26.9. Praia das MaƧas – mit Big Stopper (10 Blenden), 480 sec, f13 und ISO 160.
Wenn man die Kontrastunterschiede von Land, Wasser und Himmel mit Hilfe vonĀ GrauverlaufsfilternĀ gebƤndigt hat und die ersten gut (oder sogar perfekt) belichteten Fotos im Kasten sind …
… dann kann man noch eine Schwierigkeitsstufe oben drauf legen und mitĀ GraufilternĀ lƤngere Belichtungszeiten versuchen ;-)
Okay – wirklich komplex ist es nicht, aber Konzentration und Ćbung sind recht hilfreich:
Ausgangspunkt ist die korrekte Belichtung mit Grauverlaufs-, aber ohne Graufilter.
Die folgende Schritte werden so miteinander kombiniert, bis die gewünschte Belichtungszeit erreicht ist. Dabei verdoppelt sich mit jeder Blende, um die man die Lichtmenge reduziert, die Belichtungszeit.
ISO sollte für Langzeitbelichtungen um die 100 sein. Bzw. beim āBase-ISOā, z.B. 200 bei der X-T2.
Der GroĆteil wird in einem Schritt durch einen Graufilter erreicht. Der 3-Stop-Filter sorgt für 8-fache Belichtungszeit, der 6-Stop-Filter für 64-fach, der Big Stopper (10x) für 1.000-fache und der Super-Stopper (15x)Ā für 32.000-fache Belichtungszeit.
SchlieĆlich noch mit Blende (und ggfs. ISO) in Drittelschritten den noch fehlenden (oder zuĀ verringernden) Schritt zurĀ gewünschtenĀ Belichtungszeit einstellen. Wobei es aber nicht so drauf ankommt, ob man nun 180 oder 210 sec belichtet.
Manche schaffen es im Kopf, ich zƤhle in einfachen FƤllen die āKlicksā der DrehrƤder undĀ verdoppele/halbiere jeweils im Kopf die Belichtungszeit.
Bei sehr langen Belichtungszeiten nutze ich PhotoBuddy auf dem iPhone, denn ein Fehler passiert schnell, vor allem im Dunklen. Und es ist doch Ƥrgerlich, wenn man nach 6 min feststellt, dass man um einen Faktor 2 oder 4 falsch belichtet hat.
Mittlerweile hänge ich immer noch ein paar Langzeitbelichtungen dran, sobald ich die ersten vernünftigen Fotos im Kasten habe. Meist denke ich sogar daran, den Ausschnitt nicht zu verändern ;-)
20.9. Cabo Raso
21.9. Wrack, Vilanova de Milfontes
22.9. Azenhas do Mar
āNebelā – brechende Wellen
1/10 sec lƤsst Wellendetails noch erkennen, erzeugt aber durch leichtes āVerwischenā einen dynamischen Bewegungseffekt.
25-30 sec lassen alleĀ Details verschwinden, der (zum Teil meterhohe) Brandungsschaum wirkt wie Nebel.
Die Entfernung darf nicht zu groĆ sein, <5-20 m.
āMarmorā – rollende Wellen
1/100-1/200 sec zeigt ohne Wischeffekte scharfe Wellenkonturen.Ā Wirkt gut bei >50-100 m Entfernung.
3 min (200 sec) Belichtung erzeugt einen Marmoreffekt. Sichtbar werden weiĆe BƤnder bzw. FlƤchen – das sind die Bereiche, wo die Wellen bevorzugt brechen.
āFelsā – das Wasser verfestigt sich
1/3 sec erzeugtĀ auch bei groĆen Entfernungen noch den Bewegungseffekt.
6 min (380 sec) lassen den Marmoreffekt verschwinden, das Wasser sieht wie glatt geschliffener Fels aus und spiegelt auch bei Bewölkung das Rot des Sonnenlichts.
Wasserspritzer einfangen …
Tja … Gefühl, Glückssache, Geduld, Kƶnnen … viele Male probiereĀ ich es … wenige Male gelingt es. Hier ist noch klares Verbesserungspotential ;-).
Bei kurzen Belichtungszeiten hilft die Serienbildaufnahme (obwohl ich das nicht mag – man muss anschlieĆend Unmengen vonĀ Bildern sortieren). Wenn die Belichtungszeiten lƤnger als ca. 1/10 sec sind, dann ist der Serienbildmodus zu langsam und es hilft nur Erfahrung, Glück und Vorausschau.
Das Problem ist, zum einen zwei oder mehr Ereignisse (Spritzer, ablaufendes Wasser, Welle bricht o.ä.) abzupassen und zum anderen die Belichtung blitzschnell (oder vorausschauend) den zum Teil abrupt wechselnden Lichtbedingungen anzupassen. Dabei hilft es, in RAW zu fotografieren, weil man dort einige Blenden Reserve für Fehlbelichtungen hat.
25.9. Praia da Adraga
Hier soll gleichzeitig ein leichter Wischeffekt sein (darum 1/3 sec), ablaufendes Wasser und ein mƶglichst groĆer Wasserspritzer.
Insgesamt habe ich fast eine Stunde gebastelt.
Auch hier: Wischeffekt (1/10 sec), ablaufendes Wasser, damit der Sand schön spiegelt, und eine Welle, die im richtigen Moment spritzt.
Dazu f/10, damit auch die Kormorane noch scharf sind. Klappte gut :-)
Das hingegen ist recht einfach:
Bei 600 mm Brennweite wƤhle ich 1/1600 sec, dadurch geht Serienaufnahme.
Auf einemĀ der vielen Bilder brechen sich beideĀ Wellen gleichzeitig und āes spritztā.
Sehr schƶn die VerdichtungĀ durchĀ die 600 mm.Ā
Auch hier 600 mm Brennweite.
Ich passte eine Wellenphase ab, bei der im Vordergrund die Brandung relativ ruhig ist, die nƤchste Wellenserie sich hinten an den Felsen aber schon bricht.
LissabonĀ lernte ich zum ersten Mal kennen auf der FuĆballreise Anfang 2014 mit den beiden GroĆen. Die Stadt am Tejo gefiel uns ausnehmend gut und ein kleiner Ausflug an die Küste nach Estoril machte Appetit aufĀ Meer.
Im September ist es im Süden Portugals auch in den NƤchten noch warm, so dass wir keine āLofoten-Bedingungenā zu befürchten hatten. AlleĀ Locations sind am Meer, einzig ein halber Tag in Sintra findet im Landesinneren statt.
Die Küste ist vielfältig:
– Von Steilküste über Sandstrand bis Sinterformationen.
–Ā Von sanften Wellen bis hin zu tosender Brandung.
–Ā In den Flussmündungen findet man Wattenmeer.
Fazit: Ein wunderbares Motiv wird in unterschiedlichsten AusprƤgungen erlebt und erarbeitet. Wieder habe ich viel gelernt.
24.9. Vilanova de Milfontes
Ponte Vasco da Gama
D a s Ā Thema dieses Workshops war: Meer, Meer, Meer …
… besteht diesmal aus 8 Teilnehmern aus ganz Deutschland, plus die beiden Betreuer.Ā So brauchen wir zwei Autos, haben dadurch in den beiden VW-Bussen aber auch sehr viel Platz.
Wir verstehen uns gut, lernen einiges voneinander – nur die abendlichen (nƤchtlichen ;-) Foto-Sessions sind diesmal zu kurz gekommen. Das Problem ist, dass die Hotelbar um Mitternacht schlieĆt.
Eine Besonderheit zeichnetĀ diese Gruppe aber aus: Wir stellen uns an den Locations immer besonders phantasievoll-malerisch auf. Manchmal auch etwas abenteuerlich ;-)
Unser Hotel
DasĀ Pestana Sintra Golf ResortĀ liegt ca. 30 km vom Flughafen entfernt. Bis Lissabon oder zum Atlantik sind es ebenfalls 30 km, bis Sintra oder Cascais ca. 10 km.
Die Lage ist also unschlagbar, vor allem wegen der direkten Autobahnanbindung. Da wir jeden Tag unterwegs sind, ist das ein groĆer Vorteil.
Ebenso zufrieden sind wir mit den groĆen und sauberen Zimmern und dem Pool. Weniger gut ist das Essen – das Frühstück ist āpappigā und nicht frisch, die Snacks sind Fast-Food-artig. Verglichen mit den tollen (und günstigen!)Ā Restaurants, die wir unterwegs besuchten, ist das Essen schlicht und einfach schlecht.
Insgesamt also eine GüterabwƤgung zwischen Komfort und Lage einerseits und Verpflegung andererseits. Da man praktisch überall superlecker essen kann … sind Komfort und Lage dann doch vorzuziehen.
Erlebnisse
Typische Kamerapositionen waren am Wasser, im Wasser, über dem Wasser, am Hang, auf der KlippeĀ … ;-)
Ungewohnt sindĀ die frühen SchlieĆungszeiten der Restaurants. Anders als in Lissabon, dort geht es ja erst um Mitternacht richtig los, wird es auf dem Land (also überall auĆerhalb von Lissabon) ab 20:00 Uhr schwierig, noch ein offenes Restaurant zu finden. Wie sagte der Wirt in Azenhas do Mar: āHey – we have winter!ā.
Um 8:00 Uhr treffen wir in Köln-Bonn schon Serdar, Andre (den zweiten Coach) und zwei weitere Teilnehmer.  Nach einem ersten Schnack geht es ohne Hektik pünktlich um 11:15 Uhr los. Nach 3,5 Stunden landen wir in Lissabon (1 Stunde Zeitverschiebung). Die Koffer dauern ewig, Mietwagen auch, dafür trudeln nach und nach alle 8 Teilnehmer ein: Alex, Rolf aus NRW, Markus (Erfurt), Heike und Stefan (Wiesbaden), Lutz (Erfurt) und Sven (Hannover). Und ich ;-).
Um 17:00 Uhr sind wir imĀ Pestana Sintra Golf Resort. GroĆe, schƶne Zimmer, zwei Pools, Restaurant, Bar (und natürlich der Golfplatz ;-).
Es geht direkt los,Ā zum Leuchtturm nach Cascais. Zwei schƶne Locations: eine kleine Bucht mit Felstor und Sonnenuntergang, bei Dunkelheit der Leuchtturm vor der Brandung. Es ist kaum Wind, die Wellen sind klein … aber Bƶen und Wellenhƶhe unberechenbar: ZweiĀ werden richtig nass – und einĀ Stativ wird von einer Bƶe umgeworfen, Totalschaden der D800s und des 14-24 :-(
Der Abend klingt dann doch gemütlich in einem kleinen italienischen Restaurant aus.
21.9. Die erste Nacht wird durchgemacht
22.9.2015 Ponte Vasco da Gama
GemütlichĀ stehenĀ wirĀ umĀ 8:30 Uhr auf, das Frühstück ist leider nur mittelmƤĆig. Den Vormittag verbringen wir mit Bilderbesprechung, Pool, Ausruhen.
Gegen 13:00 Uhr fahren wir ca. 2,5 Stunden nach Vilanova de Milfontes. Dort liegt in einer Bucht ein ca. 8 Jahre altes Wrack, ein 1996 gestrandetes holländisches Schmugglerboot. Den Nachmittag fotografieren wir das Wrack, die Bucht und das Meer. Ich probiere ein paar Langzeitbelichtungen, konzentriere mich aber dann mit dem 70-300 auf Details am Wrack. Den Sonnenuntergang nehmen wir dann auch noch mit.
Nach dem Abendessen sind wir gegen 23:30 Uhr wieder am Schiffswrack – aber die MilchstraĆenfotos fallen wegen Vollmond aus.
Also machen wir uns auf den Rückweg, zu den Stegen von Carrasqueira, gegenüber von Setubal. Sehr malerisch, aber dieĀ Stege wackeln dermaĆen, dass wir zu zehnt uns immer in die Quere kommen. Nur mir gelingen ein paar Fotos – ich war direkt losgegangen und habe nicht noch 45 min gedƶst, um auf die Flut zu warten. Ein paar gute Langzeitbelichtungen und etwas Light Painting sind der Lohn, dass ich gegen die Müdigkeit angekƤmpft habe.
Um 4:30 Uhr geht’s weiter zur Ponte de Vasco da Gama, zum Sonnenaufgang. Hier kƶnnen wir dann zeigen, dass wir die erforderliche Technik auch im Schlaf beherrschen ;-).
Durch den Berufsverkehr geht es – mittlerweile ist es Dienstag – zurück zum Hotel, wo wir um 9:15 Uhr pünktlich zum Ā Frühstück ankommen. Eine lange 24-Stunden-Session geht zu Ende.
22.9. Etwas Ausruhen, Azenhas do Mar
22.9. Azenhas do Mar
Den Tag über erholen wir uns, die meisten holen ein paar Stunden Schlaf nach ;-)
Um 17:00 Uhr geht es los, zum Meerwasserpool von Azenhas do Mar. Schöner Blick, gute Stimmung, aber Wolken sorgen für einen zu schnellen, nicht spektakulären Sonnenuntergang.
Dafür ist das Essen im gleichnamigen Restaurant mehr als exzellent :-).
Um 23:30 Uhr sind wir wieder zurück, noch ein bisschen Bilder sichten und dann falle ich ins Bett.
23.9. Leuchtturm und Surfstrand
23.9. Kirchenfest, Sao Pedro da Cadeira
Die Morgensession am Farol Museu de Santa Marta lasse ich ausfallen, ich schlafe bis 9:00 Uhr wie ein Stein – offensichtlich ist noch Schlaf nachzuholen.
Um 13:00 Uhr geht es zum Nachmittag/Abend nach Santa Cruz, einem Surf-, Familien- und Badestrand. Fotomotive sind der Strand (Praia do Formosa) und ein groĆer Sandsteinfelsen mit Loch (Penedo do Guincho). Ich tobe mich mit Langzeitbelichtungen aus.
Pech habe ich mit dem 24-105 – erst zerfƤllt der Lee-Halter in 2 Teile (kann man aber wieder kleben), dann zickt das ObjektivĀ und schaltet immer wieder nicht auf die Arbeitsblende. Einschicken, Garantie – denn das ObjektivĀ ist nagelneu, das alte war vor 3 Monaten mit genau diesem Fehler ausgefallen.
Auf der Rückfahrt nehmen wir noch ein paar Bilder vom Kirchenfest in Sao Pedro da Madeira mit.
Danach suchen wir verzweifelt ein Restaurant. Gegen 21:15 Uhr sehen wir in Carapinheira eine kleines Bistro. Serdar scoutet … sieht gut aus, aber keiner spricht englisch. Als wir geparkt haben, hat der Wirt einen Nachbarn geholt, einen jungen Mann, der für uns übersetzt. Es gibt Minzsteak, Lamm oder Bacalao. Genau wie dieĀ Vorspeisen sehr lecker. Und 180⬠tutto completto für uns zehnĀ ist echt moderat.
Um 23:50 Uhr sind wir zurück, gerade noch rechtzeitig für ein Bierchen in der Hotelbar. Ein schöner Tag, ein toller Strand, fette Fotobeute :-).
23.9. Santa Cruz – Langzeitbelichtung, 25 sec.
24.9. Tidepools, 230 km entfernt
24.9. Vilanova de Milfontes - Aufbau der Szene
24.9. Vilanova de Milfontes, Detail
24.9. Vilanova de Milfontes
24.9. Vilanova de Milfontes
HeuteĀ gehtĀ es noch einmal auf die 2,5 Stunden Fahrt nach Vilanova de Milfontes.
Diesmal allerdings nicht zum Schiffswrack, sondern an den Strand von Alentejo. Dort sind bei Ebbe Minipools zu sehen, die durch eine Mischung aus Salz, Sinter und Bewuchs entstanden sind.
Das Motiv ist Grafik pur, mit sehr hohen Kontrastunterschieden und vielen Spiegelungen. Auf den ersten Blick unstrukturiert, alles sieht eher wie ein groĆes Durcheinander aus.
Serdar ist ganz cool: āSo, es ist alles angerichtet … nun arbeitet euch mal in das Motiv ein!ā
Ich finde es echt schwierig reinzufinden, ich beginne, mir mit groĆen Steinen ein bisschen Struktur zuĀ puzzeln. Nach vielen Versuchen bin ich zufrieden, kein Meisterwerk, aber ganz nett (finde ich ;-). Auf jeden Fall entscheide ich, mich ab jetzt auf die Belichtung zu konzentrieren, also vor allem auf die Beherrschung der Kontraste und Spiegelungen.
Später haben wir ein wunderbares Abendessen in der Strandbar. Gegen 0:30 Uhr sind wir zurück im Hotel, bis 2:30 Uhr werden noch Bilder gesichtet.
25.9. Brandung und Sonnenuntergang
25.9. Praia da Adraga
25.9. Praia da Adraga
25.9. Praia da Adraga
āMeinā Felsen – Brennweite 45-50 mm, 1-30 sec Belichtung
Praia da Adraga ist nur 25 km vom Hotel entfernt und liegt am offenen Atlantik. Ā Eine weite Bucht, mit Ā vielen, schroffen Felsen im und am Wasser.
Nachmittags ist sehr viel Wind, wir erleben hohe Wellen und jede Menge Gischt.Ā An ruhiges Fotografieren mit langen Belichtungszeiten auf dem Stativ ist nicht zu denken. Ich montiere das Sigma 150-600 auf’s Stativ und mit kurzen Belichtungszeiten gelingen einige gute Brandungsbilder.
Am spƤten Nachmittag schlafen Wind und Wellen ein und ich suche mir āmeinenā Felsen für Langzeitbelichtungen aus. Ein paar surreale Bilder gelingen.
Abends gibt es frischen Fisch im Restaurant Buzio in Praia MaƧas, das beste der ganzen Reise.
25.9. Praia da Adraga
25.9. Praia da Adraga
Praia da Adraga
26.9. Sintra und ein letztes Mal das Meer
HeuteĀ istĀ Kontrastprogramm: die einzige Location ohne Wasser ;-)
Wir verbringen den Vormittag in Sintra. Einige stromern durch die Altstadt und die GƤrten, einige machen den Aufstieg zur alten Maurenburg.
Wir sind bewusst früh gekommen, so dass wir einige Zeit vor den Besuchermassen in Ruhe fotografieren kƶnnen. Besonders die Maurenburg wirkt – einsam und im Nebel – fast mystisch.
Abends fahren wir dann doch noch einmal ans Meer und versuchen, als krönenden Abschluss an der Praia das Maças einen prachtvollen Sonnenuntergang zu erwischen. Leider ist es bewölkt, nur ein roter Schimmer ist zu ahnen.
Aber Meer ist Meer … und schƶn :-).
Zum Abschluss fahren wir in die Altstadt von Cascais und essen lecker italienisch.
Sintra:
Castelo dos Mauros
27.9. Rückreise
Der letzte Tag ist immer ein “Krƶrseltag” … Packen, Abfahren um 10:00 Uhr, Check-in, Warten, 3,5 Stunden Rückflug, Ankunft gegen 18:00 Uhr in Kƶln/Bonn. Wir alle werden von Frau und Kids abgeholt, schƶn von den Lieben wieder empfangen zu werden :-).
Unser erster Amerika-Urlaub zu sechst :)Ā . Yellowstone stand fest, nach Detailplanung auch die Strecke (Denver-Bellingham, oder umgekehrt), der Familienrat musste entscheiden, welche StƤdte noch zusƤtzlich besucht werden. Diesmal gewann New York, knapp vor Chicago. Bzw. um es genauer zu sagen: Die Kinder wollten Vancouver, New YorkĀ undĀ Chicago – aber da haben wir Eltern Veto eingelegt ;-)
Das Highlight der Reise istĀ natürlich der Yellowstone National Park – mit seinen atemberaubenden Landschaften, den Geysiren, vulkanischen Feldern (irre) und vielen Tieren.
Die anderen Landschaften im Nordwesten (North Cascades National Park, Idaho Scenic Byways, Shoshone Canyon, Wind River Canyon) sind dem Yellowstone aber durchaus ebenbürtig – und bei weitem nicht so voll.
Vancouver ist die Reise auf jeden Fall wert (Stanley Park :),  New York ist sicher schön, aber mit 6 Leuten in drei Altersstufen vielleicht etwas zu anstrengend.
Chicago – California Zephyr – San Francisco – Redwoods – Lassen – Oregon – Seattle
Oregon – malerische Badestelle am Umpqua River
Diese lang geplante Reise (ein Versprechen an die beiden GroĆen, die im Gegensatz zum Rest der Familie noch nie in USA waren) haben wir nach langem Ćberlegen ohne unsere Jüngste gemacht: wir wollten ihr (und uns) die Strapazen von Flug und tƤglichem Fahren nicht zumuten.
Andererseits wollten wir sie nicht 5 Wochen ohne Eltern in Aachen lassen.
Wir haben uns deshalb zu der etwas ungewƶhnlichen Zweiteilung der Reise entschlossen:
Teil 1:
Vater und die beiden GroĆen starteten alleine: Hinflug nach Chicago (2 Tage), dann mit Amtrak (2 Tage) nach San Francisco (3 Tage). Ā SieheĀ Karte 1.
Von dort gehtĀ es mit dem Wohnmobil durch Nordkalifornien: Pazifik, Redwoods, Lassen NP.
SieheĀ Karte 2.
Teil 2:
Karin und Luis stoĆenĀ in Portland zu uns. Dieser Schlenker istĀ “flugtechnisch” bedingt, weil wir einerseits direkt fliegen wollen, andererseits den Nordwesten nicht hoch und runter fahren mƶchten.
Zu fünft geht es dann noch durch Oregon und Washington: Oregon Coast, Crater Lake, High Desert, Columbia Gorge, Seattle.
SieheĀ Karte 3.
Fazit:
Lange geplant, viel Vorfreude … und es war dann auch super.
Am besten hat gefallen: Chicago und San Francisco, Lassen Park, Crater Lake, Puget Sound + Seattle, und die Badetage in den Flüssen.
Die Fahrerei war aber zuviel, man hätte sich für Oregon oder Washington entscheiden sollen.
Nie wieder ein Wohnmobil ohne Slide-out :-)Ā … das Mehr an Platz bringt viel Entspannung im tƤglichen “Aneinandervorbei”. Auch sonst scheinen die Slide-out-Modelle eine Klasse besser als die ohne Slide-out zu sein, z.B. ist der Alkoven deutlich hƶher, und viele Accessoires sind hochwertiger (Stufe elektrisch, StaufƤcher, Abwasseranschlüsse). Auch als Chassis erhƤlt man wohl auf jeden Fall das stƤrkere Modell.
Mit El Monte waren wir auch diesmal sehr zufrieden! Liste und Wertung der Campgrounds:Ā (weitere Bilder und Kommentare imĀ Foto-Album)
New York: Blick vom Empire State Building auf Süd-Manhattan
Ankunft im Hotel
Internet nach 3 Wochen ;-)
New York: Water Fun im Central Park
Shopping ;-)
New York: Shopping ;-)
Bryant Park
Bryant Park
New York: Grand Central Station.
Embassy Suites.
JFK Airport: Warten ...
Aus Denver kommen wir erst mit 3 Stunden Verspätung weg, gerade noch früh genug, um kurz vor Mitternacht in La Guardia zu landen (ab 24:00 Uhr ist LGA geschlossen).
Die Taxifahrt nach Downtown geht dafür umso schneller ;-) … und dasĀ Embassy Suites Manhattan (heute ist dort das Hilton Conrad Hotel)Ā empfƤngt uns natürlich auch um diese Uhrzeit. Wieder haben wir eine Suite – diesmal aber nur mit einem Schlafzimmer, aber es ist genug Platz.
Am ersten Tag akklimatisieren wir uns mit ein bisschen Sightseeing:
Children Museum of Manhattan, Bus fahren, Time Square und Grand Central Station
Am zweiten TagĀ versuchen wir vergeblich, FahrrƤder zu leihen – und vergeuden damit den ganzen Vormittag :-(.
In New York kann man nur FahrrƤder für Erwachsene leihen – und das zu Schweinepreisen.
Wir erholen uns im Central Park (Water Playground), und beschlieĆen den Tag in Southstreet Seaport.
Abends gehen wir zu zweit in die Bar des Marriott Marquis, 48. Stock :-)
Der dritte Tag ist der schönste. Wir besteigen das Empire State Building (leider war wegen der Hitzewelle zu viel Dunst für gute Fotos) und verbringen viele Stunden im wunderbaren American Museum of Natural History.
Am Vormittag des Abreisetags packen wir und haben nach dem Check-out noch Zeit für eine Fahrt mit der Staten-Island-Ferry.
2.-3.8.2006: Rückreise
New York: American Museum of Natural History.
American Museum of Natural History.
American Museum of Natural History.
New York: American Museum of Natural History.
American Museum of Natural History.
American Museum of Natural History.
Keine Schlangen in JFK, die 2 Stunden VerspƤtung ertragen “wir” mit Gelassenheit (Baldrian ist das Zaubermittel ;-), der Flug mit LH 407 ist super dank ausnehmend freundlicher Besatzung.
In Frankfurt kommen wir zu spƤt an und müssen einen Zug spƤter nehmen. Dafür ist das GepƤckĀ diesmal in Kƶln angekommenĀ … um 13:00 Uhr sind wir glücklich, und gar nicht besonders k.o. wieder zuhause in Aachen.
Nach einer schönen Fahrt durch den Shoshone-Canyon sind wir gegen Mittag  bereits auf dem Cody KOA. Wir sichern uns eine Site unter schattigen Bäumen, die Kinder verschwinden sofort im Pool.
Den Nachmittag verbringen wir imĀ Buffalo Bill Historical Center: Es ist vergleichbar mit dem tollenĀ High Desert MuseumĀ in Bend, Besonders schƶn finden wir die Abteilungen über die Plains Indians und zur Natural History. Beeindruckend ist dieĀ Vorführung einer indianischen Musik- und Tanzgruppe – die jungen MƤnner sind weltoffen und sehen sich als moderne Rockmusiker.
Am Abend dann eine andere Art von Fortbildung: Wir lernen die verschiedenen Rodeo-Varianten kennen. Am beeindruckendsten finden wir das Bull-Riding – insbesondere weil die Bullen(-besitzer) einen separaten Wettkampf bestreiten, nƤmlich welcher Bulle hat in einer Saison die meisten Reiter abgeworfen.
27.-29.7.2006: Thermopolis und Fahrt bis Denver
Einsamkeit in Wyoming - Highway 20
Railroad, Shoshoni, Wyoming
Highway 20 - Umzug mit Haus ;-)
Den nächsten Tag verbringen wir im Hot Springs State Park von Thermopolis: Picknick, Spaziergang, Thermalbad.
Landschaftlich verdient diese Gegend (die Highways Ā 120, und 20 von Cody bis Shoshoni) eigentlich mehr Zeit – schƶne Canyons, Flüsse, heiĆe Quellen, der Boysen Lake …
Noch zwei lange Fahr-Etappen bis Denver, mit Ćbernachtungen in Casper und Ft.Collins, dann geben wir das Wohnmobil wieder bei El Monte ab. Technisch war alles immer in Ordnung, Platz- und Komfort-mƤĆig war sowieso alles bestens, und auch die Rückgabe klappt problemlos.
Fazit:
Vier bis fünf Tage für diese Strecke vom Yellowstone bis Denver wären besser gewesen.