Wir hatten nur kurz überlegt, ob wir bis Sizilien mit dem Auto fahren sollen … aber 2.500 km sind uns dann doch zu viel. Wir entdecken die NachtfƤhre von Genua nach Palermo (okay – es sind 20 Stunden), bis Genua sind es ~1.000 km, gut in 2 Etappen zu schaffen. Wir nehmen die FahrrƤder mit, Karin gƶnnt sich kurz vor der Abreise ebenfalls ein E-Bike … damit sind wir für die Steigungen gut gerüstet.
Unsere Etappen:
5. ā 7.10.:Ā Ā Ā Ā Ā Ā 2 Tage Fahrt bis Genua, 1 Tag FƤhre bis Palermo
7. ā 16.10.:Ā Ā Ā Ā Ā Castellamare del Golfo, im Nordwesten: Berge, Strand, Hafen
Ein gemütliches kleines Hotel, direkt im Ort, mit Parkplätzen, Restaurant und properen Zimmern.
Abendessen und Frühstück sind sehr lecker.
Die Besitzer haben das ganze Hotel liebevoll mit schƶner Kunst ausgestattet.
Es gibt einige schƶne SpaziergƤnge, die uns nach der langen Fahrt sehr gut tun.
Auf der Rückfahrt ist das Hotel schon geschlossen … aber die Besitzer hinterlegen uns den Schlüssel š.
==> Ein gutes Hotel für den Zwischenstopp auf der Reise nach Italien.
Doch, leider … es gibt auch einmal weniger als 5 Sterne: Ā Nur Ā ***
Statt der gebuchten La Suprema mit Presidential Suite (Balkon!) wurde die MV Excellent eingesetzt.
Die Famliensuite ist gut, aber eben leider ohne Balkon.
Das Schiff ist sehr abgewirtschaftet, das fiel durch die Corona-bedingte SchlieĆung aller GeschƤfte und Restaurants noch mehr auf.
==> Kein Kreuzfahrtfeeling, aber wir sind sicher und pünktlich nach Palermo gekommen.
Das kleine Ferienhaus liegt im alten Wohnviertel von Castellammare.
Man ist zu Fuà schnell am Hafen (mit dem Kastell und schönen Restaurants) oder in der Altstadt.
Mit dem Fahrrad kann man viele Ziele in der Gegend schnell erreichen: StrƤnde, Scopello, Zingaro, Segeste.
Die Ausstattung ist sehr gut, alles sauber und in Ordnung.
In der NƤhe kann man Lebensmittel einkaufen.
==> Eine gute Basis, um ein paar Tage nicht nur Urlaub und Entspannung, sondern auch etwas sizilianischen Alltag zu erleben.
Dieses kleine Juwel liegt in einem Villenviertel von Siracusa, mit dem Fahrrad ca. 10 Minuten von Ortigia entfernt.
Das Gärtnerhaus der Villa ist zum Ferienhaus umgebaut, mit eigenem Garten, Frühstücksveranda und sogar einem kleinen Aussichtsturm.
Man blickt direkt in die Latomien, die 2500 Jahre alten Kalksteinbrüche der Griechen.
Die Ausstattung ist fast luxuriös und lässt keine Wünsche offen.
Einziges kleines Manko: Zu Fuà bräuchte man ca. 20 min bis zum Hafen bzw. dem alten Zentrum Ortigia. Darum sind Fahrräder ideal.
Diese kleine Pension hat zwar nur kleine Zimmer (keine Wohnung, keine Küche), aber dafür Pool, Garten und ein super Frühstück.
Zafferana liegt ideal für Ausflüge zum Ćtna, mit Auto oder Fahrrad.
Zu FuĆ kann man abends in das kleine Zentrum von Zafferana gehen, wo es ein paar Restaurants gibt.
Schƶne Ausblick auf das 10 km entfernte Ionische Meer.
==> Für uns eine nette Abwechslung, einmal nicht kochen zu müssen.
Die kleine, zweckmƤĆig eingerichtete Wohnung – okay für 2 Personen – hat eine riesengroĆe Terrasse mit traumhafter Aussicht auf die Bucht von Lipari-Stadt.
Die Einrichtung ist einfach, aber okay.
In Lipari-Stadt findet man alles, was das Herz begehrt: Einkaufen, Restaurants, Hafen, Kastell, Museum, FƤhren.
Auf dem Rückweg Ā erwarten uns ca. 2,5 km und 100 Hƶhenmeter Ā … da sind Ā E-Bikes schon nett.
==> Eine wunderbare Basis, um Lipari und die Liparischen Inseln zu entdecken.
Sicily in Kayak, Vulcano
Eugenio betreibt sein Kayak-Unternehmen mit Leib und Seele und kennt jeden Strand und jede Grotte der Liparischen Inseln quasi persƶnlich.
Er bietet Halb- und Ganztagestouren an, und auch Mehrtagestouren, sogar bis Stromboli.
Die Kayaks sind 1a, die Touren sind lehrreich, unterhaltsam und vor allem ist er ein toller Typ.
Für Abenteurer: die zum Teil super-niedrigen Vulkanhöhlen, in die man rein paddeln kann.
==> Wir verbringen einen wunderbaren Tag auf dem Wasser, insgesamt 8 Stunden.
Casa Carlotta, Stromboli
Dieses kleine B&B haben wir uns nach den Bewertungen ausgesucht, wir haben angerufen, weil es laut Google und BookingCom nicht (mehr) buchbar war.
āNo problema” … es wurde wohl extra für uns am 3.11. noch einmal aufgemacht. ;-)
Lage, Ausstattung der Zimmer, der Garten und die Aussicht auf den Stromboli sind einmalig schƶn.
Das Frühstück ist frisch und reichhaltig.
Alles ist (wie überall hier) zu Fuà zu erreichen. (Autos oder Busse gibt es auch nicht ;-)
==> Jederzeit wieder, eine kleine Oase für den Aufenthalt auf Stromboli.
Unsere gebucht MV La Supreme wurde wieder ersetzt … nein, nicht noch einmal ein Downgrade … wir buchen um und fahren einen Tag spƤter.
Das Schiff ist wesentlich besser in Schuss als die MV Excellent auf der Hinfahrt: Moderner, schicker, schƶne Kunst.
Die Presidential Suite ist sehr groĆ, mit Doppelbett, Bad/Wanne, Wohnecke und Balkon.
Weil wegen Corona alle Restaurants geschlossen sind, haben wir hier unseren Abendimbiss und das Frühstück eingenommen – in entspannter AtmosphƤre.
Es lohnt sich, für diese Suite nach Sonderpreisen zu schauen,
==> Ein kleine Kreuzfahrt, wunderbar passend zum Abschluss der Reise.
La Sicilia ĆØ da tempo nella lista dei desideri di Karin, Michael ĆØ attratto dalla storia greca e dai vulcani … okay … nicht mit Google-Translate-Lorbeeren schmücken … es geht weiter auf Deutsch. š
Nach 2017 in Cornwall wollen wir beide noch einmal Arbeiten und Urlaub verbinden.
Diesmal bleiben wir nicht 4 Wochen an einem Ort, sondern werden mehrere Regionen Siziliens kennenlernen … soweit man das in vier Wochen schaffen kann āŗļø.Ā So buchen wir im Februar 2020 die FƤhrfahrten Genua-Palermo und die Airbnbs, verteilt auf den Westen (Castellammare), den Südosten (Siracusa), Ćtna und zum Abschluss Lipari.
Im März kam Corona. Der Osterurlaub und die gebuchte Wohnmobiltour in Kanada fielen aus. Die Sizilientour klappte knapp: am 5.11., unserem Abreisetag von Lipari, begann der Lockdown in Italien und am 8.11., einen Tag nach unserer Rückkehr, wurde Italien zum Hochrisikogebiet und wir hätten in Quarantäne gemusst.
Fazit:
Die Kombination aus Arbeiten, Freizeit und vielen Activities hat uns wieder super gefallen … und gut, sehr gut getan. ā¤ļø
Sizilien ist eine wunderbare Insel, mit schƶnen, sehr unterschiedlichen Landschaften, groĆartiger Kultur aus 3 Jahrtausenden, freundlichen Menschen und aktiven Vulkanen: Ćtna und Stromboli kennt jeder, dazu nach Vulcano und Lipari.
Zu Corona: Wir fühlten uns jederzeit sicher – zum einen waren wir zu zweit (also sogar weniger Kontakte als zuhause), zum anderen fanden wir die Italiener sehr diszipliniert bzgl. Abstand und Masketragen. In den Restaurants haben wir immer drauĆen gesessen.
Die Highlights waren … alles š … siehe die Seiten dieses Berichts!
In Porthleven kƶnnen wir die Seele baumen lassen.
Wie sagte Luis 2015, also er den Hafen sah: āDas ist wie nach Hause zu kommen”. Ja, das finden wir alle.
Für eine Woche fahren wir die Strecke allerdings nicht mit dem Auto, das wären jeweils 2 lange Fahrtage für die Hin- und Rückreise.
Stattdessen fliegen wir Freitagabend von Brüssel, nehmen einen Mietwagen (sind sehr sehr billig in England), kommen gegen Mitternacht in āunserem” Holiday Inn in Taunton an und übernehmen am Samstag das Compass Cottage.
Für die Rückfahrt suchen wir uns einen netten Badeort auf dem Weg nach Bristol und fliegen am Sonntagmittag zurück.
2021 hat es leider nicht geklappt – wegen der Corona-Pandemie wurden die gebuchten Flüge nach Bristol storniert. Wir versuchen, das gebuchte Sea Cottage auf Kulanz ins Frühjahr 2022 zu schieben.
Vƶgel waren in den bisherigen Urlauben immer ein nettes Motiv, aber fasziniert waren wir nicht. Vielleicht ist der Grund für die Wendung unser Kajakguide Shadrack, der uns die Honeyguides erklƤrt, den Unterschied zwischen Greater Honeyguide und Lesser Honeyguide, die verschiedenen Bee-eater zeigt. Oder weil bei Fuji die (umgerechnet) 600 mm Brennweite nicht mehr 4,5 kg, sondern nur noch 2 kg wiegen. Oder weil wir einfach mehr MuĆe haben und sehen, wie putzig all diese kleinen Kerlchen sind.
Auf jeden Fall nimmt uns beide die unglaubliche Vielfalt und Schƶnheit der Vƶgel gefangen – und die Neugier, was wir denn da gesehen und fotografiert haben. Karin trennt sich in den Camps und Lodges nicht von der Fuji X-T3 mit 100-400 mm Objektiv, auf Wanderungen oder im Auto hat Michael diese Tier- und Vogel-Kombi. Fokussieren ist schwer: kleiner Fokusbereich bei hoher Brennweite, wenig SchƤrfentiefe, schnell bewegendes Motiv. Wir verbessern uns schrittweise, gerade am Anfang ist enorm viel Ausschuss. Bis zum Schluss bleibt BIF (āBirds in Flightā) die Herausforderung und gelingt sicher nur bei den majestƤtischen (und langsamen) Adlern. Vor allem bei den kleinen āFlatterernā wƤre es besser gewesen, auf Dauerfeuer (8-15 Bilder pro sec) zu gehen, unser Ausschuss mit Einzelaufnahmen ist >90%.
Immer schussbereit – aber manchmal blockiert ;-)
In den Camps ziehen wir unsere Tinkers’ Map zu Rate, mit Abbildungen von über 500 Vogelarten. ZusƤtzlich hilft die iPad App Sasol eBirds of Southern Africa, die noch mehr Arten und vor allem die unterschiedlichen Farbgebungen der Jungvƶgel bzw. MƤnnchen und Weibchen enthƤlt. Am Ende sind es 130 verschiedene Vogelarten, davon 84 mit Foto. Eine gute Ausbeute finden wir, vor allem weil es in der Trockenzeit nur ca. 200 Arten hier gibt.
Wir lernen, wie fantasievoll Vƶgel heiĆen: Eagle, Duck, Owl, Heron usw. kennt man aus dem Schulenglisch. Coucal, Pratincole, Kingfisher, Chat, Babbler, Barbet – okay, das sind auch englische Ćbersetzungen, nur nicht so bekannt bei Non-Birdern. Aber Bulbul, Brubru, Boubou, Crombec, Hoopoe, Tchagra …Ā faszinierend würde Spock sagen.
Und das sind ja nur die Nachnamen – die Vornamen sind ein eigenes Universum: einfache wie African, Black, White … dann beschreibende wie Dark-capped, Red-eyed, Yellow-billed, Black-throated … alleine hiervon gibt es hunderte Kombinationen … manchmal verewigen sich Forscher wie Hartlaub, Burchell, Bennet … und in ganz kniffligen FƤllen wird es dann doch recht unprƤzise mit lesser-striped und greater-striped, Little oder Great oder die Steigerung Goliath. Man merkt, hier war British Spleen am Werk. āŗļø
Und wenn alles nichts hilft – dann war es eben eineĀ Too-fast-flying Swallow. š
Raubvƶgel:
Im und am Wasser:
In Wald und Busch:
Birds in Flight und ein paar Raritäten:
So … geschafft … alle 84 Vogelarten sind untergebracht plus ein paar best-of. š
31.8.2019 – Kayak Tag 1, Evening Walk – Gnus und Red Lechwe
āTierparadies Afrikaā – so kitschig sich das anhƶrt, so wahr ist es!
In den Schutzgebieten denkt man angesichts der Fülle an Tieren und Arten unwillkürlich ans Paradies. Tiere, die wir sonst nur aus dem Zoo kennen, laufen hier frei herum, friedlich grasend und trinkend.
Und man selbst ist mitten drin, nah dran oder wird von den Tieren sogar besucht.
Faszinierend, wie unterschiedliche Tierarten groĆe Herden bilden: Gnus und Red Lechwe, Giraffen und Zebras, Gnus und Zebras, Büffel und Elefanten, Impalas und Baboons.
Und wenn dann noch seltene Tiere wie Leoparden oder Hyänen über den Weg laufen, ist man einfach nur noch glücklich.
Aber auch in den StƤdten oder dichtbesiedelten Gebieten fƤllt es irgendwann gar nicht mehr auf, dass Elefanten und Affen über die StraĆe laufen, Antilopen auf der Wiese stehen oder Hippos und Krokodile im Wasser sind. Von den Vƶgeln ganz zu schweigen!
19.-23.9. Rückfahrt über den Panhandle des Okavango
Noch 4 Tage, dann sind wir wieder zu Hause. Neben dem Besuch der Mahango Core Area und der Tsodilo Hills wollen wir uns zwei Tage in einer schƶnen Lodge verwƶhnen lassen.
Zum Abschluss noch die lange 400 km Fahrt nach Maun, dort noch eine Ćbernachtung im Old Bridge, dann geht es via Johannesburg und Frankfurt zurück nach Aachen.
Im Panhandle (āPfannenstiel”) des Okavangodeltas mƤandert der Okavango auf 70 Kilometern durch ein ca. 5 km breiten Kanal, gesƤumt von Papyrus, Schilf und Ā ab und zu Uferwald. Dann weitet sich der Kanal und das Delta beginnt, ca. 200×150 km² groĆ. Das GefƤlle ist extrem gering, nur 60 m von der Grenze bis Maun, so dass es 3-4 Monate dauert, bis die Flutwelle vom April in Maun ankommt.
Fazit:
In der Mahango Core Area sieht man nah beieinander die Trockensavanne der Kalahari und die Flusslandschaft des Kavango.
Tsodilo Hills ist ein anstrengender, aber lohnender Abstecher. Mehr Zeit als unsere 4 Stunden wƤre besser.
Drotskyās mit Lodge, Camp und dem kleinen Juwel Xaro Lodge ist eine klare Empfehlung!
Der Rückflug über Johannesburg ist recht stressfrei, alles in allem sind wir 22 Stunden Haus-zu-Haus unterwegs.
19.9.: Mahango Core Area
Bis zur Mahango Core Area des Bwabwata National Park sind es von der Riverdance Lodge nur eine knappe Stunde Fahrzeit. Diese Area liegt an der C48 ca. 20 km südlich von Divundu, ist nur 245 km² groà und gut auf der Reise durch den Caprivi oder Richtung Botswana erreichbar.
Folgen Sie der Umleitung ;-)
Auf der ƶstlichen Seite, Richtung Thingwerengwere Wasserloch, findet man die typische Kalahari-Vegation Savanne und Wald … und in der Trockenzeit viel Tiefsand. Ohne die Erfahrung aus Moremi und Savuti würden wir uns festfahren. Wir sehen Kudus, Impalas und viele StrauĆe, Roan Antilopen, Vervet Monkeys.
Auf der ƶstlichen Seite der C48 erreichen wir die jetzt wasserarmen Flood Plains des Kavango. Zebras, Kudus, Impalas, Baboons, einige Wasservƶgel, sogar 2 Wattled Cranes, immer wieder ein schƶner Blick. Der offizielle Picknickplatz liegt direkt am Wasser, wir stellen uns unter einen groĆen Baum direkt auf die Uferwiese. Vƶgel und Hippos leisten uns Gesellschaft.
Gegen 14:30 Uhr erreichen wir die Grenze, 6 Formulare, 3x PƤsse zeigen, alles ohne Stress, dann sind wir wieder in Botswana. Ćber Mohembo mit seiner abenteuerlichen FƤhre fahren wir noch 20 km bis zuĀ Drotskyās Lodge & Camp und bekommen Campsite #11 zugewiesen. Der Campingplatz liegt in einem lichten Wald,Ā sehr angenehm, recht viele BƤume sind noch grün bzw. immergrün. Vogelgezwitscher, sauber, alles schƶn angeordnet. Durch den Schatten und den Wind vom Fluss hat man auch eine angenehme Temperatur.
Drotskyās Lodge ist 15 min entfernt, ein schƶner Waldspaziergang. Die Lodge ist eine sehr groĆe Anlage, rund um den riesigen Rasen liegen die 10 Chalets (Holz, auf Stelzen, keine Zelte, ziemlich groĆ) in einem Halbkreis, alle mit Blick auf den Rasen, den Pool und den Kavango. In der Mitte der Chalets das Lodge-GebƤude. Alles im Kolonialstil (dunkles, massives Holz), wie man sich āSafariā so vorstellt.Ā Auch hier sind Camping-GƤste willkommen, alle sind freundlich und zuvorkommend, wir bekommen Kaffee, Tee, GebƤck angeboten und man empfiehlt uns den Pool.
Heute gibt es das letzte Lagerfeuer-Essen: vegane Bratlinge, geschmorte Zwiebeln mit TomatensoĆe, Reis. Zwei Herdplatten also. Feierlich wird Michaels āHockeyschlƤgerā (der Feuerhaken, ein besonders praktisch geformtes Holzstück) verbrannt. Er hat uns seit der ersten Campingnacht begleitet!
Mohembo und Drotsky’s Camp&Lodge
Foto des Tages: Die StrauĆenfamilie mit den 2 Tage alten Küken
Die Nacht war angenehm von den Temperaturen, ƤuĆerst viele Tiere hƶren wir: Platschen und Grunzen von Hippos und Elefanten, rufende Vƶgel, zwei davon sehr laut: eine Art Schreigans oder Trompetenpelikan. Und eine sehr laute Eule, von der Michael um 3:55 Uhr aufwacht und die er anhand der Tonaufnahme in der Sasol eBird App exakt als African Wood Owl identifiziert. Vom – wirklich sehr leisen – Abspielen diverser Vogelrufe wird allerdings Karin wach und Michael darf den anderen Schreihals nicht weitersuchen š.
Beim Frühstück erwischt es uns, nachdem wir die ganzen 18 Campingtage wie die Luchse aufgepasst haben: Als wir Müsli und Obst auf den Tisch rƤumen, sieht Karin aus den Augenwinkeln einen Blitz auf den Tisch springen … und der Vervet Monkey hat zwei Ćpfel stiebitzt š³.
Die 55 km bis Tsodilo Hills gehen über schlimme Schlagloch- und Wellblechpisten, sehr anstrengend. Die Hügel sind die Ćberreste eines urzeitlichen Meeres und mit 1.400 m Hƶhe die einzigen Berge der Kalahari. Das WeltkulturerbeĀ enthƤlt über 4.500 Zeichnungen, die meisten 3.000 Jahre alt, einige sogar 24.000 Jahre alt. Menschen leben hier seit 100.000 Jahren.
20.9.2019 - Tsodilo Hills, Rhino Trail
Wir entscheiden uns für den Rhino Trail, der rund um den Female Hill führt und die meisten Zeichnungen und Hƶhlen zu bieten hat, und buchen den Male Hill Summit Trail dazu, soll nur 1 Stunde mehr sein, schlieĆlich sind wir fitte Abenteurer und der hƶchste Gipfel ruft.
Wie sich spƤter heraus stellt, ist allein der Weg zum Beginn des Summit Trail fast eine Stunde zusƤtzlich, dazu noch durch Sand in der heiĆen Mittagshitze. Wir brechen deshalb unterwegs ab, auch weil Michael starke Rückenschmerzen hat.
Die 3,5 Stunden Wanderung schlaucht uns deutlich mehr als gedacht. Aber trotzdem – die Tsodilo Hills sind faszinierend, vielfƤltige Zeichnungen in pittoresker Landschaft und mit interessanter Geschichte. Wir sehen Dutzende Bilder mit Tieren, Menschen, Ornamenten, sogar 2 Wale und 1 Pinguin – 3.000 Jahre alt und ca. 2.000 km vom Kap entfernt.
Die Rückfahrt hƤtten wir lieber durch einen Mittagsschlaf ersetzt, aber wir wollen zur Xaro Lodge, ans Wasser. So geht’s wieder auf die Rüttelpiste zurück zu Drotsky’s.
Felszeichnungen
Foto des Tages:Ā Auf dem Rhino Trail in den Tsodilo Hills
Kurz nach halb vier sind wir am Bootsanleger von Drotsky’s, wir parken den Wagen, rƤumen unser GepƤck ins Boot. Der 20-km-Bootstransfer zur Xaro Lodge (sprich āKaroā, ein einheimischer Baum) ist direkt die erste Birding Tour.
Schƶn angelegt in einer Flussbiegung liegen 11 Zelte direkt am Wasser, eine gepflegt und geschmackvoll angelegte Anlege mit vielen schƶnen Details, ohne luxeriƶs zu wirken.Ā Wir werden mit einem kleinen BegrüĆungstrunk empfangen und Romy, die Managerin, erklƤrt uns die Regeln: Abendessen und Frühstück gibt es jeweils um halb 8, Morning Walk ist um 9 Uhr, Evening Boat Cruise um 15:30 Uhr. Mindestabstand zum Wasser sind 5 m wegen der Krokodile, den āgrünenā Bereich (das ist der bewƤsserte Teil der Lodge) darf man nur mit Guide verlassen, nach Mitternacht nicht mehr das Zelt verlassen. Denn dann ist die Beleuchtung aus und die Hippos und Elefanten kommen.
Jedenfalls gibtās hier einiges Wildlife: sowohl Chobe Bushbuck als auch Bushbuck, Vervet Monkeys und Howard, das Haus-Hippo, liegt direkt gegenüber von unserem Zelt.Ā Und natürlich Vƶgel. Schon auf der Anfahrt mit dem Speedboat sehen wir Hamerkop und vor allem ganz viele White-fronted Bee-eaters! Karin ist happy – wieder putzige Bee-eater. Und Michael auch, weil er hier jetzt endlich seinen ersten Hamerkop sieht.
Wir haben Zelt 2: kleine Terrasse zum Fluss, groĆes Bett, dahinter ein kleiner Bereich mit Schreibtisch, Garderobe, Platz fürās GepƤck, dann ein schƶnes Bad.
Traumhafter Sonnenuntergang, wir haben es echt gut. Und das bisher beste Abendessen, super lecker und frisch. Es gibt Kürbissuppe, selbst gebackene Brötchen, Salat, Hühnchen mit Reis und Zucchini, leckerer Apfelstreusel als Nachtisch. Nachts hören wir Hippo-Geplatsche, Eulen, Elefanten und laute Vögel, Michael erhascht sogar einen Blick auf Howard.
Tierwelt auf der Hinfahrt und in der Lodge
Nach einem leckeren Frühstück – Müsli, Joghurt, Obstsalat, Obst, herzhafte Platte mit Schinken, KƤse, Tomaten, Gurken, auf Wunsch auch Cooked Breakfast – geht es mit Tom auf den Morning Walk. Wir sehen eine Pelās Fishing Owl (die ist riesig, 60 cm hoch, 150 cm Spannweite). Keiner von uns hƤtte die gesehen – selbst als Tom genau den Ort beschreibt und sogar hinzeigt, dauert es eine Weile, bis wir sie auch sehen. Ā AuĆerdem erfahren wir, dass Elefanten immer wieder einen Kurzschlaf machen, ca. 5-10 min, und dabei ihren Kopf etwas erhƶht an einen Ameisenhügel lehnen. Diese Ruhelager kann man gut erkennen, wenn man weiĆ, worauf man achten muss: eine Delle im Ameisenhügel in 1 m Hƶhe und 4 m davon entfernt Elefantendung.
Den Tag über chillen wir, eine kühle Brise weht vom Fluss in die Lapa, wir vervollstƤndigen die Vogel- und Tiere-Liste, sehen über uns unter dem Dach eine Petersās epauletted Fruit-bat hƤngen. Nur unterbrochen von einem wieder leckerem Light Lunch (Sandwich und Salat) … dann ruft auch schon Kaffee und Kuchen um 15:00 Uhr, bevor es auf die Bootstour geht. Mann-o-Mann, Stress pur.
Unser Sichtungswunsch: Malachite Kingfisher. Und er wird erfüllt Ā … leider ohne Foto … zu flink für unsere Fokus-Fertigkeiten. Dafür sehen wir viele White-fronted Bee-eaters, Hamerkops und African Skimmer, einige Swallows, den seltenen White-backed Night Heron, Yellow-billed Kite, Goliath Heron, mehrere Krokodile, zwei Elefanten im Schilf, Water Monitor, ganz wenige Hippos. Hier gibtās andere Vƶgel als im Delta, aber die überbordende Tierwelt des Delta findet man hier nicht. Zu viel Monokultur aus Papyrus und Schilf, aber interessant, diese andere Landschaft zu sehen.
Das Abendessen ist wieder eine Wucht: Gemüsepfannkuchen mit DillsoĆe, frischer, knackiger Salat, Rinderfilet (kƶstliche QualitƤt) mit Kartoffelpüree, RotweinsoĆe und Broccoli, als Dessert Brownie mit Sahne.
Gegen 21 Uhr sind wir im Zelt, wir hƶren das Hippo (oder einen Elefanten? Nein, wohl eher Hippo) nebenan plantschen, die Wildkamera wirdĀ doch ein letztes Mal montiert … vielleicht kommt ja Howard vorbei.
Birding Boat Tour
Foto des Tages: Sonnenuntergang über dem Okavango
22.-24.9.: Rückreise
Die letzte afrikanische Nacht (Maun heute Abend ist ja schon āGroĆstadtā) weckt uns morgens um halb 7 mit idyllischen GerƤuschen: Vogelgezwitscher, die nicht geƶlte Schaukel (so nennen wir den Swamp Boubou, weil er sich genauso anhƶrtĀ āŗļø), zwei brüllende und kreischende Streitaffen, das friedliche Nilie-Plantschen, -Grunzen, – Schmatzen und der Elefant, der krachend ein paar Ćste bricht.
Ein schneller Bootstransfer, diesmal ohne Birding, alles wieder ins Auto packen, Luftdruck erhƶhen … um 10:15 Uhr gehtās auf den Pothole Highway nach Sehithwa. 265 km, die es in sich haben, immer wieder ist die StraĆe links oder rechts āausgefranstā mit zum Teil steilen Abbruchkanten, die Schlaglƶcher sind meistens in der Fahrbahnmitte, 30-150 cm groĆ. Ohne Gegenverkehr geht es ganz gut, man fƤhrt halt mit 80-90 km/h in der Mitte und nimmt die Lƶcher zwischen die RƤder. Bei Gegenverkehr muss man Glück haben, dass die StraĆe gerade gut ist, oder man bremst ab, manchmal bis Schrittgeschwindigkeit. Nach 5 Stunden sind wir glücklich im Old Bridge, wo man uns ja schon kennt.
Wehmütig genieĆen wir den letzten Abend, Lesen, Schauen, Chillen. Und verschieben das Packen auf morgen!
Abendstimmung im Old Bridge
Der letzte Tag, sonst oft ein Stresstag, ist recht entspannt, dank Abflug erst am Mittag .
Mit jeweils genügend Pufferzeit schaffen wir alle Etappen ohne Hektik: Packen, Transfer, Checkin, Abflug Maun, Umsteigen in Johannesburg und Frankfurt, ICE nach Aachen. Bis auf das Boarding in Johannesburg, da steigt doch kurz der Blutdruck: Michael ist so relaxed, dass wir ohne Hektik spƤt in der Lounge losgehen und erst bei “Gate Closed” am Gate ankommen š³.
Der Nachtflug ist dank gutem Essen, exquisitem Wein und dem Lay-flat-bed fast erholsam.
Wir landen pünktlich in Frankfurt, das GepƤck ist schnell da und so bekommen wir den gebuchten ICE um 7:09 Uhr. Der RE in Kƶln ist etwas verspƤtet, aber kein Problem … wir kommen um 10:20 in Aachen an.
Eine der entspannteren Rückreisen.
Packen und Rückflug
Foto des Tages: Abschied von Afrika mit diesem Stillleben
Der Caprivi-Streifen gefiel uns 2015 ausnehmend gut, vor allem die Flüsse. Routentechnisch passt er optimal, um den Besuch von Moremi und Chobe zu einer Rundtour zu verbinden. Insgesamt 6 Tage bleiben wir, jeweils 2 Tage:
Caprivi Houseboat Safari Lodge, direkt am Sambesi, bietet 5 Zelte mit Doppelbett, Bad und Terrasse. Nach den 8 Tagen im Dachzelt gönnen wir uns hier ein Bett. Eine gemütliche Lodge mit originellen Möbeln, man kann Kajak fahren und eine schöne Sunset Rivertour machen.
Livingstone’s Camp liegt direkt auĆerhalb vom Nkasa Rupara National Park, dem grƶĆten Feuchtgebiet Namibias. 5 Campsites liegen am Waldrand mit Blick in die Schwemmebene, die wegen der Jahrhundertdürre aber nur noch einen kleinen Schlammtümpel hat. Jede Campsite ist schƶn schattig und riesig, den Nachbarn sieht man nicht, und hat ein eigenes Küchen- und Waschhaus.
Die Riverdance Lodge ist natürlich gesetzt, wegen der Gastfreundlichkeit, der hohen QualitƤt, dem leckeren Essen … und weil wir die Biro School noch einmal besuchen wollen. Wir nutzen den Pool, die Lapa, buchen Frühstück und Dinner im Restaurant und die Village Tour und die Sunrise Tour. Zwei erholsame Tage, wir lassen uns verwƶhnen.
Fazit:
Die Mischung aus Flüssen, Wald und Savanne gefällt uns super.
Highlights sind die Bootstouren mit ihrer Mischung aus Tieren, Weite und lokalem Leben …
… die Carmine Bee-eaters, die trockene Einsamkeit des Nkasa Rupara National Parks und die Buffalo Core Area am Kavango.
Unser Zelt gefƤllt uns gut, ebenso die 5 Hunde und Katzen. Wir haben eins der beiden Zelte mit Terrasse zum Sambesi.
Nach Essen, Kaffee, Duschen geht es uns besser, wir machen eine kleine Wanderung durch das LodgegelƤnde und zur Hippo Bar nebenan, die aber geschlossen ist. Hier ist auch der Badestrand der Einheimischen – wenn die Zeit passt, gehen wir morgen dahin .
Der Mighty Sambesi ist auch bei niedrigem Wasserstand majestƤtisch, und wir bekommen diese Idee š.
Auf jeden Fall planen wir für den morgigen Ruhetag ein bisschen Kajakfahren, einen Ausflug nach Katima und die Sunset Boattour.
Die Nacht ist furchtbar – in der NƤhe ist Party, laute (sehr! laute) Musik, erst um 6 Uhr hƶrt sie auf š±.
Merke – niemals am Freitag nach Katima, da ist immer Party!
Nach dem Frühstück wollen wir die Kajaks mieten, aber auf einmal heiĆt esĀ āToo dangerous: hippos, crocodiles, currentā. Aber der Hinweis auf unsere Deltakajaktour überzeugt die Angestellte (āReally? Okay, you are brave, take the kayaks.ā) und wir genieĆen eine ruhige 1 ½ Stunden-TourĀ im Zweier, ca. 7 km. Klappte gut mit uns zweien š.Ā Wir sehen Reed Cormorant, Pied Kingfisher, Green-backed Heron, Glossy Ibis, machen Rast auf einer Insel mitten im Sambesi.
Nach einem kleinen Mittagssnack in Katima und ein bisschen Einkauf geht’s umĀ 16:30 Uhr auf die Bootstour, leider nicht zu den Bee-eaters, denn die Kolonie ist 50 km stromabwƤrts. Dafür tuckern wir geruhsam erst ca. 4 km stromaufwƤrts, sehen Krokodile und Hippos, White-backed Night Heron, jede Menge āAltvƶgelā āŗļø. Wir sind zu acht, der Skipper erzƤhlt interessantes über Tiere, den Sambesi, die Nachbarschaft von Sambia und Namibia. Zur Abwechslung einmal keine Action, sondern Ruhe und Entspannung, keine spektakulƤren Tiere, sondern viele Details und ākleineā Tiere.
Und noch ein Goodie: Heute Nacht war nirgendwo Party š.
Schon zuhause hatten wir von den groĆen Karminspint-Kolonien gehƶrt, die es am Sambesi gibt. Leider werden die Vƶgel seit einigen Jahren gewildert (in China sind die Federn groĆe Mode š³), einige Kolonien sind wohl schon verschwunden. Die nƤchste Kolonie ist ca. 50 km mit dem Auto entfernt, der Skipper hatte uns erklƤrt, wie wir zur Mubala Safari Lodge kommen, dort sollen wir weiter fragen. āLeft on tar road, immediately the 2nd left onto the sandy track. Follow this road, if in doubt at a branch, take the left. You cannot miss the colony, there are 100s of birds.ā.Ā Der Weg windet sich schnell zum Sambesi-Ufer, dann muss man aber noch ein ganzes Stück fahren, weiter als wir denken. Wir geben aber nicht auf … und finden es š.
Karin ist glücklich und schieĆt sicher 100 Fotos.
Die Bruthƶhlen sind hier nicht im Ufer, das ist wohl nicht fest genug, sondern im Boden. Jede Hƶhle bis zu 3 m lang, sagt der Ranger, der uns erklƤrt, wo wir gehen dürfen. Er zeigt uns den über der Kolonie kreisenden Yellow-billed Kite: āA very young kite, it does not yet know that the chicken will only come in 2 weeks.”
Tagsüber sind die meisten Vƶgel bis zu 50 km entfernt, auf Futtersuche, so dass wir ānurā hunderte sehen. Aber auch das ist beeindruckend und wunderschƶn.
Gegen 11:30 Uhr sind wir wieder in Katima Mulilo, tanken zur Sicherheit voll. Der Trecker frisst auch auf Asphalt, bei gemütlicher Fahrweise, ca. 15 l / 100 km š³.
Bis Livingstoneās Camp sind es ca. 100 km, gegen 14 Uhr kommen wir an, nach 213 km insgesamt. Mittagssnack, ausruhen, lesen.Ā User Joerg vom Namibia-Forum ist der Camp Host hier. Er erzƤhlt uns, dass die Elefanten hier klüger sind als im Moremi – sie drehen die WasserhƤhne auch wieder zu š.
Kurzentschlossen fahren wir noch zum Nationalpark, erreichen nach 20 min Fahrt das Entrance Gate. Wir zahlen 180 NAD Eintritt für heute und morgen. Wir sind die einzigen Besucher heute Nachmittag – und die Ranger bitten uns, pünktlich um 18 Uhr raus zu fahren, weil sie warten müssen, bis der letzte den Park verlassen hat.
Wer glaubt, dass Savuti trocken ist – hier schlƤgt die Jahrhundertdürre richtig zu. Wir sehen auĆer ein paar Pfützen kein Wasser, alles ist ansonsten ausgedorrt, wenig Tiere. Die Weite und Einsamkeit gefƤllt uns trotzdem, ein Kontrastprogramm zu den bisherigen Landschaften: goldene Grasebenen, recht viele hohe BƤume, keine Mopane-Ćdnis, trockener Schlamm. Man kann sich gut vorstellen, dass hier in der Regen-/Flut-Zeit ein Paradies für Tiere ist, aber mit dem Auto kein Durchkommen.
15.9.2019 – Nkasa Rupara NP – Magpie Shrike
AuĆerdem heiĆt āwenig Tiereā in Afrika immer noch ājede Mengeā, also für uns StƤdter ein groĆes Erlebnis.Ā Wir sehen Wardhogs, ein paar Impalas und Vƶgel, die wir noch nicht kennen.
Unser langer Game Drive am nƤchsten Tag führt uns nach ~25 km an einen Nebenarm des Linyanti, hier geht es nicht mehr weiter. Wir spazieren ein bisschen, sehen eine groĆe Lechwe-Herde, im Schilf ein paar Reiher und Holy Ibis. Auf der Weiterfahrt Richtung Nkasa IslandĀ begegnen uns Elefanten, Zebras, Impalas, und einige Lilac-breasted Rollers, Starlings, Hornbills.
Es ist brütend heiĆ, der Wind ein starker trockener Fƶn, selbst das Mittagspicknick ist ermüdend. Wir setzen uns bald wieder ans Steuer, da kühlt uns die Klimaanlage. Wir wollen nachĀ Kawendumu, laut Karte ein Picknickplatz auf Nkasa Island direkt am Linyanti. Aber der Weg endet auf einmal, er ist vorher schon immer dünner Ā geworden und manchmal nur zu erahnen. Auf dem Rückweg genieĆen wir das schƶne Grasmeer, queren immer wieder KanƤle, die jetzt trocken liegen. In der Regenzeit oder wƤhrend der Kwandoflut wƤre man bis zum Dach im Wasser gewesen. In dieser Zeit ist Nkasa Island auch nicht zugƤnglich, die ganze Grasebene ist dann eine Riesenlagune, nur die Bauminseln schauen heraus.
Zurück im Camp, nach 9 Stunden und 90 km, machen wir uns einen gemütlichen Abend, mit Gemüsecurry und Reis (2-Flammen-Herd, Stufe 1 und 2), Lesen.
Camping ist schƶƶƶn – wir freuen uns schon aufās Womo in Kanada.
Das Dachzelt finden wir cool, gemütlich und sicher. Aber die Isomatten sind wichtig, auch wenn es jeden Abend eine Fummelei ist, die untendrunter zu schieben.
Landschaft und Tiere im Nkasa Rupara National Park:
Foto des Tages: Red Lechwe
16.9.2019 – Nkasa Rupara NP – Red Lechwe
17.9.: Buffalo Core Area
Heute wird ein langer Tag!
Morgens besuchen wir das kleine Livingstone MuseumĀ in Sangwali, ca. 3 km nƶrdlich von Livingstone’s Camp. Es wurde 2000 von Linus Mukwata aufgebaut und seitdem liebevoll gepflegt und beschreibt das Leben und Wirken von David Livingstone und anderer Missionare hier in der Region – vor allem auch das nicht immer glückliche Zusammentreffen mit den lokalen StƤmmen der Makololo und Mayeyi. Die Exponate wurden in der Umgebung gesammelt oder an der UniversitƤt in Katima Mulilo erstellt. Wir haben ein intensives und interessantes GesprƤch mit Linus über die Geschichte und den heutigen Wandel der lokalen Bevƶlkerung. Beeindruckend, wie positiv Linus zum Wandel eingestellt ist.
Dann kommen 250 km auf der langweiligen B8, die sich schnurgerade durch den Caprivi-Streifen zieht. Nur unterbrochen von einmal Tanken und noch etwas Einkaufen im kleinen Dorf Kongola. Ab und zu sehen wir ein Auto, hƤufiger sind Tiere und FuĆgƤnger.
DieĀ Buffalo Core AreaĀ des Bwabwata National Park liegt als schmaler Streifen am Ostufer des Kavango und ist ein wichtiger Wanderkorridor für die Tiere zwischen Angola und dem Okavangodelta. Dieser Bereich ist noch so etwas wie ein Geheimtipp, die meisten fahren dran vorbei – so wie wir 2015 auch.
Wir kommen hungrig (okay – einer āŗļø) am spƤten Mittag an und finden schnell einen wunderbaren Picknickplatz mit Blick auf die Flood Plain des Kavango. Die Ranger weisen uns auf einen Büffel hinter der nƤchsten BiegungĀ hin, der sehr aggressiv sei – wenn der in Sicht komme, sollten wir aufbrechen. Er kommt aber nicht … und wir genieĆen die Pause, den Blick, die Tiere.
AnschlieĆend fahren wir gemütlich die Uferpiste bis zum südlichen Ende des Parks an der Grenze zu Botswana, ca. 25 km. Neben jeder Menge Elefanten, Vervet Affen, Wardhogs, Impala, Kudu, Reiher, Stƶrche, Ibis, Enten, GƤnse sehen wir Lechwe, Bateleur, Sable Antelope, Chobe Bushbuck, Büffel, Hippos. Eine unglaublich reichhaltige Fülle.
Die Kavango Flood Plain in der Buffalo Core Area:
17.9.-19.9.: Riverdance Lodge am Kavango
18.9.2019 – RiverDance Lodge
Gegen 17:00 Uhr fahren wir weiter zur RiverDance Lodge, noch ca. 40 km. Wir bekommen Campsite 1, wie alle Campsites sehr schön, mit eigenem Waschhaus, Feuerstelle und Blick auf den Kavango. Die neuen Besitzer Chris und Pascale sind sympathisch, gastfreundlich, kümmern sich ebenfalls intensiv um die Community und die Schule. Wir sortieren uns erst einmal, schauen uns die aktuellen Activities an und buchen die Sunrise Tour für morgen, Dinner für morgen Abend und Frühstück für übermorgen. Die Village Tour bzw. den Schulbesuch sollen wir morgen spontan absprechen.
Ein sehrĀ schƶner, aber auch sehr langer Tag – wir erholen uns erstmal in der Lapa bei etwas Internet und zwei GlƤschen Wein. Am spƤteren Abend bringt MichaelĀ seine liebe Frau Karin dazu, noch etwas schƶnes zu kochen. Frei nach den 101 Dalmatinern āŗļø.Ā Es gibt Gemüse mit TomatensoĆe und Nudeln. Messerscharf geschlossen: 2-Flammen-Herd.
Es wird spƤt heute, Michael ist total k.o. (müde, Rücken) und geht um 22 Uhr aufās Dach. Karin liest noch etwas am Feuer. Ein paar Hippos grunzen.
Sunrise Tour auf dem Kavango
Wir sind um kurz vor 6 Uhr für die Sunrise Tour an der Boat Ramp, die einzigen Teilnehmer heute. Das ist das Gute an den Sunrise-Touren, die sind nicht so beliebt āŗļø.
Augustinus ist unser Guide, recht wortkarg, aber nett. Naturgemäà sind MorgendƤmmerung und Sonnenaufgang am Anfang der Tour, es geht quasi direkt los. AnschlieĆend tuckern wir noch 1,5 Stunden an Inseln vorbei mit engen Passagen durch Stromschnellen. Wir sehen Hippos und ein paar Krokodile (ein süĆes kleines dabei) und natürlich wieder jede Menge Vƶgel: Black-backed Heron, Pied Kingfisher, Little Bee-eaters, Coppery-tailed Coucal, Water Thick-knee, Rock Pratincole und, sehr schƶn anzuschauen, einen Baum mit vielen African Darter, Egrets, Cormorants: sieht aus wie ein Baum mit groĆen Blüten in weiĆ, schwarz und braun.
Kurz nach 8 Uhr sind wir zurück und verabreden, dass wir kurz nach 9 Uhr den Village Walk mit Besuch der Schule machen.
Village Walk und Biro School
Der Village Walk gefƤllt uns, wir erfahren einiges über die Heilwirkung diverser BƤume, u.a. gegen Durchfall, Windpocken, sogar Malaria. Im Dorf sehen wir, was aus diversen Getreiden und Früchten gemacht wird. Manche werden unverarbeitet gegessen, manche zu Mehl weiter verarbeitet … und aus allem wird auch Bier gebraut. Viele schmecken echt lecker.
AnschlieĆend besuchen wir den von Riverdance gespendeten, neuen Kindergarten. Hier gehen die Kleinen zwischen 4 und 7 für ein bis zwei Jahre in die Vorschule und kommen dann, je nach Fortschritten, in die Biro Primary School.
In der Schule müssen wir einen kleinen Moment warten, dann kommen der neue Principal (seit 1 Monat), und jede Menge Lehrer und erzählen uns, was sie von der Spende letztes Jahr angeschafft haben. Das Kollegium hat gemeinsam diskutiert und entschieden: den allerersten Computer, einen Anschluss an die Trinkwasserleitung (vorher gab es nur Kanister) und vom Rest viele Mal- und Schreibbücher sowie Maismehl.
18.9.2019 – RiverDance Lodge
Jeder will ein Gruppenfoto mit uns. Als ich das einzige Bild zeige, was ich vom Besuch 2015 auf dem iPhone habe, will es jeder unbedingt sehen.Ā AnschlieĆend bekommen wir alles in natura zu sehen: Computer, Wasserhahn, den Rest der WasserschlƤuche, die Bücher. Das Maismehl war wohl schon aufgegessen āŗļø.
Den Nachmittag verbringen wir mit Lesen, WhatsApp, Rückenmassage (sehr wohltuend), Pool, Kaffee und Kuchen.
Das Dinner ist sehr lecker, Vol au Vent als Vorspeise, Ragout Stroganoff (ohne Pilze!) mit leckerem Gemüse, nur der Nachtisch (Cheasecake) ist wieder so süĆ, dass es einem die ZƤhne zusammenzieht.
Um 8 Uhr sind wir schon müde, halten noch 30 min am WLAN aus, sind kurz vor 9 im Bett. Mit Wehmut denken wir daran, dass morgen die letzten 4 Tage anbrechen.
Im Gegensatz zum Moremi sind die Entfernungen im Chobe National Park riesig – Ā mehr als 40.000 km² durchquert man hauptsƤchlich auf Sandpisten, nur im ƤuĆersten Norden gibt es die TeerstraĆe von der Grenzstation Ngoma bis Kasane. Mit den Entfernungen kommen wir durch frühes Losfahren gut zurecht, man muss aber einen Schnitt von nur 15-20 km/h einkalkulieren. Rechts in der Karte kann man durch Klick auf die Icons herausfinden, wo unsere Abenteuer genau waren.
Wir verbringen 4 Tage im Chobe:
Savuti ist legendƤr, mit seinen Lƶwen und groĆen Elefanten-, Büffel-, Gnu-, Zebra-Herden. Aber dieses Jahr wirkt die furchtbaren Dürre sich hier, weit entfernt von allen Flüssen, besonders stark aus. Keine Herden, auch Lƶwen sehen wir nicht. Die Landschaft ist zwar beeindruckend in ihrer Weite – aber eben knochentrocken.
Linyanti haben wir als 2-Tage-Stopp eingeplant, zum Erholen und Tierbeobachtungen. Unsere Erwartungen werden übertroffen: Die Campsite ist unsere schönste, viele Tiere, weiter Blick über die Linyanti Flood Plain mit Elefanten, Büffeln, Hippos und jede Menge Vögel. Wir verbringen zwei wunderschöne Ruhetage.
In IhahaĀ erlebten wirĀ 2015Ā eine traumhaft schƶne Ćbernachtung an der Chobe River Front. Entsprechend groĆ ist unsere Vorfreude. Aber zunƤchst sind wir enttƤuscht: Die Campsite 4 ist ohne Schatten, schrƤg, kein so toller Blick wie die Campsite 1 damals. AuĆerdem sind wir von der anstrengenden Fahrt k.o.
Aber nach Dusche, ein bisschen Ausruhen und unserer Campingroutine versƶhnt uns die Abendstimmung und die Tiere in der Chobe Flood Plain. Und für die Game Drives an der Riverfront haben wir dieses Jahr viel Zeit eingeplant … und sind schnell versƶhnt: Es ist traumhaft geblieben!
Fazit:
Ja, der Chobe ist 4×4-Abenteuer und Afrika pur: groĆ, einsam, Hitze, Tiere.
Am schƶnsten: Die Weite von Savuti und die Riverfronts von Linyanti und Chobe.
9.9.: Marsh Road, Savuti
9.9.2019 – Savuti Camp, #1
Die groĆe StraĆe von Khwai bis Magabe ist breit und bis auf wenige Passagen recht gut, die Marsh Road sogar sehr gut zu fahren, bis auf ein paar holprige getrocknete Schlammpassagen, die aber langsam kein Problem sind. Die letzten 2 km vor dem Savuti Gate haben es aber in sich: Tiefsand, ein paar mal war es knapp im 2. Gang. Aber der 1. Gang und Lo4 wƤren ja noch als Reserve da gewesen.
Das Savuti Camp ist heiĆ, tiefsandig und staubig, zum Waschhaus ist es – obwohl wir ādirektā nebenan sind – eine kleine Wanderung. Karin gefƤllt es gar nicht. Wir sind aber auch beide k.o., nach einem kleinen Snack und Kaffee geht es uns besser. Wir schmieden PlƤne für den spƤteren Nachmittag, auch wenn wir überhaupt keine Lust haben, den Tiefsand hinter dem Camp Gate noch mal zu fahren.
Yellow-billed Hornbill
Wir beschlieĆen, nur das kurze Stück bis zur Brücke zu fahren, dann auf die andere Seite des Savuti Channel zu wechseln und weiter südlich zu den Baobab Hills und den Rock Paintings zu fahren. Auf jeden Fall wird jetzt erst mal bis 16 Uhr gelesen und den vorwitzigen Hornbills, Starlings und Squirrels zugeschaut. Die wollen alle nur das eine: etwas von dem Essen abhaben. āŗļø
Auf dem Weg zu den Baobabs kommt direkt ein Tiefsandstück, Michael gibt Gas (āKeep your momentum!ā haben wir ja gelernt!) und konzentriert sich auf die Fahrspur. āStopā ruft Karin, āstooopppā … und wir kommen 10 m vor dem Elefanten zum Stehen. Wir hƤtten ihm die Zehen und den Rüssel abgefahren, die als einziges in die Fahrspur ragten. Der Rest des Elefants war gut getarnt hinter einem Baum. Puh, Glück gehabt, das wƤre für beide Verkehrsteilnehmer nicht amüsant gewesen. š±
Gegen 18 Uhr fangen wir mit dem Abendprogramm an … Müllsack, Kramtüte, Kochkiste, Haushaltskiste ausrƤumen, Michael Feuer und Zelt, Karin kocht, und zwischendrin muss jeder noch jede Menge kramen.Ā Heute gibt es Kudu-Steak, Maccaroni und Tomaten-Erbsen-ZwiebelsoĆe.
Savuti und die Landschaft gefallen uns gut, der Campground nur mittelmƤĆig.
Foto des Tages: Jungbullenherde an der Marsh Road
10.-12.9: Linyanti
Am Gate empfiehlt uns die Lady die direkte Route nach Linyanti, nur die ersten 3 km seien Tiefsand, danach āeasy going, your car will do thisā. Wir riskieren es.Ā Und tatsƤchlich, diese ersten 3 km (eher 4) haben es in sich. Wie im Bradt Safari Guide steht: āTesting the driverās abilities (and that of the car) to the maximumā.
Also 2. Gang Hi4, so haben wir es gelernt, Gas geben (so 25 km/h) und durch, egal wieviel es schaukelt und rüttelt. Aber es hilft nichts, wir werden immer langsamer, der Motor nimmt kein Gas mehr an, wir bleiben stehen. Aber natürlich wie gelernt sofort vom Gas gehen, kein Eingraben šŖ.
Lo4 rein, die nƤchsten 200 m oder so im 2. Gang mit 8 km/h schleichen, dafür aber sicher durch den Sand. Bergab geht wieder Hi4 mit 20-25 km/h … und die nƤchsten 20 min immer weiter im Wechsel. Lo4 baggert uns immer wieder raus.
Little Bee-eater :-)
Danach geht es besser, kaum noch Sand, ab und zu ein paar hubbelige getrocknete Schlammlöcher. Um 11:50 Uhr sind wir da, nach 39 km in 1:50 Stunden, immerhin ein Schnitt von über 20 km/h, nicht viel weniger als auf der Marsh Road.
Linyanti gefällt uns beiden auf Anhieb super: Das Wasser des Linyanti-Flusses, der weite Blick über den Linyanti Marsh, Bäume spenden Schatten, ein kleine Brise kühlt. Wir sehen und hören Elefanten und Hippos, dazu Wardhogs, jede Menge Vögel, u.a. Marsh Harrier, Starlings, Bee-eater, Crested Barbet. Wir machen erst einmal ein paar Stunden Siesta und essen weisungsgemäà alles Obst auf, weil dies die Elefanten riechen und dann nachts den Wagen rütteln.
Die Game Drives, insgesamt drei an den beiden Tagen, sind traumhaft,Ā durch lichten Wald (āriparian forestā), immer wieder mit Blick auf den Linyanti Marsh, ab und zu verlangen Elefanten ihre Vorfahrt. Wir sehenĀ nichts sensationelles wie Lƶwen oder Leoparden, aber Idylle und viele ākleineā Tiere: Kudus, Elefanten, Büffel, Zebras, Impalas, Red Lechwe, Baboons, Reiher, Karins Lieblingsvogel Little Bee-eater, Adler.
Im Camp lesen wir viel, schauen Vƶgel und in die Linyanti Flood Plain, waschen uns und etwas WƤsche. Relaxing. Die NƤchte sind richtig laut: Zirpen, Hippos, Elefanten und jede Menge unbekannte Tiertƶne, wir meinen auch HyƤnen zu hƶren. Wir lieben es!
WirĀ kommen um 8 Uhr weg, aber wir wollen frühĀ die Tiefsandpiste des Chobe angehen.Ā Die ersten 10 km der Linyanti-Ghoha-Road klappen gut, immer schƶn viel Schwung … aber dann kommt uns ein MilitƤr-LKW entgegen, der die Sandspur vor uns kaputt macht: Jetzt ist sie zu breit und zu tief š±.
Nach kurzer Zeit bleiben wir stecken, das rechte Rad in der LKW-Spur, das linke im Mittelsandrücken der LKW-Spur. Hinten sitzt der Wagen mit Federn und Hinterachse auf ā¹ļø. Wir buddeln 20 min, kommen raus und knapp 5 m weiter sind wir wieder drin – noch mal 20 min schaufeln, diesmal buddeln wir auch eine āAnlaufspurā frei. 15 min spƤter erwischt es uns dann wieder … schaufeln, wechselseitiger Anflug von schlechter Laune, weiter schaufeln, es kommt ein Auto, sie helfen schieben und wir kommen raus.
Wir nehmen uns vor, ab jetzt den Ratschlag aus dem Bradt Reiseführer zu beherzigen: Wenn man feststeckt, erst mal in Ruhe eine Tasse Tee und ein paar Kekse genieĆen. Dann sind Stress und evtl. schlechte Laune abgeklungen … und vielleicht ist ja jemand gekommen und hilftĀ š.
Impala und Little Egret grüĆen sich :-)
Dieser Plan ist der Schlüssel zum Erfolg, kein Festfahren mehr, wir kommen die restlichen 50 km gut durch. Nach insgesamt 71 km Sand, Tiefsand und Rüttelei erreichen wir kurz vor 12 Uhr Kachikau, 3:50 Stunden inklusive 1 Stunde Schaufelei, gar nicht so schlecht – im Forum kann man Horror-Stories von stundenlangem Schaufeln, 2-4 Platten und 7-11 Stunden lesen. Insgesamt haben wir nur 3 Wagen gesehen – den blƶden MilitƤr-LKW und zwei Entgegenkommer.Ā Hier in Kachikau beginnt wieder der Asphalt, es gibt einen Craft and Bottle Shop. Michael pumpt die Reifen auf, Karin holt Nachschub (Savanna und Botswana Bier).
Noch einmal schnelle 50 km auf Asphalt, dann sind wir am Ngoma Gate und fahren an die Chobe River Front. Hunderte Tiere, vielleicht auch tausende: Giraffen, Zebras, Elefanten, Gnus, Büffel, Impala, Kudus, Wardhogs, Waterbucks, Geier, Reiher, Stƶrche, Enten, neue Vƶgel, anĀ derenĀ Namen wir noch arbeiten müssen. Aber wir sind k.o., es macht uns keine rechte Freude, darum fahren wir nach einer Weile ohne weitere Pausen nach Ihaha, wo wir gegen 16 Uhr ankommen. 8 Stunden unterwegs, unser lƤngster Tag.Ā
Wir lassen es geruhsam ausklingen, kein Game Drive heute mehr. Schöne Abendstimmung mit Zebras, Büffeln, Elefanten in der Ebene.
Am nƤchsten Morgen genieĆen wir erholt die Riverfront. Viele Tiere, wieder neue Vƶgel: Yellow-billed Stork, Southern Pochard (eine braune Ente), Spur-winged Goose (eine groĆe Gans, 1 m hoch) und auĆerdem ganz viele Carmine Bee-eaters. Die VierfüĆler-Herden sind riesig, hunderte Zebras, sehr groĆe Impalaherden, die sich hier anscheinend zusammen schlieĆen. Giraffen, Büffel, zum ersten Mal Roan Antilopen, Fischadler, Kormorane, Ibisse, Reiher.
Foto des Tages: Elefanten zum dritten āŗļø … wir lieben Elefanten!
Diesmal entscheiden wir uns für die āfull-blown 4×4ā Variante: ein Toyota Landcruiser von Travel Adventures Botswana. Bereits bei Einweisung und Fahrtraining merken wir, wie robust, schwer, groĆ alles im Vergleich zum HiLux ist. Wir lernen, das Wagenheber-Monstrum zu benutzen, Reifen zu wechseln, wie und wann man Hi4, Lo4 und Differentialsperre nutzt, fahren uns absichtlich im Sand fest Ā und versuchen, uns wieder raus zu buddeln … und hoffen instƤndig, dass wir auf unserer Tour weder einen Platten haben noch uns festfahren. Aber wir haben Glück (bzw.: natürlich sind wir tolle Fahrer): Unser Landy bringt uns überall wie ein Trecker durch, keine einzige Panne. Wenn es im Sand kritisch wird, hilft Lo4. Nur zwischen Linyanti und Ghoha bleiben wir 3x in der Military Truck Spur stecken. Und einmal lƤsst uns der Kühlschrank im Stich: Dass Stromkabel ist durchgescheuert und nette Nachbarn finden den Fehler und flicken uns das Kabel.
Die Ausstattung ist 1a, alles in ausgezeichneter QualitƤt und sehr reichhaltig, es fehlt uns an nichts. Wir brauchen 2 Abende, dann ist alles sortiert:
GroĆe Kiste für die gusseisernen Tƶpfe und Pfannen
Kühlschrank und Gasflasche haben rechts und links ihren Platz.
Mit Feuerholz, Wasservorrat, Werkzeugkiste ist hinten alles voll.
So bleibt die Rücksitzbank für unser GepƤck: Die Reisetaschen ganz oben, damit man schƶn drin kramen kann. Drunter und drum herum sind Fotorucksack, Schuhe, RucksƤcke, Elektrokiste, WƤschesack verstaut, vorne dann die Kameras, iPad, iPhones, Karten, Kekse, Reiseführer, Akkus mit Ladeutensilien … und wir zwei.
Fazit:
āRuggedizedā – diese schƶne englische Wort beschreibt den Landcruiser am treffendsten.
Travel Adventures ist 1a – sowohl die QualitƤt alsĀ auch der Service.
Der Preis ist allerdings auch 1a – mit Abstand der teuerste Anbieter, etwas gemildert, weil man bei Ćbernahme/Rückgabe in Maun keine Transfer- bzw. Einweggebühr bezahlen muss.
Unterwegs: StraĆen, Brücken, Sandwege
Roadblocks – Tiere haben immer Vorfahrt!
5.9.-8.9.: Moremi Game Reserve
Nach der Wagenübernahme und dem GroĆeinkauf für 8 Tage Wildnis ohne Einkaufsmƶglichkeiten fahren wir nur noch 43 km bis zur Mochaba Crossing Lodge. Wir kramen zwei Stunden, erholen uns im Pool und gƶnnen uns das Dinner in der Lodge.
Die drei Tage im Moremi Game Reserve sind geruhsam, insgesamt nur 200 km mit schƶnen Game Drives, erlebnisreichen Picknickpausen und viel MuĆe in den Camps.
South GateĀ gilt vielen nur als 4. Wahl im Moremi, hat uns als Auftakt aber ausnehmend gut gefallen: gepflegt, schƶne Sites, gute Ausgangsbasis für die Black Pools und Xini Lagoon … und aufregender Elefantenbesuch am Abend.
Xakanaxa gefällt uns mit seiner Lage an der Lagune am besten. Die Sites sind sehr groà mit schönen Bäumen, ein kleiner Abendspaziergang zur Boat Ramp ist ein guter Auftakt für den Sonnenuntergang auf der Site.
Khwai North GateĀ liegt ideal für die Game Drives rund um die Khwai River Plain. Die Campsite selbst ist nicht so schƶn – alles recht alt und renovierungsbedürftig, nur Campsite 3 hat eine schƶne Lage. Aber als Ćbernachtungsetappe zwischen Moremi und Savuti ist North Gate sehr passend.
Fazit:
Moremi hat vielfältige Landschaften  und eine sehr vielfältige Tierwelt.
Die Entfernungen sind recht klein, so dass die Tagesetappen moderat sind.
Weite Teile wie Dead Tree Island und Mboma Island haben wir uns für’s nƤchste Mal aufgespart.
6.9.: Black Pools undĀ MokutshomoĀ Picknick
Nach dem Festfahren und mühsamen Ausbuddeln beim Fahrtraining fiebern wir den ersten Sandpisten im Moremi entgegen. Jeder Tiefsandabschnitt wird mit Schwung und ein bisschen Nervenflattern angegangen – haha, alles easy, die wirklich tiefen Sandpisten sehen wir erst im Chobe.
So tuckern wir geruhsam durch trockene Savannen und lichte WƤlder, sehen Impalas, Gnus, Zebras, Giraffen, Baboons und Wardhogs.
Fotos des Tages: Elefantenbesuch im South Camp
7.9.: Bodomatau Lagoons und Makerekwa
Auf den 70 km zwischen South Gate und Xakanaxa sehen wir nur 4 andere Autos, aber tausende Tiere. Trotz der Trockenheit führen die Lagunen noch Wasser, bei weniger Dürre hätten wir sicher einige schwierige Wasserdurchquerungen gehabt, aber so bleibt es bei einer knöcheltiefen Durchfahrt.
Das Picknick in Makerekwa beschert uns einen spannenden Elefantenbesuch.
Foto des Tages: der Leopard an der Bodomatau Lagoon
8.9.: Sexugu und Khwai River Plain
Heute fahren wir zwischen Xakanaxa und North Gate nur knapp 50 km, aber mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von sagenhaften 8 km/h. āŗļø
Immer wieder halten wir zum Fotografieren an, machen ausführliche Pausen am Hide der Hippo Pools und am Duck Pond Camp am Khwai River.
Foto des Tages: einer der vielen Roadblocks
Unser Campingleben š
Unser schnell eingespieltes Programm, sobald wir im Camp ankommen:
Das Auto muss so stehen, dass Neigung, Anordnung von Tisch, Stühlen, Feuerstelle, Dreckplane und Schatten und Windrichtung (Rauch!) passen. Wir haben da schnell eine harmonische Meisterschaft entwickelt, Geduld und Langmut muss mal der eine (āNein, hier geht nicht, die Plane ist zu weit wegā), mal die andere (āhier ist kein Schatten und der Wagen steht nicht in der Waageā) haben.
Gemeinsam rƤumen wir Tisch, Stühle und Bodenplane raus, auf die Plane kommen die Topf- und Geschirrkiste sowie Müllsack und die Krimskrams-Ikeatüte. Wobei Karin die Klettermaxe ist, die in die āHƶhleā kriecht und die hinteren Sachen rausholt. Sie weiĆ, wo alles ist. Das Feuerholz wird zur Feuerstelle geschleppt, Anmachholz gesammelt.
2 Savannah ƶffnen.
Karin bereitet das Essen vor, Michael macht Feuer, damit wir fürās Kochen eine schƶne Hƶllenglut haben.
Sobald das Feuer brennt, baut Michael das Zelt auf, nur zum Runterklappen muss Karin helfen und aufs Dach klettern. Im Dachzelt werden alle Lüftungen geöffnet, die Isomatten unter die Matratze geschoben, alles schön aufgeräumt und die Fliegengitter geschlossen.
Ziel ist, dass Hƶllenglut und Essenschnibbelei etwa gleichzeitig fertig sind, was bereits am zweiten Tag gut klappt.
Ca. 1,5 Stunden nach Ankunft ist ein leckeres Essen fertig. Meist gibt es vegetarische Küche (Gemüse, Curry, Frikos), ab und zu auch Würstchen, Kudu-Filet oder super Rindersteaks. Das Kochen auf dem Feuer gelingt gut – Michael lernt schnell, wie man mehrere Herdplatten konstruiert, sogar nach Karins Vorgabe in Stufe 1 bis 3.
Nach dem Essen heben wir die Reste für die Mittagspause am Folgetag auf. Spülen, alles sorgfƤltig wegpacken … vor 10 Uhr sind wir müde … noch ein bisschen lesen, kuscheln … Wecker auf 6 Uhr.