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Afrika 2019: Panhandle

19.-23.9. Rückfahrt über den Panhandle des Okavango

Noch 4 Tage, dann sind wir wieder zu Hause. Neben dem Besuch der Mahango Core Area und der Tsodilo Hills wollen wir uns zwei Tage in einer schönen Lodge verwöhnen lassen.

Zum Abschluss noch die lange 400 km Fahrt nach Maun, dort noch eine Übernachtung im Old Bridge, dann geht es via Johannesburg und Frankfurt zurück nach Aachen.

Im Panhandle („Pfannenstiel) des Okavangodeltas mäandert der Okavango auf 70 Kilometern durch ein ca. 5 km breiten Kanal, gesäumt von Papyrus, Schilf und  ab und zu Uferwald. Dann weitet sich der Kanal und das Delta beginnt, ca. 200×150 km² groß. Das Gefälle ist extrem gering, nur 60 m von der Grenze bis Maun, so dass es 3-4 Monate dauert, bis die Flutwelle vom April in Maun ankommt.

Fazit:

  • In der Mahango Core Area sieht man nah beieinander die Trockensavanne der Kalahari und die Flusslandschaft des Kavango. 👍
  • Tsodilo Hills ist ein anstrengender, aber lohnender Abstecher. Mehr Zeit als unsere 4 Stunden wäre besser.
  • Drotsky‘s mit Lodge, Camp und dem kleinen Juwel Xaro Lodge ist eine klare Empfehlung!
  • Der Rückflug über Johannesburg ist recht stressfrei, alles in allem sind wir 22 Stunden Haus-zu-Haus unterwegs.
 
19.9.: Mahango Core Area

Bis zur Mahango Core Area des Bwabwata National Park sind es von der Riverdance Lodge nur eine knappe Stunde Fahrzeit. Diese Area liegt an der C48 ca. 20 km südlich von Divundu, ist nur 245 km² groß und gut auf der Reise durch den Caprivi oder Richtung Botswana erreichbar.

19.9.2019 - Mahango Core Area - Bitte folgen Sie der Umleitung ;-)
Folgen Sie der Umleitung ;-)

Auf der östlichen Seite, Richtung Thingwerengwere Wasserloch, findet man die typische Kalahari-Vegation Savanne und Wald … und in der Trockenzeit viel Tiefsand. Ohne die Erfahrung aus Moremi und Savuti würden wir uns festfahren. Wir sehen Kudus, Impalas und viele Strauße, Roan Antilopen, Vervet Monkeys.

Auf der östlichen Seite der C48 erreichen wir die jetzt wasserarmen Flood Plains des Kavango. Zebras, Kudus, Impalas, Baboons, einige Wasservögel, sogar 2 Wattled Cranes, immer wieder ein schöner Blick. Der offizielle Picknickplatz liegt direkt am Wasser, wir stellen uns unter einen großen Baum direkt auf die Uferwiese. Vögel und Hippos leisten uns Gesellschaft.

Gegen 14:30 Uhr erreichen wir die Grenze, 6 Formulare, 3x Pässe zeigen, alles ohne Stress, dann sind wir wieder in Botswana. Über Mohembo mit seiner abenteuerlichen Fähre fahren wir noch 20 km bis zu Drotsky‘s Lodge & Camp und bekommen Campsite #11 zugewiesen. Der Campingplatz liegt in einem lichten Wald, sehr angenehm, recht viele Bäume sind noch grün bzw. immergrün. Vogelgezwitscher, sauber, alles schön angeordnet. Durch den Schatten und den Wind vom Fluss hat man auch eine angenehme Temperatur.

Drotsky’s Lodge ist 15 min entfernt, ein schöner Waldspaziergang. Die Lodge ist eine sehr große Anlage, rund um den riesigen Rasen liegen die 10 Chalets (Holz, auf Stelzen, keine Zelte, ziemlich groß) in einem Halbkreis, alle mit Blick auf den Rasen, den Pool und den Kavango. In der Mitte der Chalets das Lodge-Gebäude. Alles im Kolonialstil (dunkles, massives Holz),19.9.2019 - Drotsky's Camp, #11 wie man sich „Safari“ so vorstellt. Auch hier sind Camping-Gäste willkommen, alle sind freundlich und zuvorkommend, wir bekommen Kaffee, Tee, Gebäck angeboten und man empfiehlt uns den Pool.

Heute gibt es das letzte Lagerfeuer-Essen: vegane Bratlinge, geschmorte Zwiebeln mit Tomatensoße, Reis. Zwei Herdplatten also. Feierlich wird Michaels „Hockeyschläger“ (der Feuerhaken, ein besonders praktisch geformtes Holzstück) verbrannt. Er hat uns seit der ersten Campingnacht begleitet!

 

Mohembo und Drotsky’s Camp&Lodge


Foto des Tages: Die Straußenfamilie mit den 2 Tage alten Küken19.9.2019 - Mahango Core Area - Strauße mit Nachwuchs

 
20.9.: Tsodilo Hills
20.9.2019 - Drotsky's Camp, #11 - Vervet Monkey
Der Apfeldieb

Die Nacht war angenehm von den Temperaturen, äußerst viele Tiere hören wir: Platschen und Grunzen von Hippos und Elefanten, rufende Vögel, zwei davon sehr laut: eine Art Schreigans oder Trompetenpelikan. Und eine sehr laute Eule, von der Michael um 3:55 Uhr aufwacht und die er anhand der Tonaufnahme in der Sasol eBird App exakt als African Wood Owl identifiziert. Vom – wirklich sehr leisen – Abspielen diverser Vogelrufe wird allerdings Karin wach und Michael darf den anderen Schreihals nicht weitersuchen 🤭.

Beim Frühstück erwischt es uns, nachdem wir die ganzen 18 Campingtage wie die Luchse aufgepasst haben: Als wir Müsli und Obst auf den Tisch räumen, sieht Karin aus den Augenwinkeln einen Blitz auf den Tisch springen … und der Vervet Monkey hat zwei Äpfel stiebitzt 😳😂.

Die 55 km bis Tsodilo Hills gehen über schlimme Schlagloch- und Wellblechpisten, sehr anstrengend. Die Hügel sind die Überreste eines urzeitlichen Meeres und mit 1.400 m Höhe die einzigen Berge der Kalahari. Das Weltkulturerbe enthält über 4.500 Zeichnungen, die meisten 3.000 Jahre alt, einige sogar 24.000 Jahre alt. Menschen leben hier seit 100.000 Jahren.

Wir entscheiden uns für den Rhino Trail, der rund um den Female Hill führt und die meisten Zeichnungen und Höhlen zu bieten hat, und buchen den Male Hill Summit Trail dazu, soll nur 1 Stunde mehr sein, schließlich sind wir fitte Abenteurer und der höchste Gipfel ruft.

Wie sich später heraus stellt, ist allein der Weg zum Beginn des Summit Trail fast eine Stunde zusätzlich, dazu noch durch Sand in der heißen Mittagshitze 🥵. Wir brechen deshalb unterwegs ab, auch weil Michael starke Rückenschmerzen hat 😢.

Die 3,5 Stunden Wanderung schlaucht uns deutlich mehr als gedacht. Aber trotzdem – die Tsodilo Hills sind faszinierend, vielfältige Zeichnungen in pittoresker Landschaft und mit interessanter Geschichte. Wir sehen Dutzende Bilder mit Tieren, Menschen, Ornamenten, sogar 2 Wale und 1 Pinguin – 3.000 Jahre alt und ca. 2.000 km vom Kap entfernt.

Die Rückfahrt hätten wir lieber durch einen Mittagsschlaf ersetzt, aber wir wollen zur Xaro Lodge, ans Wasser. So geht’s wieder auf die Rüttelpiste zurück zu Drotsky’s.


Felszeichnungen


Foto des Tages: Auf dem Rhino Trail in den Tsodilo Hills20.9.2019 - Tsodilo Hills, Rhino Trail

 
20.-22.9. Xaro Lodge

20.9.2019 - Xaro Lodge

Kurz nach halb vier sind wir am Bootsanleger von Drotsky’s, wir parken den Wagen, räumen unser Gepäck ins Boot. Der 20-km-Bootstransfer zur Xaro Lodge (sprich „Karo“, ein einheimischer Baum) ist direkt die erste Birding Tour 😃.

Schön angelegt in einer Flussbiegung liegen 11 Zelte direkt am Wasser, eine gepflegt und geschmackvoll angelegte Anlege mit vielen schönen Details, ohne luxeriös zu wirken. Wir werden mit einem kleinen Begrüßungstrunk empfangen und Romy, die Managerin, erklärt uns die Regeln: Abendessen und Frühstück gibt es jeweils um halb 8, Morning Walk ist um 9 Uhr, Evening Boat Cruise um 15:30 Uhr. Mindestabstand zum Wasser sind 5 m wegen der Krokodile, den „grünen“ Bereich (das ist der bewässerte Teil der Lodge) darf man nur mit Guide verlassen, nach Mitternacht nicht mehr das Zelt verlassen. Denn dann ist die Beleuchtung aus und die Hippos und Elefanten kommen.

Jedenfalls gibt‘s hier einiges Wildlife: sowohl Chobe Bushbuck als auch Bushbuck, Vervet Monkeys und Howard, das Haus-Hippo, liegt direkt gegenüber von unserem Zelt. Und natürlich Vögel. Schon auf der Anfahrt mit dem Speedboat sehen wir Hamerkop und vor allem ganz viele White-fronted Bee-eaters! Karin ist happy – wieder putzige Bee-eater. Und Michael auch, weil er hier jetzt endlich seinen ersten Hamerkop sieht.

Wir haben Zelt 2: kleine Terrasse zum Fluss, großes Bett, dahinter ein kleiner Bereich mit Schreibtisch, Garderobe, Platz für‘s Gepäck, dann ein schönes Bad.

Traumhafter Sonnenuntergang, wir haben es echt gut. Und das bisher beste Abendessen, super lecker und frisch. Es gibt Kürbissuppe, selbst gebackene Brötchen, Salat, Hühnchen mit Reis und Zucchini, leckerer Apfelstreusel als Nachtisch. Nachts hören wir Hippo-Geplatsche, Eulen, Elefanten und laute Vögel, Michael erhascht sogar einen Blick auf Howard.


Tierwelt auf der Hinfahrt und in der Lodge

Nach einem leckeren Frühstück – Müsli, Joghurt, Obstsalat, Obst, herzhafte Platte mit Schinken, Käse, Tomaten, Gurken, auf Wunsch auch Cooked Breakfast – geht es mit Tom auf den Morning Walk. Wir sehen eine Pel‘s Fishing Owl (die ist riesig, 60 cm hoch, 150 cm Spannweite). Keiner von uns hätte die gesehen – selbst als Tom genau den Ort beschreibt und sogar hinzeigt, dauert es eine Weile, bis wir sie auch sehen.  Außerdem erfahren wir, dass Elefanten immer wieder einen Kurzschlaf machen, ca. 5-10 min, und dabei ihren Kopf etwas erhöht an einen Ameisenhügel lehnen. Diese Ruhelager kann man gut erkennen, wenn man weiß, worauf man achten muss: eine Delle im Ameisenhügel in 1 m Höhe und 4 m davon entfernt Elefantendung 😂.

Den Tag über chillen wir, eine kühle Brise weht vom Fluss in die Lapa, wir vervollständigen die Vogel- und Tiere-Liste, sehen über uns unter dem Dach eine Peters‘s epauletted Fruit-bat hängen. Nur unterbrochen von einem wieder leckerem Light Lunch (Sandwich und Salat) … dann ruft auch schon Kaffee und Kuchen um 15:00 Uhr, bevor es auf die Bootstour geht. Mann-o-Mann, Stress pur.

Unser Sichtungswunsch: Malachite Kingfisher. Und er wird erfüllt  … leider ohne Foto … zu flink für unsere Fokus-Fertigkeiten. Dafür sehen wir viele White-fronted Bee-eaters, Hamerkops und African Skimmer, einige Swallows, den seltenen White-backed Night Heron, Yellow-billed Kite, Goliath Heron, mehrere Krokodile, zwei Elefanten im Schilf, Water Monitor, ganz wenige Hippos. Hier gibt‘s andere Vögel als im Delta, aber die überbordende Tierwelt des Delta findet man hier nicht. Zu viel Monokultur aus Papyrus und Schilf, aber interessant, diese andere Landschaft zu sehen.

Das Abendessen ist wieder eine Wucht: Gemüsepfannkuchen mit Dillsoße, frischer, knackiger Salat, Rinderfilet (köstliche Qualität) mit Kartoffelpüree, Rotweinsoße und Broccoli, als Dessert Brownie mit Sahne.

Gegen 21 Uhr sind wir im Zelt, wir hören das Hippo (oder einen Elefanten? Nein, wohl eher Hippo) nebenan plantschen, die Wildkamera wird doch ein letztes Mal montiert … vielleicht kommt ja Howard vorbei.

 

Birding Boat Tour


Foto des Tages: Sonnenuntergang über dem Okavango20.9.2019 - Xaro Lodge

 

22.-24.9.: Rückreise

Die letzte afrikanische Nacht (Maun heute Abend ist ja schon „Großstadt“) weckt uns morgens um halb 7 mit idyllischen Geräuschen: Vogelgezwitscher, die nicht geölte Schaukel (so nennen wir den Swamp Boubou, weil er sich genauso anhört 😊), zwei brüllende und kreischende Streitaffen, das friedliche Nilie-Plantschen, -Grunzen, – Schmatzen und der Elefant, der krachend ein paar Äste bricht.

Ein schneller Bootstransfer, diesmal ohne Birding, alles wieder ins Auto packen, Luftdruck erhöhen … um 10:15 Uhr geht’s auf den Pothole Highway nach Sehithwa. 265 km, die es in sich haben, immer wieder ist die Straße links oder rechts „ausgefranst“ mit zum Teil steilen Abbruchkanten, die Schlaglöcher sind meistens in der Fahrbahnmitte, 30-150 cm groß. Ohne Gegenverkehr geht es ganz gut, man fährt halt mit 80-90 km/h in der Mitte und nimmt die Löcher zwischen die Räder. Bei Gegenverkehr muss man Glück haben, dass die Straße gerade gut ist, oder man bremst ab, manchmal bis Schrittgeschwindigkeit. Nach 5 Stunden sind wir glücklich im Old Bridge, wo man uns ja schon kennt.

Wehmütig genießen wir den letzten Abend, Lesen, Schauen, Chillen. Und verschieben das Packen auf morgen!


Abendstimmung im Old Bridge


Der letzte Tag, sonst oft ein Stresstag, ist recht entspannt, dank Abflug erst am Mittag .

Mit jeweils genügend Pufferzeit schaffen wir alle Etappen ohne Hektik: Packen, Transfer, Checkin, Abflug Maun, Umsteigen in Johannesburg und Frankfurt, ICE nach Aachen. Bis auf das Boarding in Johannesburg, da steigt doch kurz der Blutdruck: Michael ist so relaxed, dass wir ohne Hektik spät in der Lounge losgehen und erst bei “Gate Closed” am Gate ankommen 😂.

Der Nachtflug ist dank gutem Essen, exquisitem Wein und dem Lay-flat-bed fast erholsam.

Wir landen pünktlich in Frankfurt, das Gepäck ist schnell da und so bekommen wir den gebuchten ICE um 7:09 Uhr. Der RE in Köln ist etwas verspätet, aber kein Problem … wir kommen um 10:20 in Aachen an.

Eine der entspannteren Rückreisen 👍.

 

Packen und Rückflug


Foto des Tages: Abschied von Afrika mit diesem Stillleben 😍23.9.2019 - Old Bridge - Stillleben mit Hippo, Hamerkop, African Jacana ... und Krokodil

 

Afrika 2019: Caprivi

13.-19.9.: Caprivi – same procedure as 2015! 😊

Der Caprivi-Streifen gefiel uns 2015 ausnehmend gut, vor allem die Flüsse. Routentechnisch passt er optimal, um den Besuch von Moremi und Chobe zu einer Rundtour zu verbinden. Insgesamt 6 Tage bleiben wir, jeweils 2 Tage:

  • Caprivi Houseboat Safari Lodge, direkt am Sambesi, bietet 5 Zelte mit Doppelbett, Bad und Terrasse. Nach den 8 Tagen im Dachzelt gönnen wir uns hier ein Bett 😊. Eine gemütliche Lodge mit originellen Möbeln, man kann Kajak fahren und eine schöne Sunset Rivertour machen.

  • Livingstone’s Camp liegt direkt außerhalb vom Nkasa Rupara National Park, dem größten Feuchtgebiet Namibias. 5 Campsites liegen am Waldrand mit Blick in die Schwemmebene, die wegen der Jahrhundertdürre aber nur noch einen kleinen Schlammtümpel hat. Jede Campsite ist schön schattig und riesig, den Nachbarn sieht man nicht, und hat ein eigenes Küchen- und Waschhaus.

  • Die Riverdance Lodge ist natürlich gesetzt, wegen der Gastfreundlichkeit, der hohen Qualität, dem leckeren Essen … und weil wir die Biro School noch einmal besuchen wollen. Wir nutzen den Pool, die Lapa, buchen Frühstück und Dinner im Restaurant und die Village Tour und die Sunrise Tour. Zwei erholsame Tage, wir lassen uns verwöhnen.

Fazit:

  • Die Mischung aus Flüssen, Wald und Savanne gefällt uns super.
  • Highlights sind die Bootstouren mit ihrer Mischung aus Tieren, Weite und lokalem Leben …
  • … die Carmine Bee-eaters, die trockene Einsamkeit des Nkasa Rupara National Parks und die Buffalo Core Area am Kavango.
13.9.-15.9.: Katima Mulilo am Sambesi
13.9.2019 - Caprivi Houseboat Safari Lodge, Tent 4
13.9.2019 – Caprivi Houseboat Safari Lodge, Tent 4

Gegen Mittag verlassen wir die Chobe Riverfront, die Grenze nach Namibia in Ngoma ist schnell geschafft, bis Katima sind es nur 70 km. Wir verfahren uns ein bisschen, landen in der LKW-Schlange an der Grenze nach Sambia, suchen vergeblich ein gemütliches Café in Katima und erreichen schließlich die Caprivi Houseboat Safari Lodge am frühen Nachmittag.

Unser Zelt gefällt uns gut, ebenso die 5 Hunde und Katzen. Wir haben eins der beiden Zelte mit Terrasse zum Sambesi.

Nach Essen, Kaffee, Duschen geht es uns besser, wir machen eine kleine Wanderung durch das Lodgegelände und zur Hippo Bar nebenan, die aber geschlossen ist. Hier ist auch der Badestrand der Einheimischen – wenn die Zeit passt, gehen wir morgen dahin 😀.

Der Mighty Sambesi ist auch bei niedrigem Wasserstand majestätisch, und wir bekommen diese Idee 👍.
Auf jeden Fall planen wir für den morgigen Ruhetag ein bisschen Kajakfahren, einen Ausflug nach Katima und die Sunset Boattour.

Die Nacht ist furchtbar – in der Nähe ist Party, laute (sehr! laute) Musik, erst um 6 Uhr hört sie auf 😱🤬😤.
Merke – niemals am Freitag nach Katima, da ist immer Party!

Nach dem Frühstück wollen wir die Kajaks mieten, aber auf einmal heißt es „Too dangerous: hippos, crocodiles, current“. Aber der Hinweis auf unsere Deltakajaktour überzeugt die Angestellte („Really? Okay, you are brave, take the kayaks.“) und wir genießen eine ruhige 1 ½ Stunden-Tour im Zweier, ca. 7 km. Klappte gut mit uns zweien 😍. Wir sehen Reed Cormorant, Pied Kingfisher, Green-backed Heron, Glossy Ibis, machen Rast auf einer Insel mitten im Sambesi.

Nach einem kleinen Mittagssnack in Katima und ein bisschen Einkauf geht’s um 16:30 Uhr auf die Bootstour, leider nicht zu den Bee-eaters, denn die Kolonie ist 50 km stromabwärts. Dafür tuckern wir geruhsam erst ca. 4 km stromaufwärts, sehen Krokodile und Hippos, White-backed Night Heron, jede Menge „Altvögel“ ☺️. Wir sind zu acht, der Skipper erzählt interessantes über Tiere, den Sambesi, die Nachbarschaft von Sambia und Namibia. Zur Abwechslung einmal keine Action, sondern Ruhe und Entspannung, keine spektakulären Tiere, sondern viele Details und „kleine“ Tiere.

Und noch ein Goodie: Heute Nacht war nirgendwo Party 😀.


Hippos, Crocs & People of the Sambesi:


15.9.: Carmine Bee-eaters
15.9.2019 - Carmine Bee-eater Colony
15.9.2019 – Carmine Bee-eater Colony

Schon zuhause hatten wir von den großen Karminspint-Kolonien gehört, die es am Sambesi gibt. Leider werden die Vögel seit einigen Jahren gewildert (in China sind die Federn große Mode 😤), einige Kolonien sind wohl schon verschwunden. Die nächste Kolonie ist ca. 50 km mit dem Auto entfernt, der Skipper hatte uns erklärt, wie wir zur Mubala Safari Lodge kommen, dort sollen wir weiter fragen. „Left on tar road, immediately the 2nd left onto the sandy track. Follow this road, if in doubt at a branch, take the left. You cannot miss the colony, there are 100s of birds.“ 😎. Der Weg windet sich schnell zum Sambesi-Ufer, dann muss man aber noch ein ganzes Stück fahren, weiter als wir denken. Wir geben aber nicht auf … und finden es 👍.

15.9.2019 - Carmine Bee-eater Colony

Karin ist glücklich und schießt sicher 100 Fotos.

Die Bruthöhlen sind hier nicht im Ufer, das ist wohl nicht fest genug, sondern im Boden. Jede Höhle bis zu 3 m lang, sagt der Ranger, der uns erklärt, wo wir gehen dürfen. Er zeigt uns den über der Kolonie kreisenden Yellow-billed Kite: „A very young kite, it does not yet know that the chicken will only come in 2 weeks.”
Tagsüber sind die meisten Vögel bis zu 50 km entfernt, auf Futtersuche, so dass wir „nur“ hunderte sehen. Aber auch das ist beeindruckend und wunderschön.


 
15.9.-17.9.: Nkasa Rupara National Park
16.9.2019 - Nkasa Rupara NP - Lilac-breasted Roller
16.9.2019 – Nkasa Rupara NP – Lilac-breasted Roller

Gegen 11:30 Uhr sind wir wieder in Katima Mulilo, tanken zur Sicherheit voll. Der Trecker frisst auch auf Asphalt, bei gemütlicher Fahrweise, ca. 15 l / 100 km 😳.

Bis Livingstone‘s Camp sind es ca. 100 km, gegen 14 Uhr kommen wir an, nach 213 km insgesamt. Mittagssnack, ausruhen, lesen. User Joerg vom Namibia-Forum ist der Camp Host hier. Er erzählt uns, dass die Elefanten hier klüger sind als im Moremi – sie drehen die Wasserhähne auch wieder zu 😂.

Kurzentschlossen fahren wir noch zum Nationalpark, erreichen nach 20 min Fahrt das Entrance Gate. Wir zahlen 180 NAD Eintritt für heute und morgen. Wir sind die einzigen Besucher heute Nachmittag – und die Ranger bitten uns, pünktlich um 18 Uhr raus zu fahren, weil sie warten müssen, bis der letzte den Park verlassen hat.

Wer glaubt, dass Savuti trocken ist – hier schlägt die Jahrhundertdürre richtig zu. Wir sehen außer ein paar Pfützen kein Wasser, alles ist ansonsten ausgedorrt, wenig Tiere. Die Weite und Einsamkeit gefällt uns trotzdem, ein Kontrastprogramm zu den bisherigen Landschaften: goldene Grasebenen, recht viele hohe Bäume, keine Mopane-Ödnis, trockener Schlamm. Man kann sich gut vorstellen, dass hier in der Regen-/Flut-Zeit ein Paradies für Tiere ist, aber mit dem Auto kein Durchkommen.

15.9.2019 - Nkasa Rupara NP - Magpie Shrike
15.9.2019 – Nkasa Rupara NP – Magpie Shrike

Außerdem heißt „wenig Tiere“ in Afrika immer noch „jede Menge“, also für uns Städter ein großes Erlebnis. Wir sehen Wardhogs, ein paar Impalas und Vögel, die wir noch nicht kennen.

Unser langer Game Drive am nächsten Tag führt uns nach ~25 km an einen Nebenarm des Linyanti, hier geht es nicht mehr weiter. Wir spazieren ein bisschen, sehen eine große Lechwe-Herde, im Schilf ein paar Reiher und Holy Ibis. Auf der Weiterfahrt Richtung Nkasa Island begegnen uns Elefanten, Zebras, Impalas, und einige Lilac-breasted Rollers, Starlings, Hornbills.

Es ist brütend heiß, der Wind ein starker trockener Fön, selbst das Mittagspicknick ist ermüdend. Wir setzen uns bald wieder ans Steuer, da kühlt uns die Klimaanlage. Wir wollen nach Kawendumu, laut Karte ein Picknickplatz auf Nkasa Island direkt am Linyanti. Aber der Weg endet auf einmal, er ist vorher schon immer dünner  geworden und manchmal nur zu erahnen. Auf dem Rückweg genießen wir das schöne Grasmeer, queren immer wieder Kanäle, die jetzt trocken liegen. In der Regenzeit oder während der Kwandoflut wäre man bis zum Dach im Wasser gewesen. In dieser Zeit ist Nkasa Island auch nicht zugänglich, die ganze Grasebene ist dann eine Riesenlagune, nur die Bauminseln schauen heraus.

Zurück im Camp, nach 9 Stunden und 90 km, machen wir uns einen gemütlichen Abend, mit Gemüsecurry und Reis (2-Flammen-Herd, Stufe 1 und 2 😂), Lesen.

Camping ist schööön – wir freuen uns schon auf‘s Womo in Kanada 🇨🇦😍.
Das Dachzelt finden wir cool, gemütlich und sicher. Aber die Isomatten sind wichtig, auch wenn es jeden Abend eine Fummelei ist, die untendrunter zu schieben.

 

Landschaft und Tiere im Nkasa Rupara National Park:


Foto des Tages: Red Lechwe16.9.2019 - Nkasa Rupara NP - Red Lechwe

16.9.2019 – Nkasa Rupara NP – Red Lechwe

 

17.9.: Buffalo Core Area

Heute wird ein langer Tag!

Morgens besuchen wir das kleine Livingstone Museum in Sangwali, ca. 3 km nördlich von Livingstone’s Camp. Es wurde 2000 von Linus Mukwata aufgebaut und seitdem liebevoll gepflegt und beschreibt das Leben und Wirken von David Livingstone und anderer Missionare hier in der Region – vor allem auch das nicht immer glückliche Zusammentreffen mit den lokalen Stämmen der Makololo und Mayeyi. Die Exponate wurden in der Umgebung gesammelt oder an der Universität in Katima Mulilo erstellt. Wir haben ein intensives und interessantes Gespräch mit Linus über die Geschichte und den heutigen Wandel der lokalen Bevölkerung. Beeindruckend, wie positiv Linus zum Wandel eingestellt ist.

Dann kommen 250 km auf der langweiligen B8, die sich schnurgerade durch den Caprivi-Streifen zieht. Nur unterbrochen von einmal Tanken und noch etwas Einkaufen im kleinen Dorf Kongola. Ab und zu sehen wir ein Auto, häufiger sind Tiere und Fußgänger.

Die Buffalo Core Area des Bwabwata National Park liegt als schmaler Streifen am Ostufer des Kavango und ist ein wichtiger Wanderkorridor für die Tiere zwischen Angola und dem Okavangodelta. Dieser Bereich ist noch so etwas wie ein Geheimtipp, die meisten fahren dran vorbei – so wie wir 2015 auch.

Wir kommen hungrig (okay – einer ☺️) am späten Mittag an und finden schnell einen wunderbaren Picknickplatz mit Blick auf die Flood Plain des Kavango. Die Ranger weisen uns auf einen Büffel hinter der nächsten Biegung hin, der sehr aggressiv sei – wenn der in Sicht komme, sollten wir aufbrechen. Er kommt aber nicht … und wir genießen die Pause, den Blick, die Tiere.

Anschließend fahren wir gemütlich die Uferpiste bis zum südlichen Ende des Parks an der Grenze zu Botswana, ca. 25 km. Neben jeder Menge Elefanten, Vervet Affen, Wardhogs, Impala, Kudu, Reiher, Störche, Ibis, Enten, Gänse sehen wir Lechwe, Bateleur, Sable Antelope, Chobe Bushbuck, Büffel, Hippos. Eine unglaublich reichhaltige Fülle 😃.

 

Die Kavango Flood Plain in der Buffalo Core Area:

 
17.9.-19.9.: Riverdance Lodge am Kavango
18.9.2019 - RiverDance Lodge
18.9.2019 – RiverDance Lodge

Gegen 17:00 Uhr fahren wir weiter zur RiverDance Lodge, noch ca. 40 km. Wir bekommen Campsite 1, wie alle Campsites sehr schön, mit eigenem Waschhaus, Feuerstelle und Blick auf den Kavango. Die neuen Besitzer Chris und Pascale sind sympathisch, gastfreundlich, kümmern sich ebenfalls intensiv um die Community und die Schule. Wir sortieren uns erst einmal, schauen uns die aktuellen Activities an und buchen die Sunrise Tour für morgen, Dinner für morgen Abend und Frühstück für übermorgen. Die Village Tour bzw. den Schulbesuch sollen wir morgen spontan absprechen.

Ein sehr schöner, aber auch sehr langer Tag – wir erholen uns erstmal in der Lapa bei etwas Internet und zwei Gläschen Wein. Am späteren Abend bringt Michael seine liebe Frau Karin dazu, noch etwas schönes zu kochen 😍. Frei nach den 101 Dalmatinern 😀. Es gibt Gemüse mit Tomatensoße und Nudeln. Messerscharf geschlossen: 2-Flammen-Herd.

Es wird spät heute, Michael ist total k.o. (müde, Rücken) und geht um 22 Uhr auf‘s Dach. Karin liest noch etwas am Feuer. Ein paar Hippos grunzen 😀.



Sunrise Tour auf dem Kavango

Wir sind um kurz vor 6 Uhr für die Sunrise Tour an der Boat Ramp, die einzigen Teilnehmer heute. Das ist das Gute an den Sunrise-Touren, die sind nicht so beliebt ☺️.

Augustinus ist unser Guide, recht wortkarg, aber nett. Naturgemäß sind Morgendämmerung und Sonnenaufgang am Anfang der Tour, es geht quasi direkt los. Anschließend tuckern wir noch 1,5 Stunden an Inseln vorbei mit engen Passagen durch Stromschnellen. Wir sehen Hippos und ein paar Krokodile (ein süßes kleines dabei) und natürlich wieder jede Menge Vögel: Black-backed Heron, Pied Kingfisher, Little Bee-eaters, Coppery-tailed Coucal, Water Thick-knee, Rock Pratincole und, sehr schön anzuschauen, einen Baum mit vielen African Darter, Egrets, Cormorants: sieht aus wie ein Baum mit großen Blüten in weiß, schwarz und braun.

Kurz nach 8 Uhr sind wir zurück und verabreden, dass wir kurz nach 9 Uhr den Village Walk mit Besuch der Schule machen.





Village Walk und Biro School

Der Village Walk gefällt uns, wir erfahren einiges über die Heilwirkung diverser Bäume, u.a. gegen Durchfall, Windpocken, sogar Malaria. Im Dorf sehen wir, was aus diversen Getreiden und Früchten gemacht wird. Manche werden unverarbeitet gegessen, manche zu Mehl weiter verarbeitet … und aus allem wird auch Bier gebraut. Viele schmecken echt lecker.

Anschließend besuchen wir den von Riverdance gespendeten, neuen Kindergarten. Hier gehen die Kleinen zwischen 4 und 7 für ein bis zwei Jahre in die Vorschule und kommen dann, je nach Fortschritten, in die Biro Primary School.

In der Schule müssen wir einen kleinen Moment warten, dann kommen der neue Principal (seit 1 Monat), und jede Menge Lehrer und erzählen uns, was sie von der Spende letztes Jahr angeschafft haben. Das Kollegium hat gemeinsam diskutiert und entschieden: den allerersten Computer, einen Anschluss an die Trinkwasserleitung (vorher gab es nur Kanister) und vom Rest viele Mal- und Schreibbücher sowie Maismehl.

18.9.2019 - RiverDance Lodge
18.9.2019 – RiverDance Lodge

Jeder will ein Gruppenfoto mit uns. Als ich das einzige Bild zeige, was ich vom Besuch 2015 auf dem iPhone habe, will es jeder unbedingt sehen. Anschließend bekommen wir alles in natura zu sehen: Computer, Wasserhahn, den Rest der Wasserschläuche, die Bücher. Das Maismehl war wohl schon aufgegessen ☺️.

Den Nachmittag verbringen wir mit Lesen, WhatsApp, Rückenmassage (sehr wohltuend), Pool, Kaffee und Kuchen.

Das Dinner ist sehr lecker, Vol au Vent als Vorspeise, Ragout Stroganoff (ohne Pilze!) mit leckerem Gemüse, nur der Nachtisch (Cheasecake) ist wieder so süß, dass es einem die Zähne zusammenzieht.

Um 8 Uhr sind wir schon müde, halten noch 30 min am WLAN aus, sind kurz vor 9 im Bett. Mit Wehmut denken wir daran, dass morgen die letzten 4 Tage anbrechen 😭.

 

Fotos des Tages: Sonnenaufgang am Kavango

 

Afrika 2019: Chobe National Park

9.9.-13.9.: Chobe National Park

Im Gegensatz zum Moremi sind die Entfernungen im Chobe National Park riesig –  mehr als 40.000 km² durchquert man hauptsächlich auf Sandpisten, nur im äußersten Norden gibt es die Teerstraße von der Grenzstation Ngoma bis Kasane. Mit den Entfernungen kommen wir durch frühes Losfahren gut zurecht, man muss aber einen Schnitt von nur 15-20 km/h einkalkulieren. Rechts in der Karte kann man durch Klick auf die Icons herausfinden, wo unsere Abenteuer genau waren.

Wir verbringen 4 Tage im Chobe:

  • Savuti ist legendär, mit seinen Löwen und großen Elefanten-, Büffel-, Gnu-, Zebra-Herden. Aber dieses Jahr wirkt die furchtbaren Dürre sich hier, weit entfernt von allen Flüssen, besonders stark aus. Keine Herden, auch Löwen sehen wir nicht. Die Landschaft ist zwar beeindruckend in ihrer Weite – aber eben knochentrocken.

  • Linyanti haben wir als 2-Tage-Stopp eingeplant, zum Erholen und Tierbeobachtungen. Unsere Erwartungen werden übertroffen: Die Campsite ist unsere schönste, viele Tiere, weiter Blick über die Linyanti Flood Plain mit Elefanten, Büffeln, Hippos und jede Menge Vögel. Wir verbringen zwei wunderschöne Ruhetage.

  • In Ihaha erlebten wir 2015 eine traumhaft schöne Übernachtung an der Chobe River Front. Entsprechend groß ist unsere Vorfreude. Aber zunächst sind wir enttäuscht: Die Campsite 4 ist ohne Schatten, schräg, kein so toller Blick wie die Campsite 1 damals. Außerdem sind wir von der anstrengenden Fahrt k.o.
    Aber nach Dusche, ein bisschen Ausruhen und unserer Campingroutine versöhnt uns die Abendstimmung und die Tiere in der Chobe Flood Plain. Und für die Game Drives an der Riverfront haben wir dieses Jahr viel Zeit eingeplant … und sind schnell versöhnt: Es ist traumhaft geblieben!😍

Fazit:

  • Ja, der Chobe ist 4×4-Abenteuer und Afrika pur: groß, einsam, Hitze, Tiere.
  • Am schönsten: Die Weite von Savuti und die Riverfronts von Linyanti und Chobe.

9.9.: Marsh Road, Savuti
9.9.2019 - Savuti Camp, #1
9.9.2019 – Savuti Camp, #1

Die große Straße von Khwai bis Magabe ist breit und bis auf wenige Passagen recht gut, die Marsh Road sogar sehr gut zu fahren, bis auf ein paar holprige getrocknete Schlammpassagen, die aber langsam kein Problem sind. Die letzten 2 km vor dem Savuti Gate haben es aber in sich: Tiefsand, ein paar mal war es knapp im 2. Gang. Aber der 1. Gang und Lo4 wären ja noch als Reserve da gewesen.

Das Savuti Camp ist heiß, tiefsandig und staubig, zum Waschhaus ist es – obwohl wir „direkt“ nebenan sind – eine kleine Wanderung. Karin gefällt es gar nicht. Wir sind aber auch beide k.o., nach einem kleinen Snack und Kaffee geht es uns besser. Wir schmieden Pläne für den späteren Nachmittag, auch wenn wir überhaupt keine Lust haben, den Tiefsand hinter dem Camp Gate noch mal zu fahren.

9.9.2019 - Savuti Camp, #1 - Yellow-billed Hornbill
Yellow-billed Hornbill

Wir beschließen, nur das kurze Stück bis zur Brücke zu fahren, dann auf die andere Seite des Savuti Channel zu wechseln und weiter südlich zu den Baobab Hills und den Rock Paintings zu fahren. Auf jeden Fall wird jetzt erst mal bis 16 Uhr gelesen und den vorwitzigen Hornbills, Starlings und Squirrels zugeschaut. Die wollen alle nur das eine: etwas von dem Essen abhaben. 🤭

Auf dem Weg zu den Baobabs kommt direkt ein Tiefsandstück, Michael gibt Gas („Keep your momentum!“ haben wir ja gelernt!) und konzentriert sich auf die Fahrspur. „Stop“ ruft Karin, „stoooppp“ … und wir kommen 10 m vor dem Elefanten zum Stehen. Wir hätten ihm die Zehen und den Rüssel abgefahren, die als einziges in die Fahrspur ragten. Der Rest des Elefants war gut getarnt hinter einem Baum. Puh, Glück gehabt, das wäre für beide Verkehrsteilnehmer nicht amüsant gewesen. 😳😱

Gegen 18 Uhr fangen wir mit dem Abendprogramm an … Müllsack, Kramtüte, Kochkiste, Haushaltskiste ausräumen, Michael Feuer und Zelt, Karin kocht, und zwischendrin muss jeder noch jede Menge kramen 😄. Heute gibt es Kudu-Steak, Maccaroni und Tomaten-Erbsen-Zwiebelsoße.

Savuti und die Landschaft gefallen uns gut, der Campground nur mittelmäßig.

 

Foto des Tages: Jungbullenherde an der Marsh Road9.9.2019 - Chobe Marsh Road

 
10.-12.9: Linyanti

Am Gate empfiehlt uns die Lady die direkte Route nach Linyanti, nur die ersten 3 km seien Tiefsand, danach „easy going, your car will do this“. Wir riskieren es 😎. Und tatsächlich, diese ersten 3 km (eher 4) haben es in sich. Wie im Bradt Safari Guide steht: „Testing the driver‘s abilities (and that of the car) to the maximum“. 🤭
Also 2. Gang Hi4, so haben wir es gelernt, Gas geben (so 25 km/h) und durch, egal wieviel es schaukelt und rüttelt. Aber es hilft nichts, wir werden immer langsamer, der Motor nimmt kein Gas mehr an, wir bleiben stehen. Aber natürlich wie gelernt sofort vom Gas gehen, kein Eingraben 👍.
Lo4 rein, die nächsten 200 m oder so im 2. Gang mit 8 km/h schleichen, dafür aber sicher durch den Sand. Bergab geht wieder Hi4 mit 20-25 km/h … und die nächsten 20 min immer weiter im Wechsel. Lo4 baggert uns immer wieder raus. 😀

10.9.2019 - Linyanti Camp, #3 - Little Bee-eater :-)
Little Bee-eater :-)

Danach geht es besser, kaum noch Sand, ab und zu ein paar hubbelige getrocknete Schlammlöcher. Um 11:50 Uhr sind wir da, nach 39 km in 1:50 Stunden, immerhin ein Schnitt von über 20 km/h, nicht viel weniger als auf der Marsh Road.

Linyanti gefällt uns beiden auf Anhieb super: Das Wasser des Linyanti-Flusses, der weite Blick über den Linyanti Marsh, Bäume spenden Schatten, ein kleine Brise kühlt. Wir sehen und hören Elefanten und Hippos, dazu Wardhogs, jede Menge Vögel, u.a. Marsh Harrier, Starlings, Bee-eater, Crested Barbet. Wir machen erst einmal ein paar Stunden Siesta und essen weisungsgemäß alles Obst auf, weil dies die Elefanten riechen und dann nachts den Wagen rütteln. 😳

Die Game Drives, insgesamt drei an den beiden Tagen, sind traumhaft, durch lichten Wald („riparian forest“), immer wieder mit Blick auf den Linyanti Marsh, ab und zu verlangen Elefanten ihre Vorfahrt. Wir sehen nichts sensationelles wie Löwen oder Leoparden, aber Idylle und viele „kleine“ Tiere: Kudus, Elefanten, Büffel, Zebras, Impalas, Red Lechwe, Baboons, Reiher, Karins Lieblingsvogel Little Bee-eater, Adler.

Im Camp lesen wir viel, schauen Vögel und in die Linyanti Flood Plain, waschen uns und etwas Wäsche. Relaxing. Die Nächte sind richtig laut: Zirpen, Hippos, Elefanten und jede Menge unbekannte Tiertöne, wir meinen auch Hyänen zu hören. Wir lieben es! 😍

 

Foto des Tages: Schon wieder Elefanten ☺️10.9.2019 - Linyanti, Game Drive

 
12.-13.9.: Linyanti-Kachikau Road, Chobe Riverfront, Ihaha

Wir kommen um 8 Uhr weg, aber wir wollen früh die Tiefsandpiste des Chobe angehen. Die ersten 10 km der Linyanti-Ghoha-Road klappen gut, immer schön viel Schwung … aber dann kommt uns ein Militär-LKW entgegen, der die Sandspur vor uns kaputt macht: Jetzt ist sie zu breit und zu tief 😱.
Nach kurzer Zeit bleiben wir stecken, das rechte Rad in der LKW-Spur, das linke im Mittelsandrücken der LKW-Spur. Hinten sitzt der Wagen mit Federn und Hinterachse auf ☹️. Wir buddeln 20 min, kommen raus und knapp 5 m weiter sind wir wieder drin – noch mal 20 min schaufeln, diesmal buddeln wir auch eine „Anlaufspur“ frei. 15 min später erwischt es uns dann wieder … schaufeln, wechselseitiger Anflug von schlechter Laune, weiter schaufeln, es kommt ein Auto, sie helfen schieben und wir kommen raus.

Wir nehmen uns vor, ab jetzt den Ratschlag aus dem Bradt Reiseführer zu beherzigen: Wenn man feststeckt, erst mal in Ruhe eine Tasse Tee und ein paar Kekse genießen. Dann sind Stress und evtl. schlechte Laune abgeklungen … und vielleicht ist ja jemand gekommen und hilft 😊.

13.9.2019 - Chobe Riverfront - Impala und Little Egret
Impala und Little Egret grüßen sich :-)

Dieser Plan ist der Schlüssel zum Erfolg, kein Festfahren mehr, wir kommen die restlichen 50 km gut durch. Nach insgesamt 71 km Sand, Tiefsand und Rüttelei erreichen wir kurz vor 12 Uhr Kachikau, 3:50 Stunden inklusive 1 Stunde Schaufelei, gar nicht so schlecht – im Forum kann man Horror-Stories von stundenlangem Schaufeln, 2-4 Platten und 7-11 Stunden lesen. Insgesamt haben wir nur 3 Wagen gesehen – den blöden Militär-LKW und zwei Entgegenkommer. Hier in Kachikau beginnt wieder der Asphalt, es gibt einen Craft and Bottle Shop. Michael pumpt die Reifen auf, Karin holt Nachschub (Savanna und Botswana Bier).

Noch einmal schnelle 50 km auf Asphalt, dann sind wir am Ngoma Gate und fahren an die Chobe River Front. Hunderte Tiere, vielleicht auch tausende: Giraffen, Zebras, Elefanten, Gnus, Büffel, Impala, Kudus, Wardhogs, Waterbucks, Geier, Reiher, Störche, Enten, neue Vögel, an deren Namen wir noch arbeiten müssen. Aber wir sind k.o., es macht uns keine rechte Freude, darum fahren wir nach einer Weile ohne weitere Pausen nach Ihaha, wo wir gegen 16 Uhr ankommen. 8 Stunden unterwegs, unser längster Tag. 

Wir lassen es geruhsam ausklingen, kein Game Drive heute mehr. Schöne Abendstimmung mit Zebras, Büffeln, Elefanten in der Ebene.

Am nächsten Morgen genießen wir erholt die Riverfront. Viele Tiere, wieder neue Vögel: Yellow-billed Stork, Southern Pochard (eine braune Ente), Spur-winged Goose (eine große Gans, 1 m hoch) und außerdem ganz viele Carmine Bee-eaters. Die Vierfüßler-Herden sind riesig, hunderte Zebras, sehr große Impalaherden, die sich hier anscheinend zusammen schließen. Giraffen, Büffel, zum ersten Mal Roan Antilopen, Fischadler, Kormorane, Ibisse, Reiher.

 

Foto des Tages: Elefanten zum dritten ☺️ … wir lieben Elefanten!12.9.2019 - Ihaha, #4

 

 

Afrika 2019: Moremi

5.9.: Wir übernehmen unseren “Landy”

Diesmal entscheiden wir uns für die „full-blown 4×4“ Variante: ein Toyota Landcruiser von Travel Adventures Botswana. Bereits bei Einweisung und Fahrtraining merken wir, wie robust, schwer, groß alles im Vergleich zum HiLux ist. Wir lernen, das Wagenheber-Monstrum zu benutzen, Reifen zu wechseln, wie und wann man Hi4, Lo4 und Differentialsperre nutzt, fahren uns absichtlich im Sand fest  und versuchen, uns wieder raus zu buddeln … und hoffen inständig, dass wir auf unserer Tour weder einen Platten haben noch uns festfahren. Aber wir haben Glück (bzw.: natürlich sind wir tolle Fahrer): Unser Landy bringt uns überall wie ein Trecker durch, keine einzige Panne. Wenn es im Sand kritisch wird, hilft Lo4. Nur zwischen Linyanti und Ghoha bleiben wir 3x in der Military Truck Spur stecken. Und einmal lässt uns der Kühlschrank im Stich: Dass Stromkabel ist durchgescheuert und nette Nachbarn finden den Fehler und flicken uns das Kabel.

Die Ausstattung ist 1a, alles in ausgezeichneter Qualität und sehr reichhaltig, es fehlt uns an nichts. Wir brauchen 2 Abende, dann ist alles sortiert:

  • Schubladen: Geschirr, Frühstückskram, frische Vorräte, Konserven
  • Große Kiste für die gusseisernen Töpfe und Pfannen
  • Kühlschrank und Gasflasche haben rechts und links ihren Platz.
  • Mit Feuerholz, Wasservorrat, Werkzeugkiste ist hinten alles voll.

So bleibt die Rücksitzbank für unser Gepäck: Die Reisetaschen ganz oben, damit man schön drin kramen kann. Drunter und drum herum sind Fotorucksack, Schuhe, Rucksäcke, Elektrokiste, Wäschesack verstaut, vorne dann die Kameras, iPad, iPhones, Karten, Kekse, Reiseführer, Akkus mit Ladeutensilien … und wir zwei. 😃

Fazit:

  • „Ruggedized“ – diese schöne englische Wort beschreibt den Landcruiser am treffendsten 😊.
  • Travel Adventures ist 1a – sowohl die Qualität als auch der Service.
  • Der Preis ist allerdings auch 1a – mit Abstand der teuerste Anbieter, etwas gemildert, weil man bei Übernahme/Rückgabe in Maun keine Transfer- bzw. Einweggebühr bezahlen muss.
Unterwegs: Straßen, Brücken, Sandwege Roadblocks – Tiere haben immer Vorfahrt!
5.9.-8.9.: Moremi Game Reserve

Nach der Wagenübernahme und dem Großeinkauf für 8 Tage Wildnis ohne Einkaufsmöglichkeiten fahren wir nur noch 43 km bis zur Mochaba Crossing Lodge. Wir kramen zwei Stunden, erholen uns im Pool und gönnen uns das Dinner in der Lodge.

Die drei Tage im Moremi Game Reserve sind geruhsam, insgesamt nur 200 km mit schönen Game Drives, erlebnisreichen Picknickpausen und viel Muße in den Camps.

  • South Gate gilt vielen nur als 4. Wahl im Moremi, hat uns als Auftakt aber ausnehmend gut gefallen: gepflegt, schöne Sites, gute Ausgangsbasis für die Black Pools und Xini Lagoon … und aufregender Elefantenbesuch am Abend.

  • Xakanaxa gefällt uns mit seiner Lage an der Lagune am besten. Die Sites sind sehr groß mit schönen Bäumen, ein kleiner Abendspaziergang zur Boat Ramp ist ein guter Auftakt für den Sonnenuntergang auf der Site.

  • Khwai North Gate liegt ideal für die Game Drives rund um die Khwai River Plain. Die Campsite selbst ist nicht so schön – alles recht alt und renovierungsbedürftig, nur Campsite 3 hat eine schöne Lage. Aber als Übernachtungsetappe zwischen Moremi und Savuti ist North Gate sehr passend.

Fazit:

  • Moremi hat vielfältige Landschaften  und eine sehr vielfältige Tierwelt.
  • Die Entfernungen sind recht klein, so dass die Tagesetappen moderat sind.
  • Weite Teile wie Dead Tree Island und Mboma Island haben wir uns für’s nächste Mal aufgespart 😃.
 
6.9.: Black Pools und Mokutshomo Picknick

Nach dem Festfahren und mühsamen Ausbuddeln beim Fahrtraining fiebern wir den ersten Sandpisten im Moremi entgegen. Jeder Tiefsandabschnitt wird mit Schwung und ein bisschen Nervenflattern angegangen – haha, alles easy, die wirklich tiefen Sandpisten sehen wir erst im Chobe. 😳
So tuckern wir geruhsam durch trockene Savannen und lichte Wälder, sehen Impalas, Gnus, Zebras, Giraffen, Baboons und Wardhogs.


Fotos des Tages: Elefantenbesuch im South Camp

 

7.9.: Bodomatau Lagoons und Makerekwa

Auf den 70 km zwischen South Gate und Xakanaxa sehen wir nur 4 andere Autos, aber tausende Tiere 😃. Trotz der Trockenheit führen die Lagunen noch Wasser, bei weniger Dürre hätten wir sicher einige schwierige Wasserdurchquerungen gehabt, aber so bleibt es bei einer knöcheltiefen Durchfahrt.
Das Picknick in Makerekwa beschert uns einen spannenden Elefantenbesuch.


Foto des Tages: der Leopard an der Bodomatau Lagoon7.9.2019 - Moremi, Bodomatau Lagoon - Leopard

 
8.9.: Sexugu und Khwai River Plain

Heute fahren wir zwischen Xakanaxa und North Gate nur knapp 50 km, aber mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von sagenhaften 8 km/h. ☺️
Immer wieder halten wir zum Fotografieren an, machen ausführliche Pausen am Hide der Hippo Pools und am Duck Pond Camp am Khwai River.


Foto des Tages: einer der vielen Roadblocks8.9.2019 - Moremi Xakanaxa

 
Unser Campingleben 😊

Unser schnell eingespieltes Programm, sobald wir im Camp ankommen:

  • Das Auto muss so stehen, dass Neigung, Anordnung von Tisch, Stühlen, Feuerstelle, Dreckplane und Schatten und Windrichtung (Rauch!) passen. Wir haben da schnell eine harmonische Meisterschaft entwickelt, Geduld und Langmut muss mal der eine („Nein, hier geht nicht, die Plane ist zu weit weg“), mal die andere („hier ist kein Schatten und der Wagen steht nicht in der Waage“) haben. 😍
  • Gemeinsam räumen wir Tisch, Stühle und Bodenplane raus, auf die Plane kommen die Topf- und Geschirrkiste sowie Müllsack und die Krimskrams-Ikeatüte. Wobei Karin die Klettermaxe ist, die in die „Höhle“ kriecht und die hinteren Sachen rausholt. Sie weiß, wo alles ist. Das Feuerholz wird zur Feuerstelle geschleppt, Anmachholz gesammelt.
  • 2 Savannah öffnen.
  • Karin bereitet das Essen vor, Michael macht Feuer 🔥, damit wir für‘s Kochen eine schöne Höllenglut haben.
  • Sobald das Feuer brennt, baut Michael das Zelt auf, nur zum Runterklappen muss Karin helfen und aufs Dach klettern. Im Dachzelt werden alle Lüftungen geöffnet, die Isomatten unter die Matratze geschoben, alles schön aufgeräumt und die Fliegengitter geschlossen.
  • Ziel ist, dass Höllenglut und Essenschnibbelei etwa gleichzeitig fertig sind, was bereits am zweiten Tag gut klappt.
  • Ca. 1,5 Stunden nach Ankunft ist ein leckeres Essen fertig. Meist gibt es vegetarische Küche (Gemüse, Curry, Frikos), ab und zu auch Würstchen, Kudu-Filet oder super Rindersteaks. Das Kochen auf dem Feuer gelingt gut – Michael lernt schnell, wie man mehrere Herdplatten konstruiert, sogar nach Karins Vorgabe in Stufe 1 bis 3. 😊
  • Nach dem Essen heben wir die Reste für die Mittagspause am Folgetag auf. Spülen, alles sorgfältig wegpacken … vor 10 Uhr sind wir müde … noch ein bisschen lesen, kuscheln … Wecker auf 6 Uhr.
 

Afrika 2019: Kajaktour im Okavangodelta

Donnerstag 29./30.8.: Hinreise via Johannesburg nach Maun

Wir haben den Nachtflug mit Lufthansa ab Frankfurt gebucht – und im November ein Schnäppchen-Angebot zum Upgrade in die Business Class ergattert. Um es vorwegzunehmen: Nobel geht die Welt zugrunde, echt too much … aber das Lay Flat Bed ist absolut klasse.

Wir nehmen den ICE, eigentlich in 95 min direkt zum Flughafen, aber wegen eines Defekts müssen wir mit unserem ganzen Gepäck in Köln umsteigen. Zu zweit nehmen wir ja genauso viel „allgemeinen Kram“ mit wie zu viert, können es aber nicht auf 4 Personen verteilen – also haben wir 3 große Taschen zum Aufgeben und als Handgepäck den schweren Fotorucksack und jeder einen kleinen Tagesrucksack.

30.9.2019 - Umsteigen in Johannesburg
30.9.2019 – Umsteigen in Johannesburg

Wir landen pünktlich um 8:20 Uhr, dank des schönen Betts hatten wir 5-6 Stunden Schlaf. Wir teilen uns auf – einer chillt in der SAA-Lunge, eine geht bummeln, zur Sicherheit mit ein paar Rand. Der Flug nach Maun geht pünktlich, wir fliegen im kleinen Avro RJ85. Nach weniger als zwei Stunden landen wir, unterwegs viel trockene Landschaft. Der Flughafen ist so klein, dass wir auf der Suche nach dem Gepäckband glatt die Ankunftshalle übersehen: „Do you have luggage?“ … „Yes, we have“ (und wollen am ihm vorbei) … „Where is your luggage“ … „Possibly on the luggage belt“ (und ich gehe weiter) … „Stop, your luggage … it will come here!!!“ 😂.

Gegen 15:00 Uhr, fast genau 24 Stunden nach der Abfahrt zuhause, kommen wir im Old Bridge Backpackers an. Das Old Bridge gefällt uns richtig gut. Einfach, aber nett, kein Schicki-Micki, leger, freundliche und nette Leute. Und direkt Afrika-Feeling: Hippos, Crocs, jede Menge Vögel.

Wir haben eines der fünf “Tents”, eine Holzkonstruktion mit Zeltwänden und Zelt- oder Wellblechdach und Veranda zum Thamalakane River. Das Essen hier ist frisch zubereitet, große Auswahl und wirklich lecker. Das wissen auch die Einheimischen, darum ist hier immer was los.

Wir telefonieren noch mit John von Kayaktive … morgen früh holt er uns um 8 Uhr ab und unser Abenteuer beginnt.

Nachts ist es sehr laut: Musik, Autoverkehr, Hundegebell. Aber am lautesten schnorcheln …  die Hippos.

Fazit:

  • Nachtflug ist echt gut, Umsteigen in Johannesburg war auch dieses Mal wieder stressfrei.
  • Old Bridge (wie es die Einheimischen nennen) ist eine legere, coole Location mit äußerst leckerem Essen.

 

Old Bridge: Man ist sofort „in Afrika“ … jedenfalls für uns Mitteleuropäer ☺️:

 
31.8.-4.9. Kajaktour

Karin meinte Anfang 2018, als die Planung begann, dass ihr 3 Wochen nur im Auto zu langweilig und zu wenig Action wäre. Wir sind ja Outdoor-Fans und bei unserem Namibia-Urlaub 2015 hat es uns gestört, dass man kaum Wanderungen unternehmen kann.

Also googelten wir „Activities Okavango Delta“ … einer der ersten Treffer war das Abu Camp, mit Bootsausflügen und Elefantenreiten … dann sahen wir den Preis von 2.980 USD pro Person und Tag (😱) … und fragten uns, ob man zur Abreise den Elefanten mit eingepackt bekommt? Okay, also kein Elefantenreiten.

Die Lodges oder Camps bieten aber nur Mokoro-Touren an (Einbaum), aber da sitzt man drin, wird durch’s Wasser kutschiert … nee, das ist auch nicht wirklich „Activity“.

Dann fanden wir Kayaktive, die bieten Kajaktouren von 1-5 Tagen an. Gruppen von 2-5 Teilnehmern, selber paddeln, ein Guide, der mit paddelt, Gepäckboot mit Koch, Equipment und Vollpension, Übernachten auf Inseln im Delta … das ganze für 1.500€ für beide für 5 Tage. Und wenn schon, denn schon … 5 Tage ist genau das richtige für uns. Abenteuer muss halt sein ☺️.

Fazit:

  • Der Tagesablauf mit Game Walk morgens, ca. 4 Stunden Kajak, Game Walk abends ist klasse. Action & Safari. 
  • Man ist im Delta, mit den Tieren, in der Natur. Elefanten, Giraffen, Antilopen … aus der Froschperspektive.
  • Die Game Walks sind ein Traum – die Tiere sind zwar weiter weg als bei Auto oder Kajak, aber unmittelbarer.
  • In den 4,5 Tagen gab es 30 min nach dem Start außer zu den Guides keinen Kontakt zu Menschen. Nur Tiere.

PS: Man fragte uns immer wieder dieselben zwei Fragen, unterwegs, aber auch hier zuhause:

  • Oh, ist das nicht viel gefährlicher als im Mokoro? –> Verstehe ich nicht, wieso, wo ist der Unterschied? Mokoro oder Kajak, man ist im Wasser, der Abstand zu Elefanten, Hippos, Büffeln ist derselbe.
  • Hattet ihr keine Angst umzukippen? –> Fährst du Fahrrad? Und – hast du Angst umzukippen?
     
 

Nordwesten 2017 – Columbia River, Mount St. Helens, Mount Rainier

4 Tage Rückfahrt durch Washington: Mount St. Helens und Mount Rainier

21.8.2017 - #197 von Madras nach Norden
21.8.2017 – #197 von Madras nach Norden

Für die letzten 5 Tage bis zur Rückgabe hatten wir geplant (und vorgebucht), noch 1 Nacht in Madras zu bleiben und dann in 4 Etappen (Columbia River, Mount St. Helens, Randle und Mount Rainier) zur Rückgabe des Wohnmobils am Samstagmorgen am Flughafen zu fahren.

Mittlerweile hatte sich aber ergeben, dass Karla am Samstag um 11:30 Uhr von Seattle nach Vancouver fliegt (das ist – mit großem Abstand – die schnellste und billigste Möglichkeit). Bei unserer üblichen Reserve heißt das also, gegen 9:00 Uhr am Flughafen zu sein.

Dafür sollten wir die letzte Nacht besser in Flughafennähe statt am Mount Rainier verbringen und beschließen, die Nacht in Randle wegzulassen, direkt vom Mount St. Helens zum Mount Rainier durchzufahren und dafür die Zeit an der Ostseite des Mount St. Helens zu kürzen.

Wir erkunden die Ostseite des Mount St. Helens (Ape Cave und Windy Ridge), und verbringen 1 ½ Tage im Mount Rainier National Park, hauptsächlich wollen wir wandern. Von dort fahren wir spät abends zum KOA am Flughafen, nur 7 mls Fahrstrecke. Leider sind der KOA und auch die anderen Stadtplätze in SeaTac zunächst ausgebucht … wir haben aber ein paar Tage später Glück mit einem Storno.

Fazit:

  • Die Columbia River Gorge gefällt uns diesmal ausnehmend gut (anders als 2004, wo uns der Regen wohl negativ beeinflusst hat).
  • Der Ostteil des Mount St. Helens ist sehr einsam, landschaftlich wunderschön – aber mit wenig bis keiner Infrastruktur und atemberaubend schlechten Straßen.
  • „Mount Rainier is a mixed bag“, wie uns ein Local sagte:
    – Einerseits extrem voll (an Wochenenden ab ca. 11:00 kommt man nicht mehr rein), auch auf den Wanderwegen.
    – Auf der anderen Seite landschaftlich eine Wucht :-)
  • Der 4.392 m hohe Klotz ist überwältigend groß und selbst aus 100 km präsent.
  • Hinweis: Die Karte rechts zeigt nur im Sommer die Route östlich der Berge. In der kalten Jahreszeit routet Google über die Interstate im Westen.
 

Best of central Washington:

 
Montag, 21.8.: Fahrt von Madras zum Horsethief Lake
22.8.2017 - Horsethief Lake SP, Overflow Area
Horsethief Lake SP, Overflow Area

Nach der Sonnenfinsternis planen wir spontan um und fahren schon direkt zum Horsethief Lake und versuchen dort, schon einen Tag eher einen Platz zu bekommen. Wir essen kurz etwas und fahren gegen 13:00 Uhr los, d.h. genauer: Wir reihen uns in den Riesenstau ein – 2 ½ std für die ersten 18 mls … dabei haben wir noch die günstigste Route nach Nordosten über #97 North, mit vergleichsweise wenig Verkehr, wir brauchen nicht erst durch Madras hindurch und auch nicht die Hauptstrecke Richtung Portland, den #26 West.

Eine kurze Pause machen wir in Maupin (wo wir ein Vermögen für 2 Milchshakes und 2 Burger ausgeben) und fahren ansonsten durch tolle, weite Landschaft zügig bis zum Horsethief Lake im Columbia Hills State Park. Gegen 18:00 Uhr sind wir am Ziel, es ist leider alles ausgebucht, aber wir dürfen in die Overflow Area, die uns sehr gut gefällt.

Der State Park liegt direkt am Columbia River, der hier aufgestaut ist und nur langsam fließt. Der Damm, über den die Eisenbahntrasse führt, trennt den See vom Fluss – dadurch ist der See ruhig und schön warm. Die wenigen Sites des Campgrounds liegen schön unter Bäumen, selbst die Electric-Sites sind recht großzügig. Alles eingebettet in einen schönen Park, mit Wiese, vielen Bäumen, umgeben von großen Felsen. Sogar die Overflow-Area hat Wiese und Bänke – schöner als auf manchen anderen Campgrounds die regulären Sites.

22.8.2017 - Horsethief Butte
22.8.2017 – Horsethief Butte

Hier war eines der Lewis&Clark-Camps, das aber jetzt unter dem aufgestauten Wasser liegt. Ebenso versunken sind tausende von Felsmalereien und -ritzungen, von denen einige Dutzend gerettet wurden und in der Petroglyph-Area des Parks ausgestellt sind. Viele Tiere sind hier, wir sehen Geier und Raubvögel, Rehe, Schlangen und viele Fischschwärme im See.

Wir ruhen uns aus, baden im See, duschen nach 5 Tagen wieder, essen leckere selbst gemachte Fajitas, quatschen noch etwas mit einem Nachbarn, der auch in Madras war.

Ein schöner Ausklang dieses ereignisreichen Tages.

 

Columbia Hill Petroglyphs:

 
Dienstag, 22.8.: The Dalles, Horsethief Lake

Nachts „unterhalten“ uns diverse Züge, die vor dem Bahnübergang des State Parks pflichtschuldig tuten – dabei fährt an dieser Zufahrt nachts garantiert keiner.

Geruhsames Frühstück, wir Eltern spazieren zu den Petroglyphs. Die Landschaft ist sehr schön, eigentlich ein versunkener Canyon. Man kann sich vorstellen, wie es vor dem Aufstauen des Columbia River aussah.

Als Attraktion heute ist Shopping im Safeway vereinbart. Die Kids machen hochmotiviert alles startklar, inklusive spülen, fegen, aufräumen, und gegen Mittag fahren wir nach The Dallas, ca. 9 mls entfernt, das WLAN im Safeway ist das Ziel. Während die anderen einkaufen, gelingt es Michael derweil, doch eine Site für Freitag im SeaTac KOA zu ergattern. Denn wir haben umgeplant und wollen am Samstagmorgen nicht 2 Stunden vom Mt. Rainier aus nach SeaTac fahren, um Karla am Flughafen zu verabschieden und das Wohnmobil abzugeben.

Der Rest des Tags vergeht mit Relaxing pur: Lesen, Baden, Kayak und Paddle Board, nochmal ein Spaziergang zu den Petroglyphs. Abends kommen ein Turkey Vulture und auch ein Zug im Sonnenuntergang vor die Linse :-)

Ja – wir lieben es, zwei Übernachtungen zu haben!

 
Mittwoch, 23.8.: Columbia River, lange Fahrt zum Eagle Cliff Store

Um 10:15 Uhr geht’s los, auf die – wegen der engen Straßen – zeitmäßig längste Etappe der Tour. Wir fahren ca. 1 Stunde am Columbia River vorbei, den Scenic Highway 14. Danach geht es die Forest Road 30 Richtung Mount St. Helens. Direkt zu Beginn kommt das nette The Grind Café, mit Café Latte und WLAN, was nach vielen Tagen WLAN-Abstinenz zu 50 min Pause führt ?.

Am McClellan Viewpoint gibt es Mittagessen mit tollem Blick auf den Mount St. Helens.

Gegen 15:00 Uhr sind wir am Tagesziel, dem Eagle Cliff Camp. Zwar sind die Hosts hier sehr nett mit einigen Tipps zu Wanderungen, aber der Campground ist alt und verbraucht, sehr dreckig und voller Müll. Kurze Kaffeepause,  die Ladies dringen darauf, alles wieder einzupacken und noch eine Meile zum Visitor Center zu fahren.

Das Pine Creek Work Center of the Mount St. Helens National Volcanic Monument ist sehr schön, mit Filmen,  einer kleinen Ausstellung und Shop. Der Ranger ist Gary Rosenquist, wir haben ihn – 37 Jahre jünger – im Film erkannt. Das ist derjenige, der die weltberühmten Fotos vom Ausbruch gemacht hat, aus nur 10 mls Entfernung (Bear Meadows an FR 99), ganz knapp außerhalb der Lahar-Zone. Später kaufe ich mir bei eBay die Originalausgabe der National Geographic von Jan. 1981, mit der großen Reportage über den Ausbruch.

Michael hat Family Overflow und geht, mit Kamera und iPad zum Lesen bewaffnet, die 1,5 mls zurück zum Campground. Die anderen vier besuchen noch die Ape Cave, ca. 15 mls entfernt.

McClellan Overlook FR 30 am Eagle Cliff Ape Cave

Die vier kommen nach 3,5 Stunden zurück, die Höhle war interessant. Karin und Michael gehen noch hoch zum Eagle Cliff, im Eilschritt gerade noch rechtzeitig, um den Mount St. Helens im letzten Abendrot zu sehen. Es ist spektakulär schön. Gegen 21:00 Uhr sind wir zurück, ein etwas abenteuerlicher Weg im Stockdunklen. Die Kids kommen „plötzlich“ auf die Idee, noch zu grillen und Feuer zu machen: S’mores (Keks, Schokolade, Marshmellow, Keks) sind zu grillen.

Sonnenuntergang auf der Eagle Cliff: