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Afrika 2019: Kajaktour im Okavangodelta

Donnerstag 29./30.8.: Hinreise via Johannesburg nach Maun

Wir haben den Nachtflug mit Lufthansa ab Frankfurt gebucht – und im November ein Schnäppchen-Angebot zum Upgrade in die Business Class ergattert. Um es vorwegzunehmen: Nobel geht die Welt zugrunde, echt too much … aber das Lay Flat Bed ist absolut klasse.

Wir nehmen den ICE, eigentlich in 95 min direkt zum Flughafen, aber wegen eines Defekts müssen wir mit unserem ganzen Gepäck in Köln umsteigen. Zu zweit nehmen wir ja genauso viel „allgemeinen Kram“ mit wie zu viert, können es aber nicht auf 4 Personen verteilen – also haben wir 3 große Taschen zum Aufgeben und als Handgepäck den schweren Fotorucksack und jeder einen kleinen Tagesrucksack.

30.9.2019 - Umsteigen in Johannesburg
30.9.2019 – Umsteigen in Johannesburg

Wir landen pünktlich um 8:20 Uhr, dank des schönen Betts hatten wir 5-6 Stunden Schlaf. Wir teilen uns auf – einer chillt in der SAA-Lunge, eine geht bummeln, zur Sicherheit mit ein paar Rand. Der Flug nach Maun geht pünktlich, wir fliegen im kleinen Avro RJ85. Nach weniger als zwei Stunden landen wir, unterwegs viel trockene Landschaft. Der Flughafen ist so klein, dass wir auf der Suche nach dem Gepäckband glatt die Ankunftshalle übersehen: „Do you have luggage?“ … „Yes, we have“ (und wollen am ihm vorbei) … „Where is your luggage“ … „Possibly on the luggage belt“ (und ich gehe weiter) … „Stop, your luggage … it will come here!!!“ 😂.

Gegen 15:00 Uhr, fast genau 24 Stunden nach der Abfahrt zuhause, kommen wir im Old Bridge Backpackers an. Das Old Bridge gefällt uns richtig gut. Einfach, aber nett, kein Schicki-Micki, leger, freundliche und nette Leute. Und direkt Afrika-Feeling: Hippos, Crocs, jede Menge Vögel.

Wir haben eines der fünf “Tents”, eine Holzkonstruktion mit Zeltwänden und Zelt- oder Wellblechdach und Veranda zum Thamalakane River. Das Essen hier ist frisch zubereitet, große Auswahl und wirklich lecker. Das wissen auch die Einheimischen, darum ist hier immer was los.

Wir telefonieren noch mit John von Kayaktive … morgen früh holt er uns um 8 Uhr ab und unser Abenteuer beginnt.

Nachts ist es sehr laut: Musik, Autoverkehr, Hundegebell. Aber am lautesten schnorcheln …  die Hippos.

Fazit:

  • Nachtflug ist echt gut, Umsteigen in Johannesburg war auch dieses Mal wieder stressfrei.
  • Old Bridge (wie es die Einheimischen nennen) ist eine legere, coole Location mit äußerst leckerem Essen.

 

Old Bridge: Man ist sofort „in Afrika“ … jedenfalls für uns Mitteleuropäer ☺️:

 
31.8.-4.9. Kajaktour

Karin meinte Anfang 2018, als die Planung begann, dass ihr 3 Wochen nur im Auto zu langweilig und zu wenig Action wäre. Wir sind ja Outdoor-Fans und bei unserem Namibia-Urlaub 2015 hat es uns gestört, dass man kaum Wanderungen unternehmen kann.

Also googelten wir „Activities Okavango Delta“ … einer der ersten Treffer war das Abu Camp, mit Bootsausflügen und Elefantenreiten … dann sahen wir den Preis von 2.980 USD pro Person und Tag (😱) … und fragten uns, ob man zur Abreise den Elefanten mit eingepackt bekommt? Okay, also kein Elefantenreiten.

Die Lodges oder Camps bieten aber nur Mokoro-Touren an (Einbaum), aber da sitzt man drin, wird durch’s Wasser kutschiert … nee, das ist auch nicht wirklich „Activity“.

Dann fanden wir Kayaktive, die bieten Kajaktouren von 1-5 Tagen an. Gruppen von 2-5 Teilnehmern, selber paddeln, ein Guide, der mit paddelt, Gepäckboot mit Koch, Equipment und Vollpension, Übernachten auf Inseln im Delta … das ganze für 1.500€ für beide für 5 Tage. Und wenn schon, denn schon … 5 Tage ist genau das richtige für uns. Abenteuer muss halt sein ☺️.

Fazit:

  • Der Tagesablauf mit Game Walk morgens, ca. 4 Stunden Kajak, Game Walk abends ist klasse. Action & Safari. 
  • Man ist im Delta, mit den Tieren, in der Natur. Elefanten, Giraffen, Antilopen … aus der Froschperspektive.
  • Die Game Walks sind ein Traum – die Tiere sind zwar weiter weg als bei Auto oder Kajak, aber unmittelbarer.
  • In den 4,5 Tagen gab es 30 min nach dem Start außer zu den Guides keinen Kontakt zu Menschen. Nur Tiere.

PS: Man fragte uns immer wieder dieselben zwei Fragen, unterwegs, aber auch hier zuhause:

  • Oh, ist das nicht viel gefährlicher als im Mokoro? –> Verstehe ich nicht, wieso, wo ist der Unterschied? Mokoro oder Kajak, man ist im Wasser, der Abstand zu Elefanten, Hippos, Büffeln ist derselbe.
  • Hattet ihr keine Angst umzukippen? –> Fährst du Fahrrad? Und – hast du Angst umzukippen?
     
 

Afrika 2019: Reiseroute

 


Die Route – einmal rund um das Okavangodelta
29.8.-23.9.2019 - Okavangodelta, Moremi, Chobe, Caprivi, Panhandle
29.8.-23.9.2019 – Okavangodelta, Moremi, Chobe, Caprivi, Panhandle( © Google, 2019 )

Wir hatten lange überlegt, ob wir eine größere Tour bis zu den Pans oder gar ins Central Kalahari Game Reserve machen, uns dann aber für wenig fahren und geruhsame Doppelübernachtungen entschieden. Um die Kajaktour vernünftig einzubinden, übernachten wir insgesamt dreimal in Maun, im Old Bridge Backpackers: Nach dem Hinflug, zwischen Kajaktour und Wagenübernahme am nächsten Morgen und vor dem Rückflug.

Unsere Etappen:

  • 29. – 30.8.:    Nachtflug nach Johannesburg mit Anschlussflug nach Maun
  • 31.8. – 4.9.:   5 Tage Kajaktour im Okavangodelta
  • 5.9.:                   Wagenübernahme
  • 6. – 8.9.:          3 Tage Moremi Game Reserve – South Camp, Xakanaxa und Khwai
  • 9. – 12.9.:       4 Tage Chobe National Park – Savuti, 2x Linyanti und Ihaha
  • 13. – 18.9.:    6 Tage Caprivi, jeweils 2 Übernachtungen in
    – Katima Mulilo, Caprivi Houseboat Safari Lodge
    – Nkasa Rupara National Park, Livingstone’s Camp
    – am Kavango, RiverDance Lodge (Campsite)
  • 19. – 21.9.:    3 Tage Panhandle – Drotsky’s Camp, Tsodilo Hills und 2 Übernachtungen in der Xaro Lodge
  • 22. – 24.9.:    Rückfahrt nach Maun und Rückflug am nächsten Tag/Nacht via Johannesburg nach Frankfurt
 
Camps und Lodges
Bewertung
30.9.2019 - Das "Old Bridge" in Maun
30.9.2019 – Das “Old Bridge” in Maun

Old Bridge Backpackers: gemütlich, einfach, leger, nette Leute, sehr leckeres Essen. Wir hatten Tent 3 (Twin Bed), Tent 2 (double) und Tent 5 (double). Die Lage von Tent 5 ist am schönsten, liegt aber direkt am Backpackers Zeltplatz.

Exzellentes Preis/Leistungsverhältnis (nur 58 € pN), das Essen ist super. Allerdings ist es recht laut wegen der Party-/Stadtgeräusche.

=> Eine gute Ausgangsbasis für das Okavangodelta und Rundreisen in Botswana / Namibia

****
5.9.2019 - Mochaba Crossing Lodge
5.9.2019 – Mochaba Crossing Lodge

Mochaba Crossing liegt ca. 30 km östlich von Maun, Richtung Moremi Game Reserve.

Der Campingplatz ist sehr gut ausgestattet, aber umzäunt, kein Blick auf Natur. Restaurant, Lapa und Pool der Lodge dürfen genutzt werden.

=> Okay, funktionell, gut zum Sortieren nach der Fahrzeugübernahme.

**
6.9.2019 - Moremi South Gate, Site 6
6.9.2019 – Moremi South Gate, Site 6

Das South Gate Camp liegt direkt am südlichen Eingang des Moremi Game Reserve. Wird allgemein nur als 4. Wahl der Moremi-Campgrounds gesehen, aber als Einstieg in „Camping in the Wild“ und von der Entfernung zu Maun ideal.

Für die Game Drives im südlichen und westlichen Teil von Moremi spart man sich durch Übernachten in South Gate die 1,5 Stunden Anfahrt von Maun.

Die Campsites sind groß, Waschhaus neu und gepflegt. Ein Sonderstern für die Eli’s auf dem Campground 😍.

=> Funktionell, sauber, guter Auftakt für Moremi und Basis für Black Pools

***
8.9.2019 - Moremi Xakanaxa, Site 5
8.9.2019 – Moremi Xakanaxa, Site 5

Xakanaxa hat 8 Campsites, nebeneinander sehr schön an der Flood Plain gelegen. Die Site sind schön geschnitten, schattig, das Waschhaus wurde 2019 neu erbaut.

Xakanaxa und der 3rd Bridge Campground sind die beiden idealen Übernachtungsmöglichkeiten im Moremi.

Gut gelegen für Paradise Pools und Dead Tree Island – und natürlich als Start/Ziel auf dem Weg zu Khwai oder nach Süden.

=> Tolle Lage, neue Waschhäuser, schöne Sites, schöne Game Drives

****
8.9.2019 - Khwai Camping Site, #1
8.9.2019 – Khwai Camping Site, #1

Der Khwai North Gate Campground liegt am Nordausgang des Moremi Game Reserves. Die Campsites sind nichts besonderes (einzige #3 hat eine schöne Lage zum Khwai River), die Infrastruktur schon recht alt und zum Teil defekt. Dafür nur 2 Sterne.

Aber 5 Sterne für die Game Drives entlang des Khwai River, nach Osten und Westen.

=> Campground ist okay, super Ausgangsbasis für Khwai River und die Flood Plains

 **

oder

*****

9.9.2019 - Savuti Camp, #1
9.9.2019 – Savuti Camp, #1

Savuti ist legendär, wegen der großen Herden, der Savuti-Löwen.

Aber uns hat das Camp – vor allem wegen der Trockenheit – nicht besonders gefallen. Alles ist heiß, staubig, keine schöne Aussicht. Wenn der Savuti-Channel Wasser führt, ist es aber wahrscheinlich traumhaft.

Die Landschaft von Savuti ist großartig, Besonderheiten sind die Savuti-Berge und die Baobabs. Tiere waren bei unserem Besuch Mangelware.

=> Campground ist okay, Ausgangsbasis für Game Drives im Savuti oder Zwischenstopp von/nach Moremi 

***
11.9.2019 - Linyanti Camp, #3
11.9.2019 – Linyanti Camp, #3

Der Linyanti-Campground hat nur 5 Sites, 12-15 Monate vorher sollte man reservieren. Die Sites liegen in einer Reihe mit Blick auf die Linyanti Flood Plain, Bäume spenden Schatten, das Waschhaus ist neu und sauber – allerdings mit Flusswasser gespeist.

Tiere gibt es im Überfluss, die insgesamt nur 8 km lange Riverfront lädt zu geruhsamen Game Drives ein.

=> Super Lage und Ruhe, viele Tiere, toller Ausblick

*****
12.9.2019 - Ihaha, #4
12.9.2019 – Ihaha, #4

Ihaha ist der Traum-Campingplatz an der Chobe Riverfront. Die 10 Sites liegen mit großem Abstand nebeneinander, jede mit Blick auf die Chobe Flood Plain. Tiersichtungen garantiert, nächtlicher Tierbesuch wahrscheinlich.

Campsite 4 ist nicht so schön (kein Schatten, schräg), dafür nur 3 Sterne.
Aber 5 Sterne für die Riverfront, die Lage, die Game Drives.

Das Waschhaus liegt nur bei Site 4 und 5 in Fußentfernung, alle anderen müssen fahren.

=> Tolle Lage an der Chobe Riverfront, schöne Game Drives

***

oder

*****

14.9.2019 - Sambesi, Sunset Boat Tour - Caprivi Houseboat Safari Lodge
14.9.2019 – Caprivi Houseboat Safari Lodge

Die Caprivi Houseboat Safari Lodge liegt direkt am Sambesi, ca. 5 km östlich von Katima Mulilo. Tent 4 und 5 haben Terrasse und Blick auf den Fluss.

Die Lodge gefällt uns gut, freundliche Angestellte, originell mit schönen Möbeln, gepflegt, sauber, nicht überkandidelt oder „Gondwana-Kommerz-Kette“. Essen leider mehr so mittel, 2 Sterne.

Gut als Zwischenetappe und als Ausgangsbasis für Rivertouren, die Carmine Bee-eater Kolonien.

=> Erholung am Sambesi, Ausflüge zu den Bee-eaters, Zwischenstopp

***
15.9.2019 - Livingstone's Camp, #1
15.9.2019 – Livingstone’s Camp, #1

Livingstone‘s Camp liegt direkt vor dem Eingangstor des Nkasa Rupara National Park. Tolle Lage an einer Flood Plain, viel Platz zum Nachbarn.

Mit einem eigenen Waschhaus pro Site hat man eine schöne Mischung aus Natur und Komfort.

=> Ideal als Basis für den Nkasa Rupara National Park

****
18.9.2019 - RiverDance Lodge
18.9.2019 – Riverdance Lodge

Gastfreundlichkeit pur in der Riverdance Lodge.
Die vier Campsites sind super gepflegt, jede mit Rasen, Grillplatz, eigenem Küchen- und Waschhaus.
In der Lodge sind auch Camp-Gäste willkommen. Abendessen und Frühstück sind ausgesprochen lecker, viele der Zutaten werden im eigenen Garten angebaut.
Empfehlenswert die Aktivitäten: River Touren, Village Visit, Besuch der Biro School, Angeln.  Wunderschön die Sunrise River Tour auf dem Kavango.

=> Gastfreundschaft, die für zwei Tage zum Entspannen einlädt 😃

*****
19.9.2019 - Drotsky's Camp, #11
19.9.2019 – Drotsky’s Camp, #11

Die Sites in Drotsky’s Camp haben Feuerstelle, Wasser, Strom, Licht, Mülleimer. Es gefällt uns ausnehmend gut, viel Schatten und vorwitzige Vögel. Ein Waschhaus mit 2x WC und 2x Dusche/WC ist jeweils für 4 Sites.

Zum Campground gehört eine Lapa mit Bar und Information, direkt an der Bootsanlegestelle.

In der Lodge, ein Spaziergang von ca. 15 min, sind Camper willkommen und können Pool und Lapa benutzen.

=> Alles was man braucht – nur die Aussicht fehlt. Tolle River Tours.

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20.9.2019 - Xaro Lodge
20.9.2019 – Xaro Lodge

Die Xaro Lodge wird von der Familie Drotsky betrieben und ist nur per Boottransfer von Drotsky’s Camp erreichbar. Gleichzeitig die ersten Birding Tour!

Schön angelegt in einer Flussbiegung liegen 11 Tents direkt am Wasser. Genau wie Riverdance sehr gepflegt und geschmackvoll, nichts überkandideltes oder „koloniales“, also kein Prunk&Protz. Alles passt: Stil, Atmosphäre, Lage, fantastisches Essen.

Activities: Game Walk, Bootstouren, Ausflug zu den Tsodilo Hills.

=> Eine Oase, die für zwei Tage zum Verwöhnen einlädt. Ein Muss für Birding Fans 🦉.

*****

 

Ein bisschen Statistik
24 Übernachtungen, davon 4x Bodenzelt, 13x Dachzelt, 7x Lodge
25 km Game Walks
60 km Paddeln
81 kg Gepäck
130 Vogelarten identifiziert, davon 84 mit Foto
312 Liter Diesel getankt
313 Vogelbilder
318 andere Tiere
1.223 Bilder insgesamt (als Keeper aus 3.469 übrig geblieben)
2.003 km Fahrtstrecke insgesamt. Verbrauch 15,6 l / 100 km
11.850 Flugmeilen

 

Nordwesten 2017 – Kayaktour

5 Tage Kayaktour von San Juan Island nach Anacortes


Nach der Buchung der 5-Tages-Tourim Herbst 2016 brauchen wir zur Vorbereitung nicht mehr viel zu organisieren: Die Packliste unterscheidet sich kaum von der Raftingtour – eigentlich kaufen wir nur Sonnenhüte und Kayakhandschuhe zusätzlich.

Ein wichtige Entscheidung war noch zu treffen: Nehmen wir zu fünft 1 Zweier + 1 Dreier oder 2 Zweier und 1 Einer? Die beiden kräftigen Jungs plädieren energisch für die Variante mit dem Einer – und da wir alle sehr fit sind, sind auch wir Erwachsenen einverstanden.  Fast forward: Es hat wunderbar geklappt, abwechselnd paddeln wir jeweils zwei halbe Tagesetappen im Einer.

Fazit:

  • Sportlich, anstrengend, Naturerlebnis, Spaß, Relaxing … alles, was wir erwartet hatten, wurde erfüllt.
  • Die Tour ist perfekt organisiert, unser Führer passte wunderbar zu uns: genau die richtige Mischung aus Guide und Kumpel.
  • Wir hatten Einsamkeit erwartet … aber in einem Ballungsgebiet von 4,5 Mio. Einwohnern, die alle Freizeit-verrückt sind, gibt es keine einsame Inselwelt. Viele Schiffe, Ferienhäuser, große Campgrounds, aber trotzdem noch genügend Meer, Ruhe, Natur.
  • Man ist und fühlt sich klein und langsam mit dem Kayak. Aber das ist auch der große Reiz einer solchen Tour: Tief Eintauchen in eine Welt, in der man sich mit eigener Kraft fortbewegt und jede Menge Tiere sieht. 
 
 

 

 

Nordwesten 2017

27.7.-28.8.2017: Seattle – Kayaktour – Washington&Oregon – Sonnenfinsternis

Der Auslöser für diese Reise war die totale Sonnenfinsternis am 21.8.2017, die von Oregon bis South Carolina quer über die USA zieht: Etwas ganz besonderes, Sommerferien, außerdem war ein Wohnmobilurlaub mal wieder dran … also konnte mit der Planung begonnen werden.

Wie 2012 (Rim2Rim) und 2014 (Rafting) ist ein Outdoor-Erlebnis wieder der einhellige Wunsch. Über Besteigung des Mount Rainier (nein – man braucht Gletschererfahrung und -ausrüstung), Mehrtageswanderung im Regenwald (nein – eventuell zu nass), Gebirgswanderung in den Cascades (wir fanden nichts, was uns ansprach) liefert uns die Google-Suche nach „Outdoor Activity Washington, Oregon” schließlich den Treffer: eine Seekayaktour in den San Juan Islands. Nach intensiver Recherche entscheiden wir uns für die 5-Tages-Tour.

Und schließlich als drittes: Genügend Meilen für vier Freiflüge in der Premium Economy :-)

Also: Die drei Buchungen (Wohnmobil, Meilenflüge, Kayaktour) sind unter einen Hut zu bringen. Mit Geduld, Hartnäckigkeit, vielen Telefonaten und ein bisschen Kompromissen gelingt es … und wir stellen uns diese unvergessliche Reise zusammen :-)

Im Frühjahr entscheidet sich Robert, unser Neffe/Cousin, mit zu fahren. Alle freuen sich :-)

Fazit:

  • Die Kayaktour ist anspruchsvoll, erlebnisreich, Spaß und Abenteuer zugleich. Dazu Adler, Delfine, Robben, Waschbären … und Anstrengung und Muße.
  • Seattle gefällt uns ausgesprochen gut: tolle Lage, weltoffen, liberal, relaxed, friedlich. 
  • Die Vielfalt der Olympic Peninsula: Küste&Meer, Berge, Regenwald, Waldwirtschaft, Gletscher – abwechslungsreich und interessant.
  • Die Oregonküste ist Sand, Fels, Wasser, Luft – irgendwie ist alles immer gleichzeitig.
  • Die Vulkane sind gigantisch, noch aus 100-150 km überwältigend präsent, ehrfurchtgebietend und schön.
  • Und ja – die Sonnenfinsternis ist das erwartete Once-in-a-Lifetime Erlebnis. Wir staunen, sind begeistert und irgendwie ergriffen.

 

 

Kalifornien 2001 – Mendocino

19.-20.5.2001: Fahrt über Sacramento nach Mendocino

California State Railroad Museum

  • Es wurde heiß – und wir hatten die zweifelhafte Ehre, in Sacramento die Rekord-Mai-Temperatur (104°F) seit Beginn der Wetteraufzeichung zu erleben.
  • Zwischenstation war Sacramento: sehr schön restaurierte Altstadt, und ein Muss für jeden Eisenbahnfreund – das Railroad Museum (natürlich das größte der USA :-)
  • Dann ging es “quer durch” bis Mendocino: über CA-20, Ukiah, CA-253, und dann buchstäblich durch Wildnis – die Orr Springs Road und die Comptche Ukiah Road. Immer wieder erstaunlich für einen Westeuropäer, wie einsam und groß eine Gegend sein kann.
21.-23.5.2001: Mendocino
  • Mendocino: Sonnenuntergang am Strand des Pine Beach Inn.
    Mendocino: Sonnenuntergang am Strand des Pine Beach Inn.

    Mit diesem Sonnenuntergang empfing uns der Pazifik am Privatstrand des Pine Beach Inn.

  • Mendocino gefiel uns so gut, dass wir spontan um 2 Tage verlängerten: eine sehr unamerikanische Kleinstadt, für Fußgänger, keine Autofahrer-Infrastruktur (nirgendwo ist eine der Supermärkte/Shops mit Riesenparkplatz), Umweltbewusstsein (statt Dieselgeneratoren wie im Death Valley – ein ärgerlicher Witz! – sieht man hier Solaranlagen).
  • Bummeln, Mendocino Headlands State Park, Kuchen in einem der Mendocine Cafes …
  • Höhepunkt war die Kanu-Tagestour den Big River hinauf: mit der Flut ca. 12 mls landeinwärts, und dann mit der Ebbe wieder zurück. Von der Tidenzeiten her hatten wir Glück (Wechsel war gegen Mittag), und die Hinfahrt war echt geruhsam. Aber die Rückfahrt hatte es in sich – der minimale Anschub durch die Ebbe wurde durch starken Gegenwind mehr als aufgehoben, und wir mussten 3 Stunden richtig reinhauen. (Aber jetzt wissen wir, dass wir auch beim „Paddeln unter Stress” gut harmonieren :-).
  • Die Einsamkeit war ein Erlebnis – nach 30 Minuten waren wir mitten in der Wildnis: Tiere (ein Seehund begleitete uns ein Stück), Stille, kein Mensch …
  • Nachtrag, Januar 2008: Mittlerweile ist der Big River Teil des Mendocino Headlands State Parks. Kanuverleih ist jetzt bei Catch-a-Canoe, direkt an der Mündung des Big River.
 

 

Rockies 2014: Utah

23.7. Flaming Gorge NRA

Nach dem grandiosen Sonnenaufang fahren wir aufgeräumt los,.

Es geht gut voran, zwei Baustellenstops, ein Tankstopp – schon um 11:15 Uhr sind wir nach 232 mls in Green River, wo es nach einigem Suchen sogar einen Supermarkt gibt. Ein Schnitt von 50,6 mph, gar nicht schlecht ;-) .

Eine Stunde Einkaufen, dann noch eine gute Stunde für die restlichen 48 mls und wir kommen gegen 13:00 Uhr auf dem Lucerne Campground an – alle noch guter Dinge, ohne Stress oder so.

Hier gibt es Hitze, Sonne, Wasser, Pronghorns auf den Campsites (zu Karlas Bedauern aber nicht auf unserer). Zunächst gehen wir ein vor Hitze, es gefällt uns gar nicht. Als wir uns aber von der Fahrt erholt haben, satt gegessen sind … und das Osprey-Nest entdecken (2 Eltern, 2 Junge :) , Baden, Wasserschlacht machen, chillen … gefällt es uns gut.

Schlussendlich endet der lange Fahrtag in Muße und Erholung … und einem tollen Sonnenuntergang.

 
 
24./25.7. Red Fleet State Park

Wir stehen schon gegen 8:00 Uhr alle ( ;-) ) auf, frühstücken in Ruhe, schwimmen ausgiebig, dumpen.

Heute geht es über den tollen Scenic Highway 44, steil bergauf und bergab, durch die Sheep Creek Formation, den Red Canyon, bis zum Flaming Gorge Dam. Kurze Zwischenstopps machen wir am Moose Lake, Red Canyon Visitor Center and Outlook, am Damm (Golden Eagles oder Geier ?).

 

Dann geht’s runter vom Pass auf 8.450 ft Höhe, insgesamt 9 steile Serpentinen, durch Utahs Gesteinshistorie von den ältesten (530 Mio. Jahre) bis unten, Jurassic, „nur” 75 Mio. Jahre alt. Um 15:15 Uhr sind wir im wunderschönen Red Fleet State Park, insgesamt 4:45 Std für 80 mls Fahrt mit ein paar Pausen. Spätes Mittagessen, Kajak leihen, Baden – also einfach ein Tag Strandurlaub :-) .

Abends schwimmen wir quer über den See (der bildet am Campground eine ca. 250 m breite Bucht) zu den Dinosaur Tracks. Dort sind ca. 150 Abdrücke, zwei Spuren aus ca. je 10 einzelnen Abdrücken. Anschließend chillen und grillen.

Bis 15:30 Uhr bleiben wir am nächsten Tag im Red Fleet State Park, wir dürfen auf unserer Site bleiben: Kajak, Schwimmen, noch einmal rüber schwimmen und Dinosaur Track Trail, Mittagessen.

Schließlich fahren wir die nur noch 11 mls bis Vernal, checken im KOA ein und fahren zum Briefing der Rafting Tour.