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Afrika 2019: Kajaktour im Okavangodelta

Donnerstag 29./30.8.: Hinreise via Johannesburg nach Maun

Wir haben den Nachtflug mit Lufthansa ab Frankfurt gebucht – und im November ein SchnƤppchen-Angebot zum Upgrade in die Business Class ergattert. Um es vorwegzunehmen: Nobel geht die Welt zugrunde, echt too much … aber das Lay Flat Bed ist absolut klasse.

Wir nehmen den ICE, eigentlich in 95 min direkt zum Flughafen, aber wegen eines Defekts müssen wir mit unserem ganzen GepƤck in Kƶln umsteigen. Zu zweit nehmen wir ja genauso viel ā€žallgemeinen Kramā€œ mit wie zu viert, kƶnnen es aber nicht auf 4 Personen verteilen – also haben wir 3 große Taschen zum Aufgeben und als HandgepƤck den schweren Fotorucksack und jeder einen kleinen Tagesrucksack.

30.9.2019 - Umsteigen in Johannesburg
30.9.2019 – Umsteigen in Johannesburg

Wir landen pünktlich um 8:20 Uhr, dank des schƶnen Betts hatten wir 5-6 Stunden Schlaf. Wir teilen uns auf – einer chillt in der SAA-Lounge, eine geht bummeln, zur Sicherheit mit ein paar Rand.Ā Der Flug nach Maun geht pünktlich, wir fliegen im kleinen Avro RJ85. Nach weniger als zwei Stunden landen wir, unterwegs viel trockene Landschaft. Der Flughafen ist so klein, dass wir auf der Suche nach dem GepƤckband glatt die Ankunftshalle übersehen: ā€žDo you have luggage?ā€œĀ … ā€žYes, we haveā€œĀ (und wollen am ihm vorbei) … ā€žWhere is your luggageā€œĀ … ā€žPossibly on the luggage beltā€œĀ (und ich gehe weiter) … ā€žStop, your luggage … it will come here!!!ā€œĀ šŸ˜‚.

Gegen 15:00 Uhr, fast genau 24 Stunden nach der Abfahrt zuhause, kommen wir im Old Bridge Backpackers an. Das Old Bridge gefällt uns richtig gut. Einfach, aber nett, kein Schicki-Micki, leger, freundliche und nette Leute. Und direkt Afrika-Feeling: Hippos, Crocs, jede Menge Vögel.

Wir haben eines der fünf “Tents”, eine Holzkonstruktion mit ZeltwƤnden und Zelt- oder Wellblechdach und Veranda zum Thamalakane River. Das Essen hier ist frisch zubereitet, große Auswahl und wirklich lecker. Das wissen auch die Einheimischen, darum ist hier immer was los.

Wir telefonieren noch mit John von Kayaktive … morgen früh holt er uns um 8 Uhr ab und unser Abenteuer beginnt.

Nachts ist es sehr laut: Musik, Autoverkehr, Hundegebell.Ā Aber am lautesten schnorcheln … Ā die Hippos.

Fazit:

  • Nachtflug ist echt gut, Umsteigen in Johannesburg warĀ auch dieses Mal wieder stressfrei.
  • Old Bridge (wie es die Einheimischen nennen) ist eine legere, cooleĀ Location mit Ƥußerst leckerem Essen.

 

Old Bridge: Man ist sofort ā€žin Afrikaā€œ … jedenfalls für uns MitteleuropƤer ā˜ŗļø:

 
31.8.-4.9. Kajaktour

Karin meinte Anfang 2018, als die Planung begann, dass ihr 3 Wochen nur im Auto zu langweilig und zu wenig Action wäre. Wir sind ja Outdoor-Fans und bei unserem Namibia-Urlaub 2015 hat es uns gestört, dass man kaum Wanderungen unternehmen kann.

Also googelten wir ā€žActivities Okavango Deltaā€œĀ … einerĀ der ersten Treffer war das Abu Camp, mit Bootsausflügen und Elefantenreiten … dann sahen wir den Preis von 2.980 USD pro Person und Tag (😱) … und fragten uns, ob man zur Abreise den Elefanten mit eingepackt bekommt?Ā Okay, also kein Elefantenreiten.

Die Lodges oder Camps bieten aber nur Mokoro-Touren an (Einbaum), aber da sitzt man drin, wird durch’s Wasser kutschiert … nee, das ist auch nicht wirklich ā€žActivityā€œ.

Dann fanden wir Kayaktive, die bieten Kajaktouren von 1-5 Tagen an. Gruppen von 2-5 Teilnehmern, selber paddeln, ein Guide, der mit paddelt, GepƤckboot mit Koch, Equipment und Vollpension, Übernachten auf Inseln im Delta … das ganze für 1.500€ für beide für 5 Tage.Ā Und wenn schon, denn schon … 5 Tage ist genau das richtige für uns. Abenteuer muss halt sein ā˜ŗļø.

Fazit:

  • DerĀ Tagesablauf mit Game Walk morgens, ca. 4 Stunden Kajak, Game Walk abends ist klasse. Action & Safari.Ā 
  • Man ist im Delta, mit den Tieren, in der Natur. Elefanten, Giraffen,Ā Antilopen … aus der Froschperspektive.
  • Die Game WalksĀ sindĀ ein Traum – die Tiere sind zwar weiter weg als bei Auto oder Kajak, aber unmittelbarer.
  • In den 4,5 Tagen gab es 30 min nach dem Start außer zu den Guides keinen Kontakt zu Menschen. Nur Tiere.

PS: Man fragte uns immer wieder dieselben zwei Fragen, unterwegs, aber auch hier zuhause:

  • Oh, ist das nicht viel gefƤhrlicher als im Mokoro?Ā –> Verstehe ich nicht, wieso, wo ist der Unterschied? Mokoro oder Kajak, man ist im Wasser, der Abstand zu Elefanten, Hippos, Büffeln ist derselbe.
  • Hattet ihr keine Angst umzukippen?Ā –> FƤhrst du Fahrrad? Und – hast du Angst umzukippen?
     
 

Afrika 2019: Reiseroute

Die Route – einmal rund um das Okavangodelta
29.8.-23.9.2019 - Okavangodelta, Moremi, Chobe, Caprivi, Panhandle
29.8.-23.9.2019 – Okavangodelta, Moremi, Chobe, Caprivi, Panhandle( Ā© Google, 2019Ā )

Wir hatten lange überlegt, ob wir eine größere Tour bis zu den Pans oder gar ins Central Kalahari Game Reserve machen, uns dann aber für wenig fahren und geruhsame Doppelübernachtungen entschieden. Um die Kajaktour vernünftig einzubinden, übernachten wir insgesamt dreimal in Maun, im Old Bridge Backpackers: Nach dem Hinflug, zwischen Kajaktour und Wagenübernahme am nächsten Morgen und vor dem Rückflug.

Unsere Etappen:

  • 29. – 30.8.:Ā Ā Ā Ā Nachtflug nach Johannesburg mit Anschlussflug nach Maun
  • 31.8. – 4.9.:Ā Ā Ā 5 Tage Kajaktour im Okavangodelta
  • 5.9.:Ā Ā Ā Ā Ā Ā Ā Ā Ā Ā Ā Ā Ā Ā Ā Ā Ā Ā Ā Wagenübernahme
  • 6. – 8.9.:Ā Ā Ā Ā Ā Ā Ā Ā Ā Ā 3 Tage Moremi Game Reserve – South Camp, Xakanaxa und Khwai
  • 9. – 12.9.:Ā Ā Ā Ā Ā Ā Ā 4 Tage Chobe National Park – Savuti, 2x Linyanti und Ihaha
  • 13. – 18.9.:Ā Ā Ā Ā 6 Tage Caprivi, jeweils 2 Übernachtungen in
    – Katima Mulilo, Caprivi Houseboat Safari Lodge
    – Nkasa Rupara National Park, Livingstone’s Camp
    – am Kavango, RiverDance Lodge (Campsite)
  • 19. – 21.9.:Ā Ā Ā Ā 3 Tage Panhandle – Drotsky’s Camp, Tsodilo Hills und 2 Übernachtungen in der Xaro Lodge
  • 22. – 24.9.:Ā Ā Ā Ā Rückfahrt nach Maun und Rückflug am nƤchsten Tag/Nacht via Johannesburg nach Frankfurt
 
Camps und Lodges
Bewertung
30.9.2019 - Das "Old Bridge" in Maun
30.9.2019 – Das “Old Bridge” in Maun

Old Bridge Backpackers: gemütlich, einfach, leger, nette Leute, sehr leckeres Essen. Wir hatten Tent 3 (Twin Bed), Tent 2 (double) und Tent 5 (double). Die Lage von Tent 5 ist am schönsten, liegt aber direkt am Backpackers Zeltplatz.

Exzellentes Preis/LeistungsverhƤltnis (nur 58 € pN), das Essen ist super. Allerdings ist es recht laut wegen der Party-/StadtgerƤusche.

=> Eine gute Ausgangsbasis für das Okavangodelta und Rundreisen in Botswana / Namibia

****
5.9.2019 - Mochaba Crossing Lodge
5.9.2019 – Mochaba Crossing Lodge

Mochaba Crossing liegt ca. 30 km ƶstlich von Maun, Richtung Moremi Game Reserve.

Der Campingplatz ist sehr gut ausgestattet, aber umzäunt, kein Blick auf Natur. Restaurant, Lapa und Pool der Lodge dürfen genutzt werden.

=> Okay, funktionell, gut zum Sortieren nach der Fahrzeugübernahme.

**
6.9.2019 - Moremi South Gate, Site 6
6.9.2019 – Moremi South Gate, Site 6

Das South Gate Camp liegt direkt am südlichen Eingang des Moremi Game Reserve. Wird allgemein nur als 4. Wahl der Moremi-Campgrounds gesehen, aber als Einstieg in ā€žCamping in the Wildā€œ und von der Entfernung zu Maun ideal.

Für die Game Drives im südlichen und westlichen Teil von Moremi spart man sich durch Übernachten in South Gate die 1,5 Stunden Anfahrt von Maun.

Die Campsites sind groß, Waschhaus neu und gepflegt. Ein Sonderstern für die Eli’s auf dem Campground.

=> Funktionell, sauber, guter Auftakt für Moremi und Basis für Black Pools

***
8.9.2019 - Moremi Xakanaxa, Site 5
8.9.2019 – Moremi Xakanaxa, Site 5

Xakanaxa hat 8 Campsites, nebeneinander sehr schƶn an der Flood Plain gelegen. Die Site sind schƶn geschnitten, schattig, das Waschhaus wurde 2019 neu erbaut.

Xakanaxa und der 3rd Bridge Campground sind die beiden idealen Übernachtungsmöglichkeiten im Moremi.

Gut gelegen für Paradise Pools und Dead Tree Island – und natürlich als Start/Ziel auf dem Weg zu Khwai oder nach Süden.

=> Tolle Lage, neue WaschhƤuser, schƶne Sites, schƶne Game Drives

****
8.9.2019 - Khwai Camping Site, #1
8.9.2019 – Khwai Camping Site, #1

Der Khwai North Gate Campground liegt am Nordausgang des Moremi Game Reserves. Die Campsites sind nichts besonderes (einzige #3 hat eine schöne Lage zum Khwai River), die Infrastruktur schon recht alt und zum Teil defekt. Dafür nur 2 Sterne.

Aber 5 Sterne für die Game Drives entlang des Khwai River, nach Osten und Westen.

=> Campground ist okay, super Ausgangsbasis für Khwai River und die Flood Plains

Ā **

oder

*****

9.9.2019 - Savuti Camp, #1
9.9.2019 – Savuti Camp, #1

Savuti ist legendär, wegen der großen Herden, der Savuti-Löwen.

Aber uns hat das Camp – vor allem wegen der Trockenheit – nicht besonders gefallen. Alles ist heiß, staubig, keine schƶne Aussicht. Wenn der Savuti-Channel Wasser führt, ist es aber wahrscheinlich traumhaft.

Die Landschaft von Savuti ist großartig, Besonderheiten sind die Savuti-Berge und die Baobabs. Tiere waren bei unserem Besuch Mangelware.

=> Campground ist okay, Ausgangsbasis für Game Drives im Savuti oder Zwischenstopp von/nach Moremi 

***
11.9.2019 - Linyanti Camp, #3
11.9.2019 – Linyanti Camp, #3

Der Linyanti-Campground hat nur 5 Sites, 12-15 Monate vorher sollte man reservieren. Die Sites liegen in einer Reihe mit Blick auf die Linyanti Flood Plain, BƤume spenden Schatten, das Waschhaus ist neu und sauber – allerdings mit Flusswasser gespeist.

Tiere gibt es im Überfluss, die insgesamt nur 8 km lange Riverfront lädt zu geruhsamen Game Drives ein.

=> Super Lage und Ruhe, viele Tiere, toller Ausblick

*****
12.9.2019 - Ihaha, #4
12.9.2019 – Ihaha, #4

Ihaha ist der Traum-Campingplatz an der Chobe Riverfront. Die 10 Sites liegen mit großem Abstand nebeneinander, jede mit Blick auf die Chobe Flood Plain. Tiersichtungen garantiert, nächtlicher Tierbesuch wahrscheinlich.

Campsite 4 ist nicht so schön (kein Schatten, schräg), dafür nur 3 Sterne.
Aber 5 Sterne für die Riverfront, die Lage, die Game Drives.

Das Waschhaus liegt nur bei Site 4 und 5 in Fußentfernung, alle anderen müssen fahren.

=> Tolle Lage an der Chobe Riverfront, schöne Game Drives

***

oder

*****

14.9.2019 - Sambesi, Sunset Boat Tour - Caprivi Houseboat Safari Lodge
14.9.2019 – Caprivi Houseboat Safari Lodge

Die Caprivi Houseboat Safari Lodge liegt direkt am Sambesi, ca. 5 km östlich von Katima Mulilo. Tent 4 und 5 haben Terrasse und Blick auf den Fluss.

Die Lodge gefƤllt uns gut, freundliche Angestellte, originell mit schƶnen Mƶbeln, gepflegt, sauber, nicht überkandidelt oder ā€žGondwana-Kommerz-Ketteā€œ. Essen leider mehr so mittel,Ā 2 Sterne.

Gut als Zwischenetappe und als Ausgangsbasis für Rivertouren, die Carmine Bee-eater Kolonien.

=> Erholung am Sambesi, Ausflüge zu den Bee-eaters, Zwischenstopp

***
15.9.2019 - Livingstone's Camp, #1
15.9.2019 – Livingstone’s Camp, #1

Livingstoneā€˜s Camp liegt direkt vor dem Eingangstor des Nkasa Rupara National Park. Tolle Lage an einer Flood Plain, viel Platz zum Nachbarn.

Mit einem eigenen Waschhaus pro Site hat man eine schƶne Mischung aus Natur und Komfort.

=> Ideal als Basis für den Nkasa Rupara National Park

****
18.9.2019 - RiverDance Lodge
18.9.2019 – Riverdance Lodge

Gastfreundlichkeit pur in der Riverdance Lodge.
Die vier Campsites sind super gepflegt, jede mit Rasen, Grillplatz, eigenem Küchen- und Waschhaus.
In der Lodge sind auch Camp-Gäste willkommen. Abendessen und Frühstück sind ausgesprochen lecker, viele der Zutaten werden im eigenen Garten angebaut.
Empfehlenswert die Aktivitäten: River Touren, Village Visit, Besuch der Biro School, Angeln.  Wunderschön die Sunrise River Tour auf dem Kavango.

=> Gastfreundschaft, die für zwei Tage zum Entspannen einlädt.

*****
19.9.2019 - Drotsky's Camp, #11
19.9.2019 – Drotsky’s Camp, #11

Die Sites in Drotsky’s Camp haben Feuerstelle, Wasser, Strom, Licht, Mülleimer. Es gefƤllt uns ausnehmend gut, viel Schatten und vorwitzige Vƶgel. Ein Waschhaus mit 2x WC und 2x Dusche/WC ist jeweils für 4 Sites.

Zum Campground gehƶrt eine Lapa mit Bar und Information, direkt an der Bootsanlegestelle.

In der Lodge, ein Spaziergang von ca. 15 min, sind Camper willkommen und kƶnnen Pool und Lapa benutzen.

=> Alles was man braucht – nur die Aussicht fehlt. Tolle River Tours.

****
20.9.2019 - Xaro Lodge
20.9.2019 – Xaro Lodge

Die Xaro Lodge wird von der Familie Drotsky betrieben und ist nur per Boottransfer von Drotsky’s Camp erreichbar. Gleichzeitig die ersten Birding Tour!

Schƶn angelegt in einer Flussbiegung liegen 11 Tents direkt am Wasser. Genau wie Riverdance sehr gepflegt und geschmackvoll, nichts überkandideltes oder ā€žkolonialesā€œ, also kein Prunk&Protz. Alles passt: Stil, AtmosphƤre, Lage, fantastisches Essen.

Activities: Game Walk, Bootstouren, Ausflug zu den Tsodilo Hills.

=> Eine Oase, die für zwei Tage zum Verwöhnen einlädt. Ein Muss für Birding Fans.

*****

 

Ein bisschen Statistik
24 Übernachtungen, davon 4x Bodenzelt, 13x Dachzelt, 7x Lodge
25 km Game Walks
60 km Paddeln
81 kg GepƤck
130 Vogelarten identifiziert, davon 84 mit Foto
312 Liter Diesel getankt
313 Vogelbilder
318 andere Tiere
1.223 Bilder insgesamt (als Keeper aus 3.469 übrig geblieben)
2.003 km Fahrtstrecke insgesamt. Verbrauch 15,6 l / 100 km
11.850 Flugmeilen

 

Afrika 2019: Impressionen

Afrika 2019: Zu zweit …

29.8. – 24.9.2019: Okavangodelta – Moremi – Chobe – Caprivi – Panhandle
4.9.2019 - Kayak Tag 5 - 5,5 std Rückfahrt
4.9.2019 – Kayak Tag 5 – 5,5 std Rückfahrt

Die Tage im Dachzelt 2015 waren so traumhaft, dass Michael dies unbedingt wiederholen wollte. Der Trick war dann, sich das zum 60. zu wünschen, als Reise zu zweit. Für uns nach über 20 Jahren der erste große Urlaub ohne Kinder, außerhalb der Schulferien ;-).

Natürlich muss auch diesmal wieder eine Activity dazu kommen – nach Rim2Rim,Ā RaftingĀ und Seekajak finden wir diesmal die Kajaktour mit Hippos und Elefanten im Okavangodelta.

Bereits Anfang 2018 puzzeln wir alle Bausteine zusammen und buchen Kajak, Auto und Camps:

  • 5 Tage Kajaktour im Delta, übernachten auf einsamen Inseln. Gebucht bei Kayaktive.
  • 18 Tage mit dem Landcruiser und Dachzelt durch Moremi, Chobe und Caprivi
  • Zum Abschluss noch 2 Tage in einer schƶnen Lodge am Okavango
  • Wie 2015 haben wir Auto, Campgrounds und Lodges über DriveBotswanaĀ gebucht.

Fazit:

  • Die Kajaktour ist ein Traum – einsam, Natur, Tiere, abenteuerlich, entspannend, anspruchsvoll. Ein Traum, an den wir noch lange denken werden.
  • Maun ist unser quirliges Base Camp für das Delta und Moremi und gefƤllt uns in dieser Mischung von Afrika,Ā Touristen und Locals ausnehmend gut.
  • Moremi und Chobe sind Tierparadiese, ideal für Selbstfahrer,Ā landschaftlich abwechslungsreich.
  • Die Flüsse im Caprivi – Sambesi, Kwando/Linyanti, Kavango – sind für uns “Afrika pur”: Wasser, Natur, Tiere, lokales Leben.
 
 

Cornwall – Work and Travel 2017

Ein Monat Work & Travel im Oktober 2017

Die Idee kam Karin, kurz nachdem wir das Austauschhalbjahr für Karla gebucht hatten und uns bewusst wurde, dass Luis ab Herbst 2017 Student sein wird: ā€žWir ziehen auch für eine Weile ins Ausland – nicht Urlaub, sondern normal leben und arbeiten!ā€œ

Okay – ā€žeine Weileā€œ ist bei uns nicht fünf Monate, solange kƶnnen wir dann doch nicht nur per Internet und Telefon arbeiten – aber ein Monat geht für uns beide ganz gut. Karin kann in dieser Zeit nur ÜbersetzungsauftrƤge annehmen, kein Dolmetschen. Michael muss die 4 Wochen mƶglichst von Meetings frei schießen (was sich wegen größtmƶglicher Zusammenballung in den zwei Wochen danach ziemlich rƤcht ;-) und einiges ansammeln, was am Rechner oder per Telefon geschafft werden kann.

Die Entscheidung für Porthleven fiel spontan: wir lieben das Meer, der Ort gefƤllt uns, die entspannte Kultur spricht uns an, die Landschaft ist schƶn … so suchen wir uns wƤhrend der Herbstferien 2016 ein wunderschƶnes Ferienhaus direkt am Meer und buchen es für vier Wochen. WLAN per LTE ist die Lƶsung für die Internetanbindung (super – 60 MBit/s download, fast 10 MBit/s upload, die ca. 40 € pro 30 GB sind ertrƤglich), den Drucker nehmen wir von zuhause mit. So gerüstet verbringen wir vier produktive Wochen.

Fazit:

  • Wir hatten gut zu tun … unser Einkommen haben wir verdient … und wenn man den Rechner zuklappt … ist Urlaub šŸ™‚.
  • Das Ferienhaus mit Ausblicken auf’s Meer und den Glockenturm … einfach traumhaft.
  • Die vielen Alltagskleinigkeiten sind zuhause geblieben … den (nicht nur) zeitlichen Freiraum geniessen wir.
  • Und … insgesamt war es wie zweite Flitterwochen für uns ā¤ļø.
  • Deshalb: Wir werden dies wiederholen šŸ‘.

Prachtvolle SonnenuntergƤnge im Herbst:

 
 
 

Nordwesten 2017 – Rückreise

In 3 Tagen vom Mount Rainier nach Aachen – mit Tochterverlust ;-)

Diesmal war deutlich mehr zu organisieren als sonst: Wohnmobil-Rückgabe am Samstag, Meilenflüge aber nur Freitag oder Sonntag, und der genaue Beginn des Auslandshalbjahres von Karla klärte sich erst im späten Frühjahr. Die Zusatzübernachtung von Samstag auf Sonntag war uns deshalb ganz recht, so hatten wir ein bisschen Flexibilität für Karlas Weiterreise nach Vancouver.

ZunƤchst hatten wir geplant, Karla mit dem Auto nach Vancouver zu bringen. Das verwarfen wir aber, weil Karla nicht als einzige von den Eltern gebracht werden wollte … und sowohl Automiete (>500€) als auch Fahrzeit (2x 4-5 Stunden) waren abschreckend. Der Flug kostet inklusive ÜbergepƤck nur 200$.

So haben wir am Samstag 2x Abgabe (Karla und Wohnmobil) und den Rest des Tages verbringen wir mit Sightseeing.

Fazit:

  • Die Fahrt mit dem Link (Schnellbahn) vom Flughafen nach Downtown ist bequem, schnell (35 min) und günstig (3$).
  • Die Gegend vom Pioneer Square bisĀ Chinatown ist schƶn und gut zu Fuß zu erkunden.
  • Das Marriott SeaTac liegt ideal, wenn man eine ÜbernachtungĀ direkt vor/nach dem Flug mƶchte.
  • Und – Premium Economy ist sehr entspannend :-)
 

Rückreise:

 
Freitag, 25.8.: Ausklang am Mount Rainier, Fahrt zum SeaTac KOA

Der Plan heute morgen ist, am Longmire Shop zu schauen, ob Luis die Kette für eine Freundin kaufen kann, die er gestern im Paradise Shop gesehen hat. Wenn nicht, fƤhrt Michael mit ihm noch einmal die 14 mls zurück nach Paradise. Die Kette ist da … und so haben wir jetzt auf einmal ganz viel Freiraum. Gar nicht gut für die Stimmung und eine laaange Diskussion entspannt sich:

  • Wanderung mit Blick auf den Mount Rainier oder zum Wasserfall?
  • Ein oder zwei Stunden Wanderung?
  • Aber um 15:00 Uhr müssen wir im KOA sein!
  • Noch zur HƤngebrücke gehen?
  • Junior Ranger fertigstellen!?
  • Oder lieber im Wohnmobil chillen?

Am Ende einigen wir uns: Karla macht ihre Junior Ranger Aufgaben fertig, Karin hilft. Die Männer spazieren derweil zur historischen Nisqually Suspension Bridge (1923 gebaut, 1952 verstärkt) mit Blick auf den Mount Rainier. Anschließend wandern wir zu den Carter Falls und Madcap Falls, ca. 1 mls oneway. Dabei queren wir den Nisqually River (der sehr breite Abfluss des Nisqually Gletschers, mit viiiiel Wasser im Frühjahr) mit tollem Blick auf den Mount Rainier.

Um 13:15 Uhr machen wir uns auf die Rückfahrt, über #7, #161 und #167 nach Kent zum SeaTac KOA, wo wir gegen 16:00 Uhr ankommen – etwas verspƤtet, aber Karla ist gnƤdig . Unterwegs fotografieren wir eines der vielenĀ Volcano Evacuation Route-Schilder, die Mount Rainier Historical Railroad und immer wieder den Mount Rainier.

Abends packt Karla ihre zwei Koffer (um), Karin wƤscht alle dreckigen Sachen von Karla, wir anderen gehen in den Pool, schreiben Postkarten.

 

 
Sa. 26.8. Karla->Kanada, Wohnmobil-Rückgabe, Chinatown

26.8.2017 - Seattle Chinatown

Wir stehen um 7:00 Uhr alle auf (sogar Luis ;-) und sind um 8:20 Uhr wie geplant startklar; Dumpen und Abfahrt zum Flughafen. Karin und Luis steigen mit Karla aus und regeln den GepƤck-Check-in (75$ für 6 kg Übergewicht beim Koffer, 25$ für das Snowboard), Michael und Robert bringen das Wohnmobil zurück. Für dieĀ  Probleme mit Batterie, Generator und Markise bekommen wir die Generatorstunden und das Propan erlassen (oops – vƶllig vergessen, das auch nachzutanken), so dass wir nur die 174 Mehrmeilen zahlen müssen (92,16$).

Gegen 10:30 Uhr sind wir alle am Flughafen wieder vereint und verabschieden Karla in ihren Kanada-Austausch. Michael ist (wie immer) aufgeregt, dass auch alles mit Ausreise und Immigration klappt, Karla hat AbschiedstrƤnen. Sie kommt aber 2 Stunden spƤter gut bei ihrer Gastmutter an und findet alle sehr nett.

Wir vier checken im SeaTac Marriott ein, essen dort zu Mittag. Wir haben ein Vierbettzimmer, recht groß und das Hotel gefällt uns auf Anhieb: eine große Pool-Landschaft mit Whirlpools, eine großzügige Lobby und ein wirklich gutes Restaurant. Dazu liegt es fußläufig zur Link-Station und (wenn man nicht viel Gepäck hat) auch zum Flughafen.

Die Jungs chillen etwas und gehen dann in die Southside Mall ins Kino. Es gibt sogar einen kostenlosen Shuttle zwischen Hotel und Mall.

Wir Eltern fahren mit dem Link (Schnellbahn) nach Chinatown und verbringen bei sonnigem Wetter eine entspannten Nachmittag:

  • Wing Luke Museum of the Asian Pacific American Experience mit sehr interessanter Führung in einen Laden von 1910 und ein Originalhotel für die Immigranten auch von 1910.
    Die Ausstellung ist gleichzeitig interessant (moderne Kunst, Informationen zu prominente Immigranten aus Asien) und erschütternd (Fakten und Geschichte zum seit mehr als 200 Jahren kultivierten und immer noch gelebten Rassismus der weißen Amerikaner). Wir wissen jetzt, auf welchen und wie breiten Wurzeln Trump entstanden und fest verankert ist. Man schüttelt sich …
    Aber gleichzeitig wird klar, welche Vorreiterrolle der Westen der USA hinsichtlich Menschenrechten und Abschaffung der Apartheid in USA auch heute noch spielt.
  • Anschließend spazieren wir zum Pioneer Square, machen eine leckere Kaffee-und-Kuchen-Pause am Occidental Square. Wie auf vielen anderen PlƤtzen in Seattle gibt es kostenlose Einrichtungen (Sport, Sitzgelegenheiten, Kunst, Lesen) für alle Einwohner. Auch für Obdachlose, die in Seattle zum nicht nur geduldeten, sondern sogar gewollten Stadtbild gehƶren. Sie werden versorgt, nicht kriminalisiert und verhalten sich (v)ertrƤglich.
  • Wieder in Chinatown erleben wir das Nachbarschaftsfest im Hing Hay Park, mit Musik, Cosplay-Darstellern, einer Filmvorführung und interessanter Kunst.

Luis und Robert kommen abends nach und wir lassen den Urlaub beim Japaner ausklingen.

 

Seattle Chinatown & Pioneer Square District:

 
So./Mo. 27./28.8. Rückflug

Nach dem Aufwachen gehen wir noch in den Pool und anschließend genießen wir das reichhaltige, frische und leckere Frühstücksbüffet im Marriott (mit 22$ pP ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis).

Um 11:15 Uhr nehmen wir ohne Hektik den Shuttle zum Airport, schnelles Check-in der Koffer, auch wenig Wartezeit an der Sicherheitskontrolle (viel weniger Heckmeck als in Frankfurt). Wir vertreiben uns die Wartezeit mit Lesen, Massieren und Herumalbern.

Mit 30 Minuten Verspätung startet der Flug, aber wir haben nur 8:50 Stunden Flugzeit, so dass wir pünktlich um 8:45 Uhr landen. Der ICE bringt uns direkt nach Aachen, wo wir um kurz nach Mittag ankommen.

Eine recht entspannte Rückreise, auch wenn keiner geschlafen hat. Abends geht Luis noch auf eine Party, wir anderen sind um 22:00 Uhr k.o., nach 27 Stunden auf den Beinen.

 

Nordwesten 2017 – Solar Eclipse

Die totale Sonnenfinsternis in Madras

21.8.2018 - Eclipse in Madras. 10:21:12 - ISO 200, f/8, 1/30 sec, 560mm (x1,5)
21.8.2017 – 10:21:12 – ISO 200, f/8, 1/30 sec, 840mm

ÜberĀ einĀ JahrĀ vorher war dieser FlohĀ ā€žTotale Sonnenfinsternisā€œĀ in unser Ohr gekrochen und Michael hatte angefangen zu recherchieren und zu planen.

Die Idealgegend war recht schnell ausgewählt: Oregon, östlich der Cascades, sehr sonnensicher im Sommer. Weiter westlich ist die Gefahr zu groß, dass es Wolken gibt, die sich auf der Luv-Seite des Gebirges bilden.

Alle Orte auf dem Pfad bieten Camping und AktivitƤten an, buchbar 10-12 Monate vorher. Unser Wunschziel ist John Day Fossil Beds National Monument. Dort gibt es mehrere Veranstaltungen des National Park Service.

Aber als die Buchungsfenster aufgehen, ist dort bereits alles ausgebucht. So entscheiden wir uns für Madras, wo es viele Camp-Möglichkeiten gibt und reservieren dort SolarCelebration. Man muss zwar vier Nächte für 250$ buchen, aber das ist noch recht günstig verglichen mit anderen Angeboten.

Was wir nicht wussten: Es werden ca. 500.000 Menschen dort sein, die dieses 6000-Einwohner-StƤdtchen für 1 ½ Tage überrennen werden. Der kleine Flughafen – immerhin mit geteerter Landebahn – wird an die hundert Privatflugzeuge aufnehmen (vom 2-Sitzer bis zu einigen Privat-Boing-737), es wird kein Benzin mehr geben, wir werden ein paar Stunden im Stau stehen.

Aber wir werden nette Leute kennenlernen und uns immer an diesen Tag erinnern.

Fazit:

  • Manche Leute haben uns gefragt, ob es bedrohlich war.Ā 
    Nein, überhaupt nicht. Es war interessant, spannend, die 2 Minuten der Totalfinsternis waren … ja, fast so was wie ergreifend. Erlebt man nur einmal im Leben und die AtmosphƤre kommt mit Bildern nur teilweise rüber.
  • Die Sonnenfinsternis geht um 9:08 Uhr los – der Mond knabbert ein kleinen Teil von der Sonne ab. Bis 10:19 Uhr dauert dies, erst die letzen ca. 10 min wird es etwas dunkler, aber eher so wie dichte Wolken.
  • Dann geht schlagartig ā€ždas Licht ausā€œ, für 2:08 Minuten ist Totalüberdeckung. Es ist überwƤltigend, Staunen, irgendwie fast ehrfürchtig. Nicht richtig dunkel, weil der dunkle Himmel ja nur ein Streifen von ca. 10 km Breite ist, man also am Rand den hellen Himmel sieht.
  • Danach dann wieder eine gute Stunde, in der der Mond die Sonnenscheibe wieder verlƤsst.
 
Sonntag, 20.8.: Fahrt nach Madras, wir finden Herman’s Farm :-)
20.8.2017 - Anreise zur Eclipse. SolarTown, der nackte Wahnsinn
20.8.2017 – Anreise zur Eclipse. SolarTown, der nackte Wahnsinn

UmĀ 10:00Ā UhrĀ geht es schon los am Newberry Crater, kurz Tanken in Sunriver, für die 90 mls nach Madras brauchen wir nur 2 ½ Stunden – lediglich ein kurzer Stau im Zentrum von Madras.

Der vor fast einem Jahr für 250$ reservierte Platz bei ā€žSolarCelebrationā€œ gefƤllt uns gar nicht, er liegt fast 3 mls außerhalb von Madras, ist sehr staubig und es gibt keinerlei Activities.

Wir fühlen uns überhaupt nicht willkommen und beschließen, uns in die Schlange (ca. 200 Fahrzeuge zƤhle ich) bei ā€žSolarTownā€œ einzureihen und wollen versuchen, dort noch ein Ticket zu bekommen. Auf dem riesigen Areal gibt es Wiesen als StellplƤtze, StƤnde, Musik, Sportwiesen, es ist der BƤr los mit mehreren tausend Sites, man sagt uns spƤter, dass dort 75.000 Leute sind.

Karin und die Kids laufen die 2 km oder so zur Spitze der Schlange und fragen, ob noch was frei ist. Michael bleibt im Wagen und drückt die Daumen. Wir haben aber Pech: Alles ausgebucht und es hätte auch 1000$ gekostet.

21.8.2017 - Hermans Farm
21.8.2017 – Hermans Farm

WirĀ fahrenĀ erst mal zum Safeway, ein paar Süßigkeiten kaufen …

Anschließend sehen wir auf der Fahrt zu SolarCelebration (dem staubigen Feld, s.o.) eine schƶne Wiese mit dem Schild ā€žRV, Tentsā€œ, die Leute sind freundlich, es kostet 100$ und wir entscheiden spontan, die 250$ für das Staubfeld verfallen zu lassen.

Es ist sehr nett hier, eine ruhige AtmosphƤre mit Blick auf Mt. Hood (Nordwesten, 90 km Luftlinie), Mt. Jefferson (Westen, 50 km Luftlinie), auf den Flughafen mit Fallschirmspringern und in der Ferne auf SolarTown. Michael baut Stativ und Kamera auf, testet das 100-400-Objektiv mit dem 1.4x-Konverter und der gestern gebastelten Filterkonstruktion. Alles klappt wunderbar und es gefƤllt uns allen hier sehr gut.

Der Nachmittag und Abend vergeht mit Workout, Fußball, Lesen, und tollem Sonnenuntergang, ein paar Flugzeuge fliegen Formationen. Wir lernen viele nette Leute kennen: Victor mit dem Tesla (Probefahrt für die Kids) und weitere Nachbarn aus USA, Polen, Kanada und Deutschland.

 

MountĀ JeffersonĀ und Mount Hood, 50 bzw. 80 kmĀ Luftlinie entfernt:

 

Montag, 21.8.: Solar Eclipse
21.8.2017 - Eclipse in Madras. Tesla fahren ;-)
Tesla fahren ;-)

Wir stehen alle früh auf, sogar Luis springt aus dem Alkoven … denn neben uns steht ein Tesla, sein Lieblingsauto 😊.

Michael bereitet ab 8:30 Uhr Stativ, Kamera und die Belichtungscheckliste vor, fragt kurz nach 9 Uhr den Nachbarn, wann es wohl losgeht. ā€žJust nowā€œ war die Antwort … und die nƤchsten 2 ½ Stunden erleben wir unser Once-in-a-Lifetime-Spektakel: von 9:08 UhrĀ mit der ersten Mondberührung bis 11:40 Uhr, als der Mond den letzten Zipfel der Sonne wieder frei gibt.

Das Fotoprogramm ist:

  • Jede Minute ein Bild von der zunehmenden/abnehmenden Verdeckung der Sonne:
    Die Sonnenschutzfolie dunkelt um den Faktor 50.000 ab (das sind 15 ā…” Blenden), ich stelle f/8 (Offenblende des Fuji 100-400 Objektiv bei 400 mm Brennweite mit dem 1,4x Konverter) und ISO 200 (die Base-ISO der X-T2) ein und Zeitautomatik. Die Sonne ist allerdings auch fast verdeckt so hell, dass die Zeit nur von 1/500 sec auf 1/250 sec steigt. Der Autofokus der X-T2 ist gut genug (bzw. die Sonne so hell), dass ich ihn benutzen kann.
  • Eine Serie mit verschiedenen Belichtungszeiten (1/500 sec bis 0,5 sec) in den 2:08 min der totalen Finsternis, alle ebenfalls mit f/8 und ISO 200.
    Hier muss allerdings manuell scharf gestellt werden. Geplant ist, den Fokus der Sonnenbilder durch Umstellen auf ā€žMā€œ beizubehalten … aber …
21.8.2017 - Eclipse in Madras. 10:20 - Karla gelingt als einzige der "Diamond Ring" :-)
Karla gelingt als einzige der Diamond Ring :-)

Große Panik bei Beginn der TotalitƤt: Beim Abnehmen des Filters verstellt sich der Fokus und Michael verliert wertvolle Sekunden, bevor der Fokus wieder sitzt. Aber alle Belichtungen gelingen … das Erlebnis der totalen Überdeckung ist wahnsinnig schƶn und es sind viele gute Bilder entstanden. Photoshop wartet … es soll eine schƶne Fotomontage der Abdeckungsphasen werden.

Es ist unwirklich – zum einen wegen der Sonne und dem Mond davor, der roten/weißen Korona. Dann der Himmel, der dunkel ist, aber in allen vier Himmelsrichtungen sehen wir hellen Himmel mit Morgenrƶte: vor uns siehst man den helleren Himmel, wo die Sonne noch scheint, hinter uns, wo sie schon wieder scheint. Und rechts und links ist es hell, weil dort keine Totalüberdeckung ist.

Einmalig schƶne, zum Teil surreale Stimmung wƤhrend der Sonnenfinsternis 1:35 Stunden in 17 sec,
Von 9:10 Uhr bis 10:45 Uhr
Die Belichtungsreihe während der Totalüberdeckung zeigt die verschiedenen Korona-Ausprägungen.
 
21.8.2017 - Eclipse in Madras. Um 8:40 noch unbedeckt, die Abdeckung von 9:10 bis 11:40
Uhrzeit von links nach rechts: 8:40 – 9:10 – 9:55 – 10:15 – 10:21 – 10:32 – 10:51 – 11:14 – 11:39
 

Nordwesten 2017 – Columbia River, Mount St. Helens, Mount Rainier


4 Tage Rückfahrt durch Washington: Mount St. Helens und Mount Rainier

21.8.2017 - #197 von Madras nach Norden
21.8.2017 – #197 von Madras nach Norden

Für die letzten 5 Tage bis zur Rückgabe hatten wir geplant (und vorgebucht), noch 1 Nacht in Madras zu bleiben und dann in 4 Etappen (Columbia River, Mount St. Helens, Randle und Mount Rainier) zur Rückgabe des Wohnmobils am Samstagmorgen am Flughafen zu fahren.

Mittlerweile hatte sich aber ergeben, dass Karla am Samstag um 11:30 Uhr von Seattle nach Vancouver fliegt (das ist – mit großem Abstand – die schnellste und billigste Mƶglichkeit). Bei unserer üblichen Reserve heißt das also, gegen 9:00 Uhr am Flughafen zu sein.

Dafür sollten wir die letzte Nacht besser in Flughafennähe statt am Mount Rainier verbringen und beschließen, die Nacht in Randle wegzulassen, direkt vom Mount St. Helens zum Mount Rainier durchzufahren und dafür die Zeit an der Ostseite des Mount St. Helens zu kürzen.

Wir erkunden die Ostseite des Mount St. Helens (Ape Cave und Windy Ridge), und verbringen 1 ½ Tage im Mount Rainier National Park, hauptsƤchlich wollen wir wandern. Von dort fahren wir spƤt abends zum KOA am Flughafen, nur 7 mls Fahrstrecke. Leider sind der KOA und auch die anderen StadtplƤtze in SeaTac zunƤchst ausgebucht … wir haben aber ein paar Tage spƤter Glück mit einem Storno.

Fazit:

  • Die Columbia River Gorge gefƤllt uns diesmal ausnehmend gut (anders als 2004, wo uns der Regen wohl negativ beeinflusst hat).
  • Der Ostteil des Mount St. Helens ist sehr einsam, landschaftlichĀ wunderschƶn – aber mit wenig bisĀ keiner Infrastruktur und atemberaubend schlechten Straßen.
  • ā€žMount Rainier is a mixed bagā€œ, wie uns ein Local sagte:
    – Einerseits extrem voll (an Wochenenden ab ca. 11:00 kommt man nicht mehr rein), auch auf denĀ Wanderwegen.
    – Auf der anderen Seite landschaftlich eine Wucht :-)
  • Der 4.392 m hohe Klotz ist überwƤltigend groß und selbst aus 100 km prƤsent.
  • Hinweis: Die Karte rechts zeigt nur im Sommer die Route ƶstlich der Berge. In der kalten Jahreszeit routet Google über die Interstate im Westen.
 

Best of central Washington:

 
Montag, 21.8.: Fahrt von Madras zum Horsethief Lake
22.8.2017 - Horsethief Lake SP, Overflow Area
Horsethief Lake SP, Overflow Area

NachĀ derĀ Sonnenfinsternis planen wir spontan um und fahren schon direkt zum Horsethief Lake und versuchen dort, schon einen Tag eher einen Platz zu bekommen. Wir essen kurz etwas und fahren gegen 13:00 Uhr los, d.h. genauer: Wir reihen uns in den Riesenstau ein – 2 ½ std für die ersten 18 mls … dabei haben wir noch die günstigste Route nach Nordosten über #97 North, mit vergleichsweise wenig Verkehr, wir brauchen nicht erst durch Madras hindurch und auch nicht die Hauptstrecke Richtung Portland, den #26 West.

Eine kurze Pause machen wir in Maupin (wo wir ein Vermögen für 2 Milchshakes und 2 Burger ausgeben) und fahren ansonsten durch tolle, weite Landschaft zügig bis zum Horsethief Lake im Columbia Hills State Park. Gegen 18:00 Uhr sind wir am Ziel, es ist leider alles ausgebucht, aber wir dürfen in die Overflow Area, die uns sehr gut gefällt.

Der State Park liegt direkt am Columbia River, der hier aufgestaut ist und nur langsam fließt. Der Damm, über den die Eisenbahntrasse führt, trennt den See vom Fluss – dadurch ist der See ruhig und schƶn warm. Die wenigen Sites des Campgrounds liegen schƶn unter BƤumen, selbst die Electric-Sites sind recht großzügig. Alles eingebettet in einen schƶnen Park, mit Wiese, vielen BƤumen, umgeben von großen Felsen. Sogar die Overflow-Area hat Wiese und BƤnke – schƶner als auf manchen anderen Campgrounds die regulƤren Sites.

22.8.2017 - Horsethief Butte
22.8.2017 – Horsethief Butte

Hier war eines der Lewis&Clark-Camps, das aber jetzt unter dem aufgestauten Wasser liegt. Ebenso versunken sind tausende von Felsmalereien und -ritzungen, von denen einige Dutzend gerettet wurden und in der Petroglyph-Area des Parks ausgestellt sind. Viele Tiere sind hier, wir sehen Geier und Raubvƶgel, Rehe, Schlangen und viele FischschwƤrme im See.

Wir ruhen uns aus, baden im See, duschen nach 5 Tagen wieder, essen leckere selbst gemachte Fajitas, quatschen noch etwas mit einem Nachbarn, der auch in Madras war.

Ein schƶner Ausklang dieses ereignisreichen Tages.

 

Columbia Hill Petroglyphs:

 
Dienstag, 22.8.: The Dalles, Horsethief Lake

NachtsĀ ā€žunterhaltenā€œĀ uns diverse Züge, die vor dem Bahnübergang des State Parks pflichtschuldig tuten – dabei fƤhrt an dieser Zufahrt nachts garantiert keiner.

Geruhsames Frühstück, wir Eltern spazieren zu den Petroglyphs. Die Landschaft ist sehr schön, eigentlich ein versunkener Canyon. Man kann sich vorstellen, wie es vor dem Aufstauen des Columbia River aussah.

Als Attraktion heute ist Shopping im Safeway vereinbart. Die Kids machen hochmotiviert alles startklar, inklusive spülen, fegen, aufräumen, und gegen Mittag fahren wir nach The Dallas, ca. 9 mls entfernt, das WLAN im Safeway ist das Ziel. Während die anderen einkaufen, gelingt es Michael derweil, doch eine Site für Freitag im SeaTac KOA zu ergattern. Denn wir haben umgeplant und wollen am Samstagmorgen nicht 2 Stunden vom Mt. Rainier aus nach SeaTac fahren, um Karla am Flughafen zu verabschieden und das Wohnmobil abzugeben.

Der Rest des Tags vergeht mit Relaxing pur: Lesen, Baden, Kayak und Paddle Board, nochmal ein Spaziergang zu den Petroglyphs.Ā Abends kommen ein Turkey Vulture und auch ein Zug im Sonnenuntergang vor die Linse :-)

Ja – wir lieben es, zwei Übernachtungen zu haben!

 
Mittwoch, 23.8.: Columbia River, lange Fahrt zum Eagle Cliff Store

UmĀ 10:15Ā UhrĀ geht’s los, auf die – wegen der engen Straßen – zeitmäßig lƤngste Etappe der Tour. Wir fahren ca. 1 Stunde am Columbia River vorbei, den Scenic Highway 14. Danach geht es die Forest Road 30 Richtung Mount St. Helens. Direkt zu Beginn kommt das nette The Grind CafĆ©, mit CafĆ© Latte und WLAN, was nach vielen Tagen WLAN-Abstinenz zu 50 min Pause führt 😊.

AmĀ McClellan Viewpoint gibt es Mittagessen mit tollem Blick auf den Mount St. Helens.

Gegen 15:00 Uhr sind wir am Tagesziel, dem Eagle Cliff Camp. Zwar sind die Hosts hier sehr nett mit einigen Tipps zu Wanderungen, aber der Campground ist alt und verbraucht, sehr dreckig und voller Müll. Kurze Kaffeepause,  die Ladies dringen darauf, alles wieder einzupacken und noch eine Meile zum Visitor Center zu fahren.

Das Pine Creek Work Center of the Mount St. Helens National Volcanic Monument ist sehr schƶn, mit Filmen, Ā einer kleinen Ausstellung und Shop. Der Ranger ist Gary Rosenquist, wir haben ihn – 37 Jahre jünger – im Film erkannt. Das ist derjenige, der die weltberühmten Fotos vom Ausbruch gemacht hat, aus nur 10 mls Entfernung (Bear Meadows an FR 99), ganz knapp außerhalb der Lahar-Zone. SpƤter kaufe ich mir bei eBay die Originalausgabe der National Geographic von Jan. 1981, mit der großen Reportage über den Ausbruch.

Michael hat Family Overflow und geht, mit Kamera und iPad zum Lesen bewaffnet, die 1,5 mls zurück zum Campground. Die anderen vier besuchen noch die Ape Cave, ca. 15 mls entfernt.

McClellan Overlook FR 30 am Eagle Cliff Ape Cave

Die vier kommen nach 3,5 Stunden zurück, die Hƶhle war interessant. Karin und Michael gehen noch hoch zum Eagle Cliff, im Eilschritt gerade noch rechtzeitig, um den Mount St. Helens im letzten Abendrot zu sehen. Es ist spektakulƤr schƶn. Gegen 21:00 Uhr sind wir zurück, ein etwas abenteuerlicher Weg im Stockdunklen. Die Kids kommen ā€žplƶtzlichā€œ auf die Idee, noch zu grillen undĀ Feuer zu machen: S’mores (Keks, Schokolade, Marshmellow, Keks) sind zu grillen.

Sonnenuntergang auf der Eagle Cliff:

Am späten Abend planen wir dann noch die letzten zwei Tage, um alle Wünsche unter einen Hut zu bringen.

  • Michael mƶchte die Windy Ridge sehen … also: um 5:45 Uhr aufstehen, die kurvige Straße zur Windy Ridge fahren, dort wird gefrühstückt.
  • Alle wollen im Mount Rainier National Park wandern, wir haben aber dort morgen nicht reserviert … also: gegen 14:00 Uhr am Cougar Rock Campground sein und auf einen fcfs Platz hoffen. Wenn es klappt, fein, wenn nicht halten wir uns den Nachmittag auf und fahren spƤt abends aus dem Nationalpark Richtung Seattle raus und suchen irgendeinen Campground.
  • Karla ā€žmussā€œ für Kanada noch WƤsche waschen und packen … also: Am Freitag werden wir um 15:00 Uhr auf dem KOA SeaTac sein.
 
Donnerstag, 24.8.: (Windy Ridge), Mount Rainier

WieĀ geplantĀ stehenĀ wirĀ Eltern früh auf, machen Kaffee für unterwegs und umĀ 6:10Ā Uhr geht’s los. Die FR 25 ist atemberaubend … schlecht, einen großen Teil schaffen wir nur mit 10 mph. Das Problem sind nicht Schlaglƶcher oder enge Kurven (beides gibt es auch en masse), sondern abgesenkte oder abgerutschte Fahrbahnteile, die man nur mit Schrittgeschwindigkeit nehmen kann (sonst fƤllt alles, aber wirklich alles aus den SchrƤnken), So fahren wir halt langsam.

Die Windy Ridge Road (FR 99) ist offen, wir freuen uns … aber ab Bear Meadows ist sie dann doch gesperrt, wegen großer FahrbahnschƤden. So frühstücken wir zwei hier mit einem tollen Blick auf den Mount St. Helens, die Kids schlafen noch. Trotzdem schade – diese Aussicht auf den Vulkan und die Spuren des Ausbruchs war ein großer Wunsch.Ā Noch 25 weitere mls auf unglaublich schlechte Straße, so was hatten wir noch nie. Ab #12 wird es dann wieder normal. Aber für diese 53 mls auf FR 25/99 brauchen wir 2:35 Stunden reine Fahrzeit.

In Packwood, einem Ort am #12, der ersichtlich unter der Schließung des einzigen Arbeitgebers, der Holzfabrik, leidet, finden wir das Mountain Goat Café, mit eigener Kaffeerösterei und super leckerem Gebäck. Gegen 10 Uhr, also noch richtig früh, geht es weiter, durch diverse Baustellen und viele enge Kurven in den Mount Rainier National Park, direkt zum Cougar Rock Campground, wo wir gegen 13:00 Uhr ankommen. Voll im Zeitplan :-)

Dort gibt es tatsƤchlich noch ein paar freie Sites, der Camp Host empfiehlt uns Site A13 und schreibt uns sogar unsere Reservierung vom 25. auf den 24.8. um.

So geht es wieder 2700 ft bergauf, zum Paradise Visitor Center. Wir sehen uns die kleine Ausstellung an, shoppen ein bisschen und ziehen uns Tacos, Pizza, Salat und Nudeln als Mittagessen rein.

Danach wollen wir eine Wanderung machen und beginnen gegen 16:00 Uhr den Skyline Trail,  ca. 5,5 mls mit 1750 Höhenfuß (~530 m) auf 2.100m hoch. Es ist atemberaubend: Landschaft, Ausblicke, die Luft. Wir sehen Mount Adams (70 km Luftlinie), Mount St. Helens (auch 70 km), dann lichtet sich sogar kurz der Nebel über dem Mount Rainier Gipfel. Riesig sieht dieser Fels-und Eisklotz aus, noch 2300 m höher als wir in nur 6 km Entfernung. Später sehen wir in der Ferne dann auch noch Mount Hood, 160 km Luftlinie entfernt, irre, die Fernsicht. 4 Vulkane auf einer Wanderung, grandios.

Außerdem sehen wir Murmeltiere, Blumenwiesen, Gletscher, WasserfƤlle. Wir alle sind hin+weg šŸ™‚.

Michael und Robert kürzen über den Golden Gate Trail ab (1 mls weniger) und fahren zum Campground vor. Dort liefern sie ein Meisterstück im Leveln ab šŸ‘.

Die anderen drei wandern den Skyline Trail weiter, dann aber doch nicht bis zum Campground (das wären 9 mls über die Straße, 6 mls auf dem Wonderland Trail), es ist mittlerweile 19:00 Uhr und würde zu dunkel werden. Sie trampen und sind gegen 19:30 Uhr auch am Campground.

Zum Abendessen machen die Ladies Kartoffeln und Salat, Robert grillt, Michael schreibt Tagebuch und Luis gibt wertvolle Hinweise (ā€žDas Tofu brenntā€œ 😱) und spendet Lob (ā€žZuhause ist es nie so leckerā€œ šŸ™‚).

 

Wanderung auf dem Skyline Trail:

 

Nordwesten 2017 – Newberry Crater

4 Tage Central Oregon: Cascade-Querung und Newberry Crater

ZunƤchstĀ hatten wir geplant, 2-3 Tage in der Sisters-Gegend zu verbringen und dort Wanderungen, eventuell auch eine Mehrtageswanderung zu unternehmen. Aus Zeitgründen – bzw. weil wir lieber mehr Zeit am Meer verbringen wollten – entschieden wir uns in der Reiseplanung dagegen. Glücklicherweise – denn die WaldbrƤnde zwischen Mt. Washington und South Sister sind so stark, dass ab 18.8. fast die gesamte Wilderness Area dort gesperrt ist.

So genießen wir zwei geruhsame Fahrtage und zwei erholsame Tage im Newberry Crater.

Fazit:

  • Die Gegend zwischen derĀ Küste und den Cascades (also der #126 von Florence bis ƶstlich von Eugene) ist langweilig, aber recht zügig zu fahren.
  • Schƶn wird es, sobald man in die Foothills der Cascades kommt, mit schƶnen FlusstƤlern und WƤldern.
  • Atemberaubend die Gegend rund um die Sisters (Willamette National Forest): surreale, riesige Lavafelder, WƤlder, schneebedeckte Vulkankegel.
  • Wir lieben das Newberry National Monument mit seinen vielen Attraktionen: Buttes, Gipfel, Lava- und Obsidian-Felder, Museen, Hot Springs, Ā Wanderungen.
  • Kleine, nette StƤdtchen. Auch Bend ist recht schƶn.
 

Best of Central Oregon:

 
Donnerstag, 17.8.: Highway 126, McKenzie Bridge

UmĀ 10:45Ā UhrĀ geht es auf die Piste, eine lange Fahrt heute in die Cascades. Um die Mittagszeit finden wir das Indigo CafĆ©, ein netter, kleiner Ɩko-Imbiss am #126, bei Blue River, idyllisch hinterwƤldlerisch. Zwei Stunden entspannen wir hier mit leckeren Wraps, Reistopf, Nachtisch, Latte … und Wifi. Die Wirtin Elli ist supernett und voller Lebenserfahrung: ā€žYour daughter is fifteen? … Don’t worry, she will grow older … ā€œ :-).

Sie rƤt uns dringend, noch vor Querung der Cascades voll zu tanken, da wegen der Sonnenfinsternis seit heute in Bend Benzinknappheit herrscht. Oh, oh … nach dem Ranger gestern (ā€žAlleine in Madras seien es 500.000 Besucher … ab Freitag soll man damit rechnen, für 50 mls 8 Stunden zu brauchen …ā€œ) die zweite Warnung, wie voll es sein wird.

Ein kurzer Abstecher zur Ranger Station und wir erfahren, dass wegen Waldbränden im Three-Sisters National Forest die Gefahr besteht, dass der Scenic McKenzie Highway #242 ab morgen schließt. Wir sollen morgen früh in Sisters anrufen.

Gegen 16:00 Uhr sind wir auf dem idyllischen Paradise Campground, unsere Site liegt direkt am rauschenden McKenzie River, wunderschƶn. Michael bietet den Kids leichtsinnig eine Wette an: ā€žWer es rüber schafft, bekommt eine Woche Wifiā€œ. Die beiden nehmen die Wette an, begeben sich in den reißenden Fluss … und als es Luis schnell bis zu den Hüften geht, brechen wir Eltern die Aktion ab. Aber die beiden sind hartnƤckig und versuchen es woanders … Karla wird unter Protest zurück beordert, Luis schafft es bis über die Mitte, bricht dann aber zur Sicherheit ab, wird abgetrieben und halb schwimmend, halb stakend kommt er weiter unten wieder an Land. Das Wasser ist so kalt, dass die Beine rot sind und einige Weichteile weh tun.Ā Wir sehen eine Eule, laut unserem Birds of Prey Flyer ist es eine der ganz seltenen Spotted Owl, was auch die spƤtere Internetrecherche bestƤtigt.

Die Männer wandern zur Belknap Hot Springs, sehr nett, 8$ pro Stunde Eintritt, die Ladies wandern 1 ½ Stunden den McKenzie River Trail. Ein schöner, sonniger und heißer Tag geht zu Ende.

 
Freitag, 18.8.: Cascades, Newberry National Volcanic Monument
18.8.2017 - WaldbrƤnde, #20 bei Sisters
18.8.2017 – WaldbrƤnde, #20 bei Sisters

Abfahrt gegen 10:00Ā Uhr, leider ist der #242 wegen der BrƤnde tatsƤchlich seit heute gesperrt.

So fahren wir die längere Strecke über #126/#20, die aber auch sehr schön ist. Durch Wälder und Lavafelder, vorbei am Mount Washington. Wir sehen die Riesenrauchschwaden des Feuers, die Sonne ist nicht zu sehen über uns. Gegen 13:00 Uhr sind wir im Lavalands Visitor Center, sehr informativ, schöner Trail durch den Cinder Cone Lava Flow.

Anschließend kaufen wir in Sun River ein und sind in 45 min am Newberry Visitor Center.

 

19.8.2017 - Newberry NVM, Paulina Lake
19.8.2017 – Newberry NVM, Paulina Lake

SpƤtes Mittagessen in der Paulina Lake Lodge, Karla und Luis leihen sich ein Standup Paddle Board. Gegen 17:00 Uhr sind wir an unserer Camp Site im Little Crater Campground, die zwar nicht direkt am See liegt, aber schƶn unter schattigen BƤumen. Auf der Seeseite sind in diesem Abschnitt keine Sites, so dass wir nur über die Straße zu “unserem” Strand gehen müssen. Das Leveln klappt gut, bis auf die Tatsache, dass wir wieder links und rechts verwechseln und nach sorgfƤltiger Einweisung noch schrƤger stehen als vorher šŸ˜‚.

Wir Jungs wandern zur Hot Springs auf der anderen Seeseite (1,5 mls one way), die Ladies wandern auf den Little Crater. Die Rauchwolken erzeugen einen surrealen, roten Sonnenuntergang. Aber auch sehr unheimlich, welch große FlƤche die Rauchschwaden einnehmen – 20-30 mls breit, >100 mls lang.

Die ganzen Tage hier sind sonnig und heiß, aber es riecht nach Rauch und der Himmel ist ā€ždiesigā€œ bedeckt vom Rauch der WaldbrƤnde.

 
18.8.2017 - Newberry National Volcanic Monument, Waldbrand & Sonnenuntergang, Paulina Lake
18.8.2017 – Newberry National Volcanic Monument, Waldbrand & Sonnenuntergang, Paulina Lake

 

Paulina Lake Hot Springs:

 
Samstag, 19.8.: Newberry National Volcanic Monument
19.8.2017 - Newberry NVM, Paulina Falls
Paulina Falls
19.8.2017 - Newberry NVM, Paulina Lake
Paulina Lake

Frau & Kids stehen um kurz nach 6:00 Uhr auf, um 7:15 Uhr geht es los auf den Paulina Peak Trail, ca. 3 mls, ca. 1700 ft hoch auf den Paulina Peak, 7984 ft. Michael bleibt wegen seiner Rückenschmerzen (arggg) im/beim Wohnmobil, frühstückt etwas später, und geht die beiden kurzen Trails zu den Paulina Falls.

Die vier kommen schon gegen 11:00 Uhr zurück, es war sehr schön mit toller Aussicht auf die Three Sisters, die Caldera und den Obsidian Flow.

Nach einer kurzen Pause fahren wir noch einmal zu den Paulina Falls, anschließend wandern wir ausgiebig durch den Big Obsidian Flow. Es ist Wochenende … und mittlerweile ist überall sehr voll. Wir wollen uns gemütlich bei der Lodge auf die Wiese legen, evtl. nochmal ein Paddle Board leihen … aber es ist zu viel und zu kühler Wind.Ā So fahren wir zu unserer Camp Site und chillen. Luis ist nach ā€žhƶhlenā€œ, Robert braucht ein bisschen Abstand und geht spazieren, die anderen lesen.

Abends basteln Karin und Robert die Sonnenfinsternisblende für Michaels 100-400-Objektiv šŸ‘.

Die Rauchschwaden sind im Laufe des Nachmittags immer mehr geworden, die Gegend westlich von Sisters wird evakuiert, wie uns ein Ranger sagt. Dabei sind wir ~50 mls Luftlinie vom Feuer entfernt, ein bisschen beƤngstigend ist es schon.

 

Paulina Peak & Falls, Obsidian Flow:


 

Nordwesten 2017 – Oregon Coast

Oregon Coast: in 5 Tagen von Kalaloch bis zu den Oregon Sand Dunes

Wir verbringen 5½ Tage an der Oregon-Küste (wenn wir das Cape Disappointment zu ā€žOregon ehrenhalberā€œ erklƤren – es liegt ja auch direkt gegenüber Oregon an der Mündung des Columbia River).

Zwischen Astoria und den Sand Dunes sind es nur 230 mls (inkl. einigem Hin- und Herfahren), allerdings zzgl. des ā€žAnlaufsā€œ von 150 mls von Kalaloch bis Cape Disappointment.

Die Etappen zwischen den fünf Stationen sind jeweils sehr kurz (30-70 mls), so dass wir hauptsächlich über Mittag fahren und jeweils den Nachmittag und den folgenden Vormittag vor Ort bleiben. Dadurch haben wir nirgends das Gefühl, etwas zu verpassen, und vermissen auch nicht die Doppelübernachtungen, die wir sonst gerne einstreuen. Kandidaten dafür wären Nehalem Bay (Wandern, Reiten, Junior Ranger), Cape Kiwanda (Bootsausflug, Sand Boarding, Wandern, Baden) und die Oregon Dunes (Baden, Kanu, Wandern, Dune Buggies).

Die Oregon-Küste hat uns stellenweise an die hollƤndische Nordseeküste erinnert: Dünen, große SandstrƤnde, viele Familien mit Kindern. Etwas ganz anderes als die wilde, mit ihrem Treibholz urwaldartige Washington-Küste – aber ebenfalls wunderschƶn. Aber man findet auch dramatische Steilküste und wilde Brandung, die an die Felsen donnert. Die Abwechslung macht’s :-)

Das Wetter hat es prima mit uns gemeint: Bis auf die erste Nacht im Cape Disappointment (Starkregen) war es immer sonnig und warm.

 

Fazit:

  • Die Küste ist abwechslungsreich – von Dünen über Steilküste bis Felsen reicht das Angebot. Mehr Meer findet man woanders kaum.
  • Ein Ƥußerst beliebtes Ferienziel, entsprechend muss man früh,Ā sehr früh reservieren. Im Sommer ist es stellenweise richtig rummelig, wirklichĀ einsam nirgendwo. Aber okay.
  • Dafür findet man ein tolles Freizeitangebot: Baden, Tide Pooling, Wandern, Kayak, Sand Boarding, DuneĀ Buggies, Reiten und vieles mehr …
  • Wer hier einfach nur durchfƤhrt (unsere Teilstrecke kƶnnte man in 2 Etappen fahren), verpasst eigentlich alles, was man hier sehen und erleben kann.
 

Best of Oregon Coast:

 
Samstag, 12.8.: Cape Disappointment State Park
12.8.2017 - Cape Disappointment SP, Benson Beach
12.8.2017 – Cape Disappointment SP, Benson Beach
12.8.2017 - Cape Disappointment SP, Visitor Center
12.8.2017 – Cape Disappointment SP, Visitor Center

Heute ist der lƤngste Fahrtag der Wohnmobiltour, 150 mls. Um trotzdem den Nachmittag noch am Ziel zu verbringen, brechen wir schon kurz vor 9:00 Uhr auf – allerdings muss an der Ranger Station noch schnell der Doppelpack (Junior Ranger und Ocean Steward) fertig gestellt werden.

Wir fahren in zwei Etappen – 2 Stunden bis Aberdeen, eine super hƤssliche Industriestadt, aber mit großem Safeway zum Einkaufen – dann noch 1:45 Stunden bis zum Cape Disappointment State Park.Ā Heiß begehrt: die ersten Duschen seit 7 Tagen :-).

Nach einem kleinen Mittagssnack besuchen wir ausführlich das interessante Lewis&Clark Interpretive Center. Von der Aussichtsterrasse sehen wir einige Weißkopfseeadler, Unmengen von Pelikanen und viele Kormorane.

Am Campground, der fast 3 mls abseits liegt, kommen wir um 18:30 Uhr erst an. Alles voll, aber wir haben ja reserviert.Ā Der Tag klingt mit Strandspaziergang, Strand-Football, Lesen und leckeren Nudeln aus.

 
Sonntag, 13.8.: Nehalem Bay State Park

13.8.2017 - Nehalem Bay SP

Wir kommen erst gegen 10:45 Uhr vom Campground weg, diesmal bekommen wir die träge Masse nicht beschleunigt. Nach Karlas Junior Ranger No. 4 geht es via Astoria-Megler-Bridge nach Astoria. Die Brücke ist 4,1 mls (= 6,6 km) lang und hat bis 60 m Durchfahrtshöhe. Sie wurde erst 1966 fertig gestellt, vorher musste man 110 mls Umweg fahren bis zur nächsten Brücke stromaufwärts. Im Welcome Visitor Center kaufen wir den 5-day-Pass, mit dem man alle State Parks an der Küste besuchen kann.

Den Nachmittag verbringen wir in Astoria, das uns gut gefällt. Für die Mittagspause stellen wir uns ans Maritime Museum, anschließend suchen wir Pier 38 mit den Seelöwen. Gegen 15:30 Uhr geht es auf die letzten 40 mls, nach einem langen Stau in Seaside kommen wir gegen 17:00 Uhr im Nehalem Bay State Park an.

Der Campground ist groß, sauber und schön. Jubel: es gibt Strom, alle Handies und Power Banks können geladen werden.
Wir sind uns einig: Dieser Nehalem Bay Campground gefƤllt uns bisher am besten – friedlich, schƶne Sites, Dünen, Meer, Strand. Und Horse Camp Sites, mit jeweils eigenen Corrals für die Pferde. Und sogar, für alle FƤlle, ein eigener Flugplatz mitĀ ā€žPrimitive Fly-in Campā€œ.

Wir gehen sofort an den tollen Strand, die Kids baden in der Brandung. Duschen, Kaffee, Lesen, Spielen. Karla besorgt sich sogar noch ein Junior Ranger Booklet, das vierte (oder fünfte?). Zum Abendessen gibt es selbst gemachte Chicken Teriyaki und Curry-Gemüse. Lagerfeuer, Lesen. Ein schöner, sonniger Tag geht zu Ende :-).

 
Montag, 14.8.: Cape Kiwanda

Karla vervollstƤndigt ihr Junior Ranger Abzeichen, die drei MƤnner machen das Wohnmobil klar Schiff. Gegen 11:45 Uhr fahren wir los und sind um 13:45 Uhr am Ziel in Pacific City, ein winziges Ɩrtchen mit ein paar Hotels, 2 Campgrounds, 2 Restaurants und einigen LƤdchen und Imbissbuden.

Der private Cape Kiwanda RV Resort ist entgegen der letzten Reviews im Internet doch proper und wir bekommen tatsƤchlich die vorher per Google Map ausgesuchte Site 101: Am Rand, also keine Nachbarn auf der Türseite, wir blicken auf die Tent Sites, mit Wiese und vielen BƤumen. Es gibt viele niedliche Kaninchen – aber auch einen kreisenden Adler in der Luft šŸ™‚.

Wir fühlen uns wie in Holland am Meer … und genießen die Abwechslung: Kleiner Taco-Sandwich-Imbiss an der Strandbude (Ben and Jeff’s Burgers & Tacos), die Kids gehen Sand Board’en, Karla ist so unermüdlich, dass ein paar Amerikaner sagen ā€žWow – look this Crazy German girl, she climbs up againā€œ.Ā Karin kümmert sich um zwei große WƤschen, Michael fotografiert. (Oder wie Karin in WhatsApp schreibt: ā€žKarin hat Urlaub: gerade hat sie die WƤsche gewaschen, wƤhrend die anderen am Strand sind … Endlich Ruhe šŸ˜‚ā€œ).

Der Strandtag endet mit einem kleinen Klippen- und Strandspaziergang, wir sammeln die Kids an der Sand Boarding Düne ein. Duschen, Pool, Kaffee, Tagebuch. Abends gehen wir lecker Essen in Doryland Pizza. Michael gelingen noch ein paar gute Sonnenuntergangsbilder, abends müssen die Kids ins Internet, die anderen schreiben Tagebuch und lesen.

 
Dienstag, 15.8.: Cape Perpetua

Den Vormittag verbringen wir noch in Pacific City, mit Lesen, Strand und Indoor-Pool, wir Eltern machen das Schiff startklar, Abfahrt um 12:30 Uhr. Großeinkauf im Safeway in Lincoln City, späte Mittagspause im Gleneden Beach State Park, ca. 7 mls südlich von Lincoln City. Die gesamte Küste ist dicht bewohnt, erst hinter Waldport wird es einsamer und auch steiler. Gegen 17:00 Uhr sind wir am Ziel, Cape Perpetua.

Wir gehen 2 Stunden noch ans Meer: Wellen, Blow Holes, Chasms, Devil’s Churn. Abends grillen wir.

Viel los ist hier nicht – gut für eine Nacht, falls man hier eine Etappe machen will oder muss. Ansonsten reicht ein Nachmittag oder Vormittag vollkommen aus für Visitor Center und die paar kurzen Trails.

 
Mittwoch, 16.8.: Oregon Dunes

Um 10:00 Uhr geht’s schon los, erst zum ā€žmost beautiful outlook of the Oregon Coastā€œ, der Cape Perpetua Day Use Area, oben auf dem Cape. Okay, ist schƶn, aber nicht wirklich beeindruckend … aber die Amis lieben ja Superlative …

Das Perpetua Visitor Center ist dafür nett und informativ, Karla macht in Rekordzeit (30 min ;-) ihren 6. Junior Ranger. Dann geht es 40 kurze Meilen zu den Oregon Dunes.

Erster Programmpunkt heute: die Kids fahren Dune Buggy – 60$ pro Stunde, jeder gibt die HƤlfte vom Taschengeld dazu. Wir Eltern gehen zu Fuß in die Dünen, schauen zu und machen ein paar Fotos. Alle 3 Kids sind voll begeistert, am wildesten fahren Luis und Karla, die auf der Rückfahrt sogar frontal ein Schild rammt. (Sie legt aber großen Wert darauf, dass gar nichts gerammt wurde, sondern nur die Kurve und der darin urplƶtzlich liegende Hügel etwas unglücklich ihren VorwƤrtsdrang gebremst haben und auf einmal der Pfahl von dem Schild einfach vor ihr lag 😳).

Gegen 15:00 Uhr sind wir im Jessie M. Honeyman State Park, fahren direkt zum Strand. Robert geht spazieren und fotografiert, wir anderen vier baden, balgen und schwimmen. Wir sehen einige Wassertiere: Molche, Wasserwurm, Schnecke, Fische, Wasserhüpfer und Michael hat sogar einen River Otter gesehen, evtl. war es auch was anderes. Ein toller State Park.

Um 17:30 Uhr sind wir auf unserer Site, Chillen, Junior Ranger, Ranger Abend, Lesen, Tagebuch, Sonnenuntergangfotos, Pizza zum Abendessen, Karla bombardiert ihre Umgebung mit Fragen aus dem Junior Ranger Booklet … das Übliche halt …

Seit heute gilt in ganz Oregon Fire Ban, und zwar wegen der Sonnenfinsternis. Weil überall sehr viel los ist, besteht die Gefahr, dass bei Feuerausbruch die Feuerwehr nicht durchkommt. Der Ranger erzƤhlt, dass ca. 1 Mio. Besucher zusƤtzlich für die Sonnenfinsternis nach Oregon kommen. Alleine in Madras seien es 500.000 … ab Freitag soll man damit rechnen, für 50 mls 8 Stunden zu brauchen … oops …