dass man wegen der zusƤtzlichen Sicherheitskontrollen eine Stunde zusƤtzlich einplanen muss. Um 6:49 Uhr sind wir ohne Hektik am Flughafen, mit genügend Reserve für den Abflug um 10:45 Uhr mit LH 490.Ā Und … nullkommanull Schlangen bei GepƤck und Sicherheitskontrolle, ganz relaxed frühstücken wir, bummeln und warten. Wir alle sind aber heute GutelaunebƤren :-).
Die Premium Economy ist super, der Flug dauert 10:05 std, die Immigration ist superschnell, wir sind direkt dran. Die Koffer dauern etwas lƤnger, sie werden am Zoll noch Mal durchleuchtet (“Wurst, Fleisch, Obst, Samen?”). Mit dem Light Trail Link geht es in die Innenstadt (viel schneller und vor allem billiger als mit Shuttle, Taxi oder Mietwagen), noch 2 min FuĆweg zum Marriott Courtyard Downtown – um 14:30 Uhr sind wir in unserer 1-Bedroom-Suite im 12. Stock mit Sicht auf die Elliott Bay. Schlafzimmer für die Eltern, Wohnzimmer für die Kids, ein groĆes Bad für alle.
27.7.2017 - Bummel an der Seattle Sea Front
27.7.2017 - Seattle Sea Front
27.7.2017 - Seattle Skyline
27.7.2017 - Seattle Sea Front
Die Kids verschwinden blitzartig in Gym und Pool, Michael holt Bargeld und Latte von Starbucks, Karin ruht sich auch.Ā Um 16:00 Uhr ziehen wir in zwei Gruppen los: Luis zeigt Robert Amerika, wir anderen drei spazieren gemütlich an der Waterfront entlang und essen lecker (Delicatus am Pioneer Square). Um 18:15 Uhr treffen wir uns alle wieder im Hotel … und schaffen es tatsƤchlich, die trƤge Masse noch einmal zum Aufbruch zu kriegen: Anti-Jetlag-FƤhre-fahren. š
Wir nehmen die 19:20-Uhr-Fähre nach Bainbridge Island (wie schon 2004 ;-), eine schöne Fahrt mit Blick auf Skyline in der Abendsonne, Mount Rainier (97 km Luftlinie entfernt!) und das Meer. Um 21:00 Uhr sind wir wieder im Hotel. Schicht für heute!
27.7.2017 – Seattle Harbour mit Mt.Rainier (97 km!) im Hintergrund
Donnerstag – Sonntag, 27.-30.7.: Seattle
Seattle Art Museum
Seattle Art Museum
Seattle Art Museum
Seattle Art Museum
Seattle Art Museum
Seattle Art Museum
Seattle Art Museum
Seattle Art Museum
Seattle Art Museum
Seattle Art Museum
Seattle Art Museum
Seattle Art Museum
Space Needle
Space Needle
Space Needle
Space Needle
Space Needle
Space Needle
Space Needle
Wir alle sind nach dem 26-Stunden-Tag so erschƶpft, dass wir erst zwischen 5 und 7 Uhr aufwachen. Wir frühstücken Ā im Cherry Street Coffee Shop, und um 9:00 Uhr startet die sehr interessante Seattle Underground Tour. Den Nachmittag verbringen wir getrennt – die Kids sind ja schon groĆ und gehen ins Kino (War for the Planet of the Apes)Ā – wir Eltern bummeln durch Downtown, gehen ins Seattle Art MuseumĀ und haben ein lustiges Erlebnis in einem Supermarkt mit Kamera- und Brillenabteilung: āDo you have Solar Eclipse glassesā – āWhat the hack is this?ā – āSpecial glasses for …ā – āNo, I mean Solar somethingā – āThis is, when then moon is shading the sunā – āTHIS can happen?? Didn’t know this … must be interesting, and you need glasses for this?ā
Am nƤchsten Morgen sind alle gegen 6 Uhr wach … es ist Luis Geburtstag :-). Ein kleines Frühstück im Hotelzimmer mit Kerze, Kuchen, Starbucks-Kaffee und -Kakao. Ā AnschlieĆend Gym, Pool und Aufbruch via Monorail zur Space Needle – der Geburtstags-BrunchĀ ruft. Das Essen ist sehr lecker, die Aussicht spektakulƤr. Wunderschƶn. Nach zwei Stunden chillen wir noch ein bisschen auf dem Spielplatz mit vielen Bildern von Monorail und MoPoP. Ćber den Olympic Sculpture Park (tolle Blicke aufs Meer, die Stadt und die Olympic Mountains) geht es 21 Blocks an der Sea Front entlang zurück zum Hotel. Unterwegs eine erholsame Kaffeepause in Paddy Coyne’s Irish Pub mit lustiger Wasser- und Eiswürfelschlacht. Der Tag klingt mit Abendessen beim Türken, La Paloma, aus.
Nach 2 ½ Ā erlebnisreichen Tagen geht es am dritten Morgen 100 mls nach Norden: Anacortes, dem Startort unserer Kayaktour. Aber zunƤchst besuchen Luis und Michael um 6 Uhr denĀ Pikes Place Market, aber viel zu früh, es wird gerade erst aufgebaut. Nach dem full-american Breakfast im Arctic ClubĀ holen Luis und Michael den Mietwagen bei Alamo, einen Dodge Van 7-Sitzer. ViaĀ Meredith’ House (wer rƤt, was das ist? ;-) und REI (es werden noch Schuhe gebraucht) geht es mit derĀ Whidbey Island Ferry über Deception Pass zu unserem Hotel, demĀ Ship Harbor Inn (tolle Zimmer, nette Leute und schƶner Ausblick auf’s Meer). LeckeresĀ Abendessen im Rockfish Grill & Brewery, Ā schƶner Abendspaziergang mit Sonnenuntergang, Herons, Kormoranen und Rehen, alles für die Kayaktour in die wasserdichten SƤcke umpacken … vor Aufregung bleiben wir alle viel zu lange auf, Aufstehen um 5:15 Uhr ist angesagt …
Fazit:
Seattle landet zu recht immer in den Top 10 der lebenswertesten StƤdte: Meer, Freizeit, Kultur, weltoffen, AktivitƤten en masse.
Der Downtown-Bereich rund um den Pioneer Square ist ideal, um Seattle zu Fuà oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erkunden.
Das Marriott Courtyard Pioneer Square liegt perfekt, hat 1-Bedroom-Suites, ist schon etwas Ƥlter, aber gepflegt.Ā
Am besten haben uns gefallen: Space Needle, Fähren & Sea Front, die vielen Museen. Und die relaxte Atmosphäre.
Der Auslƶser für diese Reise war die totale Sonnenfinsternis am 21.8.2017, die von Oregon bis South Carolina quer über die USA zieht: Etwas ganz besonderes, Sommerferien, auĆerdem war ein Wohnmobilurlaub mal wieder dran … also konnte mit der Planung begonnen werden.
Wie 2012 (Rim2Rim) und 2014 (Rafting) ist ein Outdoor-ErlebnisĀ wieder der einhellige Wunsch. Ćber Besteigung des Mount Rainier (nein – man braucht Gletschererfahrung und -ausrüstung), Mehrtageswanderung im Regenwald (nein – eventuell zu nass), Gebirgswanderung in den Cascades (wir fanden nichts, was uns ansprach) liefert uns die Google-Suche nach āOutdoor Activity Washington, Oregon” schlieĆlich den Treffer: eine Seekayaktour in den San Juan Islands. Nach intensiver Recherche entscheiden wir uns für die 5-Tages-Tour.
Und schlieĆlich als drittes: Genügend Meilen für vier Freiflüge in der Premium Economy :-)
Also: Die drei Buchungen (Wohnmobil, Meilenflüge, Kayaktour) sind unter einen Hut zu bringen. Mit Geduld, HartnƤckigkeit, vielen Telefonaten und ein bisschen Kompromissen gelingt es … und wir stellen uns diese unvergessliche Reise zusammen :-)
Im Frühjahr entscheidet sich Robert, unser Neffe/Cousin, mit zu fahren. Alle freuen sich :-)
Fazit:
Die Kayaktour ist anspruchsvoll, erlebnisreich, SpaĆ undĀ Abenteuer zugleich. Dazu Adler, Delfine, Robben, WaschbƤren … und Anstrengung und MuĆe.
Seattle gefƤllt uns ausgesprochen gut: tolle Lage, weltoffen, liberal, relaxed, friedlich.Ā
Die Vielfalt der Olympic Peninsula: Küste&Meer, Berge, Regenwald, Waldwirtschaft, Gletscher – abwechslungsreich und interessant.
Die Oregonküste ist Sand, Fels, Wasser, Luft – irgendwie ist alles immer gleichzeitig.
Die Vulkane sind gigantisch, noch aus 100-150 km überwältigend präsent, ehrfurchtgebietend und schön.
Und ja – die Sonnenfinsternis ist das erwartete Once-in-a-Lifetime Erlebnis. Wir staunen, sind begeistert und irgendwie ergriffen.
30.7.2017 - Abendspaziergang, Anacortes Ferry Station
14.8.2017 - Pacific City, Beach
23.8.2017 - Abendwanderung auf das Eagle Cliff
21.8.2017 - Eclipse in Madras. Um 8:40 noch unbedeckt, die Abdeckung von 9:10 bis 11:40
Wir waren insgesamt 32 Tage unterwegs, aufgeteilt in folgende Etappen:
3 Tage Seattle: Seafront, Museen, Space Needle, Downtown
Fahrt nach Anacortes via Deception Pass, Ćbernachtung an der FƤhre
5 Tage Kayaktour, von San Juan Island zurück nach Anacortes
Ćbernahme des Wohnmobils, bei Roadbear am SeaTac Airport
6 Tage Olympic Peninsula: Hurricane Ridge, Salt Creek, Sol Duc, Rialto Beach, Hot Rain Forest und Ruby&Kalaloch Beach
5 Tage Oregon Coast, von Cape Disappointment / Astoria bis zu den Oregon Dunes
5 Tage Central Oregon: Newberry Crater, Madras mit der Sonnenfinsternis, Columbia River
3 Tage Mount St. Helens und Mount Rainier
… und dann noch 3 Tage für Wohnmobilrückgabe, Abflug der Tochter in das Auslandshalbjahr nach Vancouver, noch einmal Seattle Downtown und Chinatown und den Rückflug
Die Kayaktour startet im Westen von San Juan Island. In 5 Tagen (mit Ćbernachtungen auf den Inseln Stuart Island, Jones Island, Blind Island und James Island) paddeln wir zurück nach Anacortes.
Die Wohnmobiltour ist betont geruhsam, insgesamt nur 1674 mls an 19 Fahrtagen, ein Durchschnitt von 88 mls. Dadurch haben wir viel Zeit für Wanderungen, Strand, Hot Springs und Action.
Die drei Doppelübernachtungen (Kalaloch, Newberry und Horsethief Lake) sind erholsam. Davon hƤtten wir gerne mehr gehabt – aber das geruhsame Umrunden der Olympic Peninsula und natürlich der Schlenker zur Sonnenfinsternis in Madras wiegen dies auf.
Wir fliegen diesmal wieder direkt, Ā Meilenflüge mit Lufthansa in der Premium Economy – sehr angenehm.
Seit dem ersten Abendworkshop (Köln bei Nacht, 2012) hat es mich gepackt, mich für eine bestimmte Zeit zu 100% auf eine Sache zu konzentrieren:
Ich Ā lasse mich voll und ganz auf eine Location ein.
Motiv & Technik müssen eins werden: Was ist geeignet, womit bringt man die Stimmung zu Geltung?
Die Qual der Wahl oder auch umgekehrt āMir sagt der Ort aber gar nichtsā: Ich bin gleichzeitig aktiv und fremdbestimmt.
Manchmal springen die Ideen auf mich zu, manchmal brauche ich eine Stunde, ehe die erste vage Idee kommt.
Und nicht zuletzt: Der Austausch mit Gleichgesinnten ist spannend. (Oder, wie Freunde und Verwandte sagen: āmit genauso Verrücktenā).
So stƶbere ich immer wieder, welche Workshops es gibt, bevorzugt als Kurzreise oder auch am Urlaubsort.
17.9.2016 – These heated whirlers aren’t what they are cracked up to be ;-)11.-17.9.2016: Locations des Fotoworkshops Lewis&Harris
Auch dieses Jahr stand mir der Sinn nach einer Woche Fotografieren-pur. Die Kurse bei PhotoTours4UĀ waren entweder schon ausgebucht oder mir nicht genug Abenteuer … Serdar empfahl mir daraufhin Tom Mackie, einen Fotografen, den er vor Jahren in Neuengland kennengelernt hatte. Ich buchte kurzentschlossen denĀ Workshop auf Lewis&Harris.
Lewis and Harris ist die grƶĆte Insel der ƤuĆeren Hebriden, ganz oben im Nordwesten, ca. 80 km x 30 km groĆ. Nur 20.000 Menschen leben hier – und das auch nur im Sommer: Von Mitte September bis Mitte Mai wird es schlagartig leer, nur ca. 4.000 Leute überwintern in Regen, KƤlte und Sturm.
Der nƶrdliche Teil der Insel heiĆt Lewis, ist hauptsƤchlich eine flache Ebene mit vielen Seen und Steilküste … und besteht fast vollstƤndig aus Torf (āpeat”) … besonders gut, wenn man wie ich nur Schuhe mit Belüftung dabei hat. Der Inselteil ist windumtost mit viel Regen und Stürmen. (Es hat Jahre gegeben ohne einen einzigen Sonnentag). Auch wir hatten ca. 50% unserer Zeit Starkregen und Wind/Sturm.
Der südliche Teil – Harris – war früher nur per Schiff erreichbar, erst seit den 50er Jahren gibt es eine StraĆe. Harris ist gebirgig und ƤuĆerst heterogen: auf der Westseite findet man SandstrƤnde, die fast karibisch anmuten, auf der Ostseite ist es kahl, schroff und karg.
Fazit: Landschaft und Wetter sind faszinierend, die Menschen sehr nett und interessant. Gelernt habe ich, wie man sich schnell und selbstƤndig in eine Location einfindet. Dazu gab es viel Bildkritik und Lightroom-Tipps in den Regenstunden.
āWe will meet around 1pm at Stornaway airport” heiĆt es in den Workshop-Unterlagen. Wie kommt man also vom Rheinland nach Stornoway … und wo/was ist Stornaway?
Also : Stornoway ist die Hauptstadt von Lewis&Harris, 8000 Einwohner, ein groĆer Hafen und ein Flugplatz.
Okay: Der Flugplatz ist sogar nochĀ kleiner als Aachen-Merzbrück … im Sommer gibt es 3 Flüge mittags und 2 abends, von/nach Edinburgh, Glasgow und Inverness … im Winter (also Mitte September bis Mitte Mai) nur noch je ein Flug mittags und abends ;)
Und: Die Flugzeiten und Umsteigezeiten erfordern, dass man von Deutschland aus entweder in Glasgow/Edinburgh oder in London übernachten muss.
Ich entscheide mich für Direktflüge von Düsseldorf mit Eurowings und buche jeweils am Folge- bzw. Vortag den Flug nach Stornoway mit Flybe. Das Ganze ist recht erschwinglich, pro Flug 80-100⬠plus die Ćbernachtung, auch je 80ā¬. Auf dem Hinweg lege ich einen Ausflugstag in Edinburgh ein, auf dem Rückflug eine Ćbernachtung in einem Flughafenhotel in Glasgow.
10.9. Anreise über Edinburgh
Bummel durch Edinburgh
Bummel durch Edinburgh
Bummel durch Edinburgh
Bummel durch Edinburgh
Wanderung zum Arthur's Seat
Wanderung zum Arthur's Seat
Wanderung zum Arthur's Seat
Wanderung zum Arthur's Seat
Dank langer Warteschlangen und mehrerer Verspätungen lande ich gegen 15:00 Uhr in Edinburgh. Mit dem Bus geht es nach Downtown, wo ich ein zentrales Hotel gebucht habe. 9 Stunden war ich unterwegs :-(
Frisch geduscht und ein bisschen erholt bummele ich bei tollem Sonnenwetter durch die Innenstadt. Viele schƶne Fotomotive.
Zum Sonnenuntergang wandere ich auf den Hausberg von Edinburgh, den Arthurās Seat, ein 251m hoher Vulkankegel. Dank des klaren Wetters hat man eine tolle Weitsicht (bis zur Nordsee, man sieht bis zum Bass Rock), der Sonnenuntergang ist wunderschƶn.
Um 21:30 Uhr bin ich erschossen wieder im Hotel.
11.9.Ā Ankunft auf Lewis. Sturm
11.9.2016 – Uig Bay, bei 60mph Wind
Noch ein langer Reisetag. Um 8:30 Uhr fahre ich nach mittelmƤĆigem Frühstück zum Flughafen, Check-in geht schnell, 2 Stunden Lounge, lauter und unruhiger Flug in einem kleinen Propellerflugzeug, aber tolle Sicht auf Flüsse, Seen und Meer.
In Stornaway treffen nach und nach die anderen Teilnehmer ein. Nur die 3 Londoner haben eine relativ kurze Anreise, die anderen reisenĀ aus Grenoble, Italien und … Australien an. Als erstes wird natürlich ausgetauscht, welches Equipment zum Einsatz kommt: 2x Pentax, 1x Nikon, 1x Sony, 1x Canon und 1x Fuji. Und ich mit meiner Alt-Canon und Neu-Fuji (siehe Fuji X-T2) verstƤrke zwei Lager ;-)
Ab 14:00 Uhr regnet es in Strömen, gegen Nachmittag kommt Sturm auf, an der Westküste ist abends mehr als 100 km/h Wind.
Unser B&B Baile-na-Cille liegt ganz im Westen, einsam an einer sehr schƶnen Bucht. Ein uraltes Haus mit einfachen Zimmern (Etagenbad) und urgemütlichen Ess- und Wohnzimmern. Das Essen ist suuuperlecker, laut einem Kommentar bei TripAdvisor ist unser Gastgeber Richard ein Londoner Sternekoch, der sich hier zur Ruhe gesetzt hat. Am ersten Abend lernen wir RichardsĀ trockenen Humor kennen und die Wahrheit: āNot really, I was 13 years the butler of a famous London chief – but why should I correct TripAdvisor, it’s good marketing!”
Abends sind alle k.o., Tom zeigt ein paar Bilder der Locations, wie sie bei Sonne aussehen.Ā Morgen werden wir versuchen, bei dem Regen bzw. Sturm Bilder zu machen. Ach ja –Ā Handynetz oder WiFi gibt es an der Westküste von Lewis nicht.
12.9. Dauerregen, Steinkreise und Wikingerhäuser
12.9.2016 – Callanish (I)
Das Frühstück ist sehr gut, nach 3 Tagen probiere ich sogar Porridge (und die Abendessen sind ein Gedicht :-). Bis 12:00 Uhr ist Dauerregen, wir verbringen den Vormittag mit Bilder zeigen: Tom zeigt uns wieder, wie es bei schönen Wetter aussieht, und wir legen die erste von vielen Bildkritik-Sessions ein.
Dann geht es – noch in starkem Regen – zu den Steinkreisen von Callanish. Dort gibt es drei groĆe Steinkreise – einer ist fast so groĆ wie Stonehenge. Mittagessen gibt’s im Cafe des Museums.
Ganz interessant sind die Black Houses, ein Freilichtmuseum mit restaurierten Häusern, in denen man seit den Wikingern bis 1970 gewohnt hat: ohne Fenster, geheizt mit Torf (sehr nasser, den es hier überall gibt), links das einziger Zimmer, rechts das Vieh.
Zum Wetter: seit 16:00 Uhr wird nicht mehr geschossen – Ƥh, geregnet :-).
Nach dem Abendessen klart es auf und wir erleben einen tollen Sonnenuntergang in unserer Bucht Uig Bay. (Mir fƤllt gerade auf, dass Bay ja Bucht heiĆt, und Uig heiĆt auch Bucht … also steht da Bucht Bucht Bucht ;-)
13.9.Ā Callanish und Mangersta Stacks
Um 7:00 Uhr laufe ich eine Stunde, es ist eine tolle Luft, mild und schon sonnig.
Nach dem Frühstück geht es zur Mangersta-Bucht, ca. 15 min vom Hotel entfernt. Mir gelingen ganz nette Fotos von Strand und Brandung, aber ich finde mich nicht rein in das Motiv.
Um 11:03 Uhr ist ein denkwürdiger Moment: das letzte Bild mit der Canon 5D Mark III. Vorausgegangen war die unbefangene Frage des anderen Fuji-Fotografen, warum ich denn weiter die Canon nehme, wenn ich von der Fuji überzeugt sei. Und mir schoss die Antwort auch sofort durch den Kopf: reine Gewohnheit, sonst nichts. Ich packte die Canon weg, holte die Fuji raus (die ich schon beim Spaziergang durch Edinburgh benutzt hatte) und war sofort begeistert von der intuitiven Bedienung.
Nachmittags geht es noch einmal zu den Callanish Steinen, diesmal in der Sonne mit schönen Wolken. Es sind nur wenige Menschen dort, es gelingen  ein paar schöne Langzeitbelichtungen.
Abends fahren wir wieder zur Mangersta-Bucht, diesmal mit Ausblick auf die āStacksā. Ā Schƶne Bilder in der Abendsonne.
Der Tag klingt gemütlich aus, mit Lightroom-Lektionen, quatschen und Rotwein.
13.9.2016 – Callanish (I)
14.9. DerĀ Norden von Lewis
14.9.2016 – Highland Cows
Es ist wieder Regen vorher gesagt: ab 14:00 Uhr bis morgen Abend. Ćbermorgen soll es wieder freundlich sein.
Der Leuchtturm und die Steilküste sind schön, aber das Licht ist schlecht: sehr bedeckt, diesig und extrem viel Wind.
Gegen 13:00 Uhr fängt es an zu regnen, leider so stark, dass wir zurück fahren, gegen 16:00 Uhr sind wir wieder im B&B.
Nachmittag und Abend vergehen damit, dass wir uns gegenseitig Bilder zeigen und untereinanderĀ Lightroom-, Photoshop- und NIK-Tipps austauschen.Ā Trotz wenig Fotografieren ein interessanter Tag.
15.9. Wir üben āBilder im Regenā ;-)
15.9.2016 – Wasserfall, Glen Valtos bei Uig
1 Stunde laufe ich vor dem Frühstück, in wunderbar frischer und milder Luft.
Bis ca. 14:00 Uhr sind wir heute unterwegs, ab 11:00 Uhr nieselt es, spƤter immer mehr. Mir gelingen nur mittelmƤĆige Bilder vom Strand bei Ebbe, aber schƶne Bilder von einem Schiffswrack und spƤter von einer rostigen Maschine in einem Steinbruch. āBilder im Regenā klappt gut – wir sind bis auf die Haut nass, die Kameras haben alle gut durchgehalten.
Der Nachmittag vergeht mit Lightroom-Lektionen und – sehr guter – gegenseitiger Kritik an unserenĀ Bildern.Ā Der Abend wird lustig, auch wegen der Vorfreude auf den morgigen Sonnenaufgang: laut Wetterbericht soll es aufklaren.
16.9. āUnserā Druide und Fahrt nach Harris
16.9.2016 – Callanish I (Sunrise, 7:21)16.9.2016 – Callanish I (Sunrise, 7:37)
Um 6:00 Uhr geht es zum Sonnenaufgang nach Callanish. Eine zweite Gruppe (Workshop aus USA) ist auch da und einige weitere Leute. Wir sind ca. 30 Fotografen und sprechen uns kollegial im Dunkeln ab, wer wo sein Stativ aufbaut, damit keiner im Bild eines anderen ist. Auf einmal kommen zwei MƤnner, gehen mitten in die Steinkreise, eine groĆe Kiste dabei ā¦was ist das denn?
Ein Schamane mit Diener, die eine Zeremonie machen wollen. Ausgerechnet heute ist Sonnenwende! Wir haben keine Chance – sie weichen nicht. Bei guterĀ Stimmung (die EnglƤnder mit ihrer Hƶflichkeit und Gelassenheit sind in solchen Situationen sehr hilfreich ;-) beschlieĆen wir, den Schamanen spƤter per Photoshop zu entfernen. So kommtĀ jeder von uns zu 2-3 Stunden Ćbung mit demĀ ReparaturpinselĀ ;-)
(Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, woher die beiden wissen, was damals vor 4000 Jahren für eine Zeremonie gemacht wurde.)
16.9.2016 – Callanish I (Sunrise, 7:08)
The Temple Cafe, Northton
The Temple Cafe, Northton
Gegen 8:00 Uhr geht es zurück zum Frühstück. Schnell packen und es geht auf die 1,5 Stunden Fahrt nach Harris, ins Harris Hotel im Hauptort Tarbert. Harris ist eine komplett andere Landschaft, viel rauher und viele Sandstrände. Wir fahren nachmittags der Reihe nach verschiedene Locations an der Westküste an:
Ein schnelles Abendessen im Hotel, danach wieder nach Süden, Sonnenuntergang am Strand von Horgabost.
Auf dem Rückweg, gegen Mitternacht, haben wir einen Glückstreffer: Vollmond, klarer Himmel und Springtide – in der Bucht von Seilebost sind die Salzmarsche überflutet und schimmern silbern im Mondlicht. Uns gelingen tolle Bilder :-)
17.9.Ā Die Golden Route von Harris
17.9.2016 – Waiting for the Bus ;-)
EinĀ spƤtesĀ Frühstück, dann geht es auf die Golden Route of Harris: Tarbert – Luskentyre – Horgabost – Northton – Rodel – zurück über die winzige und kurvige StraĆe an der Ostküste.
Wir gƶnnen uns ein langes, interessantes Tide Pooling bei Horgabost (Tom’s Anweisung lautet: Jeder sucht sich Details, heute Abend zeigt ihr mir eure interessantesten Grafiken!), an der Ostküste locken immer wieder kleine Zwischenstops:
Der letzte Abend klingt mit einer Fortbildung über Whiskey aus – ich mag am liebsten ālight/smokeyā,die Whiskeyprobe ergab als eindeutigen Favoriten den Ardbeg 12Ā ;-).
18./19.9. Rückflug über Glasgow
DerĀ Abschied von Lewis&Harris ist zünftigĀ – es regnet in Strƶmen. Wir bleiben bis 12:00 Uhr im Hotel, fahren dann die ca. 1,5 Stunden nach Stornaway.
Im einzigen Pub, der sonntags geƶffnet hat, essen wir zu Mittag. Dann klart es auf und wir unternehmen einen langer Spaziergang durch den Park von Lew Castle. Das schƶne Anwesen wurde vor 170 Jahren von einem Lord erbaut, der gerade die ganze Insel gekauft hatte und hier wohnen wollte. Dann war es ihm aber zu kalt und nass, er verkaufte die Insel an den nƤchsten Lord, dem es auch zu kalt und nass war und der schenkte dann GebƤude und Garten der Allgemeinheit. Heute ist hier ein Park und ein Museum.
Die Rückreise war problem- und ereignislos: abends der kurze Flug nach Glasgow, am nächsten Morgen dann weiter nach Düsseldorf.
Dieser Workshop unterscheidetĀ sich sehr von den bisherigen (die alle mitĀ PhotoTours4UĀ stattfanden):
Statt ausführlich eine Location (pro Tag) kennenzulernen und dort intensiv inĀ allen Feinheiten betreut zu werden …
… sind wir jetzt vergleichsweise kurz an einem Ort und werden dort ins kalte Wasser geworfen.
“So, guys, this is Luskentyre Beach, we have the grass, the beach, the tidal creeks … go, find your motif … we meet in 90 minutes again her at the van.”
Zu Beginn fƤllt gerade mir das sehr schwer, weil ich manchmal Stunden brauche, um mich mit einer Location anfreunden. Zum Glück lieĆ Tom sich darauf ein, die Zeit pro Location zu verlƤngern, zunehmend gelingt es mir besser … ich bin auch lernfƤhig ;-) … aber zu manchen Locations finde ich keinen Zugang.
EingeprƤgt hat sich, dass Beharrlichkeit ein wichtiges Element ist, siehe die folgenden Bilder in der Uig Bay:
Schƶne Bucht, Wolken, Wasser, Licht … begeisternd. Stativ in den Sand, Weitwinkel, 0.8 sec … nicht so der Burner.
Ein Stück weiter, die Abendsonne scheint auf eine Felswand … ein bisschen mit den Zeiten probiert … 30 sec sieht gut aus … āokayishā, wie Tom spƤter sagte.
Die Gegenrichtung, eine Brücke … interessant, Kamera gaaanz niedrig gesetzt, Gegenlicht … das sieht sehr schƶn aus.
Ah, wenn die Sonne noch etwas niedriger ist, wie sieht denn Langzeitbelichtung aus … 30 sec ist optimal … zehn Versuche spƤter ist die Lichtstimmung ideal: mein Topbild :-)
langweilig: Strand, Wasser, Wolken
nett: Sonnen-beschienene Felsen
gut: Die Brücke im Gegenlicht
super: Langzeit, Sonnenlicht āumrahmtā
Dafür wird ƤuĆerst viel Wert aufĀ Bildbesprechungen gelegt. Immer wieder die gleichen bohrenden Fragen:
Was mƶchtest du zeigen, aussagen, ausdrücken? Gibt es eine, mehrere oder gar keine āMessageā?
Wird der Blick auf die Aussage/Stimmung/Message gelenkt? Was lenkt ab? Welcher Bildausschnitt wäre besser?
SchƤrfe, Farben, Kontrast, Langzeitbelichtung: Was kƶnnte besser sein? Achtet auch auf Details!
Wirkt das Bild besser mit einer anderen Farbstimmung? Oder in SchwarzweiĆ?
Konkret gibt Tom uns folgende Tipps mit:
Entscheide dich für āthe leitmotifā. Lenke den Betrachterblick dahin, z.B. S-Kurve, Diagonale, goldener Schnitt.
Investiere Zeit in den besten Bildausschnitt: Ablenkungen, Bild-Balance und -Aufteilung, nur eine Message.
ETTR. Variere die Belichtungszeiten von Einfrieren bis Langzeit.
Investiere in Nachbearbeitung: Sorgfalt, Ausschnitt, Lichter/Schatten, WeiĆabgleich, SchƤrfen.
Mache einen Versuch, das Bild in schwarzweiĆ zu entwickeln.
Hier einige Beispiele:
1/20 sec
160 sec
Bild 1: āWe can see that you seriously tried to make the foreground boulder workingā. But āit’s distracting and forcing to include the ugly dark clouds”.
Bild 2: Der waagerechte Beschnitt lƤsstĀ den BlickĀ durch’s Bild wandern, auf die markanten Felsen im Hintergrund.
Farbe vs. SchwarzweiĆ:
Bildeindruck, Kontrast und Details unterscheiden sich deutlich.
1/20 sec vs. 160 sec:
Das Wasser wird glatt,
Wolken verschwinden.
Wer mag, kann einen Blick in das Fotobuch werfen (Achtung: 13,6 MB). Es ist frappierend, wie unterschiedlich die gleichen Motive von den Teilnehmern interpretiert werden.