Fr./Sa., 7./8.11. Hinreise Aachen-Kƶln-Teneriffa

Daniel bringt mich am Vorabend nach Köln, denn der Air Berlin Flug startet frühmorgens schon um 6:00 Uhr. Wir treffen uns zum Abendessen mit Serdar.
Am nächsten Morgen überstehen wir Aufstehen und Frühstück, treffen noch einen Teilnehmer. Der knapp 5-Stunden-Flug geht gut vorüber, in Teneriffa-Süd empfangen uns milde Temperaturen um die 20° C.
Gegen Mittag sind wir im Hotel Nogal, das auf ca. 1.100 m Hƶhe liegt. Ideal als Ausgangsbasis sowohl ins Gebirge als auch ans Meer. Die Zimmer sind zwar klein, aber sehr gemütlich und nett eingerichtet. Dazu gibt es einen groĆen Indoor-Pool, einen kleinen AuĆenpool und – das beste – ein wirklich gutes Restaurant.

Im Laufe des Nachmittags kommen alle Teilnehmer an, nach dem Abendessen geht es los zu den ersten āLocations” in den Nationalpark Teide.
Aus der Caldera heraus fotografieren wir den Teide im Sternenlicht. Es ist frappierend, wie trotz Dunkelheit (kein Mond) der Himmel bei Langzeitbelichtungen überstrahlt. Ich bastele lange, bis die Grauverlaufsfilter richtig sitzen.
Nach Mitternacht üben wir Lichtspielereien an derĀ Ermitage de las Nievas: Wir belichten 30 sec, in dieser Zeit werden die im Schatten liegenden WƤnde von zwei in den Büschen versteckten HeinzelmƤnnchen angeblitzt … und wir puzzelnĀ ca. 2 Stunden, bis alle Belichtungsparameter, BlitzintensitƤt, -farbe und -dauer aufeinander abgestimmt sind. Ein HeidenspaĆ und ein schƶnes Resultat :-).
So., 9.11. Nationalpark Teide
Nach der langen Nacht (und der vorhergehenden Anreise) genieĆen wir erst einmal die Ruhe im Hotel. Gegen 14 Uhr brechen wir auf, es geht hoch auf 2.000 m in die Caldera des Teide.
Wolken- und Baumgrenze sind auf ca. 1.800 m (die Wolken liefern die Feuchtigkeit für die BƤume) und bilden die āCorona Forestal” um den Vulkankegel.
In der groĆen Caldera des Teide sind die Lavafelder derĀ verschiedenen Ausbrüche dankbare Motive.
Den Sonnenuntergang verbringen wir in der NƤhe des Observatoriums.
AnschlieĆend nutzen wir die Zeit bis zum Mondaufgang noch für ein paar MilchstraĆenbilder.
Früh, schon um 21:00 sind wir zurück – gerade richtig für ein leckeres Abendessen.
Mo., 10.11. Meer, Berge, Rundfahrt
Um 5:00 Uhr ist Treffpunkt (für mich das schwerste bei so einer Reise – erstens früh und zweitens kein Frühstück), wir fahren noch im Dunklen zum Strand LaĀ Tejita bei El MĆ©dano. Vor Sonnenaufgang wird alles aufgebaut, Kamera, Belichtung und Filter eingerichtet, so dass wir die wenigen Minuten der Morgensonnenstrahlen für Fotos nutzen kƶnnen. Anders als auf den Lofoten ist hier – nƤher am Ćquator – der Sonnenaufgang viel kürzer, nur 15-30 Minuten statt Stunden.
Dies sindĀ meine ersten ārichtigen” Sonnenaufgangsbilder. Es macht SpaĆ, die verschiedenen Belichtungsmƶglichkeiten durchzuspielen, und gelingt ganz gut; das hatte ich nicht erwartet.
Wir gehen frühstücken und starten dann die 170 km lange Rundfahrt:
- Der westliche Teil des Teide-Nationalparks mit den Lavas Negras (des Ausbruchs von 1798) und derĀ Corona Forestal, die den Vulkan genau an der Wolkengrenze umgibt.
- ĆberĀ abenteuerliche BergstraĆen geht es nachĀ Masca, einem āvery typical” Bergdorf, das von jeder Menge Reisebussen angefahren wird.
- Abends fotografieren wir am Strand Agua dulce beiĀ Los Silos eine alte Bananenfabrik.
- Auf dem Rückweg leitet uns das Navi falsch und wir brauchen ewig. (Aber mittlerweile glaube ich, dass SerdarĀ das gleiche wie 2015 in Lissabon hat – er sollte sich mal ein Kartenupdate zulegen ;-)
Di., 11.11. Nordküste
Morgens gibt es ein gemütliches Frühstück im Hotel, wir diskutieren unsere Bilder, tauschen Lightroom-Erfahrungen aus. Nach einem frühen Mittagessen geht es zur Nordküste, heute nehmen wir ca. 200 km unter die Räder.
Auf dem Hinweg ein kurzer Abstecher zum Tajao Beach, wir scouten für den Sonnenaufgang morgen früh. Wir müssen uns ja im Dunklen zurechtfinden – und hier ist Steilküste.
Nach der langen Fahrt besichtigen wir den Gezeitenpool in Bajamar, Punta de San Juan. Wir haben Glück, es ist Flut und recht hoher Wellengang und es gelingen viele schöne Bilder der Wellen, die über die Mauer brechen.
AnschlieĆend der Sonnenuntergang in Los Hermanos, zwischen Bajamar und Punta Del Hidalgo. Dies war die einzige Location, die mir überhaupt nichts sagte, und auĆer technische einigermaĆen gelungenen Fotos war kein āBurner” dabei.
Mi., 12.11. Tajao Beach und Teide

Beinahe wƤre die Truppe ohne mich losgefahren – dabei binĀ ich nur 5 Minuten zu spƤtĀ zum Aufbruch umĀ 5:00 Uhr :-!
Der Sonnenaufgang am Tajao Beach istĀ spektakulƤr, der sonst schmutzig-graue Kreidefelsen glüht orange in der Morgensonne. Ich beherzige Serdar’s Mantra: “Raus aus der Komfortzone”. Und verfrachte das Stativ ins knietiefe Wasser und mich dahinter, bis zum Bauch im Wasser. Da wir Ebbe bei Nipptide haben, also besonders tiefes Wasser, und überhaupt kein Wellengang herrscht, gelingt mir diese Expedition ins Meer. Bei normalem Wasserstand und/oder Wellen wƤre ich wohl unsanft auf die Felsen geworfen worden – von Kamera&Stativ ganz zu schweigen. So eine Kombination aus Uhrzeit (Sonnenaufgang), Ebbe, Mond (Nipptide) und Wetter (keine Wellen) gibt es wohl nur 1x im Jahrzehnt. Glückspilz :-)
Den Nachmittag und Abend verbringen wir wieder auf dem Teide. Der Sonnenuntergang in der Caldera wird nichts wegen Wolken, dafür gelingen tolle Sternenfotos an den Roques de Garcia.
Den Abend verbringen wir im Hotel, entwickeln Bilder mit Lightroom bis zum Abwinken, um 2:00 Uhr ist erst Ende.
Do., 13.11. Lavastrand Benijo Beach
Morgens ist wieder Ausruhen angesagt.
Abfahrt 14:00 Uhr,Ā zwei StundenĀ Fahrt zum Benijo Beach. Am Rand der Steilküste ist ein altes Dorf, die HƤlfte der GebƤude sind verlassen. In einem halb verfallenenĀ GebƤudeĀ wird auf der kleinen Terrasse Essen serviert … und wir erhalten in dieser Taverne (El Mirador) das beste Essen der ganzen Woche.
AnschlieĆend geht es runter zum Strand aus feiner schwarzer Lava. Wir erleben eine besondere Lichtstimmung und unsere Bilder sind fast kitschig rosa.
Die Stative finden es dagegen gar nicht kitschig … der feine, schwarze Lavasand kriechtĀ in alle Gewinde, es knirscht ganz furchtbar. (Zuhause ist spƤterĀ mehrere Stunden Grundreinigung und neu Fetten angesagt, bis alles wieder gƤngig ist.)
Fr., 14.11. Corona Forestal
Sechs von uns fahren heute mit Adam nach La Gomera, Serdar und ich wollen lieber noch einmal zum Teide.
Wir haben einen geruhsamen Tag, machen 1 ½ Stunden Timelapse-Aufnahmen, besuchen noch einmal die Lavas Negras und die Corona Forestal und fotografieren den Sonnenuntergang über La Gomera.
Am letzten Abend feiern wir mit leckerem Essen und jede Menge Sangria Abschied von diesem wunderbarem Workshop. Nette Leute, tolle Insel, viele wunderbare Bilder.
Sa., 15.11. Ausbaumeln, Rückflug

Wir bringen gegen Mittag die meisten zum Flughafen, Adam bleibt noch eine Woche auf La Gomera, Serdar und ich fliegen erst um 22:00 Uhr nach Kƶln/Bonn.
Den Nachmittag verbringen wir beide gemütlich im kleinen Badeort El Médano.
























































































































































































































