August 2025 – Dualband-Filter, Foraxx, SHO … und der Teddy Bear Nebula
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Auf der Astronomiemesse ATT in Essen konnte ich dem Messerabatt nicht widerstehen und ein EFW (Electronic Filter Wheel) fand ein neues Zuhause ;-)
Ein Bastelnachmittag folgt, die Montage der Filter und des Filterrads erfordern ungewohnte Feinmotorik. Sehr hilfreich waren die Tipps auf der Messe, wie ich die Verkabelung noch weiter optimieren kann:
– Je ein 12V-Stromkabel von zwei Netzteilen zum Mount und zur ebenfalls neuen Powerbox am Teleskop.
– Mount und ASIAIR verbinden sich über Bluetooth, kein Kabel. 👍
– ASIAIR zu Kamera, Guidekamera zu ASIAIR: integriert, diese 2 Kabel sind dank ASI2600MC AIR gar nicht erforderlich. 👍
– Bleiben nur 4 kurze Kabel, die sich nicht bewegen und deshalb auch nicht verheddern können: 2x 12V von der Powerbox zur Kamera und zum Dew Heater, 2x USB von der Kamera zu EFW und EAF. 👍
Dank der Autorun- und Plan-Funktionen in ASIAIR sind die Aufnahmen super-easy, durchaus Apple-like: Filter wählen, Flats aufnehmen und für die Lights Objekt, Belichtungszeit, Gain, Filter und Anzahl Bilder festlegen, der Rest geht automatisch.
Auch das Stacking der Dualband-Frames in APP begreife ich schnell: 3 Parameter sind zu ändern (anderer Algorithmus, Änderungen bei globaler und lokaler Normalisierung), dann schnurrt der Mac eine Stunde.
Das sieht man (nicht ;-) in der 120s-Aufnahme
Maximal mit Lightroom aufgehellt
Foraxx
Foraxx V2
SHO
SHO V2
HSO
HSO V2
Was ist Narrowband Imaging ?! (Die Expertenerklärung ist hier.)
Die Farbkamera (OSC – One Shot Color) nimmt die drei für das menschliche Auge sichtbaren Spektren Rot, Grün, Blau auf (RGB – in englisch Red, Green, Blue ;-). Der Astro-Profi nimmt dies mit einer Monochrom-Kamera in getrennten Sessions mit Rot-, Grün-, Blaufilter auf, aber viel einfacher (mit etwas schlechterer Auflösung und höherem Rauschen) geht es mit der Farbkamera.
Sterne und Galaxien senden hauptsächlich dieses sichtbare RGB-Licht aus.
Aber Nebel sieht man nur in extrem engen Wellenlängen, die von ionisierten Gasen ausgestrahlt werden. Die häufigsten (und mit Amateur-Equipment sichtbaren) sind Ha (H-alpha, Wasserstoff, rot), OIII (Sauerstoff, blau-grün) und SII (Schwefel, tiefrot).
Der „Trick“ ist, diese auch mit einer Farbkamera aufzunehmen: zwei Dualband-Filter Ha-OIII und SII-OIII lassen nur das schmale Band dieser 3 Gase durch, die restlichen Rot- und Grün-Blau-Töne werden weg gefiltert.
Das Rot von Ha bzw. SII landet in den roten Sensorpixeln, das Grün-Blau von OIII in den grünen und blauen.
Die Farben werden in drei Mono-Bilder getrennt: Ha, SII aus den roten Pixeln und OIII aus den grünen und blauen. Wie mit einer Monokamera mit Narrowband-Filter – da man aber nur ½ – ⅓ der Pixel je Farbe hat, muss man mit einer Farbkamera viel länger belichten als mit einer Monokamera.
Anmerkung: Natürlich nimmt man mit einer Farbkamera ohne Filter auch die drei Spektren Ha, SII und OIII auf – aber sie sind so lichtschwach, dass sie vom Rot/Grün/Blau der Sterne und des Hintergrunds komplett überstrahlt werden. Sie sind zwar im „Pixelkorb“ enthalten, aber können nicht separiert werden.
Und am Ende der Clou: Diese drei Monobilder ordnet man dann wieder dem RGB-Spektrum zu, so dass sie für das menschliche Auge sichtbar werden.
Das Linear Processing geschieht wie gewohnt, man lässt nur die Farbkalibrierung weg und am Ende wird DBXtract ausgeführt, das aus dem Dualband-Farbbild die Monobilder erzeugt. Zusätzlich nimmt man separat eine Stunde ohne Filter auf und hat dann eine Farbbild mit korrekt farbkalibrierten Sternen.
Die wirkliche Herausforderung kommt danach:
– die Farbkombination (zum Beispiel HSO: Ha=rot, SII=grün, OIII=blau, SHO, HOS entsprechend, oder Farbmischungen wie Foraxx),
– ob man das Stretching einzeln vor oder gemeinsam nach der Kombination macht,
– und abschließend wie man die Farben normalisiert und verstärkt.
Für mich ein Universum, das ich auch nach einigen Monaten nur rudimentär begreife. Rechts einige Versuche – man kann sich stundenlang austoben. 😂
Nachtrag Jan. 2026 – mein bisher bestes Bild. Gelernt habe ich drei Punkte:
– noch mehr Aufnahmezeit (16 Std. sind es hier), sorgfältige Gradientenkorrektur
– nach SHO-Kombination Hintergrund neutralisieren und Farben normalisieren (d.h. auf gleiche Stärke bringen)
– erst danach Stretching (der neue Prozess MAS ist super) und nur noch „sanfte“ Farb- und Kontrastverbesserung
26.1.2026 – NGC 7822 Teddy Bear Nebula, SHO DBE, 1h RGB, 5h Ha, 10h S2, 15h O3 im Okt/Nov 2025
APP macht Stacking sehr einfach, wenn man zunächst ohne Filter und mit nur einer Aufnahme-Session beginnt:
– Laden der Lights, Flats, Darks und Bias
– Alle Parameter auf Default lassen
– Start Integrate … nach einiger Zeit ist die lineare FITS-Datei erzeugt.
Ebenfalls erzeugt werden Master-Flat, -Dark und -Bias, die man in späteren Integrationen statt der Einzelframes verwenden kann. Geht schneller, beim Laden und beim Rechnen.
Aber auch mehrere Sessions sind kein Problem: Man ordnet die Lights und (Master-) Flats, Darks, Bias passend zueinander … und startet die Integration. Dauert ca. 30-60 min bei 100-200 Frames (auf meinem MacBook Pro M3max).
Ich hatte einige Wochen probiert, mit AstroPixelProcessor zusätzlich zum Stacking auch die lineare Bearbeitung und das Stretching zu machen … aber zum Teil kam ich mit dem User-Interface dieser beiden Funktionen nicht zurecht, zum Teil sind die Funktionen zu rudimentär.
So probierte ich PixInsight aus (der Defakto-Standard in der Astrofotografie) und kam überraschend schnell und gut zurecht. Nur das Stacking in PixInsight habe ich gar nicht erst probiert, es nutzt nicht die Apple-Silicon-GPUs und ist deshalb 5-10x langsamer als APP.
Die Installation von PixInsight ist aufwändig: Download aller erforderlichen Astro-Datenbanken, Installieren sinnvoller Erweiterungen wie XTerminator-Tools von Russell Croman, die Scripts von Seti Astro, Bill Blansham, Night Photons und diverse Prozesse wie GHS, DBXtract und einige mehr.
Der erste Schritt ist die lineare Bearbeitung, man bereinigt Bildfehler und Rauschen und erzeugt so ein möglichst sauberes Ausgangsbild für das Stretching. Die Schritte sind i.W. immer gleich, bei einigen Prozessen muss man die Parameter an die Bildgegebenheiten anpassen: (in blau der PixInsight-Prozess)
Gradienten entfernen (Mond, Lichtverschmutzung): MSGC (exakt anhand der Himmelsdatenbank MARS), GradientCorrection (automatisch) oder DBE (manuell, falls die ersten beiden nicht funktionieren)
Sternfehler beseitigen: BXT correct only (BlurXTerminator, eines der Tools von Russell Croman)
Sternfarben justieren: SPCC (SpectroPhotometricColorCalibration) kalibriert die Sterne exakt anhand der verwendeten Kamera/Filter und der Sternpositionen im Bild.
Schärfen: BXT, diesmal mit geeigneten Parametern für Sterne-, Nebel-Entrauschen und Halo-Entfernung.
Sterne separieren (–> dann ist Stretching einfacher und meist auch besser): SXT (StarXTerminator). Hier muss man aufpassen, ob Artefakte entstehen. Falls ja, muss man Sterne und Nebel doch gemeinsam stretchen.
Entrauschen: NXT (NoiseXTerminator) – aber Achtung, nicht zu stark entrauschen, es entstehen schnell Artefakte.
Linear, ohne Bearbeitung
Linear, in LR aufgehellt 5x, Tiefen 100, Lichter 100
Stretched in PixInsight
Stretching in PixInsight
Stretching – was ist das und warum?
Der Nachthimmel ist so dunkel, dass selbst die hellen Sterne nur die untersten 5-20% der Grauwerte einnehmen. Was wir hier in Westeuropa als Helligkeit sehen, ist nicht der Nachthimmel, sondern Lichtverschmutzung – die Sterne werden dadurch noch blasser.
Galaxien und Nebel sind im linearen Bild praktisch nicht zu sehen, sie haben höchstens 1-2 Grauwerte auf einer 256er Skala.
Man muss die Grauwerte also „Strecken“, um sie im Bild sichtbar zu machen. Die Sterne von Grauwert 10-50 auf 50-200, also um einen Faktor 4-10. Galaxie bzw. Nebel von 1-2 auf 20-100, also viel höherer Faktor 20-50.
Der ganze Aufwand vor dem Stretching wird gemacht, um das Rauschen unter die Grauwerte der Galaxie, des Nebels zu drücken – bzw. umgekehrt die Nutzsignale über das Rauschen zu heben. Darum braucht man eine hohe Gesamtbelichtungszeit für möglichst viele Photonen der Nutzsignale, und zur Rauschminimierung dienen Dithering, Stacking, Gradientenkorrektur, Entrauschen in der linearen Bearbeitung.
Was macht Stretching so komplex? Es sind zum einen die schwachen Grauwerte knapp über dem Rauschen, zum anderen die so unterschiedlichen Stretch-Faktoren von Sternen und Nebel. Und die Farben darf man dabei auch nicht verfälschen oder übersättigen.
Separates Stretching von Nebel und Sternen ist einfacher, weil man nicht so unterschiedliche Stretch-Faktoren gleichzeitig in Einklang bringen muss. Beim gemeinsamen Stretching brennen die Sterne schnell aus, wenn man den Nebel aus den niedrigen Grauwerten herausholt.
Die wesentlichen PixInsight-Prozesse sind HT (HistogramTransformation), MAS (MultiscaleAdaptiveStretch), GHS (GeneralisedHyperbolicStretch) und CT (CurveTransformation). Und zusätzlich einige Spezialitäten zur gezielten Kontrasterhöhung wie LHE (LocalHistogramEqualisation), DSE (DarkStructureEnhance) u.v.m.
Ein Universum von Möglichkeiten … viele Tutorials … es gibt, anders als für die lineare Bearbeitung, kein Standardrezept … ganz allmählich nur bekomme ich ein Gefühl, was man wann wie einsetzen kann.
28.3.2025: Stativ, Montierung, Teleskop, Kamera mit Steuerungsrechner.
DHL hat geliefert 😊
Erste Montage-Versuche
Feinarbeit
Die neuen "Gartensternwarte"
Die beiden Hauptpunkte sind Rausch-Minimierung und längere Belichtungszeiten, für mich ist aber auch „Convenience“ wichtig.
Super erklärt ist hier, was Rauschen ist und was man dagegen tun kann. In Kurzform: Man braucht eine rauscharme Kamera und Calibration-Frames (Dark, Bias), um möglichst viel Rauschen heraus zu rechnen. Die heutigen Astrokameras haben die gleichen Sensorchips von Sony wie die Systemkameras von Sony, Fuji, Nikon – nur sie sind gekühlt. Alle 6-7 °C halbiert sich nämlich das thermische Rauschen, bei 0 bis -10 °C ist es vernachlässigbar klein.
Die Calibration-Frames (Dark und Bias gegen das Rauschen, Flats zum Herausrechnen von Staub/Flecken im optischen Weg) erfordern, dass man sie mit der gleichen Temperatur erstellt wie die Belichtungen der Sterne, die sogenannten Light-Frames. Ohne aktive Kühlung lassen sich die gleichen Temperaturen nicht einzustellen.
==> Also eine gekühlte Astro-Kamera 👍
10-20 Stunden Gesamtbelichtungszeit mit 10-sec-Light-Frames … man käme auf 5-10.000 Bilder, da würde das Stacking mehrere Tage dauern. Um auf 2-5 min Einzelbelichtungszeit zu kommen (300-500 Frames sind es dann, Stacking ca. 1 Stunde) braucht man einen guten Mount, ein sehr gutes Stativ oder eine feste Säule und eine Guiding-Kamera. Guiding und Mount ermöglichen das sogenannte Dithering, erforderlich um Walking Noise zu eliminieren. Die feste Säule scheiterte am Einspruch der Familie, die den Garten weiter voll nutzen möchte. 😩
Und die „Convenience“ – ich möchte es nicht Bequemlichkeit nennen, denn gerade als Brillenträger sind Polarausrichtung, Fokussieren und das Auffinden des Ziels eine Qual. Und automatisierte Aufnahmepläne helfen, bei diesem Nachthobby etwas mehr Schlaf zu bekommen. Das bedeutet: Steuerrechner und elektronischer Autofokus (EAF). 🤔
Meine Hoffnung war, wenigstens meine guten und lichtstarken Fuji-Objektive weiter verwenden zu können. Aber – an allen Ecken und Kanten lauern Inkompatibilitäten, man müsste weiter manuell scharf stellen, kein Dithering. Also auch noch ein Astro-Teleskop. 😳
Welche Brennweite? Für den Anfang wird 300-500 mm empfohlen.
Nach intensiven Recherchen (kenne ich ja schon vom Fotohobby ;-) entscheide ich mich für das ZWO-Ecosystem statt eines Windows-Systems: Alles passt gut zusammen, ähnlich wie bei PCs hat man die Wahl zwischen Apple (weniger Freiraum, aber mehr Automatismen) und Windows (alles kann und muss detailliert konfiguriert werden). Anmerkung: Im Vergleich zur PC-Welt ist Astro aber deutlich unreifer, viel mehr Fehler, viel Frickelei, die Firmen sind klein und die Software-Produkte deutlich weniger professionell, teilweise schrecklich fehlerhaft. Außer die Teleskope, die sind erste Sahne.
Mein Start in das Hobby Astrofotografie:
Askar FRA500, mit 0.7x Reducer: Ich kann von 500/5.6 auf 350/3.9 umbauen. Es ist ein Refraktor, weil mir ein Reflektor als Start zu groß und zu komplex war. Viele Ratgeber-Seiten findet man im Internet, gefühlt habe ich alle gelesen, z.B. Galactic Hunter.
Ich habe versucht, alles zu vermeiden, was die Komplexität noch mehr erhöhen würde: hohe Brennweite (braucht super-präzises Guiding), hohes Gewicht (braucht teuren Mount und macht Guiding noch schwieriger), präzises Justieren eine Reflektors (Collimation, Tilt, Backfocus).
ZWO AM5N Mount: „leicht“ (5 kg 😳), Tragkraft 15-20 kg und gutes Guiding. Ich wollte einen guten, leichten (alles ist relativ ;-) Mount, möglichst viel Komfort beim Aufbauen und Einrichten, auch für größere Teleskope noch geeignet. Siehe auch den Vergleich hier.
ZWO ASI2600MC Air: Kamera, Guiding-Kamera und Steuerrechner kombiniert im Kameragehäuse, in der gleichen Größe wie die Kamera ohne alles. „Alles in einem“ wird von einigen als kritisch angesehen, aber die Kompaktheit und deutlich weniger Kabelverhau haben mich überzeugt. Eine Farbkamera (OSC – One Shot Color) als Start war für mich klar – eine Mono-Kamera hätte die Komplexität für Aufnahme und Bearbeitung noch weiter erhöht.
ZWO EAF: Autofokus
Berlebach Planet: mit fast 20 kg keine Reisestativ, aber stabil wie ein Felsen
Die ersten 7 Stunden Belichtung mit dem neuen Equipment: Bessere Auflösung und weniger Rauschen als mit der Fuji … aber das Processing ist noch sehr verbesserungswürdig.
Der Star Adventurer GTI von Skywalker ist eine preiswerte Montierung (oder auch neudeutsch „Mount“: motorische Sternnachführung), die bis zu 5 kg tragen kann, ausreichend für eine Systemkamera und ein Teleobjektiv.
Die Nachführung ist „unguided“. Learning No. 1:Alle Montierungen im bezahlbaren Bereich (d.h. weniger als 5-stellig 😳) brauchen ein sogenanntes Guiding: eine separate Kamera, die einen bestimmten Stern im Bild (den Guiding Star) verfolgt und alle 0,5-3 sec einen Korrektur an die Montierung sendet.
Ohne Guiding ist bei Brennweiten von 300-600 mm die maximale Belichtungszeit pro Aufnahme nur 10-30 sec. Aber immerhin, ohne Nachführung wären es bei diesen Brennweiten nur ca. 0,5 sec.
Anmerkung: Guiding ginge mit dem Star Adventurer auch, aber dafür braucht man so viel zusätzliches Equipment (Rechner, Guiding-Kamera), dass sich auch eine bessere Montierung lohnt.
Es rauscht gewaltig. Learning No. 2: Was für Landschaftsaufnahmen (Langzeit, nachts) sehr gut ist, reicht für Astrofotografie bei weitem nicht aus. Das wenige Licht der Sterne oder Nebel, das in 10 sec (oder mit Guiding 120-300 sec) auf dem Kamera-Sensor ankommt, ist so wenig, dass es im Rauschen versinkt. Genau dafür dient das „Stacking“ – durch die Mittelung aus vielen Aufnahmen reduziert sich das Rauschen und die eigentliche Bildsignale kommen mehr und mehr heraus. Man braucht viele Stunden Gesamtbelichtungszeit! Learning No. 3: Ohne Guidung, Dithering und gekühlte Astro-Kamera gelingt es nicht, dass Rauschen so weit zu reduzieren, dass ich das Bildresultat gut finde.
Stacking dauert … und Bildbearbeitung noch mehr 😳
Bei 10 bzw. 30 sec muss ich für 7 Stunden Belichtungszeit 1400 Bilder sammeln – da braucht selbst mein Highend-MacBook mehrere Stunden.
Und bzgl. Bildbearbeitung nach dem Stacking … ich verstehe jetzt, was im Forum gemeint war mit „forget everything what you learnt for terrestrial photography“.
Trotz allem – ich freue mich über mein erstes Astrobild, von der Bode Galaxy M81 und der Cigar Galaxy M82 – und was ich alles an Details aus den Ausgangsbildern heraus gekitzelt habe.
Gut 7 Stunden belichtet: Das erste Galaxie-Bild.
Auflösung nicht so doll, den Hintergrund musste ich fast schwarz machen wegen Rauschen, den Walking Noise sieht man deutlich und die Star-Spikes sind ein Photoshop-Gimmick.
Schon am Vortag reise ich an, mit Meilenschnäppchen bekomme ich einen ein 50€-Direktflug in der Business Class von Frankfurt aus. Das Thon Hotel Polar liegt zentral, ideal für Stadtrundgänge, aber dank Parkhaus auch ein guter Ausgangspunkt für Abstecher mit dem Auto. Die Zimmer sind zwar klein, aber das Frühstück ist super und hat zurecht mehrmals einen Preis in der norwegischen Hotelfrühstücksmeisterschaft gewonnen.
Den Extratag verbringe ich mit Spaziergängen und Museumsbesuchen:
– Perspektivet, ein kleines Heimat- und Fotomuseum
– Das Polarmuseum über die Geschichte(n) der norwegischen Polarforscher
Günstiges und leckeres Abendessen im Sabrura Sticks & Sushi.
Tromsø – Eismeerkathedrale
Diese Architektur-Ikone liegt gegenüber der Tromsøya („Troms-Insel“) und ist zusammen mit der langen, geschwungenen Tromsøbrua ein tolles Fotomotiv.
Innen war ich nicht – der Andrang war einfach zu hoch. Ich war überrascht, wie voll Tromsø jetzt im Februar war – ausgebucht und überall sind Touristen, hauptsächlich aus Asien. Nordlichter sind derzeit wohl der Hit dort.
Tromsø – Sandnessundbrua
Die Brücke über den Sandnessund liegt beim Flughafen und verbindet Tromsøya mit Kvaløya.
Im Schneetreiben gelingen einige nette Bilder, für wenige Minuten reißt der Himmel auf, Licht und Sonne überfluten uns.
Tromsø – Fylkesvei 862
Die Landstraße 862 führt durch die Berge von Kvaløya, ein Eldorado für Schneewanderer.
Ich versuche erstmals Highkey-Aufnahmen – technisch schaffe ich das natürlich, aber die Herausforderung sind Motiv und Bildausschnitt. Viele Versuche, intensives Nacharbeiten am Rechner, einige wenige gute Bilder.
Tromsø – Fjellheisen
Die Seilbahn hoch zum Storsteinen bringt uns zu dem Aussichtspunkt über Tromsø. Aus 420 m Höhe blickt man über Eismeerkathedrale, Tromsøbrua und Tromsø. Auch ohne Nordlichter sehr schön – vor allem nach mehr als zwei Stunden warten und bibbern, bis das Schneetreiben eine kurze Pause einlegt.
Tromsø – Magischer Schneeabend
Alle sind müde, aber mich reizt das Schneetreiben. Es ist faszinierend, wie innerhalb weniger Minuten dichtes Schneetreiben ohne jede Sicht wechselt zu klarer Luft, dann wieder zu Schneesturm. Zwischendrin immer wieder Phasen mit sanften Schneeflocken.
19.-24.2.2024: Senja
Nach dem Frühstück (leider – das letzte gute Frühstück auf dieser Tour) starten wir die 3,5 Stunden Fahrt an die Westküste von Senja.
Für die nächsten 5 Nächte ist Hamn i Senja („Hafen in Senja“) unsere Basis. Die schönen Ferienhäuser liegen am Hafen, im Haupthaus gibt es einige Zimmer und das Restaurant (ganz okay, aber kein Gourmet-Tempel – typisch norwegisch halt ;-).
Unsere Locations sind ca. 30-60 km entfernt, also in maximal 1 Stunde gut erreichbar. Aber auch rund um Hamn i Senja kann man gut fotografieren.
Hamn i Senja
Rund um das Hotel gibt es viele schöne Aussichtspunkte. Zwischendurch stromern wir immer mal herum – ein paar Schnappschüsse, Nachtaufnahmen und auch Langzeitbelichtungen.
Senja – Schnee pur
Festgefahrene Schneedecke, wo nicht geräumt ist, hohe Schneewehen, einsame Häuser in Winterlandschaft. Viele Fotomotive.
Senja – Mefjord
Der Aussichtspunkt fordert uns einiges ab, weil der Weg dorthin unter dem Schnee verschwunden ist. Nach vergeblicher Suche gehen wir querfeldein, sehr mühsam, durch zum Teil hüfthohen Schnee. Für knapp 200 m und 10 Höhenmeter brauchen wir 20 min. Ich sinke einmal bis zu Brust ein … kostet ziemlich Kraft, da wieder rauszukommen.
Oben stampfen wir uns eine Fläche für Stative (und uns), damit wir beim Fotografieren nicht einsinken.
Zunächst sind Wolken, Nebel und fahles Licht, aber dann „explodiert“ der Himmel in surrealen Farben.
Senja – Nordlichter
Wir hatten bis zum vorletzten Tag großes Pech: Entweder es gab tolle Nordlichter … über der Wolkendecke. Oder wir hatten klaren Himmel, aber keine Nordlichter. Oder am Tag nach unserem Fjellheisen-Besuch gab es Nordlichter in Tromsø, aber wir waren schon in Senja, bei bedecktem Himmel.
Nach einer abwechselnden Nachtwache, um die vorhergesagten Nordlichter nicht zu verpassen, die dann aber doch nicht kamen, gaben wir innerlich auf. Außerdem waren wir am folgenden Tag müde. Um 22:15 Uhr dann der Rundruf „raus, ein ganz feiner Nordlichtschimmer“.
Und tatsächlich, man sieht ein paar. Nicht besonders stark, aber ca. eine Stunde gelingen ganz nette Aufnahmen.
Und ich weiß, dass mit der GFX auch bei Blende f/4, 6-8 sec Belichtungszeit und ISO 2000 sehr gute Bilder gelingen.
22.2.2024 – Hamn i Senja, Nordlichter (Panorama aus 7 Bildern)
Senja – Okshornan
Oder auch Devil’s Teeth. Dieser Spot ist sehr bekannt, aber wir haben Glück, keine anderen Fotografen, so dass wir uns jeder einen schönen Platz vor dem Gezeitentümpel suchen können.
Tom hat Tide und Uhrzeit wieder perfekt abgestimmt, genau die richtige Wasserhöhe, so dass der Tümpel zwar Wasser enthält, aber nur ab und zu von einen Welle erwischt wird. Kaum Wind – so können wir immer wieder den Moment abpassen, wo das Wasser glatt ist und die Teufelszähne spiegelt.
(Ich habe bereits die Idee für mein „Never give up“-Werk –> der Ausschnitt und das fahle, bläuliche Licht des 4. Bilds sind Absicht 😊.)
Senja – Wildlife
Meine Vogelkamera (X-H2S mit XF 150-600) nehme ich auf Reisen immer mit. Die Ausbeute auf so einem Landscape-Workshop ist aber begrenzt … umso mehr freue ich mich über die BIF-Bilder vom Seeadler. Und die Erstsichtung der Gryllteiste 🙂.
24.2.2024: Ausflug nach Sommerøy, Rückflug
Gut, dass wir 2 Autos haben … denn Tom, Joan und Alec fliegen schon mittags in Tromsø ab und müssen um 6 Uhr los. Nick und ich können in Ruhe frühstücken und starten um 9. Ich liefere ihn um 12 am Flughafen ab … und habe noch gut 5 Stunden Zeit.
Ein kurze Mittagspause unter der Sandnessundbrua … was könnte ich noch unternehmen? Ich entscheide mich, noch weitere 70 km bis Sommerøy zu fahren, dem westlichsten Punkt hier in der Gegend. Unterwegs stoppe ich in Brensholmen, wo die Fähre nach Senja abfährt – in the middle of nowhere 😂. Nur 40 km Luftlinie bin ich hier von Hamn i Senja entfernt, statt 275 km mit dem Auto.
Sommerøy ist über zwei einspurige Brücken erreichbar, ein schöner Fischerhafen, ein kleiner Kro zum Aufwärmen mit leckeren Lite Bites.
Um 19 Uhr geht es mit Eurowings direkt nach Düsseldorf, mit der RE komme ich gut nach Aachen komme.
Mein 5. Workshop mit Tom Mackie – bewährt, geruhsam, tolle Locations, aber diesmal „dank“ der bekannt schlechten norwegischen Küche ohne Fine Dining. Wir kochen sogar zweimal selbst.
In Slowenien schwärmten alle von Norwegen im Winter: Schnee pur, Nordlichter, Seascape und Architektur in Tromsø. So buchte ich kurzentschlossen den letzten freien Platz.
Die ersten vier Nächte verbringen wir in Tromsø, mit 80.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Norwegens.
Bei viel Schnee und Wind sind gute Fotos eine Herausforderung … never give up wird unser Motto. Sei es beim Abpassen der einzigen Minute mit freier Sicht, oder der Aufgabe, einen geschützten Standort im dichten Schneetreiben zu finden. Oder beim schweißtreibenden Aufstieg durch hüfttiefen Schnee zum besten Aussichtspunkt auf den Fjord.
Südwestlich von Tromsø liegt Senja, die zweitgrößte Insel Norwegens. Eigentlich recht nah … aber die vielen Fjorde erfordern einige Umwege, so dass man ca. 200 km fahren muss. Abenteuerlich auf festgefahrener Schneedecke, aber mit Spikes kein Problem. Senja ist im Winter einsam, die Lichtstimmung bei Schnee, Wolken, Sonne ist wunderschön. Nordlichter haben wir nur einmal, recht schwach. Aber das führt zum abschließenden Beispiel von never give up 😂.
Fazit: Tom Mackie ist immer eine Reise wert – nette Leute, tolle Locations, ich lerne immer etwas dazu. Und: Man braucht definitiv Spikes unter den Schuhen!
Nach dem tollen Workshop auf Lewis&Harris wollte ich gerne noch einmal einen Workshop mit Tom Mackie machen, denn seine Markenzeichen sind:
– schöne Locations,
– gute Hotels und leckeres Essen,
– Muße, kein Rund-um-die-Uhr-Stress,
– und eine kleine Gruppe.
Kurz: Gentleman-Reisen 😊.
Es wird dann Scotland in Autumn.
Okay … nicht Schottland komplett, sondern der südlichste Teil der Highlands, rund um das Glencoe Valley, demhistorischen Ort der schottischen Geschichte.
Und … im November, überraschend eine gute Reisezeit: noch gutes, eher windstilles Wetter (stimmt, 10-20 °C und meist heiter bis wolkig), keine Mücken mehr (super!), schöne Herbstfärbung der Blätter.
Fazit: Eine entspannte Reise mit tollen Locations, super Wetter und einer netten Truppe. Gelernt habe ich die „3 P” – siehe Lessons learned.
… oder Irrungen und Wirrungen im Dschungel der Formalitäten, Änderungen, (Non-)Digitalisierung …
Lufthansa 😳:
IT ist nicht die Kernkompetenz, and it shows: Formulare und Einreisedokumente sind vorher hochzuladen … aber der Checkin weiß von nichts und prüft alles noch einmal von Hand, dauert Stunden. Inakzeptabel. (Der Flug ist wunderbar, Gepäck geht schnell – das kann man.)
Das gleiche beim Checkin für den Rückflug in Glasgow: ewige Wartezeit, alles manuell. Bis eine Mitarbeiterin auf die gute Idee kommt, alle Deutschen mit Online-Pre-Checkin, aber ohne Weiterflug, an einen separaten Schalter zu bitten: Das kann das System mittlerweile. Toll.
UK Immigration 👍:
Es gibt zwar Restriktionen (geimpft, Day 2 Test), aber die Webseiten für Buchung des Tests und das Ausfüllen der Passenger Locator Form sind super … und bei der Einreise liegt alles vor, ich bin in weniger als 2 Minuten durch die biometrische Passkontrolle … und zu meinem Erstaunen („What do I have to do next?” – “Nothing, welcome to Scotland“) war das schon alles.
Deutschland 👍:
Die elektronische Einreiseanmeldung im Internet ist einfach … der Grenzbeamte sieht alles auf seinem Schirm … super, so muss es sein.
Aber genug der Beschwerden – ich freue mich, dass Reisen überhaupt geht und genieße es, unterwegs zu sein.
31.10. Anreise über Glasgow
MacSorley’s
Metropolitan Cathedral
Metropolitan Cathedral
Metropolitan Cathedral
Metropolitan Cathedral
Metropolitan Cathedral
Metropolitan Cathedral
Metropolitan Cathedral
Wie 2016 nach Stornoway war es mir zu riskant, den Vormittagsflug am 1.11. für das Treffen am Mittag zu buchen. So reise ich schon am Vortag an, buche schon 6 Monate im voraus den Flug und das Motel One direkt an der Central Station.
Eine weise Entscheidung – denn erstens wird der Vormittagsflug kurzfristig abgesagt, ich werde auf den Nachmittag umgebucht (Ankunft 15 Uhr statt 11 Uhr) – und zweitens wurde im April der World Climate Summit nach Glasgow vergeben, Flug- und Hotelpreise gehen durch die Decke, abgesehen davon, dass alles Monate vorher ausgebucht ist. (Das Motel One hatte ich für £89 gebucht, ein Kameramann erzählte mir, dass er £550 bezahlt hat!)
Das Hotel liegt klasse, ich bekomme sogar ein Upgrade auf eine Mini-Suite im obersten Stockwerk mit schönem Blick (keine Ahnung, welche Systematik das regelt, aber ich frage nicht). Ich wandere zwei Stunden am River Clyde entlang, wohl behütet von 1000’en Polizisten, die aus ganz UK nach Glasgow gekommen sind. Schöne Nachtaufnahmen mit dem neuen iPhone 13 Pro.
Anschließend finde ich MacSorley’s, ein Pub mit Home cooked Food (Steak Pie 👍) und Live Music. Very very typical, lecker und gemütlich.
River Clyde & Bridges:
1.11. Treffen und Fahrt nach Bridge of Orchy
Airport Xpress BusFalls of Falloch
Morgens „muss” ich noch meinen Krimi zu Ende lesen: Die fünfte Jahreszeit spielt in Strande:
Um 11 Uhr nehme ich den Bus zum Flughafen, treffe dort Tom und Joan. Les, der dritte Teilnehmer, kommt mit dem Auto aus Manchester direkt zum Hotel, 60 mls nördlich von Glasgow.
Auf dem Weg ein kleiner Beifang: Falls of Falloch.
Das Bridge of Orchy Hotel ist klasse, gemütliche Zimmer, Lounge und ein wirklich gutes Restaurant. Als erstes mache ich meinen Day-2-Test … da die vorgeschriebene Priority Box aber 42 mls entfernt ist, werfe ich das Päckchen einfach in einen der vielen roten Briefkästen.
Zum Sonnenuntergang (der aber wegen Wolkendecke ausfällt) fahren wir nur 10 min, zum Loch Tulla. Abendessen um 18 Uhr, sehr lecker.
2.11. Ein Sonnentag rund um Bridge of Orchy
Loch Awe
Making of ...
Kilchurn Castle
Making of ...
Kilchurn Castle
Nach dem geruhsamen Anfang gestern erleben wir heute den Tag gespickt mit Highlights.
Um 6:30 Uhr geht es los, zum Kilchurn Castle am Loch Awe. Pünktlich zum Frühstück sind wir zurück im Hotel, ich wage mich an „Full Scottish Breakfast“ – schmeckt gut, inklusive Haggis.
Es ist tolles Wetter: Sonne/Wolken, anfangs noch niedriger Nebel, fast windstill … wunderbares Licht. Wir verbringen den Tag rund um Bridge of Orchy:
Loch Etive mit tollem Sonnenuntergang und nassen Füßen für Tom und Joan.
Der Tag sieht zwar voll aus … es ist aber ein ruhig und entspannt, nirgendwo Hektik, viel Muße, sich und die Motive auszuprobieren.
3.11. Aberfeldy & Kenmore
Die Zeiten für Sonnenaufgang und -untergang sind hier im November sehr zivil, Frühstück und Abendessen passen zeitlich wunderbar, jeweils nach der Foto-Session. Heute ist die Abfahrt um 6:45 Uhr, nur 10 min Fahrt bis zur Sunrise Location: Rannoch Moor.
Sonnenaufgang an Loch Bà
Wolken und Sonne am Lochan na h-Achlaise
Wieder leckeres Frühstück, es geht direkt weiter, in einen langen Tag:
Birks of Aberfeldy, ~50 mls entfernt. Schöne Wanderung durch farbenprächtigen Herbstwald mit vielen Wasserfällen.
Sonnenuntergang in Kenmore, am Loch Tay. Leider viele Wolken, aber als es fast dunkel ist, kommt für einen kurzen Moment eine schöne Lichtstimmung auf.
Ein langer Tag, die viele frische Luft und auch die Wanderung haben uns müde gemacht.
Was war sonst noch: Day 2 Test ist negativ. Weihnachtsgeschenke nach Botswana geschickt, mit Royal Mail an Phil in Manchester, der sie ins Gepäck nimmt, wenn er Weihachten nach Kasane fliegt und dann an Andy und John, unsere Kontakte für die Botswana-Urlaube, weitergibt.
Aberfeldy & Loch Tay:
4.11. Loch Tulla, Glencoe Lochan
Loch TullaGlencoe Lochan
Noch müde von gestern lasse ich die Sunrise Tour aus. 2 Stunden Extraschlaf sind nötig.
Um 10:30 Uhr, nach einem guten Frühstück, brechen wir – wieder bei tollem Wetter – zu den heutigen Locations auf.
Loch Tulla: Bei Windstille gelingen wunderschöne Langzeitbelichtungen. Wir stromern in Ruhe am Ufer entlang und probieren jede Menge aus.
Nach dem bewährtem Lunch im Kingshouse Hotel (der Haus-Hirsch begrüßt uns schon) wandern wir einmal um Glencoe Lochan, mit schönem Herbstlaub und tollen Spiegelungen.
Aber das Highlight heute ist das Dinner im Holly Tree Hotel – wir alle können dem sehr sehr leckeren „Rendezvous of Seafood“ nicht widerstehen. (Das Restaurant ist so beliebt, dass man sogar jetzt im November 2-3 Tage vorher reservieren muss.)
Noch 40 min Rückfahrt (ich liebe es – keine stundenlangen Autofahrten bei Tom Mackie 👍), wir sitzen noch eine Weile zusammen und besprechen Bilder.
Loch Tulla & Glencoe Lochan:
5.11. Glencoe, Glenfinnan, Loch Leven Hotel
Glencoe Valley EntryLoch Leven Hotel, Ballachulish
Gegen 10 Uhr brechen wir unsere Zelte in Bridge of Orchy ab und fahren die ca. 30 mls nach Ballachulish, wieder durch’s schöne Glencoe Valley. Unterwegs kurze Fotopausen, wir lassen unsere Koffer im neuen Hotel (Loch Leven Hotel, Ballachulish) und fahren noch mal 30 mls weiter nach Glenfinnan – ein Ort, den jeder Schotte (und Engländer und Tourist) sehen muss:
Gegen 17 Uhr sind wir wieder im Hotel, kurz Bilder besprechen, gutes Abendessen, um 20:30 Uhr sind wir alle schon müde.
Das Loch Leven Hotel ist eine Klasse unter dem Bridge of Orchy Hotel, alt und lange nicht renoviert. Mir gefällt dieses „authentische Alter” – die anderen sind nicht so begeistert.
Unterwegs nach Glenfinnan:
6.11. Rainy Day
Kein Cooked Breakfast im Hotel (Personalmangel, der Koch kommt nur abends), ein totales No-Go für die englischen Kollegen. Wir wollen in eins der vielen Cafés im Ort fahren …alle closed for the season. Wir suchen mehr als eine Stunde, ich habe innerlich schon auf „Kismet Inshallah, kein Frühstück heute” geschaltet, schließlich finden wir in Fort Williams das tolle Chicago Heights Café.
Es regnet kräftig („dreakt“ nennen die Schotten so ein Wetter), wir bearbeiten Bilder und klönen.
Gegen 15:30 Uhr ein Versuch, noch einmal an der Old Glencoe Road oder dem Glencoe Lochan etwas schönes Licht zu erwischen … nein, nur ein paar Doku-Fotos mit dem iPhone.
Abendessen noch einmal im Holly Tree Hotel (wir hatten vorgestern nach dem genussvollen Mahl spontan für heute noch einmal reserviert).
7.11. Loch Leven, Glencoe, Castle Stalker
Ballachulish Bridge
Das Frühstück im Hotel ist sehr gut … als Deutscher brauche ich allerdings auch kein Cooked Breakfast ☺️. Pünktlich um 9 Uhr hört es auf zu regnen, wie die Wetter-Apps es vorhergesagt haben. Wir verbringen eine Stunde in der Nähe des Hotels und fotografieren Loch Leven.
Danach geht es zu den Three Sisters im Glencoe Valley. Beim Hochkraxeln rutsche ich aus, Kamera und Stativ sind okay, ein Filter ist aber zerkratzt.
Zum Sonnenuntergang geht es zum Castle Stalker. Leider keine Sonne, so werden es ein paar nette Doku-Fotos.
Abendessen im Hotel, wieder sehr gut. Ein großer Schreck aber: Die Nylonbluse der Kellnerin fängt an einer Kerze Feuer, brennt sofort lichterloh. Ein Gast wirft ihr die Tischdecke über, verbrennt sich etwas die Hand. Es scheint aber glimpflich auszugehen, die Paramedics (direkt auf der anderen Seite der Brücke ist die Station) bringen sie ins Krankenhaus. Am nächsten Morgen erfahren wir, dass es ihr gut geht.
8.11. Rückfahrt nach Glasgow
8.11.2021 – Falls of Dochard
Wir können ausschlafen (Dauerregen und Wolken, kein Sunrise Weather), gemütlich geht es um 9:30 Uhr los. Bei diesem Wetter haben wir keine großen Erwartungen, gute Bilder zu bekommen. Aber Tom gibt nicht auf und überlegt sich zwei Zwischenstationen, die auch bei bedeckten Himmel „gehen”:
Falls of Dochard, eine malerische alte Brücke und ein weitläufiger Wasserfall, eher sind es Stromschnellen.
Leider ist es zu riskant, sich auf die vom Dauerregen nassen Felsen zu positionieren. Wir bauen unsere Stative auf der Brücke auf … ganz nette Bilder, aber nichts spektakuläres. Ich hoffe noch ein bisschen auf Bachstelzen und Wasseramseln, die es hier gibt … aber denen ist es offensichtlich zu nass ☺️.
Milarrochy Bay eine der Touri-Attraktionen am Loch Lomond. Man sieht an den Parkplätzen (und den Halteverboten auf allen Zufahrtsstraßen), welcher Andrang im Sommer hier herrscht. Jetzt ist es fast menschenleer.
Der Regen hat aufgehört, es ist dichter Nebel, alles ist schneeweiß, eine unwirklich schöne Atmosphäre. Uns gelingen tolle High Key Aufnahmen.
Die letzte Nacht in im Dalmeny Park House Hotel ist luxuriös, ein 4-Sterne Radisson. Wir haben noch einmal ein super leckeres Abendessen (und günstiger als in allen bisherigen Restaurants). Zum Abschluss gibt es eine letzte gemeinsame Bildbesprechung, inklusive Präsentation der eigenen Top 10.
Herzlicher Abschied von Les, der die 5 Stunden Fahrt nach Manchester sehr früh am nächsten Morgen angehen will.
Milarrochy Bay, inklusive dem Standard-Fake des bekannten Baums (die Spiegelung retuschieren die meisten Fotografen weg):
9.11. Laaanger Rückreisetag
Um kurz nach 10 Uhr setzt Tom uns am Flughafen ab, Joan‘s Flug geht um 12 Uhr, meiner erst um 16:20 Uhr … ich muss noch 4 Stunden bis zum Koffer-Checkin warten, und hier ist kein Restaurant, keine Lounge offen 😳. Ich sichte in Ruhe die 8000 eingescannten Familien-Dias, bis Ordner 61 (von 124) komme ich. Checkin ist wieder ein Lufthansa-IT-Drama, aber immerhin hat die Software in den letzten 9 Tagen gelernt, den pre-Checkin für Deutsche zu verarbeiten.
Der Flug geht pünktlich los, ruhiger Flug … und die Bundespolizei ist IT-mäßig auf Zack: Reisepass scannen, System sagt „alles liegt vor“ … zack, fertig 👍.
Gepäck ist schnell da, ich kriege einen ICE früher und bin glücklich gegen 21:30 Uhr zuhause.
First things first: The essentials to learn are the following:
– „Loch“ spricht sich Lock und ist ein fjordartiger See oder Meeresarm.
– Wenn er klein ist, dass heißt er „Lochan“.
– „Glen“ ist eine (enges) Tal.
– Und, wie Tom sagt: The rest is Gaelic, no one understands it.
Tom hat sich seit 2016 (Lewis & Harris) weiter entwickelt: nur wenige Locations pro Tag, mit jeweils viel Zeit und Muße. Geblieben ist, dass wir selbständig uns Standorte, Belichtung etc. erarbeiten müssen. (Anmerkung: Zum Erlernen von Belichtungstechnik, Basics des Bildaufbaus, Langzeitbelichtungen sind die Workshops von z.B. PhotoTours4U geeigneter.)
Planning:
Loch Etive
Das ist der Grund für mich, Workshops zu buchen. Welche Location bei welchem Wetter zu welcher Tageszeit oder gar Jahreszeit geht … das ist die Leistung, das Knowhow und die Vorarbeit des Veranstalters.
Einige Grundregeln habe ich mittlerweile natürlich mitgenommen:
Seen sind am besten bei Windstille und Struktur im Himmel. Beispiel Loch Tulla.
Am Meer bewusst Ebbe und Flut einplanen. Je nach Motiv braucht man Flut (Loch Etive, siehe rechts), oder umgekehrt Ebbe (Playa de Barrica, Nordspanien, 2017).
Wenn der Himmel strukturlos ist (also entweder blau ohne Wolken, oder eine graue „Suppe”), dann kann man gut im Wald fotografieren oder solche Motive, wo man den Himmel aus dem Bild weglassen kann. Siehe Birks of Aberfeldy oder Glencoe Lochan.
Foto-Equipment (Akkus, alles sauber und getestet) und Kleidung (Kälte, Regen) gehören ebenso zur Planung.
Und … auf der Hinreise das Kamerahandbuch noch einmal lesen!
Positioning:
Bedeutet für mich, Zeit und Fußmärsche zu investieren – was in Schottland zusätzlich heißt, Gummistiefel zu tragen ☺️.
Mittlerweile habe ich manchmal schon ein Gefühl dafür, wo man versuchen kann, ein Bild zu komponieren. Aber meistens sehen die Locations für mich bei der Ankunft weitläufig und ohne Anhaltspunkte aus. Probieren, weitergehen, probieren … und immer wieder von Neuem auf Details wie Strommasten, Bildführung, Horizonte u.v.m achten.
Schöne Locations … und viele, viele Möglichkeiten, sich zu positionieren:
Kilchurn Castle, Loch Awe
Loch Tulla
Rannoch Moor, Loch Bà
(Hinweis: Maus auf ein Bilder bewegen – nur bewegen, nicht klicken, dann pausiert die Bildsequenz und man kann in Ruhe schauen ;)
Position
Topbild :-)
Zuschauer ;-)
Position
Topbild 1 :-)
Topbild 2 :-)
proudly presenting ;-)
Position
Topbild :-)
Als Bild habe ich sofort vor Augen, dass sich im Wasser sowohl das Schloss als auch die rote Herbstfärbung der Farne spiegeln sollen. Also wende ich mich nach rechts. Ich finde dann noch die beiden kleinen Bäume als Rahmen, muss für die Spiegelung ein bisschen den Hang hoch kraxeln (zu den Schafen ;-) und freue mich über das schöne Bild.
50 sec, f13, ISO 160, 24 mm (XF10-24mm)
Wir stromern zwei Stunden an den Ufern des Loch Tulla entlang, suchen windgeschützte Seebereiche, schöne Bildelemente und Wolken. Am Ende sind wir alle an der gleichen Position, mit diesen Baumgruppen, recht ruhigem Wasser und schönem Wolkenrahmen.
Das schönste Bild gelingt (finde ich) Tom: klick
1: 120 sec, f7.1, IS0 160, 16 mm (XF16-55mm) 2: 1/50 sec, f10, ISO 160, 10 mm (XF10-24mm)
Hier habe ich den richtigen Riecher, dass die Wolken die aufgehende Sonne verdecken werden, aber Richtung Westen die Wolken von unten beschienen werden. Darum gehe ich 20 min Richtung Osten, um mit der Sonne zu fotografieren, auf Spiegelungen hoffend.
Zweimal Glück: Der Riecher stimmt und das kleine Bootshaus ist ein nettes Add-on.
1/5 sec, f9, ISO 160, 10 mm (XF10-24mm)
Perseverance:
Glencoe LochanMilarrochy Bay, Loch Lomond
Für mich ist Positioning fast vollständig mit Perseverance (Beharrlichkeit) gleich zu setzen … denn genau die brauche ich, um irgendwann, irgendwie die „perfekte” Position und Bildkomposition zu finden.
In der guten Stunde am Glencoe Lochan habe ich gefühlt 30-mal das Stativ ausgerichtet, jeweils ein paar Bildausschnitte probiert … um am Ende 5-6 gelungene Bilder zu haben.
An der Milarrochy Bay möchte ich unbedingt die Enten als Fortsetzung der Steine haben … mit Geduld und Glück gelingt es.
Echte Perseverance zeigen Tom und Joan am Loch Etive: Die ideale Position ist auf einer kleiner Grasinsel … aber das Wasser steigt. Ich bin zu feige und springe gerade noch trockenen Fußes zurück auf festen Boden 😊. Ob das Mehr an Spiegelung den Einsatz wert war?
Real photographers don’t flee the tide:
"Here, we do not need Wellies"
"High Tide is in 2 minutes, just let us wait a bit"
… und alle sind wir Finanzer. Auch wenn Tom darauf achtet, dass die Teilnehmer zueinander passen, glaube ich eher an Zufall ☺️.
Wir verstehen uns gut, und haben viele interessante Themen neben der Photographie.
Die Hotels
Motel One, Glasgow
Das Motel One in Glasgow ist ein gutes Mittelklassehotel: die Lage ist optimal, zwischen Central Station und River Clyde, die Zimmer sind top, das Frühstück leider sehr mittelmäßig.
Die ersten vier Nächte des Workshops verbringen wir in Bridge of Orchy, ein winziger Ort mit vielleicht einem Dutzend Häusern, einer kleinen Kirche, einem Bahnhof (in Betrieb) und einer Busstation; und mit dem Bridge of Orchy Hotel, mit mehr als 40 Zimmern das einzige Hotel weit und breit. Die Zimmer sind einfach, klein, aber sauber und haben alles, was man braucht. Das Restaurant ist sehr gut, ebenso das Frühstück.
Ich war überrascht, dass jetzt im November das Hotel ausgebucht war (nicht nur dieses – alle Hotels und Restaurants) … aber der November ist eine sehr beliebte Saison für Wanderer und Fotografen: keine Mücken mehr, die „kleine” Regenzeit im September ist vorbei, noch ist kein Winter.
Viele Wanderer nutzen Bridge of Orchy als Base Camp: Sie fahren mit dem Bus ca. 20-30 km zum Startpunkt und wandern zurück zum Hotel, den West Highland Way.
Die nächsten drei Tage sind wir im Loch Leven Hotel, dem alten Ballachulish Fährhaus am Loch Leven, bevor die Brücke 1975 gebaut war. Ich liebe solche alten Gebäude mit viel Geschichte (siehe hier einen interessanten Film über die abenteuerlichen Fähren, die viele Jahrzehnte hier den gesamten Reiseverkehr bewältigen mussten). Der Fähranleger ist auf beiden Seiten noch da.
Das Hotel strahlt alte Pracht aus, ist aber mittlerweile doch renovierungsbedürftig. Und ebenso ausgebucht wie alle anderen Hotels.
Die Zimmer sind (sehr) klein, recht antik eingerichtet, aber in Ordnung. Das Frühstück ist ausgezeichnet, das Restaurant sehr gut.