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Hurtigruten 2008 – Impressionen
Hurtigruten 2008 – Bergen
Die nordgehende Route erscheint uns als „Ersttäter“ als richtige Mischung zwischen Seereise und Landausflügen. Den Aufenthalt in Bergen verlängern wir um einen Tag, um diese schöne Stadt auch ein bisschen zu besichtigen. Bergen ist seit 1920 Startpunkt der Hurtigrute (vorher ging es noch weiter in den Süden, bis Haugesund und Stavanger).
15.3.: Anreise
Wir fliegen ab Frankfurt, mit Umsteigen in Kopenhagen. Alles geht glatt, um 17:30 landen wir in Bergen. Für Kurzweil unterwegs sorgt Karins Last-Minute-Auftrag, so musste der Laptop mit und jeden Tag wird zwei Stunden gearbeitet ;-). Unser Hotel Strand liegt direkt am alten Hafen von Bergen (dem Vagen), wir haben ein schönes Zimmer mit Hafenblick. Das Strand Hotel hat sehr viel Atmosphäre, schließlich ist es das “Stammlokal” des Krimihelden Vark Veum.
Noch am ersten Abend gehen wir zum Hurtigruten-Kai, dort liegt das älteste Schiff der Hurtigrute, die MS Nordstjernen. Dank 9/11 sind auf Druck der Amerikaner zwar weltweit alle internationalen Häfen hermetisch angeriegelt … aber die Norweger nehmen das gelassen („this ISPS stuff“ ;-), wir dürfen ohne Probleme das Schiff besichtigen.
16.3. Bergen Sightseeing
Morgens steigen wir auf den Hausberg von Bergen, den Floien. Hoch geht’s zu Fuß, oben stärken wir uns im Ausflugslokal, runter fahren wir mit der Floienbaan. Das Wetter ist für Bergen-Verhältnisse super, wir haben Sonne! Schließlich gilt Bergen mit 248 Regentagen als Regenhauptstadt Europas. Außerdem ist Sonntag – und bei strahlendem Wetter ist ganz Bergen auf dem Floien ;-).
Die Ausblicke auf Bergen und Umgebung sind toll, frische Seeluft, ein nettes Ausflugslokal, eine urige seil-gezogene Bahn.
Nachmittags bummeln wir durch Bryggen, das alte Hanseviertel, und andere ältere Stadtteile. Wunderschön ist das Hanseatische Museum.
Dann schlägt das Wetter um: es wird kalt und es beginnt heftig zu schneien. So schiffen wir uns schon um 17:30 auf „unsere MS Trollfjord“ ein.
Einige Eindrücke von Bergen:
Hurtigruten 2008 – was ist die „Hurtigrute“?

„Hurtigrute“ heißt „schnelle Linie“ und war bei der Gründung 1893 ein Riesenfortschritt für die Menschen an der über 2700 km langen norwegischen Küste zwischen Bergen und Kirkenes an der russischen Grenze. Damals gab es zu den meisten Orten keine Straßenverbindung. Die Geschichte der Hurtigrute findet man auf Wikipedia und auf der offiziellen Hurtigrute-Homepage.
Heute ist die Hurtigrute eine Mischung aus Touristen-, Bus- und Transportlinie: im Sommer hauptsächlich eine Kreuzfahrt (da wird auch in den Geirangerfjord gefahren), im Winter – wenn viele Straßen im Norden wegen Schnee und Eis gesperrt sind – ist auch heute noch die Hurtigrute eine wichtige Verkehrsanbindung für die Küstenorte. Ganzjährig wird die Linie von den Einheimischen als „Bus“ benutzt – und Fracht hat zu allen Jahreszeiten Vorrang vor Touristen.
Ingesamt ist der Sommer aber „Kreuzschifffahrt“ (und die wichtigste Einnahmequelle!) – schönes Wetter, Fjorde und das ewige Licht nördlich des Polarkreises sind die Attraktionen.
Das „echte“ Hurtigruten-Feeling kann man am ehesten noch im Winter oder Frühjahr erleben. Dann sind mehr als die Hälfte der Passagiere sogenannte „Port-to-Port-Passagiere“, also Einheimische auf dem Weg zur Arbeit, zur nächsten Stadt oder sie nutzen das Schiff als Zubringer zu den internationalen Flughäfen in Bergen oder Kirkenes. Und in den kleinen Orten ist das Hurtigrutenschiff willkommene Abwechslung für die Bewohner – sie kommen während des Hafenaufenthalts zum Kaffee an Bord, bei den neuen, großen Schiffen stürmen die Kinder den Whirlpool auf dem Oberdeck ;-)
Auch wir benutzen den Whirlpool einige Male – nachts unter sternenklarem Himmel in eisiger Kälte ist das ein Erlebnis. Und dabei sehen wir auch das einzige Nordlicht auf unserer Reise. Leider ohne Brille und ohne Kamera ;-(
Der Fahrplan ist jeden Tag der gleiche: 11 Schiffe sind gleichzeitig unterwegs, täglich um die gleiche Zeit verlässt ein Schiff Bergen und macht sich auf die 5,5 Tage dauernde Reise. 34 Häfen werden angelaufen, jeder Hafen wird also täglich von 2 Postschiffen bedient – einem nordgehendem und einem südgehendem. Der Aufenthalt ist in der Regel 30 Minuten, gerade genug um die „Bus“-Passagiere und die Fracht ein- und auszuladen.
Die nordgehenden Route bietet zusätzlich jeden Tag einen längeren Landgang in einer größeren Stadt:
– Ålesund: 3 Stunden
– Trondheim: 6 Stunden
– Bodø: 2,5 Stunden
– Tromsø: 4 Stunden
– Nordkap (Honningsvåg): 3,5 Stunden
– Kirkenes: 2 ¾ Stunden
Dadurch ist die nordgehende Route sehr kurzweilig, die Seefahrt wird täglich unterbrochen, für z.B. Museen, Shopping, Ausflüge (Nordkap). Die südgehende Route läuft die Orte jeweils umgekehrt (tags <–> nachts) an, mit in der Regel kürzeren Aufenthalten. Dafür hat man tagsüber Landschaft pur. Aber auch nordgehend sieht man genug Landschaft.
Norwegen 2007 – Impressionen
Norwegen 2007 – Ausklang an der Ostsee
Als gemütlichen Ausklang besuchten Karin und “die Kleinen” die Verwandtschaft auf dem Ferienbauernhof.
- Ein paar (geruhsame?) Tage an der Schlei, in Grödersby.
- Nette Ferienwohnung, auf dem Ferienhof Moos.
- Baden, Spielen, Reiten …
- Ausflüge ans Meer …
- … und an/auf die Schlei.
Vechte 2007
Wieder eine Radtour in den Osterferien – mit ein paar Änderungen gegenüber 2006 an der Mosel:
- Das Ziel war die Vechte – ein Flüsschen vom westlichen Münsterland bis in die Niederlande.
Hauptsache flach war unsere Devise ;-) - Kein Anhänger für Karla – aber dafür mit “Abschleppstange”.
Genau das richtige für ihr Alter (4.5 Jahre). - Annette begleitete uns.
- Diesmal waren wir 6 Tage unterwegs, mit 5 Übernachtungen.
| Anreise mit Multifan und nagelneuem Fahrradträger | Wunderschöne Landschaften: Vechte bei Laar, Kanal in Ommen |
Und immer wieder: Spiel, Sport und Spaß ;-) |
Am schönsten waren die “Wasser”-Landschaften: Flussauen, lichte Wälder, Kanäle, alte Flussarme, Tümpel …
Das Ambiente war ländlich und gepflegt – schmucke Bauernhöfe, fast niedliche Dörfer, nette Städtchen.
Einziges Manko: auf der deutschen Seite ist die Gastronomie-Infrastruktur dünn (bis lausig) – gut Essen konnte man in den Niederlanden. Mit Ausnahme vom Haus Brünemann in Neuenhaus, da war das Essen super … aber es hat ja auch einen niederländischen Besitzer ;-)
Vechte 2007 – die Vechte
Die Vechte entspringt in Darfeld, fließt via Nordhorn, Emlichheim, Ommen bis Zwolle, wo sie in das “Zwarte Water” mündet, dann in die Ijssel und ins Ijsselmeer.
Auf deutscher Seite ist die Vechte 113 km lang, auf niederländischer ca. 60 km.
Das ist wesentlich kürzer als früher, denn seit dem Mittelalter wurde die Vechte immer mehr begradigt und eingedeicht, um einerseits schiffbar zu werden, und anderseits die fast jährlichen Überschwemmungen zu beherrschen.
Außerdem wurde nach und nach die gesamte Moor- und Sumpflandschaft in der Gegend entwässert.
Nur noch an manchen Stellen kann man sehen, wie es hier früher aussah. Einige alte Vechte-Arme sind übrig geblieben. An einigen Stellen wurde der Flusslauf aber renaturiert.
Die schönsten Abschnitte der Vechte sind ab Laar flussabwärts – zwischen Nordhorn und Emlichheim ist die Vechte im Wesentlichen ein Kanal. Für die Schiffahrt kann die Vechte nicht mehr benutzt werden – alle Einrichtungen sind heute für Hochwasser- und Naturschutz ausgelegt.
Vechte 2007 – Kunstwegen
Vor langer Zeit in einer Zeitschrift gefunden: die Radtour Kunstwegen.
– An der Vechte entlang, also flach ;-)
– Von Nordhorn bis Zwolle.
– Etwa alle 20 km ist eine Ortschaft, so dass auch für unsere Kids die Etappen nicht zu lang werden.
– Entlang der Strecke jede Menge Kunstwerke im Freien.
Insgesamt war die Tour sehr schön, und auch in etwa so, wie es in den Prospekten und Broschüren beschrieben war.
Die deutsche Seite (von Nordhorn bis Emlichheim) ist mit Kunstwerken “gespickt”, allerdings recht ländlich-einsam, mit wenigen (oder tagsüber geschlossenen) Gasthäusern.
Die niederländische Seite ist dichter besiedelt, mit nur wenigen Kunstwerken, aber dafür geht die Strecke fast immer am Wasser entlang (Vechte, Kanäle). Auch Gasthäuser sind problemlos zu finden.
Jederzeit problemlos kann man – samt Fahrrädern – die Strecke abkürzen: per Zug (Niederlande, ganzjährig) oder per Bus (Fietsenbus in Deutschland, erst ab Ostern). Dadurch ist eine “One-Way-Fahrradtour” möglich.
Hier die obligatorischen Dokumentaraufnahmen, keine besonders große Kunstausbeute – aber wir waren ja auch mit Kindern unterwegs ;-)
Vechte 2007 – die Kanäle
Rund um die Vechte wurden im 18. und 19. Jahrhundert jede Menge Kanäle gebaut.
Auf niederländischer Seite sind die noch heute in Betrieb – im wesentlichen für Freizeit-Skipper, aber gelegentlich auch Frachtkähne. Am beeindruckendsten ist die Fluss-Kanal-Kreuzung: bei De Haandrik kreuzen sich der Coevorden-Vecht-Kanal, der Almelo-De Haandrik-Kanal und die Vechte! Das ganze ist abgesichert durch zwei Schleusen, und funktioniert anscheinend auch bei Hochwasser der Vechte.
Die Kanäle auf der deutschen Seite sind seit den 60er-Jahren nicht mehr in Betrieb. Heute sind sie Erholungsziel und dienen der Entwässerung. (Siehe “Vechte” – früher war hier überall unwegsames Moor und Sumpf.)
Wir sind den Coevorden-Piccardie-Kanal entlang gefahren – sehr nett mit “antiken” Schleusen, Drehbrücken und Ziehbrücken.






































































































