Archiv der Kategorie: Fotografie

Afrika 2019: Birding

Wir wurden am 2. Tag zu „Birdern” ;-)

Vögel waren in den bisherigen Urlauben immer ein nettes Motiv, aber fasziniert waren wir nicht. Vielleicht ist der Grund für die Wendung unser Kajakguide Shadrack, der uns die Honeyguides erklärt, den Unterschied zwischen Greater Honeyguide und Lesser Honeyguide, die verschiedenen Bee-eater zeigt. Oder weil bei Fuji die (umgerechnet) 600 mm Brennweite nicht mehr 4,5 kg, sondern nur noch 2 kg wiegen. Oder weil wir einfach mehr Muße haben und sehen, wie putzig all diese kleinen Kerlchen sind.

Auf jeden Fall nimmt uns beide die unglaubliche Vielfalt und Schönheit der Vögel gefangen – und die Neugier, was wir denn da gesehen und fotografiert haben. Karin trennt sich in den Camps und Lodges nicht von der Fuji X-T3 mit 100-400 mm Objektiv, auf Wanderungen oder im Auto hat Michael diese Tier- und Vogel-Kombi. Fokussieren ist schwer: kleiner Fokusbereich bei hoher Brennweite, wenig Schärfentiefe, schnell bewegendes Motiv. Wir verbessern uns schrittweise, gerade am Anfang ist enorm viel Ausschuss. Bis zum Schluss bleibt BIF („Birds in Flight“) die Herausforderung und gelingt sicher nur bei den majestätischen (und langsamen 😊) Adlern. Vor allem bei den kleinen „Flatterern“ wäre es besser gewesen, auf Dauerfeuer (8-15 Bilder pro sec) zu gehen, unser Ausschuss ist mit Einzelaufnahmen ist >90%.

18.9.2019 - RiverDance, Site #1 - Yellow-bellied Greenbul
Immer schussbereit – aber manchmal blockiert ;-)

In den Camps ziehen wir unsere Tinkers’ Map zu Rate, mit Abbildungen von über 500 Vogelarten. Zusätzlich hilft die iPad App Sasol eBirds of Southern Africa, die noch mehr Arten und vor allem die unterschiedlichen Farbgebungen der Jungvögel bzw. Männchen und Weibchen enthält. Am Ende sind es 130 verschiedene Vogelarten, davon 84 mit Foto. Eine gute Ausbeute finden wir, vor allem weil es in der Trockenzeit nur ca. 200 Arten hier gibt.

Wir lernen, wie fantasievoll Vögel heißen: Eagle, Duck, Owl, Heron usw. kennt man aus dem Schulenglisch. Coucal, Pratincole, Kingfisher, Chat, Babbler, Barbet – okay, das sind auch englische Übersetzungen, nur nicht so bekannt bei Non-Birdern. Aber Bulbul, Brubru, Boubou, Crombec, Hoopoe, Tchagra … faszinierend würde Spock sagen. 😂

Und das sind ja nur die Nachnamen – die Vornamen sind ein eigenes Universum: einfache wie African, Black, White … dann beschreibende wie Dark-capped, Red-eyed, Yellow-billed, Black-throated … alleine hiervon gibt es hunderte Kombinationen … manchmal verewigen sich Forscher wie Hartlaub, Burchell, Bennet … und in ganz kniffligen Fällen wird es dann doch recht unpräzise mit lesser-striped und greater-striped, Little oder Great oder die Steigerung Goliath. Man merkt, hier war British Spleen am Werk. 😊
Und wenn alles nichts hilft – dann war es eben eine Too-fast-flying Swallow. 😎

 


Raubvögel:


Im und am Wasser:


In Wald und Busch:


Birds in Flight und ein paar Raritäten:

So … geschafft … alle 86 Vogelarten sind untergebracht plus ein paar best-of. 😊

 

Afrika 2019: Impressionen

Fotografie: Fuji X-T2 und X-T3

Das Fujifilm X System
Das Fujifilm X System
Juli 2018: Fujifilm Objektiv-Roadmap
Juli 2018: Lens Roadmap

Spiegellose Systemkameras wurden erstmals 2008 vorgestellt (Micro Four Thirds). Ich habe sie mir immer mal angeschaut, aber Bildqualität, Autofokus und vor allem der Sucher waren lange Zeit deutlich schlechter als bei digitalen Spiegelreflexkameras.

Besonders der Sucher störte mich: Flimmern, Aussetzer, Rauschen und – am schlimmsten – das zeitverzögerte Bild beim Schwenken. Mir wurde dabei sogar schwindelig.

2012 kam Fujifilm mit der X-Serie auf den Markt. Ein Kollege wechselte von Canon APS-C auf die Fuji X-E1 und war begeistert. Bildqualität und die Objektive fand auch ich sehr überzeugend, aber Autofokus und vor allem der elektronische Sucher waren mir noch zu schlecht. Aber ein deutlicher Fortschritt und es war absehbar, dass in wenigen Jahren die spiegellosen System vorne liegen werden. Auch bei Kameras begann sich digital gegen analog durchzusetzen!

Angetan war ich vom Gewicht und der Kompaktheit.  Die Fuji-Evolution :-)

 

Nordwesten 2017 – Solar Eclipse

Die totale Sonnenfinsternis in Madras

21.8.2018 - Eclipse in Madras. 10:21:12 - ISO 200, f/8, 1/30 sec, 560mm (x1,5)
21.8.2017 – 10:21:12 – ISO 200, f/8, 1/30 sec, 840mm

Über ein Jahr vorher war dieser Floh „Totale Sonnenfinsternis“ in unser Ohr gekrochen und Michael hatte angefangen zu recherchieren und zu planen.

Die Idealgegend war recht schnell ausgewählt: Oregon, östlich der Cascades, sehr sonnensicher im Sommer. Weiter westlich ist die Gefahr zu groß, dass es Wolken gibt, die sich auf der Luv-Seite des Gebirges bilden.

Alle Orte auf dem Pfad bieten Camping und Aktivitäten an, buchbar 10-12 Monate vorher. Unser Wunschziel ist John Day Fossil Beds National Monument. Dort gibt es mehrere Veranstaltungen des National Park Service.

Aber als die Buchungsfenster aufgehen, ist dort bereits alles ausgebucht. So entscheiden wir uns für Madras, wo es viele Camp-Möglichkeiten gibt und reservieren dort SolarCelebration. Man muss zwar vier Nächte für 250$ buchen, aber das ist noch recht günstig verglichen mit anderen Angeboten.

Was wir nicht wussten: Es werden ca. 500.000 Menschen dort sein, die dieses 6000-Einwohner-Städtchen für 1 ½ Tage überrennen werden. Der kleine Flughafen – immerhin mit geteerter Landebahn – wird an die hundert Privatflugzeuge aufnehmen (vom 2-Sitzer bis zu einigen Privat-Boing-737), es wird kein Benzin mehr geben, wir werden ein paar Stunden im Stau stehen.

Aber wir werden nette Leute kennenlernen und uns immer an diesen Tag erinnern.

Fazit:

  • Manche Leute haben uns gefragt, ob es bedrohlich war. 
    Nein, überhaupt nicht. Es war interessant, spannend, die 2 Minuten der Totalfinsternis waren … ja, fast so was wie ergreifend. Erlebt man nur einmal im Leben und die Atmosphäre kommt mit Bildern nur teilweise rüber.
  • Die Sonnenfinsternis geht um 9:08 Uhr los – der Mond knabbert ein kleinen Teil von der Sonne ab. Bis 10:19 Uhr dauert dies, erst die letzen ca. 10 min wird es etwas dunkler, aber eher so wie dichte Wolken.
  • Dann geht schlagartig „das Licht aus“, für 2:08 Minuten ist Totalüberdeckung. Es ist überwältigend, Staunen, irgendwie fast ehrfürchtig. Nicht richtig dunkel, weil der dunkle Himmel ja nur ein Streifen von ca. 10 km Breite ist, man also am Rand den hellen Himmel sieht.
  • Danach dann wieder eine gute Stunde, in der der Mond die Sonnenscheibe wieder verlässt.
 
Sonntag, 20.8.: Fahrt nach Madras, wir finden Herman’s Farm :-)
20.8.2017 - Anreise zur Eclipse. SolarTown, der nackte Wahnsinn
20.8.2017 – Anreise zur Eclipse. SolarTown, der nackte Wahnsinn

Um 10:00 Uhr geht es schon los am Newberry Crater, kurz Tanken in Sunriver, für die 90 mls nach Madras brauchen wir nur 2 ½ Stunden – lediglich ein kurzer Stau im Zentrum von Madras.

Der vor fast einem Jahr für 250$ reservierte Platz bei „SolarCelebration“ gefällt uns gar nicht, er liegt fast 3 mls außerhalb von Madras, ist sehr staubig und es gibt keinerlei Activities.

Wir fühlen uns überhaupt nicht willkommen und beschließen, uns in die Schlange (ca. 200 Fahrzeuge zähle ich) bei „SolarTown“ einzureihen und wollen versuchen, dort noch ein Ticket zu bekommen. Auf dem riesigen Areal gibt es Wiesen als Stellplätze, Stände, Musik, Sportwiesen, es ist der Bär los mit mehreren tausend Sites, man sagt uns später, dass dort 75.000 Leute sind.

Karin und die Kids laufen die 2 km oder so zur Spitze der Schlange und fragen, ob noch was frei ist. Michael bleibt im Wagen und drückt die Daumen. Wir haben aber Pech: Alles ausgebucht und es hätte auch 1000$ gekostet.

21.8.2017 - Hermans Farm
21.8.2017 – Hermans Farm

Wir fahren erst mal zum Safeway, ein paar Süßigkeiten kaufen …

Anschließend sehen wir auf der Fahrt zu SolarCelebration (dem staubigen Feld, s.o.) eine schöne Wiese mit dem Schild „RV, Tents“, die Leute sind freundlich, es kostet 100$ und wir entscheiden spontan, die 250$ für das Staubfeld verfallen zu lassen.

Es ist sehr nett hier, eine ruhige Atmosphäre mit Blick auf Mt. Hood (Nordwesten, 90 km Luftlinie), Mt. Jefferson (Westen, 50 km Luftlinie), auf den Flughafen mit Fallschirmspringern und in der Ferne auf SolarTown. Michael baut Stativ und Kamera auf, testet das 100-400-Objektiv mit dem 1.4x-Konverter und der gestern gebastelten Filterkonstruktion. Alles klappt wunderbar und es gefällt uns allen hier sehr gut.

Der Nachmittag und Abend vergeht mit Workout, Fußball, Lesen, und tollem Sonnenuntergang, ein paar Flugzeuge fliegen Formationen. Wir lernen viele nette Leute kennen: Victor mit dem Tesla (Probefahrt für die Kids) und weitere Nachbarn aus USA, Polen, Kanada und Deutschland.

 

Mount Jefferson und Mount Hood, 50 bzw. 80 km Luftlinie entfernt:

 

Montag, 21.8.: Solar Eclipse
21.8.2017 - Eclipse in Madras. Tesla fahren ;-)
Tesla fahren ;-)

Wir stehen alle früh auf, sogar Luis springt aus dem Alkoven … denn neben uns steht ein Tesla, sein Lieblingsauto ?.

Michael bereitet ab 8:30 Uhr Stativ, Kamera und die Belichtungscheckliste vor, fragt kurz nach 9 Uhr den Nachbarn, wann es wohl losgeht. „Just now“ war die Antwort … und die nächsten 2 ½ Stunden erleben wir unser Once-in-a-Lifetime-Spektakel: von 9:08 Uhr mit der ersten Mondberührung bis 11:40 Uhr, als der Mond den letzten Zipfel der Sonne wieder frei gibt.

Das Fotoprogramm ist:

  • Jede Minute ein Bild von der zunehmenden/abnehmenden Verdeckung der Sonne:
    Die Sonnenschutzfolie dunkelt um den Faktor 50.000 ab (das sind 15 ⅔ Blenden), ich stelle f/8 (Offenblende des Fuji 100-400 Objektiv bei 400 mm Brennweite mit dem 1,4x Konverter) und ISO 200 (die Base-ISO der X-T2) ein und Zeitautomatik. Die Sonne ist allerdings auch fast verdeckt so hell, dass die Zeit nur von 1/500 sec auf 1/250 sec steigt. Der Autofokus der X-T2 ist gut genug (bzw. die Sonne so hell), dass ich ihn benutzen kann.
  • Eine Serie mit verschiedenen Belichtungszeiten (1/500 sec bis 0,5 sec) in den 2:08 min der totalen Finsternis, alle ebenfalls mit f/8 und ISO 200.
    Hier muss allerdings manuell scharf gestellt werden. Geplant ist, den Fokus der Sonnenbilder durch Umstellen auf „M“ beizubehalten … aber …
21.8.2017 - Eclipse in Madras. 10:20 - Karla gelingt als einzige der "Diamond Ring" :-)
Karla gelingt als einzige der Diamond Ring :-)

Große Panik bei Beginn der Totalität: Beim Abnehmen des Filters verstellt sich der Fokus und Michael verliert wertvolle Sekunden, bevor der Fokus wieder sitzt. Aber alle Belichtungen gelingen … das Erlebnis der totalen Überdeckung ist wahnsinnig schön und es sind viele gute Bilder entstanden. Photoshop wartet … es soll eine schöne Fotomontage der Abdeckungsphasen werden.

Es ist unwirklich – zum einen wegen der Sonne und dem Mond davor, der roten/weißen Korona. Dann der Himmel, der dunkel ist, aber in allen vier Himmelsrichtungen sehen wir hellen Himmel mit Morgenröte: vor uns siehst man den helleren Himmel, wo die Sonne noch scheint, hinter uns, wo sie schon wieder scheint. Und rechts und links ist es hell, weil dort keine Totalüberdeckung ist.

Einmalig schöne, zum Teil surreale Stimmung während der Sonnenfinsternis 1:35 Stunden in 17 sec,
Von 9:10 Uhr bis 10:45 Uhr
Die Belichtungsreihe während der Totalüberdeckung zeigt die verschiedenen Korona-Ausprägungen.
 
21.8.2017 - Eclipse in Madras. Um 8:40 noch unbedeckt, die Abdeckung von 9:10 bis 11:40
Uhrzeit von links nach rechts: 8:40 – 9:10 – 9:55 – 10:15 – 10:21 – 10:32 – 10:51 – 11:14 – 11:39
 

Fotografie – weitere Workshops

Seit dem ersten Abendworkshop (Köln bei Nacht, 2012) hat es mich gepackt, mich für eine bestimmte Zeit zu 100% auf eine Sache zu konzentrieren:

  • Ich  lasse mich voll und ganz auf eine Location ein.
  • Motiv & Technik müssen eins werden: Was ist geeignet, womit bringt man die Stimmung zu Geltung?
  • Die Qual der Wahl oder auch umgekehrt „Mir sagt der Ort aber gar nichts“: Ich bin gleichzeitig aktiv und fremdbestimmt.
    Manchmal springen die Ideen auf mich zu, manchmal brauche ich eine Stunde, ehe die erste vage Idee kommt.
  • Und nicht zuletzt: Der Austausch mit Gleichgesinnten ist spannend. (Oder, wie Freunde und Verwandte sagen: „mit genauso Verrückten“).

So stöbere ich immer wieder, welche Workshops es gibt, bevorzugt als Kurzreise oder auch am Urlaubsort.

 
 

Lewis & Harris 2016

10.-17.9.2016 Fotoworkshop auf Lewis&Harris
17.9.2016 - These heated whirlers aren't what they are cracked up to be ;-)
17.9.2016 – These heated whirlers aren’t what they are cracked up to be ;-)
11.-17.9.2016: Locations des Fotoworkshops Lewis&Harris
11.-17.9.2016: Locations des Fotoworkshops Lewis&Harris (© Google 2016)

Auch dieses Jahr stand mir der Sinn nach einer Woche Fotografieren-pur. Die Kurse bei PhotoTours4U waren entweder schon ausgebucht oder mir nicht genug Abenteuer … Serdar empfahl mir daraufhin Tom Mackie, einen Fotografen, den er vor Jahren in Neuengland kennengelernt hatte. Ich buchte kurzentschlossen den Workshop auf Lewis&Harris.

Lewis and Harris ist die größte Insel der äußeren Hebriden, ganz oben im Nordwesten, ca. 80 km x 30 km groß. Nur 20.000 Menschen leben hier – und das auch nur im Sommer: Von Mitte September bis Mitte Mai wird es schlagartig leer, nur ca. 4.000 Leute überwintern in Regen, Kälte und Sturm.

Der nördliche Teil der Insel heißt Lewis, ist hauptsächlich eine flache Ebene mit vielen Seen und Steilküste … und besteht fast vollständig aus Torf („peat”) … besonders gut, wenn man wie ich nur Schuhe mit Belüftung dabei hat. Der Inselteil ist windumtost mit viel Regen und Stürmen. (Es hat Jahre gegeben ohne einen einzigen Sonnentag). Auch wir hatten ca. 50% unserer Zeit Starkregen und Wind/Sturm.

Der südliche Teil – Harris – war früher nur per Schiff erreichbar, erst seit den 50er Jahren gibt es eine Straße. Harris ist gebirgig und äußerst heterogen: auf der Westseite findet man Sandstrände, die fast karibisch anmuten, auf der Ostseite ist es kahl, schroff und karg.

Fazit: Landschaft und Wetter sind faszinierend, die Menschen sehr nett und interessant. Gelernt habe ich, wie man sich schnell und selbständig in eine Location einfindet. Dazu gab es viel Bildkritik und Lightroom-Tipps in den Regenstunden.

 

13.9.2016 - Callanish (I)
13.9.2016 – Callanish (I)
 

Lewis&Harris 2016 – der Workshop

„We will meet around 1pm at Stornaway airport” heißt es in den Workshop-Unterlagen. Wie kommt man also vom Rheinland nach Stornoway … und wo/was ist Stornaway?

  • Also : Stornoway ist die Hauptstadt von Lewis&Harris, 8000 Einwohner, ein großer Hafen und ein Flugplatz.
  • Okay: Der Flugplatz ist sogar noch kleiner als Aachen-Merzbrück … im Sommer gibt es 3 Flüge mittags und 2 abends, von/nach Edinburgh, Glasgow und Inverness … im Winter (also Mitte September bis Mitte Mai) nur noch je ein Flug mittags und abends ;)
  • Und: Die Flugzeiten und Umsteigezeiten erfordern, dass man von Deutschland aus entweder in Glasgow/Edinburgh oder in London übernachten muss.

Ich entscheide mich für Direktflüge von Düsseldorf mit Eurowings und buche jeweils am Folge- bzw. Vortag den Flug nach Stornoway mit Flybe. Das Ganze ist recht erschwinglich, pro Flug 80-100€ plus die Übernachtung, auch je 80€. Auf dem Hinweg lege ich einen Ausflugstag in Edinburgh ein, auf dem Rückflug eine Übernachtung in einem Flughafenhotel in Glasgow.

 
10.9. Anreise über Edinburgh

Dank langer Warteschlangen und mehrerer Verspätungen lande ich gegen 15:00 Uhr in Edinburgh. Mit dem Bus geht es nach Downtown, wo ich ein zentrales Hotel gebucht habe. 9 Stunden war ich unterwegs :-(

Frisch geduscht und ein bisschen erholt bummele ich bei tollem Sonnenwetter durch die Innenstadt. Viele schöne Fotomotive.

Zum Sonnenuntergang wandere ich auf den Hausberg von Edinburgh, den Arthur’s Seat, ein 251m hoher Vulkankegel. Dank des klaren Wetters hat man eine tolle Weitsicht (bis zur Nordsee, man sieht bis zum Bass Rock), der Sonnenuntergang ist wunderschön.

Um 21:30 Uhr bin ich erschossen wieder im Hotel.

 
11.9. Ankunft auf Lewis. Sturm
11.9.2016 - Uig Bay, bei 60mph Wind
11.9.2016 – Uig Bay, bei 60mph Wind. Die Kamera wird fast aus der Hand geweht.

Noch ein langer Reisetag. Um 8:30 Uhr fahre ich nach mittelmäßigem Frühstück zum Flughafen, Check-in geht schnell, 2 Stunden Lounge, lauter und unruhiger Flug in einem kleinen Propellerflugzeug, aber tolle Sicht auf Flüsse, Seen und Meer.

In Stornaway treffen nach und nach die anderen Teilnehmer ein. Nur die 3 Londoner haben eine relativ kurze Anreise, die anderen reisen aus Grenoble, Italien und … Australien an. Als erstes wird natürlich ausgetauscht, welches Equipment zum Einsatz kommt: 2x Pentax, 1x Nikon, 1x Sony, 1x Canon und 1x Fuji. Und ich mit meiner Alt-Canon und Neu-Fuji (siehe Fuji X-T2) verstärke zwei Lager ;-)

Ab 14:00 Uhr regnet es in Strömen, gegen Nachmittag kommt Sturm auf, an der Westküste ist abends mehr als 100 km/h Wind.

Unser B&B Baile-na-Cille liegt ganz im Westen, einsam an einer sehr schönen Bucht. Ein uraltes Haus mit einfachen Zimmern (Etagenbad) und urgemütlichen Ess- und Wohnzimmern. Das Essen ist suuuperlecker, laut einem Kommentar bei TripAdvisor ist unser Gastgeber Richard ein Londoner Sternekoch, der sich hier zur Ruhe gesetzt hat. Am ersten Abend lernen wir Richards trockenen Humor kennen und die Wahrheit: „Not really, I was 13 years the butler of a famous London chief – but why should I correct TripAdvisor, it’s good marketing!”

Abends sind alle k.o., Tom zeigt ein paar Bilder der Locations, wie sie bei Sonne aussehen. Morgen werden wir versuchen, bei dem Regen bzw. Sturm Bilder zu machen. Ach ja – Handynetz oder WiFi gibt es an der Westküste von Lewis nicht.

 
12.9. Dauerregen, Steinkreise und Wikingerhäuser
12.9.2016 - Callanish (I)
12.9.2016 – Callanish (I)

Das Frühstück ist sehr gut, nach 3 Tagen probiere ich sogar Porridge (und die Abendessen sind ein Gedicht :-). Bis 12:00 Uhr ist Dauerregen, wir verbringen den Vormittag mit Bilder zeigen: Tom zeigt uns wieder, wie es bei schönen Wetter aussieht, und wir legen die erste von vielen Bildkritik-Sessions ein.

Dann geht es – noch in starkem Regen – zu den Steinkreisen von Callanish. Dort gibt es drei große Steinkreise – einer ist fast so groß wie Stonehenge. Mittagessen gibt’s im Cafe des Museums.

Ganz interessant sind die Black Houses, ein Freilichtmuseum mit restaurierten Häusern, in denen man seit den Wikingern bis 1970 gewohnt hat: ohne Fenster, geheizt mit Torf (sehr nasser, den es hier überall gibt), links das einziger Zimmer, rechts das Vieh.

Zum Wetter: seit 16:00 Uhr wird nicht mehr geschossen – äh, geregnet :-).

Nach dem Abendessen klart es auf und wir erleben einen tollen Sonnenuntergang in unserer Bucht Uig Bay. (Mir fällt gerade auf, dass Bay ja Bucht heißt, und Uig heißt auch Bucht … also steht da Bucht Bucht Bucht ;-)

 
 
13.9. Callanish und Mangersta Stacks

Um 7:00 Uhr laufe ich eine Stunde, es ist eine tolle Luft, mild und schon sonnig.

  • Nach dem Frühstück geht es zur Mangersta-Bucht, ca. 15 min vom Hotel entfernt. Mir gelingen ganz nette Fotos von Strand und Brandung, aber ich finde mich nicht rein in das Motiv.
  • Um 11:03 Uhr ist ein denkwürdiger Moment: das letzte Bild mit der Canon 5D Mark III. Vorausgegangen war die unbefangene Frage des anderen Fuji-Fotografen, warum ich denn weiter die Canon nehme, wenn ich von der Fuji überzeugt sei. Und mir schoss die Antwort auch sofort durch den Kopf: reine Gewohnheit, sonst nichts. Ich packte die Canon weg, holte die Fuji raus (die ich schon beim Spaziergang durch Edinburgh benutzt hatte) und war sofort begeistert von der intuitiven Bedienung.
  • Nachmittags geht es wieder zu den Callanish Steinen, diesmal in der Sonne mit schönen Wolken. Es sind nur wenige Menschen dort, es gelingen  ein paar schöne Langzeitbelichtungen.
  • Abends fahren wir wieder zur Mangersta-Bucht, diesmal mit Ausblick auf die „Stacks“.  Schöne Bilder in der Abendsonne.

Der Tag klingt gemütlich aus, mit Lightroom-Lektionen, quatschen und Rotwein.

 

13.9.2016 - Callanish (I)
13.9.2016 – Callanish (I)
 
14.9. Der Norden von Lewis
14.9.2016 - Highland Cows
14.9.2016 – Highland Cows

Es ist wieder Regen vorher gesagt: ab 14:00 Uhr bis morgen Abend. Übermorgen soll es wieder freundlich sein.

Wir fahren also direkt nach dem Frühstück los, heute geht es zum Leuchtturm von Lewis, dem Butt of Lewis  ganz im Norden. 2x 1 Stunde Fahrt, unterwegs sehen wir Highland-Rinder, große Bussarde, alte Häuser und auf der Rückfahrt auch eines der wenigen Cafés hier auf Lewis. Diese Cafés sind die einzige Möglichkeit, etwas zu essen. Einfach, aber frisch gemacht, immer lecker.

Der Leuchtturm und die Steilküste sind schön, aber das Licht ist schlecht: sehr bedeckt, diesig und extrem viel Wind.

Gegen 13:00 Uhr fängt es an zu regnen, leider so stark, dass wir zurück fahren, gegen 16:00 Uhr sind wir wieder im B&B.

Nachmittag und Abend vergehen damit, dass wir uns gegenseitig Bilder zeigen und untereinander Lightroom-, Photoshop- und NIK-Tipps austauschen. Trotz wenig Fotografieren ein interessanter Tag.

 
15.9. Wir üben „Bilder im Regen“ ;-)
15.9.2016 - Wasserfall, Glen Valtos bei Uig
15.9.2016 – Wasserfall, Glen Valtos bei Uig

1 Stunde laufe ich vor dem Frühstück, in wunderbar frischer und milder Luft.

Bis ca. 14:00 Uhr sind wir heute unterwegs, ab 11:00 Uhr nieselt es, später immer mehr. Mir gelingen nur mittelmäßige Bilder vom Strand bei Ebbe, aber schöne Bilder von einem Schiffswrack und später von einer rostigen Maschine in einem Steinbruch. „Bilder im Regen“ klappt gut – wir sind bis auf die Haut nass, die Kameras haben alle gut durchgehalten.

Der Nachmittag vergeht mit Lightroom-Lektionen und – sehr guter – gegenseitiger Kritik an unseren Bildern. Der Abend wird lustig, auch wegen der Vorfreude auf den morgigen Sonnenaufgang: laut Wetterbericht soll es aufklaren.

 
16.9. „Unser“ Druide und Fahrt nach Harris
16.9.2016 - Callanish I (Sunrise, 7:21)
16.9.2016 – Callanish I (Sunrise, 7:21)
16.9.2016 - Callanish I (Sunrise, 7:37)
16.9.2016 – Callanish I (Sunrise, 7:37)

Um 6:00 Uhr geht es zum Sonnenaufgang nach Callanish. Eine zweite Gruppe (Workshop aus USA) ist auch da und einige weitere Leute. Wir sind ca. 30 Fotografen und sprechen uns kollegial im Dunkeln ab, wer wo sein Stativ aufbaut, damit keiner im Bild eines anderen ist. Auf einmal kommen zwei Männer, gehen mitten in die Steinkreise, eine große Kiste dabei …was ist das denn?

Ein Schamane mit Diener, die eine Zeremonie machen wollen. Ausgerechnet heute ist Sonnenwende! Wir haben keine Chance – sie weichen nicht. Bei guter Stimmung (die Engländer mit ihrer Höflichkeit und Gelassenheit sind in solchen Situationen sehr hilfreich ;-) beschließen wir, den Schamanen später per Photoshop zu entfernen. So kommt jeder von uns zu 2-3 Stunden Übung mit dem Reparaturpinsel ;-)
(Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, woher die beiden wissen, was damals vor 4000 Jahren für eine Zeremonie gemacht wurde.)

 

16.9.2016 - Callanish I (Sunrise, 7:08)
16.9.2016 – Callanish I (Sunrise, 7:08)

 

Gegen 8:00 Uhr geht es zurück zum Frühstück. Schnell packen und es geht auf die 1,5 Stunden Fahrt nach Harris, ins Harris Hotel im Hauptort Tarbert. Harris ist eine komplett andere Landschaft, viel rauher und viele Sandstrände. Wir fahren nachmittags der Reihe nach verschiedene Locations an der Westküste an:

  • Luskentyre Beach, eine riesige Bucht mit Dünen und Stränden
  • Northton, eine Bucht mit Salzmarschen
  • The Temple Cafe
  • Ein schnelles Abendessen im Hotel, danach wieder nach Süden, Sonnenuntergang am Strand von Horgabost.

Auf dem Rückweg, gegen Mitternacht, haben wir einen Glückstreffer: Vollmond, klarer Himmel und Springtide – in der Bucht von Seilebost sind die Salzmarsche überflutet und schimmern silbern im Mondlicht. Uns gelingen tolle Bilder :-)

 
 
17.9. Die Golden Route von Harris
17.9.2016 - Waiting for the Bus ;-)
17.9.2016 – Waiting for the Bus ;-)

Ein spätes Frühstück, dann geht es auf die Golden Route of Harris: Tarbert – Luskentyre – Horgabost – Northton – Rodel – zurück über die winzige und kurvige Straße an der Ostküste.

Wir gönnen uns ein langes, interessantes Tide Pooling bei Horgabost (Tom’s Anweisung lautet: Jeder sucht sich Details, heute Abend zeigt ihr mir eure interessantesten Grafiken!), an der Ostküste locken immer wieder kleine Zwischenstops:

Der letzte Abend klingt mit einer Fortbildung über Whiskey aus – ich mag am liebsten „light/smokey“,die Whiskeyprobe ergab als eindeutigen Favoriten den Ardbeg 12  ;-).

 
18./19.9. Rückflug über Glasgow

Der Abschied von Lewis&Harris ist zünftig – es regnet in Strömen. Wir bleiben bis 12:00 Uhr im Hotel, fahren dann die ca. 1,5 Stunden nach Stornaway.

Im einzigen Pub, der sonntags geöffnet hat, essen wir zu Mittag. Dann klart es auf und wir unternehmen einen langer Spaziergang durch den Park von Lew Castle. Das schöne Anwesen wurde vor 170 Jahren von einem Lord erbaut, der gerade die ganze Insel gekauft hatte und hier wohnen wollte. Dann war es ihm aber zu kalt und nass, er verkaufte die Insel an den nächsten Lord, dem es auch zu kalt und nass war und der schenkte dann Gebäude und Garten der Allgemeinheit. Heute ist hier ein Park und ein Museum.

 

Die Rückreise war problem- und ereignislos: abends der kurze Flug nach Glasgow, am nächsten Morgen dann weiter nach Düsseldorf.

 

Lewis&Harris 2016 – Was habe ich gelernt?!

13.9.2016 - Mangersta Beach13.9.2016 - Mangersta Beach

Dieser Workshop unterscheidet sich sehr von den bisherigen (die alle mit PhotoTours4U stattfanden):

  • Statt ausführlich eine Location (pro Tag) kennenzulernen und dort intensiv in allen Feinheiten betreut zu werden …
  • … sind wir jetzt vergleichsweise kurz an einem Ort und werden dort ins kalte Wasser geworfen.
  • “So, guys, this is Luskentyre Beach, we have the grass, the beach, the tidal creeks … go, find your motif … we meet in 90 minutes again her at the van.”

Zu Beginn fällt gerade mir das sehr schwer, weil ich manchmal Stunden brauche, um mich mit einer Location anfreunden. Zum Glück ließ Tom sich darauf ein, die Zeit pro Location zu verlängern und … ich bin auch lernfähig ;-) … aber zu manchen Locations finde ich keinen Zugang.

Eingeprägt hat sich, dass Beharrlichkeit ein wichtiges Element ist, siehe die folgenden Bilder in der Uig Bay:

  1. Schöne Bucht, Wolken, Wasser, Licht … begeisternd. Stativ in den Sand, Weitwinkel, 0.8 sec … nicht so der Burner.
  2. Ein Stück weiter, die Abendsonne scheint auf eine Felswand … ein bisschen mit den Zeiten probiert … 30 sec sieht gut aus … „okayish“, wie Tom später sagte.
  3. Die Gegenrichtung, eine Brücke … interessant, Kamera gaaanz niedrig gesetzt, Gegenlicht … das sieht sehr schön aus.
  4. Ah, wenn die Sonne noch etwas niedriger ist, wie sieht denn Langzeitbelichtung aus … 30 sec ist optimal … zehn Versuche später: mein Topbild :-)
 
 
13.9.2016 - Mangersta Beach13.9.2016 - Mangersta Beach

Dafür wird äußerst viel Wert auf Bildbesprechungen gelegt. Immer wieder die gleichen bohrenden Fragen:

  • Was möchtest du zeigen, aussagen, ausdrücken? Gibt es eine, mehrere oder gar keine „Message“?
  • Wird der Blick auf die Aussage/Stimmung/Message gelenkt? Was lenkt ab? Welcher Bildausschnitt wäre besser?
  • Schärfe, Farben, Kontrast, Langzeitbelichtung: Was könnte besser sein? Achtet auch auf Details!
  • Wirkt das Bild besser mit einer anderen Farbstimmung? Oder in Schwarzweiß?

Konkret gibt Tom uns folgende Tipps mit:

  1. Entscheide dich für „the leitmotif“. Lenke den Betrachterblick dahin, z.B. S-Kurve, Diagonale, goldener Schnitt.
  2. Investiere Zeit in den besten Bildausschnitt: Ablenkungen, Bild-Balance und -Aufteilung, nur eine Message.
  3. ETTR. Variere die Belichtungszeiten von Einfrieren bis Langzeit.
  4. Investiere in Nachbearbeitung: Sorgfalt, Ausschnitt, Lichter/Schatten, Weißabgleich, Schärfen.
  5. Mache einen Versuch, das Bild in schwarzweiß zu entwickeln.

Hier einige Beispiele:

  • Bild 1: „We can see that you seriously tried to make the foreground boulder working“. But „it’s distracting and forcing to include the ugly dark clouds”.
  • Bild 2: Der waagerechte Beschnitt lässt den Blick durch’s Bild wandern, auf die markanten Felsen im Hintergrund.

Farbe vs. Schwarzweiß:

Bildeindruck, Kontrast und Details unterscheiden sich deutlich.

1/20 sec vs. 160 sec:

Das Wasser wird glatt,
Wolken verschwinden.

 

Wer mag, kann einen Blick in das Fotobuch werfen (Achtung: 13,6 MB). Es ist frappierend, wie unterschiedlich die gleichen Motive von den Teilnehmern interpretiert werden.

 

Lewis&Harris 2016 – Land und Leute

Unsere Gruppe …
18.9.2016 - Alec, Andrew, Cathy, Ian, Michael, Ursula and Tom @Lewis and Harris
18.9.2016 – Alec, Andrew, Cathy, Ian, Michael, Ursula and Tom @Lewis and Harris

… besteht aus vier Engländern (von denen einer aber seit Jahrzehnten in Frankreich lebt), einem Schotten (der als Kind nach Australien auswanderte), mir (dem Deutschen) und Tom (Amerikaner aus dem mittleren Westen, aber seit Jahrzehnten in England). Also 6x British Correctness vs. 1x German Directness ;-).

Das Eis taut aber bald auf, wir ticken alle recht ähnlich und spätestens, als am zweiten Abend auf Wunsch der Londoner jeder einen typischen, politisch inkorrekten Witz erzählen muss, ist das Eis gebrochen. (Kleine Kostprobe: Why has Obama two left hands?)
… und beim zweiten Rotweinabend erklärt man mir dann, what British say, what British mean, what Germans understand. Oops.

 
Die Hotels …
12.9.2016 - Baile na Cille und Uig Bay
12.9.2016 – Baile na Cille und Uig Bay
17.9.2016 - Harris Hotel, Tarbert
17.9.2016 – Harris Hotel, Tarbert

Für die ersten 5 Tage ist das Baile-na-Cille unser Heim. Wir haben dieses kleine Bed&Breakfast (bis auf einen Tag) für uns alleine. Das Essen ist ein Gedicht :-)

Es liegt einsam im Westen von Lewis, an der Uig Bay. Das ist die Bucht, wo 1831 die berühmten Lewis Chessmen gefunden wurden. Ansonsten gibt es hier noch ein paar verstreut liegende Häuser und ein Tankstelle mit kleinem Shop.

Die beiden Nächte auf Harris verbringen wir im Harris Hotel im Hauptort Tarbert. Ein ziemlich großes Hotel, das vor 100 Jahren eine Luxusherberge war. Heute atmet es einen altenglischen Charme, das Essen ist sehr gut und frisch, die Bar exzellent.

Tarbert liegt an der engsten Stelle der Doppelinsel, es sind nur 400 m von der Ost- zur Westküste. Einkaufen, Souvenirs, Fähre, das Harris Tweed-Museum ist allerdings eher ein Shop.

 
Erlebnisse …
11.9.2016 - Blick vom Baile-na-Cille auf Tennisplatz, Friedhof und Uig Bay
11.9.2016 – Blick vom Baile-na-Cille auf Tennisplatz, Friedhof und Uig Bay

Auf Lewis and Harris leben in den Sommermonaten ca. 20.000 Einwohner, von Mitte September bis Mitte Mai sind es nur noch ca. 4.000. Der Hauptort Stornoway hat bis zu 12.000 Einwohner und als einziger Ort eine nennenswerte Infrastruktur. Insbesondere das einzige Restaurant, das sonntags aufhat. Denn Sonntag ist Feiertag, da sind alle Geschäfte, Tankstellen, Kneipen, Museen, eben alles, geschlossen.

Das gilt nicht für das Mobilfunknetz – das ist nämlich die ganze Woche nicht vorhanden. Außerhalb von Stornaway und Tarbert (dem Hauptort von Harris) hat man selten Empfang, und wenn, dann auf einem Hügel.

Das Wetter ist … sagen wir mal „nordisch“: viel frische Luft (Wind, Sturm), viel Regen, dafür aber dann auch wunderbar klare Luft und tolles Licht, sobald die Sonne durch die Wolken lugt. Der Boden besteht fast überall aus Torf („peat“), man braucht wasserdichte Schuhe mit hohem Schaft.

Die Menschen sind extrem freundlich. Das merkt man besonders in den Museen und Schulen. Diese sind nämlich die (oft einzigen) Anlaufstellen für eine Mittagsmahlzeit: Jedes Museum und viele Schulen haben ein Café, wo leckeres, selbst gemachtes  Essen (Kuchen, Eintopf, Brote) verkauft werden.

 

Lewis&Harris 2016 – Impressionen