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England 2007 – Dorchester-Plymouth

17.-20.5.2007: Southampton – Plymouth


Obwohl wir es uns 1998 vorgenommen hatten, „sofort” den nächsten Abschnitt der südenglischen Küste zu besuchen, dauert es neun Jahre. Diesmal scheuen wir die lange Anreise, wir fliegen bis/von Southhampton und fahren von dort mit dem Mietwagen die Küste entlang. (Man sieht: Wenigfahrer – aber zu zweit ohne Vorbuchen ;-)

Unsere Stationen waren:

  • Dorchester, wo wir noch abends um 21:00 in einem wunderbaren Hotel das Hochzeitszimmer mit „FourPoster” fanden. Das kleine County-Museum über Römer und Dinosaurier ist nett.
  • Jurassic Coast: Steilküste, versteinerte Fischsaurier und alles mögliche von vor 160 Millionen Jahren. Und kleine Hafenstädtchen wie West Bay, Charmouth mit seinen Fossilienläden oder das alte Piratennest Beer laden immer wieder zum Bummeln, Relaxen oder Essen ein.
    Das Zentrum ist Lyme Regis – eigentich eine schöne Stadt, aber wahnsinnig überlaufen.
  • Weiter geht es über Sidmouth, Exmouth, Teignmouth nach Dartmouth.
    „mouth” heißt Mündung … und so sind dies Orte an der Mündung des Sid, des Ex, des Teign … und, man rät es schon … des Dart ;-)
    In Dartmouth ist gerade das jährliche Musikfestival, an ein Zimmer ist nicht zu denken. So verbringen wir den Nachmittag mit einem Besuch des Dartmouth Castle …
  • … und fahren weiter Richtung Salcombe. Am Ende finden wir im kleinen Ort Hope ein gemütliches B&B.
    Zurück geht es am letzten Morgen mit einem Mittagsstopp in Lyme Regis nach Southampton, Rückflug nach Brüssel.
Dorchester und die Jurassic Coast: 
Die Küste von Devon: 
South Devon und Rückflug: 
 

Cornwall – wie alles begann …

Mai 1998: Südengland – Auto, Pubs, Musik

Nicht nur unsere erste Reise nach England – sondern eine  g a n z  besondere – unser erster gemeinsamer Urlaub, sozusagen die Verlobungsreise .

Die Hinfahrt mit dem Shuttle glückt nicht so ganz – der Tunnel ist gesperrt, statt am späten Nachmittag fahren wir erst nach Mitternacht.
Das gemütliche Dinner im schönen Sandgate Hotel in Folkstone fällt aus :-(

Dafür sind die restlichen Abende umso „fetziger”: Wir entdecken, dass man in vielen Pubs auch übernachten kann, so dass wir nach der Live-Musik es nicht mehr weit ins Bett haben ;-).

So zockeln wir in drei (oder vier?) Etappen bis Weymouth. Von dort geht es per Autobahn wieder zurück.

 

 

Teneriffa 2014

8.-15.11.2014: Fotoworkshop Teneriffa
8.-15.11.: Locations des Fotoworkshops auf Teneriffa
8.-15.11.: Locations des Fotoworkshops auf Teneriffa (© Google Earth 2014)
10.11. La Tejita, Die Tutoren Adam & Serdar
10.11. La Tejita, Die Tutoren Adam & Serdar

Nach dem Lofoten-Workshop 2013 hatte ich mir fest vorgenommen, noch einmal eine solch erlebnis- und lehrreiche Woche zu verbringen. Im Frühjahr nahm PhotoTours4U Teneriffa als Ziel auf, die Ausschreibung war mehr als interessant: Strand und Steilküste, Wüste und Berge, Vulkane … eine Vielfalt von Motiven in einer Woche. Auf Teneriffa war ich noch nie, und Serdar, der Workshopleiter von den Lofoten war wieder dabei.

Im südlichen Teil ist das Klima trocken und warm. Dort sind die Strände mit den Touristenburgen … aber zu unseren Zeiten (morgens 5-8 Uhr) hatten wir die Strände für uns allein.

Der Norden ist bergig und feucht, dort findet man Lavastrände, Steilküsten und grüne Wälder. Die Gegend ist dünnbesiedelt, zum Teil sogar einsam, Touristen gibt es deutlich weniger. Fotomotive umso mehr.

Der Höhepunkt (im Wortsinne ;-) ist der 3.700 m hohe Teide, ein riesiger Vulkan, der sich über die Wolken- und Baumgrenze erhebt. Die Attraktionen neben dem Vulkankegel sind die Lavafelder, die Corona Forestal und die Ausblicke.

Einige von uns haben einen Tagesausflug nach La Gomera gemacht.

Fazit: Ein tolle Woche mit vielen netten Leuten, Super-Motiven und fetter Bilderausbeute.

 


Corona Forestal, Lava Negra und Sonnenuntergang über La Gomera

 
 

Fotografie: Ixus und iPhone

Ixus (2005-2015)

So eine Spiegelreflexkamera wiegt mit Objektiv, Tasche, Ersatzakkus schnell 1.5-2 kg … immer nehmen wir sie also nicht mit. Dann las ich dieses Review bei Bob Atkins, noch weitere Tests bei Imaging Resource …

Die Ixus 30 (SD200 in USA) hatte zwar nur 3 Megapixel, aber die waren völlig ausreichend für Web-Bilder und Papierabzüge bis 10×15.

Die Vorteile waren ziemliche Rauscharmut (die folgenden Ixus-Modelle rauschen stärker – Canon, shame on you!) und Schnelligkeit (Bildfolge, Auslösezeit).

Klar – eine Schönwetterkamera, nix für Available-Light-Fotografie oder schwierige Lichtsituationen. Auch der eingebaute Blitz ist eher eine Notlösung.

Aber sie ist halt immer dabei :-)

Leider ging die Ixus 30 nach 3 Jahren kaputt: mittlerweile war es ein Liebling der Kleinen, und irgendwann fiel sie ‘runter :-(
Update 7.2.2008: sie ist wieder da – für 40€ bei Ebay geschossen :-)
Update 4.8.2010: am Lake Powell verloren gegangen :-( Nicht wieder ersetzt … die Ebay-Stücke sind leider mittlerweile zu “ausgelutscht”.

Als Ersatz kauften wir die Ixus 70 (SD1000), 5 Generationen weiter.

  • ISO nominal bis 1600. Ab 800 rauscht es zwar sehr, aber ehe man kein Foto machen kann …
    Leider ist auch in den niedrigen Stufen das Rauschen stärker als an der Ixus 30.
  • 7 Megapixel sind gut, wenn man Ausschnitte braucht.
  • Auch der Film-Mode ist besser.
  • Aber sie ist langsamer als die Ixus 30 – der Preis der 7 Megapixel.

Die Ixus 70 ist auch immer dabei und macht schöne Bilder, wenn es hell genug ist.

Später gesellte sich noch die Ixus 105 dazu. Mehr Megapixel, mit IS, schlechteres Gehäuse mit mehr Plastik, kein optischer Sucher mehr, noch langsamer … Canon, shame on you … wieder eine Produktverschlechterung, aufgepeppt mit unnützen Marketing-Features.

Zur Bildqualität: Wenn heller Tag ist und keine schwierigen Lichtbedingungen herrschen (wie Kontraste oder Gegenlicht), dann kann man auf Web-Bildern oder Papierabzügen bis 10×15 (4″x6″) fast keinen Unterschied zur 40D sehen. Klar – DIN A4 Bilder oder größer, Nacht- oder Blitzaufnahmen, schwierige Lichtverhältnisse – da kommen die Ixus’e nicht an eine Spiegelreflexkamera heran.

Unübertroffen sind aber die Handlichkeit und die gute Bedienbarkeit.
Und beinahe hätte ich’s vergessen: eine Ixus ist einfach s c h ö n :-)

Update (Feb. 2013): Seit dem iPhone 5 benutze ich nur noch das iPhone als “Immerdabei-Kamera”. Die Bildqualität ist besser als Ixus- oder andere Kompaktkameras, einzig das optische Zoom fehlt.
Frau und Kinder lieben die Ixus aber immer noch – und die Bilder damit sind ja nicht schlechter geworden … bis ca. 2015, dann ist iPhone auch hier bequemer, besser, einfacher.

 
iPhone (ab 2011)

Das Ende der Kompaktkameras wurde 2007 mit dem ersten iPhone eingeleitet – die eingebaute Kamera  verbesserte sich stetig und rapide.

  • Mit dem iPhone 4s wird 2012 die „Ixus-Klasse” erreicht. Bilder bei Tageslicht sind bereits besser.
  • 2012 kommt mit dem iPhone 5 eine deutliche Verbesserung beim ISO hinzu. Low-Light-Fotografie ist besser.
  • 2014 leistet das iPhone 6 Autofokus mit Phasendetektion, bewegte Motive sind jetzt kein Problem mehr.
  • 2015 schlägt das iPhone 6s endgültig alle Kompaktkameras in allen Disziplinen: Autofokus, ISO, Farbtreue.
  • 2018 kommt das iPhone 8 mit optischer Bildstabilisierung, mehr Farbtreue und Low Light Fähigkeiten.

Im Detail ist die Entwicklung hier nachzulesen.

Aus meiner Sicht fehlt nur noch eins, damit das iPhone die perfekte Kompaktkamera ist: ein optischer Zoom. Gerüchte sagen, dass es in diesem Jahr schon kommen soll … spätestens 2017 wird es dann wohl werden.

  • … okay, es wurde 2018: Das iPhone X hat zwei Objektive, ein Zoom und das Standardobjektiv.

  • 2019 rüstet das iPhone 11 Pro mit Objektiven und jede Menge Software-Power auf:
    – 3 Objektive mit (umgerechnet) 14 mm, 28 mm und 56 mm Brennweite
    Night Mode mit Belichtungen bis 8 sec (!) aus der Hand
    Deep Fusion überlagert automatisch mehrere Bilder
    Night Mode aktiviert sich bei Dunkelheit,  Smart HDR bei hoher Helligkeit, Deep Fusion bei mittleren Helligkeiten. Bilder bis DIN A4 lassen keine Wünsche mehr offen. Nur wenn Brennweite erforderlich ist (Tiere), braucht man noch das große Equipment.

  • 2021 kommt das iPhone 13 Pro, hochgelobt mit den neuen Sensoren und Objektiven … aber eine Riesenenttäuschung, die Apple-Software entrauscht und schärft so krass, dass viele Bilder einfach nur eine ärgerliche Matsche sind. Siehe diesen erschütternden Thread im Macrumors-Forum. Ich behalte es trotzdem, weil
    – manche Bilder einfach super sind,
    – und ich auf Software-Updates von Apple hoffe.
    Nachtrag 11/2022: Mit IOS 16 hat es wohl einige Verbesserungen gegeben – der “Schmier” ist deutlich weniger.
 

Fotografie: Software für Bildbearbeitung

Software für Bildbearbeitung

Seit Frühjahr 2008 war ich mit meiner Foto-Software-Sammelsurium (Fixfoto, i2e, PerfectlyClear, PTLens, Schlagwortsuche, Neatimage, JAlbum) zunehmend unzufrieden. Außerdem sah ich bei Freunden, wie viel besser RAW statt JPG sein kann. Meine RAW-Versuche in Fixfoto waren aber alle gescheitert – einfach zu kompliziert.

Dann kam Lightroom 2, sehr gute Testberichte, und damit die Hoffnung, alle meine Bearbeitungsschritte in einem Tool integriert zu haben:

  • Kopieren von der Kamera, in einem Rutsch mit RAW-Konvertierung,
  • Sichten und Löschen,
  • Verschlagworten und Bilder verwalten,
  • Basisbearbeitung: Ausschnitt, ggf. Entrauschen, Helligkeit/Farben/Kontrast, Schärfen,
  • für manche Bilder Sondertuning wie Objektivkorrektur, Entfernen von CAs, lokales Bearbeiten,
  • Web-Gallerien,
  • und Verkleinern/Aufbereiten der Bilder für meine Webseiten.

Besonders gut an Lightroom finde ich die RAW-Konvertierung, die grundlegenden Konzepte Virtuelles Arbeiten, Sammlungen und Presets, die elegant integrierten Plug-Ins.

Kurz: Eigentlich gibt es nur ein Manko – man braucht einen schnellen Rechner mit viel Speicher. Mein Thinkpad T61 mit nur 3GB RAM war etwas träge, aber mit MacBookPro ist die Geschwindigkeit super.

 

Mit Absicht unterbelichtet, damit der Himmel nicht ausbleicht. Dann die Tiefen aufgehellt. Überbelichtet, um die Kids richtig zu haben. Dann auf die RAW-Reserven gehofft … Ausschnitt verbessert, Staubflecken entfernt, Himmel per Gradient verschönert.

Update 13.2.2016: Ich habe jeweils noch eine Bildversion ergänzt, die mit dem aktuellen Lightroom 6.4 bearbeitet ist. Man sieht große Fortschritte bei der Bearbeitung von Tiefen (siehe das linke Beispiel), während bereits richtig belichtete Bilder (das rechte Beispiel) von einer Bildbearbeitung nur minimal profitieren.

Außer Lightroom benutze ich derzeit nur noch zwei Tools:

  • AutopanoPro zum “Nähen” von Bildern. Habe ich als halbautomatisches Export-Plugin sehr bequem eingebunden.
    Allerdings kann Lightroom mittlerweile auch Panoramas und vor allem die iPhone-Panoramen werden zunehmend besser. AutopanoPro nutze ich nur noch selten. (Update Sep. 2017: Lightroom kann das jetzt – wieder ein Tool weniger.)
  • Photoshop CS5, falls ich Bildmanipulationen wie Kollagen oder komplizierte Retuschen brauche. Aber Lightroom wird immer mächtiger, so dass maximal 1% meiner Bilder in Photoshop bearbeitet werden. (Update Sep. 2017: Mit Creative Cloud Abo ist das aktuelle Photoshop integriert.)

Update Sep. 2017: Ich bin auf Adobe Creative Cloud umgestiegen, mit Lightroom CC classic und Photoshop CC.  Da jetzt auch Panoramas und HDR in Lightroom gehen (oder Photoshop, falls Handarbeit erforderlich ist), benötige ich keinerlei andere Software mehr. Sehr angenehm :-).

Update Nov. 2019: Ich habe Topaz Sharpen AI und Topaz DeNoise AI entdeckt (mittlerweile verschmolzen zu Topaz Photo) … und diese Software bewirkt manchmal Wunder im Retten von (leicht) verwackelten und (leicht) fehlfokussierten Bilder. Die Rechenzeit liegt allerdings im Minutenbereich (MacBook Pro 2018), pro Bild.

20.10.2020 - Riserva Fiume Ciane. Bronzene Prachtlibelle (out of Cam)20.10.2020 - Riserva Fiume Ciane. Bronzene Prachtlibelle (Topaz)

Update Jan. 2022: Der neue MacBook Pro 2021 mit M1max sowie die M1-Optimierung von Lightroom, Photoshop und Topaz sind ein Geschwindigkeitswunder 👍. Topaz rechnet jetzt im Sekundenbereich statt Minuten. Und überall halten jetzt AI-basierte Algorithmen Einzug: automatische Objekt- oder Himmel-Markierung ist mittlerweile Standard (und nahezu perfekt), Kantenverbesserung, das Lasso-Tool in Photoshop u.v.m. machen Bildverarbeitung immer einfacher.

Update Okt 2022: Mittlerweile haben sich Topaz Sharpen/DeNoise AI deutlich weiter entwickelt und wirken bei immer mehr Problembildern.

Update Apr. 2023: Ein großer Sprung kommt mit Lightroom 12.3 – Entrauschen mit KI ist jetzt ebenfalls integriert. Es funktioniert frappierend gut. Damit erleidet Topaz jetzt das gleiche Schicksal wie viele andere Addon-Programme: die Großen ziehen  irgendwann nach und können es besser.

Hier zwei Beispiele, beide mit ISO 12.800, der Bee-eater mit Fuji X-T3 und XF 100-400, die Nachtaufnahme in Taormina mit Fuji GFX 100S und GF 35-70.  Die Vorzüge des AI-Entrauschen in LR sind frappierend:

  • Farb-Entrauschen erhält die Farben exzellent. Bei manuellem Entrauschen reduziert der Farbe-Slider in LR immer auch die Farbsättigung, Topaz erhält die Farben ebenfalls recht gut, besser als manuell in LR, aber nicht so gut wie LR-AI-Entrauschen. Siehe die Farbdetails unter dem Blumentopf.
  • Durch die (erzwungene) Kombination mit LR-Details-Verbessern werden Details deutlich besser (und natürlicher) erhalten als in Topaz oder beim manuellen Entrauschen. Siehe das Vogelauge oder die Mauerdetails.
  • Frappierend finde ich, wie gut Details in Tiefen sichtbar gemacht werden. Siehe den Schnabel oder den Mauerschatten.

Natürlich ist es „unfair“, dass LR die beiden Funktionen AI-Entrauschen und Details-Verbessern kombiniert. Man kann sicher mit einer Kombination von Topaz DeNoise, Topaz Sharpen und Nachschärfen in LR noch etwas herausholen … aber 1. ist das mühsam, 2. nicht sicher, dass man dies hinkriegt, und 3. ist es viel bequemer, alles in einer Hand zu haben.

10.9.2019 - Linyanti Camp, #3 - Little Bee-eater (Ausschnitt LR manuell entrauscht)10.9.2019 - Linyanti Camp, #3 - Little Bee-eater (Ausschnitt LR denoise AI)

20.11.2022 - Citytour Taormina, Blick vom Hotel Excelsior (Ausschnitt LR manuell entrauscht)20.11.2022 - Citytour Taormina, Blick vom Hotel Excelsior (Ausschnitt LR denoise AI)
10.9.2019 - Linyanti Camp, #3 - Little Bee-eater (Ausschnitt Topaz DeNoise AI)10.9.2019 - Linyanti Camp, #3 - Little Bee-eater (Ausschnitt LR denoise AI)

20.11.2022 - Citytour Taormina, Blick vom Hotel Excelsior (Ausschnitt Topaz AI)20.11.2022 - Citytour Taormina, Blick vom Hotel Excelsior (Ausschnitt LR denoise AI)
Links LR manuell entrauscht, rechts LR AI-Entrauschen Links Topaz DeNoise AI, rechts LR AI-Entrauschen
 
 

Fotografie: Objektive

Objektive
24.7. Vergleich Fuji und Canon24.7. Vergleich Fuji und Canon

Nach einigen Monaten mit dem „Suppenhuhn“ Tamron 18-200 begannen mich schon in den ersten Monaten (2005) folgende Punkte zu stören:

  • die geringe Lichtstärke, d.h. Innenaufnahmen ohne Blitz oder Nachtbilder sind problematisch,
  • der fehlende Bildstabilisator, d.h. Verwackelungen bei hoher Brennweite und/oder wenig Licht,
  • 200 mm Brennweite waren manchmal doch zu wenig

Dazu kam das Studium von Objektivtests bei PhotozoneDigital Picture, Fred Miranda und die Übersicht im DSLR-Forum. Ich kämpfte lange mit mir, weil eigentlich (und immer noch!) hasse ich Objektivwechsel unterwegs.

Mein Fazit war: ich bleibe bei „ein Objektiv muss reichen“, aber nicht eins insgesamt, sondern „eins pro Trip“. Also eins für Ausflüge, eins für Wanderungen, eins für Sport, eins fürs Museum. (Das habe ich bis heute auch so gehalten: vor jeden Ausflug, Wanderung, Spaziergang entscheide ich mich für eins der Objektive. Die anderen bleiben zuhause bzw. im Fahrzeug.)

Auswahlkriterien sollten weniger der Preis sondern Qualität und Gewicht sein. (Ja – Gewicht. Siehe meine prägende Erfahrung mit dem Canon 100-400L ;-). Daneben haben sich für mich mittlerweile als wichtigste Kriterien herausgestellt:

  • Qualität in Auflösung, Kontrast und Farbe,
  • Autofokus-Genauigkeit und -Geschwindigkeit,
  • Bildstabilisator.
 
 
 

Teneriffa 2014: Langzeitbelichtung

12.11.2014 Sterne, Roques de Garcia
2.547 sec Belichtung, mit 3-Stop Grauverlaufsfilter. ISO 100, f3.5, 16mm Brennweite

Nach der Basisausbildung (siehe Lofoten), wie man die richtigen Belichtungswerte aus- und umrechnet, ist der Schwerpunkt auf Teneriffa, den Einsatz der Graufilter und Grauverlaufsfilter zu üben. Für die Umrechnung nutze ich die App PhotoBuddy – es geht auch im Kopf, aber schneller und sicherer ist das „Daumenrad”, mit der man in der App die ISO, Blende und/oder Filter verschieben kann und daraus die jeweilige Belichtungszeit berechnet wird. Die wesentlichen Schritte (und Kniffs) sind:

  • Warum brauche ich eigentlich lange Belichtungszeiten, bzw. wodurch ergeben sie sich?
    Entweder weil nicht genügend Licht da ist, oder weil ich durch längere Zeiten bestimmte Effekte erzielen will. Typische Beispiel sind:

    • Wasser sieht fließend aus bei 0,3-1 sec. Ab 2 sec werden Wellen verwischt, ab 20 sec  ergeben sich die typischen „Feenbilder“.
    • Sonnenauf-/untergang: Hier braucht man wegen der Kontrastunterschiede Grauverlaufsfilter, so dass sich schnell 1/20-1/4 sec ergeben.
    • Sternbilder, Milchstraße: Hier möchte man keine Wischeffekte haben, als Faustformel muss die Belichtungszeit deshalb kleiner als 500/Brennweite sein. Bei 16 mm (Vollformat) also 30 sec … und das heißt dann, trotz der langen Zeit, ISO 3200-6400 und Blende 2.8.
    • Startrails: Die erhält man bei mindestens 20 min, besser 60-120 min Belichtungszeit. Und das heißt auch nachts (es darf kein Mond scheinen!), dass ein leichter Graufilter gebraucht wird. Oft ist hier auch ein Grauverlaufsfilter erforderlich, weil – trotz Dunkelheit – der Himmel deutlich heller als die Landschaft ist.
  • Einstellung der Belichtung:
    • Mit geeigneter ISO-Einstellung, Blende, ohne Graufilter, aber mit Grauverlaufsfilter wird die für diese Kombination richtige Belichtung bestimmt. Je dunkler es ist, desto höher wird hier ISO gewählt und desto offener die Blende. Am einfachsten geht es mittels Blendenautomatik (AV bei Canon) oder in kniffligen Fällen manuell (Einstellung M) mit Hilfe des Histogramms. Probeaufnahmen sind sinnvoll. Dies ist die Basis-Belichtung.
    • Dann wird die gewünschte Blende (Schärfentiefe), ISO, Filter und/oder Belichtungszeit eingestellt … die jeweils als variabel gewählte Größe ergibt sich.
    • Bei sehr hohen Belichtungszeiten taste ich mich in 2-3 Schritten ran – damit ich nicht erst nach 5 min Belichtung eine eventuellen Fehler bemerke.
  • Das Histogramm ist unbedingt zu prüfen:
    • Tagsüber sollten alle drei Farbkanäle möglichst „voll“ sein – jedoch maximal einer darf rechts anschlagen. Noch extremer ist ETTR – Expose to the right – erfordert aber auf jeden Fall die Nachbearbeitung in Lightroom oder Photoshop.
    • Nachts sollte der stärkste Farbkanal nur ca. 60% des Belichtungsspielraums ausnutzen. Sonst ist das Bild zu hell, nämlich taghell.
  • Scharfstellen beim Einsatz von starken Graufiltern: Man fokussiert ohne Graufilter, schaltet das Objektiv auf manuellen Fokus und setzt dann den Graufilter auf.
    Wenn es zu dunkel für den Autofokus ist, fokussiert man auf eine helle Lichtquelle und schaltet dann auf manuellen Fokus um.
  • Das sogenannte Dunkelbild ist wichtig bei Belichtungszeiten >1 min. Der Sensor erzeugt bei Langzeitbelichtungen „Farbstörungen”, die durch ein direkt anschließende Belichtung bei geschlossenem Verschluss (also „dunkel”) herausgerechnet werden. Bei einer 45 min Startrails-Belichtung ist die Kamera anschließend noch einmal 45 min beschäftigt, das Dunkelbild zu erzeugen. Dafür kann man sich aber ruhig auf den Heimweg machen – nur genügend Akku muss noch vorhanden sein. (Im Great Basin 2012 hatte ich dies vergessen – die Bilder sind wunderschön bunt gesprenkelt und für mehr als Web-Ansicht nicht zu gebrauchen.)

Hier ein paar Beispiele zum Einsatz von Grau(verlaufs)filtern.

  • Dabei sind Verlaufsfilter immer dann erforderlich, wenn die Kontrastunterschiede im Bild größer sind als die Dynamik des Sensors. Das Auge hat einen Dynamikumfang von bis zu 20 Blendenstufen, während die Topkameras heute 11-13 Blendenstufen beherrschen. Der Verlaufsfilter sorgt dafür, dass helle Bildbereiche (meist der Himmel) abgedunkelt werden. Das ist übrigens kein wirklicher Verlust, weil sowohl Monitore (gute decken bis 10 Blenden ab) als auch Papier (bis 7 Blendenstufen) noch einmal deutlich weniger darstellen können.
  • Graufilter dunkeln das Bild insgesamt ab. Einziger Grund ist, längere Belichtungszeiten zu erzielen.
 
Caldera, Teide, Sternenhimmel
30s, f5.6, ISO 2500, 16mm

  • Es ist stockdunkel, das Auge gewöhnt sich nach einigen Minuten an die Dunkelheit. Es erkennt sowohl Details im Vordergrund als auch an den Hängen des Teide und die Sterne im Himmel.
  • Aber selbst bei dieser Dunkelheit ist ein 0.6-Grauverlaufsfilter (2 Blendenstufen) erforderlich, sonst würde der „helle” Himmel alles überstrahlen.
  • Der geschwungene Himmelsrand zeigt aber noch etwas Überstrahlung und erfordert Nacharbeit in Lightroom.
Corona Forestal, La Gomera
1/640s, f8.0, ISO 400, 90mm

  • In den Abendsonne hinein mit schmalem Bildwinkel … Helligkeit ist kein Problem.
  • Aber der Motivkontrast hat es in sich: weiße Wolken, schwarze Lava und dazu das recht helle Meer und die grünen Nadelbäume.
  • Darum ein 0.9-Grauverlaufsfilter (3 Blendenstufen), der die Wolken abdunkelt.
  • Dadurch kommen die Bäume zur Geltung, sie wären sonst (fast) so dunkel wir die Lava.
La Tejita bei El Médano
1/10s, f13, ISO 400, 16mm

  • Gegen die Sonne sind selbst mit dem Auge die Spiegelungen auf dem Meer zu grell, aber auch die Sonne überstrahlt.
  • Zwei Grauverlaufsfilter (0,9 und 0,6, also 5 Blendenstufen) dunkeln Himmel und auch das Meer weitgehend ab. Einer reicht bis zum Strand, der andere deckt den Himmel ab.
  • Zusätzlich müssen in der Bildverarbeitung noch die Lichter und Schatten bearbeitet werden.
Los Hermanos
Bild 1 vs. 2: 11,3 Blendenstufen

  • Ein Aufnahme mit der untergehenden Sonne im Rücken, die Berge sollten in der Sonne „glühen”. Tun sie aber nicht – die Sonne liegt hinter Dunstwolken :-(
  • Das normalbelichtete Bild ist nett, aber ohne Sonnenuntergangsstimmung.
  • Das 2. Bild mit 10-Stop-Graufilter ist 60 sec belichtet … und holt durch die lange Belichtung die wenigen Rottöne doch heraus, die es gibt.
 
 

Teneriffa 2014: Land und Leute

Unsere Gruppe …
14.11. Abschlussessen im Hotel - Serdar, Sebastian, Adrian, Bruno, Adam, Birgit, Michael, Michael
14.11. Abschlussessen im Hotel
12.11. Teide, Michael, Sebastian, Adrian, Birgit, Michael, Serdar, Bruno
12.11. Teide

… ist ein netter Haufen aus allen Teilen Deutschlands und der Schweiz.

6 Teilnehmer und 2 Betreuer – so passen wir alle in einen Minivan, was für die Fahrten und den Zusammenhalt sehr angenehm ist.

Alle verstehen sich gut, wir haben Spaß und lernen viel voneinander. Was sich dann ausdrückt in langen Abenden am Rechner und in der Hotelbar ;-).

Vielleicht treffen wir uns ja mal wieder …

 
Unser Hotel

Das Hotel Nogal liegt ca. 1 Stunde vom Flughafen Teneriffa-Süd entfernt. Bis hoch zum Teide fährt man ca. 45 min, so dass die wesentlichen „Locations” (Südküste, Teide) schnell erreicht werden. Das Hotel ist ein umgebauter Gutshof, die Stallungen sind jetzt das Restaurant, das Haupthaus der Empfang mit, die Zimmer sind mit alten, individuellen Möbeln eingerichtet und alle von unterschiedlicher Größe. Die Küche ist sehr gut – und vor allem die Bar ist lange geöffnet ;-)

 
Der Einfluss des Lichts

Ein frappierendes Erlebnis waren die Kalkfelsen am Tajao Beach.

  • Zum Scouting waren wir um die Mittagszeit da. Die Felsen war schmutzig-weiß, sahen „nach nichts“ aus.
  • Wir vertrauten Serdar, der uns versicherte „morgens glühen die Felsen, ca. 30 min“.
  • Als wir gegen 6:00 Uhr am anderen Morgen dort waren … sind die Felsen schmutzig-dunkelgrau.
  • Aber dann … von einem zum anderen Moment explodieren die Farben, die Sonne taucht für viel zu kurze 30 min alles in rotgoldenes Licht.