Alle BeitrƤge von Michael

Teneriffa 2014: Workshop

Fr./Sa., 7./8.11. Hinreise Aachen-Kƶln-Teneriffa

8.11. Hinflug - der Teide über den Wolken

8.11. Caldera, Teide
8.11. Caldera, Teide

Daniel bringt mich am Vorabend nach Köln, denn der Air Berlin Flug startet frühmorgens schon um 6:00 Uhr. Wir treffen uns zum Abendessen mit Serdar.

Am nächsten Morgen überstehen wir Aufstehen und Frühstück, treffen noch einen Teilnehmer. Der knapp 5-Stunden-Flug geht gut vorüber, in Teneriffa-Süd empfangen uns milde Temperaturen um die 20° C.

Gegen Mittag sind wir im Hotel Nogal, das auf ca. 1.100 m Hƶhe liegt. Ideal als Ausgangsbasis sowohl ins Gebirge als auch ans Meer. Die Zimmer sind zwar klein, aber sehr gemütlich und nett eingerichtet. Dazu gibt es einen großen Indoor-Pool, einen kleinen Außenpool und – das beste – ein wirklich gutes Restaurant.

8.11. Ermitage de las Nievas, Teide
8.11. Ermitage de las Nievas, Teide

Im Laufe des Nachmittags kommen alle Teilnehmer an, nach dem Abendessen geht es los zu den ersten ā€žLocations” in den Nationalpark Teide.

Aus der Caldera heraus fotografieren wir den Teide im Sternenlicht. Es ist frappierend, wie trotz Dunkelheit (kein Mond) der Himmel bei Langzeitbelichtungen überstrahlt. Ich bastele lange, bis die Grauverlaufsfilter richtig sitzen.

Nach Mitternacht üben wir Lichtspielereien an derĀ Ermitage de las Nievas: Wir belichten 30 sec, in dieser Zeit werden die im Schatten liegenden WƤnde von zwei in den Büschen versteckten HeinzelmƤnnchen angeblitzt … und wir puzzelnĀ ca. 2 Stunden, bis alle Belichtungsparameter, BlitzintensitƤt, -farbe und -dauer aufeinander abgestimmt sind. Ein Heidenspaß und ein schƶnes Resultat :-).

 
So., 9.11. Nationalpark Teide

Nach der langen Nacht (und der vorhergehenden Anreise) genießen wir erst einmal die Ruhe im Hotel. Gegen 14 Uhr brechen wir auf, es geht hoch auf 2.000 m in die Caldera des Teide.

Wolken- und Baumgrenze sind auf ca. 1.800 m (die Wolken liefern die Feuchtigkeit für die BƤume) und bilden die ā€žCorona Forestal” um den Vulkankegel.
In der großen Caldera des Teide sind die Lavafelder der verschiedenen Ausbrüche dankbare Motive.
Den Sonnenuntergang verbringen wir in der NƤhe des Observatoriums.
Anschließend nutzen wir die Zeit bis zum Mondaufgang noch für ein paar Milchstraßenbilder.

Früh, schon um 21:00 sind wir zurück – gerade richtig für ein leckeres Abendessen.

 
Mo., 10.11. Meer, Berge, Rundfahrt

Um 5:00 Uhr ist Treffpunkt (für mich das schwerste bei so einer Reise – erstens früh und zweitens kein Frühstück), wir fahren noch im Dunklen zum Strand LaĀ Tejita bei El MĆ©dano. Vor Sonnenaufgang wird alles aufgebaut, Kamera, Belichtung und Filter eingerichtet, so dass wir die wenigen Minuten der Morgensonnenstrahlen für Fotos nutzen kƶnnen. Anders als auf den Lofoten ist hier – nƤher am Ƅquator – der Sonnenaufgang viel kürzer, nur 15-30 Minuten statt Stunden.

Dies sindĀ meine ersten ā€žrichtigen” Sonnenaufgangsbilder. Es macht Spaß, die verschiedenen Belichtungsmƶglichkeiten durchzuspielen, und gelingt ganz gut; das hatte ich nicht erwartet.

Wir gehen frühstücken und starten dann die 170 km lange Rundfahrt:

  • Der westliche Teil des Teide-Nationalparks mit den Lavas Negras (des Ausbruchs von 1798) und derĀ Corona Forestal, die den Vulkan genau an der Wolkengrenze umgibt.
  • ÜberĀ abenteuerliche Bergstraßen geht es nachĀ Masca, einem ā€žvery typical” Bergdorf, das von jeder Menge Reisebussen angefahren wird.
  • Abends fotografieren wir am Strand Agua dulce beiĀ Los Silos eine alte Bananenfabrik.
  • Auf dem Rückweg leitet uns das Navi falsch und wir brauchen ewig. (Aber mittlerweile glaube ich, dass SerdarĀ das gleiche wie 2015 in Lissabon hat – er sollte sich mal ein Kartenupdate zulegen ;-)
 
 
Di., 11.11. Nordküste

Morgens gibt es ein gemütliches Frühstück im Hotel, wir diskutieren unsere Bilder, tauschen Lightroom-Erfahrungen aus. Nach einem frühen Mittagessen geht es zur Nordküste, heute nehmen wir ca. 200 km unter die Räder.

Auf dem Hinweg ein kurzer Abstecher zum Tajao Beach, wir scouten für den Sonnenaufgang morgen früh. Wir müssen uns ja im Dunklen zurechtfinden – und hier ist Steilküste.
Nach der langen Fahrt besichtigen wir den Gezeitenpool in Bajamar, Punta de San Juan. Wir haben Glück, es ist Flut und recht hoher Wellengang und es gelingen viele schöne Bilder der Wellen, die über die Mauer brechen.
Anschließend der Sonnenuntergang in Los Hermanos, zwischen Bajamar und Punta Del Hidalgo. Dies war die einzige Location, die mir überhaupt nichts sagte, und außer technische einigermaßen gelungenen Fotos war kein ā€žBurner” dabei.

 
Mi., 12.11. Tajao Beach und Teide
12.11. Mein Standort, ich stand im Tiefen.
Tajao Beach: Mein Standort, ich stand im Tiefen.

Beinahe wƤre die Truppe ohne mich losgefahren – dabei binĀ ich nur 5 Minuten zu spƤtĀ zum Aufbruch umĀ 5:00 Uhr :-!

Der Sonnenaufgang am Tajao Beach istĀ spektakulƤr, der sonst schmutzig-graue Kreidefelsen glüht orange in der Morgensonne. Ich beherzige Serdar’s Mantra: “Raus aus der Komfortzone”. Und verfrachte das Stativ ins knietiefe Wasser und mich dahinter, bis zum Bauch im Wasser. Da wir Ebbe bei Nipptide haben, also besonders tiefes Wasser, und überhaupt kein Wellengang herrscht, gelingt mir diese Expedition ins Meer. Bei normalem Wasserstand und/oder Wellen wƤre ich wohl unsanft auf die Felsen geworfen worden – von Kamera&Stativ ganz zu schweigen. So eine Kombination aus Uhrzeit (Sonnenaufgang), Ebbe, Mond (Nipptide) und Wetter (keine Wellen) gibt es wohl nur 1x im Jahrzehnt. Glückspilz :-)

Den Nachmittag und Abend verbringen wir wieder auf dem Teide. Der Sonnenuntergang in der Caldera wird nichts wegen Wolken, dafür gelingen tolle Sternenfotos an  den Roques de Garcia.

Den Abend verbringen wir im Hotel, entwickeln Bilder mit Lightroom bis zum Abwinken, um 2:00 Uhr ist erst Ende.

 
 
Do., 13.11. Lavastrand Benijo Beach

Morgens ist wieder Ausruhen angesagt.
Abfahrt 14:00 Uhr,Ā zwei StundenĀ Fahrt zum Benijo Beach. Am Rand der Steilküste ist ein altes Dorf, die HƤlfte der GebƤude sind verlassen. In einem halb verfallenenĀ GebƤudeĀ wird auf der kleinen Terrasse Essen serviert … und wir erhalten in dieser Taverne (El Mirador) das beste Essen der ganzen Woche.

Anschließend geht es runter zum Strand aus feiner schwarzer Lava. Wir erleben eine besondere Lichtstimmung und unsere Bilder sind fast kitschig rosa.

Die Stative finden es dagegen gar nicht kitschig … der feine, schwarze Lavasand kriechtĀ in alle Gewinde, es knirscht ganz furchtbar. (Zuhause ist spƤterĀ mehrere Stunden Grundreinigung und neu Fetten angesagt, bis alles wieder gƤngig ist.)

 

 
Fr., 14.11. Corona Forestal

Sechs von uns fahren heute mit Adam nach La Gomera, Serdar und ich wollen lieber noch einmal zum Teide.

Wir haben einen geruhsamen Tag, machen 1 ½ Stunden Timelapse-Aufnahmen, besuchen noch einmal die Lavas Negras und die Corona Forestal und fotografieren den Sonnenuntergang über La Gomera.

Am letzten Abend feiern wir mit leckerem Essen und jede Menge Sangria Abschied von diesem wunderbarem Workshop. Nette Leute, tolle Insel, viele wunderbare Bilder.

 
Sa., 15.11. Ausbaumeln, Rückflug
15.11. El Médano: Ausbaumeln vor dem Rückflug
15.11. El Médano: Ausbaumeln vor dem Rückflug

Wir bringen gegen Mittag die meisten zum Flughafen, Adam bleibt noch eine Woche auf La Gomera, Serdar und ich fliegen erst um 22:00 Uhr nach Kƶln/Bonn.

Den Nachmittag verbringen wir beide gemütlich im kleinen Badeort El Médano.

 
 

Teneriffa 2014: Impressionen

 

Richtig stolz bin ich auf diese “fette Beute”:
Hüfttief im Wasser, mit dem Rücken zur Sonne,
Nipptide genau zum Sonnenaufgang, kein Wellengang …

… nur die Kombination aller Aspekte ermƶglichte dieses Bild.
Ein Kletterabenteuer auf einen Lavahügel,
die Hoffnung, dass die Sonne nurĀ auf den Baum treffen wird …

… und das Glück, exakt den Moment zu treffen.
 

Lofoten 2013: Langzeitbelichtung

Ein Universum von Mƶglichkeiten, Techniken, Motiven, Wissen fing an, mir zu dƤmmern, der Kopf schwirrte: Graufilter, Grauverlaufsfilter, Histogramm, TiefenschƤrfe, Belichtung, Verwischen von Wolken, GlƤtten von Wasser, Wellen, Dynamikeffekte …
… mir schwirrt noch Wochen nach dem Workshop der Kopf, vieles habe ich technisch verstanden, nur einen Teil fotografisch begriffen, noch weniger habe ich verinnerlicht oder beherrsche ich nach diesem ersten Workshop. Also noch ein Workshop …

Die Equipment-Frage ist einfach zu beantworten: Stativ, Grau- und Grauverlaufsfilter, Fernauslöser.
Schon schwieriger, diese richtig einzusetzen, zu entscheiden, welche Belichtungszeit man braucht …
… und dann das schwierigste: Motiv und Bildaufbau!

Warum überhaupt Langzeitbelichtung? Einige Beispiele:

  • BildqualitƤt: mit ISO 100 werden die Bilder nun einmal besser als mit hohen ISO-Werten. Also geht die Zeit rauf.
    Dies gilt natürlich insbesondere in der Dämmerung oder nachts.
  • TiefenschƤrfe: kleine Blende -> mehr Zeit. Dann kann auch tagsüber die Belichtung mehrere Sekunden erfordern.
  • Hohe Kontrastunterschiede erfordern den Einsatz von Grauverlaufsfiltern, was wiederum die Belichtungszeit erhƶht.
  • Wenn man Wasser, Wolken, Wellen verwischen oder glƤtten mƶchte, landet man schnell im Minutenbereich. Graufilter bis 10 Blenden werden erforderlich. In diesem Zeitbereich von mehreren Minuten kommt zusƤtzlich als weiterer Effekt dazu, dass man “auf einmal” Farben aufnimmt, die bei kurzen Belichtungszeiten nicht oder kaum sichtbar sind. Zum Teil surreale Bilder entstehen.

Hier ein paar Bilder die ganz gut gelungen sind:
(Weitere werden folgen … nach dem nƤchsten Urlaub, wo ich viel üben werde ;-)

 
TiefenschƤrfe durch f/16, darum 0,4s.
ND-0,6-Verlaufsfilter.
Wellen, dynamisch bei 1/15s, f/16.
Wichtig und schwierig ist, den richtigen Moment so abzupassen, dass das Wasser auch fließend aussieht.
Wellen, bei  30s, f/10 sind nebelartig verwischt. Man beachte den Unterschied in der Wellenhöhe bei den beiden Bildern. 221s, 10x Graufilter, ND-0,9-Verlaufsfilter.
Das Wasser ist glatt, die Wolken verwischt, Rottƶne im Himmel sichtbar.
 

Lofoten 2013: Nordlichter

Polarlicht
Arctic Light, red Aurora - by Fred Olsen, Norway
Arctic Light, red Aurora – by Fred Olsen, Norway
16.2. Laukvik
16.2. Laukvik

(oder auch Nordlicht, Aurora) entsteht, wenn der Sonnenwind (elektrisch geladene Teilchen) in der Nähe der Pole die Magnetschicht der Erde durchdringt und dabei in 100-200 km Höhe auf Sauerstoff- oder Stickstoffatome trifft.

Am hƤufigsten ist grünes Polarlicht (der Sonnenwind trifft auf Sauerstoffatome in ca. 100 km Hƶhe – rechts ein ganz zartes Exemplar, dafür mit mir als Blickfang ;-), recht selten ist rotes Polarlicht (Sauerstoffatome in ca. 200 km Hƶhe, siehe links das Bild vonĀ Frank Olsen, TromsĆø) und Ƥußerst selten violettes/blaues Polarlicht (Stickstoffatome, benƶtigen sehr hohe Energie). Bei uns in Deutschland sieht man, wenn überhaupt, also sehr selten, das rote Polarlicht, weil für die Sichtbarkeit in unseren Breiten hohe Energien und Hƶhen erforderlich sind.

Ursache für den Sonnenwind ist die SonnenfleckenaktivitƤt, die einen 11-Jahre-Zyklus durchlƤuft. 2012/13 war “Solarmax”, in dem Jahr kann man in Deutschland ca. 10-20x ein Nordlicht sehen. Im Gegensatz zu nƶrdlich des Polarkreises, wo momentan fast tƤglich Erscheinungen sind …
….Ā aber, vorausgesetzt: es ist dunkel (Nacht, mƶglichst ohne Mond) und das Polarlicht in 100-200 km wird nicht von Wolken verdeckt. Also leider, je nach Wetter, doch nicht jeden Tag zu sehen.

 

Wie fotografiert man nun Nordlichter!?

Die Standardanleitung für Polarlichtfotos (siehe z.B. bei JuzaPhoto oder Bernd Margotte) lautet, in Kurzform:

  • Ausrüstung: Stativ, Spiegelreflexkamera, lichtstarkes Weitwinkelobjektiv
  • Einstellungen: Manuell scharf stellen, ISO hoch, Zeit 1-8 sec, Offenblende
  • … und falls nƶtig, mitĀ BildbearbeitungĀ aufhellen …

Aber die Praxis ist leider deutlich komplizierter:

  • Polarlichter haben Ƥußerst unterschiedliche IntensitƤt – von mit bloßem Auge kaum sichtbar (aber per Langzeitbelichtung eindrucksvoll aufzunehmen) bis zu hellem Leuchten.
  • Die Formen reichen von flƤchenhaft über Bƶgen hin zu Wolken-, Pilz-, Blitz-, Schleierformen.
  • Und schließlich von stationƤr über langsam bis zu wogenden Schleiern.

All dies hat – natürlich – Auswirkungen auf die Belichtung, hauptsƤchlich Zeit und ISO-Wert, aber auch den Weißabgleich. Die erforderlichen bzw. sinnvollen Einstellungen gehen von ISO 100 und 1-2 sec bis zu ISO 3200 und 25 sec. Wobei natürlich zusƤtzlich eine Rolle spielt, wie viel (bzw. wenig) der Sensor der Kamera rauscht! Und für die BildqualitƤt ist Unterbelichten und per Bildverarbeitung Korrigieren nicht hilfreich – also empfiehlt es sich, direkt bei der Aufnahme bereits richtig zu belichten..

Wir nahmen auf mit Lichtwerten von -2 bis -6, immerhin 4 Blenden Unterschied. LW -6 ist so dunkel, dass man ohne Taschenlampe nichts sieht, LW -2 ist fast schon Dämmerung. Hier ein paar Beispiele:

 
10./11.2. Laukvik 14.2. Skagsandenbeach - Foto-Spielereien ;-) 16.2. Laukvik 10./11.2. Laukvik - 3 Top-Shots: hell flackernde Nordlichter :-)
LW -6
25s, f/3.2, ISO 3200
Stockdunkel, Nordlicht mit bloßem Auge kaum erkennbar, erst nach der Belichtung.
LW -5
25s, f/2.8, ISO 1600
Dunkel, Nordlicht ist zu sehen, aber in seiner vollen AusprƤgung erst nach der Belichtung.
LW -4
30s, f/7.1, ISO 3200
DƤmmerig, Nordlicht gut zu sehen, im Kamerabild aber detailreicher und “klarer”.
LW -2
8s, f5.0, ISO 1600
Hell, Nordlicht “springt” einen fƶrmlich an.
Kamerabild und RealitƤt sind nahezu gleich.
 
Die wichtigsten Tipps derĀ “PhotoTour-er”:
  • Nicht beim Stativ oder Kugelkopf sparen.
  • Die idealen Brennweiten sind 14/16mm am Vollformat, 10/11mm bei APS-C, mƶglichst mit Anfangsblende 2.8.
    Die Teilnehmer auf unserer Reise hatten das 16-35/2.8L für Canon, das Samyang 14/2.8 für Canon/Nikon, das Tokina 11-16/2.8 für APS-C. Alle geeignet und gut.
  • Belichtung und Fokus manuell einstellen. Und zwar auf Basis des Histogramms so, dass drei Lichtwerte gefüllt sind.
  • In RAW fotografieren, aber trotzdem mit manuellem Weißabgleich. Wir haben als Startwert 3200K gewƤhlt und dann so justiert, dass die Farben auf dem Display natürlich aussehen. Man kann den Weißabgleich bei RAW zwar auch nachher Ƥndern, aber das Histogramm wird mit dem jpg-Bild berechnet, also mit dem Vor-Ort-Weißabgleich. Und mit verfƤlschtem Histogramm … siehe oben, kann man die Belichtung nur schlecht einstellen.
Der wichtigste Punkt aber ist: Üben, Üben, Üben. Zum Beispiel:
  • Manueller Fokus … den kann man vergessen, falsch einstellen, aus Versehen verstellen … oder Denken, dass das āˆž-Symbol auf der Skala auch auf “unendlich” scharf stellt (was – wie ich jetzt weiß – bei keinem Objektiv so ist ;-)
    Aber es prƤgt sich schnell ein, wenn man durch solche Fehler ein- oder zweimal die Aufnahmen der letzten Stunde wegwerfen muss :-(.
  • Der Kameragurt hƤngt runter und flattert im Wind …
    … auch so kann man einige Bilder erfolgreich verwackeln … oops.
  • Natürlich, wie immer bei manuellem Betrieb … man vergisst, die nicht so naheliegenden Werte wie ISO oder Weißabgleich einzustellen …
    … und hat dann nach 20 sec Belichtung dank komplett unsinniger Werte nur Schrott produziert.
  • Der Bildausschnitt war speziell für mich ein Dauerthema: Horizont, Bildelemente angeschnitten oder fehlen, Bildaufteilung, Elemente überlappen sich ungünstig … ich glaube, hier werde ich noch Jahre brauchen bis das – wenn überhaupt – sitzt.
Mein persƶnlicher Aha-Effekt: das Histogramm!

Nach einem Tag hatte ich es begriffen, und ab dann war der technische Teil (Belichtung) geschafft … in den nƤchsten Workshops kann ich mich also auf die Bildaufteilung konzentrieren ;-)

 
 

Lofoten 2013: Workshop

So., 10.2. Hinreise Aachen – Frankfurt – Stavanger – Oslo – Evenes – Svolvaer

Aufstehen um 6:00 Uhr, mit dem Zug um 6:51 Uhr nach Frankfurt. Dort treffen wir die restlichen Teilnehmer, nur Nancy aus New York ist schon in Svolvaer (wegen des Blizzards an der US-Ostküste war sie einen Tag früher gereist). Insgesamt sind wir 12 Kursteilnehmer plus drei Kursleiter – eine gute Mischung, wir alle wurden dadurch super betreut.

10.-17.2.: Locations Fotoworkshop Lofoten
10.-17.2.: Locations Fotoworkshop Lofoten ( Ā© Google, 2015)

In drei Etappen, ermüdend wegen Umsteigen in Stavanger und Oslo, geht es bis Evenes, um ca. 18:00 Uhr landen wir. Mit zwei VW-Bussen und einem Passat geht es noch 2,5 Stunden bis Svolvaer, auf schneebedeckten Straßen. Unser Hauptquartier ist das (gute)Ā Best WesternĀ in Svolvaer, wir wollen in Ruhe auf unsere Zimmer … aber dann lernen wir unserenĀ MaĆ®tre de CoursĀ Serdar kennen:Ā “Leute, dies ist keine Fotoreise, dies ist einĀ Workshop. Und Work heißt Arbeiten … also los, auf die Zimmer, in 30 Minuten treffen wir uns wieder hier unten und es geht ab zur ersten Nachtschicht. Klarer Himmel, Chance auf Nordlichter … hopp, hopp, los …”.

Schon geht es auf zur ersten Fotonacht, nach Laukvik. Vorher aber das ab jetzt tƤgliche Grauen:Ā PĆølserĀ an der Tankstelle – fettig, 7€ für eine minderwertige Art von Hotdog :-(

In Laukvik (ca. 30 km nƶrdlich von Svolvaer) geht die Fotowoche traumhaft los: meine ersten Nordlichter … und gegen 3:00 Uhr morgens mein Top-Shot, oderĀ “Burner”Ā wie Serdar die wirklich guten Fotos nennt: Hafen mitĀ Fischerboot und Aurora-FackelĀ :-).

Um 4:00 Uhr sind wir wieder im Hotel, total aufgekratzt, ich sichte noch die Bilder der Nacht … bis zum Frühstück bekomme ich 4 Stunden Schlaf ;-(
Ab jetzt haben wir tƤglich Nachtschicht …

 
Mo., 11.2. Henningsvaer, Hurtigrute

Das Frühstück lƤuft immer nach dem gleichen Schema ab: um 9:30 Uhr schleichen 15 müde Gestalten zum Buffet, das um 10:00 Uhr abgebaut wird … um anschließend noch mal 1-2 Stündchen zu schlafen ;-)

Heute richtet die Truppe sich etwas nach dem Hurtigrutenzeitplan und teilt den Tag in eine Nachmittags-Session, dann werde ich zum Hurtigrutenschiff gebracht und anschließend geht’s für die anderen zur Nachtsession. (Wo sie traumhafte Bilder schießen – klares Wetter, tolle Nordlichter.)

Nachmittags sind wir in Hennigsvaer, dem “Venedig des Nordens”. Mir sagt diese “Location” nicht viel, keine “Burner” ;-(

Um 21:00 Uhr Einschiffen auf der MS Lofoten. Schƶnes Schiff, ruhige Fahrt, Nordlichter vom Schiff aus. (Siehe links … vibrierendes Schiff, 0.8 sec bei ISO 12.800 … in der Bildgröße für’s Internet sieht’sĀ aberĀ gut aus!)

 
Di., 12.2. Hurtigrute

Der “Pausen-Tag”, den ich mir vom anstrengenden Workshop gƶnne. Dieser kleine Tagesausflug war lange geplant, mit der historischen MS Lofoten über Nacht vier Stationen nach Norden. Ā Von Harstad geht es am nƤchsten MorgenĀ um 8:00 Uhr zurück nach Svolvaer mit derĀ MS Richard With. Ein modernes Schiff, nicht besonders voll, wir haben zwar kein Superwetter, aber es ist trocken und klar. Entschleunigend, schƶn :-)

Um 18:30 Uhr sind wir wieder in Svolvaer, die anderen sind auf ihrer Nachmittags/Nachtsession. Ganz gut für unser Schlafdefizit – wir machen einen ruhigen Abend und gehen zu ziviler Zeit ins Bett. Ausschlafen :-)

 

MS Lofoten Frühstück auf der MS Richard With Südgehend von Harstad nach Svolvaer
  • Ein Wort zum Essen auf den Lofoten: es gibt nur ein Wort –Ā schrecklichĀ :-(
  • Manchmal einfach nur grottenschlecht, meistens mittelmäßig, nicht frisch, immer abartig teuer. Im Hotel haben wir uns einmal Abendessen gegƶnnt – es gab einfachen Eintopf, nichts besonderes, gute Mensakost würde man in Aachen sagen … und kostete 32€ … Mann-o-Mann.
  • Im Nachhinein war das Frühstück auf dem Hurtigrutenschiff – 20€ – nicht nur das mit Abstand beste Essen der ganzen Reise (vielfƤltig, frisch, reichhaltig, lecker), sondern auch das mit Abstand preiswürdigste.
  • Also: wer Urlaub auf den Lofoten macht – bringt euch Tütensuppe, Bifi, Kekse etc. mit, ihr werdet es mit Heißhunger und Appetit genießen!
 
Mi., 13.2. Svolvaer, Grimsoysand

Die anderen sind todmüde, wieder erst gegen 4:00 Uhr zurückgekommen, den dritten Tag hintereinander. Fotoworkshops erfordern Stehvermƶgen …

Wer schon wach ist, macht einen kleinen Fotospaziergang durch Svolvaer (Hafen, Wasser, Trockenfischgestelle, schƶne Bilder).

Am frühen Nachmittag geht’s ca. 50 km nach Süden, auf die Halbinsel Grimsoysand. Das Motiv ist diesmal “Eis und Meer und Sonnenuntergang”. Irgendwie kriege ich nur Mittelmäßiges hin, mein Blick für den guten Bildschnitt ist noch unterentwickelt. Dominik hat (wie immer, phƤnomenal) den Blick: genau 10 Sekunden spiegelt sich die untergehende Sonne im Bach, die Position hatte er gerochen, die Geduld für den richtigen Moment auch.

Abends zieht es sich zu, es schneit. Man sieht ab und zu ein Nordlicht-Glimmen am Himmel, aber der Himmel ist bedeckt, fade, uninteressant. Gegen 20:00 Uhr sind wir zurück in Svolvaer, wir gehen Pizza essen statt Pølser an der Tankstelle. Und relativ früh schlafen ;-)

 
Do., 14.2.: Ā Reine, und Ā d e r Ā Nordlichttag in Flakstad

Um 11:00 geht’s los nach Reine, dem “schƶnsten Dorf Norwegens”. 150 km, drei Stunden Fahrt. Schƶne Motive, ich lerne richtig belichtete Langzeitbelichtungen.

Für Nordlichter ist es zu hell in Reine, wegen der Straßen- und Hafenbeleuchtung. Wir fahren ca. 30 min nach Norden, an einen Strand bei Flakstad.

Dort haben wir ab ca. 20:30 Uhr ununterbrochen bis nach Mitternacht Nordlichter … gegen 21:45 dann: es “ballert Nordlichter”, 10 Minuten so intensiv, dass es fast taghell ist. Gut, dass wir in den Tagen vorher schon geübt haben, welche Einstellungen richtig sind – nicht auszudenken, wenn ich wie am ersten Abend eine Stunde gebraucht hƤtte, um die richtigen Einstellungen zu finden.

Bis ca. Mitternacht bleiben wir, relaxed experimentieren wir mit Lichtmalereien, Stahlwolle, Taschenlampen, Gruppenfotos. Noch 2,5 Stunden Rückfahrt, Bilder sichten, langsam einschlafen. Ein toller Tag.

 

Nordlicht in Flakstad: erst zart, dann immer krƤftiger Gruppenbilder – gar nicht so einfachĀ bei 20 sec Belichtungsdauer Spaß mit Schneebesen und Stahlwolle
 
Fr., 15.2.: Uttakleiv

Langes Ausschlafen, gegen 14:00 Uhr geht es nach Uttakleiv (ca. 90 km nach Süden), einem vereisten Strand mit Blick Richtung Sonnenuntergang. Das Wetter spielt aber nicht mit – kaum Sonne zu sehen wegen der vielen Wolken. Aber Wasser, Eis, Steine sind auch dankbare Motive. Technisch schwierig, finde ich – aber zum Lernen (u.a.) sind wir ja hier.

Abends wollen wir etwas anderes als PĆølser von der Tankstelle essen, wir hatten auf der Hinfahrt einen Kro gesehen …
… es war furchtbar, unterste PommesbudenqualitƤt, einige haben sich geweigert reinzugehen.

Abends: Bilder sichten, Lightroom-Erfahrungsaustausch, Bilderkritik. Unsere Coachs geben knappe, aber klare Hinweise:Ā “Stein muss weg”, “etwas nach links”, “Bucht ganz drauf”, “zu dunkel”, “nicht scharf”, … Problem ist nur, dass man – jetzt im Hotel – die Bilder nicht wiederholen kann. Es hilft nix – man muss es sich einprƤgen ;-)

 

Der Strand von Uttakleiv Wellen, bei 30 sec Belichtung Die “Stativ-Horde” bei der Arbeit
 
Sa., 16.2.: Laukvik

Geruhsamer Ausklang: Schlafen, Sightseeing aus dem Auto, nachmittags am Morfjord (wieder Eis und Berge), abends noch einmal nach Laukvik. Dort sehen wir sogar wieder ein paar (schwache – wir sind verwƶhnt) Nordlichter. Jeder begibt sich alleine auf Motivsuche …

Wir sind gegen 20:00 Uhr zurück, gehen alle zusammen zum Italiener. Nettes Beisammensein zum Abschluss.

Abends vernichten wir noch die Rotweinreste aus dem Duty Free vom Hinflug, noch einmal Bilder sichten und diskutieren …

Wir verabreden uns zu einem Nachtreffen in Bonn und beschließen, ein gemeinsames Fotobuch anzufertigen. (… das saaagenhaft schƶn geworden ist :-)

 
So., 17.2. Rückflug

7:00 Uhr Aufstehen und Packen, Frühstück. Abfahrt um 8:00 Uhr, ca. 3 Stunden bis zum Flughafen Evenes.

Müde und ein bisschen melancholisch geht es via Oslo und Frankfurt zurück. Um 23:00 sind wir wieder in Aachen.

 
 

Lofoten 2013: Impressionen

 

Lofoten 2013

10.-17.2.2013: Fotoworkshop auf den Lofoten

SchonĀ langeĀ bewundere ich beiĀ PhotoTours4UĀ die fantastischen Bilder. Im Mai 2012 besuchte ich spontan deren WorkshopĀ Kƶln bei Nacht: supernette Leute, kompetent, vermitteln sowohl Freude am Fotografieren als auch Technik und Bildaufbau. Und es wurde viel erzƤhlt von den “großen” Workshops.

Nordlichter, Langzeitbelichtungen, Norwegen … die für Februar 2013 angebotene Polarlicht Fotoreise war verlockend (aktuelle Termine sieheĀ hier), der Termin passte gut … also buchte ich.

Die Lofoten hatte ich 2008 auf der Hurtigrutenfahrt hauptsächlich bei Nacht gesehen, das wenige war aber so schön, dass ich diese Inseln gerne wiedersehen wollte. Dann entdeckte ich, dass genau in der Woche die MS Lofoten, das älteste noch fahrende Postschiff, die Strecke Svolvaer-Harstad fährt. So entstand folgende erlebnisreiche Woche:

– Anreise und ein Tag Workshop.
– Eine Nacht und Tag Hurtigrutenfahrt.
– dann noch 5 Tage Workshop.

Fazit: wunderschƶn, extrem viel gelernt, fette “Foto-Beute”, nette Leute … und anschließend drei Tage Ausruhen wegen der vielen Nordlicht-Nachtschichten ;-)

11.2. Henningsvaer - Sonnenuntergang
11.2. Henningsvaer – Sonnenuntergang
 
 

Fotografie: Aktuelles

Aktuelles … was tut sich bei mir in Sachen Foto …

 

12.5.2012: Kƶln bei Nacht
2012 – das erste Mal kein Knipsen: Kƶln bei Nacht
2012  habe ich meinen ersten Fotokurs gemacht: Köln bei Nacht.

… und Lernfortschritte: Nordlichter, LangzeitbelichtungĀ von den AnfƤngen 2013 über großeĀ Fortschritte 2014Ā bis zu denĀ Wasserbildern 2015. Tom Mackie verordnet auf seinem Workshop 2016Ā Sorgfalt und SystematikĀ und 2021 die 3 P’s – mit der Steigerung 2024 – Never give up 😊.
Die neueste Lektion: Astrofotografie.

Parallel entwickelt sich (notgedrungen bzw. automatisch) das Foto-Equipment mit ;-)

Die Software geht jedoch in die umgekehrte Richtung – seit 2015 nutze ich fast nur noch Lightroom und Photoshop für SpezialfƤlle. Die neueste Entwicklung sind KI-Algorithmen, ich nutze die Topaz-Module, die bei Entrauschen und SchƤrfen oft kleine Wunder vollbringen, aber nur mit sorgfƤltiger Kontrolle und dosiert einzusetzen sind.

 

Fotogalerien:

Sind jetzt (seit 05/2016) getrennt nach Europa, USA und Afrika.

 

 
 

Südwesten 2008

Las Vegas – Zion – Grand Canyon – Arches – Mesa Verde – Denver

Durango Airport: Abschied von Annette.
Durango Airport: Abschied von Annette.

Die “Großen” sind 15 und 17 … und fahren mit ihren Kumpels in den Urlaub. Also planen wir einen geruhsamen Wohnmobilurlaub nur mit uns beiden und den “Kleinen” … da entscheidet Annette spontan, die ersten zwei Wochen mitzufahren, es wird also eine Reise zu fünft :-)Ā .

Das grobe Ziel stand seit 2006 fest: der Südwesten mit den klassischen Highlights Zion, Grand Canyon, Arches.

  • 3 Tage Las Vegas zur Einstimmung.
  • Dann 25 Tage Wohnmobil, alsĀ EinwegrouteĀ von Las Vegas nach Denver: Zion, Grand Canyon North Rim, Highway 12/24, Arches&Co, Mesa Verde, Durango/San Juan Mountains, Great Sand Dunes.
  • Das ganze betont geruhsam geplant, an 6 Orten blieben wir 2 NƤchte, nur 3Ā lƤngere Fahrtage (und 1 ungeplanter ;-), viel Zeit zum Baden, Wandern, Spielen.

Fazit:

  • Der Südwesten ist auch in der Sommersaison nicht voll :) .
  • Die Vielfalt der Landschaften ist unglaublich – Canyons, Wüste, Hochgebirge, Dünen, Einƶde, Wasser …
    Die Kombination von Utah (“rote Steine”) und Südcolorado (Dutzende von 4000ern) innerhalb weniger Tage war ein Erlebnis.
  • Wir werden wieder kommen – die 2010er-Fraktion diskutiert bereits eifrig mit der 2011er-Fraktion ;-)
  • Geruhsam ist genau richtig für uns. Beim nƤchsten Mal werden wir versuchen, noch ƶfter jeweils 2 Übernachtungen an einem Ort zu haben, und auch ein paar 3-Tage-Stopps einbauen.